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Bekenntnis eines Eökimo-OichierS.

,Lieder der Schneehütte" ift der Titel einer Sammlung von Eskimo-Gedichten, die der be­kannte Polarforscher Knud Rasmussen, der selbst von mütterlicher Seite her Eskimo ist, soeben in Stockholm in schwedischer Ueberletzung veröffentlicht hat. Diese Lyrik, die er von den Bewohnern der E swüsten Kanadas und Grön­lands gehört hat. bestätigt den hohen Rus, den die Poesie der Eskimos bereits besah. Alle die Themen, die unsere Sänger im Lied behandelt haben, werden auch hier gestaltet, aber mit einer wichtigen Ausnahme es gibt keine Liebespoesie. Wohl handeln auch manche Gedichte von erotischen Dingen, aber der Poet tritt dann nicht a'8 persönlicher Liebhaber aus, sondern wendet sich an die Frauen im cIrK*Tr:-= neu. Rasmussen teilt auch interessante Aeuherun-

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13000 Kilometer in der Sekunde.

Von Professor Or. Küstermann.

Geschwindigkeiten wie 13 000 Kilometer in der Sekunde gibt cs aus der Erde natürlich nicht, denn diese Strecke würde ja ungefähr der Lange des Erd- dulchmessers entsprechen, und das ist doch ein bißchen viel für eine Sekunde. Es handelt fick also um Ge­schwindigkeiten im Weltraum, wo die Großenoerhält- nifje etwas anders sind als auf unserer kleinen Erde

Vielleicht sind in keinem Punkt die Fortschritte der neueren Sternkunde so finnfällig deutlich wie gerade bei der Bestimmung der Geschwindigkeiten von Welt­körpern, abgesehen von den Wandelsternen. Die alte Sternkunde dachte überhaupt nicht an die Möglichkeit ihrer Bewegung, und danach führen ja noch heule dieFixsterne" ihren Namen, denn dieses Wort bedeutet natürlich nicht, daß diese Sterne sehrfix" sind was unseren heutigen Anschauungen mehr ent­sprechen würde, sondern daß sie an der angenomme­nen, sich täglich einmal umdrehenden Himmelskugel .Fn'gehestct" sind. Nur bei wenigen Sternen ließe sich eine solche Bewegung nach Tausenden von Jahren mit bloßem Auge fcststellcn Bei weitem die m isten Sterne haben sich auch selbst in diesem Zeitraum noch nid)' um ein dem bloßen Auge sichtbares Stück bewegt Aber das Fernrohr, vor allem freilich das mit der Lichtbildkammer ausgestattete Fernrohr, er­gibt wenn die Bilder unter dem Mikroskop aus gemessen werden, eine Genauigkeit, vor der sich die scheinbare Unveränderlich"^! des Sternhimmels als Sinnestäuschung herausstellt Wir wissen, daß sich alle Sterne bewegen kreuz und quer, und daß wir nur genügend lange Zeit zu warten brauchen, bis sich alle Sternbilder bis zum Nicht-mehr-Wiedererkennen verändert haben.

Freilich können wir auf diese Weise nur seitliche Bewegungen feststellen Bewegungen auf uns zu oder von uns weg bleiben unbemerkt, denn bei der ge­waltigen Entfernung würde es eine außerordentlich große Zeit, Hunderte oder Tausende von Jahren dauern bis der Stern Heller oder minder hell er- strahlte Aber auf andere Weise können gerade diese Bewegungen auf uns zu oder von uns weg sehr genau gemessen werden, und zwar ganz unabhängig davon, ob der Stern nahe oder entfernt steht, wäh rend unmittelbar gemessene seitliche Bewegungen na­

ss gibt Ausnahmen, und der Wiener Professor Dr. Karl Camillo Schneider weist im März­heft von Delhagen & Klasings Monats­heften auf die tropischen Webeameisen als solche hin. Diese Ameisen bauen ihre Rester an den Zweigen der (Bäume, indem sie Blätter durch Fäden verbinden, die aus den Spinndrüsen der Larven stammen. Die Arbeiterinnen nehmen eine Larve zwischen die Kiefer, nötigen sie durch Druck, Sekret austreten zu lassen, und führen nun die Sekretsäden von Blatt zu Q3latt,_ sie fest mit­einander verbindend. Stehen die Blätter zu weit voneinander ab, so werden sie von anderen Ar­beiterinnen mittels der Kiefer herang^zogen. Da­bei ereignet sich, wenn der Abstand zu groß ist, daß eine Arbeiterin die andere um den Leib packt und zum fernen Blattrand hinüberhalt, der aut diese Weise erfaßt werden kann. Genügt dir Derlängerung nicht, so wird noch eine zweite, dritte oder vierte Arbeiterin eingeschaltet, ja es ergeben sich Reihen bis zu acht Arbeiterinnen, die. wenn das Blatt ersaßt ist. sich allmählich wieder durch Ausschalten von Gliedern verkürzen, dann erst, wenn sich die D'ätter berühren, werden sie zusammengewobcn. Das ist einer der sehr wenigen Fälle echten Werkzeuggebrauches bei den Insekten, der uns nun an das menschliche Weben erinnert.

türlich um so kleiner erscheinen, je weiter der Stern adstcht. Wie dies geschieht, macht am besten ein Vergleich mit den Tonen deutlich. Daß ein Ton etwa das Pfeifen einer Lokomotive hoher wird, wenn sich uns die Tonquelle nähert, und tiefer, wenn sie sich von uns entfernt, hat wohl jeder schon beob­achtet. Beim Licht, das ebenso wie der Schall eine Wellenbewegung ist, findet eine entsprechende Er­scheinung statt Um sie zur Bewegungsmessung aus­zunutzen, werden die Spektrallinien, die sich in dem Sternticht zeigen, mit den Linien einer fest mit dem Fernrohr verbundenen Lichtquelle verglichen, ihre Verschiebung nach der einen oder anderen Seite ent­spricht dem Höher- oder Tieferwerden des Tons, und danach werden die Geschwindigkeiten festgestellt In den meiftcn Fällen betragen diese 10, 20, auch 30 Kilometer in der Sekunde, bei manchen Sternen auch mehr Ganz andere Zahlen freilid) ergeben sich wenn wir nicht nach den Geschwindigkeiten einzelner Sterne, sondern der von Sternwelten fragen, die unserer nach der Milchstraße genannten Welt ver­gleichbar sind. Bei diesen Hai man schon öfters Ge- schwindigkecken von Tausenden von Kilometer in der Sekunde festgestellt Neuerdings aber haben ame­rikanische Astronomen in einem Fall eine Geschwirr- digkeit von 13 000 Kilometer in der Sekunde ge messen. Das geschah mit einem Fernrohr, dessen Linsendurchmesser größer war als seine Brennweite, so daß man ein außerordentlich lichtstarkes Bild, freilich unter Verzicht auf starke Vergrößerung, er hielt Die Ausmessung der Lichtbildplatte unter dem Mikroskop ergab die erwähnte unerhörte Geschwin- digkeit.

Freilich ist damit nicht gesagt, daß diese Bewegung aussch ießlich auf Rechnung jener fernen Sternwelt zu setzen ist. die gemessene Verschiebung der Spek­trallinien kann auch teilweise durch Bewegung unserer eignen Milchstraßenwelt hervorgerufen sein Denn ebenso gut wie andere Sternwelten kann auch unsere Welt durch den Raum fliegen. Die Ent scheidung kann nur. und zwar in außerordentlich mühevoller Arbeit, durch Vergleich mit anderen Milchstraßenwelten getroffen werden.

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3m allgemeinen wird diese Frage verneint. Gilt dock) der Gebrauch von Werkzeugen als ein rmterscheidcndeS Dorrecht der Menschen. Aber

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Donnerstag, 5. März IM

Ein Gchreinermeifler als zweifacher öoftor.

Der letzt 30,ährige Tischlermeister Peter Beben aus Karthaus bei Trier erwarb vor einigen Jahren an einem humanistischen Gymnasium das Reife­zeugnis und nach kurzer Vorbereitung und einer industriepädagogischen Arbeit den Dr phil Soeben hat er auch noch seinen juristischen Doktor an der Kölner Universität mit der NoteSehr gut" gemacht Trotzdem will Dr. Dehen dem Schreinerhandwerl treubleiben.

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gessen wird, wie entgegenkommend die deutsch« Domgemeinde sich bisher gezeigt hat.

3m 3ahre 1923 wurde die 3akobikirchr enteignet und den Katholiken zugewiesen. Da­mit hakten eine deutsche und eine lettische Pfarr- gemeinde ihr bisheriges Gotteshaus verloren. Beiden Gemeinden hat die Domgemeinde, damit sie nicht heimatlos waren, in christlicher Rächsten- liebe ihre Kirche zur (Beifügung gestellt. Leider haben die Letten auch diesmal den guten Willen mit Undank belohnt Sie haben sich nicht dan.it begnügt, im Dom zu Gaste zu sitzen, sie Halwa einen Teil ihrer Ansprüche an die Garnison­gemeinde abgetreten, die nun ihrerseits Herren- rechte beansprucht und gar keinen Hehl daraus macht, daß es ihr allein daraus ankommt, d i a Deutschen aus der Domkirche zu ver­drängen, obwohl das lettische Bürgertum selbst ebenso wie auch die lutherische Kirche Lettlands, der Gemeinden beider Sprachen angehören, von der Enteignung nichts wissen will. Aber der Rationalismus, der sich hier in ein ausgesprochen bolschewistisches Gewand kleidet, geht über alle Bedenken hinweg, obwohl er sich doch sagen muß. daß das Experiment, das hier gemacht werden soll, unter Umständen lebensgefährlich werden kann. w r

Die Deutschen werden sich bei dem Raub ihrer Kirche nicht beruhigen. Sie werden von der Möglichleit der Anrufung des Dölker- b u n d e s Gebrauch machen. Sie werden aber auch ihre Stellung zu der letsischen Regierung revidieren. Die notwendige Folge also ist eine Erschütterung der inneren Ordnung, vor allem eine Derwischung der moralisck)en Grenzen, die zwischen Lettland und Rußland bestehen. Auch die Letten wissen, daß Rußlaick» nur auf den Augenblick wartet, wo es seine Visitenkarte wieder in Riga abgeben kann. Sie sind die Rächsten in dem Abwehrkampf gegen den Bolschewismus, und sind dabei auf die aktive Unterstützung der Deutschen angewiesen. Wenn sie jetzt gerade den Deutschen gegenüber bolsche- wistische Experimente machen, dann dürfen sie sich nachher nicht Wundern, wenn sie in der Stunde der -Entscheidung allein sind.

gen von Eskimo-Poeten über ihr Schassen mit. So bekennt z. B. ein Dichter namens Orpinga iL Lieder sind Gedanken, die von dem Atem ge­boren werden, wenn der Mensch von einer star­ken Macht ergriffen wird und nicht länger in der Alltogsrede sich auszudrücken vermag. Ein Mann gerät in Bewegung wie eine Eisscholle, die im Strome rundherum gewirbelt wird. S.sine Gedanken werden von einer starken Strömung vorwärts getrieben, und er fühlt Freude oder Leid oder Angst. Gedanken strömen über ihn wie ein Fluß, machen ihn atemlos und lassen s in Herz schneller schlagen. Etwas, wie Wärme in der Lust, gibt ihm ein Gefühl des Auftauens. Und dann p öhlich geschieht es. daß wir. obwohl wir immer unsere K einheit kennen, uns noch v.el reiner fühlen, und wir fürchten uns davor, Worte zu benutzen. Aber bann geschieht es. daß die Worte, deren wir bedürfen, unabhängig und unbewußt aus uns herauskommen dann ent­steht ein neues Lied." Diese Lieder w'rden von den Derfassern bei den gemeinsamen Versamm­lungen zur B.gleitung einer Trommel g-'fungen, und der Dichter oder die Dichterin tanzt dazu in altgewohnter Weise. Es gibt auch eine Art vonS t r e i 11 i e d e r n", die bei poetischen Zweikämpfen versaßt ttrrben. Ein Monn, der sich beleidigt fühlt, fordert seinen Gegner durch ein Gedicht heraus, in dem er alle seine Be­schwerden vorbringt und den andern verspottet. Dann erwidert der andere dieses .Streitlied" auf dieselbe Weise und greift den anderen an, und nach diesem Duell sind sie wieder gute Freunde. Zu den schönsten Gedichten der Samm­lung gehört das Lied einer Frau Uvaynuk, die nur ein einzigesmal in ihrem Leben ein Lied sang, aber ein besonders schönes. B.

Öocbfdiulna't richten.

Der ordentliche Professor an der Medizin: s^en Akademie in Düsseldorf, Dr. Adolf 3a- risch ist z im ordent ichrn Pr s s ar der Phar­makologie an der Un.v'rfitat 3nnsbruck er­nannt worden. Dr 3arisch lehrte in Dwseldvrf seit Ostern 1930 als Rachfolger von W Heubner. E- gehörte bereits früher dem Lehrkörper der ÜniDer'iität Snnabrud an.

ndet sich mein Büro Hause ÄteW.

Seltersweg 73 (Haus durch den Garten, alt W. Luley

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ssichrner Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhesien^

Nr. 54 Zweiter Blatt

Eine Nachbildung des Kampfgeländes um Verdun ist gegenwärtig in einer Berliner Ausstellung zu sehen.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid. März 1931.

innerpolitischem Gebiet gesehen yar. uno Darin lohnt es die Mühe, noch einmal sich die Ent­wicklung dieser Staatskrise kurz vor Augen

Wenn man jetzt in Ruhe die letzten Ereig­nisse in Spanien überdenkt, dann möchte es schei­nen. das sei alles nicht wahr gewesen, man habe nur geträumt. War das ein Betrieb! Wer es nicht selbst miter.ebt hat. wird sich kerne Dor­stellung machen können von diesem Durchein­ander. 3edenfalls war es die eigenaitigste Sache die Europa im letzten Dierteljahihändert aus - - - - sehen hat. Und darum

archie überdrüssig ist, wie das die Republikaner in Wort und Schrift immer wieder versicherten, ist das Dolk nicht aufgestanden, um die .Be­freier" aus dem Gefängnis zu holen, wo sich doch nicht einmal die Ministerpräsidentenaspiranten wie Sanchez Guerra und Alvarez geniert haben, mit diesen Gefangenen wegen der eventuellen Ucb.mahme von M.nisterposten zu verhandeln? Die Antwort daraus hat und das ist das wichttgste - der Derlauf der Ltaatskrise gegeben: weil die republikanische 3dee in der Masse des Dolkes keine Wurzeln geschlagen hat. Sollte sie dennoch eines Tages siegreich werden, so ist das ausschließlich der politischen 3 n - dolenz der Masse zu verdanken. Ferner wurden jene Lauwarmen, die nicht wußten, ob sie Monarchisten oder Republikaner sind und die gerade deswegen immer neue Schwierigkeiten für die normale Entwicklung des Landes darstellten, restlos zerquetscht und als Hindernis für Spa­niens Zukunft aus dem W?gc geräumt. Außer­dem hat sich wieder gezeigt, daß der König der geschickteste Politiker seines Landes ist und ein Mann ohne Furcht. Gr war es. der. dem Anschein Aum Trotz, alle Fäden in der Hand hielt und allerdings ein gefährliches Spiel spielend dem staunenden Dolke bewies, daß die Monarchie in Spanien noch lange nicht ausgespielt hat.

Gin Schlag gegen dasDeutschtum in Lettland.

Die DomkirchevonRiga, eins der Wahr­zeichen des Deutschtums, ist urplötzlich in Gefahr geraten: die lettische Regierungspartei hat den Antrag eingebracht, die Domkirche der deut­schen Gemeinde zu nehmen und der Gar­nisongemeinde zu übergeben, sie also zu lettifie- ren. Das letzte Wort ist in der Angelegenheit noch nicht gesprochen, aber die Gefahr, daß hier ein rücksichtsloser Schlag gegen das Deutschtum geführt werden soll, ist sehr groß. Er wirkt um so brutaler, als irgendwelche auch nur scheinbare Rechtsgründe für diese Enteignung nicht vorhanden sind. Die Letten berufen sich dar­auf, daß die Armee die Befreierin Lettlands sei, also auch die Domkirche mit­erobert habe und daß es die Ehre der Armee ver­lange. eine repräsentattve Kirche zu besitzen. Die Rolle, die die Deutschen im Kampf gegen den Bolschewismus gespielt haben, wird dabei ab­sichtlich vollständig vergessen, ebenso wie ver-

zu führen. , t ,

Derenguer hatte versucht. Spanten aus

dem Weg über allgemeine Wahlen z u_ ein e m gewöhnlichen, verfassungsmäßig en Parlament zurückzu führen. Der König war damit einverstanden. Die Gegner der Mon­archie aber wollten von einer derartigen Wieder- Herstellung der normalen Lage im Lande nichts wissen und begannen gegen diese Wahlen Propa­ganda zu machen, in der stillen Hoffnung, sie sabotieren zu können. Der Regierung war da- natürlich nicht angenehm, trotzdem aber ließ sie sich durch diese Takttk nicht einschüchtern und ging ihren Weg weiter, entschlossen, die Wahlen auch ohne die republikanische Oppositton durch­zuführen Die nichtkonservativen monarchistischen Parteien ha^en ihre Beteiligung zugesagt. Da plötzlich, kurz vor Toresschluß, erklärt der Füh­rer der Liberalen, Graf Romanones, und mit ihm der Marquis Alhucemas, sie wür­den nur um des parlamentarischen Prinzips wlllen an den Wahlen teilnehmen. seien aber entschlossen, sofort, in der ersten Sitzung schon, die Einberufung von verfassunggebenden Eortes und die Auflösung des Parlaments zu beantragen. Wenige Stunden später schloß sich (Sambo, der Führer der katalanischen Regio- nalisten, dieser Erklärung an. Damit war die Ab­haltung der Wahlen natürlich unmöglich gewor­den. da' die Regierung mit einem derartigen Rumpfparlament nichts anfangen konnte. Sie zog die Konsequenzen und trat zurück.

Run begannen die Verhandlungen, endlos, alle zwöls, alle drei Stunden andere Kombina­tionen die Republikaner frohlockten und ließen schon Roten los über denSieg", den sie ihrer Ansicht nach erfochten hatten. Der König lieh alle alten Politiker kommen und hörte ihre Dorlchläge an. Rachdem ein Kabinett Az­nar mit der maßgebenden Beteiligung von Ro- manones. bei dem sich zu beteiligen die Kon­servativen abgelehnt hatten, an der feindlichen Haltung der sogenannten Konstituti ''allsten Leute, die angeblich monarchisch ges sind, in W rttichlcit aber der Republik voru-veiten gescheitert war, besah! der König jenen Sanchez Guerra. der tausend Eide geschwo­ren hat. den königlichen Palast nie mehr zu be­treten und der vor Monaten erst den König nach allen Regeln der Kunst angegriffen und heruntergezogen hatte, zu sich, um ihn. den Führer jener konst tatio alistischen Bewegung, mit einer Regierungsbildung zu beauftragen. Das war wohl der gesch ckteste Schachzug in dem gan­zen Spiel. Denn Sanchez Guerra mußte vier­undzwanzig Stunden später die Meldung ma­chen, daß seine Absicht, die Sozialdemokraten und Republikaner zur Teilnahme an der Re­gierung zu bewegen, am Widerstand jener Grup­pen gescheiiert sei. Er wolle es nun ohne diese Kräfte versuchen, allein mit den Kon­stitutionalisten. Dafür aber bedankte sich der Monarch und stellte sich auf den Standpunkt, daß eine Linksregierung nur mit den Republi­kanern Sinn und Zweck habe. Da es nicht erreicht werden konnte, schickte er auch den politischen Freund Guerras. Melquiades Alvarez, nach Hause, der die Monarchiegegner ebenfalls nicht zur Mitarbeit bewegen konnte. 3nzwischen die Sache sah verdammt gefährlich aus, da der 5tonig sich für den Fall des Zustandekommens einer Linksregierung verpflichtet hatte, sich einer

Reihe seiner Rechte zu begeben wurde die Ge­schichte den wirklichen Monarchisten doch zu dun.m. Einige Säbel rasselten laut und unmißverständ­lich und die Militärdiktatur stand vor der Türe. Da erwachten endlich die monarchisch gesinnten Kreise des Landes aus ihrem beneidenswerten Dauerschlas. das Gespenst des Generalstreiks war auf getaucht und zeigte ihnen, daß die Gefahr für die Monarchie auch ihre eigene bedeute. 3n wenigen Stunden war eine K onzen- trationöregierung beschlossen, der alle nichtrepublikanischen Kreise angehören sollten. Diese Regierung, zu deren Präsidium man wieder den schon einmal genannten Admiral Az nar bestimmte, leitet heute die Geschicke Spaniens.

Für jeden, der die spanische Politik nicht genau kennt, scheint es als ob man heute wieder genau da steht, wo man angefangen hat, daß das Ganze also ein zumindest unnützes Unternehmen gewesen sei. wobei um ein Haar die Monarchie sich ihrer wesentlichen Rechte begeben hätte. Run, rein äußerlich stimmt das auch, denn das Pro­gramm der neuen Regierung ist im wesentlichen das gleiche wie das der Regierung Derenguer: allgemeine Wahlen, allerdings über den Umweg der Gemeinde- und Provinzialwahlen und mit einer kleinen Ruance, man hat ihnen den Titel .Verfassunggebende Cortes" gegeben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß trotz dieser versafsungs indernden Eig mschaft nicht an der Monarchie gerüttelt werden dars. Die bisher wah (feindlichen Kreise werden auch diesen Wahlen ihren Widerstand entgegensetzen, wenn sie sich auch an den Ge­meinde- und Provinzialwah en beteiligen wollen, um Einsluß auf die Gemeindeverwaltungen zu erringen.

3nnerlich aber hat sich doch sehr viel ge­ändert und das ist: wer bisher glauben tonnte und, säst möchte man sagen, glauben mußte, daß die revolutionäre Gruppe das Schicksal Spaniens in Händen habe, mußte sich nun davon über­zeugen, daß diese Annahme nicht stimmt. Wenn es wirklich so wäre, warum, so fragt man sich, hat darrn diese Gruppe, die zweifels- frei über entschlossene Führer verfügt, in diesen Tagen des größten politischen Durcheinanders nicht einen entscheidenden Schlag versucht, warum, wenn die Masse des Dolkes derartig der Mon-

3n Spanien: Ache nach dem Simm

Don unserem v. Oss.-Derichterstatter.