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Der Abbruch der Georgshütte in Burgsolms an der Lahn.

Auf der Georgshütte zu Burgsolms ist, wie uns von den Buderusschen Eisenwerken mitgeteUt wird, mit dem Abbruch des Hochofenwerks begonnen worden. Mit der Niederleaung der aufstrebenden Masten der Hochöfen und Winderhitzer, der charak­teristisch ausgebildeten Fördertürme, verschwindet nicht nur ein bedeutsames Wahrzeichen des Solm- ser Landes, sondern auch einer Wirtschaftsepoche, die endgültig der Vergangenheit angeyört.

Die Georgshütte erhielt ihren Namen nach ihrem Gründer, dem Prinzen und späteren Für­sten Georg zu Solms-Braunfels. Mit dem Bau wurde im Jahre 1873 nach den Plänen und unter Leitung des Zivilingenieurs Gregor aus Bonn begonnen.

Die Betriebsanlage wurde für drei schottische Hochöfen eingerichtet, das Werk im übrigen groß­zügig angelegt und reichhaltig ausgestattet. Die Hochöfen waren damals die größten des Lahnbe- zirkcs, sie hatten einen Rauminl)alt von mehr als je 250 Kubikmeter und eine Leistungsfähigkeit von 60 bis 65 Tonnen pro Tag. Der erste Hochofen kam am 26. Januar 1875 in Betrieb. Der Bau des Hüttenwerkes erforderte einen Kostenaufwand von 2$ Millionen Mark.

Die Georgshütte war ein sog.reines" Hoch­ofenwerk,auf dem Erz gebaut". Ihr war die Aufgabe zugedacht, den in den fürstlichen Gruben des Solmsbachtalcs und um Braunfels gewon­nenen Eisenstein auf Roheisen zu verhütten und damit seine Verwertung gewinnbringender zu ge­stalten. Erblasen wurde Puddel- bzw. Spiegelroh­eisen, das auf den Puddel- und Walzwerken an der Dill, in Westfalen und in Düsseldorf hauptsächlichen Absatz fand. 1882 wurde der zweite Hochofen in Betrieb genommen. Im gleichen Jahre errichtete die Firma S ch u ck e r t in Nürnberg die erste elektrische Lichtanlage auf der Hütte.

Im Jahre 1883 verkaufte der Fürst von Braun­fels die Georgshütte unter gleichzeitiger Tätigung eines langfristigen Erzlieferungsvertrages an die Buderusschen Eisenwerke für 1800 000 Mark. Damit vereinigte diese Firma die vier an

der Lahn gelegenen Hochofenwerke mit zusammen sechs Hochöfen in ihrer Hand. 50 Jahre lang, bis 1925 ist die Georgshütte in Betrieb gewesen und hat in dieser Zeit rund 1,7 Millionen Tonnen Roheisen erblasen. Daneben gelangten außer großen Men­gen Schlackensand und Schlackenmehl rund 125 Mil­lionen Schlackensteine zum Versand. Die durch- schnitttiche Belegschaft betrug in den letzten Be­triebsjahren 160 Mann. Der Betrieb kam zum Er­liegen, weil die neuzeitliche Entwicklung nur noch die Erzeugung von Roheisen in größeren Ofenein­heiten und unter gleichzeitiger restloser Verwertung der Nebenerzeugnisse, der Schlacke und der Gicht­gase, gestattet. Die Buderusschen Eisenwerke haben ihre Roheisenerzeugung auf der Sophienhütte ver­einigt, wo diese Voraussetzungen gegeben sind.

Don den Veteranen der Georgshütte, die schon zu fürstlichen Zeiten und unter Georg Bude­rus tätig waren und den ganzen Werdegang des Werkes mitgemacht haben, sei Herr Ferdi­nand Knopp, der langjährige Prokurist der Buderusschen Eisenwerke erwähnt. Bereits am 1. Dezember 1874, also während des Baues der Hütte, trat er, zunächst als Buchhalter, in die Dienste des Fürsten. Biele Zahre hindurch lag ihm später die Wahrnehmung der gesamten kauf­männischen Geschäfte ob, bis er dann im Okto­ber 1897 die Leitung der Zement-Derkaufsabtei- lung der Hauptverwaltung der Buderusschen Eisenwerke übernahm. Diesen Posten hat er bis zu seiner am 1. Januar 1926 erfolgten Ver­setzung in den Ruhestand versehen.

lieber die künftige Ausnutzung des freiwerden­den Hüttengeländes zu Burgsolms liegen zur Zeit noch keine Pläne vor.

Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß die Krisenzustände, unter welchen unsere Wirt­schaft seit langem leidet, in nicht zu ferner Zu­kunft einer gesunden Aufwärtsentwicklung Platz machen. Dann wird sich sicherlich auch neues indu­strielles Leben an einer Stätte alten Gewerbe- fleihes regen und arbeitswilligen Händen Brot bringen.

lung kann man einen Klingeltransformator ver­wenden, wenn man ein ganz feiner Hund ist; man kann aber auch einfach eine Taschenlampenbatterie dazu benutzen. Ich habe den letzteren Weg gewählt, denn er ist fabelhaft billig, da eine solche Taschen­lampenbatterie bei dieser Verwendung mehrere Mo­nate aushält.

Eine solche Anlage ist nicht teuer, da sie ja durch­weg aus Klingelleitungsdraht hergestellt werden kann und da auch Druckknöpfe und Steckdosen man nimmt natürlich solche ohne Sicherung, die etwa 20 bis 25 Pfennig das Stück kosten bil­lig sind. Ntan kann die Anlage auch allmählich aus- bauen, wenn man nicht zu Diel Geld auf einmal ausgeben will, indem man die Zahl der angeschlos- jenen Zimmer und die Zahl der Steckdosen und Druckknöpfe in den Zimmern jeden Monat etwas erhöht; dann braucht man nicht zu stottern.

Eines muß ich aber noch sagen: Man kann nicht an jeden Netzanschlußempfanger Leitungen aus Klingelleitungsdraht anschließen, sondern nur an solche, bei denen dafür gesorgt ist, daß der Strom aus dem Lichtnetz unter keinen Umständen in die aus Zimmerleitungsdraht hergestellten Leitungen eintreten kann. Beachtet man dies nicht, so kann man einen Brand verursachen und Menschenleben gefährden.

Nun gehen Sie hin und tun Sie desgleichen: Dann wird Ihr Rundfunkempfang wirklich bequem sein und Sie werden Freude daran haben!

Wirtschaft.

* Aktienindex. Der vom Statistischen Reichs- omt errechnete Aktienindex (1924-26 - 100) stellt sich für die Woche vom 21. bis 26. April 1930 auf 121,7 gegen 122,8 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 120,0 (121,3), in der Gruppe verarbeitende In­dustrie auf 110,9 (112,1) und in der Gruppe Han­del und Verkehr auf 141,8 (142,8).

* Ausdehnung der Favag - Vor­untersuchung. Die Voruntersuchung in der Favag-Angelegenheit wird auf den Generaldirektor M a e d j e von der Vereinigte Berlinische und Preußische Lebens-Versicherungs-A.-G., Berlin, mit ausgedehnt werden. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft wird sich mtt der Angelegenheit beschäftigen. Das Geschäftsergebnis 1929 ist im übrigen wieder günstig, so daß mit wieder 15 v.H. Dividende gerechnet werden kann.

* Gesfürel Ludwig Löwe. Die Gene­ralversammlung setzte die Dividende wieder auf zehn Prozent fest. Es wurden die Gründe erörtert, die zu dem Scheitern des Zusammenschlustes mit Licht und Kraft führten. Heber die Geschäftslage wurde mitgeteilt, daß der Anfang d. I. einen Rückgang der Stromlieferung gebracht habe. Man hofft für die kommenden Monate auf einen Ausgleich. Im übrigen könne man eine unveränderte Dividende gewährleisten.

* Der B o ch u mer Verein (Vereinigte Stahlwerke) hat Antrag auf Entlastung von 600 Arbeitern gestellt. Außerdem soll beim Röhrenwalz­werk nur vier Tage gearbeitet werden.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M.. 30. April. Tendenz: schwächer. An der Börse setzte sich heute wie­der verstärkte Lustlosigkeit und Zu - , rückhaltung durch. Die Umsätze blieben minimal, und auch am Anleihemarkt ging das Geschäft stark zurück. 3m ZusammenArng mit den schwächeren Auslandbörsen war die Haltung allgemein etwas abgeschwächt, wo­bei die neuen Betriebseinschränkungen im Kon­zern des Stahlvereins und die Ergebnislosigkeit der Pariser Stickstosfkonferenz die beste^nde Ver­stimmung verstärkten. Die Kursfestsetzung ging bei der großen Geschäftsstille nur zögernd vor sich. Cs ergaben sich auf fast allen Märkten Kurseinbuhen von 1 bis 2,5 Prozent. Aament- lich am Elektromarkt wurden Verkäufe vorge- .nommen; Licht & Kraft und Siemens gaben je 2,5 Prozent, AEG und Gesfürel je 1 Prozent nach. Farben und Schiffahrtswerte eröffneten 1 Prozent niedriger, während Deutsche Lino­leum ihre Abwärtsbewegung um 2 Prozent fort* setzten. Größere Abgaben waren wieder in Mans­feld festzustellen, die erneut 3 Prozent nachga­ben. Am variablen Markt gaben Iunghans von ihrem letzttägigen Kursgewinn über vier Prozent wieder her. Am Markte der Dauun- ternehmungen gewannen Holzmann erneut 1,5 Prozent, ebenso Zement Heidelberg leicht be­festigt; Wayh & Freytag waren dagegen etwas schwächer. Zellstoff Aschaffenburg waren auf dem ermäßigten Aiveau des Vormittags behauptet. Bankwerte eröffneten wenig verändert, Reu- und

Die hinter den Papieren

Frankfurt a. DI. |

Serlln

Schluß-

1-llhr.

Schluß-

Anfang»

(ur4

ftur«

kurs

Kurs

Datum

29 »

30

29 1

30 4

6% Deutsche Reich« aulelhe von 1927

7% Deutsche RetchSanleihe

-

-

87,4

-

von 1929

Deutsche Lnl..Abläi^Schuld mit

101,5

-

102

Auslo>.<Rechten . -

58,7

,8.55

58,9

58,7

Desgl. ohne Ausloi^-Rechte . 8% Hell. BolkSstaat von 1929

H.6

11.25

1l,6

11,4

trückzahlb. 102%)

Oberhessen Provinz . Anleihe mit

93

93,25

Ausloi.-Rechten

Deutiche Komm. Sammelabl.

54,25

-

Anleihe Serie 1

8% Franks Hyp.-Bank Goldpse.

55,9

56,25

XIII unkündbar bi« 1934

99

7% Franks Hyp^Bank «Soldpfe. unkündbar blS 1932

93

_

_

4¥i% Rheinische Hvp^Bank

Ltau. ®ot6p|e.

8% Br. LandeSpsaudbriesan stall.

86

-

-

-

Psandbriese R. 17

8% Pr LandeSpsandbriefanstall,

100

100

Komm^Obl. R. 16

95,5

95,5

7% Pr. LandeSpsandbriefanstall,

Psandbriese R. lv

fl.6.® abg. BorkrtegS-Obligatio.

91,75

91,75

neru rückzahlbar 1932

-

-

-

4% Oesterreich«) che tSoldren» . .

26,5

26,75

26,4

4,20% Oeiterreichtsche SUberrente

4

_

4,13

4% Oesterretchiiche Einheitliche Rente

2,4

2,45

4% Ungarische Goldrente . .

.

-

24.2

24,6

4% Ungarische Staaisrente v. 1910

20,9

21,5

4%% desgl. von 1913

22

4% Ungarische Kronen reute

2,45

2,4

2,4

4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl

7

6,9

7

7,05

Serie 1

1

4% desgl Serie II

6% RumSnckkbe veretnh. Rente

6,9

7

7,05

von 1903

i¥i% Rumänische veretnh. Rente

10,2

16,65

10,1

von 1913 .........

16,7

1% Rumänisch, ver-tuü. ®nrte

8,2

1

8,15

Altbesih waren bei sehr still gewordenem Ge­schäft etwas schwächer. Am Auslandrentemnarkt waren unif. Türken gefragt. 3m Verlaufe bröckel­ten die Kurse bei fast vollkommenerGe- schäftslosigkeit meist weiter etwas ab. Kursrückgänge bis zu 2 Prozent erlitten Reichs­bankanteile und Siemens. Tagesgeld war zum Ultimo stärker gefragt und der Satz auf 5,5 er­höht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfund 20,3650, London ge­gen Kabel 4,1880, gegen Paris 123,93, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 39,30, gegen Schweiz 25,0775, gegen Holland 12,0790.

Berliner Börse.

Berlin, 30. April. Rachdem im heutigen Vormittagsverkehr die Ansichten über die Wei­terentwicklung. der Tendenz an den Effekten­märkten noch ziemlich geteilt waren, konnte man schon an der Vorbörse erkennen, daß auf Grund fehlender Anregungen und beeinflußt durch den anhaltenden Ordermangel bei den Banken die Kurse eher nachgeben würden. Ob­wohl das Angebot von außen zu den ersten Ro- tierungen dann gar nicht so groß war, genügte es doch, bei der geringen Unternehmungslust der Spekulation, bei zahlreichen Papieren Ver­luste von 1 bis 2 Proz. eintreten zu lassen. Schultheiß, Kaliwerte, Deutsche Linoleum, Brau­bank, Echantungbahn waren bis 3 Proz. ge­drückt, Siemens verloren 3.5 und Berger 5 Proz. Das weitere Rachgeben der Kupferpreise führte zu einem erneuten Rückgang von Otavi (minus 1,60 Mark) und von Mansfeld (minus 3,75 Prozent). Letztere erschienen ebenso wie Ge­brüder 3unghans-Aktien zunächst mit Minus- Minuszeichen. Relativ widerstandsfähig eröff­neten Farben, für die vorbörslich noch eine gewisse Anregung von den gemeldeten inter­nationalen Verträgen des englischen Chemie­trustes ausgegangen war. Allerdings stand dem das Scheitern der Stickstoffoerhandlungen in Paris gegenüber. Etwas beachtet wurden im Zusammenhang mit der heutigen Generalver­sammlung die Aktien der Dedibank. Laurahütte fielen mit einem 2prozentigen Kursgewinn auf. Auch am Markte der festverzinslichen Werte hatte der Geschäftsumfang wesentlich nachgelassen. Deutsche Anleihen bröckelten etwas ab. Aus­

Frankfurt a. M.

Serlin

Schluß-!

kurS 1

1-llhr- Äurd

Schluß» fur<

Anfang- Kurs

Dalum

30

29 -

30. 4

Hamburg-Amerika Patel ... 7

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8

Hansa Dampfschtfs . 10

110,25

109,75

159.25

109,25

Norddeutscher Lloyd.....8

109,75

108,75

109,9

109

Allgemeine Deutsche Treditanst. 10

116

115,5

115,4

Barmer Bankverein ... 10

Berliner Handelsgesellschaft 12

127

126.75

176,25

126.6

175,5

Commerz, und Prival-Bank . 11

151,75

151,5

151,75

151,5

Darmstädter und Nationalbanl 12

Deutsche Bank und

229

228

228

DiSconto-Gesellschaft, ... 10

151

-

150,5

151

Dresdner Bant ...... 10

144,25

144,25

144.5

144,4

Reichsbant........18

297,5

296,5

295,5

A.E.G............8

171,25 1 170,75

>71,25

170

Bergmann.........9

Elektr. LieferungSgesellschast. 10

159

Licht und Kraft ... 10

167,75

163

Felten & Guilleaume . IVs

Gesellschaft für Elektrische

124

125,25

124,25

Unternehmungen .... 10

Hamburger ElektrizitätS-Werke 10

Rheinische Elektrizität .... 9

177

176

177

176,5

137,65

137,25

14/

Schlesische Elektrizität. ... 10

Schuckert & Co. .... . 11

-

187,5

187

Siemens & Malaie . 16

244

246,5

243

TranSradlo . . ....... 8

-

128

128

Lahwevrr L Co..... . 10

171

169,5

Buderus . ...... ö

71

101,75

100,75

143

Gelsenkirchener ....... 8

139

139

138

126

126

125

Hoesch Men........6VZ

-

108

Ilse Bergbau ...... 10

-

-

101

100,75

100

--

106,13

105,75

Mannesmann-Röhre« «... 7

105,25

105.75

105

Marisfelder Bergbau . .... 7

-

75,75

72

Oberschles. Eisendebarl . . . . 6

Oberschiei. Kokswerle .... 7

108,9

108,13

Phönix Bergbau . . . . S>4

Rheinische Braunkohlen . . 10

105

105,13

105

226

226

Rheinstahl . ....... 6

115

115.25

115

Riebeck Mont« ...... V

104,0

--

länder lagen meist behauptet. Pfandbriefe zeig­ten immer noch eine bemerkenswerte Festigkeit. Der heutige Zahltag machte kaum noch Schwie­rigkeiten. Am Geldmarkt stellten sich die Sätze für Tagesgeld auf 5,5 bis 7,5 Proz.; für Geld über Ultimo 5,5 bis 6,5 Proz., für Monatsgeld ebenfalls 5,5 bis 6,5 Proz. Der Siemensmarkt litt unter Baifseangriffen, wobei man auf die schwache Veranlagung der Siemens-Debentures im Auslande hinwies. Deutsche Linoleum ver­loren 4, Mansfelder weitere 2 Proz. Es ver­stimmte für letztere, daß der Kupferpreis in Berlin heute mit 96 nach Hundert gegen gestern genannt wird.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 30. April. Am heutigen Produktenmarkt neigte die Tendenz allgemein zur Schwäche. Ramentlich Futtermittel waren an- geboten und etwas niedriger. Auch Weizenmehl erfuhr einen Preisrückgang um 50 Pfennig. Für Roggenmehl konnte der Preis bei kleinem Ange­bot anziehen. Die Preise verstehen sich für Ge­treide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo. Es notierten: Weizen, Hektolitergewicht von 78 Kilo 302,50; Roggen', Hektolitergewicht von 72 Kilo 185 bis 187,50; Sommergerste für Brauzwecke 205 bis 210; Hafer, inländischer 185 bis 190; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 43,50 bis 45; Roggenmehl 27 bis 28,50; Weizen­kleie 8,50 bis 8,60; Roggenkleie 9,75 Mk. Ten­denz: Weizen fest, sonst abgeschwächt.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 29. April. Der Markt zeigte heute wiederum ein festes Aussehen, was insbesondere auf die Aufrechterhaltung des Vermahlungs­zwanges für 3nlandweizen bei nur sehr knappem Angebot zurückzuführen war. Ramentlich be­kunden die Provinzmühlen sehr rege Rachfrage nach Weizen. Das Preisniveau für Effektivware und für die Sichten der alten Ernte lag um etwa 4 bis 4,50 Mark höher als gestern. Roggen ist mehr oder weniger von der Aufwärtsbewegung der Weizenpreise mitgezogen, bei ziemlich spär­lichem Angebot von Waggonware und etwas reichlicherem Offertenmaterial für kahnverladenen Roggen lagen hier die Preise etwa 2 Mk. höher. Die Herbstsichten von Weizen und Roggen sind

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß» kurs

t'llhr.

Kurs

Schluß­kurs

Anfang- Kurs

Datum

29- 4.

30 4.

29 a.

30

Bereinigte Stahlwerte.....

96,5

96,75

96 25

Otavi Minen ... 16'/»

51,13

49,5

Kaliwerke Aschersleben ... 10

228,5

228,5

228

Kaliwerke Westeregeln ... 10

233

232,5

230,25

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

399

398,5

395,5

I. G. Farben-Industrte . . . 12

177,5

176,75

177,75

176,75

Dvnamtr Nobel..... . 6

Scheideanstalt. ....... S

71

71.25

70,5

Rülgerswerte ........ 6

70,5

70.13

96,75

Metällgesellschast. ...... 8

103

108

PHUWV Holzmann......1

110

111.5

110,5

111,13

Zementwerk Heidelberg . . 10

133,5

134

Cementwerk Karlstadt. ... 10

143

Wavß & Frehtag......8

91

91

90,25

Schultheis Payenhoser ... 15

306,5

303.5

Ostwerke..... 12

-

260

258

Aku ..........18

113

113,75

112,5

Eemderg...... 14

--

142,25

140,25

Zellstoff Waldkws .... 13/,

185

184

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

142

142

145,5

Charlottenburger Wasser ... 8

104,65

104,25

Dessauer Mae . . .... 9

Daimler Motoren ..... O

41

41

41,13

Deutsche Linoleum ......

245

247

244

52,4

52

*

Orenstein & Koppel.....6

79,5

78

Leonhard Tietz. 10

150.5

151

Svenöko .......

349

348

frankfurter Maschmev .... 4

36

-

36

Gritzner ...... . 6

38,5

38,5

-

HepIIgenftaedt .......O

-

IunghanS ....... 6

45

-

44

Lechwelke ........8

105,13

-

Maiukrastwerke Höchst a-M.. .8

Miag .....10

'32,75

>32

131

Gebr. Roeder ..... 10

104,5

-

Boigt & Haessner ...... 9

Süddeutsche Zucker . 10

-

159,5

infolge deS weiterhin außerordentlich günstigen Wetters und der vorzüglichen Entwicklung Der Felder weniger fest veranlagt. Am Mehlmarkte will sich trotz der Brotgetreidehausse keine nen­nenswerte Belebung zeigen; die Mühlen ver­suchen für Weizenmehle 25 Pfennig höhere For­derungen durchzusetzen, was jedoch nur verein­zelt gelingt, Roggenmehle sind im Preise un­verändert. Hafer in Erwartung einer höheren Bewertung des Ginfuhrscheines gleichfalls fester, namentlich in Küstenware. Gerste ruhig.

Schweres ttnwetter in der Rhön.

WSR. Fulda, 29. April. Ebenso wie ver­schiedene andere Gegenden Deutschlands ist auch die Rhön am Sonntag von einem schwe­ren Unwetter heimgesucht worden. Ein schweres Gewitter hatte sich zwischen Steinwand. Maulkuppe, Stellberg und Milseburg festgesetzt. Kurz vor 12 Uhr setzte wolk^i^brucharti- ger Regen ein, der nach viertelstündiger Dauer in einen furchtbaren Hagelsturm über­ging und die Fluren weit und breit in Schnee­felder verwandelte. Das von den Bergen strö­mende Wasser riß vielfach tiefe Furchen in di« bestellten Felder und warf Schlamm und Ge­röll auf die Wiesen. An manchen Stellen wur­den soviel Hagelschlagkörner angeschwemmt, daß sie eine meterdicke Schicht bildeten. Die Wege und Straßen verwandelten sich in reißend« Däche. Stundenlang war auf ihnen kein Ver­kehr möglich. Das Unwetter dauerte etwa zwei Stunden. Die niedergegangenen Wasser- maffen richteten aber auch dort, wohin das Ge­witter unmittelbar nicht gekommen war, gro­ßen Schaden an. 3n Poppenhausen, wohin das meiste Wasser abfloß, standen, ehe sich die Bewohner besinnen konnten, mehrere Häuser mit­ten in den Fluten. Die Lütter und Bieber führ­ten Hochwasser, das auch noch in entfernterem Gegenden die Wiesen überschwemmte. Der Schaden, den das Unwetter auf den Fel­dern und Wiesen angerichtet hat, ist beträcht­lich. Teilweise wurden sogar die Straßen von! den Fluten aufgeriffen.

Kirche und Schule.

Arbeitstagung des oberhessischen Vereins fff« Basler Mission.

) ( Hun gen, 29. April. Unter dem Vorsitz von Dekan G u h m a n n (Kirchberg) traten gestern nachmittag im Solrnser Hof hier die Ver­trauensmänner der Basler Mission in den ein­zelnen Gemeinden und Dekanaten zu einer außer­ordentlich gut besuchten Arbeitstagung zu­sammen. Die Tagung wurde durch den Vorsitzen­den mit Verlesung von Losung und Lehrtext des Tages und mit Gebet eröffnet. 3m Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein überaus gut orien­tierender Vortrag von Missionar Lauf (Frank­furt a. M.) überDie Mission in der gegenwärti­gen Weltlage", der eine lebhafte Aussprache her­vorrief. Als Vertreter Oberhessens in die Hei- matgemeinde-Vertretung (H. G. D.) der Basler Mission wurden Dekan Guß mann (Kirchberg), bzw. Pfarrer Staubach (Watzenborn) als Stellvertreter bestimmt. Zur diesjährigen Haupt­versammlung in Basel wurden abgeordnet die Pfarrer Römer (Schotten) und Zeh fuß (Hopsmannsfeld) bzw. als Stellvertreter Pfar­rer Mahr (Gießen) und Sieb eck (Echzell). Das 3ahressest des Oberhessischen Vereins für die Basler Mission am 21. September soll in Rieder-Weisel abgehalten werden. Die Haupt­tagung der Hessischen Wissionskonferenz findet am 16.3uni in Büdingen statt und bringt zwei Vorträge von Professor D. Dr. Frick (Mar­burg) und Missionsdirektor Witte (Berlin). Der Vorsitzende schloß die überaus anregend verlaufene Tagung mit herzlichen Dankesworten.

Letzte Nachrichten.

Llnruhen in Lodz.

Warschau, 30. April. (wTv. Funkspruch.) 3n Lodz kam es gestern zu A r b e i k s l o s e n - Un­ruh e n , bei denen zwei kommunistische Sejmabgeorbnefe als Agitatoren hervor- traten. Liner von ihnen, Abgeordneter Zarski. soll nach den Aussagen von Zeugen bei einem Zu­sammenstoß der Demonstranten mit der Polizei mit einem Revolver auf die Polizisten ge­schossen haben. Mehrere Arbeitslose und zwei Polizeibeamte wurden während der Unruhen ver­wundet. Der Abgeordnete Zarski wurde ver­haftet.

Banknoten.

Berlin, 29. April

Geld

Brief

Amerikanische Noten . .

. . .

4,164

4,184

Noten . . «

58,49

112,14

Dänische Noten.....

< A

111,70

Englische Noten.....

Ä * A

20,31

20,39

Französische

Noten . ..

* M .

16,39

16,45

Holländische

Noten..

168,01

166,69

sftalienische Noten . . .

21,95

111,68

22,03

112,12

Norwegische Noten . . .

Deutsch-Oesterr.,äioo Kronen

58,90

59,14

Rumänische Noten . . .

2,46

2,48

Schwedische

Noten . . .

K Ä A

112,13

112,57

Schweizer Noten ....

tSnnnifrfir Nnteii ....

...

81,02

51,75

12,375

81,34

51,95

12,435

Tschechoslowakische Noten . .

ungarische Noten

72,95

73,25

Denk

enmartt Berlin

- Frankfurt a. 2R.

e9- April

30. April

Amtliche Notieruno

Amtliche Notierung

Geld |

Arie

Geld

»rief

Ämft.»Rott.

168,41

168,75

168.38

168,72

Buen.-AireS

1,616

i,62C

1.600

1.604

Brss.-Antw-

58,405

58,525

58,42

58,54

Ehristiania.

111,98

112,20

111,97

112,19

Kopenhagen

1'2,01

112,23

112,00

112,22

Stockholm .

112.44

112.66

112,44

112,76

HelsingforS.

10,533

10,553

10,533

10,553

Italien. . .

21,92

21,96

21,92

21,96

London- . .

20,343

20.383

20,34

20,38

Neuhork ..

4,184

4,192

4,184

4,192

Paris....

16,41

16,45

16,415

16,450

Schweiz ..

31,105

81,265

81,115

81,275

©Danica . .

51,77

51,85

51.92

52,02

Japan . . .

2,067

2,071

2,066

2,070

Rio de Jan.

0,497

0,499

1,497

0.499

Wien in D-»

Cefi. abgcst

58,995

59,117

59,005

59,125

Prag .... Bclirad . .

12.399

12,419

12,399

12,419

7,405

7,419

7,400

7,414

Budapest. .

73,15

73,29

73,13

73,27

Bulgarien .

3,036

3,042

3,036

3,042

Lissabon

18.78

18,92

18,78

18.82

Danzig. . . lÄonfLintüi.

81,38

81,54

81,11

81,27

1,784

5,445

1,788

1.785

1.789

Athen. . .

5,455

5,43

5,44

Canada

4,180

4,188

4.180

4.188

Uni uau. .

3,856

3.860

3.856

3.864

1 Cairo *

20,8-

20,90

20,86

20,90

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o.H., Lombardzinsfuß 6 v.H.