Montag, Q. Hebruar
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 55 Zweites Via«
SJ.4port
Kuhball in Heffen-Hannover.
Aeberraschungen auf der ganzen Linie.
Der gestrige Sonntag war wohl der an lieber* raÜbungen reichste in der zweiten Runde der Derbandsspiele in Hessen-Hannover. Fast alle Spiele endeten mit unerwarteten Ergebnissen. So fertigte in der Rordgruppe der SE. 03 auf dem gefährlichen Kirch di tmolder Gelände Hessen09 Kassel mit 7:2 Toren ab und befestigte damit feine führende Position. Dabei kam ihm noch die Riederlage der Kasseler Kurhessen die über alles Erwarten in Einbeck 6:5 unterlagen, sehr zustatten Wenn die 03er am kommenden Sonntag in Göttingen gegen den bdttigen SE 05 gewinnen ist ihnen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Auch im Falle einer Niederlage können sie dem nächsten Spiel gegen die Kurhessen mit Ruhe entgegensehen 3m dritten Spiel der Rordgruppe schlug Götttngen 05 den SE. Grone in Grone 5: 2.
In der Südgruppe muhte Kurhessen Marburg einen wichtigen Punkt an Herrnannia Kassel abgeben der vielleicht für den Ausgang der Meisterschaft entfcheidend ist. Die Lage wird hier erst geklärt wenn Sport am kommenden Sonntag gegen ^Herrnannia gespielt hat und Borussia seine noch ausstehenden Spiele beendet hat. Dabei bleibt natürlich Voraussetzung, dah die Fuldaer [einen Punkt mehr abgeben. Spielverein Kassel fertigte in Fulda die Hersfelder Hessen mit dem Rekordergebnis von 111 Toren ab.
Thunberg Europameister.
Dor wiederum sehr gutem Besuch und bei schönstem Winterwetter wurden am Sonntag die Europame sterschaften Im Eisschnelläufen im Stockholmer Stadion beendet. Finnlands Altmeister Eiaas Thunberg, der schon am Dortage die Führung übernommen hatte, setzte sich auch in den beiden Wettbewerben am Schluhtage erfolgreich durch und holte sich nach längerer Unterbrechung den begehrten Titel vor seinem Landsmann Blvmauist und dem Holländer van der Scheer. Tyunberg lief über 1500 Meter mit 2:20,7 Min die beste Zeit und muhte in der langen Strecke über 10 000 Meter nur seinen Landsmann Blomquist in 17:53 Min vvrlassen
Deutsche Skimeisterschasten.
Bayern gewinnt die Staffel-Meisterschaften.
Der zweite Tag der Deutschen Ski-Meifter- schasten in Lauscha-Ernstthal brachte am Samstagvormittag die Staffelmeisterschaft, die über eine Gesamtstrecke von 42,2 Kilometer führte. Don 15 gemeldeten Staffeln traten 13 an. Die beste Zeit für die 8,1 Kilometer lange Strecke der ersten Staffeltour lief G. Müller (Bayrisch Zell) mit 7,21 Minuten. Der vierte Teil war mit 9,9 Kilometer der längste und schwierigste. Als erste Staffel ging Bayern II auf die letzte und mit 6,7 Kilometer kürzeste Strecke, die zum Schluß noch eine fast 2 Kilometer lange Abfahrt aufwieS.
DaS Ergebnis: Bayerischer Skiverband I (G. Müller, W. Dogener, Krebs, Hagen, Ponn) 3.27,35 Stunden, 2. Bayern II 3:27,42 Stunden: 3. Thüringer Wintersport-Derband 3:30,52 Stunden, 4 Schlesischer Skiverband: 5. Bayern III; 6 Ski verband Sachsen; 7. Thüringen II; 8. Skiklub Schwarzwald: 9. Harzer Ski verband; 10. Derband Mitteldeutscher Skivereine; 11. Thüringen III, 12. Fränkischer Schneeschuh-Bund: 13. Norddeutscher Ski-Derband
Bor den Weltmeisterschaften in Oberhof.
Birger Ruud, erst 17 Jahre alt, zeichnete sich vor wenigen Wochen durch einen Rekordsprung von 76,5 Meter aus.
Die Kämpfe um die Südwestdeutschen Hochschulmeisterschaften, die am Sonntag in Frankfurt aus- getragen wurden, brachten ganz ausgezeichnete Ergebnisse. Es war erstaunlich, welches Leistungsniveau die Studenten in den einzelnen Wettkampf- Konkurrenzen erreicht haben. W o I f s h o I z-Frank- furt im 100-Meter-Freislilschwimmen die ausgezeichnete Zeit von 1:06,4 Minuten Sehr erfolgreich schnitt auch der Bruder der Olympiasiegerin Helene Mayer ab, der alle drei Fecht-Konkurrenzen gewann. An den Wettkämpfen waren die Universitäten und Technische Hochschulen von G i e h e n und Frankfurt, Tübingen, Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg, Darmstadt, Marburg beteiligt.
Die Ergebnisse:
Hochschul-Mehrkampsmeisterschaft: 1. Darmstadt, 2. Heidelberg und Stuttgart, 3 Gießen.
Kleinkaliberschießen: Mannschastskampf: 1 Stuttgart, 543 P.; 2. Frankfurt, 494 P.: 3. Gießen, 480 Punkte. Einzelkämofe: Dreikamps: 1. Lancke-Gießen, 142 R., liegend freihändig: 1. Gallmeyer-Tübingen, 57 R., sitzend freihändig: 1. Gilles-Frankfurt, 49 R., stehend freihändig: 1. Berkerhoff Stuttgart, 50 Ringe.
Fechten: Florett: 1. Mayer-Frankfurt, sechs Siege, 7 Treffer; 2 Keller-Frankfurt, 4 Siege, 18 Treffer. Säbel: 1. Mayer-Frankfurt, 7 Siege, 15 Treffer; 2. Eckert-Karlsruhe, 6 Siege, 21 Treffer. Degen: 1. Mayer-Frankfurt, 8 Siege, 5 Treffer; 2. Heilbronner-Stuttgart, 7 Siege, 7 Treffer.
Schwimm-Mei ft erfchaften für Stu -
HI. Zugendskitag des Verbandes Mitteldeutscher Skivereine.
Wettkämpfe auf dem Hohcrodskops.
Der auf Den 4. Januar icitgclctjic 3ugenö- fkitag muhte wegen ungeeigneter Schneeverhält- niffe auf den 15. Februar verschoben werden. Da» damals bekanntgegebene Programm bleibt in feinen einzelnen Punkten bestehen. Teilnahme - berechtigt sind sämtliche DSD.-Iugendmitglieder sowie tne Schulen. Die bereits abgegebenen Ren- nungen behalten ihre Gültigkeit, es können aber Rachmeldungen erfolgen.
Vorstandssihung des DFB.
Am 14. und 15. Februar hält der Vorstand des Deuttchen Fuhball-Bundes in Berlin eine Sitzung ab. auf der das Profistatut endgültig verabschiedet werden soll. Endgültig festgelegt wird weiterhin das Programm für den im Mai stattfindenden Fifa-Kongreh in Berlin und für den im Anschluß hieran vor sich gehenden Länderkampf Deutschland-Oesterreich.
Helene Mayer in Paris.
Helene Mayer hat sich nach ihrem Auftreten am Mittwoch in Mailand sofort nach Paris begeben, wo sie bei einer WvhltätigkeitsVeranstaltung zugunsten der Fechtlehrer mitwirkte Die erntete in ihrem Florett-Schaukampf mit dem französischen Fechtmeister R Dondoux lebhaften DeifaN.
Kurze Sportnottzen.
Die Europameisterschaft im Eishockey fiel an Oesterreich, das im entscheidenden Spiele Shweden 1:0 schlug 3n der Trostrunde belegte Ungarn den ersten Platz
Bei den Deutschen Rodelmei st er- schäften in Wiesbaden siegte T i e h e. Brücken-
denten: 4 X 50-Metcr-Bruststaffel: 1. Tübingen, 2:31; 2. Heidelberg, 2:35,3 Minuten. 4 X 50-Meter- Lagenstaffel: 1 Heidelberg, 2:22,1; 2. Darmstadt, 2:28,1 Minuten. 4 X 50-Meter-Freistilstaffel: 1. Heidelberg, 2:04; 2. Darmstadt 2:04,6 Minuten. 100» Meter-Brustschwimmen: 1 Weigmann-Tubingen,
1:21,5 Minuten 100-Meter-Ruckenschwimmen: 1. Schaumann-Gießen 1:25,9 Minuten 100- Mcter - Seitenschwimmen: 1. Wadrin - Frankfurt, 1.16,7 Minuten lOO-Meter-Freistilschwunmen: 1. Wolfsholz-Darmstadt 1:06,4 Minuten Springen: 1 Schönleber-Stuttgart. Mehrkampf 1. Reinhardt- Gießen.
Für Studentinnen: 3 X 50-Meter-Brust- ftaffel: 1. Frankfurt, 2:25,5; 2. Gießen, 2:31,5 Minuten. Mehrkampf: 1. Kallinowsky-Heidelberg. 50-Meter-Freistilschwimmen: 1. Hewaldt-Tübingen, 42 Sekunden. 50-Meter-Brustschwimmen: 1. Sättele- Tübingen, 45,8 Sekunden. Springen: Kallinowsky- Heidelberg.
Turnwettkämpfe: Muslerrriege: 1. Darmstadt, 937 P.; 2. Stuttgart, 829 P.; 3. Marburg, 815 Punkte Elnzelkämpfe: Reck: 1. Petri-Heidel- berg, 51 Punkte. Barren: 1. KöhneGießen, 58 Punkte. Pferd: 1. Mobus-Stuttgart, 52 Punkte. Studentinnen: Reck: 1. Kampf-Frankfurt, 36 Punkte. Barren: Hohnold-Heidelberg, 39 Punkte. Pferd: Hohnold-Heidelberg, 34 Punkte Geräte-Zehnkamps für Männer: 1 Doß-Heidelberg. 180 Punkte; 2. Kohn-Gießen, 174 Punkte Siebenkampf für Studentinnen: 1 Hohnold-Heidelberg, 119 Punkte; 2 Gießer-Heidelberg, 117 Punkte.
SüdwesldeuM HMchulmeisterschafien.
Der Mann der das Lachen verlernt hat.
Dxomon oon Gert Gothberg.
Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle (Saale)
2. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Unfahlich!
Qlbcr warum hatte dieses bildschöne junge Geschöpf den Dater genommen, der um so vieles älter war?
Diese Frage tauchte immer wieder auf tpn thm, muhte auflauchen, wenn man die Hinfälligkeit und das aufiallenb starke Altern des Daters in Betracht zog.
„Aus Berechnung! Natürlich nur aus Berechnung!"
Der junge Graf starrte zu dem lebensgrohen Bildnis des Grafen Friedrich, seines ilrgrofi- vaters. empor, und es war ihm, als habe der höhnisch lächelnd diese Worte getagt.
Der Dater hatte einen Schlaganfall erlitten und konnte sich kaum bewegen. Mit fast unverständlicher Stimme bat er:
..Set gut zu ihrl" .
Denn er bemerkte nur zu gut dte feindlichen Blicke des Sohnes, der den schönen Eindringling nicht anerkannte.
3u dem jungen Grasen sah es seltsam aus.
Nach dem ersten staunenden Wohlgefallen an dieser fremden Schönheit dieser jungen Frau regte sich der Hah gegen die, die der Dater der Mutter als Nachfolgerin bestimmt hatte.
Unb um den Sohn wehte es leise, wehmütig: „Vergiß du mich wenigstens nicht ganz, mein lieber, lieber 3unge!"
Da ballte der junge Graf die Hände, reckte seine hohe Gestalt hoch auf und dachte:
„Unbeforgt, mein Mütterchen, ich räume keiner den Platz in meinem Herzen ein und dieser da gleich gar nicht. Du allein bleibst mein Mütterchen."
„Sei gut zu ihr!"
So hatte der Dater gesagt!
Gewih. sie hatte ein Recht darauf, hier zu sein, nachdem der Dater es fertig gebracht hatte, ihr feinen Namen zu geben, und sie war ja gewih auch nicht die erste Künstlerin, die zur Gräfin erhoben wurde. Doch das waren dann andere Frauen! Bestimmt waren sie ganz anders als diese hier Und er begriff den Dater nicht, würde ibn niemals begreifen.
Das waren die Gedanken, die dem jungen Grafen immer wieder tarnen, wenn er verstohlen den Blick über das junge, schöne Weib gleiten lieh.
Der Urlaub neigte sich seinem Ende zu. Der 1 Dater wurde ungeduldig. Ec wollte aufstehen. Er wollte dies und jenes. Dabei nörgelte er:
„Der Doktor ist ein elender Stümper. Er läßt mich hier verkommen."
Aber es ging ihm doch besser jetzt.
Das Personal sah mit scheuen Augen in das Gesicht des jüngeren Grasen. Die hätten doch alle gar zu gern gewußt, wie er die Anwesenheit der sremden Frau aufnahm.
Die fremde 5rau!
Das war sie geblieben bis auf den heutigen Tag für alle. Für die Leute im Dorfe, für die auf dem Gutshofe, für die Dienerfchaft im Schlöffe, für die Nachbarn.
Und sie blieb die fremde Frau auch für den jungen Grafen; der Kammerdiener berichtete es in der Leutestube.
Zwei Tage vor der Abreife des jungen Offiziers sagte der Dater:
„Und du wirst nun wieder öfter kommen?"
Die heihen, blauschwarzen Augen der Gräfin ruhten unentwegt auf dem Gesicht des jungen Grafen. Ein kurzer, abweifender Blick traf sie, und er fagte zum Dater gewandt:
„Wenn du mich rufst, komme ich, Dater."
Da senkte der Alte den Kopf.
Die Antwort war klar und deutlich. Sein Sohn kam nur heim, wenn er ihn rief; von selber kam er nicht!
Die Leidenschaft war noch immer in dem alten Herrn, die unselige Leidenschaft für Kora. Und er merfte es nicht, wie sie bei einem Ausbruch dieser Leidenschaft des alternden Mannes verächtlich die Lippen verzog und wie ihr Blick immer heißer, sengender den jungen Grafen umfaßte.
„Dah ich nicht gehen kann, das ist das Schlimmste; doch ein Weilchen wird es noch dauern. Ich muh mich bescheiden, und Kora leistet mir ja Gesellschaft."
Und einige Stunden später, als der Graf mit dem Sohne allein war. sagte er:
„Wie gefällt dir Kora?"
Der junge Gras zuckte mit den Achseln.
„Sie hat dir gefallen, und du warst nicht mir, sondern nur der Mutter Rechenschast schuldig."
Da war sie wieder, die junge, harte Stimme, die der Dater manchmal haßte, und trotzdem liebte er doch den Sohn und war stolz auf ihn.
Sprunghaft ging der Vater auf ein anderes Thema über.
Er wollte dem Sohne gegenüber sichtlich eine seelische Unruhe verstecken.
Am Abend — der junge Kentner gestand es sich ein. dah er froh war, am anderen Tage weg- fahren zu können — ging et noch einmal in öie Zimmer feiner verstorbenen Mutter hinüber.
Sie waren noch so, wie die Verstorbene sie verlassen hatte. Sv viel Pietät also hatte der Dater doch der Mutter gegenüber aufgebracht, dah er
der fremden Frau nicht diese Zimmer, die für den Sohn immer ein Heiligtum gewesen waren, zur Verfügung stellte.
Er dankte es dem Vater im stillen.
Und dann weilte er Wohl eine Stunde in diesen Zimmern. Langsam ging er von einem ins andere, strich hier liebkosend mit der Hand über eine feine Stickerei, die die Mama selbst gefertigt, oder er blickte andächtig auf einen Gegenstand, von dem er wußte, daß die Mutter ihn besonders geliebt hatte. Er strich über die Bücher, die forgfältig geordnet dort standen, und er setzte sich ein Weilchen in den hohen Lehnstuhl und legte den schmalen dunklen Kops an das Kissen, wie die Verstorbene es oft getan hatte. Und es war ihm, als schwebe der seine Duft zu ihm empor, der Duft, der die feine, stille Mama immer umgeben hatte.
Und Graf Kentner dachte, daß die Mama alles mit ins Grab genommen hatte Liebe, Wärme, Behaglichkeit, Frieden. Ihr einziger Sohn fühlte sich jetzt fremd im Hause seines Vaters! Wie bitter war das!
Langsam stand der Graf auf. Sein Blick umfaßte noch einmal die ihm so vertraute Umgebung. dann ging er hinaus und schloß das Dorderzimmer sorgsam ab.
Den langen Gang hinunter, durch dessen hohe Bogenfenster die Abendsonne schien, ging er dann nach dem Bibliothekszimmer. Er wollte noch eine Stunde lesen.
Wie lange er so gestanden und die vielen Bücher angesehen hatte, um eines von ihnen zu wählen, wußte er nicht. Er wußte nur, daß plötzlich hinter ihm ein leises, feines Rascheln erklang, so. wie es von seidenen Kleidern herrührt, und er wandte sich um.
Am niederen, weißen Kaminofen lehnte die junge Frau und sah ihn unverwandt an mit ihren heißen Augen. Spionierte sie ihm nach?
Zorn war in ihm, daß er sich das gefallen lassen sollte.
„Sie wünschen, bitte?"
Zwischen den Zähnen fragte er es, sich dabei knapp verbeugend. Mit ihrem gleitenden, katzenartigen Gang kam sie näher.
„Ich liebe dich! Nimm mich hier heraus, denn ich ersticke an dem Ekel, der in meinem Geben ist."
Er lachte hart auf.
„Frau Gräfin belieben zu scherzen. Die Rechnung stimmt doch? Oder ist doch ein Fehler unterlaufen T*
„Ja, ein Fehler, ein riesengroßer Fehler. Ich habe nicht wissen können, was man sich mit solch einer Heirat zufügt."
„Das geht oft so. Man muß es dann tragen, oder glauben Sie. daß ich mit dieser Heirat meines Daters einverstanden war?"
„Ich habe eS mir denken können, dah Sie mich hassen, Karl. Und — heute verstehe ich es auch."
berg im Herren-Einzel, Frl. Winkler, Schierke, im Damen-Einzel und das Paar Tietze Weidner, Brückenberg, im Herren-Zweier.
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Der argentinische F u ß b a 11 m < i st e r La Plata spielte im Frankfurter Stadion vor nur 4000 Zuschauern gegen den FSB. Frankfurt 1:1 (0:0).
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Gustl Müller. Bayrisch- Ze11. wurde zum dritten Male Deutscher Skimeister. Den zweiten Platz belegte Walter Glaß. Klingenthal.
Im Preis von Deutschland, der abschließenden Konkurrenz des Berliner Reittur-/ niers, siegte Italien knapp vor 'Deutschland und Holland
Bei denDeutschenEisschnell-Lauf- Meisterschaften in Berlin siegte der Berliner Barwa in den Läuien über 500 und 5000 Meter
Kanada verteidigte die Eishockey-Weltmeisterschaft durch einen 2:0 Sieg über Nordamerika erfolgreich.
Dberbeffen.
(demeinOeraf in Grünberg.
+ ® rünberg, 5. Febr DerG e m e i n de r a t war in seiner jüngsten Sitzung vollzählig versammelt. Zur Holzsubmission waren zwei Lose ausgeschrieben Bei Los I. enthaltend 300 Festmeter, bot der hiesige Holzhändler Friedrich D a h m e r im Durchschnitt 16,86 Mark pro Zest- metcr, was 57 Prozent des Landesgrundpreises ist; bei Los II, enthaltend 350 Festmeter, das aber durch weiteren Anfall jetzt 514,35 Festmeter sind, bot das hiesige Sagewerk Georg Haas § Eo. im Du Abschnitt 63.4 Prozent der Landesgrundpreise. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister. dem Friedrich Dahmer für sein Angebot die Genehmigung zu erteilen, falls dieser den gleichen Durchschnittssay wie Haas (63,4 Prozent) bietet. (Da dieses Holz zur Zeit noch nicht geschlagen ist. wird beim Richtzustandekommen des Verkaufs das Fällen unterbleiben.) Der Firma Haas wird die Genehmigung erteilt, falls sie das gesamte bis jetzt angefallene Holz <514.35 Festmeter) nimmt.
Sodann beschäftigte man sich mit dem Erlaß einer Wasserbezugsordnung ab 1. April 1931 Tie Wo serlommission empfahl einftimmige Annahme des von ihr beratenen Entwurfs, an dem sie nur geringfügige Aenderungen vorgenommen hat Tie Wasscrmefser sollen Eigentum der Stadt bleiben, als jährlichen Mietbetrag schläat sie 3 Mark vor, die der Inhaber zahlen folL Das Wassergeld soll nach der Hohe deS Verbrauchs gestaffelt fein. Es wurde folgendes be- schlosfen: Das Wasfergeld betrüg, ab 1 April 1931 bei einem Verbrauch bis zu 250 Kubikmeter 30 Pf für den Kubikmeter, von 251 bis 500 Kubikmeter 25 Pf. für den Kubikmeter, von 501 bis 1000 Kubikmeter 22 Pf. für den Kubikmeter, über 1000 Kubikmeter 18 Pf. für den Kubikmeter. Der einem Verbrauch bis 15 Kubikmeter ist eine Mindestgebühr von 4.50 Mark au entrichten. Die Iahresmiete für den Wassermesser beträgt 2 Mk.
Zu einer lebhaften Aussprache kam es bei der Beschaffung der Waffermesser. Durch Beschluß des GemeinderatS vom 20 Oktober 1930 war deren Lieferung der Firma Dreyer. Rosenkranz und Droop in Hannover übertragen worden. Die Lieferung war aber nicht zustande gekommen, da der Vertreter der Firma ohne deren Wissen günstigere Zahlungsbedingungen zugestanden
Aus halb zugeknifsenen Augen blickte er auf sie nieder, die ihm nicht biS zur Schulter ging. Wie eine schöne, gefährliche Katze schien ihm diese Frau, wie ein Raubtier, das im gleichen Augenb ick st eicheln und l odl ch verwun'e.i konn c. Run, er verlachte solche Frauen, hatte sie immer verlacht.
Roch dichter trat sie auf ihn zu, schlang die Arme um ihn.
„Ich liebe dich! Rimm mich mit. Rimm mich hier heraus, oder es geschieht ein Unglück."
„Weshalb diese Drohung? Ich lerne doch nicht anders denken."
Ihre Arme umschlangen ihn fester.
„Ich liebe dich. Seit ich dich sah, weiß ich erst, was ich mir, was ich meiner Jugend angetan habe. Ich bin noch nicht ganz zwanzig Jahre alt."
Er versuchte sich, ohne brutal zu werden, zu befreien. Sie umklammerte ihn nur um so fester.
„Wußten Sie denn nicht schon lange, schon damals, daß Sie jung sind und nicht zu dem alten Manne paßten?"
„Ich wollte aus dem Zirkusleben heraus; mir war alles gleich", sagte sie.
Er löste ihre weißen Arme von seinem Körper. Mit Gewalt loste er sie jetzt.
„Ich fühle nichts für Sie, höchstens Haß, den ich Ihnen aber nie gezeigt hätte, selbst dann nicht, wenn mein Dater einmal sterben sollte."
Sie warf sich wieder an feine Brust.
„Dann töte ich mich, denn ich liebe dich so sehr, daß ich daran sterben werde."
„Ich verbiete Ihnen, noch länger so zu sprechen, Frau Gräfin. Sie sind die Frau meines Daters, und selbst wenn Sie es nicht wären, würde ich nichts für Sie empfinden."
„Warum nicht? Bin ich nicht jung und schon?" „Das sind <Äe bestimmt!"
„Dann fliehen Sie mit mir."
„Rein!"
Mit hängenden Armen stand sie vor ihm. Ihr penmutterfarbener Teint schimmerte, und das schwere, dunkle Haar war wellig und fast blau. Die mandelförmig geschnittenen Augen sahen ihn an, der leuchtend rote Mund war halb geöffnet
Ein leichter Taumel ging über ihn hin, dann hatte er sich wieder in der Gewalt
Er verachtete diese Frau jetzt mehr, als er sie haßte. Denn sie war ja bereit, den Damen Kentner zu schänden. Sie würde einem anderen genau fo in die Arme finken, wenn ein Zufall sie mit diesem anderen zusammenführte. 2lus ihrer Langweile heraus, gewiß, er wollte gerecht sein, aus der inneren Ruhelosigkeit, einem Un* befriebigtfein heraus warf sie sich dem erstbesten <m den Hais.
(Fortsetzung folgt)


