Nr. Z Zweites Blatt
Freitag, 9. Januar Ml
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Landwirischafiliche Woche in Darmstadt.
• Darmstadt, Z. Jan. Der Dortragskurs wurde heute fortgesetzt, und zwar fanden zwei sehr bedeutsame Referate statt. Der Besuch von setten der Landwirte war wiederum außerordentlich stark. Auch der Minister für Arbeit und Wirtschaft. Korell, war erschienen. Zunächst sprach Professor Dr. Laur, Zürich, der Führer des Schweizers chen Bauernverbandes. Seine Aus übrungen wurden mit größter Spannung und Aufmerksamkeit entgegengenommen Prof Dr. Laur gab einen wohl angelegten llebfcbhd über
„Die augenblickliche Lage des internationalen Agrarmarktes".
Aus feinen Erfahrungen schilderte er dann die -Maßnahmen, welche die Schweiz zum Schutze . ihrer Landwirtschaft getrv fen hat, und welche darin zum Ausdruck konmen. daß in der Schweiz die Landwirtschaft für den größten Teil ihrer E.zeugnisse einen auskömmlichen Preis erhält, vielleicht nur mit Ausnahme des Weines Die Milchwirtschaft ist in einer Weise geregelt, wie sie auch in Deutschland schon feit langem angestrebt wird, indem dem Landwirt für die Werkmilch durch getoi se Maßnahmen stets ein bestimmter Preis garantiert wird. Aehn- lich ist die Regelung bei der Erfassung der Getreideernte. Der schweiz r sche Weizenpreis beträgt zur Zeit 33 Mark pro Doppelzentner, der Werkmilchpbeis 1Z Pf. pro Liter. b?r Kartoffelbreis im Herbst 8 bis 10 Mark pro Doppelz ntner. 3m Jahre 1929 ist die Borkriegsrentabilität in der Schweiz wieder erreicht worden. Allerdings hat es im Jahre 1930 eine Anzahl Rückschläge gegeben. - Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners.
Anschließend sprach dann Dr. Schindler vom deutschen Landwirtschaftsrat Berlin, über
„Das Abfahproblem
in der deutschen Landwirtschaft"
und berichtete zunächst über seine Erfahrungen in Amerika, wo zur Zeit der Weizen 3Z Eent = 5.60 Mark pro Doppelzentner dank der betriebstechnischen Einrichtungen erzeugt werden kann und ähnlich den russischen Angeboten den deutschen Markt aus das äußerste bedroht. Er bezeichnete die derzeitige deutsche Landwirtschaft als eine Fabrik mit zwei Ab- leilungen. Die Ost-Abteilung mußte seither ihren Reberschuß an Kohlenhydrate (Kartoffeln. Roggen usw.) mit Verlust absetzen und die West- Abteilung führte bei ihrer starken Viehhaltung zu teuren Preisen Kohlenhydrate in Form von Auslandfuttermitteln ein. Der diesjährige Rückgang in der Roggenaussaat um 10 Prozent bedeutet eine Verminderung der Roggenernte für 1931 um 700 000 bis 800 000 Tonnen. Die Weizenanbauflache hat sich um 15 Prozent ausgedehnt. Die im Handelsklassengeseh mit vorgesehene Standardisierung der Getreideerzeugung muß mit allen Mitteln gefordert werden, damit die bessere Ware hoher und die schlechtere Ware entsprechend geringer bezahlt wird. An Hand von ostpreußischen Buchführungsergebnisfen wies der Redner nach, wie gering leider noch die genossenschaftlich erfaßte Erzeugung ist. Der Zusammenschluß in 40 000 Ge» nostenscha.ten bedeutet noch kein einheitliches Angebot. sondern erst die Zusammenfassung in einer einzigenDachgenossenschast, wie sie zur Zeit in Amerika vollzogen wird. Seitens der Landwirte dürfen anderseits die Genossenschaften nicht als soziale Wohlfahrts- und Kredit-Einrichtung betrachtet werden. Richt burd) Handelsgeschäfte, sondern durch kommissionsweisen Verkauf der Erzeugung gewinnen die Genossenschaften das Vertrauen aller Landwirte, welche Lurch Ausstellung einer Ausschließlichkeitserklärung dann ihre Erzeugnisse nur auf dem Wege über die Genossenschaft an den Dorfen anbieten
lassen. Auch diese Ausführungen ernteten reichen Beifall.
Minister ftorefl
ergriff nach Beendigung der Referate das Wort und nahm zu einzelnen Ausführungen Stellung. Dor allem halte er jetzt im Gegensatz zu früher ein Preismonopol für die Landwirte von Vorteil, und zwar so zu erstreben, daß eine planmäßige Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte vorgenommen werde, die - ohne die Landwirtschaft sozialisieren zu wollen - durch staatliche Maßnahmen gestützt werde. Der deutsche Bauernstand könne nur durch eine gut geleitete Genossenschaft bestehen und nur durch eine gemeinsame Verwertung seiner Produkte. Für das Jahr 1931 wünschte der Minister eine Besserung der Landwirtschaft. Rach einem Schlußwort des Hauptreferenten schloß Präsident Hensel die Versammlung.
Jlefcenverfammlung.
3m Saalbau fand am Rachmittag dieLandes- versammlung des Hessischen Landbundes statt. Rach dem Einzug des 3ung- landbundes eröffnete Landtagsabgeordneter Dr. v Helmolt die Versammlung und teilte mit, daß der vorgesehene Referent. Reichstagsabgeordneter Dr. Hofer, infolge eines Unfalles nicht erscheinen könne. 3n seinen Ausführungen bezeichnete Dr. v. Helmolt das Jahr 1930 als
Amtliche Gpieltermine
für Sonntag. 11. Zannar.
Liga: Sport Kassel—Borussia $ulba; BfD.- Kurhessen Marburg—VfB. Gießen; Germania Fulda—FC. Octershauten.
1. Bezirksklasse: Frohnhausen—Wiesen- bach; Wallau—Germania Marburg; Wetzlar— Breidenbach.
Eishockey im Gießener Eisverein.
Die neu gebildete Mannschaft nimmt am Samstag und Sonntag an den Meisterschaften des südwe st deutschen Eissportver- bandes in Frankfurt teil. Bon den sechs gemeldeten Mannschaften verfügt die Gießener über die geringste Spielerfahrung. Jnfolg.'defsen ist mit einem Erfolg kaum zu rechnen. Die Teilnahme erfolgt auch lediglich nur, um den Spielern die Möglichk.it zu geben. Eis)ockey einmal im Wettkampf kennenzu emen. Sollte die jetzt herrschende Eisperiode länger anhalten, wird am kommenden Sonntag ein Rückspiel in Gießen stattfinden.
Hatten-Zaustball des Tv. 1846 Gießen.
Ein glücklicher Gedanke war es, den Faustball- übungsve.r'.eb während der kalten Jahreszeit nicht ruhen zu lassen, sondern Freitags dafür die Dotkshalle als Ueöungetauin zu benutzen. Schon am zweiten Tage des neuen Jahres eröffnete die Spiel- und Sportabteilung des ^Alten Turnvereins' die neue Spielzeit. Das vollzählige Erscheinen der beiden ersten Mannschaften bewies, mit welcher Begeisterung und Freude die Einrichtung des Urbung^abends ausgenommen wurde.
Die Spielleitung erhofft damit für beide Mannschaften eine frühzeitige Wett a npfbereitfchast zu erzielen Gill es doch, für die Erste, den Gaumeistertitel zu verteidigen und das jüngst begonnene Spieljahr mit mindestens denselben Erfolgen ab- zufchließen wie das Vorjahr.
eines der traurigsten deren sich die Landwirtschaft überhaupt erinnern könne.
LandiagSadgeordneier Glaser erstattete den Rechenschaftsbericht, in dem er Kritik an den Maßnahmen der deutschen Rachtriegsregie- rungen übte, auf die Sparvorschläge des Hessischen Landbundes einging und in großen Umrissen die Lage skizzierte, in der sich die deutsche Landwirtschaft im Rahmen der politischen ®e- schehnisse befindet. Er schloß mit der dringlichen Mahnung, daß es für die Landwirtschaft erste Forderung fei. zusammenzuhallen und sich nicht zersplittern zu lassen.
Reichs.a.sabg orb.ietcr Hense -Thürin-en referierte dann aber die deutsche Landwirtschall im Freiheitskampfe. Er skizzierte eins trübe Prognose für das Jahr 1931 sowohl in außenpolitischer, wie in innenpoli ifcher Hinsicht.
Die Entlastung der Leitung wurde ohne Debatte genehmigt. In seinem Schlußwort forderte D:. v Hel mol t auf, den Kampf für das Bauerntum und ebenso für das gesamte deutsche Boll bis zum Endsiege weiterzukämpfen. Die Ver'ammlung stimmte begeistert in sein Hoch aus das Vaterland ein.
Gle chzeitig fa d im Rummelsbräu die Hauptversammlung der Ob st- und Gartenbauvereine statt. Rach einem Referat des Sachverständigen für Vogelschutz in Bayern. Forstrat Haen el (Damle.g,. über Vogelschutz und Schädlingsbekämpfung wurden die geschäftlichen Punkte der Tagesordnung ohne wesentliche Aussprache in harmonischer Weise verabschiedet.
OandbaU im Lahn - Oünsberg - Gau
Für den zweiten Spielsonntag der Rachrunde stehen nachstehende Kämpfe auf dem Programm.
1. Dezirk. Garbenheim — Atzbach; Erda - Wißmar, Dorlar — Rodheim. Die Sieger dieser Spiele sind bei den ziemlich gleichverteilten Kräften kaum vorher zu bestimmen.
11. Bez i r k. Londorf 11 — Daubringen; Stau- fenberg — Londorf I; Ruttershausen — Lollar. In dem an zweiter Stelle genannten Kampfe sollten die Londorfer den Sieger stellen. Der Ausgang der beiden anderen Spiele ist offen.
111. Dez i r k Burkhardsfelden — Albach; Garbenteich — Hausen; Beuern — Steinbach. Garbenheim und Albach sollten in ihren Spielen den Sieger stellen, während der Ausgang desTresfens Beuern - Steinbach offen ist.
Die beiden Jugendmannschaften von Hausen und Garber.teich werden sich in Garbenteich einen Kampf liefern, dessen Ausgang nicht vorauszusagen ist.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Am Sonntag werden auf dem Trieb die Ib- Mannsch aften von Gießen und Wieseck im Freundschaftsspiel ihre Kräfte messen. Da es sich hier um ziemlich g eichwertige Gegner handelt, ist der Ausgang des Treffens kaum vorherzusagen.
Vorher werden sich die ersten Jugendmannschaften beider Vereine ein Freundschaftsspiel liefern.
In Heuchelheim stehen sich Wieseck I und Heuchelheim l ebenfalls im Freundschaftsspiel gegenüber Die Heuchelheimer, die ihre Mannschaft star. verjüngt haben, stellen einen nicht zu verachtenden Gegner dar. Wieseck wird sich anstrengen müssen, wenn es in Heuchelheim nicht unterliegen teilt.
Auf dem Wieseckcr Sportplatz wird sich die Jugend von Hausen und die dritte Jugend des Plahbesihers im Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Anschließend spielt die Jugend von Staufenberg gegen die zweite Jugend von Wieseck.
Führer un Rebel.
23on Edmund Scharem
Die Feuchtigkeit eines duftern Frühwintertages lastet über dem Walde Schweigen ist um mich, ober es ist nicht das befreiende Schweigen, das zum Herzen spricht: es ist jene 'JlebelftiUe, die etwas Bedruckendes hat. Fremd ist der Wald, jetzt denen, die ihn nur kennen aus den Tagen seiner Bluten »nd Lieder; fremd auch denen, tue ihn bewunderten, als er im Schmuck herbstlicher Gewänder prangte. Sturm und Regen haben ihn gründlich gewandelt. Und was ihnen nicht gelang vollbrachte der Reif.
In lautlosem Schweigen verharren die Tannen, in winterlicher Nacktheit fröstelt das . Laubholz Der öuschwerks Mille schlingt grauer Dunst, und der Lichen Gerippe verhüllen blaue Schleier^ Wo ein Schimmer gütigen Lichts in das Düster fällt, glänzen Tropfen im Gezweig. Tropfen — einziger Schmuck des wintertahlen Waldes
Aber dem Nebel ist auch der noch zu viel. Neue Tücher entnimmt er der großen Lade, dem Moor jenseits des Hochwaldes, dem öüftern Moor, das immer bereit ist, alles zu unterstützen, was dem Wald ans Leben will Hier sammelt sich der Sturm noch einmal, bevor er zum Vernichtungsstreich gegen die Baumwehr anhebt; hier zieht sich an schwülen Sommertagen das Gewitter zusammen, bevor <5 sich über den Wald entlädt, hier ist die Wiege der Nebelfrauen, die hier schon Sommers ihre Rei- gen üben, das geheimnisvolle Weben und Schweden, mit dem sie später den Wald erfüllen. Hier herrscht jene Farblosigkeit, um deren Reiz nur der Kenner des Moores weiß, tönen Stimmen, die weder dem Walde noch der Flur eigen sind Aber cs gibt eine Zeit, in der auch das dustere Moor lächelt — wenn der Kranich ruft an feinen Blänken und die Ralle pfeift an feinen Rändern, wenn die Mooreule heult aus bufchigem Ried und der Schreiadler sich emporfchraubt zu lichten Wolkengebilden. Ja. bann hat das Moor Stimmen und Farben, und mannigfaches Leben regt sich in feinen Gründen. Aber jetzt ist es ein brodelnder Hexenkessel gemieden von jeglichem Getier.
Und so wende ich mich von ihm und suche das Leben im winterkahlen Walde, suche es auf Pfoten und Schneisen, im Fichtenbestand und im Puschholz Und sehe nur die ©pufgebilbe, bie um mich herum neu erstehen und höre das Wispern iinb Zischeln, bas in die Stille bringt. Unburch- schtiger wird ber Nebel. Bläulicher Dunst hat sich geroanbeft tn graue Masse; zu dichten »nrbähaen
verweben sich bie wehenben Schleier. Unförmige Gebilbe wälzen sich über bie Waldwiese. Und vor der Lichtung steht starr und unbeweglich eine graue Wand. Kein Vogelruf bringt zum Ohr unb kein Tritt ziehenben Wilbes; kein Farbenton belebt das Grau, unb kein Lichtschimmer fällt in das Düster. Nur Tropfenfall tönt, und NebÄgebilde narren das Auge.
Ist es Abend? ift es Nacht? Eben wußte ich noch, wo ich bin; jetzt muß ich nachdenken, um meinen Standort au bestimmen, muß suchen und immer wieder suchen, um Richtungspumte zu finden. Wo ist der Grenzwall? Hier, hier, nein — da, tuschelt es neben mir, vor mir. Und graue Wälle starren mich an... Es sind Nebelfiguren. Wo ist die alte Eiche im Jungholz, die mich leitete an manchem trüben Tag wenn ihre wuchtige Krone sich im Dunst behauptete, die mir Wegweiser war in mancher Gewitternacht, wenn farbige Blitze um ihre Zacken Aüngelten. Aber so angestrengt das Auge auch sucht — die graue Decke über mir gibt nichts preis. Mensch im Nebel. .
Kürzer wird ber Schritt und tastender: vor mir lauert Sumpf, rechts von mir droht spitziges Geäst. Der legte Sturm hat es wohl geschichtet Also links ausweichen. Langsam gleitet der Körper durch den Dunst. Eine nasse, beengende Stille ift um mich. Aber der Grund ist ja leiblich fest Wahrscheinlich ist das Hauptgestell schon erreicht. Die Vorstellung treibt zur Eile
Da warnt es aufs neue in jener hämischen Art, wie sie dem Moore eigen ist. Wasser spritzt, trügerischer Boden gurgelt
Horchen — lauschen — den Stimmen dieser Hexen, die jetzt wieder kichern und wispern. Steh, Mensch, still auf deinem Platz! Machst du nur einen Schritt, so hast du neue Quälgeister um bich. Mit jeder Bewegung beschwörst du neue Peiniger heraus. Steh still unb rühr' bich nicht vom Fleck!
Vor mir weicht etwas zurück Nicht in hastiger Bewegung, nein — in zögernbem Taumeln Es wirb heller Aber es ist nicht bie sichtige Helle, bie das Auge führt: es ist ein weißer, wallender Schleier. Suchend tastet der Fuß vorwärts. Bis er stolpert über, einen harten Gegenstand. Ich beuge mich herab Die warme Hand geht über einen Stein, und kalt läuft es mir über ben Rücken ich weiß, daß dieser Stein mitten auf schmalem Damm liegt der sich zwischen Torflöchern ein Stück ins Moor schlängelt Es ist lange her, daß der Bauer oer» suchte, hier Torf zu gewinnen Das Moor machte Menschenwerk zuschanden. Wüßte ich, was vorwärts ist, und was rückwärts, bann konnte ich wohl mfibfarn den -Weg zurückfikven. Aber der Nebel hat
alles dicht verhüllt und das Auge erkennt kaum den eigenen Körper. Der Mensch ist aufs Tasten angewiesen; aber der baumlose Pfad bietet dem Tastsinn nichts.-
Vorsichtig laste ich mich auf dem Stein nieder. Warten bei einer Pfeife Tabak! Das erste Zündholz löscht der Nebel aus und dem zweiten ergeht es nicht vesser. Aber dann glimmt das Flämmchen unter meiner Hand in den Dunst. Verbrennt euch nur eure Strähnen, garstige Wetterhexen, denke ich und blase den Fratzen Rauchwolken entgegen. Aller- lei kommt mir dabei in den Sinn, allerlei aus nebelouftern Tagen. Wanderungen und Begegnungen mit Menschen und Tieren. Auch die Erinnerung an meine erste Bekanntschaft mit dem Nebel wird wach, die Erinnerung an den Tag, da ich als Junge in fremder Gegend stundenlang in der Irre ging, hungernd und frierend, bis mir ein alter Bauer den Weg wies. Und seither gab es noch manch Erlebnis im Schneesturm, Triebsand und Nebel Schneesturm in der Nacht ift unangenehm, ift gefährlich, aber bas Auge ruht wenigstens auf halboerwehlen Spuren; sind sie auch meist trügerisch, so sind sie doch deutlich sichtbare Zeichen des Lebens, die Hoffnung entfachen und zu weiteren Versuchen ermuntern. Tneojand ist schreckhaft, aber bas Plötzliche, bas bie Begegnung mit ihm bringt, ruft die Tatkraft wach zu raschem Handeln. Nebel aber ist von den dreien der schlimmste, denn er lähmt bie Willenskraft
Längst hat sich ber frühe Abenb mit ber Dunkelheit bes Tages zu Finsternis vereinbart Kein Stern erhellt sie und kein Schimmer fahlen Mondes. Und ich hocke unb warte unb warte auf irgenb- ein Geräusch, daß es mir den Weg weise zum Licht und zu den Menschen. Warte auf ein Wunder. Ab und zu greife ich nach dem Stein, als müsse ich mir die Gewißheit holen, daß er noch da sei. Wie kam er eigentlich ins Moor? Vielleicht haben ihn schaffende Menschen hierhin befördert, damals als sie Torf gewinnen wollten, als ihnen die Pferde ertranken, just an derselben Stelle, an der einst der Landstreicher sein Grab sand. Wie ein lebendes Wesen kommt er mir vor, dieser Stein, der mir Retter wurde.
Da fällt ein Laut in bie Stille, ein langgezogener Laut Der Waldkauz Ist es, der da heult. Der Kopf geht nach ber Richtung, aus ber der Ruf kam Das Auge sucht sie und das Ohr Liegt sie nicht moor- roärts. Wispernde Stimmen, die in die Stille bangen Horchens fallen, bejahen es Dichte Schwaden, wie sie nur das Moor gebären kann, beeilen sich, die Bestätigung zu geben. Mensch, denk kühl und ffärü 'roätnf eine Innere 'Stimme. Was follte der
In beiden Spielen dürste man den Platzbesitzern ein kleines Plus zufprechen.
Handball.
Am Sonntagnachmittag w.rden sich in Wieseck die dortige I. Mannschaft unb die I Mannschaft von Wißmar ein Freundschaftsspiel liefern. Obwohl die Einheimischen mit Ersatz antreten müssen, dürfte chnen der Sieg nicht zu nehmen sein.
Jugendleiter-Lagung.
In Krofdvrs werden am Sonntag die VereinS- Jugendleiter zur ersten diesjährigen Jugendleiter-Tagung zusammentreten. Zur Beratung steht das Jahresprogramm, unter besonderer Berücksichtigung der Jugendbewegung.
Gportgrößen von 1930.
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Ellen Braumüller Weltrekord im Speerwerfen.
pelher startet in Berlin.
Für das am Sonntag in der Ausstellungshalle am Koiserdamm stattsindende 10. Brandenburgische Hallensporttest der Turner haben jetzt noch einige hervorragende Sportler ihre Meldungen abgegeben. Dr Pelyer und sein Klubkamerad Hellpapp haben für die 1000 Meter nachgemeldet: und ihr Verein, Preußen Stettin, bestreitet oie 3x1000-Meter-Staffel Am Sprintei kämpf nimmt als einer der aussichtsreichsten Bewerber neben Lammers der Hannoveraner Dorchmeyer teil und die 3000 Meter sieht auch Boitze (Hamburg) am Ablauf.
Kurze Sportnotizen.
Für die internationalen Skiren- nen in Oberhof vom 13. bis 16. Februar, hak die Schweiz jetzt ihre Vertreter bestimmt. So sollen Fritz Kaufmann und Chiogna Den Sprunglauf, und Rubi und David Zogg Den Langlaus bestreiten.' Für die Kombination sind Rubi, Zogg und Juten in Aussicht genommen.
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Die 144-Stundenfahrt f ü r Motorräder auf dem Rürburg-Ring, die vom 13. bis 19. April stattfinden sollte, ist vom ADAC, abgesagt worben und soll durch eine intetnationa.e Ländcrfahrt mit Start in Hannover und Ziel in Wilhelmshaven ersetzt werden.
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Der Sportverein „Germania" Boben - häufen II hat sich in ber kurzen Zeit feines Bestehens gut entwickelt unb ist nunmehr bem Westdeutschen Spieloerbanb beigetreten. Die am 3 Januar abgehaltene Generalverfammlung brachte bie Rechnungsablage mit einem Kastenbcstanb von 3425 Mark, bie Wieberwahl bes bisherigen Vorstandes unb einen Rückblick auf bas verflossene Vereinsjahr. Der Verein hat sich an zwölf Wettspielen beteiligt, fünf gewonnen, vier verloren, brei blieben unent» schieben.
Kauz im unwirtlichen Moore, jetzt, ba es bort keine Maus gibt unb kein anberes Lebewesen?
Wieber ruft bas lebende Nebelhorn. Ferner diesmal. Aber die Richtung ist dieselbe. Ist es nicht doch die Richtung, die der Pfad kriecht zu den Untiefen bes Moores? Hinter mir locken die Nebelfrauen, vor mir warnt bie Eule...
Jetzt ben Kopf unbeweglich gerabeaus! Sonst weißt bu, verschweigt ber nächtliche Vogel, wieder nicht, was vorn und was hinten ist. Geradeaus das Gesicht. Nicht rechts, nicht links gesehen! Kriechen.d folge ich ben Windungen bes schmalen Pfades, empfinbe deutlich die Schwankungen des federnden Bodens. Vorhin, als ich aufrecht schritt, waren sie mir entgangen, diese Tiefen, aus denen der Brodern so dick emporsteigt, dieser Grund, ber bie testen Bewegungen bes Körpers mitschwingt.
Einmal ruft noch bie Eule, und noch einmal. Ganz nahe muß der unsichtbare Vogel jetzt sein. Die Hand, die eben noch in Moorerbe gewühlt unb an Wurzeln Halt gesucht, greift in kleines Gestein. Das ist ber Kies bes Grenzgestells Der Fuß tritt festen ©oben. Der Walb ist erreicht.
Don unsichtbarem Wipfel herab ruft bie (Eule. Sei bebankt, gütiger Vogel, Führer im Nebel.
Baltische Anekdote.
Tante Olla ist eine sehr energische Dame. WaS sie will, das tut sie Groß unb breitschultrig, wie ein Brauereiroß auf dem Oktober e,'t, stampft sie daher, ihre Männerstimme dr hnt mächtiger als der Kommandoruf ei-es Korporals, und wenn sie lacht, dann rieselt der Kalk von den Wänden. Wer mag ihr widerstehen? Unb dennoch stieß auch Tante Olla einmal auf Widerstand. Sie mußte irgendeine Grenze passieren. Das Visum war nicht in Ordnung. Der korrekte Beamte versichert ihr, sie könne nicht nach Berlin weiterrei c.i, sie müsse um kehren. .
Tante Olla besteht energisch darauf, daß man sie durchläßt.
Der Beamte verliert endlich die Geduld und erklärt kategorisch: „Lind wenn der Himmel einstürzt, - die Dame kommt nicht nach ^rlinl“
Tante Olla nimmt sich einen Träger und wandert in der Dunkelheit auf Umweg?n über die Grenze In Be lin angekommen, telegraphiert sie an den korrekten Beamten:
»Himmel nicht eingestürzt, — Dame In Berlin!"
K.M.


