Ausgabe 
6.8.1931
 
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nr. 182 Erster Matt

181. Jahrgang

Donnerstag, 6. August 1931

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

ft|d)elBt täglich,«b« Sonntags und feiertags

Btilaaei;

Die OauftTterte Gtehener $amilienbl4tta Heimat twi Bild

Die Scholle

OlonatsBfjugsprets: 2.20 Reichsmark and 30 Reichspf ennrg für Trüg er» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummer» «folge höherer Gewalt.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. BerantwoNlich für Dohttb Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, lämlhd) in Dießen.

eichten Snzetaer Gieße».

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STeeffiriaemainiiBM. Dnid nnö Derlag: vrühl'fche Uitversttülr-Vuch. nnö Stehrtrnderet H. £aigt in Kietzen. Sdfriftletting unö Sefchäsfzftelle: Zchstlfttatze 7.

Einigung im amerikanischen Stillhaltekonsortium.

Der amerikanische Bankenausschuß verlangt Abänderungen der deutschen Vorschläge in technischen Punkten. - Befriedigung in Reuyorker Bankkreisen.

Reu York, 5. llug. (IDIB.) Der hauptaus- fdjufj'ber führenden amerikanischen Banken erklärte sich einstimmig mit den ihm gestern unterbreiteten Empfehlungen des llnteraus- lchuffes einverstanden. Rach einer Sitzung der Fede­ral Referoebanf, bei der alle Reu Yorker Banken vertreten waren, gab der Präsident der Internatio­nal Acceptonce Bank und Vorsitzende des Unter­ausschusses Goodhue folgende Erklärung ob:

Zwischen allen an der Sitzung teilnehmenden Bankiers ist in Hinsicht aus die von den Reuyorker Banken in dieser Frage einzunehmenden Haltung In Uebereinslimmung mit dem Geiste der Zusam­menarbeit, der bereits In früheren Sitzungen ge­herrscht hat, allgemeine Verständigung erreicht worden. Es wurden gewisse U bände- rangen der deutschen Vorschläge, die den Reuyorker Bankiers wünschenswert erschienen, vereinbart. Diese werden der Reichsbank telegra­phisch übermittelt werden. 3m großen und ganzen stimmen diese Zusätze, mit denen, die die briti­schen Banken gemacht hoben, überein und be­deuten auherdem eine Sicherstellung in ge­wissen technischen Fragen, die dem amerikanischen Marks eigen sind. Obwohl es wahrscheinlich noch einige Zeit In Anspruch nehmen wird, diese tech­nischen Punkte zwischen Berlin und den verschiede- nen beteiligten Märkten zu regeln und vor allem Uebereinslimmung der Meinungen herbeizuführen, kann doch gefügt werden, dah die Sitzung höchst bcfrlebigenö war und der Eindruck allgemein vor­herrschte, dah ein wirklicher Fortschritt erzielt worden sei.

Der allgemeine plan geht in Uebereinslimmung mit dem aus der Londoner Konferenz angenommenen Vorschlag des Präsidenten Hoover dahin, die kurz- sristigen Krediterleichterungen auf einer praktischen und vernünftigen oafis weiter- , uführen , so dah Deutschland imstande ist, die Linsuhr und die Ausfuhr mit den jetzt zur Ver­fügung stehenden Erleichterungen zu finanzieren. Das Komitee, das in Fühlung mit den Führern der Banken der anderen Federal-Referoe-Diftrlkte steht, hat von den Märkten die Zusicherung der gemein- samen Arbeit im Sinne des oorgeschtagenen planes erhalten.

Die Annahme des modifizierten Vorschlags Dr. tuthers durch den Hauptausschuh der amerikanischen Bankiers wird dem deutschen Reichsbank­präsidenten nach der Formulierung und der Uebermittlung an die anderen 3nlanbbanfen heute abenb ober morgen früh vom hauptausfchuh ge­drahtet werden.

Die Verhandlungen (Schliepers in London.

Die Schweizer machen Schwierigkeiten.

London. 5. Äug. (WTB.) UnterBeteili­gung deS Direktors der Deutschen Bank & Dis- contogeselllchaft, Sch lieper finden zur Zeit in der Eity Verhandlungen über die Durch­führung der Stillhalteaktion statt. Sie stützen 'ich auf den sog. Lutherplan, über den während der Berliner Verhandlungen im allgemeinen eine grundsätzlicheUeber- «inftimmung enielt wurde und der ins­besondere vorsieht, dah die auswärtigen Gut- baben in Deutschland für mindestens sechs Monate in Deutschland belassen wer­den sollen. An den Verhandlungen nahmen außer Herrn Schlieper und Vertretern der englischen Gläubiger auch Vertreter der schwei­zerischen. holländischen und fran­zösischen Gläubiger teil. Einige ameri­kanische Danken sollen bereit sein, die sechs­monatige Suspendierung der Rückzahlungen vor­behaltlos anzunehmen, während andere den Ter­min für z u 1 a n a halten. Die Höhe der für die suspendierten Zahlungen zu bezahlenden Zin­sen ist ein weiteres Problem. Ein anderes ist d:e Frage, ob ausländische Kredite in Markwähruna in derselben Weise zu be­handeln sind wie ivlche in ausländischer Wäh­rung.

Die schweizerischen Vertreter verlangen das Recht, ihre Markdepots von Deutschland noch Belieben zurückzuziehen und weisen darauf hin, daß im Falle der Oestcrrcichischen Kredit, anstatt auch nur die ausländischen Guthaben in "usländischer Währung und nicht die in Österreichischer Währung gegen Zurückziehungen ge- a,u6l waren. Sie wünschen ferner das lieberem- rommen vollkommen auf Bankkreditorcn zu '.Ich r änken und es allen übrigen Gläubigern rreyufteUen,_ ihre Guthaben von den deutschen ^"'en zurückzuziehen.Times" lagt in ihrem f n r ' öie Verhandlungen befriedigend di schreiten. Die schweizerischen und hollän- Mu« ®anfcn hätten sich noch nicht endgültig ent- 'Hoffen, dem Beispiel der Engländer und Amen- 2 Zu folgen, aber ihre Mitarbeit sollte in kurzer iif mJbrem eigenen Intereste erzielt werden. Es i> von Bedeutung, so schließtTimes", daß wir ein- Men, daß die Wiederherstellung der deutschen

Finanzen von der vollen Mitarbeit aller inter­essierten Parteien abhängt.

Deutsch-englische Gchicksalsgemeinschast.

Schacht fordert Zufammcnarbeit bei lang­fristiger Zndustriefinanzierung.

London, 5. Äug. (TU.) Die .Daily Mail" veröffentlicht eine Mnterrcbung ihre- Berliner Sonderkorrespondenten mit Dr. Schach t, der die Ansicht vertrat, dah England mit Deutsch­land Ausammenschwimmen oder un- t e r g c 6 c n mühte. In seinem eigenen Interesse, so sagte Dr. Schacht, könne England nicht zu­lassen, dah Deutschland zusammenbreche. Wenn es dies tun würde, so würde es dadurch zwangs­läufig die finanzielle Führung in Europa verlieren. Hiermit meine er das Geschäft der .Handelsbanken", die eine besondere Spezialität der City von London seien und ein wichtiges Element englischen Wohlergehens bil­deten. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland «und England sei für beide lebenswichtig. Die einzige erfolgversprechende Form, in der dies geschehen könnte, bestehe darin, dah man die Verbrauchskraf t der Länder erhöhe.

Dies sollte dutzch langfristige internationale Fi­nanzierung von gesunden WirtschastSurrtemehmen geschehen. Bei einer solchen Entwicklung würde er es aber lieber sehen, wenn die Industrie die Führung übernehme an Stelle der DankierS Denn erstere sei in unmittelbarer Berührung mit der praktischen Seite deS Problems. Die Bankier- mühten natürlich helfen, aber die Initiative sollte von den Fabrikanten und Esporteuren ausgehen.

Noch kein Beschluß in Amsterdam.

Amsterdam, 5. Äug. (ERB.) In einet im Gebäude der Viedecländischen HandelS-Mj. in Amsterdam abgehaltenen Mitgliederversammlung der Amsterdamer Bankiervereini­gung. zu der auch die Rotterdamsche Bankier- vercinigung Vertreter entsandt hatte, wurden die von verschiedenen Seiten gegen die Stitthalteab- machungen geäußerten Bedenken einer ernsten Prüfung unterzogen. Die Versammlung erklärte jedoch, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dah die ganze Angelegenheit, namentlich in England, sich noch im StadiumderUn- tersuchung befindet, dah sie vorläufig nicht in der Lage sei, bereits jetzt einen endgültigen Beschluß in dieser Angelegenheit zu fassen.

Nach Wiederaufnahme des unbeschränkten Zahlungsverkehrs. Ruhige Haltung des Publikums. Oie Einzahlungen übersteigen die Aus- Zahlungen. Oie Kanzlerrede. - Oer neue Kurssturz des Pfundes.

Berlin, 5. Aug. (LAB.) Vach den hier vor­liegenden Meldungen aus allen Teilen des Rei­ches zeigt der erste Tag der Wiederingangsetzung deS normalen Zahlungsverkehrs bei den Banken, dah das Publikum überall eine ru­hige und besonnene Haltung eingenom­men hat. Es sind nirgendwo größere Ab­hebungen vorgekommen. Dor allem haben die Angst abhebungen vollkommen aufgehört. Durchgängig haben sogar die Einzahlungen die Auszahlungen überstiegen. Die von vielen Banken vor­genommenen Dorversorgungen mit größeren Geldmitteln erwiesen sich vie.sach als überflüssig, so dah zum gröhten Teil wieder Geldmittel tele­graphisch nach Berlin zurücküberwiesen werden konnten. Auch der Geschäftsverkehr spielte sich in durchaus normalen Grenzen ab.

Ein starker Rückgriff auf die Reichsbank durch größere Diskontierungen brauchte n.cht oorgenom­men zu werden. Bei der Reichsbankhaupt- kasse flössen beträchtliche Zahlungsmittel zu­rück. Während gestern noch die Abhebungen die Einzahlungen um 10 Millionen Mark übertrafen, beläuft sich der Ueberschuh der Einzah­lungen heute auf 24 Mill. Mark. Bei dem Girokontor hat keinerlei Andrang geherrscht. Hier übersteigen die Eingänge die Abgänge um daS dreieinhalbfache, da die Großbanken sehr große Einzahlun­gen vorgenommen haben. Die Reichsbank hat R e i ch s s ch a tz w e ch s e l an die Banken ge­geben. Die der Reichsbank zur Derfügung fte- yenden Bestände find zu einem Diskontsatz zu 15 Prozent bereits jetzt ausverkauft. Die Fälligkeiten liegen pcr 5. Oktober und 5. Rv- vember. Es ist bemerkenswert, dah jetzt wieder Käufer von Privatdiskont vorhanden sind und auch im girierten Warenwechsel ist wieder ein Markt im Entstehen, und zwar zu einem Sah von etwa 16 Prozent.

In Bankkreisen hat die Rundfunkrede des Reichskanzlers lebhafte Zustimmung gefun­den, zumal auch der Eindruck im Auslande ein ausgezeichneter ist. Man beschäftigt sich natürlich lebhaft in den Bankbüros mit den Maßnahmen, die nach Dr. Brünings Mitteilungen auf dem Ge­biete des Aktienrechts und des gesamten Kredit- und Kapitaloerkehrs ergriffen werden sollen. Wie man hört, ist zunächst die E i n setzung einer Enqustekommifsion von drei bis fünf Personen in Aussicht genommen, die innerhalb weniger Wochen einen umfassenden Si­tuationsbericht oorlegen soll. Man beschäftigt sich ferner eingehend mit der Frage der Wieder­aufnahme des Börsenverkehrs und man hofft, daß noch dem vollen Zahlungsverkehr ein Versuch der Wiedereröffnung der Börse unternom­men' werden könne und nennt hierfür das Datum des 17. August.

Außerordentlich überraschend kam den hiesigen tmb internationalen Finanzkreisen d i e plötzliche Schwäche des englischen Pfundes. Die Sterling-Devise ging im Verlaufe einer Stunde von 4.8575 gegen Dollar auf 4.8437 zurück und die Auslandsbörsen reagierten natürlich hierauf mit einer Abschwächung. Die Schwäche des Pfundes wird darauf zurückgeführt, daß die franzöfi- fchen Banken ihre Pfunde gegen Dol- l a r verkauft und dadurch der Sterling-Devise die Unterstützung entzogen haben, Die Verkaufs- welle habe, wie man behauptet, in Poris ihren Ausgang genommen. Die Auslandsborfen zeigen allgemein bei ruhigem Geschäft eine u n - einheitliche Aursgestaltung, wobei Rück­gänge etwas überwogen. Allgemein verstimmte der Kurssturz des Pfundes. Im Laufe des Tages konnte sich aber die Sterling-Devise wieder gut erholen und infolgedessen gab es an der Londoner Börse auch zum Schluß wieder Kurserholungen.

Oes Reichskanzlers Romreise.

Oie Abfahrt von Berlin.

Berlin, 5. Aug. (^DTB.) Mit dem fahrplon- mäßigen v-Zug MünchenRom sind Reichskanzler Dr. B r ü n i n g und Reichsaußenminister Dr. C u r - t i u s in Begleitung von Oberregierungsrat Dr. Planck und Legationsrat Dr. Thomsen, dem Referenten für Italien im Auswärtigen Amt, um 22.02 Uhr vorn Anhalter Bahnhof ab gereift. Zum Abschied hatten sich von deutscher Seite cinge- fundcn: Minister Ireoiranus, die Staatssekretäre Pünder und v. Bülow und mehrere Herren des Aus- roärtigen Amtes. Don italienischer Seite war der italienische Geschäftsträger Botschaftsrat Hizzo. n a r d i mit dem gesamten Personal der italteniichen Botschaft anwesend. Außerdem war in Vertretung des Nuntius der Nuntiaturrat Centos erschienen. Als der Zug anfuhr, brachte das zahlreiche Publi­kum, das sich auf dem Bahnsteig befand, dem Kanzler Ovationen dar.

Der Kanzler erklärte der Presse vor seiner Ab­reise: Meinem Kollegen, dem Herrn Reichsminister des Auswärtigen, und mir ist es eine beson­dere Freude, die Reise nach Rom anzutreten und so Gelegenheit zu finden, den hervorragenden Chef der italienischen Regierung persönlich kennen­

zulernen. In Deutschland ist man sich dessen bewußt, daß alle politischen Entscheidungen Italiens in die­len Jahren von dem Gefühl ernstlicher Berantroortuna für Europas Befrie­dung und wirtschaftliche Wiederauf­richtung getragen werden zwei Ziele, in denen Deutschlands und Italiens Intereffen sich durchaus begegnen. In diesem Sinne möchte ich der Hoffnung auf einen harmonischen und erfolgreichen Verlauf der bevorstehenden zwangslosen und freund­schaftlichen deutsch-italienischen Besprechungen Aus­druck geben.

Oie Einholung der deutschen Gäste.

Rom, 6. Äug (£11) Der deutsche Dotschatter von Schubert ist am Mittwoch um 22 05 Uhr cwS Rom abgereist, um den Reichskanzler und den Reichsaußenminifter am Brenner zu empfangen. Äm Vachmittag verließ der Sonder z u g deS italienischen Mini­sterpräsidenten, der den deutschen Gästen AUr Derfügung steht. Rom. Er besteht aus sechs Wagen, dem Gepäckwagen, einem Küchen- und Speisewagen, je einem Wagen für den Reichs­kanzler und den Reichsaußenminifter sowie zwei weiteren Wagen. Der für Dr. Brüning bestimmte

Wagen weist einen großen Salon, ein Arbeits­zimmer, ein Schlafzimmer und Badezimmer auf, während der Wagen für Dr. Eurttus zwei Schlaf­zimmer und zwei Arbeitszimmer aufweist. Der Zug wird am Brenner d i e deutschen Gäste aufnehmen und nach Rom bringen.

Oos Programm des Staatsbesuchs.

R o m . 5. Äug. (TU.) Das Programm für den römischen Aufenthalt des Reichskanzlers und des Reichsauhenministers ist nunmehr amtlich bekanntgegeben worden. Die deutschen Gäste wer­den am Freitag um 8.15 Uhr aufdemHaupt- b a b n b o f in Rom ein treffen und als Gäste der Regierung im Grandhotel ab- (teigen. Am Dormittag des Freitag wird Mussolini in Anwesenheit deS italienischen Außenministers G r a n d i den Reichskanzler Brüning und Außenminister EurtiuS im Pa­lazzo Venezia empfangen. Mussolini und Grandi werben sodann den Besuch der deut­schen Minister erwidern. Freitag gegen Mittag findet in derDillaBorghese ein Früh­stück statt, daS Grandi zu Ehren der deutschen Gäste gibt. Am Nachmittag werden sich der Reichskanzler und EurtiuS nach Tivoli be­geben. wo in der berühmten Dilla d Este von der italienischen Regierung ihnen zu Ehren ein Tee gegeben wird. Am Abend gibt Mussolini im Hotel Exzelsior ein Essen, bei wel­cher Gelegenheit zwischen dem italienischen Re­gierungschef und dem deutschen Reichskanzler Trinksprüche aewechselt werden sollen. Für Sams­tag ist zunächst nur ein Frühstück in der deutschen Botschaft um 13.15 Uhr vor­gesehen, zu dem, wie verlautet, außer Mussolini die Präsidenten der italienischen Kammern, die Mitglieder der italienischen Regierung und eine Reihe weiterer hochgestellter Persönlichkeiten ge­laden sind. Der Zeitpunkt deS Besuches der deutschen Minister i m D a t i k a n steht noch nicht fest. Es ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß er SamStag stattsindet. doch scheint noch nicht beschlossen worden zu sein, ob er am Tor­mittag oder am Rachmittag erfolgen wird.

Oer Willkommgruß der presse

Rom, 5. Aug. (WTB.) Die römische Presse bringt sehr herzlich gehaltene Begrüßungsartikel zur Romreise des Reichskanzlers und des Reichsaußen­ministers, deren Bedeutung sowohl für die deutsch- italienischen Beziehungen, wie auch für die Ent­wickelung der intemanonalen Zusammenarbeit vom -,M e s s a g g e r o besonders unterstrichen wird: ..Italien, das mit aufmerksamer Sym­pathie das Wiederausbauwerk des Reichskanzlers und seiner Mitarbeiter beobachtet, erwidert voll- kommen die Gefühle der Zustimmung, mit denen die deutsche Oeffentlichkeit die Romreise begleitet. Alle Probleme, die die beiden Länder, sei es wegen ihrer besonderen Begehungen, sei es im Rahmen der internationalen Politik, interessieren, sollen in Rom in einer Atmosphäre d e r Klarheit und Aufrichtigkeit geprüft werden." Ita­lien Hobe alles u n t c r ft ü ß t, 'toas die auf den toten Punkt geratenen Probleme Repara- tionen, Kriegsschulden und Abrüstung wieder inaa ng bringe n könne. Italien habe auch in verschiedenen Hauptstädten mit ruhiger aber be­stimmter und realistischer Sprache das Ziel verfolgt, möglich st schnell zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Neugestaltung zu körn- men, die von dem politischen Wiederaufbau un­trennbar sei.

Die Rundfunkrede des Reichskanzlers hat bei der römischen Presse eine sehr günstige Beurteilung gefunden. Betont wird oor allem, daß der Kanzler feinen Appell von allen demago­gischen Redewendungen freigehalten hat. Auch wird die Klarheit und Ehrlichkeit seiner Dar­legungen unterstrichen.(Torriere della Sera spricht von den Banden der Sympathie zwischen den beiden großen Ländern, die auf dem Gebiete des Geisteslebens beständen und durch den Ministerbesuch immer weiter gefestigt würden. Die Zeiten, in der die Staaten sich durch gewaltige Schutz- und Isoliermauern retten zu können glaub­ten, sind vorüber. Der Friede kann nur durch die geistige Wiederannäherung der Völker und die Ausmerzung moralischer Irennungs- striche und rechtlicher Ungleichheiten gewährleistet werden.Gazetta del Po­po I o endlich sagt, wolle man den Frieden sichern, so müsse oor allem das deutsche Volk von allzu schweren Lasten befreit werden und wieder die klare Erkenntnis erringen, daß es zur gleich­berechtigten Freiheit inmitten der euro­päischen Völker zurückkehren könne.

Die Arbeiten des Reichskabinetts Tie Erntefinan;icrung. Tas Selbsthilfe- Programm.

Berlin, 5. Äug. (TU.) Das ReichSkabi- n e t t hielt am Mittwoch mehrere Sitzungen ab, in denen neben den außenpolitischen Fragen die durch hie Romreise des Reichskanzlers und des ReichsaußemnimsterS bedingt waren, nmerpoli- ttsche Gegenstände zur Beratung standen. Rach der Derablchiedung der bereits veröffentlichten Derordung über die Spar- und G i r o k a s s e n nahm das Kabinett die Vorschläge bei Retchsernährungsmini sters zur Frage der Srntef in an zier ung entgegen. Die Dor- fanden die grundsätzliche Billigung der Reichsregierung. Es ist anzunehmen, daß die Ein- zelhetten des Programms in direkten Ressortbe­sprechungen zwischen dem Srnährungs- urd