Ausgabe 
30.6.1930
 
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Turnen, Sport und Spiel.

IS.BezirlSfest des Arbeiter-Tum- und S)pvltbundes in Wißmar.

Da« diesjährige Bezirks fest des Ar- beiter-Turn- und Sportbundes. 3 Bezirk 9. Kreis, fand am Samstag und Sonn­tag in Wißmar statt. Bereits am Samstag­nachmittag begannen die Einzelkämpfe der Sportler und Sportlerinnen, denen die Karnpf- richtersihung für Leichtathletik vorausging. Abends tagte der technische Ausschuß mit den Kampsrichtern für Geräte. 20.30 Uhr begann der Kommers auf dem Festplah. Aach dem Erösfnungsmarsch sangen die beiden Gesangver­eine. Arbeiter-Gesangverein und Gesangverein Germania, den Begrühungschor Frühlingsrus. Es folgte nun die Begrüßung durch den Dor- sihenden des Festausschusses, Kümmel. De- zirksvertreter Kuntzemüller , Gießen, hielt die Ansprache, in der er besonders auf die Stellung des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, sowie auf die Ziele dieser Sportbewegung hin- wies. Der Zweck sei nicht Erzielung von Höchst­leistungen, sondern die große Masse dem Sport und Spiel zuzuführen, um so jeden nach seiner Beranlagung den Wert der Leibesübungen schätzen zu lehren. Der heutige Wirtschaftskampf verlange gesunde Menschen mit gesundem Geist. Er begrüßte besonders den Bürgermeister Drockmeier, Krofdorf, und den Kreisjugend­pfleger des Kreises Wetzlar. Lehrer A m b r e ch t. Kinzenbach.

Der Abend brachte ein Programm, in dem turnerische und sportliche Borführungen, Ge- sangSvorträge und Darbietungen des Bezirks­trommlerkorps abwechselten. Es wurden Leistun­gen geboten, die als das Beste zu bezeichnen sind, was auf diesem Gebiete möglich ist. Beson­ders sind zu erwähnen die Dczirksriege an Barren und Beck, die Flachturner von Wieseck, die Freiübungen der Launsbacher Turnerinnen, die Volkstänze der Launsbacher. das Kunstfah­ren des Arbeiter-Aadsahrervereins und die Frei­übungen der Bezirkstechniker. Als besonderes Ereignis des Abends ist wohl die Vorführung des Donauwalzers durch die Turnerinnen Heu­

chelheims unter Mitwirkung des Mufikchors und deS Arbeiter-Gesangvereins anzusprechen.

Am Sonntag früh wurden die Teilnehmer und Ortseinwohner durch einen Weckruf auf die Be­deutung des Tages aufmerksam gemacht. Bereits um 7 2hr traten Leichtathleten. Sportler. Sport­lerinnen und Fußballer zu ihren Wettkämpfen an. Turner und Turnerinnen folgten um 8 llhr. Es wurden auf allen Gebieten schöne Leistungen gezeigt, wobei zu erwähnen ist, daß das Geräte­turnen ganz besonders gepflegt ist und so der Hauptanziehungspunkt der Gäste war.

Mittags bewegte sich ein Festzug durch den Ort. Fast jedes Haus hatte Flaggen- und Gir­landenschmuck angelegt. Vach dem Eintreffen auf dem Festplatz begannen sofort die Massenfrei- übungen. die sehr gut vorgeführt wurden. Es folgte die Ansprache des Bezirksjugendleiters Schneider (Krofdorf), sowie die Begrüßung durch Landrat Mies (Wetzlar), der die Grüße des Kreises überbrachte. Einige Sondervorfüh­rungen füllten den Vachmittag aus. Den Sani­tätsdienst hatten die Arbeiter-Samariter über­nommen: es wurde in 26 leichten Fällen Hilfe geleistet.

Die Ergebnisse aus den sportlichen und turnerischen Wettkämpfen, an denen sich rund 500 Personen beteiligten, werden wir morgen bekanntgegeben.

Alba gewinnt das Deutsche Derby.

Am Sonntag wurde zum 62. Male das Deutsche Derby, das größte Pferdesport­ereignis in Deutschland, in Hamburg-Horn gelaufen. Die mit 100 000 Mark angeseyte Prü­fung hatte auch in diesem Jahre ihre Anzie­hungskraft nicht vermissen lassen: Lausende von Zuschauern waren gekommen, um Zeuge dieses großen Rennens zu sein. Wie zu erwarten war, siegte der in einer ganz großen Form laufende Alba aus dem Stalle des Freiherrn S. 21. von Oppenheim mit einer halben Länge Dor- spruIig vor dem zweiten Favoriten L a d r o aus dem Stalle Weinberg und dessen Stallgefährten Gregor.

Jubiläums -Regatta der Gießener ^uder-Gesellschast 1877.

Am vergangenen Samstag und Sonntag ver­anstaltete die Gießener Ruder-Gesell- schäft 1 87 7 ihre 25. Regatta. 3m 3ahre 1882 wurde von den Gründern der Gesellschaft unter Mithilfe Frankfurter Ruderer das erste Ruder­fest in Gießen aufgezogen und damit Gießen zum Regattaplah gestempelt. Wenig Glück war den Pionieren des Gießener Rudersports damals be- schieden, denn das erste Fest verregnete und die Siege wanderten alle nach auswärts. Durch diesen Mißerfolg ließ man sich jedoch nicht von dem einmal gefaßten Entschluß, in Gießen Re- Sa'fcn zu veranstalten, abbringen und einige ahre später trat die Gießener Ruder-Gesellschaft 18 n wiederum mit einer Regatta vor die Oef- sentlichkeit. Das zweite Fest brachte schon we­sentliche Ersolgc. und in den weiteren Jahren wurde es eine Selbstverständlichkeit, daß man rudersportliche Veranstaltungen regelmäßig in Gießen durchführte.

Die diesjährige Regatta hotte eine gute De» setzung zu verzeichnen. Vielleicht wären die Mel­dungen noch besser ausgefallen, wenn nicht andere Regatten in Deutschland, an denen auch der Ruder-Gesellschaft befreundete Vereine teilgenom- men haben, gewesen wären. Doch kann man auch mit diesem Ergebnis vollauf zufrieden sein, denn die einzelnen Wettkämpfe hatten zum großen Teil genügende Besetzung. Die ersten D o r» rennen wurden am Samstagvormittag aus­getragen. Der festgebende Verein war hier bereits durch seinen Iungmann-Dierer beteiligt, der jedoch mit einem starken Gegner kämpfen mußte und für das Hauptrennen durch den Sieg der 'Kasselancr ausschied. Am Vachmittag, der im Gegensatz zum Dormittag rednerisches Wetter brachte, waren verhältnismäßig viel Zuschauer an den Ufern der Lahn erschienen, um die ersten Hauptrennen anzusehen. Es wurden wirklich in­teressante Wettkämpfe geboten, die als beacht­liche Leistungen gewertet werden können. Beson­ders sind die drer ersten Siege der Mannschaften der Gießener Ruder-Gesellschaft 1 8 7 7 hervorzuheben, die alle unter Einsatz des ganzen Könnens errungen wurden.

Am Samstagabend versammelten sich die Mit­glieder der Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 und thre Gäste im Bootshaus zu einem Begrü- ßungsabend. Der 1. Vorsitzende der GRG.. Heinrich H o ch st ä t t e r, richtete herzliche Will­kommensworte an alle, die dem Ruf der Gie­ßener Ruder-Gesellschaft 1877 gefolgt waren und damit zu der Durchführung der Regatta besonders beigetragen haben. Christian Reiber. Ehren­mitglied und Mitgründcr der Gießener Ruder- Gesellschaft 1877, gedachte in einer schönen Rede der allerersten Anfänge des Gießener Ruder­sports und vor allem der ersten Gießener Re­gatta im Jahre 1882. Verschönert wurde der 2lbend durch den Männerchor des Vereins Sängerkranz", der zahlreiche Lieder zum Vortrag brachte. Weitere gute Gesangsdarbietun­gen zeigte Karl Luft jr. Damit fand der erste Regattatag seinen Abschluß.

Der zweite Tag (Sonntag) wurde durch drei Dorrennen am Dormittag begonnen. Hellster Sonnenschein ließ eine freudige Wettkampfftim- mung aufkommen und trug dazu bei, daß sich am Vachmittag zu Beginn der Hauptrennen an den Ufern der Lahn, längs der Retmstrecke, eine statt­liche Zuschauerzahl eingefunden hatte, um mit 3nteresse die sportlichen Darbietungen zu ver­folgen. Die Pausen zwischen den einzelnen Rennen wurden durch eine gute Unterhaltungsmusik der Kapelle Topp ausgefüllt.

Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 kann mit dem Verlauf ihrer Veranstaltung vollauf zu­frieden sein. Auch in sportlicher Hinsicht erzielte sie durch ihre gut trainierten Mannschaften be­sonders beachtenswerte Erfolge. Insgesamt konnte die Gießener Rudergesellschaft 1877 vier erste Siege uni) drei zweite Plätze be­legen. Hoffentlich werden diese Siege dazu bei­tragen, daß sich die Mannschaften auch weiter­hin einem eifrigen Training widmen, um auf den noch in Aussicht stehenden "Regatten die Gießener Farben zum Siege gelangen zu lassen.

Vachstehend die Ergebnisse der Dvr- und Hauptrennen (Dahnlänge etwa 2000 Meter):

I. Tag: Lamstag.

vorrennen.

8.-Vierer (Ehrenpreis). 1. Lauf: 1. Co­chemer R.-G. 7:18 Win.: 2. Limburger R.-G. 1920 7:19.2Min. 2.Laus: 1. Wafsersportverein Beuel 7:08 Min.: 2. Akad. Ruder-Verb. Bo­russia, Köln, 7:22,4 Min. Das Hauptrennen be­streiten somit die beiden ersten aus den zwei Läufen.

Zweiter 3ungmann-Vierer (Ehren­preis). 1. Laus: 1. R.-V. Kassel 7:02,4 Min.: 2. Gießener R.-G. (Wilhelm Knobeloch. 2ldols Möhl, Willi Schneider, Georg Hartmann: Steuer: Heinz Loh) 7:05 Min. 2. Laus: 1. Frankfurter R.°G. Sachsenhausen 1879 7:19.4 Min.: 2. Wetz­larer R.-Cl. 1880 7:27,4 Min. Am Hauptrennen beteiligen sich demnach die zwei ersten aus den beiden Vorläufen.

hauplrennen.

Jean - Kirch-Gedächtnis - Rennen (Vierer, Herausforderungspreis). 1. Gießener R.-G. 1877 (Walter Heussel, Heinz Hochstätter. Werner Flimm, Wilhelm Köhler: Steuer Heinz Loh) 6:44 Min.: 2. Limburger R.-Cl. 1907 6:46 Minuten. Bei etwa 1000 Meter setzt sich Gießen an die Spitze und gewinnt das Rennen, trotz einem scharfen Endkampf, mit einer Bootslänge Vorsprung sicher.

Er st er Iungmann-Dtcrer (Gefalle- nen-Gedächtnis-Rennen, Herausforderungspreis). 1. Kölner R.-G. 1891 6:43 Mm.: 2. R.-V. Kassel 6:44,1 Min.: 3. Wetzlarer R.-Cl. 1880 7:04.3 Mm. Kassel übernimmt die Führung, muh sie aber bald an Köln abgcben, die stark aufgekommen sind und den Sieg für sich buchen können. 2D eit zurück die Wetzlarer, die in dem Rennen nichts zu bestellen haben. ,

Jugend-Gig-Vierer (Dahnlänge 1002 Meter. Ehrenpreis). 1. Gießener Ruder-Gesell­schaft 1877. 1. Boot (Erich Weidig.Hans Rub- famen, Heinrich Meister, Fritz Götz: ®tcuer. Heinz Loh) 4:12,2 Mm.: 2. Gießener W-G. 1877, 2. Boot (Karl-Heinz Schlüter. Arnold Bencham- mer, Lothar Stein, Ernst Blumschcin: Steuer. Vorbert Breitenbach) 4:19 Min.: 3. Hanauer R -G 1879 4:25 Min. Die Gießener Jugend hat in diesem Wettkampf ein Zeugnis abgelegt von ihrem eifrigen Training und sich von der besten Seite gezeigt. Der Erfolg wird sicherlich den Ansporn dazu geben, auch weiterhin die Farben der G. R.-G. zum Sieg zu führen: wir wünschen es ihnen. Hanau konnte sich nicht behaupten und erreichte zwei Bootslängen hinter dem zweiten Boot der Gießener das Ziel. . - _

Iungmann-Einer (Ehrenpreis). 1.A.-V. Kassel (Wolfgang Fahrenberg) Mm.; 2. Offenbacher R.-D. 1874 (Erwin Waier» 8.132 Minuten. Fahrenberg, Kassel, hat in dem Offen­bacher Maier keinen ihm gleichwertigen Gegner und kann deshalb das Rennen nach Beheben ge- Winnen. Universität Frankfurt (Alfred Steup) schied bereits bei etwa 1020 Meter aus.

ö »Vierer (Ehrenpreis): 1. Wassersport­verein Beuel 6:59 Win. 2. C^hemerR-G. 7 07.4 Min. Beuel wird unangefochten Lieger

3unior-Achter (Herau^orderungsprers): 1. R.-V. Kassel 6:09.2 Min. 2. Offenbacher R.-v. 1874 6:09.4 Min. Offenbach legt sich E Anfana des Kampfes mächtig ins Zeug und holt bis zirka 1000 Meter einen Dorsprung von etwa einer Bootslängc heraus: die Äaflclaner laufen jedoch wieder auf und liegen ms kurz vor Dem Siel auf gleicher $>ö6c. De.de Mannschaften haben sich vollkommen verausgabt: dw Kasselaner erwiesen sich als die Besseren und nahmen einen schönen, wohlverdienten Sieg mit nach H^nse.

Zweiter Vierer (Ehrenpreis). 1. 2LZB Kassel 6:54 Mm. 2. Limburger 2L-6L 1907 6:57 4. 3. Akad. Ruder-Derb. Borussia Köln 7 15 Win. Kassel nimmt den vordersten Platz ein unb liegt bei jirta 1000 Meter eine vor Limburg. 3n diesem Abstand entscheidet sich auch das Rennen: weit zurück Köln.

Anfänger-Dierer (Ehrenpreis, offen für Mitglieder des Lahn-Regatta»Derbandcs>. 1.2L- V. Bad Ems 6:56 Win. 2. Verein Ruder- fport 1913 Gießen, etwa 103 Meter vor dem Ziel aufgegeben. Die Emfer sind die lieber» kgenen und gewinnen leicht. Gießen lag kurz vor dem Ziel etwa eine BootSlängc zurück und gab das Rennen auf.

Zweiter Einer (Ehrenpreis): 1. R.-V. Kassel (Wolsgang Fahrenberg) 7:30 Min. 2. Ha­nauer R.-Cl. .Hassia" (Jean Jüngling) 7:35 Min. Jüngling, Hanau, geht vom Start ab lang­sam in Führung, die er jedoch bei etwa 1600 Meter an Fahrenberg, Kassel, abgeben muh. Beide ziehen einen prachtvollen Endspurt, der Fahrenberg, obwohl er von seinem Gegner stark nach dem linken Lahnufer gedrückt wird, zu einem sicheren und verdienten Sieg verhilft.

Zweiter Iungmann-Dierer (Ehren­preis): 1. Frankfurter R.-G. Sachsenhausen 1879 7.13 Min. 2. R.-V. Kassel. 200 Meter nach dem Start infolge einer Rollsihbeschädigung aufge­geben

Erster Junior-Vierer (Herausforde­rungspreis): 1. Gießener Ruder-Gesell­schaft 1 8 7 7 (Walter Heussel, Heinz Hochstätter, Werner Flimm, Wilhelm Köhler: Steuer. Heinz Loh). 6:44,8 Min. 2. Offenbacher R.-V. 1874. Beide Mannschaften geben alles her, um den Sieg für ihre Farben zu sichern. Gießen ist in guter Form und führt mit wenig Vorsprung, jedoch immer stark bedrängt von den Offen­bachern. die sich nicht so leicht abschütteln lassen. Schließlich ereilt Offenbach kurz vor dem Ziel das Pech, infolge Fehlzuges eines Ruderers, aufgeben zu müssen. Der Sieg der Gießener ist lobenswert: sie haben ein schönes Rennen ge­fahren.

Zweiter Achter (Ehrenpreis): 1. Offen­bacher R.-D. 1874 6 05 Min. 2. Kölner R.-G. 1891 6:05,2 Min. Die Offenbacher müssen sich auf der ganzen Strecke anstrengen, um den kleinen Dorsprung, den sie sich gesichert haben, nicht an Köln zu verlieren. Köln ist doch etwas auf­gekommen, und der kurz vor dem Ziel von beiden Mannschaften einsetzende Spurt läßt Offenbach mit nur V* Meter voraus Sieger werden.

2. Tag: Lonntagvormittag.

Borrennen.

Zweiter Iunior-Dierer (Ehren­preis). 1. Lauf: 1. Kölner R.-G. 1891 6:49,6 Min.: 2. Hanauer R.-G. 1879 6:54,2 Min. 2. Lauf: 1. Offenbacher R.-D. 1874 6:57 Min.: 2. Frankfurter R.-G. Sachsenhausen 7:05,6 Min. Das Hauptrennen wird nach diesem Ergebnis von den beiden Ersten aus den zwei "Rotläufen be­stritten. Die Mannschaft der Gießener D.-G. 1877, die auch zu diesem Wettkampf gemeldet war, konnte nicht mehr teilnehmen, weil sie tag« zuvor in dem Ersten Junior-Dieter als Sieger hervor­gegangen ist.

Dritter Dicret (Ehrenpreis). 1 Lauf: 1. Kölner R.-G. 1891 6:17 Min., 2. R.-V. Kassel 6:59,4 Min.: 3. Hanauer R.^S. 1879 7:05,2 Min. 2. 2 auf: 1. Wasserspottverein Beuel 7:07 Min.: 2. RudervetbindungBorussia" Köln 7:13,2 Min. 3n dem Hauptrennen sieht man demnach die Kölner R.-G. 1891, den Wasser- sportverein Beuel und den Ruder-Verein Kassel.

Dritter Achter (Ehrenpreis).

1 Laus: 1. Köln erR-G. 1891 6:17 Min.: 2 Limburger R.-Cl. 1907 6:18,2 Min. 2. Lauf: 1. Offenbarer R.-V. 1874 6: 19,4 Min.: 2. Uni­versität Frankfurt 6:25,2 Min. Am Haupttennen beteiligen sich Kölner R.-G. 1891 und Offenbacher R.-V. 1874.

Lonntagnachrnittag.

hauplrennen.

Vierer (W anderpreis der Stadt Gießen): 1. Ruder-Verein Kassel 6: 57,4 Min.: 2. Universität Frankfurt 7:24 Min. Ein Rennen, in dem die Kasselaner weitaus die Besseren sind und ohne viel Anstrengung als Sieger hervor­gehen. Frankfurter Ruder-Verein 1865 hat bei etwa 1200 Meter aufgegeben.

Zweiter I un i o r- D i e re t (Ehren­preis): 1. Kölner R.-G 1891 6:57 Min.: 2. Offenbarer R.-D. 1874 6:57,1 Min. Aus der ganzen Strecke ein scharfer Dord-an-Dord-Kampf, Der bis ins Ziel anhält und schließlich von den Kölnern mit einem kaum merklichen Vorsprung gewonnen wird.

Iungmann-Achter (Herausforde­rung Spreis): 1. Ruder-Verein Kassel 6:18 Min.: 2. Universität Frankfurt 6:25 Min-: 3. Verein Rudersport 1913 Gießen (Georg Haas, Karl Höpfner, Walter Löb. Horst Gerstenhauer, Heinrich Kotell, Karl Franz, Arthur Heinz. Heinrich Seipp: Steuer: L. Foerstet) 6:56 Min. Die zwei ersten machen den Sieger unter sich aus. Ruderverein Kassel läuft der Frankfurter Uni- versitätsmannschaft bald davon und wird mit einem Vorsprung von einer Dootslänge sicherer Sieger. Weit zurück folgt die Mannschaft des Vereins Rudersport Gießen.

Einer (Lahn-Pokal, Hetausfotderungs- preis): 1. Wassersportverein Godesberg 1809 (Leonhard Atenz) 7: 39 Min.: 2. Gießener Ruder- Gesellschaft 1877 (Willi Müller) 7:57 Min. Der Godes berget Aren» läßt den Gießener Müller bald hinter sich und siegt ohne sich merklich aus­zugeben.

Vierer ohne Steuermann (Herausfor­derungspreis): 1. Offenbacher Ruder-Verein 1874 6:47,4 Min.: 2. Universität Frankfurt 6: 57 Win. Offenbach fährt einen leichten Sieg nach Hause.

Adolf -Fischer»Gedächtnisrennen, Iungmann-Dierer (Herausforderungs­preis): 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 (Wil­helm Knobeloch, Wolf Wöhl, Willi Schneider, Georg Hartmann. Steuer: Leinz Loh) 7:15 Min.. 2 Wetzlarer Ruder-Club 1880 7:25 Win. Die Gießener Mannschaft gab den Wetzlarern bald das Rachsehen und fuhr einen sicheren Sieg nach Hause. Damit hat sich der G. R.-G.-Hartmann- Vierer in die Siegerinannfchaften, die am Sams­tag so erfolgreich abgeschnitten haben, würdig eingereiht. , _ .

Junior-Siner (Ehrenpreis): 1. Was- sersportverein Godesberg 1909.11 (Georg Arenz) 7:25 Min.: 2. Ruder-Verein Kassel (Wolfgang Fahrenberg) 7:27,2 Min: 3. Hanauer Ruder- ClubHassia" (Jean Iüngllng) bei 500 Meter versteuert und auf gegeben. Zu Anfang des Ren­nens übernimmt Fahrenberg (Kastel) die Füh­rung. muh sie jedoch an den Godesberger Arenz abgeben, 6er in feinem Endspurt ganz knapp gewinnt.

Dritter Vierer (Shrcndreis): 1. Waste r- sportverriu Beuel: 2. Luder-Verem Kassel; L

Kölner Ruder-Gesellschaft 1891. Beuel setzt sich vom Start ab langsam an die Spitze, um bei den 1000 Metern Har in Front zu liegen: in einem Abstand von etwa einer BootSlänge vor­aus gewinnt Beuel sicher, gefolgt von Kastel; weitere zwei Bootslängen zurück Köln.

Achter (HeraussorderungSpreis). 1. Limburger Ruder-Club 1907 6:15,4. 2 Gie­ßener Ruder-Gesellschaft 1 877 (Wal­ter Heussel. Heinz Hochstätter. Wilhelm Knobe­loch. Adolf Möhl, Willi Schneider. Georg Hart­mann. Werner Flimm. Wilhelm Köhler. Steuer: Heinz Loh) 6:22 Min. Der Sieger hat vom Start weg die Führung übernommen und seinen Vorsprung langsam vergrößert, den die Gieße­ner nicht mehr ausholen konnten. Im Ziel lag Limburg etwa zwei Bootslängen vor.

B. Iungmann-Vierer (Ehrenpreis). 1. Ruder-Verein Bad Ems 6:59,2 Min. 2. Ver­ein Rudersport 19 13 Gießen (Wal­ter Loeb. Horst Gerstenhauer. Arthur Heinz, Karl Höpsner: Steuer: Wllli Lotz) 7:03,6 Min. 3. Cochemer R.-D. 7:10 Min. BiS zu den 1000 Metern lagen der Ruderverein Bad Sm» und der Gießener Rudersport auf gleicher Höhe; Atoei Bootslängen zurück folgt Cochem. Die Em­ser laufen den Gießenern bald davon und ge­winnen das Rennen mit etwa einer Bootsläng« Vorsprung.

Ermunterung- - Vierer (Ehren­preis). 1. Ruder-Verein Kassel 7:11 Min. 2. Wetzlarer Ruder-Club 1880 7:26 Min. Be­reits bei den 1000 Metern ist das Rennen durch die Kasselaner entschieden. Wetzlar kann sich gegen die weitaus bessere Siegermannschaft nicht behaupten. Kassel siegte mit einem Vor­sprung von zirka vier Bootslängen.

Akademischer Vierer (Herausfor­derungspreis). 1. Universität. Frankfurt. 6:56 Min. 2. Akademischer Ruder-Verband.Bo­russia" Köln 7:03.6 Min. Die Frankfurter Mannschaft gewinnt mit gut zwei Bootslängen Vorsprung.

Dritter Achter (Ehrenpreis). 1 Offen­barer Ruder-Verein 1874 6:08 Min. 2 Kölner Ruder-Defellschaft 1891 6:10,4 Min. Ostenbach gibt schon auf Der Strecke den Kölnern das Rach- fehen, wird jedoch wieder stark bedrängt und kann mit nur einer halben Bootslänge das Rennen gewinnen. Die Kölner haben dem Sie­ger gegen Ende des Kampfes viel zu fchasten gemacht.

Großer Achter (Ehrenwander­preis). 1. Ruder-Verein Kastel 6:15 Win. 2. Gießener Ruder-Gefellichaft 1877 (Walter Heussel, Heinz Hochstätter, Wilhelm Knobeloch, Adolf Möhl, Willi Schneider. Georg Hartmann, Werner Flimm. Wilhelm Köhler; Steuer: Heinz Loh) 6:20,8 Min Die Kafieler Mannschaft ist gut und kann bald die Spitze einnehmen: sie gewinnt daS Rennen mit etwa einer Bootslänge Vorsprung Gießen machte einen überanstrengten Eindruck infolge der vor­her gefahrenen Rennen.

Letzte Nachrichten.

Abzug her Aheinlanhkomniission aus Wiesbaden.

Miesbaden, 30. Juni. (IU.) heute mittag hak dertetzteBesatzungssoldatwicsbaden o e r l a f f e n. Schon am vormittag drängte die Menge nach dem HotelMil Helma", dem Sih der Rhcinlandkommission, doch der Platz war in weitem Umkreis abgcfperrt. Dav Publikum verharrte in Ruhe und beobachtete das letzte mlU- tärifche Schauspiel der fremdländischen Besatzung mit Genugtuung. Unter den klängen der Rational­hymnen wurden dann die drei Fahnen, die die Truppen präsentierten, eingeholt, erst die belgische, dann die englische und zuletzt die französische. Rach- dem die Mitglieder der Rheinlandkommission die letzte Stätte ihrer Wirksamkeit aus Deutschland» Boden verlassen hatten, marschierten die Soldaten mit klingendem Spiet nach dem Hauptbahnhof.

Abzug her letzten Besatzungstruppen aus Mainz.

Mainz, 30. 3unl. (WTv.) heute vormittag hatten die noch hier verbliebenen französischen Truppen, ein Bataillon Infanterie und eine Abteilung Gen­darmerie vor dem Schloß, dem Haupt­quartier de» französischen Ober­befehlshabers, Aufstellung genommen, fiurj nach 11 Uhr erschien der General und schritt die Front ab. Die Musik stimmte die Marsaillaise an, und unter den längen sank die Trikolore nieder. Unmittelbar daraus marschierten die Truppen bei klingendem Spiel und mit auf- gepslanzten Bajonetten zum Bahnhof. Die volk»- menge, die in dichten Scharen versammelt war, brach in Jreubenrufe aus, woraus die Truppen mit einem Sonderzuge um 12.10 Uhr die Stobt verließen.

Verantwortlich für Lokales: 3. 23.: Dr. T h y r i o t.

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