Ausgabe 
6.11.1931
 
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Nr. 260 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Zreitag, 6. November

Kirche und Schule.

Dekanatsmisstonsfest für Innere Mission im Dekanat (Kietzen.

* Klein-Linden, 2. Qlob. Das diesjäh­rige Dekanatsfest für Innere Mission im Dekanat Gießen, das am Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert wurde, hatte einen star­ken Besuch auszuweisen. Im Vormittagsgottes- dienst predigte der Direktor des Hessischen Lan­desvereins für Innere Mission, Pfarrer Röh­richt. Darmstadt. Im Gottesdienst am Nach­mittag, der von dem hiesigen Posaunenchor mit alter Turmmusik eröffnet wurde, sprach Dolks- schriftsteller Heinrich Ä a u m a n n , Ranzhausen. Pfarrer Bönning, Rödgen, der Geschäftsfüh­rer des Dekanatserziehungsvereins, behandelte die Rot der elternlosen Jugend und berichtete über die Arbeit des Dekanatserziehungvereins. Rach kurzer Pause, während der die auswärtigen Fest- bcsucher bei den hiesigen Gcmeindegliedern zu Gaste geladen waren, eröffnete Dekan Guh - mann, Lollar-Kirchberg, die Rachversammlung und dankte dem hiesigen Kirchenvorstand und der Kirchengemeinde für die geleisteten Vorarbeiten. In seiner Ansprache forderte er auf, Reben zu werden am Weinstocke Jesu. Direktor Röh­richt behandelte dann das Thema:Christen­heit erwache!", und verlangte in seinem Vortrag, daß sich rechte Christen hinter die Arbeiten der Liebe stellen und dem Geist der Müdigkeit weh­

ren müßten. In seinem Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Bremmer, den Wunsch aus, daß die vielen Anregungen und Lehren von den Zuhörern hinaus in die Gemeinden getragen und dort in die Tat umgesetzt werden möchten. Kirchengesangverein, Posaunenchor und Schüler­chor hatten sich in den Dienst der guten Sache ge­stellt und mit Vorträgen die Feier verschönt.

Büchertisch.

Hessisches Wahlbuch (ZweiterTeil). Zu dem hessischen Wahlbuch, dem bekannten Aus- kunfts- und Rachschlagebuch in Form von Frage und Antwort für Wähler, Wahlbehörden usw., ist jetzt als 2. Teil eine Zusammenstellung der inzwischen erlassenen Gesetze über Volksbe­gehren und Volksabstimmung, Aende- rung der hessischen Verfassung und das Landtagswahlgesetz, zusammengefaht an Hand gesetzlicher Vorschriften mit Begrün­dungen und verwaltungsgerichtlichen Entscheidun­gen von Provinzialdirektor a. D. Geheimrat Dr. h. c. 5 e h, im Verlage I. D i e m e r (Mainz) er­schienen. (436) An Hand dieser Sammlung kann sich jeder Wahlberechtigte, besonders diejenigen, die mit dem Wahlvorgang zu tun haben, Be­hörden usw., über alles Wissenswerte rasch und eingehend unterrichten. Preis des 2. Teiles 2,75 Mark, des 1. Teiles 3,80 Mark.

Wirtschaft.

* Stillegung eines Siegerländer Hochofens. Durch das starke Anwachsen der Roheisenbestände, verursacht durch den Stillstand des Stahlwerksbetriebes in Wehbach, und die ge­ringen Auftragszuteilungen des Roheisenverban­des wird die Friedrichshütte in Herdorf gezwun­gen, den Hochofenbetrieb gegen Ende Rovember stillzulegen. Da hierdurch auch die Absatzmöglich­keit für die Erzgrube San Fernando aufhört, muh der Grubenbetrieb ebenfalls stillgelegt werden. Sämtliche Betriebe gehören zum Thyssen-Konzern.

Fortschreitende Erholung in Berlin.

Berlin, 6. Nov. (WTB. Funkspruch.) Im heuti­gen Freiverkehr entwickelte sich z i e m l i ch l e b h a f- tes Geschäft. Die Erholung, die schon in den gestrigen Nachmittagsstunden auf Grund festerer Neuyorker Meldungen eingetreten war, konnte Fortschritte machen. Die ma^kttechnischen Mo­mente traten wieder mehr in den Hintergrund, be­sonders da die gestern noch befürchteten Exekutionen vorläufig nicht akut sind und vielleicht durch eine Re­vision der Börsenvorstandsbeschlüsse für den Engage­mentsabbau vermieden werden könnten. Anderseits beurteilte man die Aussichten für die bevorstehenden internationalen Finanzverhandlun­gen optimistischer und wollte diese Meinung im Auslande auch an der F e ft i g t e i t der deut­schen Werte und an der stabilen Markbe­wegung erkennen. Letzteres ist jedoch wohl in der Hauptsache auf die geringfügig umlaufenden Beträge und anderseits darauf zurückzuführen, daß die inter­nationale Arbitrage Wege gefunden hat, die bis zu 10 v. H. betragenden Kursdifferenzen zwischen Neu- york und Berlin auszugleichen. Die gestrige Festigkeit der Mark in Neuyork würde sich aus solchen Schleich- käusen vollkommen erklären lassen. Die R e d e Brü­nings brachte im allgemeinen nichts Neues, und dann fehlte es auch an wesentlichen Momenten. Die Neuyorker Banken haben sich gegen eine U m - Wandlung der deutschen Kurzkredite, die an und für sich weiter gewährt werden müßten, in Kredite mit fünf- oder zehnjähriger Laufzeit aus­gesprochen; es herrscht in diesen Kreisen Ueberein- ftimmung darüber, daß solche Kredite den Repa­rationszahlungen nicht nach stehen dürf­ten. Die Kurse, die man im heutigen Freiverkehr er­zielen konnte lagen noch bis zu 1 v. H. über gestern nachmittag. Bevorzugt waren aber nur die Stan­dardwerte, während Schultheis relativ matte Ver­anlagung hatten. Der Pfandbriefmarkt wies keine nennenswerte Veränderung auf. Interesse bestand weiter für Reichsbahnvorzugsaktien und Reichs- fchuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten.

Unregelmäßig in Sranffurt

Frankfurt a. M., 5. Rov. Die Tendenz des heutigen Freiverkehrs von Bureau zu Bureau war als unregelmäßig zu bezeichnen. Etwas Anregung Boten die festen gestrigen Auslands- börsen, sowie die seste Veranlagung der deut­schen Werte an diesen Plätzen. Man nannte daher heute vormittag etwa 12 v. H. höhere Kurse, wobei die Ilmsatztätigkeit etwas reger, als an den vorausgegangenen Tagen war. Mehr gefragt waren I. G. Farben und Siemens, da­gegen bestand in Rebenwerten eher etwas Ab­gabeneigung. Montanwerte blieben im ganzen ziemlich unverändert, wenngleich die Rachrichten aus dieser Industrie nicht gerade günstig lauten. Im weiteren Verlause des Freiverkehrs blieb die Haltung unsicher. Sehr verstimmt hat dabei die schwache Haltung des Renten­marktes, wo starkes Angebot keine Auf­nahmeneigung sand. Die Kurse gaben sowohl für Gold- als auch für Liquidationspfandbriefe durchweg bis zu 1 v. H. nach. Auch die übrigen Papiere dieses Marktes lagen allgemein schwächer.

Devisen kaum verändert.

An den internationalenDevisenmärk- t e n ergaben sich gestern vormittag keine größeren Veränderungen. Das englische Pfund schwächte sich unter Schwankungen leicht ab und ging, nach dem es mit 3,7650 (5, .550) gegen den Dollar er­öffnet hatte, auf 3,7463 zurück. Gegen den Gulden notierte das Pfund 9,28, gegen den Schweizer Fran­ken = 19,2050 und gegen den französischen Franken = 95,18. Der Dollar war zunächst etwas fester, im

Laufe des Vormittags war er aber wieder eine Kleinigkeit leichter. Die Reichsmark war gut be­hauptet. In London stellte sie sich auf 15,7950, in Amsterdam auf 58,75 und in Zürich auf 121,45. Auch die füdamerikanischen Devisen waren kaum verändert, Madrid tendierte eher etwas fester.

Auch am Nachmittag waren die Veränderungen nur gering. Das Pfund war unter Schwankungen eher etwas leichter und stellte sich auf 3,7450 gegen den Dollar. In Amsterdam schloß das Pfund mit 9,2850, in Zürich mit 19,20 und in Paris mit 95,3150. Der Dollar war in Amsterdam etwas angeboten und ging auf 247,70 zurück, dagegen lag er in Paris mit 25,4325 fester. Die Reichsmark hat sich gut gehalten und schloß in London mit 15,7750, in Amsterdam mit 58,7750, und in Zürich mit 121,50. Die Nord-Devisen waren nicht einheit­lich, dock) konnte sich Stockholm leicht bessern. Die Devise Madrid tendierte etwas schwächer, der hol­ländische Gulden lag international fester.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. TXl.

Banknoten

5.November

6. November

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Meld

»rief

Geld

Brief

Hestingsor» .

8,19

8,21

8,24

8,26

Wien....

58,94

59,06

58,94

59,06

Prag . . .

12,47

12,49

12,47

12,49

Budapest . .

73,28

73,42

73,28

73,42

Sofia . . .

3,072

3,078

3,072

3,078

Holland . .

170,03

170,37

170,03

170,37

Oslo ....

88,91

89,09

89,41

89,59

Kopenhagen.

90,91

91,09

90.91

91,09

Stodholm .

91,41

91,59

91,41

91,59

London. . .

15,78

15,82

15,88

15,92

Buenos Aires

1,028

1,032

1,048

1,052

gieutiotl . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüste! . . .

58,74

58,86

58,74

58,86

Italien. . .

21,78

21,82

21,78

21,82

Baris . . .

16,58

16,62

16,58

16,62

Schweiz . .

82,12

82,28

82,17

82,33

Spanien . .

- 36,91

36,99

36,91

36,99

Danzig. . .

82,37

82,53

82,37

82,53

Japan . . .

2,048

2,052

2,048

2,052

Rw de Ian..

0,259

0,261

0,259

0,261

Jugoslawien.

7,473

7,487

7,473

7,487

Cüfabon . .

14,29

14,31

14,39

14,41

Berlin, 5 . November

Geld

Brief

Ameritanifche Bolen.......

4,20

4,22

Belgstche Noten.........

58,58

58,82

Dänische Noten . .......

90,72

91,08

Englische Noten .......

15,74

15,80

Französische Noten .......

16,57

16,63

Holländische Noien .......

169,66

170,34

Italienische Nolen .......

21,76

21,84

Norwegische Nolen........

88,72

89,08

Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling

58,68

58,92

Rumänische Noten........

2,52

2,54

Schwedische Noien........

91,22

91,58

Schweizer Noten.........

81,94

82,26

Spanische Noten.........

36,73

36,87

Ungarische Nolen .......

Reichsbankdiskont 8 v. h.. Lombardzins

10 v. h.

Oie gestrigen Auslandbörsen.

Die Tendenz der Londoner Börse war gestern bis zum Schluß s e st. Oelaktien zogen an. Britische Staatspapiere behaupteten ihren Kurs­gewinn.

Die Pariser Börse war zunächst unsicher, später griff jedoch eine freundlichere Stimmung platz.

Das Geschäft an der Wiener Börse war sehr ruhig, die Kurse veränderten sich kaum.

Die Amsterdamer Börse war bis zum Schluß recht freundlich, die Kurse zogen auch im Verlause weiter an.

Die Neuyorker Börse verkehrte in fester Tendenz, die Entwicklung an den Warenmärkten wirkte weiter anregend.

Amtsgericht Gießen.

Wer auf Friedhöfen Blumen von fremden Grä­bern pflückt, macht sich der Feldübertretung, evtl, sogar einer Sachbeschädigung schuldig. Ausnahmen sind denkbar, z. B. wenn das Abpflücken in beschei- denen Grenzen etwa zur (Erinnerung an den Toten geschah und das Einverständnis des Besitzers der Grabstätte ohne weiteres vorausgesetzt werden konnte. Die kürzlich hier verhandelten Fälle lagen anders: Die beiden Angeklagten ein Arbeiter und ein Gärtner hatten Auftrag zur Herstellung von Blumenschmuck auf Gräbern des Neuen Friedhofs erhalten und, um diesem Auftrag nachzukommen, kurzerhand gemeinschaftlich Blumenpflanzen auf fremden Gräbern ausgegraben und auf die Grab-

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

2llle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. find zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 305.

Don P. Münch, München.

Schwarz, a b c d e t p h

a b c d e g h

Weiß.

8

8

6

6

5

2

2

Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.

Weiß 10 Steine: Kh6; DdZ; Lc4; 8kl, g6;

Bb3, c3, c6, e6, g2.

Schwarz 8 Steine: Ke4; Tal; Lbl; Sc7, h2;

Bb2, c5, f6.

Problem Nr. 306.

Don St. Treala, Brünn.

Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.

Weiß 9 Steine: Kh2; Dg4; Ta4; Lf8; Sb8;

Bc4, d2, d6, 15.

Schwarz 6 Steine: Kc5; Ta6; Lg2; Ba5, a7, h3.

Partie Nr. 227.

Orthodoxes Damengambit.

Die nachstehende recht interessante Partie wurde in der ersten Runde des 14. Leopold-Trebitsch- Gedenkturnier im Wiener Schachklub, Mai 1931, gespielt.

Weiß: H. Müller.

Schwarz: D. Hönlinger.

1. d2d4 1. Sg8-f6

2. c2-c4 2. e7-e6

3. Sgl f3 3. d7-d5

4. Lei g5 4. Sb8-d7

5. e2-e3 5. Lf8-e7

6. Sbld2

Bei dieser wenig nachhaltigen Fortsetzung er­langt Schwarz mühelos Ausgleich; vorzuziehen ist deswegen der theoretische Zug 6. Sc3 usw.

6. .. . 6. c7c5

Mit diesem Gegenstoß behauptet Schwarz der Folge ein ausgezeichnetes Spiel.

7. Lfl-d3

8. e3xd4

9. Sd2xc4

10. 0-0

11. Lg5xe7?

7. c5xd4

8. d5xc4

9. 0-0

10. Sf6-d5

in

Natürlicher erscheint 11. Le3!, da 11.....Sxe3

wegen der Verbindung der weihen Mittelbauern nicht gut möglich ist.

11.... 11. Dd8xe7

12. Tfl-el 12. b7-b6

13. Ddl-e2 13. Lc8-b7

Verfehlt wäre hier 13..... Sf4? wegen

14. Lxh7 +, Kxh7 15. De4 + nebst 16. Dxa8 usw.

14. De2-e4 14. Sd7-fO

15. De4-h4 15. h7-H6

Falls 15. ..., Sb4?, so 16. LxhZ +1

16 a2a3

Um jetzt die vorher angedeutete Drohung zu vermeiden.

16 ... 16. Tf8-d8

17. Sc4-e5 17. Ta8-c8

18. g2 g4 ?

Dieser allzu angriffsfreudige Zug bringt Weiß m Verluststellung.

18. . ..

19 1 d3 bl

18. Sd5-f4

Chancenreicher war hier noch 19. g5.

19. ...

19. Lb7xf31

20. Se5Xf3

20. De7-b7!

21. Dh4-g3

21. g7 g5

22. H2-H4

22. Kg8-g7

23. Kgl - h2

Oder 23. hxg5,

hXg5 24. Sxg5, Txd4 usw.

23. . ..

23. Db7-a6

24. a3a4

24 Td8-d5

25. Lbl -a2

25. Td5a5

26. La2-b3

26 Sf4-d3

27. Tel-bl

27. Sd3xf2!

28. Sf3-e5

28. Da6-e2

29 Tbl -el

29. Sf2xg4+

30. Kh2-h3

30. De2xb2

Weiß gab auf, denn nach 31. Sxg4, Syg4 32. KXg4, Dxd4+ 33. Kh5 (33. Kh3, Tc3!) folgt 33.....g4 + nebst matt.

Lösung des Problems Rr. 302.

Don S>. Keidamfki, Berlin.

1. Dal-gl!, e5xf4. 2. Sh7-f6+ usw. 1.....

Ke4xf4. 2. Dgl12+utto. 1. ..., Sg7-h5 ober e8. 2. Sh7xg5+ usw. 1...., beliebig. 2. Sh7-f6+ usw.

Aus der Schachwelt.

Sobernheimer Schach-Pokal-Turnier.

Das im Vorjahre mit großem Erfolg durch­geführte und auch zahlenmäßig sehr gut besetzte Sobernheimer Schach-Pokal-Turnier fand am 3. und 4. Oktober d. I. seine Wiederholung. Das Turnier wurde in sieben Gruppen (darunter auch ein Damen-Turnier) im Schweizer System wäh­rend eines Wochenendes durchgeführt und es standen wieder eine Reihe wertvoller Preise zur Verfügung.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

Schwarze Weisheit.

Das war im amerikanischen Sezessionskriege. Ein junger Offizier der Nordstaaten spazierte auf der Straße von Richmond und begegnete einem alten Neger. Sie tarnen ins Gespräch.

Onkel", sagte der Offizier,du hast doch wohl 'ne gelinde Ahnung davon, daß dieser Krieg zwischen uns und, den?Südstaaten sich hauptsächlich um euch

Pes, Sir, so sagen die Leute."

Schön. Du willst doch deine Freiheit, nicht wahr?"

Ich denke, ja."

Warum bist du dann nicht selber in unserem Heer?"

Hier kratzt der Neger ausgiebig seinen Wollkopf.

Boß", fagt er endlich,habt Ihr jemals zwei Hunde um einen Knochen kämpfen gesehen?"

Oft."

Well ... h a t der Knochen gekämpft?"

Die kürzeste Geislergeschichle.

Der berühmte englische Naturforscher Sir Oliver Lodge, der zugleich ein großer Okkultist ist, er­zählte kürzlich die kürzeste Geistergeschichle, die es gibt: Zwei Männer fuhren 'zusammen in einem Schnellzug.Ich glaube nicht an Geister", sagte der eine.Wirklich nicht?" erwiderte der andere und verschwand.

ftätten der Angehörigen ihrer Auftraggeber ver­pflanzt. Sie haben dadurch vorsätzlich und rechts­widrig Gräber beschädigt, indem sie deren Erdreich zerwühlten und sie ihres Blumenschmucks beraubten. Solch Grabbeschädigungen kamen zu ein und der­selben Zeit mehrfach auf dem Friedhof vor. Vor­wiegend handelt es sich um Begonien, Geranien, Dragonen und Fuchsien, auch um Koniferen. Den Angeklagten konnten nur wenige derartige Ver­gehen nachgewiesen werden. Uebersührungen in solchen Fälle sind auch schwierig, sobald keine Tat- zeygen vorhanden find. Das Reichsstrafgesetzbuch gewährt den Gräbern besonderen Rechtsschutz; es betrachtet ihre Beschädigung als eine Verletzung des religiösen Gefühls und der den Toten schuldigen Pietät, zählt sie auch deshalb zu den Religions­oergehen. Als Strafe sieht es Gefängnis vor, da derartige Beschädigungen stets eine hochgradige niedrige Gesinnung verraten. Der vorbestrafte Hauptbeschuldigte erhielt eine Gefängnis- ftrafe von 3 Wochen, der andere, weniger belastete Angeklagte, an Stelle des an sich eben­falls verwirkten Gefängnisses eine entsprechende erhebliche G e l d st r a f e.

Jp einer Damenschneiderei, in der Gehilfinnen unb Lehrmädchen beschäftigt werden, fanden im ganzen Betriebe, was die gesetzlich geregelte Ar­beitszeit anlangt, Ueberbeschästigungen statt, lieber die Mehrarbeitstage ist in den einschlägigen Ge­werbebetrieben ein Verzeichnis zu führen, in wel­chem u. a. die Anzahl der überbeschäftigten Arbeiter unter Hervorhebung der Jugendlichen und die Dauer der Ueberbeschäftigung anzugeben ist. Die Betriebsinhaberin führte zwar ein derartiges Ver­zeichnis, aber insofern nicht ordnungsmäßig, als darin in zwei Fällen die Eintragungen nicht an den Mehrarbeitstagen oder wenigstens an dem folgenden Tage, sondern, angeblich aus praktischen Gründen

erst später, etwa am Lohntage, vorgenommen wur­den. Sie hielt sich nicht für strafbar, wurde aber trotz geschickter Verteidigung von dem Richter in der Erwägung, daß bei dem Verfahren der An­geklagten die Kontrolle der Gewerbeaussichtsbeamten mindestens sehr erschwert sei, eines anderen belehrt und zu einer geringen Geldstrafe ver­urteilt.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 ILjr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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