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als in England zur Zeit eine Arbeiterregie» tun g am Ruder sei. Die englische Regierung habe leider auch noch andere internationale Abkommen nicht ratifiziert, so z. B. die Konvention über die Arbeit der Kinder und die Nachtarbeit in Rackereien.
Die Arbeitslosigkeit müsse durch eine Herabsetzung der Arbeitszeit, die aber nicht eine Verkürzung der Löhne im Gefolge haben dürfe, bekämpft werden.
Wenn man als einzige Richtschnur für seine sozialpolitische Einstellung die Rücksicht auf die internationale Konkurrenz gelten lasse, so bedeute das die Ausschaltung aller menschlichen Gesichtspunkte. Ein Svfortmittel, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sei die Heraufsetzung des schulpflichtigen Alters, wie es im englischen Parlament vorge- schlagen worden sei. und die sofortige Versorgung der Arbeiter über 60 Jahre.
Der Generalsekretär des Internationalen Derban«
des der christlichen Gewerkschasten Scrraerens (Holland) erklärte, man dürfe sich nicht verhehlen, daß die Wirtschaftskrise immer unerträglicher werde. Das treffe insbesondere für D e u t s ch l a n d zu, wo trotz der Anstrengungen des Kanzlers Brüning und des Arbeitsministers Stegerwald, zweier Exponenten der christlichen Gewerkschaftsbewegung, es von Tag zu Tag schwieriger, ja beinahe unmöglich werde, ein annehmbares Lebensniveau für die Arbeitslosen aufrechtzuerhalten.
Rur durch einheitlichen willen der Regierungen, Parlamente und Völker könne die Lösung gefunden werden. Die Völker müßten begreifen, daß die Zeit der Ueberlegungen vorüber sei, und dah jetzt gehandelt werden müsie.
Wenn es nicht möglich sei, jetzt schon zu einer all- ficmcinen Herabsetzung der Arbeitszeit zu gelangen, o bestände doch die Möglichkeit von internationalen Vereinbarungen über die Senkung der Arbeitszeit in bestimmten Industriezweigen.
Die ASDAp. forbert Einberufung des Reichs lag-
Berlin, 4. Juni. (VDZ.) Die National« sozialistische Reichstagsfraktion hielt heute im Reichstag eine Sitzung ov, in der sie zwei Entschließungen faßte. Die eine richtet sich gegen den „Terror antifaschistischer Mörderbanden" unter Hinweis auf die Ermordung mehrerer Stahlhelmmitglieder, und macht den Reichspräsidenten und die Reichsregierung auf die hierüber von Tag zu Tag wachsende Erbitterung nationaler Kreise aufmerksam. Die Fraktion müsse die Regierung für alle daraus mit Notwendigkeiten entstehen- den Folgen schon heute verantwortlich machen. Die zweite Entschließung beschäftigt sich mit der bevor« stehenden Notverordnung. Ihr Schlußsatz lautet: „Die Reichstagsfraktion der NSDAP, legt S diese neuen, angeblich der Sanierung der
Finanzen dienenden Maßnahmen feierlich Verwahrung ein, weil sie nur zur weiteren Verelendung der werktätigen Massen des deutschen Volkes und zur völligen Vernichtung der deutschen Wirtschast führen, und verlangt zum Zwecke ihrer Aufhebung die sofortige Einberufung des Reichstages."
Oas SnfrafHreten der Notverordnung
Berlin, 5.3uni. (OB.) lieber den Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Rotoerordnung erfährt die „Börsenzeitung", dah die Bestimmungen über die neuen Steuern und über die Gehaltskürzungen bei den Beamten mit dem 1. Juli wirksam werden sollen. Einige Bestimmungen über die Arbeitslofenver- sicherungsreform bedürfen einer gewissen
Anlaufsfrist, die Bestimmungen, in denen, wie ;. B. bei den Mineralölen, eine Aenderung des Zollsatzes vorgesehen ist, lrelen mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
Oie EpO.-Fraktion einberufen.
Berlin, 5. Juni. (CNB.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstags- fraktion tritt, dem. „Vorwärts" zufolge, 31 r Beratung der durch bie neue Notverordnung geschaffenen Lage am kommenden Mittwoch zusammen, die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist für Freitag einberufen worden.
Ausnahmebestimmungen zur Wirifchastsbelebung.
Berlin, 4.3unt (ERB.) Wie der „CBörfcn- Eourier" von unterrichteter Seite erfährt, ist in dem Notverordnungsabschnitt, der sich mit der Arbeitslosenversichernng beschäftigt eine Ermächtigung für die Reichsregierung enthalten, einzelne Gewerbezweige von der Deitragspslicht zur Arbeitslosenversicherung unter gewissen Bedingungen zu befreien, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Dersicherungslei st ungen an die betreffenden Arbeiter und Angestellten. Diese Maßnahme durfte zunächst für den Steinkohlenbergbau zur Anwendung kommen, um eine Koh lenpreisherabsehung um 6 bis 7 Prozent und damit eine Produktionsbelebung herbeizuführen.
Oer Parteitag der SPD.
Leipzig, 4. Juni. (TU.) Aus dem Sozialdemokratischen Parteitag sind nach den politischen Auseinandersetzungen der letzten Tage Entscheidungen von Bedeutung nicht mehr zu erwarten. Ein großer Teil der Reichstagsfraktion hat sich bereits wieder nach Berlin begeben.
Heute spra-ch Oldenhauer (Berlin) über „Partei u n d 3 u g e n d". Rach der Aussprache und dem Schlußwort wurde der Antrag des Par- teivorstandes auf Aufhebung des Beschlusses des Kasseler Parteitages übe^ die Einrich'.ung von sozialistischen Gruppen angenommen. Dann erstattete Westphal den Bericht deS Parleivorstandes. Hierauf wurden die Verhandlungen auf Freitag vertagt.
Oer neue Parteivorstand.
Berlin, 4.3uni. (ERB.) Die Wahl des Darteivorstandes der Sozialdemokratischen Partei durch den Parteitag ergab für Otto Wels die größte Stimmenzahl. C r i s p i e n und Johann Vogel erhielten bei der Wahl der Parteivorsihenden die gleiche Stimmenzahl. Der Kandidat der Opposition zum Parteivorsihenden, der Reichstagsabgeordnete S e h d e w ih, erhi eit nur 54 Stimmen: er ist nicht gewählt. Wieder- gewählt wurden die bisherigen Sekretäre. Die Wahl der Beisitzer erfolgte nach dem Vorschlag des Parteivorstandes. Die bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt. Reu hinzugewählt wurden Dreitscheid und Gitte (Berlin).
Französische Militärflieger über Borkum.
Deutscher Protest in Paris.
Berlin, 4. 3uni. (ERD.) Wie wir erfahren, ist nunmehr festgestellt, daß es sich bri den Flugzeugen, die gestern um 9.45 Ufjr über der Reede von Borkum gesich'.et worden waren, um zwei französische Militärflugzeuge gehandelt hat. Die Flugzeuge, die aus Kopenhagen kamen, hatten Einslugerlaubnis für die Riederlande, aber keine Genehmigung für die Heberflieguirg deutschen Gebietes. Die deutsche Botschaft in Poris ist angewiesen worden, auch in diesem Falle der Verletzung der deutschen Lufthoheit P r 0 t e st zu erheben.
Aus aller Welt.
Atlantikfahrt des „Nautilus".
P r 0 v i n c,c t 0 m n, 4. Juni. (WTB. Funkspruch.) Das U-Boot „Nautilu s", mit dem Wilkins feine Fahrt unter dem Eise zum Nordpol
unternehmen will, ist nach seiner Schnelliakeits- rekordfahrt in den Hafen zurückgekehrt. Das U-Boot ist planmäßig um 23 Uhr nach London in See gegangen. Von London wird es über Bergen und Tr 0 msö nach Spitzbergen gehen und von dort aus feine Nordpolfahrt antreten. Hubert W i b kins und eine Anzahl Wissenschaftler, die ihn zum Nordpol begleiten wollen, befinden sich an Bord. Zwei weitere Teilnehmer werden das U-Boot in London besteigen. An Bord des U-Bootes befinden sich bereits Lebensmittel für 18 Monate, ein Grundstock für eine Fahrt von 6000 bis 8000 Kilometer.
Piccard und Kipscr in Brüssel feierlich empfangen.
Brüssel, 4.Juni. (TU.) Professor Piccard und Dr. K i p f e r sind heute abend in Brüssel eingetroffen. Schon unterwegs hatte Frau Piccard mit drei Kindern im Zuge Platz genommen. Auf dem Nordbahnhof wurden Piccard und Kipfer von dem Kronprinzen Leopold, den Ministern P e t i t \ e a n und Lippens, sowie den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden empfangen. Eine große Menschenmenge, darunter viele Studenten, hatte sich zum Empfang eingefunden. Piccard und Kipfer wurden von Studenten auf die Schultern gehoben und bis in ihr Auto getragen. In der Universität fand ein feierlicher Empfang der beiden kühnen Forscher statt.
76 Häuser in Pskow niedergebrannt.
Moskau , 4. 3uni. (WTD.) Wie aus Pskow gemeldet wird, sind bei einem Grvßseuer 7 6 Häuser niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes wird auf einen schadhaften Schornstein in einem Hause zurückgeführt, von wo aus das Feuer sich infolge des starken Windes auf den ganzen umliegenden Bezirk ausdehnte.
Tagung der Privathandelsschulen.
3n Hannover fand die 29. ordentliche Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Privathandelsschulen statt. An der öffentlichen Versammlung nahmen Vertreter des Preußischen Handelsministeriums, des Regierungspräsidenten, der Landes- und Kommunalbehörden, der Hochschulen und Schulen, der. 3ndustrie- und Handelskammer, sowie Führer der Wirtschaft und Vertreter vieler Verbände teil. Hochschulprofessor Dr. Hennig sprach über „Reue Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Forschung". Weitere Referate galten der Reugestaltung des Maschinen- schreib- und Kurzschriftunterrichtes. Die Verhandlungen der übrigen Tage erstreckten sich auf „Werbekunde als Unterrichtsfach in Handelsschulen", „Methodische Fragen des Unterrichts in Handelskorrespondenz", „Fortschritte und Erfahrungen auf dem Gebiete des Uebungskontors", sowie auf die Behandlung schultechnischer und schulpolitischer fragen.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 5. 3uni 1931.
Hausinschristen.
Auch heute noch ist, wie in seinen primitivsten Anfängen ob in Stein oder Stahl, das Haus ein Obdach. Die eigenen oder gemieteten vier oder mehr Wände sollen der Mittelpunkt und Angelpunkt sein, um den sich der Ablauf deS Lebens außerhalb ihrer selbst gruppiert und immer toieber zurückfindet. Sie wollen ruhender Dol und erneuerndes Kräftczentrum sein. Eine Kleinwelt in der Umwelt, in die von den Schwingungen des Alltagslärms möglichst wenig Rebengeräusche hereindringen. 3n denen es sich nach selbstgcgcbenen Gesehen leben läßt oder leben ließe.
Ausdruck dieses Selbständigkeits- und selbstbewußten Behauptungswillerrs war die Haus- inschrist, die durch die alles gemütvolle Beiwerk verachtende Architektur der jüngeren Vergangenheit in dem gleichen Maße zum Verschwinden gekommen ist, als sich alle Begriffe zu verflachen begannen. Das Gefühl der Verwurzelung in dem ererbten oder durch der Hände Flerh erworbenen Stück Boden hat in weitestem Umfang von jener Schollenzähigkeit verloren, die ehedem das Rückgrat ganzer Geschlechter, ihrer Siedlungen und Landschaften war. Die Begriffe Vaterhaus und Heimat sind heute Erwägungen untergeordnet, wie sie schon der lateinische Spruch wie- dergibt: „Ubi bene, ibi patria", „Wo ich am meisten verdiene, fühle ich mich zu Hause". Der moderne Mensch ist sehr häufig nur ein Wohnungs- rzomade. Er grast eine geschäftliche Weide ab, schüttelt den Staub von den Füßen und sucht neue Goldfelder. Freiwillig oder der Rot gehorchend.
Wenn früher jemand einen Bau nach seinen Plänen hatte erstehen lassen und eine 3nschrift in den Stein meißeln oder in das Holz schnitzen Meß, so war das wie ein sichtbar gewordener schwur, war Dries und Siegel auf die Scholle, deren Besitzer er geworden war und als der ev sich fühlte. Was durch den Hausspruch einem jeden kund und zu wissen getan wurde.
3n allen seinen Formulierungen, ob witzig oder ernst, ob leicht- oder tiefsinnig, ob in flüssigem Reim oder in holprigem Rhythmus, immer schwang in jedem Wort und in jeder Zeile De- siherstolz und Dodenständigkeitsbewußtsein. Fehden konnten vorübergehend vernichten oder ver- treiben, aber mit dem letzten verkohlten Sparren kam nach der Rückkehr wieder Leben in die Ruinen. Denn in dem Aschenhausen steckten „die festen Wurzeln seiner Kraft". Hier war er nicht mehr schwankendes Rohr im Wrnde, der ihm zufällig um die Rase geweht wurde. „Der Erde schönstes Gut / Sind Haus unt> Vaterland..." beginnt eine alte Zuschrift in Eckwersheim bei Straßburg.
Reben der volkskundlichen Bedeutung sprach aus solchen Sprüchen nicht selten auch eine tiefe Religiosität des Welt- und Daseinsgefühls und ein Wißen um die Vergänglichkeit dessen, woran wir uns nur eine kurze Weile als Besitz erfreuen dürfen. Deshalb liest man in Laimach:
„Dies Haus gehört nicht mein, Der nach mir kommt, wird's auch nicht sein. Man trug auch den Dritten hinaus, Ach Gott, wem gehört dieses Haus!"
Wie das deutsche Volkslied, so ist eben auch der Hausspruch eine jener anspruchslosen Feldblumen, deren Farbe und Duft zwar nicht blendet und berauscht, die aber, weil sie aus den ureigensten Gründen deutschen Gemüts erwachsen sind, Anspruch auf Erhaltung und Wertschätzung haben. Kig.
Wer Hilst der Bahnhofsmission?
Die Dahnhofsmission bietet seit 1894 unentgeltlich Schuh. Rat und Hilfe auf der Reise. 3n etwa 450 Städten Deutschlands unterhält sie Beratungsstellen auf den Bahnhöfen. Dor allem den reisenden Mädchen, Frauen und Kindern steht sie zur Seite. Die Helferinnen sind Tag und Nacht zum Dienst bereit Unterbringung und Hilfe für 3ugendliche, Kranke und Obdachlose wird nach besten Kräften gewährt. Die Dahnhofsmission steht allen Hilfsbedürftigen zur Verfügung. Die Plakate in den Eisenbahnwagen weisen auf diese Arbeit hin. Sie sollen junge Menschen vor den Gefahren der Fremde warnen. Die Hilfe der Bahnhofsmission soll und will die Vorsorge der Heimat ergänzen.
Deshalb bittet die Dahnhofsmission, daß jeher- mann dazu beitragen möchte und so das segensreiche Werk, das seit 3ahrzehnten besteht, in Zeiten schwerster wirtschaftlicher Rot zum Desten vieler Tausender von 3ugendlichen und Kindern, von Kranken, Greisen und Heimatlosen in unserem Vaterland erhalten bleibt. Darum gebe jeder am Samstag und Sonntag am Dahnhof (nur dort sindet die Sammlung statt) sein Scherflein. 3ede Gabe ist willkommen!
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Vortrag mit Koch-. Dack- und Dratvorführungen im „Mabag-Heißluftherd", 20 Uhr, Hotel Schütz. VHC. Gießen: Monatsversammlung und Gedächtnisfeier für Dr. Wenzel. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der falsche Ehemann", ab 10.45 Uhr Nachtvorstellung „Aus der Sprechstunde des Dr.X".
— Aus dem S t a d 11 h e a ter b u reau wird uns geschrieben: Als erstes Gastspiel für die Sommerspielzeit hat die 3ntendanz das Berliner „Kleine Theater" mit der einmaligen Aufführung des Lustspiels „Liebe unmodern", von Sterk. verpflichtet. Grete Reinwald, die bekannte Tonfilmschauspielerin, ist die Trägerin der Hauptrolle. Trotz des Gastspiels ermäßigte Sommer- Preise.
— Marine-Gautag in Gießen. Der Gau „Niederwald" im Bund Deutscher Marinevereine hält am 6. und 7. Juni in Gießen in den Räumen des Bootshauses des hiesigen Marinevereins (Wiß- marcr Weg 4) seinen Gautag ab. Näheres in der heutigen Anzeige.
— Per Verband ehemaliger Vogt« scher Handelsschüler und -schulerinnen veranstaltet am nächsten Sonntag, 7.Iuni, ein Früh« lingssest auf der Hardtterrasse. (Siehe heutige Anzeige.) e
•• Somm erfest der Gießener Studentenschaft. Die Leitung des diesjährigen großen Sommerfestes der Gießener Studentenschaft zugunsten der Studentenhilfe in der Volks- Halle am 7. 3uni teilt folgendes über die Ausgestaltung des Festes mit: Unter lebhafter Mitwirkung aus den Kreisen der Studentenschaft sind die Torbcrcilungcn bereits abgeschlossen. Beliebte Mitglieder des Stadttheaters haben sich für Darbietungen auf der Bühne, der Halle, in der Dar und im Kabarett zur Verfügung gestellt, unter denen die Uraufführung eines SketschS von Dr. Ritter ganz besondere- Interesse erregen wird. Auch die Mitwirkung des Tanzpaares D ä u l k e wird begrüßt werden. Ueber- raschungen besonderer Art werden dazu beitragen, wieder die gewohnte glänzende Stimmung zu erzeugen. Da auch für große Tanzflächen und hervorragende Tanzmusik gesorgt ist, werden jung und alt bei bescheidenen Ausgaben frohe Stunden verleben können. Man beachte die Anzeige in der morgigen Nummer.
** Di e fälligen Stromgelder für den Monat April werden in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil angemahnt. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.
*• Ein Achtzigjähriger. Am Sonntag begeht der frühere Schmied August Denk, Westanlage 64, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag.
* ZweiFünfundsiebzigjährige. Kaufmann August Roll, der Seniorchef der Kreuz- Drogerie, begeht am morgigen Samstag in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist eine stadtbekannte und allgemein geschätzte Persönlichkeit. Er war früher Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung, wirkt noch heute im Ortsgericht mit, ist langjähriger stellvertretender Direktor der Bezirkssparkasse Gießen, Mitglied der Handelskammer und feit 1909 Standesbeamter. — Die Witwe Louise Valentin, geb. Riebergall, begeht am morgigen Samstag ebenfalls ihren 75. Geburtstag in großer geistiger und körperlicher Rüstigkeit.
** Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse muh planmäßig spätestens bis zum 8. 3uni 18 Uhr bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme geschehen.
** Dergbauschüler in G iehen. Die demnächst abgehende Klasse deS Grubensteiger- lehrgangeS Nr. 64 der Essener Dergschule befindet sich auf einer Lehrfahrt zum Studium des hessischen Eisen st einbergbaues. Sie weilte heute in Gießen und besichtigte unter der Führung von Herrn Prof.Dr. Hummel Die Draunsteinbergwerke in der Lindener Mark. Rach der Befahrung von Drauneisenstein- gruben des Vogelsberges erfolgt die Weiterfahrt an den Rhein, um den rheinischen Schieferbergbau fennenauTemen.
** DerReichsbahn-Turn- undSpvrt- beretn Gießen veranstaltete am Mittwochabend bei sehr starker Beteiligung zu Ehren seines nach Dillenburg versetzten Mitgliedes, Dahn- hofsoberinspektor Drettschneider, eine schlichte Abschiedsfeier. Der 2. Vorsitzende. Oberbahnhofsvorsteher Heinzelmann, würdigte die hervorragenden sportlichen, dienstlichen und gesellschaftlichen Eigenschaften des Scheidenden und bedauerte dessen Weggang. Er gedachte ferner der vorzüglichen Leistung der Schießabteilung deS Reichsbohn-Turn- und Sportvereins, die unter stärkster Konkurrenz am vergangenen Sonntag beim Pokalschiehen in Marburg den ersten Sieg errang. Dahnhofsoberinspektor Drettschneider dankte für die freundliche Ehrung, ferner dankte er dem Quartett „Flügelrad" unter Leitung des Herrn Karl Ehelmüller und der Hauskapelle, die durch gut vorgetragene Ehöre und Musikstücke zur Verschönerung der Feier beitrugen.
Wettervoraussage.
Die Ostwindströmung an der Süd- und Westseite des Hochdruckkeils ist erhallen geblieben ünd hat auch in unserem Bezirk bereits in den ?estrigen Rachmittcvgsstunden den Himmel troll» Dnrmen aufbeitem lassen. Dadurch kommt die westliche Störung, die ja immer weiter nach Frankreich vorrückt, aber kein stärkeres Baro- metergefälle zeigt, bei uns noch nicht recht zur Oeltung, vielmehr bleibt zunächst das meist heitere Wetter erhalten. Erst später dürften sich noch stärkerer .Erwärmung lokale Gewitterstörungen herausbilden.
Aussichten für SamStag: Zunächst vielfach heiter, später auch vorübergehend gewitterdrohende Bewölkung aufkommend, warm, noch trocken.
Reifem eklerdienst
der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.
Westerland auf Sylt: 11 Grad, Tem- peraturverlauf: kühle Rächt, heute morgen Rord- westwind, Witterung heule: halb bis ganz bedeckt, Witterungsverlauf feit gestern teils heiter, teil« wolkig.
Baden-Baden: 17 Grad, gestern warmer Tag, Rordostwind, heute morgen heiter, hall» bis ganz bedeckt, gestern meist heiter.
Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein.
Eine einzige schlechte Kaffeebohne
kann den ganzen Kaffee verderben . . . Trinken Sie den vorzüglichen Kaffee Hag. Jede Bohne ist auserlesene Qualität.
Dabei ist Kaffee Hag coffeinfrei und vollkommen unschädlich.


