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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 31. Mai 1930.

Oie,Stütze" des Ehemanns.

Meine Frau war begeistert, al» fie am vorigen Freitag imGieß Anz." von der Ersatzfrau las. Gerade eine solche Hilfe hätte sie noch nötig, meinte sie. Ich dachte, was dem einen recht ist, ist dem andern billig, und habe deshalb eine Anzeige auf­gegeben, in der ich eine Stütze, einen Ersatzmann suche. Ich will ihn fürstlich bezahlen. Und was soll er tun?

Wenn ich wegen geschäftlicher Angelegenheiten verspätet heimtomme, meine Frau nicht mehr zu Hause ist, und ich die Mappe ärgerlich in die Ecke schleudere, dann hebt sie der Ersatzmann sorgsam auf, macht für mich ein freundliches Gesicht und fuhrt mich an den Herd, wo das gewärmte Mittag­essen steht. Er hilft mir die versalzene Suppe hin- unterschlucken, ißt das schwarzgebrannte Stuck des Koteletts und lobt für mich das tadellose Essen. Kommt meine Frau nach f>aufe, empfängt er sie mit freundlichem Lächeln, sagt, daß ich sehr zufrieden mit dem Mittagessen gewesen sei und daß ich nun ein wfnia^ruhe. Teller, Schüsseln usw. hat er natürlich sein säuberlich weggestellt.

Auf ihren Borschlag ist er sofort bereit, mit in die Stadt zuriickzusahren, damit er ihr beim Aussuchen des neuen Sommerhutes behilflich fein kann. Er bestaunt geduldig alle Läden, wartet drei Stunden im Haufe der Modistin, findet das endlich ausge­suchte Modell entzückend und zahlt! Ohne mit der Wimper zu zucken!

Er findet auch, daß meine Frau eigentlich wieder nichts anzuziehen hat und bestellt zur Ansicht einige Kleider, die am Abend ins Haus gebracht werden. Ich bin Zeuge, wie mein Ersatzmann nur für die teuersten schwärmt. Meine Frau ist glücklich. Zwei ganz zarte Kleider (traumhaft! wie sie sagt!) wer­den ausgewählt und vom Ersatzmann bezahlt.

3n der Zeit des großen Reinemachens springt der Ersatzmann auch ein. Der Fußschemel, den meine Frau braucht, um das Fenster zu putzen, fehlt. Eigentümlich, daß er immer nicht Da ist, wenn man ihn braucht. Meine Stütze aber kniet schon auf der Erde, auf Händen und Füßen, die gnädige Frau steigt auf seinen Rücken und kann lhre Arbeit vollenden. Wenn ich bei Regenwetter heimkommc, steht mein Ersatzmann schon da und putzt mir die Stiesel sein säuberlich ab, vor dem Eßzimmer reicht er mir die Pantoffeln, damit ich nicht dieganze Sttahe" auf den Teppich trage. Fällt Zigarrenasche auf den Boden, läuft er schon nach dem kleinen Dreckschippchen und dem Besen.

Vormittags aber, wenn ich im Geschäft bin, steht er wie ein drohender Engel schützend vor meinem Schreibtisch und verhütet, daß daselbst endlich wieder einmal Ordnung gemacht wird", b. h. daß die Papiere wohl nach der Größe, aber ohne jegliche Zusammengehörigkeit, gelegt werden.

Zu allen sonstigen Anordnungen meiner Frau lagt er 3a und Amen, dreht die Waschmaschine, wenn die Waschfrau nicht kommen kamt, spielt mit den Kindern und singt sie in Schlaf. Rachts steht er auf und deckt sie zu. Besonders fürsorgend und betreuend behandelt er die Schwiegermutter. Kein lautes Wort kommt aus seinem Munde. Er kommt nie zu spät, nie zu früh. Er sucht die verlorengegangenen Hemdenknöpschen, bringt die vertauschten Schuhe in Ordnung, näht die ab- gesprungenen Hosenknöpse und den Anhänger am Ueberzicher an. UeberaH schwebt er wie ein treuer Hausgeist um uns, unermüdlich, unersetz­lich.

Sehen Sie, eine solche Stütze, eine solche Er- »gänzung meiner Person möchte ich haben. Ob sich wohl viele auf meine Anzeige melden wer­den? R.

Gictzencr Wocherrnrarttpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 30, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 55 bis 60. Spargel 40 bis 80, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80, Meer­rettich 50 bis 70, Zwiebeln 8 bis 12, Schwarz­wurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4.5 bis 5 (pro Zentner 3,80 4 Wk.),

Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 80 bis 100, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bi« 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bi« 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15. Salat- gurfen 50 bi« 80, Oberkohlrabi 20 bis 25.

Bornotizen.

Tageskalender für SamStag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: TonfilmDer blaue Engel". Aftoria-Lichtspiele:Menschen im Feuer' undLupine Lane und die See­räuber".

Tageskalender für Sonntag. Matthäusgemeinde, Familientag, 15,30 iHjr, im

Der Voranschlag des Kreises Gießen für 1930.

2lm kommenden Montag wird der Kreistag des Kreises Gießen zu seiner diesjährigen ordent­lichen Sitzung zusammentreten, in deren Mittel­punkt die Beratung des Voranschlag« de« Kreises Gießen für das Rechnungs­jahr 1930 stehen wird. Ziffernmäßige Einzel­heiten über den in Einnahme und Ausgabe mit 1 041 037 Mk abschließenden Voranschlag haben wir in Rr. 121 deS Gieß. Anz. vom 24. Mai bereits veröffentlicht. Am vorigen Montag (Rr. 122 des Gieß. Anz.) gaben wir ferner einem interessanten Kommentar der Kreisverwaltung zu dem neuen Voranschläge Raum In diesen Er­läuterungen wurden der Oesfentlichkeit bemerkens­werte Einzelheiten über neue Pläne der Kreisverwaltung im Rahmen de« Voran­schlags für 1930 zur Kenntnis gebracht.

Bei der Urtciläbilbung über den Gesamtvor­anschlag ist vor allem mit Befriedigung zu ver­zeichnen, daß e« der Kreisverwaltung gelungen ist, trotz stärkerer Aktivität im Schaffenswillen den Voranschlag ohne Steuererhöhung auSzugleichen. Diese Tatsache ist besonder« erfreulich für die ohnehin wirtschaftlich schwer ringende Landbevölkerung, sie ist aber nicht minder befriedigend für die Stadt Gießen, deren Steuerzahler ja zu einem großen Teile auch Mit- träger der Lasten des Kreises sind.

Bei der Betrachtung von Einzelheiten de« Voranschlag« an Hand des erwähnten Kommen­tar« der Kreisverwaltung sei zunächst zu der vorgeschlagenen Schaffung der Stelle eines Kreisrechnungsrevisors ein Wort ge­sagt. Wenn man in einer wirtschaftlich so schweren Zeit wie heute mit guter Begründung Gegner der Schaffung von neuen Stellen sein kann, so wird man doch im vorliegenden Falle eine von dieser Meinung abweichende Stellung einnehmen müssen. Die bedauerlichen und bis heute noch nicht völlig geklärten Unregelmäßig» leiten bei der Gießener Kreiskasse, die nach dem Tode deS früheren Kreiskasserechners in Höhe von 70 000 Mk. zutage traten, und eine Ver­fehlung in Höhe von 8000 Mk. bei einer anderen Stelle der Kreisverwaltung, wodurch die Kreis­kasse insgesamt einen Verlust von 78 000 Mk. erlitt, lassen das Vorhaben der Kreisverwal­tung, für die Zukunft eine ständige und ein­gehende Kontrolle der Kreiskasse zu schaffen, berechtigt erscheinen. Damit würde auch einton Verlangen des früheren Kreistages nach wirksamerer Kontrolle der Kassenführung als in früheren Jahren entsprochen. Die neue Maß­nahme kann selbstverständlich von niemand al« ein Mihtrmienszeichen gegenüber der Beamten- schast der Kreiskasse angesprochen werden, deren jetziger Direktor übrigen« vor dem früheren Kreis­tage gelegentlich der Erörterung über den Fehl­betrag von 70 000 Mk. eine laufende Kontrolle selbst als erwünscht und notwendig bezeichnet hat. Es handelt sich bei der Schaffung dieses Kontroll­organs lediglich um die Durchführung einer Der- waltungsmaßnahme, die selbstverständlich zu einer geordneten Führung der Geschäfte gehört. Daß der Kreisrechnungsrevisor seine Kontrolltätigkeit auch auf die Gemeindekassen und auf die Prüfung von Krankenkassen ausdehnen soll, ist gleichfalls als eine selbstverständliche Amtshandlung der Aufsichtsbehörde anzusehen und von keinerlei Der- dächttgung gegen irgendwelche Amtsstellen diktiert. Die Kosten dieser neuen Stelle erscheinen vertret­bar. wenn man bedenkt, daß einmal durch diese laufende Kontrolltätigkeit vorbeugend und sichernd gewirkt wird und zum andern die Aufwendungen, die der Kreis bisher für die Kassenrevisionen durch Beamte der Oberrechnungskammer machen muhte, fünftig in Fortfall kommen werden.

Als eine bedeutsame Maßnahme erscheint uns der Plan der Kreisverwaltung, zur Hebung des Wirtschaftslebens im Kreise durch Belebung der Bautätigkeit ein Kapital von 100 000 Mark zu beschaffen und dies als Einzeldarlehen unter Bereitstellung von zinsverbilligenden Mitteln für Bauzwecke auszuleihen. Die Kreisverwaltung er­wartet von dieser Förderung der Bautätigkeit eine belebende Wirkung auf die Ge­samtwirtschaft im Kreise, an der weite Devölkerungsgruppen stark interessiert sind. Man kann diese Maßnahme der Kreisverwaltung nur begrüßen, denn sie ist geeignet, produktiv auf das Wirtschaftsleben im Kreise Gießen einzu­wirken und dadurch bis zu einem gewissen Grade mit beizutragen zur Lieberwindung der heutigen allgemeinen Wirtschaftsnot. Reben der Genug­

tuung über diese Absicht der Krei-verwaltung steht aber auch ein starke« Bedauern, das man über die unzulänglicheZuweifung von staatlichen Daudarlehen für unseren Kreis empfinden mutz. Während im Kreise Gie­ßen rund 700 000 Mark an staatlichen Daudar­lehen angefordert worden sind, hat die KreiS- verwaltung bi« jetzt nur 160 000 Mark von der Regierung zur Verteilung erhalten. Wenn e« auch selbstverständlich ist, daß sich die Zuwendung der Regierung unter dem Einfluß des hessischen Sparprogramms in geringerer Höhe als in den Vorjahren bemerkbar machen wird, so erscheint uns doch eine so niedrige Bemessung der Bau­darlehen wie jetzt in keiner Weise geeignet, der Bedeutung des Kreise« Dießen gerecht zu wer­den. Es ist uns nicht unbekannt, daß dem Kreise Friedberg dem wir natürlich nicht mißgünstig gegenüberftefcen der Betrag von 390 000 Mk. an staatlichen Baudarlehen für 1930 von der Re­gierung zur Verfügung gestellt wurde. Wir wol­len hier in keiner Weise einer Kürzung deS Be­trages für den Kreis Friedberg das Wort reden, e« liegt uns auch fern, die Forderung aufzu­stellen. daß der KreiS Gießen unbedingt wesent­lich mehr erhalten müsse, als der RachbarkreiS. Aber wir möchten doch dem dringenden Ersuchen an die Regierung Ausdruck geben, den mit dem Kreise Friedberg wirttchaftlich auf gleicher Stufe stehenden Kreise Gießen als Mindest­maß die gleiche Fürsorge bet der Zu­weisung von Baudarlehen zuteil wer­den zu lassen. Die jetzige starke Differenzierung bei der Bemessung der staatlichen Baudarlehen Verden die Bewohner deS KreiseS Gießen mit uns als eine starke Unbilligkeit empfinden. Man darf wohl als selbstverständlich annehmen, daß die Gießener Kreisverwaltung sich mit der jetzigen Bemessung der staatlichen Baudarlehen nicht ab* finden, sondern alle Mittel und Wege versuchen wird, um eine Aenderung bei der Bemessung dieser Zuwendungen durch die Regierung mit dem Ziele einer gerechteren Berücksich­tigung unseres Kreises herbeizuführen.

3n Gießen hat man mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß im Kreisetat erstmalig ein Zuschuß an das Stadttheater Gie­ßen enthalten ist. Rach einem Mehrheitsbeschluß de« KreisausschusseS sollen 3000 Mk. al« einma­lige Beihilfe gegeben werden. Die Begründung dieses Beschlusses in dem Kommentar der Kreis­verwaltung ist treffend und kann auch von der Landbevölkerung des Kreises als sachlich durch­aus vertretbar anerkannt werden. Uns dünkt aber, daß diese Begründung und dieser Beihilfe- beschluh nicht nur für diese« 3ahr einmalige Berechtigung haben, sondern daß man auch für die nächsten Jahre mit den gleichen guten Grün­den den Standpunkt vertreten kann, daß dem Gießener Stadttheater auch vom Kreise Gießen mit einem alljährlichen Beitrag in der jetzt vor­gesehenen Höhe hilfreich beigestanden werden sollte. Wie stark die Bewohnerschaft de« Land­kreises Gießen an den künstlerischen Darbietun­gen unseres Stadttheaters interessiert ist, kann man im Verlaufe der Spielzeit oft genug feststel­len: insbesondere werden die SonntagSvorstel- lungen in sehr weitem Ausmaß von der Land­bevölkerung des Kreises besucht. Dadurch gewinnt unser Stadttheater al« Mittler guter darstel­lerischer Kunst auch für unsere Mitbürger in den Städten und Dörfern des Kreises stark an Bedeutung, und diesem engen geistigen Derbun- densein zwischen dem Gießener Theater und der Landbevölkerung des Kreises sollte bei aller gebührenden Anerkennung des jetzt vorliegenden Kreisausschußbeschlusse« auch über diese« 3ahr hinaus bis zur Uebertoinbung der dringendsten wirtschaftlichen Rot eine entsprechende finanzielle Grundlage gegeben werden.

Mit Befriedigung möchten wir schließlich noch registrieren, daß auch der Gießener Stü­de n t e n h i 1 s e ein einmaliger Beitrag von 2000 Mark für das Studentenhaus gewährt werden soll und daß für die Volkshochschule ein um 400 Mark erhöhter Zuschuß von insgesamt 500 Mark jährlich vorgesehen ist lieber den Sozialetat im Rahmen dieser Betrachtung 7u>ch Ausführungen zu machen, erscheint uns nach den eindrucksvollen Darlegungen der Kreis­verwaltung überflüssig, da dieser Etat mit seinem in Ziffern ausgedrückten Elend unserer Zeit zur Genüge für sich seihst spricht-

Philosophenwald. Gießener Studentenschaft und Gießener Studentenhilfe: Sommerfest (Motto:Rund um die Welt in einer Sommer­nacht"), 20 Uhr. in der Volkshalle. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Der blaue Engel": Dorrn. 11,15 Uhr.Süd-West- Af r ika", Film mit Vor­trag. Astoria-Lichtspiele:Menschen im Feuer" undLupine Lane und die Seeräuber".

,DaS Sonnenland Südwest- Afrika". An die Vorführung dieses Film« am morgigen Sonntagvormittag im Lichtspiel­haus Bahnhofstraße erinnert die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Kolonialgesellschaft in un­serem heutigen Anzeigenteil. Der Film sei der Beachtung aller Kolonialfreunde angelegentlich empfohlen.

* 53 o m $ o ft a m t I. ?fm 1. Juni wird die neu­hergerichtete Schalterhalle des Hauptpostamt» (Bahn- Hofstroße) für den Bries-, Geld-, Telegramm- und Fernsprechverkehr in Beiried genommen.

* Die Sommerspielzeit de« Gieße­ner Stadttheater« beginnt am Diei,»tag, 10. Juni. Al» Eröffnungsvorstellung wird .Flieg' roter Adler von Tirol' von Fred 2. Anger - m e ö c r gegeben. Auch in diesem 3ahve werden Sommerabonnement- au »gegeben, die unter er­heblichen Vergünstigungen den Besuch von sechs Vorstellungen ermöglichen.

Uraufführung am Stadtthater Gießen. Die Intendanz de« Stadttheater« hat für die Sommerspielzeit zur alleinigen Urauffüh­rung da« Lustspiel .Ich habe keine Zeit" von Karl Rößler angenommen. Karl Rößler ist bekanntlich der Autor des erfolgreichen Lust­spiel« .Die fünf Frankfurter".

D i e Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen aeöffnet.

Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckcnbergstraße, ist mor­gen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem Ein­tritt geöffnet.

* Anlagenkonzert findet morgen, Sonn­tag, 11 Uhr durch das Musikkorps des I. Batl. 15. Inf.-Rgts. bei günstigem Wetter in der Süd­anlage statt. Leitung: Obermusikmcister W. L öber. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch II, 145Ra- detzlymarsch" (Parademarsch des ehern. Ins.-Rat». 118), Ioh. Strauß: 2. Ouvertüre zur Operette ,,6a» Modell", F. v. Suppt; 3. Fantasie aus der Oper Carmen", (9. Bizet: 4 Zwei Stücke ausSigurd Iorsalfar", a)Das Nordlandoolk", b)Königslied", E. ®rieg; 5. Festmarsch über Themen aus Beetho­vens Es-Dur-Konzcrt, W. I. Wieprccht; b) Armee­marsch II, 267 (Hindenburg-Marsch), G. Gerlofs.

DaS Sommerfest der Gießener Studentenschaft, das am morgigen Sonn­tagabend unter dem Motto .Rund um die Welt in einer Sommernacht" in der Volk-Halle statt- findet, ist in großzügigster Weise vorbereitet wor- ben. Don den bevorstehenden Ereignissen sei heute u. a. erwähnt, daß ein Dampfschiss dusch die Volk-Halle fahren und dabei an die Annehm­lichkeiten de« bekannten Koblenzer Weindorfe« erinnern wird: ferner wird ein Flugzeug vom MarS mit einem Beauftragten der Mar-regie­rung erscheinen, um von dieser eine Botschaft an die festliche Versammlung zu überbringen. In er­freulicher Weise haben zahlreiche Gönner der Studenten Hilfe durch Stiftungen dazu beigetragen, daß dieses Fest der Studentenschaft reichhaltig ausgestattet werden konnte. Man darf mit Sicher­heit einen schönen und abwechslungsreichen Abend ertDarten, bei dem hoffentlich auch für den guten Zweck des Unternehmens, nämlich die Förderung der Studentenhilfe, etwas Ansehnliche« herau«- fbringen wird.

Geschäftssubiläum. Der Glasermeister Heinrich Arnold, Grabenstraße 8, kann am 1 Juni auf das 40jährige Bestehen seiner Bau- und Blankglaserei zurückblicken.

** Gesellschaf t Liebig - Museum. Man schreibt uns: Eine neue Wirksamkeit ent­faltet die Gesellschaft Liebig-Museum durch bte Einrichtung des Liebig-Zimmer« in Bad-Salz­hausen, das am 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, durch eine öffentliche Feier eingewecht werden folL Alle Vorbereitungen find getroffen. ES soll dabei Liebigs Analyse der Salzhausener Sole zur Anschauung kommen, neben etner Dar­stellung der Saline Salzhausen und der neueren Tiefbohrungen. Dabei wird das alte Salinen- Wasserrad wieder in Gang gesetzt toerben. Die Feier dürfte inhaltlich weitere Kreise interessie­ren. Das Liebig-Zimmer wird öffentlich zugäng­lich sein Man beachte die heutige Anzeige.

** Mit dem Motorrad in ein Auto hineingefahren. Ein schwerer UnglückSsall ereignete sich gestern gegen 15 Uhr an der Ecke Friedrichstraße und Frankfurter Straße dadurch, daß ein Motorradler, mit einem Beifahrer auf dem Soziussitz, in ein Privatauto von hier hinein­fuhr. Der Motorradler, ein junger Mann au« Steinberg bei Gedern, hatte seinen Mitfahrer, der in der hiesigen Klinik zur Behandlung ge­wesen war, abgeholt, um ihn auf dem Motorrad nach Hause zu bringen. Kurz nach der Abfahrt von der Klmik kollidierten die beiden jungen Leute mit dem Privatauto. Der eben erst an­der Klinik etitlaffene Beifahrer trug einen Ober­schenkelbruch und Kopfverletzungen davon, wäh­rend der Lenker des Motorrads gleichsaUS einen Oberschenkelbruch erlitt Beide mußten sofort der Ehiruraischen Klinik zugesührt werden. Die In­sassen oe« Autos blieben unverletzt. DaS Motor­rad wurde schwer beschädigt, der Kraftwagen erlitt geringeren Schaden.

ErrtsettungS-^uven im Srrühlirrg find besonder» empfehlenswert, well der Ctnani»- mu» gerade in dieserJabreSzeit eine befand.Neigung zur Stoffausscheidung besttzt. Bei vorhandener ober au befürchtender Korpulenz nehmen Sie zwei- bi» dreimal täglich je 2 Toluba-Kerne. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne In Apotheken. 3488V

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