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Wirtschaft

1

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

JronTfurt a. 271.

»ertln

Banfnofen.

Schluß«! Anfang« kurS | Kurü

Dalum

30. 12

31 12

49,65

Devifenmarkl Berlin Frankfurt

a. zn.

1,3

1,4

1

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H

6 D. $).

25,9 2

3,25

3,25

52

5,2

3,2

3,2

100

97

97

21,7

18,13

52

5,2

30 12 31 12

<% Oellerretchtlche Soldrenke .

<,2O% Ocsterreichifche EUberrcnt

<% Oellerreichilche Einheülich Rente .....

4% Ungarische Goldrente . . .

4%. Unflatifrfie Etaatürentev. 191 4*4% be-gl. von 1913 . . .

4% Ungarische lkroneareute . . .

4% LOrktsch« Zollanleche von 191

4% Türkische Bagdadbahn-Lol.

Serie I

4% desgl Gerte N.......

6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .

tVi% Rumänische vereinh. Rente von 1913........ t

VA Rumänische vereinh. Rente .

Schluß« l ,.UI)r7 kurS s Kur«

unpersönlich gewordene Kapital verwalten und für seine Verzinsung sorgen. Leistungssteigerung &urd> fortgesetzte Schulung und Anpassung an die moderne Kaufmannsarbeit ist daher auch für den Angestellten unerläßlich.

Die Angestellten sehen die Schwierigkeiten, in denen sich die Wirtschaft und unser Volk befindet, sie sind bereit, durch Einsatz ihrer ganzen Kräfte an deren Aeberwindung mitzuhelfens sie erwarten anderseits ober auch eine gerechte Bewertung ihrer volkswirtschaftlichen Arbeit und eine mög­lichst freie Selbstbestimmung über ihre sozialen Angelegenheiten.

101

51,9

5,2

88,5

50

50,13

98,5

92

88,25

100

97

97

93

87,25

100,8

52

5,2

88,5

Weitem Maße auch Selbsthilfemaßnah­men, um weitere Gefahren von ihrem Berufs­stand fernzuhalten, dies auch ganz besonders auf dem Gebiete der weiteren beruflichen Er­tüchtigung. Wollen die Angestellten einen erheblichen Schritt in der Frage verstärkter Mit­leitung und Mitverantwortung in der Wirtschaft nach vorwärts tun, dann wird das berufliche Bil­dungsstreben noch stärker werden müssen, als im alten»Fahre. Unternehmerinitiative zu entfalten, ist kein Privileg des Arbeitgebers, auch der Gehilfe des Unternehmers kann und muh sie entwickeln. Tatsächlich werden doch heute die grö­ßeren Betriebe von Angestellten geleitet, die das

6% Deutsche ReichSanlethe von 1927 ........

7% Deutliche Relchranleihe von 1929 ........

Deutsche Anl..AblSI.«SchuId m

AuSlol.-Rechien . . .

DeSgl. ohne AuSIof.-Rechle . . . 6% ©eil. VolkSstaat von 1929 (rüctiablb. 102%)......

Cberbeilcn Provinz. Anleihe mti

AuSIos.«Rechten.....- .

Seuifdie komm. Sammelnd 1.

Anleihe Serie 1 ....

6% Franks. Hyp.-Bank Goldpse.

XIII unkündbar bis 1934 . . .

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 614 1933 . . .

</'% Rheinische Hyp.-Bank

Liau. Goldpse.. . . . . 6% Pr. LandeLpsandbriesanSalt,

Psanvbriese 81. i 9.....

8% Pr Landespi an dbriesanllalt, ftomm^Cbl. R. 20......

7% Pr Landeöpiandbrtesanstalt,

Psanvbclese 81. 81......

A.E.G. obfl. Vormegs-Obligatio- ucn,<Uablbar 1932 .....

26

2,25

1,25

21,5 17,5 18,5

1,35 3,15

3,2 3,2

Minus 4 d. $). Bei letzteren verstimmte der über­raschende Dividende-Ermäßigungsvorschlag auf 5 v. Sy, nachdem man noch vor kurzer Zeit mit einer bprozentigen Dividende gerechnet hatte. Deutsche Anleihen bröckelten eher etwas ab.""Ausländische Anleihen lagen wenig verändert. Bosnier schwächer; während die Sprozentige bosnische Eisenbahnanleihe 3 v. Sy verlor, gaben die öprozentigen investierten 8 o. H. nach. Der Pfandbriefmark lag nicht un­freundlich, ab#r ohne größeres Geschäft. Reichs­schuldbuchforderungen in mittleren Fälligkeiten zirka i bis z o. H. fester. Der Geldmarkt war-unverän­dert. Tagesgeld nannte man mit 6 bis 8 v. Sy; Monatsgeld mit 7 bis 8,5 ö. Sy, Warenwechsel 5,5 v. Sy Im Verlaufe blieb die Stimmung zunächst weiter freundlich. Bei lebhafteren Umsätzen wurden verschiedentlich 1- bis 2prozentige Kurs­besserungen erzielt. Schubert & Salzer, die zunächst mit plus - plus erschienen waren, lagen später 123,5 v. Sy nach 117,25 festgesetzt. Auch Reichsbankoorzugsaktien begegneten als Kupon- papier größerem Interesse. Polyphon zogen um weitere 2 d. Sy auf 145 v. H. an. Rheinisch-West­fälische Sprengstoffe kamen mit 50 v. H. nach 47 o. Sy gestern Schluß zur Notiz. Mansfelder Berg­bau konnten auf 34 v. Sy anziehen. Später trat gegenüber den Höchstkursen doch wieder eine Ab­schwächung ein, da eine Meldung über Arbeiter­kündigungen in der Gladbacher Textilindustrie ver­stimmte und auch die Ruhroerhandlungen als wenig aussichtsvoll angesehen wurden, nachdem der Reichs­arbeitsminister Behauptungen der Presse, daß er bei einem eventuellen Schiedsspruch eine 8prozen- tige Lohnsenkung den Arbeitgebern garantiert habe, dementiert hat. Gegen 13 Uhr wurden diese Ab­schläge wieder teilweise eingeholt.

Die litauischen Schweine auf dem Frankfurter Markt.

Frankfurt a. M., 30. Dez. Bisher konnten auf dem Frankfurter Schlachthof beliebig viele aus Litauen importierte Schweine geschlachtet werden. Es wurden manche Woche über 2000 Stück geschlachtet, von denen allerdings der größte Teil meist nach den rheinisch-west- fälischen Großstädten verschickt wurde, nur 200 Stück kamen wöchentlich auf dem Fleischgroßmarkt zum Verkauf. Nun hat die Veterinärpolizei an­geordnet, daß wöchentlich nur noch 500 Stück litauische Schweine auf den Frankfurter Markt gebracht werden kön­nen. da die Einrichtungen für einen größeren Be­stand nicht ausreichen. Die Importfirma will künftig diesen ganzen Bestand in Frankfurt zum Verkauf bringen, was zweifellos ein Sinken der Preise auf dem Schweinemarkt zur Folge haben wird.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 31. Dez. Die letzte Pro­duktenbörse im alten Iahre verkehrte bei sehr schwachem Besuch in etwas festerer Haltung. Namentlich für Weizen und Roggen erhielt sich weiteres Interesse, so daß diese Preisbesserungen von 1,50 bis 4 Mk. zu verzeichnen hatten. Die übrigen Artikel waren stark vernachlässigt und Geschäft kam kaum zustande. Für Futtermittel war die Tendenz schwächer. Die Preise verstehen sich für Getreide pro Tonne, für die übrigen Waren pro Doppelzentner. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Nassau) Hektolitergewicht von 74 Kilogramm 267,50 bis 270, Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Nassau und Tlnterfranken) 175 bis 177,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 215 bis 217,50, Hafer (inländischer) 155 bis 160, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 40,75 bis 41,75, Roggenmehl 26,50 bis 27,50, Weizenkleie 8,75 bis 8.90, Roggenkleie 8,50 bis 8.60 Mk. Tendenz: Getreide fester; Futter­mittel schwächer.

sie aber sofort wenn irgend möglich auf andere Schultern abzuwälzen. Einser ganzes Volk wird und muh bereit sein, Opfer auf der ganzen Linie auf sich zu nehmen, wenn hierdurch die Zukunft unseres Volkes gesichert wird. Der Einzelhandel ist bereit, mit allen seinen Kräften auf dieses hohe Ziel hinzuarbeiten, denn nur Selbstbeschränkung auf allen Gebieten und Opfersinn wird uns über die zunächst noch bevorstehende schwere Zeit hin­weghelfen. In diesem Sinne wollen wir trotz allem Optimisten bleibey.!

Neujahrsbeirachtung der Angestelltenschaft.

Don Heinrich Auerbach, Frankfurt am Main Gauvorsteher im DHD.

Das alte Iahr hat für die deutschen Angestell­ten außerordentlich schwere Belastungen gebracht. Die Angestellten sind mit die Hauptlastträger in der Wirtschaftskrise geworden. Die Zahl der Stellenlosen ist seit Beginn des Iahres von 185 000 auf 280 000 im November gestiegen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland hat sich seit Ianuar bis Ende November um 13 b. Sy erhöht, die der Angestellten hingegen für den gleichen Zeitraum um 48 v. H. Daraus erklärt sich die besonders schwierige Lage der Angestellten­schaft. Hinzu kommt, daß die in Stellung ge­bliebenen Angestellten eine erhebliche Min­derung des Einkommens durch die wie­derholte Erhöhung der Arbeitslosenversicherungs­beiträge erfahren haben. Am 1. Ianuar 1930 wurde der Satz von 3 auf 3,5 v. Sy, ab 1. August auf 4,5 v. H. und gb 6. Oktober auf 6,5 v. H. er­höht. Troy dieser Beitragssteigerung sind die Leistungen der Arbeitslosenversicherung nicht er­halten geblieben. Das Dersicherungsprinzip ist heute zum erheblichen Teil verlassen. Der Für- forgecharakter tritt teilweise wieder in Erschei­nung, was sich insbesondere für die Angestellten nachteilig auswirkt. Aber auch direkte Angriffe auf die Cinkommenhöhe der Angestellten find er­folgt. Nur wenige Angestellte dürften von Kür­zung ihrer Leistungszulagen, Rückgruppierungen oder Wegfall von Gratifikationen und ähnlichem verschont geblieben sein. Gehaltsabbgu auf kaltem Wege ist somit in großem Maße durchgeführt.

Leider ist nun die sehnlichst erwartete Ent­lastung auf der Preisseite in nennenswertem Um­fange nicht erfolgt, so daß es sich um eine echte Realeinkommensenkung handelt. Was an Preisnachlässen beim Haushaltsbedarf des Angestellten etwa als Erleichterung zu ver­buchen ist, wird durch die Steigerung der Mieten und die vielerorts erfolgte Erhöhung der städt. Verkehrs-, Gas-, Wasser- und Elektrizitätstarife wieder ausgeglichen, sieben der in vielen Städten erhöhten Grundvermögenssteuer, die eine Her­aufsetzung der Mieten zur Folge hatte, ist in Hessen noch eine direkte Mietsteigerung von 4v. H. ab 1. Dezember eingetreten. Zudem sorgen die Herren Staatskommissare, die neuerdings die Bürger von zahlungsunfähig gewordenen Städten mit neuen Steuern beglücken, dafür, daß von der Preissenkung im Arbeitnehmerhaushalt auch in Zukunft nicht viel zu spüren sein wird.

Gegen Schluß des Iahres sind in einer Reihe von Städten außerdem von feiten der Arbeitgeber die Tarifgehälter der Angestellten gekün­digt, sicherlich nicht mit £er Absicht, Erhöhungen zu bewilligen, sondern weiteren Abbau vorzu­nehmen. Freilich wird nicht von allen Arbeit- gebern der Gehaltsabbau als ein Mittel zur ^leberwindung der Wirtschaftskrise angesehen, sondern hier gibt es erfreulicherweise viele, die das Gegenteil für richtig halten.

r.Neben diesen Passiven hat das alte Iahr aller- d^gs auch am Schluß eine sehr beachtliche De r- g^unstigung gebracht. Der feit Iahrzehnten umstrittene Paragraph 63 des HGB., wonach dem Handlungsgehilfen im Falle der Krankheit das Gehalt auf weitere sechs Wochen zu zahlen ist, ist durch die Notverordnung vom 1. Dezember zum unabdingbaren Gesetz erhoben. Dadurch sind Ver- cinbarungen zwischen Arbeitgeber und Hand­lungsgehilfen, wonach das G e h a l t i m Krank­heitsfälle nicht gezahlt zu werden braucht, nichtig geworden. Damit ist auch die Wirksamkeit eines in den letzten Iahren diel zitierten Reichs­gerichtsurteils, das gegenteilig lautet, außer Kraft gesetzt. Erfreulicherweise ist diese Unabdingbarkeit gleichzeitig auch für die übrigen höheren Ange­stelltenberufe, wie Techniker, Werkmeister usw., durch entsprechende Aenderung der Gewerbeord­nung herbeigeführt.

Eine gewisse Entlastung haben die Ange­stellten auch infolge der Notverordnung vom 28. Iuli durch eine Ermäßigung der Kranken-

* Me tallgesellfchaft AG., Frank­furt a. M. Wie WTD.-Handelsdienst von maß­gebender Seite erfährt, beabsichtigt die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1929/30 eine Dividenden- reduition vorzunehinen. Nach Ansicht der Direk­tion fei das Institut bei der eingetretenen weite­ren Verschlechterung der allgemeinen Lage nicht berechtigt, über die Verteilung von 5 Prozent (i. V. 8) Dividende hinauszugehen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 31. Dez. Tendenz freund­licher. Die letzte Börse im alten Jahre eröffnete auf Grund der festeren Auslandbörsen in etwas freundlicherer Haltung. Die Spekulation nahm, schon aus rein börsentechnischen Gründen, kleine Deckungen vor, die sie gestern stärker abge­geben hatte. Daneben nahmen auch die Banken zum Jahresschluß zwecks Pflege ihrer Bilanzkurse einige .Käufe vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist Besserungen eintraten. Das Geschäft hielt sich jedoch nach wie vor in den denkbar engsten Grenzen, da von außen her auch kaum Aufträge Vorgelegen haben sollen. Die Kurs­festsetzung ging nur sehr schleppend vor sich, und die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, doch überwogen Besserungen bis zu 2 v. H. Von Chemiewerten gaben Farben 1,25 v. Sy nach, Metallgesellschaft büßten erneut 2,5 v. H. ein, da die scharfe Dividendenreduktion immer noch sehr verstimmte. Elektrowerte zogen bei kleinstem Ge­schäft bis 2,5 v. H. an. Einen stärkeren Gewinn hatten Karstadt, die 3 v. Sy gewannen. Montan- werte unter dem Einfluß der Schwierigkeiten im Ruhrbergbau stark vernachlässigt. Nur Nheinstahl wurden 2 v. Sy höher festgesetzt. Kaliwerte lagen bis 2 v. H. fester. Am Bankenmarkt gewannen Reichsbankanteile 2,75 d. Sy Im übrigen blieben die Kurserholungen im Rahmen bis zu 1,5 d. Sy Höher lagen Deutsche Linoleum, Wayß & Freitag und von variablen Werten Gebrüder Junghans. An den übrigen Märkten kamen Umsätze zunächst überhaupt nicht zustande. Am Anleihemarkt waren deutsche Anleihen gut behauptet. Auslandwerte fest. Im Verlaufe blieb die Stimmung weiter freundlich, ohne daß die Kurse. jedoch weiter an­ziehen konnten. Soenska tarnen ziemlich spät mit Plus-Plus-Zeichen zur Notiz und waren gebessert. Im übrigen blieb das Kursniveau gut gehalten. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zusammenhang mit dem heutigen Ultimo stark gefragt und auf 5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1980, gegen Pfund 20,3875, London gegen Kabel 4,8560, gegen Paris 123,64, gegen Mailand 92,7550, gegen Madrid 46,40, gegen Schweiz 25,0450, gegen Holland 12,0560.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Dez. Die auf Deckungen festere gestrige Neuyorker Börse hatte schon im heutigen Vormittagsverkehr eine freundlichere Stim­mung ausgelöst, zumal man bei den Banken ein Nachlassen der Verkaufsaufträge des Auslandes fest- stcllen konnte. Hatten zwar die Schwierigkeiten im Ruhrkonflikt einer Festigung entgegengestanden, so ließen anderseits aber die ergebnislos verlaufenen Verhandlungen im Waliser Bergbau die Hoffnung auf einen englischen Bergarbeiterstreik aufleben, so daß sich diese beiden Momente in ihrer Wirkung etwa aufhoben. Zu den ersten Kursen schritt bann die Spekulation zu kleinen Deckungskäufen, zumal wirklich kaum Ware an den Markt kam, so daß im allgemeinen Besserungen von 1 b i s 3 ö. Sy eintraten. Die Banken unterstützten eine Belebung anscheinend etwas, um höhere Bilanzkurse zu er­zielen. Als besonders fest sind Danatbank, Elek­trische Licht und Kraft, Thüringer Gas, Julius Berger, Deutsche Linoleum und Kunstseidewerte zu nennen. Wesentlich schwächer eröffneten nur Sa- rotti mit minus 3 d. Sy, Transradio mit minus 2 o. H., Svenska minus 4 Mark, Metallgdsellschaft

kassenbeiträge erfahren. Freilich darf hier­bei nicht übersehen werden, daß es sich nur um einen Ausgleich von Leistungen und Beiträgen handelt, denn die Krankenkassen sind ja auf das Llinlageverkahren eingestellt. Es sind also bei geringeren Beiträgen auch nur geringere Leistun­gen möglich. Es ist z. B. die Zahlung von Krankengeld für die Zeit des weiteren Gehalts­bezuges weggefallen. Auch andere einschneidende Aenderungen, wie Krankenscheingebühr, Rezept­gebühr usw., sind dieGegenleistungen" der Dei- tragsermähigung. Gegen die Krankenversiche­rungsreform ist aber insoweit nichts einzuwenden, als eine gerechte Beteiligung der Kranken an den Arzneimitteln erfolgt, wenn durch die hierbei erzielten Ersparnisse eine weitreichendere Hilfe in schweren Krankheitsfällen erreicht wird.

Was die AngestelltenimGroßhandel anbelangt, so liegt eine wichtige grundsätzliche Entscheidung des achten Rekurssenates vom 22. November 1930 beim Reichsversicherungsamt vor, daß auch diese Angestellte, insbesondere solche bei Lagerhausunternehmungen, die mit Handelsbe­trieben verbunden find, den Unfallversicherungs- schutz unter der Voraussetzung genießen, daß die Dureauräume sich in örtlicher Nähe der technischen Betriebsteile befinden.

Im übrigen ist aber das Iahr 1930 sozial­politisch gesehen ein unfruchtbares Iahr für die Angestellten gewesen. Besonders schmerzlich wird vermißt, daß die gesetzliche Rege­lung des Schutzes der älteren Ange­stellten und die Beseitigung des Dop­pelverdienerunwesens immer noch nicht erfolgt ist. Diese heute von der breitesten Oeffent- lichkeit anerkannten Forderungen müssen im neuen Iahre in erster Linie verwirklicht werden. Aber auch die Verabschiedung einer Reihe weiterer sozialer Gesetze, die längst fällig sind, ist dringlich geworden. So erwarten die Angestellten im neuen Iahre den Ausbau der Angestellten­versicherung; besonders im Hinblick auf ihre Selbstverwaltung. Die von allen Seiten verlangte Entlastung des Staates von sozialen Aufgaben kann hier begonnen werden. Es ge­nügt durchaus, wenn sich der Staat lediglich auf das Aufsichtsrecht über die Angestelltenversiche­rung beschränkt, im übrigen aber ihre Verwaltung den Beteiligten selbst überläßt. Dadurch wird ein gut Teil behördlicher Bureaukratie ausgeschaltet und das Selbstverantwortungsbewuhtsein von Angestellten und Arbeitgebern in den Selbstver- waltmrgsorganen gehoben. Ebenso ist eine Ent­lastung des Staates bei der Arbeitslosen­versicherung möglich. Auch hier sind die großen Angestelltenverbände bereit, die Sorge um ihre stellenlosen Berufsangehörigen in eigene Verantwortung zu übernehmen, ähnlich, wie es mit gutem Erfolg für alle Beteiligten bereits in der Krankenversicherung durch die Berufskranken­kassen (Ersatzkassen) geschehen ist. Die Verabschie­dung des Arbeitsschutzgesetzes mit der endgültigen Regelung der Arbeitszeitfrage, der Sonntagsruhe und des Ladenschlusses, insbe­sondere auch die Neuregelung der Arbeitsaufsicht ist im Gesamtinteresse der Wirtschaft dringend erforderlich. Die Gesetzentwürfe hierüber liegen ja schon seit Iahren der Oeffentlichkeit vor. Das große Problem der Arbeitszeitverkür­zung in den rationalisierten Betrieben erhält auch für die Angestellten steigende Bedeutung. In den kaufmännischen Bureaus vieler Groß­betriebe war bereits vor dem Kriege die 42- Arbeitsstundenwoche völlig unabhängig von der Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter gang und gäbe. Vordringlich erscheint ferner ein ausreichender C n t l a s s u n g s s chu h für die Angestellten bei solchen Betriebsstill- legungen, die nicht wegen nachgewiesener dauernder Derlustwirtschast erforderlich werden. In vielen Fällen sind ja Betriebsstillegungen nur zwecks Abstoßung von Teilen der Belegschaft, oder aus Gründen der Stillegung eines unlieb­samen Wettbewerbes erfolgt. Viele andere sozial­politische Vorlagen, wie Schaffung des Tarif- vertragsrechts, größerer Schuh der Betriebsräte wären an sich ebenso dring­lich, sie harren ebenfalls noch aus den früheren Iahren der Erledigung. Aber im ganzen gesehen wird die sozialpolitische Gesehgebungsmaschine künftig wohl langsamer laufen, als in den früheren Iahren. Dabei wäre zu fordern, daß durch die Gesetze nur jeweils der Rahmen für die mög­lichst freie Selbstbetätigung der verantwortlichen Berufsstände geschaffen wird. Eine solche Sozial­politik wird auch weniger Anfeindungen begegnen, als diejenige der Vergangenheit.

Deshalb bekunden die Angestellten nicht nur Wünsche und Hoffnungen auf den Abschluß neuer sozialpolitischer Gesetze, sondern sie ergreifen in

Frankfurt a. M.

Aerlln

Schluß« kurS

t'Uhr« Kurs

Schluß« kurS

Anfang- Kurs

Datum

30 12

31 12

30 12

31 12

iKeretnlflte Stahlwerk .

M .

56,5

56,25

57,25

Olavi Minen.....

16'/,

31,25

31,25

Kaliwerke Aschersleben .

10

126

128

125

127

Kaliwerke Westeregeln .

10

131

132,25

134,5

Kaliwerke Salzdetfurth .

15

200

200,5

198

199,5

I. ®. FarbemIndustrte.

Dynamik Nobel ....

12

123,75

125

123,25

124

. 6

58

61

Scheldeansialt.....

. 9

125

Goldschmidt . e e e

. 6

37,25

35

Rütgerswerks . . .

. 6

44,5

44,65

44,75

MetallgeieUichast. . . .

. 8

72,5

70

74

70

Philipp Holz mann . . .

. 7

70

_

70

Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt. .

10

10

Wayß & fiteötag . . .

. 8

39,75

39,5

SchuItbetS Patzenhoser .

M

_

_

158

159,75

Ostwerke.......

12

125,5

126,5

Aku.........

1«

45

44,5

43

44,5

Sternberg.......

14

42,5

42,75

46,25

Zellstoss Waldhof . . .

18'/.

92

91,5

91,5

Zellstoff Aschaffenburg .

e

12

72,13

72,25

Charlottenburger Wasser

e

. 8

78.5

78

Dessauer Oiaö .....

. 9

98

99,25

Daimler Motoren . . .

*

. 0

21,5

98,13

22,25

22

99,75

98,5

98,75

0

33

29,9

30

Nal. Automobil . . . .

. o

Orenstein & Koppel .

. 6

41,5

42,25

10

100,5

102,75

SvenLka ......

280

276

firanksurior Malchin« .

. 4

14,75

14,9

Griyner.......

M

. 6

33

32

_

HeyllaenNaedt . . . .

. 0

Junghans.......

. 6

31,5

30

32

Lechwerke.......

. 8

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 8

__

_

Mtag .......

10

-4

64

-

Gebr. Noeder .....

10

82,75

_

._________________

Boigi & Haeffner ... Süddeutsche Zucker . .

. 9

147,75

-

147

10

133

-

132

Jranffurt a. Dl,

Acrlln

Schluß« kurS

1-lchr« KurS

Schluß« kurS

Anfang« KurS

Datum

30. 12

31 12

30 12

31. 12.

Hamvurg-Amertka Patel ... 7

Hamburg-Südam-Dampfschlfs. 8

62,75

____

62,25

62

___

154

155

Hansa Dampfschiff.....10

_

121

Norddeutscher Lloyd.....8

62,5

62,25

62,25

Allgemeine DeutscheCrebltanL. 10

-

97

98,25

Barmer Bankverein .... 10

100,25

100

100,25

101

Berliner Handelsgesellschaft . 12

118.13

118,13

Commerz, und Privat-Bank. 11

109,5

109

109,5

109

Darmstädter und Nationalbank 12

Deutsche Bank und

145

143,5

145

Dibconto-GeseUfchast, ... 10

108,5

108,5

108,5

Dresdner Bank......io

109,5

-

109

108,5

Retchsbank........12

227,25

230

227

228,75

A.S.G........ ... t.

91,5

92,75

91,25

107.5

92 109.5

Bergmann.........s

Asktr. Lteserung-gelelllchast. io

90,65

91

Licht und Kraft......io

106,5

109,5

Selten & (BuUleaume ... 7 y. ÄefeUfchast für Elektrische

78

78

79

Unternehmungen .... 10

Hamburger LlektrizitütS-Werke 10

Sideintsche Eleklrizilüt .... 8

Schlesische Elektrizität. ... io

89

91

88,75

90,25

101,5

110,25

98

98

Schlickert & Go. ..... . n

__

107

109

Siemens« Halske . . . . . ie

143,5

146

144

145,25

Transravio ......... 8

122,5

120

Lahmever L Co.. ..... io

114,5

-

113

113

48

_

46,9

59,25

59,75

59,75

Essener Steinkohle 8

80,5

80,75

81,5

73

72,5

74

.

61

$l!e Bergbau ....... 10

168

168,5

169

Klöcknerwerke . ..«.?

54,5

53,5

54,75

Köln-Neucsseu... 7

ManneSmann-Röhr« . . . . 7

66,75

61,25

60,65

61,5

Mansfelder Bergbau ..... 7

32,25

32,75

Cbci|d)le|. Eilenbedarf . . . . 6

32,25

34

Oberschles. kokSwerko. .... 7

65,25

67,5

Phönix Bergbau .... 6%

56

54,75

55,75

Rheinische Braunkohlen . . 10 «Äeinstahl . . ...... .6

146

145,5

145,13

66,5

68,5

66,5

68,5

Riebeck Stoitie ...... V

70,65

Berlin, 30. Dezember

Md

' Ärles -

Olmeflfanlldjc Noten......

4,176

4,196

Belgische Noten. - .......

58,41

58,65

Dänische Noten . .......

111,88

112.3?

Englische Noten ........

20,325

20,405

Sraniöiische Noten .......

16,45

16.51

Holländische Noten .......

168 58

169,26

Italienische Noten........

21,91

21,99

Norwegische Noten.......

111,89

112,33

Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling

58,91

59,15

Rumänische Noten .......

2,47

2.49

Schwedische Noten .......

112'18

112,62

Schweizer Noten ........

81,29

81,61

Spanische Noten ........

44,66

4464

Tschechoslowakische Noten.....

12,39

12,45

Ungarische Noten........

73,25

73,55

30 Dezember

31 Dezember

Amtliche Notierung Gelb | Srlt'

Amtliche Geld

itolierung Arie!

Ämst..Rott.

168,90

169,24

168.81

169,15

Buen.-Aire

1,298

1,302

1,312

1,316

Brss.'Antw.

58,575

58,695

58,56

58,68

Chrtsttania -

112,16

112,38

112,13

112,35

Kopenhagen

112,16

112.38

112,10

112,32

Stockholm .

112,43

112,65

112,33

112,55

Helstngfors.

10,55

10,57

10,55

10,57

(Italien. . .

21,97

22,01

21,96

22,00

London. . .

20,37

20,41

20,365

20,405

Neuhork . .

4,1945

4,2025

4,1990

4,2020

Paris....

16,473

16,513

16,468

16,508

Schweiz . .

81,345

81,505

81,30

81,46

©paniert .

44,06

44,14

43,81

43,89

yavmi . .

2,081

2,085

2.081

2,085

&io de Jcni

0,384

0,386

0,382

0,384

Wien In D-«

Ceft- abgest

59,03

59,15

59,03

59,15

Prag . . . .

12,437

12,457

12,432

12,453

Pelzrad . .

7.426

7.440

7,418

7,432

Budapest. .

73,42

73,46

73,36

73,50

Bulaarien

3,039

3,045

3,037

3,043

Lissabon .

18,83

10,87

18,81

18,85

Danzig-. . .

81,47

81.63

81,46

81,62

Konstantin.

1.784

1,789

1,784

1,789

Athen. . .

5.433

5,443

5,433

5,443

Canaba . .

4,187

4,195

4,186

4,194

11 tu ,uaD . .

3,017

3.023

2,997

3,003

Cairo ..

20,99

20,93

20,885

20,925

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