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Nr. 7 Erstes Blatt

18|. Jahrgang

8reitag,9. Januar (931

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General-Anzeiger für Oberheffen

Vn>6 vnv Verlag: Vrühl'fche Universitülr-Vuch- und Stetnöruderet S. Lanqe tn Siehen. Zchriftleitung und Gefchiftsstelle: Zchul^ttaße 7.

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Chefredakteur

Dr Fricdr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für >>en Anzeigenteil Blax Filter, sämtlich in (Bienen

Die große Frage.

Sin Repräsentant einer weltbekannten deutschen Skportindustrie. Kenner Euro­pas, sendet denLeipziger Reuesten Rach- richten" nach'ehende Aus ü rungen. denen das Blatt mit Recht Verbreitung und Wirkung wünscht.

Etresemann hat in einer seiner letzten Reden eindringlich auf die traurige Erscheinung hin- gewiesen, daß unser durch Dertrustuna und Ra- Pönalisierung überspitztes Wirtschaftssystem von beute, die" soziale Struktur der deutschen Ration gerade in der bürgerlichen Mittel­schicht zerstört und damit denjenigen Teil des Volkes nach unten gedrängt habe, der im Werden unseres Staates zuvorderst Aufschwung und Fortschritt. Unternehmungsg ist und Der- antwortungS'reudigk it verbürgt hätte Die für die Rachkriegszeit so bemerkenswerte bizarre Svmbiose der finanziellen und industri-'llen pri- va twirtschof tl ichen Zentralisation mit der Ausbreitung der öffentlichen Hand im Wirtschaftsleben verschärfte diesen Zustand, so daß man heute sagen kann, daß 30 Prozent aller unserer Veschäftigten in ganz- oder halböffentlichen Betrieben stehen und etwa 40 Prozent in Betrieben, deren Gröhe die persönliche Entfaltung der Führerschaft immer mehr tottritt. Aber man wird sich damit abfinden müssen, dah jede Wir s hafts^eriode ihre Kämpfe um Brot und Arbeit gewissermahen mit einer anderen sozialen Schlochtenordnung fuhrt, ebenso wie die französische Schützenkette der Re­volutionszeit die friderizianischen Karrees ablöste

Das Wesentlichste jedoch ist der Fort­schritt an sich und das allgemeine Wohl So­lange das Vertrauen im großen und ganzen zu dem Prinzip erhalten bleibt, ist der Streit um Methoden, so heftige Formen er auch an­nimmt, historisch belanglos. Die Entwicklung der Weltwirtschaft in den letzten 1/, Jahren hat aber eine derartige traurige Wendung genom­men. dah es nichts mehr nützt, die Augen davor zu verschliehen Wenn 18 Millionen der weihen Rasse - Ruhland nicht ein­gerechnet - trotz des eigentlichen Ueberflusses an Brot und Gold auf der Erde vergeblich aus Arbeit und Verdienst warten und se'bst die offiziellen Bulletins der Konjunktur­forschungs-Institute keinen Hoffnungsschimmer einer Besserung vermelden können so kann dieser Zustand nicht mehr lange dauern ohne dah gewaltige Umwälzungen bg nnen> All­zuviel ist über die Ursachen bereits gesprochen und geschrieben worden. Mussolini saht sie in seiner eben gehaltenen Kammerrede in drei Hauptgründen zusammen das r'is ische Dumping, Golderstarrung in Pa-is und Reuyork. di? schäd­lichen Friedensverträge Anders ausgedrückt heiht dies also Offensive der bolfche- wistischen Wirtschastsidee. Possivi- tät des H y v e r k a p i t a 1 i s m u s durch Goldthesaurierung, politischer Kon­servativismus geg enüber einem als falsch erkannten Sy st em

In dieser Wüste ab.ndtändischer Weltwirtschaft nimmt sich das Bild der rastlos und unbeirrt um die Herstellung der Staa s inanzen b sorgten Re­gierung Brüning g-rad zu symbo isch für den deutschen Ordnun^s n mshen aus. ebenso be­wundernswert, dah in dies.m schwierigen Zeiten der deutsche Außenhandel pr^z ntual am wenig- sten auf dem Weltmarkt betroffen ist. Handelt es sich hier aber überhaupt noch um ein deutsches, englisches, italienisches Schicksal, oder ist nicht vielmehr die abendländische Verbun­denheit der Kultur zwischen Warschau und Reuyork, He'sinqfors und Rom bereits derartig in eine gemeinsame Gefahr geraten, dah von dieser Seite eine tatsächliche Beeinflussung der Lage nicht mehr erfo'gen kann? Was nützt daher die Anwendung kleinlicher Mittel der einzelnen Staaten wie das Einwandcrungsver- bot der USA., etliche Dollarmillionen für Stra­ßenbau und derartiges? Diese Hilfsmittel ver­halten sich zur Gröhe des Problems gerade so. als wenn im letzten Jahrhundert des römischen Kaiserreiches Brotspenden an die wirtschaftlich nicht mehr einzuordnende Masse h-rabgekommener K einbauern und Grohstadtprrletavier verteilt wurden. Und selbst mit einem lebenslänglichen Arbeits'osenstivendium wird die Katastrophe nicht aufgehalten. denn sie ist nur bedingt mate­riell und in der Hauptsache ideell ge­lagert.

Dr Schacht wies in seinen letzten Reden immer wieder aus d e Rotwendigkeit nach R a u m- schaffung für unser Volk hin. Mit Recht fragt man sich aber, ob denn diese Zustände irgendwie in Amerika und England besser sind, obwohl diesen Staaten ein politischunendlicher" Raum zur Verfügung steht. Man wird leider nicht ver­gessen dürfen, dah der heutige westlichere Mensch längst nicht mehr der Pionier des achtzehnten Jahrhunderts ist, der gewillt ist, eine noch so schmutzige und überfüllte Mi.tskaserne mit einem Tropenbiwak zu vertauschen. D.r Rus nach Qua­dratkilometern allein wird daher leider weder die zusommengeballten Mil ien.n Europäer, noch die gusammengetragcnen Goldbarren in Bewegung sehen, sondern einzig und allein 3d een! Grohe, neue, umfassende Ideen, würdig unf'ren techni­schen, Organisator.s^en und finanzie l.m Krä.ten. Es ist eine sehr traurige Wahrheit, hier als Gegenbeispiel auf den Fünfjahresplan der Sowjets Hinweisen zu müssen, dessen Durchsicht rung man zwar noch mit einem gewissen, aber keineswegs mehr als 60prozentigen Skeptizismus

Aenderung des Schiedsverfahrens durch Notverordnung.

Ein Mittel zur Lösung des Lohnkonflikts im Ruhrbergbau.Oer Sonderschlichier fallt mit zwei ! Unparteiischen den Schiedsspruch, der vom Reichsarbeitsministerium für verbindlich erllärt wird

Die Ao Verordnung vom Reichspräsidenten unterschrieb en.

Berlin, 9. Ian. (111 Drahtmeldung.) Der Reichspräsident hat heute vormittag nach Anhören der zuständigen Referenten aus dem Reichsarbeitsministerium eine Notverord­nung unterzeichnet, die die bisher geltende Schlichtungsordnung so abändert, dah die Bet-

Regterungsral Professor Dr Brahn (Mitte) im Gespräch mit Bergarbeitersührern.

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bindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs auch dann möglich ist, wenn sich nach dem bis­herigen System eine Mehrheit nicht findet. Die Notverordnung legt fest, dah ein Sonderschlich- t e r aus Anordnung des Reichsarbeitsministers zwei Unparteiische zu berufen hat, wenn eine Mehrheitsbildung mit Hilfe der Parteien nicht möglich ist. Die Notverordnung wird bereits bei der für morgen vormittag angelegten weiteren Verhandlung im Ruhrbergkonslikt angewandt werden, und zwar wird Professor Dr. Brahn als Sonderschlichter fungieren, so dah er sofort die Unparteiischen heran- ziehen und ein Schiedsspruch gefällt werden kann, den der Reichsarbeitsminister f ü r verbindlich erklärt. Ls ist damit also sicher, dah der Lohnkonsiikt im Ruhrbergbau bereits morgen mittag beendet wird.

Durch die Notverordnung soll die Stellung des Schlichters unabhängiger werden als bisher Bei dem grohen Lifenstre'k der Gruppe Nordwest hat das Relchsarbeitsgericht den Spruch des Schlichters nicht als gültig anerkannt, weil dieser Spruch eine Kollegialentscheidung hätte sein müssen, d. h. dah der Spruch durch Mehr­heitsentscheidung hätte zustande kommen mässen. Dieses bisher geltende Verfahren hat zu Schwierigkeiten geführt und nicht befriedigt.

Meder dem Schlichter Prof. Brahn noch dem Reichsarbeitsmini st er per­sönlich war es gelungen, in den Verhand­lungen mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine mittlere Linie zu finden, die das Zustande­kommen eines Schiedsfpruches ermöglichte. Nach der bisher geltenden Schlichtungsordnung konnte im Sinne der genannten Entscheidung des Reichs­arbeitsgerichts ein Schiedsspruch praktisch nur Zu­standekommen, wenn er die Zustimmung wenn nicht beider, so doch wenigstens der einen der streitenden Parteien findet.

Ein Reichsdarlehen für den Ruhrbergbau?

Lenkung der Lclbsttoftcn.

Berlin, 8. Jan (LNB ) Lin Berliner Abend­blatt berichtet aus Düsseldorf, dah bei den Verhand­lungen des Reichsarbeitsministeriums über die Beilegung des Lohnkonfliktes im Ruhrbergbau vom Arbeitsminifter der plan entwickelt worden fei, den Ruhrbergbau zu subventionieren, indem man ihm ein billiges Reichsdar­lehen oder eine Reichsbürgschaft in höhe von etwa 120 Millionen RM befcha ft Der Zinssuh solle so niedrig bemessen werden, dah der Bergbau zusammen mit der Lohnerrnähigung eine Selbst- kostenersparnis erhalten würde, die der­jenigen aus einer 8prozentigen Lohn­senkung g l e i d) f ä m e.

Der Ich betrag der Knappschaft.

Beratungen des Neidskabinetts

B e r l i n , 8 Jan (LNB.) Vizekanzler und Reichs­finanzminister Dietrich hat seinen Urlaub beendet

und -st heute vormittag wieder in Berlin ein­gefroren. Unter seinem Vorsitz begann um 11 Uhr eine Konferenz der in Berlin anwesenden Mit­glieder des Reichskabinetts, öle vor allem der Frage galt, welche weiteren Schritte zur Beilegung des Konflikts im Ruhr bergbau unter­nommen werden sollen. In Kreisen der Reichsregie- rung sieht man noch keineswegs alle Mög­lichkeiten a 1 6 erschopst an. So dürste z B. soweit die Frage des Fehlbetrages der Knappschaft in Frage kommt, die Lösung in einem Ausgleich zwischen der Knapp- schaftv- und Invalidenversicherung liegen. Bei der Schaffung des knappschastsgesehes im Jahre 1925 wurde feftgelegl, dah die Knappschaft beim Bezug beider Renten nur die Zuschläge zahlt, während die Grundrente oon der Invalidenversiche­rung getragen wird. Man denkt offenbar an eine Entlastung der knappschast auch von einem Teile der Zuschläge. Jedenfalls müssen die fehlenden 80 Millio­nen für die Knappschaft beschafft werden, da sie doch einen erheblichen Teil ihres Gefamtetats von 210 Millionen ausmachen Eine Beseitigung dieser Schwierigkeit ohne Beitragserhöhung würde zweifel­los bereits eine Erleichterung der Gesamt- s 11 u a t i o n im Ruhrkonflikt bedeuten. Darüber hinaus ist anzunehmeu, dah der Reichsarbeitsminister auch wegen der höhe der Lohnsenkung noch einmal mit den Parteien Fühlung nimmt, wenn die Knappschaftsfrage geklärt ist. Zunächn ist Steger- wald im Anschluß an die Minifterbesprechung nach Küftrin gefahren, um dort mit dem Reichskanzler Dr Brüning über die Vorschläge zur Behebung der Schwierigkeiten zu sprechen. Stegerroalb wird am Freitag nach Berlin zurückkehren und voraus­sichtlich dem Reichspräsidenten Bericht e r |t a » te n.

Ge«endiewirWaBpMMeMemnBmmkas

Der Aeuyorker Bankier Warburg sagt, Hilfe für Europa liege im Interesse Amerikas. Reparationsmoratonum hat keine Rückwirkung auf deutsche Ausland an leihen.

Reuyork, 8. Jan. (WTD.) Der Bankier Paul M Warburg hielt in der Aufsichtsratssihung mehrerer großer Banken eine Rede, in der er erklärte, die Richtigkeit der Ansicht, daß Gold­mangel und unrichtige Goldverteilung die Krise verursacht hätten, mühte stark bezweifelt werden. Ein Weg zur Verhütung einer Depression sei die Vermeidung einer akuten Üebererpansion, da eine solche Unaus­bleiblich eine akute Uberkontraktion zeitige. In Zeiten solcher Entwicklungen falle eine doppel- schwere Verantwortung auf die Dankwelt, für deren internationales Zusammenwirken durch die Begründung der D 3 Z. vielversprechende Aus­sichten eröffnet worden seien. Tief bedauerlich sei, dah die amerikanische Regierung eine Ver­tretung der amerikanischen Bundes- reservebanlen im Ausschuhrat der B. I. Z. verhindert habe. Die internationale Politik Amerikas werde anscheinend letzten Endes von Senatoren gestaltet, die sich der nationalistischen Illusion hingäben, dah Amerika, geleitet aus- schbehlich durch einheimische Interessen, seine Stellung privilegierter Isolierung weiter zu behaupten vermöge. Man müsse hoffen, dah auch Amerika schließlich ein- sehen werde, dah es nicht die Kaufkraft seines gröhten Marktes, nämlich Europa, lähmen könne, ohne sich selbst zu schädigen Amerika habe ein wesentliches

Interesse an der Erhaltung der für Amerika: selbst grundsätzlich bedeutsamen wirtschaftlichen j und politischen Anschauungen auch in England und Deutschland, wo soeben ein verzweifelter Kamps für die Erhaltung der demokratischen Regierungsform und des Rationalkredits ge­wonnen worden sei. Wir sollten, so sagte War­burg, Deutschland in seinem Bestreben, fein Haus in Ordnung zu bringen, jede mora­lische und materielle Unterstützung gewähren, damit es den Anforderungen der Wirtschaftsdepr^ssion genügen kann, die besonders schwer ein erschöpftes Land drückt, das seiner wirtschaftlichen Reserven beraubt und mit schweren Reparationszah- l u n g e n b e l a st e t ist. Es ist unmöglich, voraus­zusagen, ob Deutschland sich der Moratoriums­klausel des Voungplanes bedienen wird. Die gegenwärtige Weliwirtichafts.age würde zweifel­los einen derartigen Schritt rechtfertigen. Ein solcher Entschluß Deutschlands würde weder die Dawesanleihe noch die Bounganleihe noch überhaupt irgendwelche deutschen öffentlichen oder Privatanleihen berühren. Der Stand der An­leihen. die einem Moratorium nicht unterliegen, dürfte vielmehr eher gebessert werden da­durch, dah das Moratorium den Druck auf die deutschen Finanzen zeitweise erleichtern würde.

betrachten darf. Welche Pläne auf feiten der kapitalistischen Wirtschaftsländer entsprechen etwa dieser Gröhenordnung? Viel­leicht die Schaffung eines neuen wei­hen Staates in Afrika zwischen Kongo und Indischem Ozean, a so die künstliche Bildung eines bald wirksamen Absatzgebietes der abendländischen Produkten und die Erschl ehung ein s intcrnational'n grandiosen Siedlu gsierri- toriums. - ein Reu-Europa. Ilm die Inan­griffnahme eines solchen oder ähnlichen Werkes nicht auf unabsehbare Zeit hinauszuschieben, mühte freilich die endgültige Lösung der politi­schen Gebietssrage vorerst auf 30 bis 53 Jahre zurückgestellt werden, z. B. durch Konzesiionsge- Währung und Führung einer neutralen Flagge Man sollte glauben, dah eine Mitbeteiligung von kirchlicher Seite bei solchen Unternehmungen sehr berechtigt und wertvoll wäre, denn es könnte dies wohl als ein wahrer Kreuzzug nach Arbeit gelten.

Entweder werden nämlich in letzter Stunde große, neue Ideen aus selten Oer christlichen und auf PriDaleigentum eingestellten Kulturzone des Westens geboren, oder in das vorhandene Va­kuum fehlenden Unternehmungs­geistes und Risikomutes stoben d i e Ideen asiatischen Umsturzes vor. Durch Konferenzen allerdings wird dies alles nicht zu

erreichen sein, zumal das Vertrauen tm Volke hierzu völlig geschwunden ist. Wohl wäre aber in dieser Zeit ein einziger genialer Mann vielleicht imstande, das Kräftefeld aller Rationen und Parteien mit neuen Ideen auch ohne äußere Machtposition in überraschend kurzer Zeit zu be­herrschen. denn das Jahrhundert der Technik und des Hochkavitalismus hat feinen Kulmina­tionspunkt erreicht und ist blutleer und phantasielos geworden.

Das Weltbild von heute steht in feiner politi­schen und großenteils auch wirtschaftlichen Starr­heit und Hilflosigkeit in einem für spätere Ge­schlechter schier unbegreiflichen Geg niatz zu den vorhandenen M o glichkeiten und den g .-rabc in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Mitteln, eine Aenderung des untragbaren Zustandes herbeizusühren. Haben aber überhaupt diese so­genannten technischen und kulturellen Errungen- schaflen, diese wund.rvollen Jnstrum n e mensch­lichen Geistes noch ihre eigentliche Berechtigung in den Händen einer Generation, welche von ihnen keinen wahrhaft fortschrittlichen. das All­gemeinwohl errettenden Gebrauch macht? Das Schicksal der Menschheit beantwortete solch ein­getretenen Leerlauf aber noch stets mit einem Umbruch der Geschichte und so wird es wohl auch diesmal sein!...

Oeutschtands Sympathien im Ausland.

Ein neuer Aufsatz derTimes".

London, 8. 3an. tTU.) Ein Bericht der .Times" beschäftigt sich eingehend mit den Rück­wirkungen der englischen Haltung in der Mo- ratoriumssrage auf die deutsche ö fent iHe Mei­nung, wobei von der .Times" besonders auf ihren vorgestrigen ArtikelDeutsch'and und der Voungplan" hingewirsen wird. Dieser Artikel habe wie eine kalte Dusche aus Deutsch­land gewirkt. DieTimes" gibt vor. überrascht zu sein, daß Mitglieder der Zentrumspartei kein volles Verständnis für die Gefühle in den G.'äubigerländern gezeigt hätten. 3 der. der den interna ionalen Erörterungen wchrend der letz en drei Monate gefolgt sei. müsse diese Gefühle kennen. 3n dem Bericht h ißt es dann weiter, daß die Welle des Ration al gesühls, die seit den letzten Wahlen in Deutschland in stei­gendem Maße zu spüren sei, das Po itische Ver­ständnis der deutschen öffent ichen Meinung für das Ausland etwas verdunkelt habe Es sei bemerkenswert, wie in der kurzen Zeit seit Weihnachten irrige Auffassungen b i 8 in die führenden Kreise gedrungen