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Aus der prvvinzialbauptstadt
Gießen, den 9. Januar 1931.
Prälat D. Dr. Diehl.
(3u seinem 60. Geburtstag am 10. Januar 1931.)
Prälat O. Or. Diehl ist weit über das Hessenland hinaus bekannt, vor allem durch seine historischen Forschungen. Mit ihm beginnt eine neue vertiefte Einsicht in bie hessische Kirchen- und Schulgelchichte. Wir nennen von Diehls kirchen- und schulgeschichtlichen Arbeiten: .Zur Geschichte der Konfirmation" (1897), .Zur Geschichte d:s Gottesdienstes und der gottesdienstlichen Handlungen in Hessen" (1899), .Die Orgel. Organistenstellen und Organistenbesoldungen in den Oberarafscha, tsgemeinden des Grohherrvgtums Hessen'* (19081, .Hessen-Darm» städter Pfarr- und Schulmeisterbuch" (Hassia sacra, 3 Dde). Diehl ist Herausgeber und Verleger der Hessischen Volksbücher, Herausgeber der Hessischen Chronik, Mitherausgeber dn: Beiträge zur hessischen Kirchengeschichte, der Beiträge zur Hessischen Schul- und llniversitätsgeschichte. Fügen wir noch an. daß er die Beine geschichtliche Erzählung aus dem 30jährigen Krieg .Der gefangene Pfarrer" schrieb, ein stilles, ruhiges, besinnliches Buch, aus diel Liebe zur Heimat geschaffen. eine Geschichte, packend erzählt, dann er- Sibt sich das Bild eines außerordentlich frucht- aren literarischen Schaffens. Man ahnt etwas von der Bedeutung des ManneS für unser Hessenland.
Tas Ried ist die engere Heimat des Prälaten: in Groß-Gerau ist er geboren. Er kommt auS alt- bäuerlicher Familie. Das Blut der Vorfahren ist machtvoll in ihm lebendig, Urwüchsig in seiner Sprache, derb oft im Witz, gewandt in Rede und Gegenrede,'gern in den Dialekt geratend, wenn er eine Anekdote erzählt, der Mann der al en Zeit, der schnupft und freundlich seine Schnupftabakdose dem andern reicht, unermüdlich im Geschichtenerzählen, in überraschenden Sch'aglichtern Menschen und Dinge beleuchtend, so steht er vor vielen, die ihn kennen und immer wieder gerne hören: der Mann des Volkes, ein Eigener, erfrischend in seiner O.iginali ät. Wer Selegenh^ hat, ihn persönlich zu kennen, weiß, wie geistvoll und Ditzig Diehl zu plaudern versteht. Schlagfertig ist er wie wenige. Hindenburg ist in Darmstadt. Prälat Diehl sitzt neben dem Staatspräsidenten ll l r i ch an der Tafel. Präsident Ulrich greift aus Versehen nach der Gabel des Prälaten und sagt zum Prälaten: „3d) glaube, Herr Prälat, ich habe Ihre Gabel genommen.“ Darauf der Prälat unter fröhlichem Gelächter der anderen erwidert: „Macht nichts, Herr Präsident! Die Kirche ist die Uebergriffe des Staates gewöhnt."
Lange hat Diehl dem Hessischen Landtag an- gehvrt. Er gehörte zur Deutschnationalen Partei, aber das bedeutet nicht, daß er nur Parteimann war. Diehl blieb in feiner Partei durchaus selbständig und wußte eigene Gedanken zu vertreten. Es ist charakteristisch für Diehl, daß in der Festschrift, die zu seinem 60. Geburtstage erscheint, der hessische Staatspräsident Adelung neben dem Minister des Inneren W. Leuschner und -neben dem Abgeordneten Reiber ihm ihren herzlichen Gruß entbieten. Diehl weih, daß persönliche Fühlung von Mensch zu Mensch wichtiger ist als die offizielle Gebärde und daß nur in solcher persönlichen Fühlung von MenschzuMensch ler Weg frei wird zu einer fruchtbaren politischen Arbeit. Als Theologe der Ritschlschen Schule, der modernen Theologie zugehörig — Diehl hat seine theologische Bildung in Gießen unter Stade, Krüger, Kattenbusch empfangen —, als Schüler der modernen Theologie allem Fortschritt zu- gewandt, ist er doch im Innersten seines Wesens <in konservativer Mensch. Bei ihm ist nichts von moderner Dekadenz, nichts von Zerrissenheit und problematischem Wesen, auch nichts von _ dem blassen Theoretisieren des Gelehrten zu spüren: alles drängt in ihm zu einer nüchternen sachlichen Erfassung des Lebens, zur Gestaltung und Handlung. Diehl ist durchaus politisch eingestellt: es geht ihm wesentlich um Gestaltung der Wirklichkeit. um Handeln im Dienste der Volksgemeinschaft. Und weil er Historiker ist, sucht er in allem Handeln die Verbindungslinie mit der Vergangenheit. insbesondere mit der hessischen Vergangenheit. Er weiß, daß das Sprunghafte leine Dauer hat, daß Geschichte Entwicklung ist. daß Das Handeln um so fruchtbarer ist. je mehr es in ruhiger Entwicklung aus dem Vergangenen cherauswächst.
Die wesentlichen Kräfte Diehls wurzeln in feiner Volksverbundenheit: der Heimatsinn hat ihn jum Historiker der Heimat gemacht. Diehl sieht mit seltener Schärfe, wie das Leben der Gegenwart. sich selber unbewußt, trotz alles anders gearteten Scheins auf den Hintergründen der Vergangenheit ruht. Er spürt vor allem in unseren» Dörfern die Kräfte der Vergangenheit lebendig. Die Kenntnis der Vergangenheit gibt Diehls Vorträgen und praktischen Ausführungen zu den Fragen der Gegenwart eine Anschaulichkeit, eine Sicherheit, eine Ruhe und Objektivität des Ar- leils, wie sie nicht allzu viele haben, tobe sie von aUem die nicht haben, die nur aus der Gegen- Dart Herkommen oder aus irgendeiner abstrakten Theorie heraus denken, mag sie noch so berechtigt fein. Diese geschichtliche Kenntnis leistet
Oie öffentliche Berufsberatung.
Was die Praxis ergibt.
Don Dr. B. Bottenbacher, beim Arbeitsamt Gießen.
Don der öffentlichen Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen haben viele Leute gewiß nod> keine reckte Vorstellung. Man hat zwar schon gehört, daß Auskünfte über die Berufe und Berufsmöglichkeiten gegeben und passende Lehrstellen bemittelt werden, daß ‘Beratung und Lehrsteifenzuweisung nichts kosten und unverbindlich sind. Öfter wie geht es in der Berufsberatung eigentlich zu und können die da oben in den Schtoarzschen Kolonnaden überhaupt wissen, für welchen Beruf mein Kind am besten geeignet ist? ilnb wozu auch eine Berufsberatung, die nur „unnötig" Geld kostet! Wer hat denn früher eine solche Einrichtung gekannt und sind wir trotzdem nicht etwas Rechtes geworden?
Auch der Schreiber dieser Zeilen könnte vielleicht so von sich reden. Er lernte ein halbes Jahr als Mechaniker, das war nichts: dann einige Wochen als Polsterer und Tapezier, das war erst recht nichts, und schließlich drei Jahre als Portefeuiller. Rach 13jähriger Berufstätigkeit als solcher im Süden und Rorden Deutschlands: Weltkrieg, ein hochherziger Freund und Gönner. Waturitätslnstitut. Reifeprüfung, llniversitäts- studium, Diplomprüfung für Volkswirte und nun Doktor rer. pol. Das alles ohne Berufsberatung. Warum auch nicht! Oder hätte nicht schon zu jener Zeit bei seiner wiederholt verkehrter Deruss- toahl, die ihn damals ernstlich krank machte, eine Berufsberatung etwas Gutes stiften können?
Ohne Zweifel, nicht jeder Schulabgänger hat die öffentliche Berufsberatung nötig, trotz der schwierig und unübersichtlich gewordenen Derufs- und Wirtschastsverhältnisse: aber die sie nötig haben, sind ihrer sehr viele. Durch Schilderung einiger Deratungsfälle und Einrichtungen der Berufsberatung möge der Leser einen gewissen Einblick in die Praxis derselben und ihre Rot- wendigkeit bekommen.
Dem Berufsberater stehen Lehrer. Arzt und Psychologe helfend zur Seite. Don jedem Volks- schiller (schülerln). der zur Schulentlassung kommt, haben wir eine Schülerkarte, in der uns der Schüler seine Personalien und den Berufswunsch, der Lehrer die Sd)ulnoten und seine oft jahrelangen für die Berufswahl wichtigen Beobachtungen am Kinde bezüglich der körperlichen, intellektuellen und moralischen Entwicklung mitteilt und der Schularzt das ärztliche llntersuchungS- ergebnis. Bei befonberen Bedenken über die gesundheitliche Derufseignung des Ratsuchenden stehen uns die Universitätskliniken bereitwilligst zur Verfügung und durch eine psychologische Cig- nungsuntersuchung kann in Zweifelsfällen auch der Arbeitstypus des Berufssuchers sestgestellt werden.
Zu all dem unterhält die Berufsberatung noch ein berufskundliches Archiv, das über alle Berufe, ihre Anforderungen und Verhältnisse. Aufschluß gibt; außerdem sammelt sie ine Prospekte sämtlicher Fachschulen und auch das berufskundliche Material aus den Fachzeitschriften So unterstützt und ausgerüstet ist der Berufsberater besser als der Lale in der Lage, über alle möglichen Berufe die nötige Auskunft und einen guten Rat zu geben, ilnb durch Besichtigung der Betriebe der- schafst er sich noch die Gelegenheit, feine Deruss- kenntnisse immer frisch zu erhalten und zu erweitern. In Kürze nun einige Deratungsfälle.
In der Sprechstunde Mutter und Sohn: dieser gut benotet und beurteilt vom Lehrer, gesund, kräftig, macht besten Eindruck. Man glaubt ihm anzusehen, daß er künftig seinen Mann stellen wird. Er möchte Schlosser, am liebsten Maschinenschlosser werden Aber die Mutter Witt nichts davon wissen, da ihr Mann schon Schlosser sei und arbeitslos zu Hause sitze: dem Vater da- gegen sei es gleich, was der Junge lerne. Wir esprechen unter anderen auch den Beruf des Werkzeugmachers auf Schnitte und Stanzen, wo ebenfalls feilen, schmieden, hobeln, bohren und fräsen gelernt werden muß. Ein guter Beruf für nur hochqualifizierte Jungens. 3m Einverständnis der Mutter wünscht der Sohn die Vermittlung in eine solche Lehrstelle. Das geschieht. Die Firma verlangt noch eine besondere Eignungsprüfung. die der 3unge erwartungsgemäß gut besteht. Eine spätere Dewährungskontrolle ergibt, daß die Firma mit dem Jungen und dieser mit dem erwählten Beruf sehr zufrieden ist.
Vater und Mutter: sie wollen irgendeine Lehrstelle für ihren Sohn, der sich etwas zaghaft
auf die Seite drückt. Ich nehme ihn heran und frage, was er werden wolle. Er weiß es nicht. „Deshalb sind wir ja hierhergekommen", meinte die Mutter, „damit Sie unS einen guten Vorschlag machen." Rach den vorhandenen schulischen und ärztlichen Unterlagen und dem Gesamteindruck, den der Junge macht, scheint er für die meisten in Frage kommenden Berufe nicht ungeeignet zu fein. Gr legt mir feine Zeichnungen vor, die sich sehen lassen können. 3ch zähle eine Reihe von Berufen auf aus den Metall-, Holz-, Dau-, DekleidungS- und anderen Gewerben. Es stellt sich heraus, daß Eltern und Junge ganz bestimmte Berufe entschieden ablehnen. Lieber die nichtabgelehnten unterhalten wir uns näher. Von diesen kommen einige wegen der hohen Ausbildungskosten, andere wegen allgemeinen Lehrstellenmangels nicht in Betracht. Das Ende unterer gemeinsamen Beratung ist die Vermittlung in eine Modellschreinerlehrstelle, wo sich der Junge bisher gut bewährt hat.
Eine Kriegerwitwe mit ihrem Sohn, der ein recht unmanierliches Wesen zur Schau trägt, in der Untertertia zweimal bas Klassenziel nicht erreichte und die Oberrealschule verlassen mußte. In Deutsch und Rechnen hatte er ungenügende Roten und auch die andern waren nicht gut. Die Mutter wünschte für ihn eine Kaufmannslehrstelle und der Junge selbst glaubte nichts anderes, als höherer Schüler nur Kaufmann werden zu können und dürfen. Dor Ablehnung des Berufs- Wunsches ließ ich ihn vorsorglich noch einer Eignungsprüfung unterziehen. Diese ergab, daß das technische Verständnis und seine Handgeschicklich- keit gar nicht schlecht waren, dagegen die kaufmännischen Tests sehr mangelhaft erledigt wurden. Ich lehnte nun die Vermittlung in eine Kaufmanns! ehrstette ab und brachte einen handwerklichen Beruf in Vorschlag. Aber da meinte die Mutter entrüstet und mit Tränen in den Augen: „Was, da habe ich mich abgespart und meinen Jungen 5 Jahre „studieren" lassen und nun soll er bloß einen Arbeiter machen?" Ich antwortete der Mutter in ruhigem, aber bestimmtem Ton, daß keine Arbeit schände, und auch der Kaufmann ein Arbeiter und fein Privatier sei. Die Mutter konnte es nicht fassen, daß ihr Sohn für den „besseren" Beruf nicht geeignet fein sollte und ging, um, wie sie sagte, selbst eine Kaufmannslehrstelle zu suchen. — Ein gutes Jahr war vorüber, da tarn die Mutter wieder. Sie hatte damals eine Kaufmannslehrstelle gefunden, aber schon nach 8 Tagen wurde ihr Junge wegen älntauglichkcit aus der Lehre entlassen. Angeblich rieten ihr barm wohlmeinende Leute, ihren Jungen auf die Handelsschule zu schicken, wo er schon lerne, was er zum Kaufmann brauche. Aber auch auf der Handelsschule blieb er sitzen und hatt« dann keine Lust mehr, sie noch weiter zu besuchen. Ob ich ihren Sohn nun nicht als Autoschlosser ober Elektro-„Techniker" vermitteln möchte und möglichst recht bald, damit er von der Straße wegiomme. Unterdessen war der Junge 16 Jahre alt geworden, es hielt schwer, eine Lehrstelle für ihn zu finden. Aber schließlich konnte er, wenn auch nicht als Autoschlosser oder Elektriker, fo doch als Spengler und Installateurlehrling vermittelt werden. Ob er gut tun wird?
Ein Unterprimaner in dec Sprechstunde, der die Obersekunda repetiert hat und auch in der Unterprima nicht recht mittommt. Er möchte Förster werden und nähere Auskunft darüber haben. Ich stelle fest, daß er als Hesse das Aufnahmealter schon überschritten hat und wegen eines inneren Leidens auch kein Förster werden könnte. Ein Jahr lang gab er sich der trügerischen Hoffnung auf diesen Beruf hin. Warum fand et den Weg nicht früher zur Berufsberatung? Es wäre für ihn wahrscheinlich das Beste gewesen, schon mit Obersekundareife die Schule zu verlassen. Run ist er über seine Berufswahl noch völlig unentschlossen und will wiederkommen.
Mit diesem möge es heute genug fein. Wir werden gelegentlich rwch manchen Blick in die Praxis der öffentlichen Berufsberatung werfen lassen. Die angeführten Deratungsfälle sind nur einige Stichproben aus einer Fülle von Erzählenswertem. Ein befonderes Kapitel ist die große BerufSnot unserer Abiturienten, deren Berufswahl heute fast noch schwerer geworden ist als die der Dvlksschüler.
Diehl wesentliche Dienste In den schwierigen Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche, zwischen bürgerlicher Gemeinde und Kirchengemeinde. Richt nur, daß er das alte Aktenmaterial bis aufs einzelnste kennt, - er kennt die Dorfgeschichte besser, als sie das Dorf selbst kennt. Aus solcher geschichtlichen Kenntnis wächst ihm ein Verstehn des Volkes, der bäuerlichen Devötterung, des besonderen Dorfes, die es ihm ermöglicht, immer wieder zu einem praktischen Ausgleich und zu einem allseitig befriedigenden Verständnis zu kommen.
Seit 1923 ist Diehl bet Prälat bet hessischen Landeskirche. Was er der hessischen Landeskirche geleistet hat, liegt weniger in einer neuen Organisation des kirchlichen Lebens. Die neue Kirchenverfassung ist vor seiner Tätigkett als Prälat geschaffen: aber er hat an ihr wesentlich mit gearbeitet als Vorsitzender der Friedberger Konferenz, d. h. der kirchlichen Mitte. Diehls Bedeutung für das kirchliche Leben und darüber hinaus für die Allgemeinheit liegt in seiner lebendigen Verbundenheit mit dem hessischen Volk und Volkstum, in seiner kraftvollen Persönlichkeit, die
shn zum Führer macht. In seiner sicheren Kenn?- nis bet Heimat In Vergangenheit und ©eget** wart: er steht, wie wenige, mitten Im Volk, niemals hat die Kirche in einer schwierigeren KrisiB gestanden als heute. Diehl ist sich dessen bewußt. Aber er hat die Zuversicht, daß alle Schwierigkeiten sich losen lassen, wo die Kraft deS Glauben» und die Kraft bet tragenden, verstehenden und entschlossen handelnden Liebe ist. Er ist der Meinung, daß heute viel gewonnen ist, wenn die Menschen merken, baß einer ein Hetz hat für den andern. Das allein schafft Vertrauen und baut in dieser Welt des Widereinanders Brücken der Verständigung über alle Mauern und Parteien hinauS: es ebnet den Weg zur Dolksgemeinfchaft„ Hier hat die Kirche nach Diehl mitzuarbeiten: in dieser Arbeit an der Erneuerung unseres Volkes von innen her, hat die Kirche einen unersetzlichen Wert für unser Staats- und Volksleben.
H.G.M.
Bornotizcn.
— TageSkalender für Frei tag. Stadttheater: „Der Kaiser von Amerika", 19,30 bis 22,30 llhr. — Vortrag von Missionar Walther in der Stadtkirche: „Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend". — VHE. Gießen: Ordentliche Hauptversammlung, 20,30 llhr, bei Hopfeld. — Deutsch-österreichischer Alpenverein: 20,30 llhr, im Geol. Institut, Draugasse: Licht- bildervortrag von Freiherrn von Rotberg über „Kreuz und quer durch Kärnten". — Protestkundgebung der Angestellten, 20,30 llhr im 6«ft Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Land deS Lächelns". — Astoria-Lichtspiele: „Rin- Tin-Tin, der 5tonig der Wildnis" und „Wein Herz gehört dir".
— Aus dem Stadttheaterburean wird unS geschrieben: Heute um 19.30 Uhr unter der Spielleitung von Oberspiclleiter Walter Bäuerle Erstaufführung der polittschen Komödie „Der Kaiser von Amerika" von Bernard Shaw. Mitwirkende: Damen: Doering, Koch. Leutholf, Schwend, Wielander: Herren: Bäuerle, Bruck, Fassott, Hauer, Linkmann, Rieren, Schel- cher, Bold, Zingel. — Die letzte Vorstellung von „Goldmarie und Pechmarie" am nächsten Sonntag beginnt bereits um 14.45 llhr (nicht 15 Uhr).
— Die vberhessische Pilgermis- s i o n S a r b e 11 begeht am Sonntag, 11. Januar im Stadtmissionshaus. Löterstrahe 14, ihr 52. Iahresfest mit anschließendem DibelkurS von Montag, 12., bis Mittwoch, 14. Januar. RähereS ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
— Märchen-Fe st spiele im Lichtspielhaus. Am Samstagnachmittag und am Sonntag« vormittag finden im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Märchen-Festspiele statt. Zur Dorführuna gelangen die Märchen „König Drosselbart" und „Rotkäppchen". Die Eintrittspreise sind zeitgemäß niedrig gehalten. In diesen Märchenoorstellungen dürften die Besucher viel Freude erleben, und die Eltern sollten nicht verfehlen, ihren Kindern die Tellnahme zu ermöglichen«
•
•• Universitätsperfonalie. Der Privat- dozent an unserer Universität und seitherige Assistent an der Klinik für Haut, und Geschlechtskrankheiten Dr. Engelhardt wurde mit Beginn dieses Wintersemesters als Oberarzt an die Hautklinik der Medi. zinifchen Akademie in Düsseldorf berufen und hat dort die Ernennung zum Dozenten erhalten.
•• Das Gießener Stadt theater beginnt sein Gastspiel in Grotzen-Linden am Samstag, 10. Januar, um 20.15 Uhr: eS wird „Geschäft mit Amerika" einmalig aufgefüfirt
•* Kraft-Omnibus-Sonderfahrten nach dem Hoherodskopf. Die Post will auch in diesem Jahre wieder einen ständigen Wintersport" Omnibus von Gießen nach dem Skigelände Hohe- rodskopf verkehren lassen. Der Wagen fährt bei ge nügender Beteiligung am 11. Januar das erstemal. Anmeldungen hierzu müssen bis zum Samstag, 16 Uhr, bei der Hauptpost vorliegen. Näheres im heutigen Anzeigenteil, auf den die Wintersportler besonders verwiesen werden.
"• Beflaggung Der Reichsdienst ge- bäuöe am Reichsgründungstage. Aus Anlaß des 60. Reichsgründungstages werden am 18. Januar die Reichsbienstgebäude im gaßzen Reiche nach den Bestimmungen des Erlasses vom 20. März 1929 beflaggt
•• Alarmsirenen-Probe. Wie uns vom städtischen Tiefbauamt mitgeteilt wird, findet am Samstag, 10. Januar, 15 llhr. eine Prüfung der Feueralarmanlage statt AuS diesem Grunde werden die Sirenen probeweise ertönen. Zu einer Beunruhigung ist also in Anbetracht dessen, daß es sich nur um eine Kontrolle handelt, fein Grund vorhanden.
** Gefundene Gegenstände. Dom Polizeiamt wird mitgeteilt: Das Verzeichnis über die im Monat Dezember 1930 gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur bei PolizeiamtS, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs- berechttgten werden aufgeforbert, ihre etwaigen Rechte ungesäumt bei der Polizei crnzumelden.
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