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7. Juni 1860

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aufgenommenen Vortrag.

1888: der Universitäts-

Dresden gestorben:

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Patienten angepaßte Lieder zum Vortrag, die großem Beifall ausgenommen wurden.

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Mechaniker Karl Zeiß, Gründer der Zeiß-Werke, in Icna gestorben.

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Professor Fechner

70 Geburtstag feiern. Er wurde am

in Berlin geboren. Fechner war ein Schüler von Defregger und ein Freund Wilhelm Raabes, von dem er das erste Porträt gemalt f)at.______________

Bitte geben Sie sie frühzeitig aut. damit für eine wirkungs­volle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann

Lichtspiele, Hauswirtschaftliche Weihnachtsaus­stellung - Lichtspielhaus Bahnhofstraße:l)-Zug 13 hat Berspätung."

Der Goethe-Bund kann seinen Mit­gliedern und Freunden, wie man uns schreibt, wieder mit einem besonderen literarischen Genuß aufwarten. Es ist ihm gelungen, den Erzähler Hans Grimm zu einer Borlesung aus eigenen Werten zu gewinnen. Grimm ist der Schöpfer des deutschen SchickfalsrornanesBolt ohne Baum". Hans Grimm hat bei seinen Vorlesungen überall begeisterten Beifall gefunden. Ein be­deutsames literarisches Erlebnis steht bevor, an dem teilzunchmen kein Literaturfreund versäumen sollte. (Siehe gestrige Anzeige.)

Der Kaufmännische Verein und Ortsgewerbeverein veranstalten am Frei­tag, 4. Dezember, 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität den dritten Vortragsabend. 2n einem Lichtbildervortrag wird Dr. von Papen, Dresden, über das ThemaDie gefährdete Hei­mat im deutschen Osten" sprechen. Der Vortra­gende wird, wie man uns schreibt, auf' die durch den Korridor geschaffene unhaltbare Lage des Landes eingehen, die Danziger und die Memel­frage erörtern, durch einen Rückblick auf die po­litische und kulturgeschichtliche Vergangenheit des Ostens und durch die Schilderung seiner land­schaftlichen Schönheit ein umfassendes Bild der Verhältnisse geben. Näheres ist aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich.

Krippenspiel der Frauengruppe des VDA. Gießen. Nächsten Sonntag, 6. De­zember, 17 Uhr, veranstaltet die Frauengruppe des VDA. Gießen im Katholischen Dereinshaus ein Weihnachtsspiel, in dem nach der Art der alten Krippenspiele unsere schönsten Volkslieder verarbeitet sind und von Kindern gesungen werden. (Siehe heutige Anzeige.)

' ul Gießen iilP Plöcksk12 V < Tel. 3170 ^AllePhoroarbeilen Säuber. und preiswert!

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Mvnalvchamm- en König (einet 'lustig zu et« ierung einet dem lieh das Icrmö« i. Schon seit meh- Hauptteil seines en Papieren 'bet 22-30 Mil­ch, England und gentinicn unter« ne leinet Privat« aus die Lchlös« n Sebastian, Musst al klug von i (einen Anteil irgtundbahn. >e verurteilt.

en fand eine Ser« 'amte aus Lissa fanterieülegiment onage ange- unter AM utz nie wurde zum leidigung Hal an adengesuch gc-

Taten für Ton» ertztaa 3. Dezember.

Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 16.19 Itljr. Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 13.21 Uhr.

1857: der Bildhauer Christian Daniel Rauch tn

Schon diese Tatsache allein muß jeden Liebhaber von Goldmundstück-Zigaretten veranlassen, das neue Zwillingsprodukt, die

Abendmahl, die Pflege christlicher Sitte in Haus und Oeffentlichkeit ist Dienstpflicht am Volk für jeden, der sein Volk lieb hat und etwas weih von den Kräften des Evangeliums.

Den Abend beschloß das LegendespielChri- stofferus" der Bubengruppe der Mat- thäusgemeinde. Langanhaltender und spon­tan sich äußernder Beisall dankte der jugend­lichen Spielgemeinschaft für diese prachtvolle, mit restloser Hingabe gespielte Aufführung, Hier war Bekenntnis zu Christus, zu Dienst und Treue im Kleinen als der Kraft, die alle Widerstände überwindet und einem Volke aufhilft zu neuem Auferstehen in jugendlicher Kraft. y.

noNzen

Tageskalender f ü r Mittwoch: Stadtthcater Gießen.Mary und Lisa", 20 bis 22.15 Uhr. Oberhessischer Kunstverein: Ober- hessische Künstlerhilfe, 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Vrandplatz. Deutsche Frauenkultur: Aus­stellung deutscher Wertarbeit, Cafe Amend, 10 bis 20 Uhr. Hotel Schütz, Gießen: Oeffent- licher Vortrag von Eugen Hammer überAstro­logie". 20 Uhr. Hausfrauenberatung: Palast-

steht in unveränderter Güte die

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n belegt

Kunst und Wissenschaft.

Professor Hanns Fechner t-

Der blinde Maler Professor Hanns Fechner ist in Schreiberhau nach dreitägigem Krankenlager an

an der Spitze deutscher Qualitätsfabrikation.

Geldspenden für die Winiernoihilfe.

Bis Ende November sind der Gießener Winternothilfe an Geldspenden ins-gesamt 3617,80 Mark zugeflossen. Im einzelnen verteilt sich diese Summe wie folgt: Haussammlung durch die Hausfrauenberatung 2159,60 Mark. Arbeit­geber-Verband 500 Mark, Oberhessischer Auto­mobilklub ICO Mark, Gießener Bankenvereini­gung 150 Mark, Frauenhilfe 390 Mark, Rein­ertrag aus dem Vortrag: Zeppelinfahrt in die Arktis (Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Verein für Luftfahrt) 90 Mark, Privatspenden 188,20 Mark. Sonstige 40 Mark.

Unterschreiben

Von hiesigen Mitgliedern des Deutschen Staats- bürgerinnen-Verbandes und von Angehörigen an­derer vaterländischer Organisationen werden ge­genwärtig in unserer Stadt Einzeichnungs- listen einer Kundgebung an die In­ternationale Abrüstungskonferenz in Gen) 1 932 in Umlauf gesetzt. Durch Na­mensunterschrift in diesen Listen sollen die Män­ner und Frauen Deutschlands der allgemeinen Volksforderung an die Internationale Ab­rüstungskonferenz Ausdruck geben, daß sie sofort den Verpflichtungen nachkommt, die hinsichtlich der Verminderung der nationalen Rü­stungen eingegangen sind. Es bedarf wohl kei­ner besonderen Begründung mehr, daß es für jede deutsche Frau und für jeden deutschen Mann einfach selbstverständlich ist, Sich in diese Listen einzuschreiben und damit der Abrüstungskonserenz den Beweis zu liefern, daß die Forderung der deutschen Regierung sich aus den Willen der breitesten Schichten unseres Volkes stützt. Jeder Erwachsene ist berechtigt zur Einzeichnung, man schreibe sich aber nur in eine Liste ein und achte genau darauf, daß auch nicht aus Versehen zwei oder mehr Listen unter­schrieben werden, damit nicht den Gegnern der Vorwand geliefert wird, die Zuverlässigkeit der deutschen Unterschriftensammlung in Zweifel ziehen zu können

Gcmeindcabend oer MtthauSgemelnde.

Gemeindeabende sind Sammelpunkte des Ge- mei..belebens, Verwirklichung des Gemcinichafls- gedankens in neuer Form. Kräfte des Glaubens und der Liebe, der Gemeinschaft sollen hinein- getragen werden in eine Zeit, die mehr als je diese Kräfte entbehrt und notwendig hat. Diese Gedanken waren maßgebend für den Ge­meindeabend, den die Matthäus- gemeinde am Sonntag, dem 1. Advent, im Cafö Leib hielt. Wir fügen zugleich an, daß der Abend außerordentlich gut besucht und die Stim­mung vortrefflich war: der Saal war bis auf den letzten Platz beseht.

Das liebe alte AdventliedEs kommt ein Schiff, geladen bis an seinen höchsten Bord" eröffnete den Abend. Fräulein Hanna Kellner, die Altistin des Abends, sang das Lied mit einer sehr reinlichen Technik, schwungvoll und farbig, die lyrischen Partien mit viel Hingabe verwirk­lichend. Die Sängerin hat eine Zukunft als Ora° toriensängerin. Die Bachsche ArieSchäme dich o Seele, nicht, deinen Heiland zu bekennen" weist unbedingt in dieser Richtung. Einen starken Eiw> druck machte das Präludium zur Suite im A-OHoIl für Violine und Klavier von Reger. Das war etwas, was unmittelbar zum Herzen des Hörers geht, tief und doch verständlich auch für den Schlichtesten in der Gemeinde. Dasselbe gilt von dem Largo aus Johann Sebastian BachsMusi­kalischem Opfer". Franz Bauer (Violine) und Helmut Eger (Flöte) verliehen dem Largo virtuosen Ausdruck. In diesem Violinspiel Bauers war Musik des Wehlklangs, Musik voll innerer Spannung und Wärme. Viel F.eude machte der Flötist des Abends: wir haben von der Stadtkirche, dem Konzert am Totensonntag, Herrn Helmut Eger in bester Erinnerung: diese präzise Rhythmik, diese spielerische Freude, diese Lust am Musizieren packt und reißt mit. Frau Elfriede Fischer begleitete: wie sie das tat: mit zarter Einfühlung in die Sache und in die Persönlichkeit der Musizierenden, mit An­mut und Temperament, trug wesentlich zum Er­folg bei.

Der Vorsitzende der Männer- und Frauen­vereinigung der Matthäusgemeinde, Berufsschul­lehrer Wehr heim, begrüßte die Gemeinde: er rief auf zur lebendigen Kraft und Zuversicht in der Rot der Zeit. Pfarrer Mahr als der Geistliche der Gemeinde hielt die Ansprache.Der Wille zur Kirche" war sein Thema. Er wies daraus hin, wie die Kirche die tiefste Kratt alles Volkstums ist. weil sie letzte gemeinsame Bindun­gen im Volke pflegt. Daher der leidenschaftliche Ansturm gegen die Kirche von feiten aller, die dieses Volkstum und seine alten Gemeinschakts- formen zur Auflösung bringen wollen. Je mehr man das Volk auflöst. wo'len wir das Gemein­same im Volk pflegen, insbesondere die Glau­bensgemeinschaft. die wir in unserer Kirche ha­ben. Der Kirchgang, die Teilnahme am Heiligen

den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Professor Fechner konnte im vorigen Jayre seinen

Donnutag zwilchen 10 und 11 Uhr wurde tn Kaichen (Kreis Friedberg) ein Einbruch in die Posthilfsstelle verübt, während der Poststellen-- inhaber mit seinen Familienangehörigen zur De- stellung von Postsendungen unterwegs war. Dem Einbrecher fiel ein Sack mit 1165 Mark Renten­geld, meist Silbergeld, in die Hände. Die Frau des Poststelleninhabers bemerkte sofort nach ihrer Rückkehr von dem Vestellgange das Fehlen des Geldes, und sie erstattete umgehend Anzeige. Die polizeiliche Untersuchung ist bisher noch ergebnis­los geblieben.

** Der Verein f ü r deutsche Frauen­kultur (Ortsgruppe Gießen) veranstaltete ge­stern und heute im Villardsaal des Cafe Amend eine Aufstellung. Die Weihnachtsmesse, die zu­gleich eine Drrkaufsmesse darstellt, ist insbeson­dere den Erzeugnissen deutscher Wertarbeit ge­widmet, der deutschen Handarbeit und der kunst­gewerblichen Arbeit, die in der mannigfachsten Form in Erscheinung tritt. Die Schau' bringt in kleinem Rahmen viel Sehenswertes. In erster Linie fallen Handarbeiten auf, die in ihrer ge­schmackvollen Ausführung besten Eindruck machen. Gleichzeitig erhält hier die Hausfrau manche wertvolle Anregung für eigene Arbeit, vor allem für eigen - schöpferische Arbeit, die ja schließlich das wesentlichste Moment der Wertarbeit über­haupt darstellt. In den verschiedensten Techniken gefertigt liegen Sofakissen (ein immer dankbares Gebiet hausfraulicher Handarbeit), Tischdecken, Kinderkleider, Kleider auch für Erwachsene aus. Stickereien, Häkeleien, Filetarbeiten, sehr feine Gardinen und vor allem die in neuerer A3eü immer mehr in Erscheinung tretenden Webereien (am Handwebstuhl hergestellt) ziehen die Auf­merksamkeit an sich Mehr und mehr tritt das ernsthafte Bestreben um sorgfältige und abge­wogene Farbegebung, um harmonische Flächen­gestaltung in Verbindung mit materialgerechter Verarbeitung in Erscheinung, so daß die Ar­beiten über die reine Handarbeit hinaus als von kunstgewerblicher Bedeutung zu betrachten sind. Die Ausstellung bringt außerdem neuzeitliche Schmucksachen, unter denen als Besonderheit die Arbeiten einer anthroposophischen Werkstätte in Lörrach durch ihre charakteristische Formengebung auffallen. Reben kunstgewerblichen Töpfer­arbeiten sieht man Gläser in schönen Formen, kleinere Gebrauchsartikel, die durchweg so gestal­tet sind, daß der Beschauer sofort erkennt, daß nicht industrielle Herstellung, sondern die indivi­duelle Arbeit der Ausgangspunkt der Herstellung ist. Der Buchhandel zeigt schöne Märchen- und Weihnachtsbücher aller Art. Ferner sind ori­ginelles und gediegenes Spielzeug, Artikel der Kosmetik, Erzeugnisse der Konditorei, die Waren eines Reformnahrungsmittelhauses und noch manches andere in dieser Ausstellung in ge­schmackvoller Anordnung vereinigt. Der Verein für Deutsche Frauenkultur, der diese Weihnachts­messe bereits zum siebenten Male veranstaltet, sand auch diesmal wieder durch starken Besuch die Anerkennung seiner Bestrebungen und damit den Beweis, daß er sich auf dem richtigen Wege befindet. Die Ausstellung ist nur noch bis heute, 20 Uhr, geöffnet. Der Besuch lohnt.

** Weihnachtsausstellung der Haus­frauenberatung. Die Hausfrauenberatung Gießen macht in der heutigen Anzeige darauf aufmerksam, daß in der Lehrküche täglich von 10 Uhr ab gekocht und gebacken wird. Heute ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet. Am mor­gigen Donnerstag, 20 Uhr, findet für die Mit­glieder ein lustiger Abend statt. Am gestrigen Dienstag und am heutigen Mittwoch veranstaltete die Hausfrauenberatung im Rahmen ihrer Koch­kurse zwei Seefischwerbetage, um auf diese Weise den Konsum deutscher Seefische zu fördern. Das Fischhaus Cuxhaven stellte für die Vorführungen die Fasche zur Verfügung.

** Gesangskonzert in der Heil - und Pflegeanstalt. Der GesangvereinEintracht" Klein-Linden bereitete den Insassen der Heil- und Pflegeanstalt am Sonntag durch ein Gesangskonzert große Freude. Unter der Leitung von Herrn Köhler brachte der Chor einige dem Berständnis

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** Verpflichtung als Wirtschafts- prüfe r. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns mitgeteilt: Herr Steuersyndikus und beeidigter Bücherrevisor Hermann Will in Gießen, Leiter der Steuer- und Buchführungs- Beratungsstelle der Industrie- und Handelskammer Gießen, ist von deren Präsidenten, Herrn Fabrikant Ludwig Rinn, als Wirtschaftsprüfer öffentlich bestellt und in Pflicht genommen worden.

"Maul- und Klauenseuche in Ober­hessen. 2m Amtsverkündigungsblatt vom 1. De­zember wird mitgeteilt, daß in Holzheim (Kreis Gießen) die Maul- und Klauenseuche fest­gestellt worden ist. Als Beobachtungsgebiet gilt die Gemarkung Holzheim. Auch in Okarben (Kreis Friedberg) wurde die Maul- und Klauen­seuche festgestellt. Der Ort ist zum Sperrbezirk, die Gemarkung zum Beobachtungsgebiet erklärt worden.

** Rentengelder gestohlen. Das Lan­deskriminalpolizeiamt Gießen teilt mit: Gestern

fdjon als recht häufig zu bezeichnen, so sind die des Neolithikums so zahlreich, daß hier keine auch nur annähernd erschöpfende Darstellung gegeben werden kann. Fast ganz Hessen war schon ziemlich dich' be- icdelt, denn das Land war dem Ackerbau günstig. Nach den Verzierungen der handgeformten Ton- gcfäße nennt man diese Bevölkerung Bandkeramiker, die allerdings auch fremden Einflüssen ausgesegt waren. Wie bei den palaeolithischen Stationen oft eine kontinuierliche Besiedlung während mehrerer Kultui stufen zu beobachten war, so ist es in gleichem Maße in den jüngeren Perioden der Fall, ja läßt sich manchmal bis in die Metallzeit verfolgen. Diese Tatsachen können von Bedeutung sein für die Frage einer allgemeinen kontinuierlichen Besiedlung und für bös Vorhandensein einer eventuellen fortschreitenden Entwicklungsreihe der alten Menschenrassen.

Zahlreiche Lichtbilder der verschiedenen Kulturen tinb Stationen erläuterten den mit großem Beifall

Aus der proviiniolbauvtssadt

Gießen, den 2. Dezember 1931.

Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.

In der jüngsten Sitzung der naturwissentchaftlichen ; Abteilung sprach Privatdozent Dr. Richter vor ; einer zahlreichen Zuhörerschaft über die st e i n z e i t - liche Besiedlung von Hessen. Der Vor­tragende zog die gesamte Urgeschichte Westeuropas 1 in den Kreis seiner Betrachtungen. Die Zusammen­fassung und vergleichende Untersuchung dieses größe­ren Gebietes ermöglichte es, die Fortschritte der Menschheit zu erkennen und ein Einteilungsprinzip aufzustellen. So können wir jetzt in der Steinzeit zwei Epochen unterscheiden: die Zeit des diluvialen oder Eiszeitmenschen hat man nach der Kulturhinter- lassenschaft desselben als Altsteinzeit oder Palaeo- lithikum bezeichnet sie ist die Periode des geschlage­nen Steines. Die Menschen, die sich dieser Wertzeuge bedienten, waren Jäger. Im Gegensatz dazu stehl die m Periode des geschliffenen Steines, der nachdiiuoialen ' jüngeren Steinzeit, dem Neolithikum Es ist die Zeit des Ackerbau treibenden Urmenschen, die in Hessen besonders viel Spuren hinterlassen hat. Die Ursache dafür, daß in Hessen polaeolithische Werkzeuge nicht | in dem gleichen Maße gefunden werden, ist wohl in i erster Linie darin zu suchen, daß als Wohnstätten geeignete Hohlen oder Felsnischen selten sind Da I aber der Kalk zur Höhlenbildung am geeignetsten ist, | finden wir eiszeitliche Siedlungen in der Hauptsache 11 in den Kalkgebieten (Harz, Sauerland, Lahntal u|w.). , In den wärmeren Zwisch neiszeiten konnte dann der I Mensch diesen Höhlenschutz entbehren und seine I Wohnste wurden durch andere Faktoren bestimmt.

Er fo.gte den Flußläufen, suchte ideale Ansitze zur Jagd auf oder ließ sich an Vorkommen der zur Werkzeugverarbeitung günstigen Gesteine nieder Er- ttnneii mit |o den ui.mittelbaren Einfluß des eis­zeitlichen Klimas auf den Lebensraum und Die Lebensweise des Menschen, so liefern uns auch die . Eis- und Zwischeneiszeiten in ihren Ablagerungen und besonders ihren Fossilien wichtige grundlegende Tatsachen für die Chionologie des Urmenschen Es I folgen aufeinander: die Faustkeil-, Klingen und Knochenkulturen, die jeweils für eine bestimmte Menschenrasse (Neandertal-, Aurignac- und Cro- Magnonrasse) bezeichnet sind.

Zwei große Hessen schneidende ober berührende Wanderrouten des Steinzeitmenschen können wir im Palaeolithikum verfolgen. Die erste erreicht von Sü­den her Rheinhessen mit den Jagdstationen Mauer und Wallertheim Hier fanden sich im Löß neben / Knochen von Bison, Mammut, Eisfuchs ufw. Faust­keile und Knochengeräte des abklingenden Alt- , polaeolithikums (Moufterien) Eine jüngere Stufe * (Aurignacien) stellen die Stationen bei Mainz in >1 einer Verleymungszone des Lösses der letzten Eiszeit , dor. Die zweite Wanderroute führte lahnaufwörts noch Ober- und Niederhessen. Stationen sind hier , bei Diez, Steeden, wo sich neben Klingen auch schon bearbeitete Knochen, die ersten Anfänge der Kunst ! sanden. Die Steinwerkzeuge sind hier wie auch an 1 anderen Lahnstationen (Wetzlar, Niedergirmes, Atz- ! bad), Hardt bei Gießen) aus Kieselschiefer der Ter- i wssenschotter hergcstcllt, vereinzelt auch aus Basalt. 5 Ueverraschend waren daher die überaus zahlreichen il Werkzeuge aus Quarzit, die man im Jahre 1924 » bei der vom Vortragenden ausgeführten Grabung bei Treis a. d. Lda. fand, einer Stätte, die auch von Neandertalern schon bewohnt gewesen ist. Weitere k Stationen sind vorhanden bei Rensendorf, Lauter- F bad) und Brauerschwend, wo wieder das Zusammen- oorlommen verschieden alter Kulturen in Erscheinung t trat. Die Wanderroute läßt sich dann weiter nach E- Niederhessen (Ziegenhain) und ins Kinzigtal oer- | folgen Einen weiteren Bezirk stellt die Wetterau dar.

Sind die Funde des Polaeolithikums in Hessen

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