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feien. 21 uslä irdische Freunde Deutschlands feien der Entwicklung zwar mit Verständnis, gleich­zeitig aber auch mit Bedauern gefolgt, da Deutschland sich hierdurch gewisse Sym­pathien im 2lusland verscherzt habe. Man dürfe annehmen, dah die kalte Dusche den Mitgliedern der Regierung willkommen sei. die kaum irgendwelche Hoffnungen gehabt hätten, die weitgesteckten Ziele auf dem Gebiete der Außenpolitik zu erreichen. Sie empfänden jetzt vielleicht ein Gefühl der Erleichterung. Sin Vor­fall. wie die englisch-französische Fi­nanzkonferenz werde die Stellung des K a n z l ers stärken, wenn er nachweise, daß die Welle des Ratjonalgefühls für die deutsche Außenpoiilil und für die deutsche Fi­nanzpolitik kein reiner Segen sei. Es sei außer­dem außerordentlich interessant, daß Minister T r e v i r a n u s auf der Ostreise hinsichtlich deS polnischen Korridors bisher die gleiche Zurückhaltung wie der Kanzler ge­zeigt habe.

Konflikt um den Rmarque-zilm.

Tie Aufführung in Wien.

Wien, 8. San. (WTD.) Innenminister Winkler hat an den Bürgermeister von Wien, Seih, ein Schreiben gerichtet, in dem er m i t Rücksicht auf die gewaltigen Ko st en, die die polizeilichen Vorlehru g:n lei einer Fort­setzung der Aufführung des Filmso m 2B e ft e n nichts Reues" noch verursachen würden und unter Hinweis daraus, daß der Kulturwert des Films wohl in keinem Verhältnis zu den Schädi­gungen wirtschaftlicher Ratur steh, den Bür­germeister dringend ersucht, uiwerwellt die erforderlichen Maßnahmen zu erg e fen, damit die weitere Fortführung des Films unterbleibt. Sn seinem Antwortschreiben lehnt es Bürgermeister Seih ab. en Verbot der Aufführung des FilmsSm Westen nichts ReueS" zu erlaisen und verwahrt sich entschieden dagegen, dah die heutigen Abendvor- stellungen im Schweden-Kino von der Polizei ohne seinen Auftrag als Landeshaupt­mann verboten wurden.

Oie Slowenen verbieten das deutsche Gebet.

Graz, 8. San. (TU.) Am 24. Rovember vergangenen Sahre« starb in Siegersdorf. Gemeinde Sützenberg, in Eüdslawien eine Frau War.a Ferk, die in Maria Schnee beerdigt wurde. Zum Begräbnis wurde der dortige Be­sitzer Franz Roschier als Vorbeter geladen. Da Roschler und fast alle Leidtragenden nur d em t s ch sprechen, bedienten er und die Leid­tragenden sich beim Beten der deutschen Sprache. Am 31. Dezemaer 1930 wurde Roschker zur südslawischen Bezirkshauptmannschaft Marburg vorgeladen, wo ihm vorgehalten wurde, dah er beim Begräbnis deutsch gebetet habe. Es wurde ihm eröffnet, dah er im Wiederholungs'alle be­straft und Landes verwiesen würde. Der slowenische Oberlehrer an der zuständigen Volksschule. Karl Sakobee. hat übrigens den deutschen Kindern ebenfalls das Beten in der Muttersprache verboten.

Die Sinsuyr von Südfrüchten.

Schutz und Hilfe für den deutschen Obstbau.

Berlin, 8. San. (TA.) Sn einet kleinen Anfrage vollsparteilichec Landtagsabgeordneter wurde ausgeführt, die Südfruchteinfuhr habe im Sahre 1929 einen Wert von 244,2 Mlll. Mark, die O v st e i n f u h r einen Wert von 211,9 Mlll. Marl aufzuweilen. Das Jahr 1930 zeige ein erhebliches Anschwellen dieser Ein- fuhrzif,er. Das preußische Staatsministerium wurde gefragt, durch welche Maßnahmen es den ^deutschen Obsterzeuger angesichts dieser Tatsache in seinen wirtschaftlichen Snteressen n ach hal­st ig zu schützen gedenkt. Der preußische Land­wirtschaftsminister beantwortete die Frage fol­gendermaßen :

»Zum Schutze der Obsterzeuger erscheint mir eine Erhöhung der geltenden Zoll- sätze für Obst geboten. Da diese in verschie­denen Handelsverträgen gebunden sind, so kann eine Zol.'erhöhung erst durchgeführt werden, nach­dem durch Verhandlungen mit den beteiligten Handelsvertrags ländern eine Befreiung von bet Zollbindung für die in Betracht kom­menden Waren erreicht worden ist. Die Einlei­tung solcher Verhandlungen ist Gegenstand der Prüfung im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Eine toei ere Maßnahme zum Schutze der Obsterzeuger sehe ich vor allem in der weiteren Förderung der Bestrebungen, d i e Erzeugung z u verbessern, sowie d i e Ware besser zu behandeln, d. h. nach bestimmten Qualitatsstufen (Standards) zu sor­tieren und nach einheitlichen Gesichtspunkten zu verpacken, um so der Auslandkonkurrenz begegnen zu können.

Oie Llmorganisat on der Hessischen Staatspartei.

Darmstadt. 8. oan. (WSR.) Der Landes- Vorstand der Deutschen Staatspartei in Hessen hat |uf> mit der durch die jüngst bekanntgewor­denen Austritte geschaffenen Lage besaßt. Außer dem bere-ts bckamllgewordenen Austritt des Frakt.onsvorsihenden R e i b e r ist auch Land­tagsabgeordneter Bürgermeister Eber le-Dotz­heim in Rheinhessen aus der Staatspartei aus­getreten. Don den sechs Landtagsabgeordneten gehört jetzt nur noch der Abgeordnete Schrei- ber-Vilbel der Staatspartei an. Zu gleichbe­rechtigten Landesvorsihenden wurden gewählt- Abgeordneter Schreiber- Vilbel und Direktor S ch r a u t h - Darmstadt sowie Gewerkschaftssekre­tär M e s ch k a t - Worms.

Kleine politische Nachrichten.

Das PariserSournal veröffentlicht feit einigen Tagen Artikel eines Sonderberichterstat­ters über angebliche Geheimrüstun­gen Deutschlands. Sn einem der letzten 21rtilel war u. a. die Rede von geheimen Be­festigungsanlagen im ostpreuhischen Grenz­gebiet. Die Behauptungen werden vom Reichs­wehrministerium als vollkommener Schwindel bezeichnet. Sn der von dem Be- richterstatter bezeichneten Gegend befinden sich V er!c ft i Q u n g 8 a n l a g e n. Es I

handelt sich also hier wieder um eines der Mär- '

Oer italienische Lleberseeflug.

General BalboS erster Bericht.

Rom, 8.9an. (TU.) Die Abendblätter veröffent­lichen den ersten Bericht über den großen Uebersee- lug. Balbo erklärt u. a.: Das Geschwader sei Gruppe ür Gruppe aufgestiegen, seine Gruppe als erste, o daß er selbst den Start aller Apparate nicht habe ehen können. Er habe nur bemerkt, daß General Dalle nach einem Startversuch an denStrand zurückkehrte und Benzin auslud. Valle sei dann eineinhalb Stunden später wieder gestartet und habe dos Geschwader eingeholt. Der Start sei im allge­meinen infolge des Nebels außerordentlich schwierig gewesen. Der Mond sei bedeckt und der Wasserspiegel nicht zu sehen gewesen. Balbo habe die Entfernung zwischen den Flugzeugen abkürzen lassen, damit Die Führer öle gegenseitigen Licht er sehen konnten. Beim Morgengrauen habe er die Flugzeuge alle angerufen, aber nur zehn hätten geantwortet Erst später habe er von Bolama aus die Meldung über die beiden Unfälle erhalten. Dalbo erklärt hierzu, er habe den Verlust von drei Apparaten auf zwölf in Rech­nung gestellt. Wenn jetzt auf 14 Maschinen

eine verloren sei, so liege der Hundertsatz unter der vorsichtigen Vorberechnung. Nach einer Flugzeit von neun Stunden habe er einen 808-Ruf des Kapitäns Baistrochi aufgefangen und chn an Den KreuzerPesfagno" weitergeleitet, der das not- gewasserte Flugzeug ins Schlepptau genommen habe. 600 Kilometer vor Noronha habe Kapitän Dona- delli seine Notwasserung gemeldet. Da er den Schaden seiner Maschine nicht Hobe aus- bessern können, so sei der KreuzerDa Noli" hin- geschickt worden, um das Flugzeug ins Schlepp- tau zu nehmen. Die drei letzten Flugstunden seien durch starken Südwestwind behindert worden. Der Ueberfeeflug habe das Geschwader vor Schwierig­keiten gestellt, die nur zum Teil oorauszu- sehen gewesen seien und den vollen Einsatz der physischen und moralischen Kräfte erfordert batten. Die Gefallenen, so erklärt Balbo zum Schluß, ge­hören zu der Reihe der Helden, die sich opferten, um den Rhythmus Der menschlichen Eroberungen zu beschleunigen.

D.e Golasfowitzer dauern vor Gericht.

Oie Vernehmung -er Zeugen.

A y b n i k, 8. San. (WTB.) Am zweiten 23er- hanblungstag vor der Rybniker Strafkammer gegen Die a ch t Golassowiher Bauern wurde mit der Vernehmung der Zeugen begonnen. Alle bisher Vernommenen: der Organist Digalke, der Lehrer Aerbas und die ßebrerin Fräulein Fuchs, schildern übereinstimmend den gro­ßen Schrecken, der im Dorf infolge des äleberfallsder Aufständischen entstand und die Bevöllerung beherrschte. Der Organist Bigalke, der von den Aufständischen gelegentlich ihres Einbringens in das evangelische Vereins- Haus mißhandelt wurde, bestätigte, daß die Aufständischen gedroht hätten, die deutsche Schule in die Luft zu sprengen. Als gegen 21 älhr im Vereinshause von bisher noch nicht festgestellten Tätern die Scheiben ein- geschlagen wurden, hätte er und alle andern zuerst geglaubt, daß nun ein zweiter An­griff der Aufständischen bevorstehe. Die Lehre­rin Fuchs schildert das Eindringen der Aufständischen in bie Schulklassen, wodurch unter den Kindern großer Schrecken ver­ursacht wurde. Der Lehrer Rerbas bestätigt die Angaben der früheren Zeugen über die von den Aufständischen ausgestohenen Drohungen und spricht rühaltlos von seiner großen Angst.

Die b'sher gen Zeugenvernehmungen geben von dem Verlauf der Tat selbst kein Bild Hinge-

geht schon jetzt klar hervor, daß die ganze ölkerung unter dem Eindruck der ersten Ter­rorakte der Aufständischen am Rachmittag von einer 21 r t Angstpsychose erfaßt wurde, die überhaupt erst die Vorbedingungen für den Raufhandel geschaffen hat, des,en Opfer der Poli- zeikommandant Sznapka geworden ist. Einer der Zeugen, Georg Lux, will die Angeklagten Oskar Szymik und Wallit erkannt haben, als sie auf Sznapka einfchlugen. Der Zeuge verwickelt sich aber in Widersprüche, so daß seine Ausführungen an Wert verlieren. Der Zeuge Rajwa, ein pol­nisch gesinnter Einwohner von Golassowitz, weiß nur zu erzählen, daß nach dem Einschlagen der Fenster im evangelischen Dereinshaus Pastor H a r l f i n g e r den Auftrag gegeben habe, zu blasen und die Kirchenglocken zu läuten Storni Lux, ein Dauer aus Golassowitz, sagt aus, daß ber getötete Sznapka bei der evangelischen Bevölkerung des Ortes, die zumeist deutsch ge­sinnt ist, beliebt und geachtet war, ein neuer Beweis für die Annahme, daß kein Einwoh­ner von Golassowitz Ur ache gehabt habe, Sznapka ein Leid anzutun. Zum Schluß stellte der Vertei­diger. Rechtsanwalt Daj, den Antrag, zwecks Auf- llarung des über die Vorfälle in Golassowitz noch schwebenden Dunkels einen Lokaltermin vor- zunehmen. Das Gericht wird erst morgen zu die­sem Antrag Stellung nehmen.

chen, die von Zeit zu Zeit immer wieder in der französischen Presse auftauchen.

Die Ostpreuhenreise des Reichs­kanzlers hat mil dem Verlassen von Marien­burg ihren Abschluß gefunden. 2lus den mannigfachen in den bereisten Gebieten ge­sammelten Eindrücken ergibt sich als Gesamtbild die Tatsache, daß ber Wille ber Reichsregierung, mit den vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten helfend einzugreifen, auf Verständnis ge­stoßen ist. Hiermit dürfte bie Grundlage ge­schaffen fein, die ber Reichskanzler als das wich­tigste Fundament einer wirksamen Hilfe bezeich­net hat.

Die von der Sowjetregierung im Herbst 1930 in Höhe von 800 Millionen Rubel aufgeregte An­leihe zur Durchführung des Fünf- Sahresplanes In vier Jahren ist, laut Mit­teilung der Telegraphenagentur ter Sowjetunion, bis zum 1. Sanuar 1931 um 14 Millionen Rubel überzeichnet worden.

Das oberste Gericht der Sowjetunion verur'eilte fünfDeamte der Geno ser.schallen wegen Schä­digung der Snterejen des Staates zum Tode durch Erschießen. Die Beamten haben Waren für mehrere Millionen Rubel versch e iderl, um da- durch Stimmung gegen die Sowjets im Dorfe zu machen. Die Todesurteile wurden am Mittwoch durch die Wachen der OGPL1. v o l l st r e ck t.

Aus aller Welt.

Elly Beinhorn in Barcelona gelandet.

Die Fliegerin Elly Beinhorn traf auf ihrem Westafrikaflug von Lyon aus in Barcelona ein. Das Klemm-Flugzeug legte die Strecke Lyon- Barcelona ohne Zwischenlandung in fünfeinhalb Stunden zurück. Die junge Fliegerin wollte ur­sprünglich den Weg über die Pyrenäenpässe nehmen, flog aber zuletzt doch den direkten Weg über den Golf von Lyon, da die Wetter­meldungen den gefürchteten Mistral nicht verzeich­neten. Elly Beinhorn wird nunmehr zwei bis drei Tage in Barcelona bleiben. Don hier aus wird sie dann an der Küste entlang nach Car­tagena oder Alicante fliegen, um bann ohne weitere Zwischenlandung direkt bis Easablanca durchzu.liegen.

Unfall des Reichslagsabgeordneleu Straffet.

Der nationalsozialistische Abgeordnete Gregor Strasser ist bei einer Skitour auf den Hohenkapf verunglückt. Bei der Abfahrt kam er zu Fall und zog sich eine Verletzung der Wir­belsäule zu. Er wurde in das Krankenhaus nach Oberstaufen gebracht.

Sechs lote bei einer Springflut in Reu-Guinea.

Bei einer gewaltigen Springflut, die bie Küste von Reu-Guinea auf einer Länge von 60 Kilo­metern heimfuchte, find sechs Personen ums Le­ben gekommen. Die Flut erreichte eine Höhe von 10 Metern und ging über 300 Meter weit ins Land.

3 ni er nationale Surifientagung.

Sn Vorbereitung des für August 1932 imHaag vorgesehenen Kongresses bet Snterna- tionalen Akademie für vergleichen- bestecht sind am Sitze des VöllelchundsamteS für Geistige Zusammenarbeit in Paris etwa 50 Rechtslehrer von etwa 20 Ländern (darunter Deutschland, Frankreich, England, Stallen, Spa­nien, Oesterreich, Ungarn, Sapan usw.) zu­sammengetreten. Als einer der Generalsekretäre hielt Professor Balogh, Berlin, einen Vortrag

über bie künftigen Deratungsgegenstände. Die Sachverständigen sind sich darüber einig, daß eine Gegenüberstellung ber Behandlung ge­wisser Fragen, bie sowohl das öffentliche wie das Privatrecht betreten, in Gesetz und Rechtsprechung der einzelnen Länder zur Förderung der Vereinheitlichung wünschenswert sei. Es wurde die Einsetzung von Länderausschüf- fen beschlossen, die für die Haager Tagung posi­tive Anregungen in dieser Hinsicht ausarbeiten sollen.

Boxer Carpenlier entführt und beraubt.

Der frühere Europameister im Halbschwer­gewicht, Carpentier, hatte zusammen mit Charlie Chaplins zweiter geschiede­nen Frau ein Theater in Reuyort oesucht. Als sie nach Schluß der Vorstellung in ihrem Auto faßen, drangen mehrere Manner in den Wagen. Einer steuerte ihn in voller Fahrt aus der Stadt hinaus, während die anderen das Paar mit vorgehaltenen Pistolen zur H e r - gäbe des Geldes und sämtlicher 3 u - to eien im Werte von rund 100 000 Mark zwan­gen. Carpentier und seine Begleiterin wurden auf freiem Felde ausgesetzt und gelangten erst gegen Morgen größtenteils zu Fuß nach Reuyork zurück. Der Ueberfall war in dem gro­ßen Menschen trudel bei Theaterschluh vollkommen unbemerkt geblieben.

Der Parlamentarier In der Löwengrube.

Ein Mitglied des englischen Unterbautes, der Ar- beiterabgeordnete John Clarke. Halle auf einer in einer Menagerie veranstalteten Kundgebung eine neue Gesetzesvorlage beanstandet, die, wie er glaubt, die Direttoren, Menageriebesitzer usw. in der Aus­übung ihres Berufes schwer behindern würde. Um nun den Beweis zu erbringen, daß man sich in Gesellschaft von Raubtieren aufhal­ten kann, ohne sich durch irgendwelche brutale Mittel zu schützen, begab er sich zweimal in einen Käfig, in dem sich z w e i ausgewach- sene Löwen undzwei Tiger befanden. Das erste Mal war er von einem Tierbändiaer beglei­tet, das zweite Mal aber erging er sich allein unter den wilden Tieren, die ihm zwar die Zähne wiesen, aber nichts zu Leide taten Immerhin atmeten die Zuschauer erleichtert auf und spendeten stürmischen Beifall, als der Parlamentarier unver­sehrt aus dem Käsig kam.

Die Sälenberreform in Rumänien.

Die Anwendung des neuen Kalen­ders war auch in diesem Sahre die Ursache von Ausschreitungen in den Provinzen Bessarabien und Moldau. So muhte in Kischinew die Polizei gegen bie Begehung der Weihnachtsfeier nach dem alten Ka­lender einschreiten, und In einem Dorfe bei Sofft) wurde der Pfarrer von den Dorfbewohnern verhindert, das Fest der Heiligen drei Könige nach dem neuen Kalender zu feiern. Er wurde von den Dorfbewohnern in der Kirche belagert und am Morgen von den in. das Gotteshaus eindringenden Dorf­bewohnern überfallen, verprügelt und schwer verletzt. Erst die Gendarmerie konnte nach Vornahme mehrerer Verhaftungen die Ruhe wiederherstellen.

Tragischer Unglücksfall In einem Wohnwagen.

Ein tragischer UnglückSfall ereignete sich in einem Wohnwagen, brr feit Monaten in einem Pariser Außenbezirk steht und in dem eine fünfköpfige Familie lebt Als man keines der Familienmitglieder den Wagen hatte verlassen sehen, öffneten die Rachbarn die Tür gewaltsam und fanden die ganze Familie bewußtlosaus ihren Ruhelagern. Sn 'der ehren Ecke des

Wagens glimmte noch ein Koksofen. Der daN älnglücf herbeigeführt hat. Ein sofort b.nachrich» tigter Arzt konnte bei ber Frau und einem Kind« nur noch den Tod fest stellen, während ber Mann und zwei andere Kinder mit lebensgefährlichen Kohlenoxydgasvergiftungen in bas Krankenhaus übergeführt wurden.

Brandskifiuug in kubanischen Zuckerrohrselder«.

Infolge planmäßiger Brandstiftungen, die zweifele los auf eine weitverzweigte Verschwörung im Lande ^urückzuführen sind, wurden an mehreren Stellen in der kubanischen Provinz Matanzas insgesamt 4500 Tonnen Zuckerrohr auf den Feldern vernichtet. Die Regierung des Präsidenten Ma° chado ist in dem Besitz umfangreichen Dokumenten- Materials, aus dem hervorgeht, dah die Verschwö­rer sämtliche kubanischen Zuckerrohrfelder vor der am 15. Januar beginnenden Ernte abzubren« n e n beabsichtigen. Die militärischen Stellen sind angewiesen, Posten aufzustellen und gegen die Brandstifter mit rücksichtsloser Htrenge vorzugehen.

Das todbringende hochzeitsgetränk.

Bei einer Hochzeit in Gerhardsfelde (Ostpr.) brachte ein Postbote e in Glückwunsch­telegramm. Die Braut reichte ihm ein ge­fülltes Schnapsglas. Kaum hatte der Bote das Glas an bie Lippen gesetzt und geleert, als er zusammenbrach. Unter ben Hoch­zeitsgästen entstaub eine große Aufregung. Man stellte fest, daß ber Bote an Stelle von Likör Karbol getrunken hatte. Das ilnglüd ist darauf zurückzuführen, bah eine Lrkörftasche, die zur Aufbewahrung von Karbolsäure Diente, irr­tümlich unter die Hochzeitsgetränke geraten war. Es gelang nicht, den Mann am Leben zu erhalten. Die ungLckliche Braut versuchte sich aus dem Fenster zu stürzen, wurde jedoch daran gehindert.

Um das Erbe Abdul Hamids.

Sn Konstantinopel trat das britisch-tür­kische Schiedsgericht zusammen, um bie von ben Eröen des verstorbenen Sultans Ab­dul Hamid erhobenen Ansprüche auf einen Teil der Petroleumgebiete des Sraf und auf den Grundbesitz in Palästina zu untersuchen. Der Wert ber Ländereien wird auf 16 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Die erwähnten Erben sind vier Witwen, eine Tochter und siebe n Söhne des Verstorbenen. Cs wird erwartet, daß ber türkische unb ber bri-> tische Richter gegen einanber stimmen werben, und dah somit bie .Stimme bes bänischen Vor­sitzenden Hemmerick ausschlaggebend fei.

Oie Wetterlage.

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t^eiUTVüLuuei'agc.

Die Vorherrschaft des hohen Druckes verursachte während der verflossenen stacht stärkeres Aufllaren, was in der Verschärfung des Frostes zum Ausdruck kam. So gingen in unserem Bezirk die Lufllempera» turen bi- minus 10 Grad und in Bodennähe bis zu minus 12 Grad zurück. Durch einen Ausläufer der nordischen Störung welcher sich bis über die Nordsee nach England und dem deuischen Nordseeküstengebiet erstreckt, wird sich zunächst die Wetterlage wieder umgestalten. Mit der aufkommenden Bewölkung schwächt sich der Frost ab und die milde ozeanische Luft führt außerdem zu Schneefällen, die sich auch über unseren Bezirk erstrecken dürften. Die Aende- rung ber Wetterlage scheint aber nur vorübergehend zu fein, denn durch später zufließende Kallluft dürfte der über Irland lagernde hohe Druck erneut nach dem Fesllande gelangen, so daß er wieder weller, bestimmend wird. Es steht nach vorübergehendem Rückgang des Frostes eine erneute Verschärfung in Aussicht.

Aussichten fürSamstag: Abschwächung bes Frostes, neblig bewölkt, vereinzelte Schnee­fälle.

Aussichten für Sonntag: 'Bewölkt mit Aufklaren, weiterhin Frost mit späterer Verschär­fung wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 8. Sanuar: mittags2,2 Grad Celsius, abends5,7 Grad; am 9. Januar: morgens'9,1 Grad. Maximum0,9 Grad, Mini­mum 9,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Januar: abends 0,2 Grad; am 9. Ja­nuar: morgens 0,4 Grad Celsius. Sonnenschein­dauer 3 Vi Stunden.

Amtliche wintersportnachrlchtev.

Vogelsberg, Hoherobskopf:9 Grab, 7 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln gut bis sehr gut.

Sauerland, Winterberg: Klar, 9 Grad, 28 cm Pulverschnee, Sn unb Rodeln sehr gut

Bhön, Wasserkuppe: Leichterer Schnee­fall, - 10 Grad, 15 cm Pulverschnee; Ski unb Rodeln sehr gut

Schwarzwald, Feldberg: Leichter Schneefall, - 12 Grad, 30 cm Pulverschnee; Ski unb Rodeln sehr gut

2llben, Garmisch - Partenkirchen: Bewölkt, 8 Grad, 17 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut