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4.7.1931
 
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Nr. 154 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)Samstag, 4- Zull 1951

Wandem und Reifen Bäder und Sommerfrischen.

Bei Münchhausen zu Gast,

serienreife ins Weferbergland.

Don Bernhard Siemes, ßorndit

'IDcferterqf onö das ist das Land, wo bcr EberuSkcrfürst Hermann sich gegen die Römer erfolgreich zur Wehr setzte, wo der Sachsenherzog Wittekind gegen den großen Karl kämpfte, wo an den Quellflüssen der Weser der Dorn deutscher Märchen und Sagen in die silbernen Schalen sprudelte, darin die Brüder Grimm den Segen aussingen. Alte Sitten und Bräuche sind hier noch Ictenbifl, Reiterzüge bei ländlichen Feiten, die lodernden Osterfeuer auf den Höhen, die Feuerräder von Lüdge bei Pyrmont, die bunten Bückeburger Trachten, die Volkslieder, die man abends in den Dörfern hört. Bon fern her Hingt au- dem alten Hameln die Flöte des Ratten­fänger- ...

3n Hannoversch-Münden, wo Werra und Fulda Aiifamincnfliefien und von hier an Weser heißen, in dieser Stadt, von der Alexan­der von Humboldt gesagt hat, sie seieine der sieben schönstgelegenen der Welt", lebte und wirkte der .Weiland Hochedle Hochersahrene Weltbe­rühmte Herr Johann Andreas Eisenbart, König­lich Drivilegierter Landartzt wie auch Königlich Preußischer Raht und Hofoculiste", wie auf seinem Grabstein an der St. Aegidienkirche zu lesen ist. ES klingt in unseren Ohren au» der Kinderzeit: .Ich bin der Doktor Eisenbart, kurier die Leut nach meiner Art, kann machen, daß die Blinden gehn und daß die Lahmen wieder sehn, widte- witt bumbum!" Er hat aber schon mehr gekonnt, alS das Scherzlied wahr haben will. Im Straßen- bilde der Stadt fallen die Grünröcke auf. Münden hat eine forstliche Hochschule, und wenn im Herbst die Hubertusjagd beschlossen ist, so leuchtet Fackel­schein durch die engen Straßen und alte Jagd- liedcr ertönen. Ist Münden eng, fachwerkbunt, winkelig, verknäuelt, so ist E a r l S h a s e n offen, regelmäßig, schmuck und schlicht. Dieses reizende Weserstädtchen ist dank seiner Solquelle ein rich­tiger Kurort geworden mit einem blitzsauberen Kurhaus und trefflichen Gaststätten. Das alters­braune Höxter steht gastlich am Weserufer. Seinen Rus verdankt eS nicht allein der freund­lichen Lage, sondern vor allem dem nachbarlichen Kloster Eorveh, wo Hoffmann von Fal­le rS le ben, der Dichter des DeutschlandsliedeS, die reiche Bibliothek ordnete und wo er auch die letzte Ruhe fand. Bei Holzminden beginnt das Land Wilhelm Raabe«, kessen 100. Geburts­tag wir im Herbst feiern werden. Zahlreiche Schauplätze seiner Romane liegen m dieser Gegend, die in khrer ruhig-besinnlichen Bewegt­heit mit dem Leben dieses lächelnden Weisen eng verknüpft ist und als Bild feiner milden, heiteren und inS Vergangene gerichteten Art gelten mag. Bei dem engen, stromumrauschten und köstlich schrulligen Bodenwerder gedenkt man des .LügenbaronS" Münchhausen, dessen Heimat hier ist, und dessen Gartenhäuschen hoch oben im Wald noch in dem alten Zustande gezeigt wird. Hier erzählte er einer feuchtfröhlichen Tafelrunde, die sich meist aus dem Landadel der Mmgegcnb zufammensctzte, seine phantastischen Erlebnisse. Man versteht eS, daß dieser originale, weitge­reiste Mann, der gewiß mehr war als ein bloßer Spaßmacher, gerade hier seine barocken Geschich­ten erfinden mußte. Konnte er besser alS mit diesen fröhlich ausschweifenden Phantasien dem ländlich Engen, dem Philisterhaften, das ihn be­drückte und einschnürte, begegnen ?

Und dann grüßen die grauen Renaissancebauten von Hameln. Die Stadt ist die Hochburg der sogenannten Weserrenaissance: Steinbauten wie daS Hochzeitshaus, daS Rattenfängerhaus, der Rattenkrug, das Museum, das reich geschnitzte Stiftsherrenhaus sind Höchstleistungen vergange­ner Architektur. Alles das würde Hameln aber nie so weltbekannt gemacht haben wie die Sage vom Rattenfänger, die, eine Mischung von histori­schen Begebnissen, mythischen Vorstellungen und gestaltendem DolkSgeist, ihre endgültige, einsache Front durch Grimm gefunden hat. An Schrift­lichem aus alter Zeit ist nur die Inschrift am Rattensängerhaus erhalten, wo es heißt: Am Tage Johannis et Pauli War der 26. Junii Dorch einen Piper mit allerlei) Farve bekledet Gewesen Kinder berietet Binnen Hamelen gebo­ren To Ealvarie bi den Koppen verloren." Von allen Rachdichtungen ter Sage hat ihr allein Goethes Rattenfängerlied eine tiefere Deutung zu geben gewußt.

Im benachbarten Lippeschen ist neben ter ehe­maligen Residenz Detmold die schönste alte Lip- perstadt Lemgo, das um die Zeit der frühen Renaissance einen Rekord im Hexenverbrennen ausgestellt hat und darum noch heute daS .Hcxen- neftTl heißt. Das ist ferner das kleine, ganz ein­heitlich«, malerische Schwalenberg mit dem

schönsten FachwerkrathauS des Weserberglantes, ein bunte- Gemisch von farbigem Gebälk. Hellen Giebeln, kaufen Winkeln. Blumengärten, roten Hähnen und blauen Schwalben.

Und zeigt nicht die Ratur die gleiche Art wie daS Volk und wie die Siedlungen? Man fühlt: eS besteht hier ein überraschender Sinklang zwi­schen Landschaft, Mensch, Dors und Stadt, der in einigen Gestalten besonders erhöht, geformt und weichin sichtbar herau-gcstellt ist. Raabe ist schon erwähnt worden. Man kennt neben ter Weite auch da- Schrullige, Dickköpfige, Verspon­nene seiner Art. In Städten und Dörfern gibt eS noch eine große Zahl solcher Originale. Die Münchhausiaten werten immer wieder in Schä-X fern, Forstleuten, alten Dauern aufS neue pro- teuiert. Eulenspiegeleien ter Schelm lebte nicht weit von ter Weser abseits sind gang und gäbe. Und dicht hinter dem letzten nördlichen Dergzug, noch fast auf ter Grenze zwischen Berg­land und Ebene, war Wilhelm Dusch zu Hause.

Der Geist lebt nicht nur in diesen originalen Menschen, er lebt in ter Ratur selbst. Da sind die einsamen Waldgebiete des Sollings und Reinhardswaldes, trächtig von Sagen und Wilddiebsgeschichten, wo Idyllisches und Ro­mantisches durcheinander wachsen. Gibt es im Solling noch Hochmoore, so trägt ter Reinhards- Wald herrlich ausgereckte Eichen, und hinter ur­waldgleichen Bezirken erscheint die PhantaS- magoric teS ehemaligen Jagdschlosses Sababurg, in dem das Märchen vom Dornröschen seine Hei­mat hat. Der Teutoburger Wald, an dessen Hängen einst die edlen Sennerosse brausten, hat die Grotenburg mit dem HerrmannStenkmal und ter einzigartigen srühgermanischen Kult­stätte ter Externsteine. Aus dem Süntel gibt- die Hohensteinfelsen mit wildwachsenden Eiben, und aus dem Dachtelfelte, wo einst Karls Fran- kenheer von den Sachsen vernichtet wurde, von wo ter Blutbach durchs Totental sließt, wachsen noch einige Süntelbuchen, eine säst auSgestorbene Art schlängelnder, sich drehender, steinerner Wald- ungetümc. ES gibt diese Bäume nur hier, sonst nirgends auf ter Welt, und sie wirken im mo­dernen Forst wie Saurier ter Vorzeit. Der Ith, ein sechs Stunden langer, grätiger Bergwurm,

strotzt von Felsen und hebt habet in den Jthwie» sen eine blühende Almlandschaft gegen den Hellen Himmel Au» dem Schweineberg bei Hameln blühen um Ostern Millionen Waldschneeglöckchen, auf Süntel und Ith bildet im April ter bunttrau- bige Lerchensporn einen stundenweiten Teppich. Rotwild gibt - im Reinhardswald und Solling in Rudeln, und zahlreiche Fischreiher horsten, vom Dampser auS sichtbar, an ter Weser.

Manchmal leistet sich die Ratur auch einen Witz. Bei der Steinmühle springt ein Dach aus dem Seifen direkt auf» Mühlrad und fällt ebenso unmittelbar in die Weser. Uick> das Land ter Überraschungen und niedlichen LandschastSscherze ist daS Lipperland, wo man fast immer etwas andere» zu sehen bekommt, al» man eigentlich zu erwarten berechtigt wäre. Wie gepanzerte Ritter stehen am Strom oder abscitS die schweren Renaifsancefchlösser Hehlen. Hämelschenburg, Schwöbber. Vahrenholz und wie sie alle heißen. Eines gibt es sogar, da» auf Berghöhe am Weseruser luftig aus einem Fabrikschlot qualmt e» ist die Porzellanfabrik Fürstenberg. Dann öffnet sich in dem Gerank vonBergIhnen eine sonnige Breite, und wie ein schöner, funkelnder Vogel steht das mondäne Bad Pyrmont da. mit einem der schönsten Kurparks Deutsch­land».

Die Weser selbst ist daS Leitmotiv. Zwischen Hameln und Münden verkehren die schmucken Dampser ter Oberweser-Schissahrts-Gesellfchast. Man fährt gemächlich, genießerisch, alS säße man auf ter Veranda eineS gepflegten Landgasthause». sieht Städte, Dörfer Dorbeigleiten, belauscht den Straßenverkehr ter Uferalleen, die Bauern bei ter Arbeit auf dem Felde. Waldhänge fallen in den Strom, so nahe, daß man in den grünen Vorhang greifen zu können glaubt. Die Fahrt von Münden nach Hameln dauert von 8 Uhr bis 18 Uhr. Man kommt am besten von Münden oder Hameln in die Oberweserlandschaft. Rach Münden über Kassel oder Göttingen, nach Hameln von Hannover. Hildesheim ober Löhne. Quer durch daS Gebiet läuft nur die Strecke Han­nover-Altenbeken wie auch ter Ö-Zug Ber­lin-Köln. ,

Neue Reiseliteratur.

Neue Werbeschriften von Hessen und Waldeck. Vom Derkehrsverband für Hessen und Waldeck sind neu herausgegeben worden: Preisverzeichnis der Hotels, Gasthöfe und Prioatpenfionen in den Bädern, Luftkurorten und Sommerfrischen in Hessen und Waldeck." Das Vcr- zeichnis enthält die neuesten Unterkunfts. und Uebernadjtungspreife, sowie die Preise für volle Pension. Es bildet eine wertvolle Ergänzung zu dem Führer durch Hessen, Waldeck und Oberroefergebie t". Da schon Pensionen von 3 Mark an zu haben sind, gehört Hessen.Waldeck zu einem der preiswertesten Erholungszentren Deutsch­lands. Eine WerbeschriftD a s Waldecker Land" soll auf die Schönheiten dieses Landes und feine Eigenarten Hinweisen. Neben einer Anzahl guter Bilder enthält die Schrift eine Uebersichtskarte. Unter dem TitelW ändert im Werratal" ist ein Faltblatt in Kupfertiefdruck erschienen. Die Schrift weist in knapper und wirkungsvoller Form auf die Schönheiten des Werratales und feine Bor- ziige als Wander, und Reisegebiet hin. Neben einer Anzahl guter Bilder ist das Faltblatt mit einer Uebersichtskarte des Gebietes versehen.

Reue W e g ze i ch e n ka r t e vom öst­lichen Taunus 1:10 0 0 0 0. Auf Papier 2 Mk., aufgezogen 3,50 Mk. Rechtzeitig vor Beginn der Wanterzeit erscheint soeben in 13. Auflage (105. bis 116. Tausend), abermals wesentlich verbessert, die amtliche Karte ter mit farbigen Zeichen versehenen Wege im östlichen Taunus (Raum: Schlangenbad Knoten Ho­hensolms Wetzlar Grüningen Offen­bach Wiesbaden), herausgegeben im Selbst­verlag vom Gesamt-Taunusklub e. V, Sih Frank­furt a. M. (76.) Außer der Eintragung aller Situattons- und Zeichenänterungen, wie sic seit der letzten Auflage sich ergeben haben, fällt die in dieser Karte zum ersten Male gebotene Dar­stellung des Geländes angenehm auf. Zum ersten Male enthält sie auch die Jugendherbergen und die Häuser ter Raturfreunde samt den Zugangs­wegen, soweit sie nicht mit den bereits vom Taunusklub oder seinen Rachbam bezeichneten zusammenfallen.

W ohin reisen wir?" Unter diesem Titel erschien einKleiner Hapag-Reiseberater 1931", der auf 100 Seiten allerlei nützliche Hinweise, Ratschlage und Projekte für das reiselustige Publikum enthält. Anregungen für die Erholungsreise finden sich neben

I dem Reisekalender und den Fahrpreistarifen: Ar­tikel über die Heilkraft des Meeres und die Ver­sicherung des Reisegeldes neben praktischen Zusam­menstellungen von Paß. und Zollvorschriften, sowie über den bequemen Verkehr mit einem gut und zu- verlässig arbeitenden modernen Reisebureau.

M e i) e r 9 Reisebücher": D i e Ober- italienischen Seen, Turin, Mailand, Verona. (Mit 13 Karten, 9 Plänen und 3 Grundrissen. In Ganzleinen 8 RM. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig.) (137) Das ganze Gebiet zwischen den südlichen Alpenpässen und dem Po wird ein- gehend beschrieben: Garda, und Comersee, Lago Maggiore und Luganer See mit ihren internatio­nalen Erholungsplätzeni die südlichen Alpen vom Monte Rosa bis zum Monte Baldo und die inter- effanten großen Städte: Mailand, Turin, Verona. Die farbenreiche Gestaltung der Karten und Stadt- oläne, auf denen alle großen Durchgangsstraßen für Automobilisten besonders gekennzeichnet sind, die genaue Beschreibung aller Zugangswege über die Alpen, die ausführlichen Angaben über Zollwesen, Verkehrsmittel, Hotels und nicht zuletzt die italienische Speisekarte und die deutsch-italienischen Autofachaus­drücke machen MeyersOberitalienische Seen" zu einem zweckmäßigen Führer für dieses Gebiet.

Wie lebt man gut und billig in der Schweiz? Welche Preise hat man für Zimmer und Verpfle­gung zu zahlen? Das ist jetzt eine häufig gestellte Frage; manche fürchten in der Schweiz lebe man teurer als in anderen Reisegebieten. Wer als Bc- sucher der Schweiz dem bewährten Rat folgt, daß es auch für wechselnde Touren praktisch ist, in festen Standquartieren mindestens fünftägigen Aufenthalt ZU beziehen, der lebt hier keineswegs teurer als in anderen Reiseländern. Auch für den Touristen hat es sich als praktisch erwiesen, in den Hauptgebieten, Z. B. der Ostschweiz, der Zentralschweiz, dem Berner Oberland, Wallis oder dem Genfer See an einem Platze für eine Reihe von Tagen zu weilen, um in halb- oder ganztägigen Ausflügen die wichtigeren Punkte zu besichtigen. So kann man in drei bis vier Wochen mit vier bis fünf Standquartieren große Teile der Schweiz bereifen. Näheres über die Gast- ftätten in Schweizer Reisezielen und über deren Pensionspreis findet man imSchweizerHotel- führet 1931 und in der BroschüreDie bil­lige Schweiz".

Wanderfahrten.

Gießen Klein.Linden tiOrnborf Stoppel- berg honigmühte Wetzlar.

Die Frankfurter Straße entlang wantern wir nach Klein-Linten und (toten bei ter Bahnunter­führung auf gelte Punkte, die unS zunächst ha» Geleite geben. Kurz hinter ter .Burg" führt uns ein Feldweg nach links übet einen aussichtsreichen Höhenrücken durch da» anmutig im Kleebachtal gelegene Allendorf nach Münchholzhausen. Von hier folgen wir schwarten Strichen, die unS zum 402 Meter hohen Stoppelberg leiten. Von tem vor einigen Jahren errichteten steinernen AussichtSturm genießt man einen umfassenden Rundblick. Fast ganz durch schönen Waldtestaad gehen wir jetzt demL des Lohnhöheirwcgs nach zur gastlichen Honigmühle, die reizvoll im lieblichen Wetzbach- ober Siebenmühlental liegt. Rote Striche führen uns von hier den Weytech abwärts über Rauborn nach unserem Endziel Wetzlar. Wanterzeit etwa 5 Stunden.

Schotten Gonterskirchen Ulfa Ridda.

Wit fahren nach tem freundlichen Kreisstädt­chen Schotten, das wir in-nordwestlicher Richtung durchschreiten und gelten Ringen nach aufwärts fteigen. Kurz hickder ter Kilians Herberge verläßt unser Zeichen die Straße und bringt uns auf schönen Waldpfaten nach tem lieblich im Grünte gelegenen Gonterskirchen. Runmehr gehen wir in südlicher Richtung ohne Zeichen durch freie Gegend, bis wir auf das von Laubach lommente blaue liegende Kreuz stoßen. An dieser Stelle bietet sich uns ein überraschender Blick auf da» hochgelegene StornfelS sowie auf die Höhen des Vogelsterges. Auf unserem weiteren Marsche, immer den Kreuzen nach, kommen wir durch Ulfa mit guten Gasthäusern und später durch den Harbwald, an dessen Eingang wir noch einen prächtigen Rückblick auf ben hohen Vogelsberg haben. Ucter die Bahnlinie Dießen -Gelnhausen und Ridda-Schotten führt uns das Zeichen zu unserem Endziel Ridda. Wanterzeit etwa 41-, Stunden.

Reisewinke.

Nordsccbad Borkum.

Borkum ist infolge seiner bevorzugten Lage frei von Küstenluft und Wattendunst. Borkum hat eine Wandelhalle, die auch bei weniger schönem Wetter den Aufenthalt am Strande ermöglicht und besitzt Süd- und Nordbad: den Gästen ist hierdurch Ge­legenheit gegeben, vor. und nachmittags zu baden. Der Strand ist weiß und steinsrei. Borkum hat Herr- Uche Dünen und Wiesen und bietet Gelegenheit zu * ausgedehnten Spaziergängen. Die Straßen sind breit und gepflegt. Borkum bietet Erholungsuchenden ab- solute Ruhe und bringt doch Abwechslung genug, um auch den weniger Ermatteten Anregung und Zerstreuung zu geben. Und was bei der heutigen schweren ^eit sehr ins Gewicht fällt: Borkum hat seine Kursteuer stark ermäßigt, besonders für Fa­milien. Die zahlreichen Hotels und Pensionshäuser haben ihre Pensionspreise ebenfalls der Zeit ange­glichen.

Nordsccbad Wilßclmohavcn.

Nordfeebäder gelten im allgemeinen als teure An­gelegenheit. Da Wilhelmshaven als Nordfeebad ohne die fogenannte Fremdenindustrie, ohne Kurtaxe, ohne Saisonpreise sich behaupten kann ift weitesten Kreisen die Wohltat eines Ferienausentyalts an der Nordsee möglich. Die Kurve der Beliebtheit Wil- ' hetmshaoens steigt: 1925: 3000, 1926: 5000, 1927: 8000, 1928: 11 000, 1929/30: 15 000 Sommerfrischler! DieGrüne Stadt am Meer" ist nicht nur ein ge­schätzter Kur. und Erholungsplatz, sondern auch der maßgebende Standort für Nordseeausflüge, nament­lich für billige Helgolandfahrten. Die reich bebilderte Werbeschrift ist in allen Reisebureaus erhältlich.

Jodbad Tölz.

Der bekannte Gesundbrunnen Iod-Bad Tölz führt alljährlich Sommer wie Winter Tausende von Hei­lung. und Erholungsuchenden aus allen Gegenden des In. und Auslandes zusammen. Dieser Kurort im lieblichen Isarwinkel, von München in 80 Minu­ten erreichbar, verbindet modernen Badebetrieb in seinen sehenswerten Kuranlagen, erstklassige Unter- kunftsmöglichkeiten und idyllisch-ländliche Geruhsam- kett. Auf abwechslungsreichen Spaziergängen, kleinen Bergtouren, im städtischen Freischwimmbad Aich- mühle oder beim Fünfuhrtee wird jeder was bei allen Kuren ein wichtiges Moment darstellt auch innerlich gesund. Für Abwechslung und Zerstreuung sorgen Konzert, Theater, Reunions, Sommerfefte und andere gesellschaftliche Veranstaltungen im Kur- haus und in den verschiedenen Hotels.

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