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Lleberwachung der Geschäftsführung zu über­nehmen.

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M., 29.2Iug. Tendenz: ge­schäftslos. 2In der Abendkurse herrschte fast vollkommene Geschäftslosigkeit, da die bevor­stehende zweitägige Unterbrechung des Börsen­geschäftes die Zurückhaltung verstärkte. Kurs­veränderungen von Belang waren nicht zu ver­zeichnen. Am Rentenmarkt blieben Mexikaner auf dem erhöhten Mittagsniveau behauptet. Reu­besitz 7.75, Adca 107,75, DHG. 143. DD.-Bank 124. Reichsbank 247, Gelsenkirchen 110, Aschersleben 191,50, Westeregeln 197,50, Mannesmann 84,25, Otavi Minen 36,50, Rheinstahl 86.50, Stahl­verein 78, AKLl. 78,75, AEG. 130, Cha de 290,50, Daimler 27,50, Scheideanstalt 140, Deutsche Lino­leum 180, Licht und Kraft 138, I.-G.-Farben 151,40. Felten 114,50 bis 114,75, Holzmann 81, Metallgesellschaft 104,50, Rütgerswerke 53,75, Svenska 298 bis 300, Hapag 91,5Q, Norddeutscher Llohd 91,25.

Berliner Produktenrnarkt.

Berlin, 29. Aug. Rach ruhigem Bormittags­verkehr war die Tendenz des Produktenmarktes ?u Börkenbegann uneinheitlich. Bom Auslande agen besondere Anregungen nicht vor. Das Angebot in Inlandweizen hat sich bei unver­änderten Forderungen wieder verstärkt, im freien Markt lauteten die Gebote etwa 2 Mark nied­riger als gestern, Stützungskäufe bürften nur in mäßigem Llrnfangr erfolgen. Am Lieferungs­markt machte sich der herannahende Andienungs­monat in Realisationen bemerkbar, die zu Preis­abschlägen um 1,50 bis 2 Mark führten. Roggen war unter weiteren Stühungskäufen erneut um 1 Mark befestigt. Das Pronrptangebot auf Basis der Stützungspreise ist reichlich und findet nur zum Teil Ausnahme, so daß verschiedentlich schon bahnstehende Ware offeriert wird. Am Mehl- morkt ist eine Belebung nicht zu verzeichnen, die Forderungen für Roggenmehl sind erhöht. Hafer bleibt infolge der geringen Aufnahmefähigkeit des Konsums reichlich im Markte, die Preise waren kaum behauptet. Gerste in unveränderter Marktlage. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, mär?., 245 bis 249 (ruhig), Sept. 258, Ott. 261 bis 260,75, Dez. 270,25 bis 270 (Brief): Roggen, märt., 183 (fester), Sept. 187, Ott. 191 bis 190, Dez. 200 bis 199; Braugerste 204 bis 222 (ruhig); iFuttergerste 183 bis 198 (ruhig); Hafer, märt., alt, 184 bis 194 (ruhig), neu 158 bis 170 (ruhig), Sept. 173,50, Ott. 177,50, Dez. 187; für je 100 kg: Weizenmehl 29 bis 36,90 (kaum behauptet); Rog- aenmehl 25 bis 27,50 (ruhig); Weizenkleie 9,25 bis 9,50 (still); Roggenkleie 8,75 bis 9 (still); Diktoriaerbsen 30 bis 34; Futtererbsen 19 bis 20; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 17 bis 18,50; Wicken 21 bis 23,50; Rapskuchen 10,60 bis 11,60; Leinkuchen 18,20 bis 18,40; Trockenschnitzel 7,80 bis 8,60; Scgaschrot 14,70 bis 15,60 Mark. Allg. Tendenz: uneinheitlich.

Oie Biersteuer.

Die Freie InnungderGastwirtevon Gießen und Umgegend ersucht uns, das Folgende zu veröffentlichen:

In dem ArtikelDie Deckung des Gießener Haushalts für 1930 in Rr. 196 desGießener Anzeigers" vom 23. d. M. wird u. a. die Bier­steuerfrage angeschnitten. In ausführlicher Weise wird hier der Einführung der Gemeinde­biersteuer das Wort gesprochen und die Aeuße- rung eines hervorragenden Herrn des Gastwirts­gewerbes zitiert, der die Einführung der Bier- steüer als richtig ansieht. Ebenso wird erwähnt, oaß man es der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft &r Mitte als ein Verdienst anrechnen müsse, daß ste mit aller Entschiedenheit bis zuletzt für diese Steuer eingetreten sei. Diese Ausführungen kön­nen und dürfen nicht unwidersprochen bleiben.

Die Gastwirte-Innung geht mit der Ansicht des erwähnten Fachmanns nicht einig. Höchst be­dauerlich ist es, daß die städtische Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte dem Gastwirts­gewerbe die neue Sonderbesteuerung auferlegen will. Gerade dieser Fraktion der Mitte müßte die Rotlage des Gastwirtsgewerbes am ersten bekannt sein. Sie handelt einfach nach dem Grundsatz: »Belaste andere, so wirst du geschont."

Zu den Ausführungen:Wenn ein Gast am Abend fünf Glas Bier trinkt..ist zu sagen, daß es heute schon viele Volksgenossen gibt, die sich nicht mehr ein bescheidenes Glas Bier er­lauben können, und will man den wenig anderen durch neue Belastung ihr Getränk rauben?" Die Pfennigrechnung ist in vielen Lokalen nach der letzten Biersteuer eingeführt worden. Der Wirt trägt bei dem kleinen Glas Bier die Steuer selbst, so daß der alte Preis von 20 Pfennig bei­behalten wurde.

Die auf den Präsidenten des Deutschen Städte­tags zurückzuführende Behauptung, daß der Preisaufschlag für das Glas Bier bei der letz-

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 31. August.

7 bis 8.15: (Don Hamburg): Hafenkonzert. 8.30 bis 9.30: (Aus der Adventskirche zu Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von der Llnterneu- städter Gemeinde zu Kassel. 11: (Miltenberg a. QU.): Konzert anläßlich der Michaelmesse. 13.10: Mandolinenkonzert. 14: (Stuttgart): Stunde der Jugend. 15: Die Zehnjahrseier des Kinderdorfes Wegscheide. 15.45: Stunde des Landes. 16.30: (Stuttgart): Rachmittagskonzert des Rundfunk­orchesters. 17: (Von Nürnberg): Europa-Wasser- ball-Turnier, Länderspiel DeutschlandUngarn. 17.35: (Stuttgart): Konzert. 18.30:Altfrank­furter Sprichwörter und Redensarten aus Fried­rich Stolhes Nachlaß", ausgcwählt und geordnet von Rektor Ehr. Bartscher. 19.20: Sportnachrich­ten. 19.30: Auf Schallplatten: Os:erctten-Konzert. 20: Otto Reuter. 21: (Von Ostende): Großes Konzert. 23 bis 0.30: Unterhaltungskonzert.

Montag. 1. September.

8 bis 9: (Bad Homburg): Konzert des Kur­orchesters. 11.45: Werbekonzert. 12: (Miltenberg): Anläßlich der Michaelmesse: Konzert. 13.20: Schallplattenkonzert: Aus Richard Wagners Musikdramen, Bayreuther Festspielbesetzung. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15:Vom Wert und Unwert der Schulzeugnisse. Ein Wort an die Mütter", Vortrag von Oberstudiendirektor Anna Hoffa. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Bildende Künstler als Schriftsteller", 1. Vortrag von Hans von Heister, Berlin. 18.35:Ein Rück­blick auf die Große Deutsche Funkausstellung in Berlin", Vortrag von Herbert Rosen, Berlin. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Unter­haltungskonzert. 20.30: Beim Dichter auf dem Lande. 21: (Von Leipzig): Humperdinck-Gedächt- nisstunde. 22: Literarische Veranstaltung:Fi­guren" von Paul Wiegler, gelesen von Fritz Bauer. 0.30 bis 1.30: Winterreise, ein Lieder­zyklus von Franz Schubert.

Dienstag, 2. September.

7.30 bis 8.30: (Bad Soden): Konzert des Kur­orchesters. 12.20: (Schlangenbad): Konzert des Kurorchesters. 13: Schallplattenkonzert: Wander­lust. 15: Hausfrauen-Nachmittag. 16: Nachmit­tagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05:Bil­dende Künstler als Schriftsteller", 2. Vortrag von Hans von Heister, Berlin. 18.35: (Stuttgart): Aus der Arbeit eines deutschen Rektors im Ausland", Vortrag von Dr. Hans Göttling, Paris. 19.05: (Stuttgart):Kindertheater in Rußland", Vortrag von Peter Flamm. 19.30: (Stuttgart): Ungarische Lieder. 20: (Stuttgart): Himmel und Hölle: Bunter Abend. 21.15: (Stuttgart): Orchesterkonzert des Philharmoni­schen Orchesters Stuttgart.

Mittwoch, 3. September.

7.30: (Bad Kreuznach): Konzert des Kur­orchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Musik- stunde. 11.45: Werbekonzert. 12.20: (Stuttgart): Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: Franz Liszt. 15: (Stuttgart): Stunde der Ju­gend. 15.25: Stunde der Jugend. 16: (Stuttgart):

Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05:Die deutschen Winzertage in Trier", Vor­trag von Dr. Frings, Trier. 18.35: (Stuttgart): Drei große Menschenkenner. 1. 'Die Charaktere Theophrasts", Vortrag von Dr. Ql. Ch. Wils- mann. 19.05: (Stuttgart):Die Rasioi auf Bou­gainville", Vortrag von Dr. Fritz Burger. 19.30: (Bad Homburg): Sinfoniekonzert. 21: (Stutt­gart): Krauses hören Radio, ein lustiges Stück von Richard Blasius. 21.30: (Stuttgart): Fran­zösische Lieder.

Donnerstag, 4. September.

7.30 bis 8.30: (Bad Kreuznach) Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert. 14.20: Körperpflege und Hygiene". 15: Stunde der Jugend. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Zeitfragen. 18.35:Die Staatenlosen", Vortrag von Kurt Großmann, Berlin. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: (Stuttgart): Blasmusik des Reichsbundes ehem. Militär­musiker Deutschlands. 20.30: (Stuttgart): Im Land der Chrysanthemen (Japanische Stunde). 21.30: (Stuttgart): Operettenkonzert des Phil­harmonischen Orchesters Stuttgart. 23 bis 23.30: (Stuttgart): Eine halbe Stunde Schlager auf Schallplatten.

Freitag, 5. September.

8 bis 9: (Bad Münster am Stein): Konzert der Kurkapelle Bad Münster am Stein. 12.20: Schallplattenkonzert: G. Verdi. 15:Eine Fahrt zu jungen deutschen Siedlern im Westen Kana­das", Vortrag von Karl Moeller. 15.25:See­lische Kindermißhandlung", Vortrag von Dr. Walter Baum. 16: (Bad Kreuznach): Konzert des Kurorchesters. 18.05: Buch und Film. 18.35: (Stuttgart): Aerztevortrag:Neue Heilstrahlen und ihre Behandlungsgrenzen". 19.05: (Stutt­gart):Schönbrunn und die Maria-Theresien- Ausstellung", Vortrag von Prof. Dr. Otto Quell, Wien. 19.30: (Stuttgart): Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.45: (Stuttgart): Die Schuld des Jonathan Bradford, Hörspiel mit einem Epilog von Ernst Sander. 21.45: (Stutt­gart): Sinfonie VI (Pastorale) F-Sur op. 68 L. van Beethoven. 23: (Stuttgart): Tanzmusik.

Samstag, 6. September.

8 bis 9: (Bad Münster am Stein): Konzert der Kurkapelle Bad QKünfter am Stein. 10.20 bis 10.50: Schulfunk, Gegenwartsstunde:Wie eineStadt verwaltet wird", Vortrag vonStadtamt- mann Dr. August Wiederspahn. 12.20: Schall­plattenkonzert: Das Tempo unserer Zeit. 14.30: (Stuttgart): Stunde der Jugend. 16: (Stutt­gart): Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Die Idee der Freiheit bei Karl Marx", Vor­trag von Dr. H. Rihmann. 18.35:Wie kann der Arbeiter seine Ferien verleben?" Vortrag von H. Schiefele. 19.05: Spanischer Sprachunter­richt. 19.30: Die Instrumente des Orchesters, erster Vortrag von Hans Rosbaud. 20.15: Das verwunschene Schloß, Operette in fünf Bildern von Alois Berla, Musik von Karl Millöcker. 23 bis 0,30: Tanzmusik.

ten Diersteuer erheblich über deren Ausmaß hinausgegangen sei, ist unwahr. Wahr ist da­gegen, daß der größte Teil der Gast- und Schank­wirte die Ausschankpreise nur um den Betrag der Steuer unter Hinzurechnung eines beschei­denen Anteils derjenigen Linkosten erhöht hat, die seit der Biersteuererhöhung von 1927 ent­standen waren und bisher nicht abgewälzt wer­den konnten. Seit einem Jahr hat der Besuch der Gießener Gaststätten um etwa 50 Proz. abgenommen. Die Delegziffer der Hotels ist nur noch zirka 30 Proz. der vorhandenen Fremden­betten, nachdem Geschäftsreisende bei der heu­tigen trostlosen Wirtschaftslage gezwungen sind, sich ganz beträchtliche Einschränkungen aufzu­erlegen.

Die allgemeine trübe Wirtschaftslage des deut­schen Volkes hat, wie oben angeführt, dem Gast­wirtsgewerbe gewaltige Rückschläge gebracht, und neue steuergesetzliche Maßnahmen sind geeignet, das Gewerbe vollständig in den Abgrund zu stoßen. Die gegenwärtige trostlose Zeit läßt auf weitere Verschlechterungen im laufenden Jahr schließen, so daß es keiner langen Erörterungen bedarf, um mit Sicherheit festzustellen, daß einer Erhöhung der Gemeindebiersteuer ein fiskali­scher Wert nicht beizumessen ist. Lim zu ver­hindern, daß die Gaststätten noch mehr und mehr veröden und neue Erwerbslose geschaffen werden, die dann dem Wohlfahrtsamte zur Last liegen, wehren wir uns mit allen Mitteln gegen die Einführung einer neuen Gemeindebiersteuer. Das Gastwirtsgewerbe, welches mit Steuern aller Qlrt noch und noch belastet ist, fordert, wenn die Notlage der Gemeinde neue Einnahmen be­nötigt, daß diese Einnahmen von allen trag­

fähigen Schultern durch allgemeine Steuern aufgebracht' werden und nicht immer und immer wieder durch Sonder besteuerung eines überaus wichtigen Gewerbezweiges, der bereits über die Grenze seiner Leistungsfähig­keit belastet ist."

*

Anmerkung der Redaktion: Da die Frage der Biersteuer als aktuelle steuerpolitische Angelegenheit gegenwärtig nicht mehr im Vor­dergründe des lokalen Interesses steht, erübrigt sich zur Zeit eine weitere Erörterung dieses Problems. Wir geben aber der vorstehenden Meinungsäußerung der Gastwirte-Innung gerne Raum, da es uns bedeutsam erscheint, unsere Leser auch mit der Ansicht der Gastwirte-Innung über diese Frage bekanntzumachen.

DerStrasantrag im Opel-prozeß.

WSN. Darmstadt, 29. Aug. Nach einein-» viertelstündigem Plädoyer, in dem der Staats­anwalt im einzelnen auf die Ausführungen der Angeklagten und Zeugen nochmals einging, stellte er folgende Strafanträge: Gegen den An­geklagten Junge nach § 125 Abs. 2 (Land­friedensbruch in Tateinheit mit Hausfriedens­bruch) 6 Monate 1 Woche Gefängnis als Min­deststrafe; gegen den Angeklagten Abgeordneten Sumpf die gleiche Strafe; gegen den Ange­klagten Maurer nach § 125 Abs.2 6 Monate Gefängnis, im übrigen stellte er eine weitere Bestrafung in das Ermessen des Gerichts; statt versuchter Nötigung könnte man eventuell Er­pressungsversuch einsetzen; gegen den Angeklagten Weid auer nach § 125 Abs.2 6 Monate Ge­

fängnis, eine weitere Bestrafung stellte er in daS Ermessen des Gerichts; gegen Albus nach § 125 Abs. 2 6 Monate Gefängnis; gegen Greiff beantragte er Freispruch; gegen Treusch nach § 125 Abs. 2 6 Monate Gefäng­nis; gegen Hahn nach § 125 Abs. 2 6 Monate Gefängnis; gegen Henrich Freispruch, falls eine Verurteilung erfolgt, dann nach § 125 Abs. 1 (3 Monate Gefängnis); gegen den preußischen Landtagsabgeordneten Müller nach § 123 14 Tage Gefängnis. Das übrige stellte er in das Ermessen des Gerichts. Der Staatsanwalt führte aus. es fei zu bedenken, daß die Subjektive der Angeklagten, die gerade bei Landfriedensprozessen eine erhebliche Rolle spielten, besonders zu be­rücksichtigen seien. Weiter sei zu bedenken, daß keine erheblichen Beschädigungen im Betriebe ent­standen seien; anderseits müsse man Betriebe vor derartigen Willkürlichkeiten der Arbeiterschaft schützen. Die Llrteilsverkündung erfolgt voraus­sichtlich am Samstag ober Montag.

Wiesbaden unter Zwangsetai.

WSN. Wiesbaden, 29. Aug. Neben der durch den Bezirksausschuß bei Festsetzung des Zwangsetats vorgenommenen Erhöhung der Grundsteuern auf 375 Prozent und der G e- werbesteuern auf 600 Prozent hat die Auf­sichtsbehörde auch einer Erhöhung des Gaspreises zugestimmt. Vom September ab kostet der Kubikmeter Messergas 23 Pf. und der Kubikmeter Qlutomatengad 25 Pf. Lim die außer­dem noch vorgenommenen Abstriche tatsächlich durchzuführen, bleibt ein Abbau von Auf­gaben und damit ein solcher des Personals unvermeidlich. Darum werden die schon vor einiger Zeit ausgesprochenen Kündigungen von etwa 30 Angestellten auch nicht, wie die Stadt­verordnetenversammlung beantragt hat, rück­gängig gemacht.

Das Großfeuer in Marburg.

WSN. Marburg, 29. Aug. Von der 2 an g- s ch e n Möbelfabrik, die in der Nacht zum Donnerstag von einem verheerenden Brande heimgesucht wurde, stehen nur noch die rauchen» den Trümmer und der Schornstein. Das Gebäude ist in seinem oberen Teil völ­lig vernichtet und im unteren Teil total ausgebrannt. Sämtliche Maschinen, eine Anzahl halbfertiger und fertiger Zimmer­einrichtungen, sowie eine Anzahl für Holland bestimmte Bücherschränke sind ein Raub der Flammen geworden. An den Rettungsarbeiten, die dadurch erschwert wurden, daß die Licht­leitung versagte, beteiligten sich neben der Feuer­wehr. die rasch zur Stelle war. die im Eilmarsch anrückende Reichswehr und Mannschaften der Technischen Nothilfe. Da völlige Windstille herrschte, konnten die hoch in die Luft geschleuder­ten Funkenmassen weiter kein Llnheil anrichten. So blieben die nebenan befindlichen großen Holzlager und die Vordergebäude, in denen sich die Ausstellungsräume der Firma befinden, von den Flammen verschont. Der Schaden, zu dem noch der in den Gärten angerichtete kommt, soll durch Versicherung gedeckt sein.

Gestern in später Abendstunde wurde die Feuerwehr noch einmal nach der Brandstätte ge­rufen, weil aus den Trümmern der Möbelfabrik wieder die Flammen herausschlugen. Auch die Motorspritze wurde wieder in Tätigkeit gesetzt.

Großfeuer auf dem Westerwald.

Acht Scheunen eingeaschert.

WSN. Limburg, 29. Aug. Am Donnerstag­vormittag brach in einer Scheune in Men­gerskirchen Feuer aus, das sieben weitere Scheunen ergriff und einäscherte. Die Ernte- Vorräte von 15 Landwirten, die in den Scheunen lagerten, wurden vernichtet. Die Geschädigten sind zum Teil nicht, zum Teil nur schwach versichert. Die Brandursache ist noch un­bekannt. An der Bekämpfung des Feuers beteilig­ten sich etwa ein Dutzend Feuerwehren. Die Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen über die Brandursache an, die noch nicht abgeschlossen sind. Elektrisches Licht war in keiner der Scheu­nen angelegt.

JraubüberfallaufeinenGeldbriefträger

WSN. Marburg, 29. Aug. Heute um 13.20 Llhr wurde der Geldbriefträger D ö 11 n c r in der Breiten Straße von einem etwa 35jähri- gen Mann überfallen und mit vorge­haltenem Rev olver gezwungen, ihm 500 Mark, die der Geldbriefträger in seiner Tasche hatte, herauszugeben, mit denen der Räuber flüchtete. Der Lieberfallene tief um Hilfe, der Täter war jedoch mit seinem Kvmplicen, der Schmiere gestanden hatte, bereits unerkannt ent­kommen. Die Polizei ist eifrig bemüht, nach der Personalbeschreibung, die der Lleberfallene ge­ben konnte, den Räuber zu ermitteln.

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