Oie Hygiene im Schlafzimmer
Wir Deutsche können uns keinen Begriff davon machen, wieviel Schmutz es ehemals in unseren und auch in anderen Landen gab, wo das Naturvolk keine Körperpflege kannte. Italiens Lazzaroni- kinder und Ungarns Zigeuner mögen als Beispiel dienen, wie es in den kümmerlichen Zeiten in dem von Kampf und Fehde zerrissenen Deutschland zu- ging. Enge Häuser, kleine Fenster, weil das Glas zu teuer, die Bürste ein seltenes Ding, der Haarbesen unbekannt, Seife zu teuer, Leibwäsche kostbar, das einzige Hemd des Sohnes oft ein Erbstück des Baters, der gemeine Mann nackt auf der Ofenbank schlafend, das sind Andeutungen, wie es vor Alters in unseren Gauen aussah. 5378A
Daraus entnehme man, wie viel Schmutz und Unrat, unbeachtet, einfach als natürliches liebet liegen blieb: vor allen Dingen auch im Bett. Wieviel Krankheitserreger sich zu dieser Zeit in den in Gebrauch befindlichen Betten vorfanden, läßt sich gar nicht annähernd ausdenken. Wie manche Hausfrau glaubt doch ihre Schuldigkeit am Bett voll und ganz getan zu haben, wenn sie jährlich einmal ihre Betten bei dem großen Hausputz ins Freie bringen läßt,
sie ordentlich ausklopft und richtig durchlüftet. In Deutschland wird noch heute im allgemeinen dem Bettwerk viel zu wenig Sorgfalt zugewandt. Man glaubt schon bei der Anschaffung, und zwar zum Schaden der eigenen Gesundheit, am Bett sparen zu müssen, dagegen für sonstige Einrichtungsgegenstände größere Mittel aufwenden zu dürfen.
Alle menschlichen Bekleidungsgegenstände, wie Schuhe, Kleider, Stoffe usw. werden, wenn sie abgenutzt sind, immer wieder erneuert. Beim Bett will man die Abnutzung nicht wahr haben. Es ist keine Seltenheit, daß Eltern ihren Kindern bei Ver- heiratung die Federn aus den großelterlichen Betten als Ehebetten Herrichten lassen und, um es zu verschönern, werden höchstens dieselben mit neuem Inlett bezogen. Man meint etwas ganz Außergewöhnliches getan zu haben, wenn man diese alten Federn gar noch reinigen läßt und vielleicht auch noch ein Pfund neue Federn nachfüllt.
Hier kommen wir auf ein Gebiet, welches unbedingt der öffentlichen Aufklärung bedarf. Haben denn nicht Deckbetten, Kopfkissen und Matratzen, in denen Menschen verschiedenster Generationen, oft Verwandte, Freunde, oder auch Fernstehendere, geschlafen haben, ihre Schuldigkeit voll und ganz getan, wenn man bedenkt, daß solches Bettwerk 30 bis 40 Jahre im Gebrauch war und hiervon mindestens ein Drittel dieser Zeit, also ungefähr zehn Jahre, oder 3650 Tage Tag und Nacht ununterbrochen benutzt wurde. Diese Betten haben alle möglichen Ausdünstungen, Transpirationen, in
Krankheitsfälle^ auch verschiedene Arten von Bazillen ausgenommen.
Solche Arten von Betten bilden die besten Brutstätten für Bakterien, Bazillen und Pilze. Sie können unter den Hüllen ungestört leben und gedeihen. Diese Betten im Verein mit der Luftverderbnis im Schlafzimmer sind häufig der Grund für die Ausbreitung der Tuberkulose. Man muß immer wieder hervorheben, daß solche Betten auch durch Reinigen und neu Beziehen immer noch wertlos bleiben, denn das Rückgrat der Federn ist gebrochen, dieselben haben ihre Elastizität verloren, geben dem menschlichen Körper während seiner Nachtruhe nicht mehr die gewünschte Wärme, sind klumpig, schwer und hart und gehören in den Mülleimer. Durch solche Betten wird die Haut des Schläfers in der naturwidrigsten Weife von der Luft abgesperrt und er in einem Gemisch von Ausdünstungsgasen begraben.
Es ist zu schade, daß die größte Anzahl unserer Hausfrauen nicht sehen kann, wieviel Staub, Sandkörnchen, gebrochene und verbrauchte Federnkiele, sowie andere Arten Schmutz und Abfall aus einem Deckbett, welches 20 Jahre im Gebrauch war, bei einer Reinigung herausfallen. Wie wenige Hausfrauen denken daran, ihre Betten, denen sie tagtäglich ihren gefunden Körper anvertrauen, auch einmal von Grund auf zu reinigen, aufzuarbeitsn und frisch zu machen. Aehnlich verhält es sich in den meisten Gaststätten, wo noch niemals daran gedacht wurde, eine Hauptreinigung des Inhalts der Betten,
sowie auch eine Waschung des Bettbarchents (In» Ictts) vorzunehmen. Die Besucher dieser Gaststätten müssen doch wiederum bedenken, daß nachts zuvor, und zwar jede weitere Nacht zuvor stets ein anderer Mensch in diesen Betten geschlafen hat, wo nur die Bezüge wechselten, aber der Inhalt der Betten, der in einem großen Ausmaß die übelsten Gerüche, Bakterien und Bazillen ausgenommen hat, unberührt bleibt. Das Schlafen wird bann anstatt zu einer Erholung und zu einem Genuß nur zur Qual und evtl, zur Erkrankung und dauernden Schädigung des vorher gesunden Körpers.
Damit es jeder Hausfrau möglich ist, sich einigermaßen ein Bild von dem vorstehend Gesagten machen zu können, sind wir gerne bereit, jederzeit zu gestatten, einer Reinigung von Deckbetten und Kopfkissen sowie bei Aufarbeiten der Bettkeile beizuwohnen, wie wir sie auf unserer einzig dastehenden hochmodernen Reinigungsanlage täglich vornehmen. Die Bettfedern- Reinigungsmaschine ist durch eine Glaswand abgetrennt, so daß jedermann den Vorgang mit ansehen kann, ohne im geringsten von Federstaub oder Federn belästigt zu. werden.
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