Gängerfest in Lich.
} Lich, 1. Mai. Der weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannte Gesangverein Roth scher Männer ch o r, der dem Lahntalsängerbund angehört und Mitglied des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes ist, veranstaltet am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Juni, aus Anlaß seines 40. Jubiläums ein Sä n y e r f e st in größerem Ausmaße. Die Festausschüsse sind zur Zeit eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der prächtige Feftplatz die Turnhalle und das anstoßende Sportplatzgelände werden festlich hergerichtet. Reben den Ortsvereinen haben 26 Gastoereine der näheren und weiteren Umgebung mit rund 1000 Sänaern ihre Beteiligung am Fest schon Zugesagt. Den Auf- takt zu der Veranstaltung bildet der am Samstag vom festgebenden Verein unter Mitwirkung des Ge- sangvereins „Licderkranz" Rodheim v. d. H. und der hiesigen Vereine beabsichtigte Kommersabend in der Turnhalle. Der Sonntag bringt den Hauptfesttag. Das reichhaltige Programm sieht auch einen Fcstzug vor, an dem sich die Gast- und Ortsvereine beteiligen werden. Ansprachen auf dem Festplatze und Gesangs, vorträge der Gastoereine in der geräumigen Turn- halle werden die Gäste unterhalten.
Marburqer Gtudeniengruß an den Lenzmonat.
Jt Marburg. 1. Mai. Wenn auch diesmal der April seine teilweise recht empfindliche Kühle mit in die Mainacht hinübernahm und ein „Mailüfteri" wehte, das beim Aufenthalt im Freien den Mantel unentbehrlich machte, so ließ es sich die Marburger Studentenschaft doch nicht nehmen, den Lenzmonat in althergebrachter feuchtfröhlicher Weise zu begrüßen. Wieder hatten sich auch zahlreiche Alte Herren eingefunden, um mit den jüngeren und ganz jungen Semestern in Erinnerung an ihre eigene Bur- schenzeit die Maifeier ihrer Verbindung mitzumachen. In den meist an den Derghängen gelegenen studentischen Vereinshäusern und Ausflugsorten, wie Schloßcafö, Spiegelslust usw., ging es in den Abendstunden bei Musik. Gesang und Glaserklingen lustig her. Als die Mitternachtsstunde herannahte, wurde es auch überall in den Straßen lebendig, besonders auf b?m Marktplatz mit den Rebenstraßen, wo sich eine dichte Menschenmass« staute, welche Zeuge der traditionellen Maifeier desCorps^asso- A a s s o v i a sein wollte. Schweigsam, in endlosem Gänsemarsch, der Fuchsmajor mit den Füchsen am Ende, kamen die Grünmühen, ganz blutjunge Semester und graubärtige alte, jeder mit brennender Kerze und gefülltem Bierseidel in der Hand, von ihrem an der Lutherstraße gelegenen Vereinshaus heruntergezogen und stellten sich in großem Kreise vor dem Rathause auf. 2lls der Glockenschlag der Rathausuhr die Mitternachtsstunde verkündete, durch ^rauste unter Begleitung einer Musikkapelle der Iubelgesang des M a i l i e d e s. in den die Menschenmenge einstimmte, die Frühlingsnacht. Rach dem Verklingen des letzten Verses leerten die Musensöhne mit einem kräftigen Salamander ihre Gläser, um dann schweigsam, wie sie gekommen, auf dem gleichen Wege wiederum im Gänsemarsch nach ihrer Kneipe am Schloßberg zurückzukehren. Anschließend durchzogen auch mehrere andere studentische Verbindungen unter Gesang mit Lampions die Straßen der Stadt. Erst in den frühen Morgenstunden nahmen die Maikneipen auf den Verbindungshäusern ihr Ende.
Spiclplan der frankfurter Theater.
Opernhaus: Sonntag. 3. Mai, 15 bis 18 Uhr: Viktoria und ihr Husar. 19 bis ge?en 22.30 Uhr: Tannhäuser. Montag, 4. Mai, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Zar und Zimmermann. Dienstag, 5. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Mittwoch, 6. Mai, 19.30 bis 21.15 Uhr: V. Opernhauskonzert. Donnerstag, 7. Mai, 19.30 bis 22.45 Uhr: Figaros Hochzeit. Freitag, 8. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Dohdme. Samstag, 9. Mai, 20 bis nach 22 Uhr: Wozzeck. Sonntag, 10. Mai, 15 bis 18 Ubr: Der Zigeunerbaron. 20 bis 22.30 Uhr: Der Troubadour.
Schauspielhaus- Sonntag, 3. Mai. 20 bis geven 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag, 4. Mai, 20 bis nach 22.30. Uhr: Rotation. Dienstag, 5. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Kövenick. Mittwoch, 6. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Donnerstag, 7. Mai, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt. Freitag, 8. Mai, 20 bis gegen 22 Uhr: Ernst (Bunbury). SamS ag, 9. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Haudtmann von Köpenick. Sonntag, 10. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick.
Wirkschast.
Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt.
Im Zusammenhang mit den erneut ziemlich starken Zutrieben an den Frankfurter Schlachtviehmarkt ergaben sich in dieser Derichtswoche meist neue, zum Teil starke Abschläge, zumal auch das Geschäst weiter zu wünschen übrig ließ.
Der Schweinemarkt stand in dieser Woche wegen des starken Austriebs (7190 gegen 6392) wieder stärker unter Preisdruck. Bei abflauen- dem Geschäft ergaben sich Preisnachlässe bis zu 4 Mk. Am Rindermarkt betrug der Auftrieb 1477 (1432) Stück. Das angetriebene Vieh war zwar von mittlerer Qualität, doch befand sich auch sehr gute Ware darunter, so bei Ochsen und Färsen, die ibre Preise behaupten konnten, während Bullen und Kühe in größerem Umfange Angeboten wurden und daher Preiseinbußen bis zu 2 Mk. hinnehmen mußten. Am Kälbermarkt hat sich der Austrieb (1556 gegen 1655) um etwa 100 Stück verringert, doch gaben auch hier die Preise bis zu 3 Mk. nach, was besonders für geringe Qualitäten zutrifft, während gute und beste Kälber gut behauptet blieben. Das Geschäft war anfangs etwas reger, später aber ziemlich ruhig, doch wurde der Markt geräumt. Am S ch a f m a r k t war der Auftrieb mit 77 (194) sehr gering, so daß von einer amtlichen Rotiz Abstand genommen wurde. Das Geschäft war nur unbedeutend, doch wurden die paar Stück glatt verkauft. Die Preise hörte man nur unwesentlich verändert.
Es notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 45 bis 49, a2) 40 bis 44, bl) 36 bis 39; Bullen a) 39 bis 42, b) 33 bis 38; Kühe a) 35 bis 38, b) 30 bis 34, c) 25 bis 29; Färsen a) 45 bis 49, b) 40 bis 44, c) 33 bis 39; Kälber b) 59 bis 63, c) 54 bis 58, d) 45 bis 53; Schafe nicht notiert; Schweine b) 42 bis 45, c) 43 bis 46, d) 43 bis 46, e) 40 bis 43.
Wochenbericht
vom frankfurter Produktenmarkt.
Am Frankfurter Produktenmarkt hat die Aufwärtsbewegung der Preise einen gewissen Stvll- stand erfahren.
Das Angebot hat sich für Brotgetreide etwas verstärkt, da die Landwirtschaft stärker mit Material an die Märkte kam. Im großen und ganzen blieben die Preise gegenüber der Vorwoche ziemlich gut behauptet, teilweise konnten sie sich sogar noch befestigen.
Das Geschäft am Weizenmarkt nafjin einmal wegen des schwachen Mehlabsahes, ein andermal wegen des stärkeren Angebots keinen größeren Umfang an. Der Preis gab um 2,50 Mark per Tonne nach, s-o daß er sich auf 305 Mark Brief stellte. Das Geschäft in Ausland- weizen war besonders für nahe Sichten wegen der evtl, zu erwartenden Begrenzung der verbilligten Weizeneinfuhr etwas lebhafter und die Preise fester, dagegen die späten Sichten leicht ermäßigt. Roggen lag zu Beginn des Berichtsabschnittes infolge des immer noch geringen Angebots ziemlich fest, doch gaben die Preise zum Schluß der Woche um 2,50 Mark per Tanne nach. Dcr Preis für die Tonne Roggen lautete 217.53 M-rk.
Der Mehl markt hatte die ganze Woche hind.rch schleppenden Verkehr, besonders Weizenmehl, doch lagen die Preise für beide Mehlarten unverändert. Es notierte der Doppelzentner Wsizenmehl südd. Spezial 0 43.50 bis 44,50, Niederrhein. Spezial 0 43,50 bis 44,00, Roggenmehl 30 bis 32.
Futtermittel hatten auch in dieser Woche gutes Geschäft und neue Preisbesserungen. Besonders für Kleie in prompter Lieferung und andere Mühlcnnebenprodukte erhielt sich die Rachft:age. Auch ölhaltige Futterartikel blieben gefragt. Die Preise für Weizenkleie stellten sich auf 13,00, für Roggenkleie auf 13,75 Mark pro 100 Kilogramm. Soyaschrot 14 Mark.
Am S) a f er m a r f t ist die Aufwartsbewe- gimg zum Stillstand gekommen, da man z. Z. weniger mit einer Zollerhöhung rechnet. Der Preis blieb mit 212.50 bis 215 Mark gegen die Vorwoche gut behauptet. Gerste war knapp an- geboten, da jedoch der Absatz infolge der schlechten Lage in der Drauinstrie recht schleppend war, kam eine amtliche Rotiz nicht zustande. Im freien Markt hörte man die Tonne mit 250 Mark. Für Industriegerste nannte man per- Zenter etwa 23,50, für Futtergerste pro Zentner 22,00 Mark.
• Konkurse und Vergleichsverfahren irn April. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im April durch den „Reichsanzciger" 972 neue Konkurse — ohne die wegen Massenmangels abgelehnten Anträge — und 655 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntge- gcben. Die entsprechenden Zahlen für März stellten sich auf 1240 bzw. 662.
* D i e Stahlwerke Röchling-Buderus AG., Wetzlar, erzielte 1930 nach Abzug von 1,11 Mill. Mk. Unkosten, 445 793 Mk. Abschreibungen einschl. 94 893 Mk. Vortrag einen Reingewinn von 105 910 Mk, der zum Vortrag auf neue Rechnung gelangt. In den ersten Monaten des neuen Jahres entspreche der Umsatz dem des Vorjahres.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Mai. Tendenz: schwächer. Die Vorbörse und der amtliche Beginn ftanoen wieder unter dem Eindruck des geftugen Kurs- einbruchs an der Reuyorker Börse. Außerdem yerrschte im Zusammenhang mit der heute stallfindenden Bilanzsitzung der IG.-Farbenindustrie und der herlfchenden Orderlofigkeit zum Wochenschluß st a r k e Zurückhaltung. Bei kleiner Umsatztätigkeit ergaben sich zu den ersten Notierungen fast durchweg Kursrückgänge bis 1 v. H. Einige Papiere standen mehr unter Kurs- druck, da wieder amerikanifche Abgaben oorgenom- men wurden. So buhten AEG. 2,5, Licht & Kraft 3,25 und die Mehrzahl der Bankaktien bis 1 v. H. ein. Am Kunstseidemarkt verloren Aku und Bemberg je 2 v. H. Von Kaliwerken setzten Salzdetfurth 3,5 v. H. höher ein. IG.-Farben relativ gehalten, immerhin ergab sich doch ein Abschlag von 0,75 v. H. Niedriger lagen ferner Gessürel, Schuckert, Zellstoff Aschaffenburg Rheinstahl, Daimler und Wayh & Freytag. Die Rückgänge betrugen bei den sog. schweren Werten von 1 bis 2 v.H. Nach den ersten Kursen konnten sich die Kurse leicht bessern, da das herauskommende Material ziemlich glatt ausgenommen wurde. Eine Geschäftsbelebung trat allerdings nicht ein. Deutsche Anleihen bei kleinem Geschäft ruhig. Von Ausländern zogen Türken bis 0,20 v. H. an. Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter stark zur Schwäche, da die schwache gestrige Neuyorker Börje stark verstimmte und weitere Exekutionen für deutsche Ware befürchtet wurden. Die mittlerweile bekanntgewordene 12-v. H.°D i v i d e n d e bei JG.- Farben machte selbst für die Farbenaktien keinen Eindruck. Da auch noch ein ziemlich angespannter Reichsbankausweis zur Veröffentlichung kam, schritt die Kulisse au Blankoabgaben, so daß sich gegen die Anfangskurse erneut Rückgänge bis 0,5 v. H. ergaben, wobei eine Belebung des Geschäftes nicht zu verzeichnen war. Deutsche Linoleum kamen mit unverändert 82,5 v. H. zur Notiz, da die erwartet stark ermäßigte Dividende von 15 auf 5 v. H. keinen Einfluß mehr hatte. Am Geldmarkt war Tagesgeld stark gesucht. Am Devisenmarkt lag Madrid erneut etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1991, gegen Pfund 20,4240, London gegen Neuyork 4,8636, gegen Paris 124,4250, gegen Mailand 92,89, gegen Madrid zirka 47, gegen Schweiz 25,2525, gegen Holland 12,0965.
Berliner Börse.
Berlin, 2. Mai. Da sich an der gestrigen Neu- yorker Börse herausgestellt hatte, daß die Erholungen nicht von Dauer sind und einer neuen starken Abschwächung Platz machen muhten, konnte man schon im heutigen Vormittagsverkehr eine merkliche Verstimmung feststellen, und es wurden 1 bis 2 v. H. unter gestern liegende Kurse tariert. Der offizielle Beginn der heutigen Wochenscyluß- börse ging hoch über diese Taxen hinaus, da man wieder an verschiedenen Märkten Auslands- a b g a b e n beobachten wollte, die bei der Spekulation Neigung zu G l a 11 ft e 11 u n g e n auslösten. Merklich schwach eröffneten BMW., Bemberg, Kunstseidewerte, Ilse, Salzdetfurth, wobei die Der« lüfte bis zu 41 v.H. betrugen, während sich die Rückgänge sonst im 1- bis 2prozentigen Rahmen hielten. Der Farbenmarkt lag in Erwartung des Kommuniques des Aufsichtsrats der J.G.-Farben sehr zurückhaltend; die 12prozentige Dividende ist inzwischen bekanntgeworden. Auch für Deutsche Linoleum liegt der Aufsichtsratsbeschluß über eine Dividendeausschüttung von 5 v. H. vor, hatte aber auf den Markt keinen stärkeren Einfluß mehr, da man mit einer solchen bereits seit Tagen gerechnet hat. Im allgemeinen war die Umsatztätigkeit sehr gering, und Kursgewinne, die sich aber auch in Grenzen von 1 v. H. hielten, waren nur bei ganz wenigen Nebenwerten (Hackethal, Deutscher Eisen
handel, Buderus, Chemische Hayden) zu verzeichnen. Sehr lebhaft diskutiert wurde die Nachricht eines Miltagsblattes, nach der bei dem Berliner Bankhause Hardy & C o. eine wichtige Veränderung in der Leitung bevorsteht dadurch, daß der langjährige Geschäftsführer, Fritz Andre, aus der aktiven Geschäftsführung ausscheidet und durch Herrn Dr. Werner Vogel, Vorstandsmitglied der Deutschen Credit-Handels-Gesellschaft AG., ersetzt werden soll. Anleihen und Ausländer sehr ruhig. Pfandbriefe kaum verändert, bei dem sehr stillen Geschäft aber eher zur Schwäche neigend. Reichs- schuldbuchforderungen lagen i bis | v. H. niedriger. Die Geldsätze blieben auch heute unverändert steif. 3m Verlaufe verstimmte ein weiterer Rückgang der Reichspankanteile und der Reichsbahnvorzugsaktien, auch verlautet, bisher allerdings unbestätigt von einer größeren Insolvenz einer Londoner Bankfirma mit südamerikanischen Interessen. Aus Anfrage aus hiesigen Bankkreisen in London wurde eine Bestätigung dieser Gerüchte nicht erlangt.
Gieszencr Wschcumarktpreisc.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1,30 Mark an; Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 40; Weißkraut 15 bis 25; Rotkraut 25 bis 40; gelbe Rüben 12-bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 25 bis 30; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 40 bis 50; Dörrobst 30 bis 35; Rüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 8 bis 9; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 20 bis 25; Salatgurken 50 bis 70; neue Ober-Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 5 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: neue Rettich 20 bis 25; Radieschen 15 bis 20 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5; Weißkraut 10 bis 15; Wirsing 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30 Mark.
Erweitertes
Schöffengericht Wehlar.
Q Wetzlar, 2.Mal. Wegen Beleidigung deS Preußischen Innenministers hatte sich ein Tierarzt aus Braunfels zu verantworten. Er soll) in einer Wirtschaft in Braunfels in bezug auf den Minister gesagt haben: „Sedering ist ein Lump, der hat auf die Studenten schießen laffen.“ Der Angeklagte bestritt diese Aeußerung, gab aber au, daß gelegentlich einer politischen Debatte wohl der Ausdruck „Lump" gefallen sei, aber nicht in bezug auf den Minister. Die Beweisaufnahme verlief indessen zuungunsten des Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn zu 100 Mk. Geldstrafe bzw. zu 10 Tagen Haft.
Ein anderer Arzt aus einem Rachbardorf war wegen des gleichen Vergehens angeklagt. In diesem Falle lautet die Anklage auf öffentliche Beleidigung. Auch er hatte, wie durch einen Zeugen eidlich bekundet wurde, in einem öffentlichen. Lokal zu Wetzlar den Minister Severing einen Lumpen genannt. Dieser Zeuge hatte sofort einen Polizeibeamten um Feststellung der Personalien des Angeklagten gebeten. Der Angeklagte wollte heute von den fraglichen Vorgängen nichts mehr wissen, da er an jenem Tage infolge reichlich genoffenen Alkohols — er kam von der Treib'ngd — nicht Herr seiner Sinne gewesen sei. Auch in diesem Falle erkannte das Gericht auf 100 Mk. Geldstrafe bzw. 10 Tage Haft. Sin nicht erschienener Zeuge erhielt 50 Mk. Geldstrafe.
Briefkasten der Rebaffion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der <5d)riftleitung.)
K. W. O. D. Wenn Sie einen Rentenanspruch bei der Land- und forstwirtschaftlichen Deru s- aenossenschaft in Darmstadt anhängig gemacht haben, dort aber abschlägig beschieden wurden, dieser abschlägige Bescheid vom Oberversicherungsamt in Darmstadt und vom Reichsversicherungs- amt in Berlin — wie man nach Ihrer Darstellung annehmen muß — bestätigt worden ist, so ist eine weitere Rekursmöglichkeit nicht Vorhang den. Das Verfahren wäre also mit dem abschlägigen Bescheid abgeschlossen.
W. St., Gießen. Die Umlegung des Wassergeldes entsprechend der Höhe der Friedensmlets kann auch noch vom 1. April 1931 und noch von jedem beliebigen Zeitpunkt ab durch den Hausbesitzer veranlaßt werden, falls nicht vertragliche Bestimmungen dem entgegenstehen. 3m vorliegenden Falle genügt die Mitteilung von der beabsichtigten Umlegung am 29. April 1931.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v $)., Lombardzinsfuß 6 o H.
Hrankiun a. DI.
1-Uhr« Iure । ffure
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Schluß- Ansa g« für» . Kur*
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Berlin
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Berlin
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____ Bantno
___________Berlin, 1 .Mat___________
Ämertkanilche Noten.....-
Belgische Noten ......
Danttche Noten .......
Englische Noten ........ ^ranzütische Noten.......
Holländische Noten.......
Italienische Noten........
Norwegiiche Noten.......
Deuttch-Oeslerreich, i 100 Schilling Rumänische Noten .......
Schwedische Noten.......
Schweizer Noten........
Spanische Noten........
T'chechotlotvakische Noten.....
Ungoriiche Noten
Vevifenmartl Berlin
len.
Meld
4.181
58,10
112,05
20,384
16,37
168,31
22,01
112,03
58,83
2,485
112,11
80,60
43,91
12,409
73,00
- Frankfurt
Brief____
4,201
58,34
112,49 ^0,464
16,43
168,99
22,09
112,47
59,07
2,505
112,55
80,92
44,09
12,469
73,30
a. M
Datum
1.5.
2.5.
1.5.
2.5.
Dalum
1.5.
2.5.
1.5.
2.5.
Dalum
15.
2.5.
l.s.
2.5.
8% £eutldie «etdiemuetlfe von 1927
7% Deutsche Reichranleihe von 1929 .......
®eutf<be Anl.«Ablöl.«Schuld mü Auslol. Siechten
De-gl. ohne Auslol.-Rcchte .
8% Hell, yolfelinal von 1929 (rüdtoblb 102%) ...
Cbrtbcffcn Provinz • Anleihe mb Auslo1.,R-chien . . .
Deutldir Komm. Sammelabl. Anleihe Gerte i
8% fironlf. Huv.-Bank Goldvle XIII unfünobar bis 1934
7% Rranfl Hop.-Aank Solbbft unlünobor bl* 1933
«y.% Rbeinilche Hr>v.-Bank Ligu. (MolODle.
8% Pr. LanderpiandbrlesanNalt, $|anbbne|e ÖL 19
8% Pr LonvrSpianvbrtesmNall. Komm.-Lbi. N. 20. .
7% Ar. 8an6foufanDbrtelanftalt, Psandbricse ÖL ti .....
S.E.B abg. AotMegr-Obllgatio» nen. rückzahlbar 1982
4% Cenenetd)f|die «oldrentt . . 4,20% Ocslerreichlsche SIlberrentt 4% Oekterreichilche Einheitliche
Biente
4% Ungarische Goldrente ....
4% Ungarische ©taatirenle b. 1910
4%% beW- von 1913
4% Un-arische Äronentente . .
4% türtlldje Zollanleihe von 1911
4% Dürkiiche Bagdadbahn-Anl Serie 1
4% oetfll. Serie II ...
6% Rumänische oeretnb. Rente von 1903
4%% Rum-nllche vereint, Rente von 1913 ..........
4% Rumänische vereinh. Rente
84,75
100,25
57,5
5,85
96,25
56,5
56
101,25
97,5
91,75
100,5
96,5
22,25
2,25
18,65
3,75
3,8
3,8
8,25
14,9
6,65
I | ” 1 | | 1 1 | | | | | || I I | | 1 | | ||
in <*1
85
100,25
57,3
5,9
96,75
56,1
100,5
22,7
2,25
18,8
16
16,4
8,25
15
6,75
I i SS 1 1 1 1 1 1 l 1 l i i1 151ll* 55 l 15
Hamburg-Amerika 'Batet ... 7
Hamburg Südam. Dumpsschlsl 8
Hama Dampfschiff . 10
•JZotODeutidiet Lloyd . .... 8 Allgemeine Deutsche Creditanft. 10
Barmer Bankverein . 10
Berliner Handelsgesellschaft 19
Commerz, und Prioat-Bank . 11
Darm'tädter und Nationalbank 12
Deutsche Bank und
Dlsconto-GeieUichaft, . . 10
Dresdner Bank......10
Neichsban! .......13
216.® 8
Bergmann.........9
Liekir. Lieserungsgeiellschafl. 10
Licht und fltaft......10
Reiten & Guilleaume ... 7% Gesellichait für Elektrische
Unternehmungen . . 10
Hamburger Elektrizitätr-Werke 10 ijlbi'tnilaie Elektrizität .... 9
Lchlciiiche Elektrizität. ... 10
Lchuckcrt L Eo.......11
Ziemen,« Halske.....16
lraneradio.........8
vabmeoer &do.......10
Harpcner . ....... 0
Hoetch Eilen.....• • • 6%
äiie Bergbau ....... IC
Klöcknerwerke ....... 7
Köln-NeueHen. . ...... 7 9Jlannc»mann«R6btei .... 7 Mansselder Bergbau . .... 7 Cberldilct Eitenbeoarl .... 5
Cberldilcl Itoloroerte.....7
Phönix Bergbau . . 8%
Rheinische Braunkohlen . . 10
Rheinslahl ....... 6
Mebeck Montau ...... 7.2
59
59,25
120,5
109,75
135
105
104,75
149,5
106
85
116
120,76
84
115,5
139,5
168
126
47,5
73
78
67,25
181
65
74,5
34
61
167,5
80,5
109
104,25
104,5
103,5
117,5
123
138,5
77,25
79
59
114
81,5
59,25
120,25
109,75
134,5
104,75
104,5
149,75
105,25
87
117
119,5
83,25
124
115,5
138,75
167,5
128
47,5
72,75
78,25
67,25
62,25
179,5
64,75
69
74,9
34,75
76,5
60
167,5
79,75
58,4
58,75
120,5
109.25
133
104.5
104,5
167,5
103
116,75
117,5
83
122,13
137,75
166,25
48,5
71,25
77,75
175
63,5
74,65
34,25
58,75
166,5
79
Bereinigte Stahlwerke . . -
Ctaoi Minen . . . 16'/,
Kaliwerke Mltherdleben ... 10
Kaliwerke Westeregeln ... 10
Kaliwerke Salzdetfurth ... 16
iS. narben-Industrie ... 12
Dvnamit Nobel.......6
Scheideanstalt........9
Goldschmidt ........6
Mütgerswerke........6
Metallgeiellschast.......8
Philivv Hoi,mann......7
Zementwerk Heidelberg . . 10
Cementwerk Karlstadt. ... 10
Wavp & ffientao .....8
Schultheis Payenhofer ... 16
Cftroetfe ........12
Aku 18
Bemberg.........14
Zellstoff Waldhok ... 13»/,
Zellltoss Alchaslenknirg ... 12
Charlottenburger Wall« ... 8
Deltouer (Mai V
Daimler Motoren .....0
Deutlche Linoleum ......
Maschinenbau A.-iS. . . • • . 0
Not. Automobil . ..... 0
Crenfteln & koppel ..... 6
Leonhard Tietz ...... 10
Svenüko .......
frankfurter Malchtneu .... 4
©rinnet ........6
Heviigensiaedt...... 0
Mainkroltwerke Höchst a. M.. .8
Miag 10
Gebt. Roeder ......10
Boigt & Haesfner......9
Süddeutsche Zucker .... 10
54
30
145
149
228,5
148
132
46,5
53
68
100,75
32,25
84,5
98,5
99
83,4
31,5
83,5
111
247
68,25
126,25
IIIIS S1 1 1 1 £ III« 112211*15111111 11,1,1,111 - CSILO O
54
29,5
145
149
227,9
147,75
45,5 53
68,5
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46
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153
82,25 95,5 93,5
ICO 30
83,25
245
1 .Mai
2.Mai
Amtliche Notierung ff-rio | 3rlei
Amtliche Notierung
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Amsl.«Nokt. Buen.«AireS Prss. Antw. Gbriftianio. Kopenhagen Stockholm - HclstngiorS. Italien. . . London. . Ncunork . ♦ Baris.... Schwei» .. Soa ien • . Japan • . . -Hto de ffan- Wien in D.» Ceft. abgeft Prag • ■ . Belirad . . r>uoav.-si. . But grien Vtffabon . Danzig Konst mm. Athen Lanaoa Lira uay . Latro
168,71
1,340 58,345 112,30 112,30 112,42 10,556 21,965 20,404 4,1955 16,394 80,795
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