Montag, 9. März 1931
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Nr. 57 Zweites Blatt
öJ.Jport
Nachdruck verboten.
der Tagcshelligkcit
Fachwarte, erteilten dem Gaukassenwart Srtel (Nieder-Wöllstadt) Entlastung
10
Mnd um den Rasensport
Sonntag ohne Kußbatt.
Verlegung des Dezirksmeisterschasts zwischen SC.03 Kassel und „Borussia'
Die
Nachdruck verboten
26 Fortsetzung
nischen Wilh.
Uhr bis 5,411 Uhr. — Uhr bis 18,30 Uhr. — Vollmond am 4. um 11. um 6 Uhr, erstes
STERNBILDER: GROSZE BUCHSTABEN
Sonnenaufgang von 6,50 Sonnenuntergang von 17,35 Lichtgestalten des Mondes: 12 Uhr, letztes Viertel am Viertel am 27. um 6 Uhr.
Mars, nicht eben sehr weit voneinander entfernt, im Sternbild der Zwillinge. Wer dessen Sterne kennt, wird bei einiger Aufmerksamkeit erkennen können, daß sich beide Wandelsterne nach anfänglichem scheinbarem Stillstand atlmäh- lich nach links in Bewegung sehen, was beim schnelleren Mars ausfallender ist als beim lang- samercn Jupiter. D.c Wintersternbildcr sind zwar
unter lebhaftem Dank für ferne mühevolle und umsichtige Arbeit und verabschiedeten den Voranschlag mit dem seitherigen anerkannt niedrigen Gaubeitrag von 25 Pf. pro Mitglied. Die ausscheidenden Mitglieder des Gauvorstandes wurden wiedergewählt: A. Pfeiffer als l.Gau- vcrtreter, W. Ü r t e l als Gaukassenwart und F. Bach (Grohen-Linden) als Gaupressewart: ebenso wurden wiedergewählt die Gaufachwarte R. Paul (Frauen). Fr. Seibert «Spielen), Fr. Sauer (Schwimmen), Hch. K l i in m e r (Bolksturnen) und E. Wagner (Jugend). Be- zirlsvertreter Guntrum (Schlitz) begrüßte das Wahlergebnis mit Genugtuung. Das Gauturnen bcr Männer erhält Marburg, das der Frauen Butzbach, ebenso das Bolksturnen. Lauterbach rüstet das Gauschwimmen. Zum Deutschen Turntag gehen der 2. Gauvertreter K. Schneider und Oberturnwart W. Will. Einige Anträge, in denen hauptsächlich die wirtschaftliche Rot der Zeit zum Ausdruck kommt, werden in anregender Wechselrede erledigt. Mit einem gemeinsamen Tupnerlied und dem Wunsch aus srohes Wiedersehen zum 100. Iubiläumsgauturntag zu Gießen im nächsten Jahr klang die arbeitsreiche Tagung am Spätnachmittag aus.
Unentschieden 2:2 im Hockeykampf gegen Holland.
Das tvenige Training der deutschen Hockey- Aationalelf machte sich am Sonntag bei dem Länderkamps gegen Holland in Leipzig unliebsam bemerkbar. Eine besonders große Enttäuschung war der neue Mittelläufer Hohbein, der Theo Haag nicht ersehen kann. Er bediente das Jnnentrio schlecht, so daß der deutsche Sturm znleht jegliche Spieltaunc verlor. Aach mehreren Strafecken für Deutschland konnte Scherbarth eine solche, von Müller gut hereingegeben, verwandeln. Aach viertelstündlichem Spiel war Scherbarth erneut erfolgreich, er t>erwandcltc eine Flanke von Wollncr mit Prachtschuh. Gegen
wertiges entgegenzusetzen.
Fußball in Hessen-Hannover.
SC. 03 Kassel wieder Dezirksmeisler. Borussia Julba 1:0 (0:0) geschlagen.
Der Sonntag brachte in Fulda den Höhepunkt in den diesjährigen Verbandsspielen in Hessen- Hannpver: die Entscheidung um die Dezirksmei» sterschast. Den: SE. 03 Kassel, dem vorjährigen Bezirksmcistcr. gelang der große Wurf, er konnte seinen Titel erfolgreich verteidigen, wobei ihm allerdings das Glück reichlich zur Seite stand. Denn die Fuldaer Borussen waren ihrem Gegner mindestens ebenbürtig, hatten aber mit ihren A^ tronen, namentlich im Sturm, reichlich Pech, so daß die Kasseler durch einen verwandelten Elfmeter die Meisterschaft wiederum an sich reißen konnten. Der Kamps selbst war ein typischer Meisterschafts- kampf. Die 3000 Zuschauer wurden m chren Erwartungen nicht enttäuscht. Denn war auch das Leistungsniveau nicht besonders, so war der Kamps doch reich an spannenden Alomenten. Dem Spiel gaben die beiden Läuferreihen das Gepräge, es stand durchweg im Zeichen ihrer Leistungen. Erst 15 Minuten vor Schluß siel, nachdem Fulda einige gute Chancen verpaßt hatte, die Entscheidung. Der SC.-Mann Jordan verwandelte einen
~ *
Ter Expreß durchraste die Aacht. Heber hohe Brücken, durch dichte Wälder, über endlose Steppen. Für Fihmaurice hatte der Kammerdiener im Sch las raum des alten Mister Korsel ein Lager mit zurechtgemacht.
Mit großen, entsetzten Augen blickte Annemarie nun um sich.
„Nein, ich möchte allein schlafen."
Mister Korsel nickte gutmütig; dann sagte er:
„Ich schnarche ja nicht, und da wird es schon gehen."
„Kann ich nicht im kleinen Raum neben der Küche schlafen?" fragte Annemarie.
(Fortsetzung folgt.)
Trotz der kühlen 'Abwehr blieb er höflicher, aufmerksamer Kavalier. Aber Mrs. Ioring wußte, daß sie sehr unklug gehandelt hatte, als fie fr?m ungestümen Drängen der schönen Frau nachgab.
Ellinor Shetland fühlte die kühle Llbwehr des geliebten Mannes.
Trotz und Schmerz wogten in ihr. .
Eine Welt von Männern lag chr zu Fußen. Aach keinem fragte sie, keiner war ihr etwas wert, ilnb er, nach dem sie verlangte mit aller Kraft ihrer reifen Frauenliebe, der verschmähte sie. z- r
Seit jenem Gesellschostsabend m ihrem Hause wußte sie, daß es ihr auf gewöhnliche Weise me- mals gelingen würde, ihn zu erringen. Und da war sie auf einen Gedanken gekommen, den sie selbst vor ihrer alten Freundin Mrs. Ioring sorgfältig verbarg. Der Gedanke war abenteuerltch, war - eigentlich unsaßlich. Aber wenn es gelang. dann sollte er gesegnet fein.
ilnb Kent erfuhr, warum die schone Frau gekommen. . ...
„Ich wollte schon längst auf meine Besitzungen im Süden. Immer wieder habe ich es verschoben, weil ich eigentlich so lange Eisenbahnfahrten nicht gern unternehme. Wie Bill noch lebte, hatten wir den Salonwagen, weil er ihn zu seinen Gc° schäftstoureri brauchte. Ihn jetzt noch zu beha^ kn, wäre Unsinn, weil er zu wenig in 2lmpruch genommen würde. So ist er inzwischen verkauft.
Deutlicher konnte man kaum werden, dachte Mrs. Ioring, und hustete ein bißchen verlegen. Dabei behielt sie Kents Gesicht fest im Auge.
Das besagte nichts Gutes, dieses harte Gesicht.
Hastig plaudernd fuhr Ellinor fort:
„Ich fahre nun mit einem der bequemen Ex- preßzüge. Wahrscheinlich am Vierzehnten dieses Monats, ilnb da Sie vor kurzem erwähnten, daß Sie sich acht Tage bei Salberry aufhalten, so würde ich mich freuen, Ele in meinem Landhause zu begrüßen. Salberry ist mein nächster Nachbar, und uh bin ihm zu großem Dank verpflichtet, da er die Unruhen der Schwarzen auf meiner Farm schon einige Wale zum Stillstehen gebracht hat durch sein Eingreifen."
„Das trifft sich in der Tat ganz ausgezeichnet. Wirklich, dieser Zufall. Ich werde nicht verfehl
Der die 24 Stundenzahlen von Miller- nacht bis Mitternacht eines Tages ent- haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei» ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnele Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karle zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- nalsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem g* adert Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin-
Elfmeter sicher zum siegbringenden Tore. Fulda hatte bald darauf gleichfalls die große Chance eines Elfmeters, die aber von Mainh vergeben wurde. Die Mannschaften hatten sehr unter dem starken Wind und dem harten Boden zu leiden. Liedtgemeier (Bielefeld) leitete den Kamps nicht immer zufriedenstellend.
Kurhessen Kassel — Sport Kassel 1:2 (1:1).
Kurhessen und Sport lieferten sich ein Freund- schostsspiel, zu dem beide Mannschasten mit Ersah antraten. Bon den Kurhessen fehlten sogar fünf Mann der ersten Garnitur, während Sport nur zwei Spieler der etalsmäßigen Els ersetzen mußte. Das Spiel brachte keine besonderen Leistungen.
Oie süddeutschen Endspiele.
Runde der Meister.
Der letzte Sonntag war bei den süddeutschen Endspielen in der Runde der Meister aber ein wirklicher Tag der Ueberraschungen. Eintracht Frankfurt wurde in Mannheim vom SB. Waldhof mit 2:1 (1:1) geschlagen. Bayern München hatten in Karlsruhe gegen den KFB. sogar mit 0:2 das Nachsehen. Damit noch nicht genug. In Böckingen mußte Union Böckingen wider alles Erwarten dem FK. Pirmasens mit 4:3 (1:1) die beiden Punkte überlassen und Spvgg. Fürth gewann mit Ach und Krach gegen Worrnatia Worms. Das Ergebnis lautete hier 4:1 (1:1).
Oie Trostrunde Südost.
Erwartete Ergebnisse.
Der Sonntag brachte in der Trostrunde Südost durchweg die erwarteten Ergebnisse. So landete der „Club" auf eigenem Platze in Nürnberg gegen den Karlsruher Phönix einen glatten 5:0-Sieg, obwohl Kalb nach 30 Minuten verletzt ausschied. Nicht so leicht hatten es die Münchner „Löwen" um schließlich den DfR. Fürth, der unerwarteten Widerstand leistete, 5:2 (1:2) niederzuringen. I Endlich landeten die Augsburger Schwaben dank der großen Kunst ihres Torhüters einen 4.2-Sieg I in Rastatt beim dortigen FD. Das vierte Treffen
Rein Monat bringt ein so rasches Fortschreiten wie der März. Der Aufgang
Der Wann der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg.
Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle (Saale)
Kickers Stuttgart—Pforzheim fiel der Ungunst der Witterung zum Opfer. Dadurch übernimmt München 1860 die Tabellenführung.
Oie Trostrunde Nordwest.
Der VfL. Neu-Isenburg konnte am Sonntag seine Tabellensührung weiter befestigen. Mit dem knappen Ergebnis von 1:0 konnte er den ZV. Saarbrücken überwinden. Rotweih Frankfurt erlitt mit einem 3:3 gegen Union Niederrod einen weiteren Punktverlust und kommt damit für das Ende kaum noch in Frage. Phönix Ludwigshafen siegte in Wiesbaden 2:0 und besetzte damit den zweiten Platz der Tabelle. Der Tabellenletzte Idar gastierte in Neckarau und wurde dort 5:1 geschlagen.
Weg ein. Der würde aber in diesem Falle eben mit Schwierigkeiten gepflastert fein. Nun, er würde ja: sehen!
Kent riß das Fenster auf, sah hinunter auf das bunte Gewimmel.
„Für wen arbeitest du eigentlich, Charles Kent? Und weshalb duldest du die vielen einsamen Stunden in deinem Leben?"
Der Eisenbahnkönig lauschte in sich hinein. Klar und deutlich erklangen die Worte in seinem Innern.
Einsam!
3a!
Das war er!
Und er wollte es so!
Cs sollte auch weiterhin so bleiben; immer sollte es so bleiben,
Ellinor Shetland!
Er wußte jetzt, daß dunkle Leidenschaften in ihr waren, die nur darauf warteten, empor- zulohen.
Liebe, Leidenschaft, Rache und Haß!
Diese vier Faktoren spielten im verwöhnten Leben der reichen Frau eine große Rolle.
Der gute Dill!
Er hatte seiner Frau so vieles nachgesehen, hatte sich vollkommen zu ihrem Sklaven gemacht, und er hatte sich wohlgefühlt in dieser Rolle. Ellinor war wohl noch kein Wunsch versagt geblieben, und nun konnte sie es nicht fassen, daß ihr einer der größten nicht in Erfüllung gehen sollte.
Der Eisenbahnkönig rauchte mit tiefen Zügen seine Zigarette.
Es würde immer fr Wrfben. Er würde feine Gesinnung gegenüber der schönen Frau nicht lindem. Gegen keine Frau würde er feine Gesinnung ändern.
len, Ihnen in Roing-Kastel meine Aufwartung zu machen, Mrs. Shetland", sagte Kent ruhig.
„3a? Ich danke Ihnen. Dann habe ich doch etwas, auf das ich mich freuen kann", sagte Ellinor und sah ihn mit brennenden Augen an. Kents Blick ging zum Schreibtisch. Kaum merklich^ prägte sich ein Zug von Ungeduld auf feinem markanten Gesicht aus.
„Die Freude ist auf meiner Seite. Ich will hoffen, daß mir nichts dazwischen kommt. Geschäftsreisen sind vorher unübersehbar", sagte er dann.
Mrs. Ioring stand auf.
„Liebste Ellinor, wenn wir nicht gerade bei Kent wären, toürbe ich sagen, wir bleiben noch ein Dier- telstündchen. So aber ist es besser, wenn wir uns jetzt empfehlen", sagte sie in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete.
„Ia, Sie haben wohl recht. Aus Wiedersehen, Mister Kent."
„Auf Wiedersehen, Mrs. Shetland."
Herzlich verabschiedete er sich dann noch von Mrs. Ioring. Er war seiner alten Freundin sehr dankbar; sie hatte den Ausbruch ganz zu seiner Zufriedenheit geregelt.
Kent entließ die Damen durch sein Konferenzzimmer, so daß Annemarie sie nicht mehr sah.
Ihr Gesicht war sehr blaß. Aber sie sagte nichts und schrieb emsig. r ,
Nach einer Weile folternden Schmerzes sagte sie leise:
„Mister Korsel, ist — ist die schöne Dame die Braut Mister Kents?"
Der alte Herr lachte, sah sie belustigt über seine Brille an, schrieb dann bereits wieder und sagte:
„Nicht neugierig sein, Bürschchen, das schickt sich nickt. Aber ausnahmsweise will ich dir schon verraten, daß Mrs. Shetland Mister Kent liebt und ihn zum Manne haben möchte. Er mag sie aber nicht, genau so wenig, wie er überhaupt je eine Frau wird haben wollen. Ihr Besuch vorhin war ihm nicht angenehm. Wenn du aber mit dem anderen Personal darüber sprichst, dann sollst du mich keimenlernen, mein Iunge."
„Ich spreche mit niemand", sagte Annemarie leise, und schon schrieb sie wieder eifrig. Wenn Mister Korsel gewußt hätte, was für ein Glück er ihr mit seinen Worten gegeben hatte!
Glück? . o _
Ringsum wurde es hell um Annemarie. Und in dieser Helle stand Charles Kent. Er, der chre Welt war. Dessen machtvolle Persönlichkeit den Lichtblick ihres Lebens bildete.
Sie liebte Charles Kent, der die Frauen mcht mochte, ja, der sie haßte!
Sie liebte ihn. Jetzt war es klar in ihr.
kampses zwischen SC. 03 Kassel und „ -öorujim - Fulda, hat sich für unsere beiden hiesigen Ver- eine wenig günstig ausgewirkt, denn für diesen Sonntag tarn wiederum kein Ligaspiel zustande. Die Vereine, deren Mannschasten als Gegner in Betracht gekommen wären, hatten sich bereits anderweitig verpflichtet, so daß es trotz aller Bemühungen nicht mehr gelang, einen Spiel- abschluß zu tätigen. Auf dem Waldsportplah herrschte, abgesehen von einem ersten leichtathletischen Training am Vormittag völlige Stille) auf dem Platz der Spielvereinigung trug lediglich die Reserve ein Spiel gegen den FC. Steinbach l aus, das die Gießener mit 6:1 entscheiden konnten. Die Gäste hatten dem Plahbesiher nichts gleich-
Mond:
J) 1 Viertel @ Vollmond d letztes Viertel
und der Untergang der Sonne verschieben sich_uin mehr als eine Stunde, was sich freilich beim Sonnenuntergang, wenn wir unsere Taschenuhren zum Maßstab nehmen, nicht voll bemerkbar macht. Gegen Ende des Monats ist es etwa 15 Stunden hell. Der Frühlingsbeginn fällt auf den 21. März um 15 Uhr, wie immer in Jahren vor dem Schaltjahr spät am Tag, so daß die Sonne abends genauer im Westen untergeht, als sie am Vormittag im Osten aufging. Ihr Ausgangspunkt liegt, vom Ostpunkt gerechnet, noch etwas nach Süden zu, während sich der Unkergangspunkt dem genauen Westpuntt viel stärker nähert. Wer die Venus als Morgenstern sehen will, muh also sehr zeitig ausstehen. In der Morgendämmerung bleibt sie dann natürlich länger sichtbar als der viel lichtschwächere aber höher stehende Saturn.
Am Abendhiminel erstrahlen noch immer die beiden Hellen Himmelslichter Iupiter und
Jetzt wußte sie, weshalb ihr die Arbeit in diesen Räumen so lieb und unentbehrlich war.
Ihre ganze reine, erste, große Liebe gehörte Kent!
Mochte die Erde vergehen und der Himmel ein- stürzen, sie liebte diesen Mann mit dem eisernen Herzen, das nichts von Frauen wissen mochte!
In seiner geliebten Nähe bleiben! Keine Wünsche, leine Hoffnungen! Nur ihn sehen, ihm nützlich sein.
Die Verbindungstür ging auf.
„Fitzmaurice, kommen Sie herüber, ich möchte die Liste schnell abgeschrieben haben."
Mit zitternden Knien erhob sich Annemarie, nahm Stift und Papier an sich und ging hinüber.
„Nehmen Sie gleich hier Platz."
Er zeigte auf seinen Schreibtischsessel.
Sie nahm Platz, und dann stützte er sich leicht mit der kraftvollen braunen Hand auf die Platte und diktierte schnell und rücksichtslos.
Annemaries Finger flogen über das Papier. Sie wußte nur das eine: sie mußte ihn zufrieden - stellen, um jeden Preis.
Endlich war er fertig mit Diktieren, besann sich und fragte:
„Ich hätte mehr Rücksicht nehmen sollen. Sind Sie fertig?“
„Ia. Mister Kent."
„So, na, das ist ja schön so. Und nun gehen Sie heute etwas eher nach Hause. Die lange Reife morgen wird Sie ermüden. 2lber es hilft nichts. Korsel wird alt, und Sie sollen sich in seinen Posten einarbeiten. Dos wird noch ein paar Iah re dauern. Aber auf die Reise müssen Sie mit, denn das gehört nun mal in erster Linie mit zu diesem Posten."
Kent brannte sich eine Zigarette an und sah ausmerksam in das schmale Gesicht, das irgendeine Erinnerung in ihm weckte. Da warf er das Grübeln aber auch schon über Bord.
Erinnerungen.
Fort mit ihnen! Die Vergangenheit war tot! Nur die Gegenwart war da, die reiche, mächtige Gegenwart! Und die Zukunft, die noch mehr Ersiillung der gesteckten Ziele bringen sollte und muhte.
Annemaries Hände zitterten, als sie die Papiere auf dem Schreibtisch wieder zurechtlegte. Dann ging sie schnell hinaus.
Charles Kent aber überlegte, wie er es wohl am besten einrichten konnte, die vor einigen Tagen gehabte Unterredung mit dem Bevollmächtigten der fremden Regierung seiner eigenen Regierung so vorzulegen, daß ein glattes Nein Dojt vornherein ausgeschlossen war. Gelingen wurde es. So oder so! Er schlug nur gern den geradesten
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eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmiete ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmiete '/* Stunde später zu stellen. Man
(^ Mars '"gleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun-
Vj)Jupiter gCrt wenn er dü, angedeutetf Licht- t^>Sa1urn gestalt zeigt.
noch alle vollzählig zu sehen, aber sie werden immer mehr nach Westen hinübergedrängt. Dort geht zuerst der Stier unter, später folgt der Orion mit dem Sirius, während dessen Vorläufer Prokyon und die Zwillinge noch länger sichtbar bleiben. Dagegen zeigt der Osten des Himmels völlig srühllngsmäßiges Aussehen. Immer höher steigt der Große Bär empor, und leicht entdecken wir auch einige seiner Sterne, die nicht zu den bekannten den Himmelswagen bildenden sieben Sternen gehören. Sie stehen in später Abendstunde in der Nähe des Scheitel- Punktes. Zwischen dem Großen Bär und dem Löwen erblicken wir das weniger bekannte Sternbild der Iagdhunde. Den „Bärensührer" Arctur. rechts von ihm die Spica und links die nun rasch höhersteigende Wega wird der Sternfreund leicht entdecken. Dieses Dreigestirn am Osthorizont ist bezeichnend für den Frühjahrshimmel.
Kü st ermann.
Saufurntag berfceffenturner DT.
Mit feierlicher Musik wurde am Sonntag der 9 9. ©auturntaq zu Gießen eingeleitet. In erhebender Ansprache lieh der 1. ©aul>ertretet, Arthur Pfeiffer (Wetzlar), die Hochziele der DT. lebendig werden, die, in einer deutschen Notzeit geboten, auch uns heute wieder eure seelische Kraftquelle sind. Stehend horte die Detsammlung die Totenehrung sür den begeisterten Führer im Mittelrheinkrets und getreuen Sohn unserer Heimat Pros. Georg Bender. Frankfurt a. M.. für Reichsminister a. D. Dr. Eduard D a v i d , der einst den Tv. Krofdorf gründete und als Turnwart leitete, für C. W. A. Müller, Bad-Nauheim (Ehrenbrief der DT.), den Wetzlarer Turnerführer Willi All- mentöder, den Pfarrer und Rektor Hrch. Schmidt und Ioh. Wagner aus K'rchham und den Ehrenvorsitzenden des Tv. Heuchelheim Friedr. Wilh. Kreiling. Mit einem gemeinsamen Turnerlied zur Tagesarbeit überleitend, genehmigten die zahlreich erschienenen Vertreter der -Gauvereine die im Druck vorliegenden Jahresberichte der GauverwalMng und der tech-
Oer Sternhimmel im März
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