schwierige Lage des Handwerkes hin, die durch die Konkurrenz Verbeamte n- wirtschaftlichen Einrichtungen eine weitere Erlchwerung erfahre. Trotz aller Schwierigkeiten sei das Handwerk bereit, die Maßnahmen der Reichsregierung zur Senkung der Preise weitestgehend zu unterstützen.
Die Vertreter des Beamtenbundes erklärten, daß die deutsche Beamtenschaft dem Handwerk durchaus Verständnis entgegenbringe. Das Ab- rüden von der Hetze gegen die Beamten werde von der Beamtenschaft lebhaft begrüßt. Die besonderen Opfer der Beamten zwängen diese zu Maßnahmen zur Erhaltung ihrer Kaufkraft. Bezüglich der beomtenwirtschaft- lichen Einrichtungen wurde betont, daß der Deutsche Deamtenbund das Recht auf wirtschaftliche Selbsthilfe gruirdsätzlich bejahe, indessen sich mit derartigen wirtschaftlichen Einrichtungen nicht befasse. Als Ergebnis der Aussprache wurde festgestellt, daß sie ihren Zweck, Klarheit über das Verhältnis beider Derufs- gruppen zueinander zu schaffen, vollkommen erreichte.
Oer Krankenschein.
Gesundheitsgefährdende Auswirkungen der Notverordnung.
Berlin, 29. Dez. (BD.) Die Auswirkungen der Krankenkassennotverordnung, die allerdings inzwischen wesentlich obgeändert worden ist, sind von dem Verband der Aerzte Deutschlands, der Spihenorganisation der deutschen Aerzteschast, zusammengestellt worden und zeigen im allgemeinen, daß sich in der kurzen Zeit des Bestehens der Rotverordnung bereits schwere gesund hei t l iche S ch 5 d ig un- gen eines Tells der deutschen Bevölkerung ergeben haben. Die Berichte stützen sich auf die Mitteilungen von Aerzten und Aerztevereinen und stellen im großen und ganzen fest, daß sich ein Ausfall der Inanspruchnahme der Aerzte um 30 bis 50 Prozent bemerkbar machte, daß weiter total vernachlässigte Fälle in Behandlung kommen, die sich auf die 50°Ps.-Gebühr zurückführen lassen. Ebenso wird festgestellt, daß viele notwendige Arzneibe- schafsungen aus Geldmangel unterbleiben. Hierzu kommt, daß die Kranken versuchen, auf ein Rezept möglich st viel verschrieben zu erhalten. Die Tatsache, daß in der Hauptsache Erwerbslose der Behandlung fernblieben, hat sich allerdings durch die Aufhebung der Rotverordnung für diesen Fall ab - ändern lassen. Immerhin werden zahlreiche Fälle nachgewiesen, in denen keine Besserung der Krankheit eintrat, well es unmöglich War, die Gebühr für das Rezept aufzubringen.
Oer Konflikt
bei der Wirffchaflspartei.
Berlin, 29. Dez. (TA.) Der Parteivorstand der Wirtschaf ts Part ei, der am Montagnachmittag in Berlin tagte, teilte als Ergebnis seiner Verhandlungen folgendes mit:
„Der Vorstand der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaflspartei) tagte am Montagnachmittag unter dem Vorsitz des Vorstandsmitgliedes F r e i b e l, Hildesheim. Er beschäftigte sich nochmals eingehend mit den Anschuldigungen gegen den Parteivorsitzenden Drewitz. Es wurde beschlossen, das Parteischiedsgericht einzuberufen und bei diesem zu beantragen, die Parteimitglieder Colo s s e r und Dannenberg aus der Partei auszuschliehen. Weiter soll der Reichs- a u s s ch u ß am 4. Januar nach Berlin einberufen ^verden. 'Der Parteivorsitzende Drewitz sah sich veranlaßt, auf Grund der erneut gegen ihn gerichteten Angriffe in der Presse, die der Vorstand nach Prüfung der Verhältnisse als völlig unberechtigt ansieht, von der Ausübung seines Vorstandsamtes bis zum Spruche des Schiedsgerichtes Ab st and zu nehmen." Das Parteischiedsgericht wird am gleichen Tage, wie der Reichsausschuh, also am 4. Januar, zusammentreten.
3m einzelnen erklärte der Abg. Drewitz dem Rachrichtenbureau des Vdz., daß die in einer Denkschrift Colosse rs enthaltenen Vorwürfe unwahr feien. Er, Drewitz, hätte gar nichts mit der Parteikasse zu tun und bekäme keine Gelder von der Partei in die Hände: er sei auch gar nicht zeichnungsberechtigt für die Parteikasse gewesen, sondern nur der Bureausekretär der Partei und der Kassierer. Drewitz bestreitet weiterhin, seinem Schwiegervater oder sich selbst für einen 'Wohnungsbau Kredite aus der Mittel- standsbank verschafft zu haben. Er sagt, die Mittelstandsbank sei keine Parteibank: im Aufsichtsrat wären vielmehr auch Deutschnationale. Zwar befinde sich unter den tausenden Kreditnehmern der Mit elstandsba.ik auch d.r Schwiegervater des Herrn Drewitz, er hätte aber nicht 40 000, sondern nur 6000 Mark Kredit erhalten, das Besitztum des Schwiegervaters sei auch nicht zwangsversteigert. Richtig sei dagegen, daß C o - losser selber bei der Mittelstandsbank einen Kredit von 26 000 Mark entnommen habe, obwohl er selbst Vorstand der Schöneberger Bank sei. Diesen Kredit habe Colosser erst jetzt abgedeckt.
Oer Islam in Indien.
Die Mohammedaner fordern einen eigenen Staat.
London, 29. Dez. (Reuter.) 3n Allahabad hielt die Mohammedanische Liga für Gesamtindien eine Tagung ab. Der Vorsitzende Sir Muhammed Igbal vertrat folgende Gedankengänge: Die künftige Verfassung Indiens auf der Auffassung zu begründen, daß es ein homogener Körper sei, oder Prinzipien auf Indien anzuwenden, die von britisch-demokratischen Gefühlen diktiert seien, würden in Indien, ohne es zu wollen, die Saat des Bürgerkrieges ausstreuen. Cs sei vollkommen gerechtfertigt, wenn die Mohammedaner e i nM oslem- Indien innerhalb des indischen Gesamtkörpers verlangten. Weiterhin setzte sich der Redner für die Verschmelzung des Pundjab, des Gebietes der Rordwestgrenze, sowie von Sind und Belutschistan zu einem einzigen Moslem- Staat ein. Die Zentralisierung des lebendigsten Teiles der indischen Mohammedaner werde nicht nur das indische Problem, sondern auch das zentralasiatische lösen. Wenn man den Mohammedanern volle Freiheit der Entwicklung innerhalb des indischen Gesamtreichs einräume, so würden die im Rordwesten wohnenden Moslems sich als die besten Der-
Nationalsozialisten und Regierung.
Oer „Völkische Beobachter" fordert Auflösung des Reichstags.
Berlin, 29. Dez. (TU.) Zu der kürzlich von der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" angeschnittenen Frage einer etwaigen Regierungsbeteiligung Hitlers äußert sich nunmehr der „Völkische Beobachter" grundsätzlich. Das Blatt schreibt u. a.: In verschiedenen Gemächern herrscht eine immer heftigere Aufregung, da man die kommende unvermeidliche Abrechnung deutlich herannahen sieht. Daher jetzt verschiedene Bemühungen, die .Hitlerpartei" „e i n z u f ü g e n", etwa in die sogenannte „nationale Front" (so als zweitletzte), oder sie vernunftgemäß zu leiten, und was dergleichen Ausdrücke für die Bemühungen, uns unschädlich zu machen, mehr sind. Da mir unbefangen sind und das Wohl der deutschen Gesamtheit im Auge haben, so werden wir jeden Ratschlag prüfen, jeden guten Rat beherzigen, gleich von welcher deutschen Persönlichkeit er stammt. Aber mit dem „Einfügen" und mit dem „Beteiligen" ist es vorüber. Gewisse Leute und
Gruppen meinen noch immer, sie müßten regieren, wenn, es mit rechts nicht ginge, so eben mit links. Diesen sagen wir, Druckfehler zu korrigieren, ist nicht eine Sendung der NSDAP., denn diese Herren müssen gar nicht regieren, vielmehr sind sie schon lange abbaurcif, ja mehr als das. Es steht für die Zukunft nicht zur Debatte, ob man Hitler sich mitbeteiligen lasse, sondern mit wem Hitler oiifft regieren wird. Also genau umgekehrt verteilte Rollen. Deshalb kommt auch eine Koalition auf Grund des jetzigen Reichstages nicht mehr in Frage. Die Herren wollten im Herbst nicht, in der Hoffnung, die „nationalsozialistische Fieberkurve" würde wieder zurückgehen. Das Gegenteil ist der Fall. Die national- sozialistische Gesundungskurve ist weiter im Ansteigen. Wir fordern deshalb als erste Tat des Jahres 1931 die Auflösung des Reichstages und des Preußischen Landtages.
Dreister Bankraub in Köln.
Mit vorgehaliener Pistole in eine Oeposiienkaffe. — Oie Räuber bereits gestellt.
Am Montagvormittag wurde auf die Depositenlasse der Deutschen Bank in der Dü- rener Straße in Köln-Lindenthal ein dreister Raubübersall verübt. Drei junge Burschen im Alter von etwa 20 Jahren fuhren in einem Kraftwagen vor. Als sie in die Depositenkasse eingetreten waren, blieb einer der drei Burschen an der Eingangstür stehen, der zweite stellte sich in der Mitte des Vorraums auf, der dritte trat dicht an den Zahltisch heran und forderte den Kassierer und einen anwesenden Kunden auf, die Hände hochzuheben. Gleichzeitig richteten die Banditen ihre Pistolen auf den Kassierer und den Kunden. Der Bursche, der an den Zahltisch getreten war, sprang über diesen hinweg und entnahm dem Geldschrank etwa 1 3 0 0 0 b is 15 000 Mark in neuen Zehnmark- Rentenbankscheinen, außerdem Silbergeld im Betrage von 300 Mark und für etwa 25 Mark Kupfergeld. Rach der Beschreibung der Täter sind zwei von ihnen 18 bis 19, einer etwa 25 bis 27 Jahre alt Rach der Tat fuhren die Burschen in einer dunklen Sechssitzer-Limousine, vermutlich einem alten Adlerwagen mit gefälschtem Kennzeichen, in Richtung Köln davon.
Der Kriminalpolizei gelang es gegen 19 Uhr einen ihr bekannten Autodieb fe st zunehme n , der im Verdacht stand, an dem UeberfaU beteiligt gewesen zu sein. Der Feftgenommene stellte seine Beteiligung an dem Ueberfall in Abrede, räumte jedoch ein, gegen Zahlung einer erheblichen Geldsumme für die Verbrecher beim Domhotel einen DKW.= 9B a g e n gestoh - le n zu haben, mit dessen Hilfe bann der Raub ausgeführt wurde. Im Besitze des Festgenommenen, der vermutlich als vierter Täter im Auto gewartet hat, wurden etwas über 700 Mark, die aus dem Raube stammen, sowie eine geladene Pistole vorgefunden. Daß es sich um Geld aus dem Raube handelt, geht daraus hervor, daß das Geld aus lauter neuen Scheinen bestand, die fortlaufend benummert waren, wie sie direkt aus der Reichsdänk geliefert werden. Die Polizei ist mit der weiteren Klärung der Angelegenheit beschäftigt.
Auf der Fahrt nach Trier wurde am Dienstag von Landjägern ein Automobil mit drei Insassen angehalten. Rach der Nummer des Autos und der sonstigen Beschreibung handelt es sich um die Räuber. Die Festgenommenen wurden nach Pruen übergeführt. Sie leugnen bisher die Tat.
Schwieriges Rettungswerk in Algier.
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Bei dem schweren Einsturzunglück in Algier, bei dem eine Hochzeitsgesellschaft verschüttet wurde, handelt es sich um eine Katastrophe größeren Ausmaßes, wenn auch dis zur Stunde nicht feststeht, wie viele Opfer unter den Trümmern begraben liegen. Es scheint festzustehen, daß ihre Zahl mehr als 3 0 beträgt. Die Auf- räumungsarbeiten sind am Sonntag unter Beteiligung von Truppen wieder aufgenommen worden. Bis zum späten Abend des Sonntag wurden 7 Leichen geborgen. Während der Bergungsarbeiten ereignete sich ein weiterer Erdstoß, dem beinahe die Retter zum Opfer gefallen wären. Glücklicherweise kündigte sich der Erdrutsch durch Gedröhne an, so daß sich die Hilfs
mannschaften in Sicherheit bringen konnten. Als einer der ersten wurde der Bräutigam aus den Trümmern gezogen, der nur leichte Hautabschürfungen davongetragen hat. Schon wenige Minuten später wurde eine 17jährige Bäuerin als Leiche geborgen, die als die Braut erkannt wurde. Ihr Körper, vor allem das Gesicht, war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. In der Nacht zum Montag wurden die Auf- räumungsarbeiten eingestellt, da man weitere Erdrutsche befürchtete. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Bewohner der umliegenden Gegend selbst einen großen Teil der Schuld an dem Unglück trägt. Seit Jahren hatten sie den Berg unterhöhlt und mit der Zeit eine Grotte geschaffen.
teidiger Indiens gegen die Invasion fremder Ideen erweisen. Deutlicher denn je habe sich bei den Besprechungen cm runden Tisch in London gezeigt, wie grundlegend die Verschiedenheit zwischen den beiden großen kulturellen Gruppen Indiens sei. Der Plan eines indischen Staatenbundes in der Gestalt, wie er von der Konferenz am runden Tisch erörtert werde, stelle eine Gefährdung des Islams dar. Es handele sich dabei augemcheinlich um eine Art
von Verständigung zwischen Hindu-Indien und dem britischen Imperialismus.
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Zwischen Tschintschcur und Tschcwhang brachten Räuber einen Eifenbahnzug zur Entgleisung, der 20 Meter tief in ein Flußbett stürzte. Mehrere Personen sanden den Tod, 40 wurden verletzt. Sie Räuber plünderten die Lieberlebenden aus und entflohen beim Heran- nahen von Soldaten,
Aus aller Wett.
General a. D. von ploeh f.
Der frühere Kommandierende General des achten Rheinischen Armeekorps in Koblenz Paul von Ploetz, der von 1906 bis 1913 das Korps befehligte, starb im 84. Lebensjahr in Wiesbaden. General der Infanterie a. D. von Ploetz stand ä la suite des ehemaligen Köni- ain-Elifabeth-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 und hatte bei diesem Regiment als junger Offizier im Krieg 1870/71 das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse erworben. Er war Mitglied des ehemaligen Herrenhauses. Die Beisetzung des Generals findet am Dienstag in Mainz statt.
3m felbflgebaulen Segelflugzeug abgestüczk.
Der 20jährige Pilot M ä tz k e der Segelfliegergruppe Eisenach unternahm an den Hängen des großen Hörsewerges einen Flug mit einem selbstgebauten Flugzeugtyp, mit dem er bereits erfolgreiche Probeflüge ausgeführt hatte. Kurz nach dein Aufstieg st ü r z t e e r am Südhang des Berges Aus beträchtlicher Höhe ab. Er wurde tot unter den Trümmern des Apparates hervorgezogen. Seine Eltern waren Zeugen des- Absturzes. ~ .
Explofionsunglück bei einem Arzt.
Von einem eigenartigen Unfall wurde in Berlin der Sanitätsrat Dr. Richard S k u t s ch betroffen. Während der Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. P ü n d e r zur Untersuchung im Sprechzimmer weilte, wollte Dr. Skutsch ein Instrument erwärmen. Er stieß dabei versehentlich eine Flasche, die Aether oder Säure enthielt, um. Im gleichen Augenblick entzündete sich die Flüssigkeit und die Flasche explodierte mit lautem Knall. Die emporschlagende Stichflamme schlug Sanitätsrat Dr. Skutsch ins Gesicht und setzte auch seine Kleidung in Brand. Staatssekretär Dr Pünder und seine Gattin, die sich ebenfalls im Sprechzimmer befand, griffen sofort die im Zimmer liegenden Teppiche und Decken auf und erstickten damit die Flammen. Dann schaffte der Staatssekretär Dr. Skutsch im Auto sofort zum Stubenrauch-Krankenhause in Lichterfelde. Hier wurde festgestellt, daß Dr. Skutsch sehr schwereVerbrennungen im Gesicht, am Kops, an den Händen und auch am Rücken davongetragen hatte. '
Schachweltmeister Aljechin beinahe verbrannt.
Schachweltmeister Aljechin, der sich zur Zeit auf einer Tournee durch Südslawien befindet, ist in E s s e g mit knapper Rot dem Tode entronnen. Dr. Aljechin war nach einem ihm zu Ehren gegebenen Bankett gegen 5 Uhr früh in sein Hotel zurückgekehrt und in feinem Zimmer mit der brennenden Zigarette im Mundeeirüge sch l a f en. Die Zigarette setzte die Bettwäsche in Brand, und bald war der ganze Raum in Rauch und Flammen gehüllt. Das ein* dringende Hotelpersonal fand den Schachmeister mit einer schweren Rauchvergiftung bewutzlos vor dem Bette liegend auf. Glücklicherweise hat Dr. Aljechin nur leichte Brandwunden erlitten, so dah er nach der ersten Hilfeleistung in häuslicher Pflege gelassen werden konnte.
Massen-Gasvergistung in einer Berliner Wäschefabrik.
In der Berliner Wäschefabrik AG. brachen plötzlich in einem Plättraum, in dem 40 Arbeiterinnen beschäftigt waren, zahlreiche Plätterinnen unter Vergiftungserscheinungen an ihren Arbeitsplätzen ohnmächtig zu-, lammen. Der alarmierten Feuerwehr und den Samaritern gelang es, 27 der verunglückten Frauen, nachdem man sie ins Freie geschafft hatte, wieder nach kurzer Zeit ins Bewußtsein zurückzurufen. Bei weiteren sieben waren die Vergiftungen jedoch so schwerer Rater, daß die Feuerwehr über eine Stunde lang Sauerstoff verabreichen mußte, ehe sich bei ihnen wieder Lebenszeichen bemerkbar machten. Die Feuerwehr unter uchte sofort alle Gasleitungen, konnte jedoch nirgendswo einen schweren Defekt feft- stellen. Die Plätterei ist modern ausgestattet und verfügt über mehrere große E^haustoren, die unausgesetzt Luft aus dem Raum herauspumpen, während durch Oeffnungen in der Mauer Frischluft in den Saal strömt. Die Exhaustoren scheinen in Ordnung gewesen zu fein. Bei einem Versagen dieser Anlage wäre es möglich, daß verbrannte Gase sich an dem Saal angesammelt haben und bah diese die Vergiftungserscheinungen hervor- gerufen haben.
Schwere lleberschwemmungsgefahr bei Jiatnm.
Dei Narwa ist die Rarwe in den letzten Tagen auf 3,15 Meter über Rorrnal gestiegen. Da der Fluh unterhalb der Stadt auf einer Länge von 6—8 Kilometern fast bis auf den Grund mit Eis verstopft ist und nur enge Kanäle für das abwärtsströmende QDaifer vorhanden sind, droht der Stadt große Ueberschwem- mungsgefahr. Die Bewohner der niedrig- gelegenen Ortschaften am Flußufer beginnen bereits, ihre Wohnungen zu räumen. Die mit Dynamit vorgenommenen Eissprengungen haben nur wenig genutzt. Die unmittelbare Ursache der Eisstauung unterhalb der Stadt ist, daß der Fluß dort früher gefroren war als oberhalb, wo die Wasserfälle und Stromschnellen liegen.
Eifenbahnunglück in Südslawien.
Auf der Strecke Serajewo-Visegrad — Belgrad ereignete sich ein Eisenbahnunglück, durch das eine Person getötet, sechs schwer und vier leicht verletzt wurden. Durch einen Erdrutsch, der die Strecke bedeckte, entgleiste die Maschine eines Personenzuges und riß einen Salon- und zwei Personenwagen mit sich. Die Maschine überschlug sich und wurde schwer beschädigt. Die zwei Personenwagen wurden zertrümmert. Der Tote ist ein Ingenieur der Eisenbahndirektion in Serajewo. Unter den Schwerverletzten befinden sich der Lokomotivführer und der Heizer.
Auf der Landstraße ermordet und beraubt.
Auf der Chaussee Seehausen—Werben wurde der Händler Schmock aus Magdeburg von dem Führer eines Verkehrsautos blutüberströmt aufgefunden. Schmock, der schwere Schädelver- letzungen aufwies und nur noch schwache Sehens- Zeichen von sich gab, wurde iijp «eehäuser Krankenhaus gebracht. Dort ist er gestorben, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Während man erst annahm, daß Schmock in der Dunkelheit von einem Auto angefahren wurde, ist man nach den neuesten Feststellunaen zu der Auffassung gekommen, daß er das Opfer eines Raub über« faIles geworden ist. Schmock war seiner Wertsachen und Papiere beraubt worden. U. a. soll er 600 Mark in Bargeld bei sich gehabt haben. Auch die Uhr fand man nicht mehr bei dem Toten. Don den Tätern sand man bisher keine Spur.
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