der die Darlehen als Zwischenkedite behandelt werden, übernommen.
Die Stadt Lich hat bei der Provinz Oberhessen »um 3wede der H m p f l a ste r u n g der Ortsdurchfahrt Lich Im 3ahrc 1926 ein Darlehen in Höhe von 32 000 Wk. aufgenommen Aach dem DarlehnSvertraz ist daS Darlehen mit 1 Prozent über Reichsbankdiskont zu verzinsen und mit 1,5 Prozent zu tilgen. Die 3ahrcslei- ftung soll 7,5 Prozent nicht übersteigen. Da der Reich-bankdisfont längere Zeit 7 Prozent und höher mar, konnte eine Tilgung nicht erfolgen. Die Provinzialdircktion hat daher beantragt, den Darlehessvertrag dahin abzuändcrn, daß die Derzinsung 1 Prozent über Reichsbankdiskont und die Tilgung 1,5 Prozent ohne jede Einschränkung betrage. Der Gemeinderat beschloß mit Rücksicht daraus, dah inzwischen der Reichsbankdiskont wieder auf 5 Prozent gesunken ist, eine Abänderung deS Darlehen-Vertrages als nicht mehr geboten ak»ulehnen.
Beschlossen wurde der Erwerb zweier S r u n d st ü ck e in der Gemarkung Lich Flur X Rr. 1 und 2 zum Preise von zusammen 5000 Mk. DaS Gelände soll teilweise für den Bau einer TranSformatorenstation und für Kleinwohnungen Verwendung finden. — Weitere Gesuche sanden antragsgemäße Erledigung.
Landkreis Gießen.
• Klein-Linden. 29. April. Bei der Hebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr am vorigen Samstag überreichte Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r e im Ramen des Ministers deS Innern den Feuerwehrmitgliedern Ludw. Jung, Ludw. Lenz und Friedr. Müller die Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit in der Feuerwehr.
% Alten-Bufeck, 29. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde unferm seitherigen Schulverwalter Erb, seinem Wunsche entsprechend, eine Lehrer stelle in Ettingshausen bei Drünberg übertragen. Der Weggang des allseitig beliebten und sehr geschätzten Lehrers wird hier lebhaft bedauert. Mit bet Verwaltung der betr. Klasse wurde Schulverwalter Z l a u a u s aus Kranichstein bei Darmstadt. der feither in Mühlheim bei Offenbach stand, betraut.
* Vrohen-Duseck, 29. April. Am Sonntag hielt die hiesige Spar- und Leihkasse c. G. m. b. H. ihre ordentliche Generalversammlung für 1929 im Saale des Mitglieds Wagner ab. Rach der Eröffnungsansprache durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Rektor Inderthal, sprach der Verbands-Oberrevisor Hartmann, Giehen, als Vertreter des Verbands hessischer landwirtschaftlicher Genossenschaften. Ec gab sehr interessante Aufklärungen Über die derzeitigen Geldverhältnisse und besprach eingehend die am 11., 12. und 15. April vorgenommenen Revisionen der Kasse. Ferner sprach er sich sehr zufrieden über die Geschäftsführung und den Geschäftsgang der Kasse aus. 3m 3ahre 1929 wurden 21 neue Mitglieder aufgenommen, so daß der Mitgliederbestand auf 247 gestiegen ist. Die Spareinlagen haben sich bei etwa 800 Sparern auf rund 300 000 Mk. erhöht. Außerdem hat die Kasse noch etwa 800 Aufwertunas- varer, welche noch ein aufgewertetes Guthaben . on in-gesamt 110 000 Mk. besitzen. Die Aufwertungs-Einlagen wurden auch im Jahre 1929 mit 4 Prozent verzinst. Die Kasse arbeitet mit einem Eigenkapital von über einer halben Mil- kivn und ohne jegliche Bankschulden, so daß die Kasse voll liquid ist. Der Umsatz Betrug für 1929 = 4 279 278,20 Mk. Der Reingewinn beläuft sich auf 7454,86 Mk. ES werden auch in diesem Jahre wieder 10 Prozent Dividende verteilt.__
+ Grünberg, 29. April. Am Sonntag nach Ostern fand hier die Einsegnung derKon- f i r m a n d e n statt. Die Zahl der Konfirmierten war dieses 3ahr geringer als sonst, sie betrug nur 40. Davon waren 10 Knaben und 9 Mädchen auS Drünberg, von den drei Filialdörfern entfielen auf Lehnheim 2 Knaben und 5 Mädchen, auf Stangenrod 3 Knaben und 2 Mädchen, auf Lumda 4 Knaben, 3 Mädchen: außerdem waren noch je ein Mädchen aus Geilshausen und Riedcr- Gemundcn dabei. Durch die Mitwirkung des Musikvercins, unter dessen Klängen der Eintritt der Konfirmanden, geleitet von den beiden Geistlichen und dem Kirchenvorstand, in die ge* fchmückte Kirche erfolgte, sowie durch zwei Ehöre deS Männergesangvercins gestaltete sich der Gottesdienst sehr feierlich. Auch die Konfirmanden fangen zwei Lieder. Die Konfirmationshandlung wurde geleitet von Dekan Schmidt. — Aus Anlaß der Feuerschutzwoche veranstaltete die hiesige Freiwillige Feuerwehr am gestrigen Montag eine größere Hebung. Ausgeführt wurde ein Brandangriff auf baä hiesige Rathaus. Rach beendigter Hebung zog die Wehr, die über 100 Mann stark war, unter Dorantritt der Kapelle durch die Stadt, um dann auf dem Marktplatz Aufstellung zu nehmen Hier übergab der Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r 6 (Gießen) Ehrenzeichen an verdiente langjährige Mitglieder Es wurden ausgezeichnet: Schmiedemeistcr Wilh. Schomber und Spenglcrmeister Jakob Don-Eiff für 40jührige Mitgliedschaft und Glasermeister Friedrich Feldmann für 25- ja&rige Mitgliedschaft. Bei der anschließenden Versammlung im „Hotel Hirsch" hielt Kreis- feuerwehrinspektor D i d o r e einen Vortrag über „ Feuerverhütung im Haushalte und Derhaltungs- maßnahmen bei Bränden". Beigeordneter Kel - l e r übermittelte den Geehrten für ihre vorbildliche Tätigkeit im 3nteresse der Allgemeinheit den Dank der Stadt. 3n gleichem Sinne fproch auch der Kommandant der Wehr, Seiler- meister Seif art, der die Tätigkeit der 3ubi- lare den jüngeren Kameraden als Vorbild hinstellte und der Behörde für die verliehenen Aus- zetchnungen dankte. Schmiedemeister Schorn- ber dankte im Ramen der Ausgezeichneten.
Steinbach. 30. April. Gestern mittag gin- g«n dem Landwirt Haas von hier, der mit feinem Wagen aufs Feld fahren wollte, die Pferde durch. Er stürzte vom Wagen und kam unter die Räder, wobei er einen komplizierten Hnterschenkelbruch erlitt. Rach erster Hilfeleistung mußte er durch die Freiwillige vanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chi- rurgischen Klinik in Gießen gebracht werden.
> ( L t ch. 29. April. Am Sonntag sand in der Östlich geschmückten Kirche die Konfirmation von 12 Knaben, 14 Mädchen und 5 Arns- butger Kindern statt. Die Konfirmationsan- sprache hielt Pfarrer ® raubt über das 3c- suswort: ., Folge mir nach." Allgemein fiel die kleine Zahl der Konfirmanden auf; während in ben letzten 3ahrzehnten immer 60 bis 70 Kinder eingesegnet würben, waren es in diesem 3ahr nur die Hälfte; man muh in der Geschichte unserer Gemeinde schon über 100 3ahre zurück-
Eisenbahn und Kraftwagen.
Die Stellungnahme der Hessischen Industrie' und Handelskammer.
Darmstadt, 29. April. (WSR) Heute hielt die Hessische 3nbufttie- und Handelskammer Darmstadt eine Vollversammlung ab, in der nach einem Referat über die Frage „Eisenbahn und Kraftwagen", das sich hauptsächlich auf die Denkschrift der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn „Reichsbahn und Kraftwagenverkehr" sowie auf die Denkschrift des beim Deutschen 3nbuftrie- und Handelstag gebildeten StudienausschusseS „Eisenbahn und Kraftwagen" stützte, folgende Entfchließung einstimmig gefaßt wurde: „Die Tatsache, daß sowohl die Reichsbahn wie ein zu diesem Zwede beim Deutschen Industrie- und Handelstag eingesetzter Sonderausschuß in eingehenden Darlegungen da- Problem „Eisenbahn und Kraftwagen" zur öffentlichen Erörterung gestellt haben, wird im 3n t et e f f c der Klärung der Sachlage lebhaft begrüßt. Mit dem Vorwort zum Gutachten deS StudienauSschusseS ist die Kammer der Auffassung, dah sich in der Tat „ein unbedingt ab- schlicchendeS Hrteil noch nicht sinken" läßt.
Die Zwedmäßigkeit der in der Denkschrift deS Studienausschusses angeregten Genehmigung Spf li ch t für den Kraf twagen- aüteroerkehr auf weitere Entfernungen muh fraglich erscheinen, weil hierdurch mit Mitteln des Zwanges Entwidlungen verbaut werden könnten, die im wohlverstandenen Interesse der Volkswirtschaft liegen. So sehr die deutsche Gesamtwirtschaft ein Interesse an nachhaltig leistungsfähigen Eisenbahnen besitzt, so müßte es doch in einer Hebergangszeit wie der unfrigen bedenklich erscheinen, wenn gegenüber dem freien Spiel der Kräfte auf dem Gebiete der Verkehrswirtschaft noch weiter
gehende gesetzliche und verwaltungsmäßige Schranken aufgerichtet würden.
Die bisherige Entwidlung deS Wettbewerbs zwischen Eisenbahn und Kraftwagen hat jedenfalls den Beweis erbracht, daß die Eisenbahn, durch den Wettbewerber angespornt, ihrerseits vielfältige und wefentliche Verkchrsvcr- befferungen durchgeführt hat. die. wie auch die Denkschrift des StudienauSschusseS fcftftellt, ohne den Kraftwagenwettbewerb nicht in gleichem Maße eingetreten wären. Bei einem Wegfall des gefunden Wettbewerb- wäre die Gefahr einer Erstarrung deS deutschen Verkehrswesens nach den bisherigen Erfahrungen nicht von der Hand zu weisen.
Bevor eine endgültige Entscheidung über die Frage möglich ist, ob und bejahendenfalls in welchem Umfange cs vom volkswirtfchas tlichen Standpunkt aus verantwortet werden kann, den Eifenbahnen unter Hintansetzung der in gleicher Weise berüdsichtigenswerten Interessen des Kraft- wagenverlehrs durch gesetzgeberische Maßnahmen einseitig Hilfsstellung zu leisten, müssen noch eingebende weitere Erhebungen getroffen werden, insbesondere in der Richtung, daß der in der Denkschrift der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn behauptete und von anderer Veite bestrittene Einnahmeausfall nach Grund und an Hand des bisher der Oefsentlichkeit noch nicht zugänglich gemachten Materials einer unparteiischen Rachprüfung unterzogen wird; dies um so mehr, als dem Studienausschuß beim Deutschen Industrie- und Handelstag die wichttgen Unterlagen der von der Reichsbahn errechneten Ausfallsziffern bedauerlicherweifc nicht zur Verfügung gestanden haben.
geben, um eine solch kleine Schar Konfirmanden anzutreffen. Im Iahre 1808 waren eS 30, im Iahre 1809 nur 15. Im nächsten Iahr wird die Zahl jedenfalls noch kleiner werden.
D D o r f g ü 11, 29. April. Dieses Iahr haben wir den seltenen Fall, daß in unserem Orte keine Konfirmation stattfindet. Ein Mädchen, daS in Betracht gekommen wäre, wurde mit Genehmigung der Kirchenbehörde bereits vorige Ostern eingesegnet, da eS sonft den Weg zur Konfirmandenstunde nach Holzheim hätte allein zurüdlegen müssen.
s. Q3i Hingen, 26. April. Gestern wurde hier wieder der MarkuStag, der im DolkS- mund hier der „Kalte Tag" genannt wird, gefeiert. Dieser örtliche Feiertag erinnert an große Brände in Dillingen, die sich auf denselben Tag wiederholt haben. Der Feiertag war schon einmal abgeschafft worden, wurde aber, als die Gemeinde wieder von einem großen Brande heimgesucht wurde, wieder eingeführt und bis auf den heutigen Tag am 25. Apml gefeiert. In einem Gottesdienst wird der Teil der Dillinger Chronik verlesen, der die verschiedenen Brände schildert. — In dankenswerter Weise benutzte der Schularzt, Medizinalrat Dr. Bin-, fad, den Tag, um über „Gesundheitspflege unserer Iugend" zu den Eltern zu sprechen. Der zweistündige Vortrag in volkstümlicher und eindringlicher Sprache wurde durch gute Lichtbilder unterstützt. Ausgehend von den vier Hntersuchungen des Iahres wies der Redner darauf hin, dah ein hoher Prozentsatz der Schüler sich in schlechtem Gesundheitszustand befinde, obwohl die Gemeinde in opferbereiter Fürsorge die Schulhäuser mustergültig ausgestattet habe und die Eltern alles täten, was in ihren Kräften stünde. Die Wurmuntersuchung habe gezeigt, dah fast alle Kinder damit behaftet seien, bei manchen seien sogar drei Arten Würmer festgestellt worden. Es wurden Abwehrmittel besprochen, die aber nur dann Erfolg hätten, wenn alle Eltern mithelfen. Dann sprach ' der Redner über Körperhaltung und -pflege, wobei er besonders den Wert des Turnens hervorhob. Es dürfe aber kein Preis- turnen, sondern Gesundheitstumcn gepflegt werden. Don besonderer Bedeutung fei das auch in Dillingen eingeführte Mädchenturnen, da viele spätere Frauenleiden von fehlerhafter Körperhaltung in den Entwidlungsjahrcn herrührten. Schließlich wurde noch über die Fußpflege und die Tuberkulose gesprochen. Reicher Beifall wurde dem Dvrttagenden von der großen Zuhörerschaft gezollt. Da derartige Der- anftaltungen vorzüglich geeignet sind, Schule und Elternhaus durch gemeinsames Wirken immer näher zu bringen, wäre ihre Wiederholung in anderen Gemeinden sehr begrüfyenStoert.
O Holzheim, 29. April. Am Sonntag fand unter Teilnahme der ganzen Gemeinde die Konfirmation statt. Es wurden nur zehn Kinder (fünf Buben und fünf Mädchen) eingesegnet. In früheren 3obren betrug diese Durchschnittszahl einige 20. Rächstes 3ahr wird der schwächste Kriegsjahrgang, bestehend aus vier Kindern, aus der Schule entlassen. — Seither war unser elektrisches Ortsnetz dadurch überlastet, daß zu viele gewerbliche Motore an- geschlossen waren. 3nfolgcdessen muhte es von 110 auf 220 Dolt umgestellt werden, waS kurz vor Ostern geschah. Muhten wir auch lange warten — seit mehr als Iahresfrist waren alle Dorarbeiten beendet —, so erfreuen wir uns jetzt um so mehr eines ruhigen, angenehmen Lichtes. Leider verursacht die Beschaffung der neuen Dirnen in der wirtschaftlich schlechten Zeit beträchtliche Ausgaben. Mancher elektrische Apparat (Staubsauger usw. mit 220 Dolt), der jahrelang unaenutjt in der Ecke stehen mußte, kann nun endlich seinen Zweck erfüllen.
• Rod heim a. d. Horloff, 29. April. Kreisfeuerwehrinfpektor D i d o r e von Gießen besichtigte am Sonntag die Feuerwehren in Rodheim und in Langd. Bei dieser Gelegenheit hielt er, veranlaßt durch die Feuerschutzwoche, einen interessanten Dortrag über Feuerschutz auf dem Lande",
Kreis Friedberg.
WSR. Dad-Rauheim. 29. April. Montagvormittag stürzte in der Hauptstraße ein an einem Dach arbeitender Sprenglergeselle aus Ober-Rohbach aus etwa zwölf Meter Höhe ab. Mit schweren Derlctzungen wurde er in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Er hat inzwischen das Bewuhtsein wiedererlangt, doch gilt sein Zustand 7wch als lebensgefährlich.
4 Ober-Mörlen, 28. April. Gestern brach im benachbarten Wintersteingebiet ein Wald- brand aus, der erste in diesem Jahre. Das Feuer hätte reiche Nahrung gefunden, wenn es nicht von
oorbeikommenden Sägern unter großen Anstrengungen teilweise gelöscht worden wäre. Ein Jagd- Pächter holte bann im Auto eine Anzahl Feuerwehrleute aus Langenhain, die den Brand völlig löschten. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben Ausflügler den Waldbrand verursacht. — Jagdpächter Reitz aus Frankfurt schoß vorgestern einen starken Kei - ler im Gesamtgewicht von rund 250 Pfund. Die Wildschweine, die in unserer Gegend in den letzten Jahren stark zugenommen haben, richten auch jetzt schon wieder großen Schaden an den in nächster Nähe der Wälder gelegenen Felder an.
Kreis Büdingen.
△ Ridda, 29. April. Der Dorstcher der hiesigen Finanzkasse, Obersteuerinspektor Pfeiffer, ist nach zehnjähriger hiesiger Amtstätigkeit nach Giehen versetzt worden und hat gestern unsere Stadt verlassen. Durch sein stets freundliches Wesen und das Entgegenkommen beim Derkehr mit den Bewohnern erfreute er sich in dem ganzen Bezirk Ridda großer Hochachtung und Beliebtheit. Sein Weggang wird daher allgemein bedauert. Als sein Rachfolaer ist Oberst euerinspeklor Diehl aus Heppenheim a. d. D. hierher versetzt worden. — Der hiesige F r i e d- y o f am Kisselberg, der seit 40 3ahren in Benutzung steht, ist bedeutend erweitert worden. Die terrassenartigen Anlagen wurden nach den Plänen des Stadtverordneten H. Bitt, des Rektors der hiesigen Gewerbeschule, geschmackvoll und praktisch ausgeführt. Die Weihe des neuen Friedhofsteils vollzog vor der Bestattung der ersten Leiche, der Frau Deristessungsrat Planz aus Lauterbach, am Sonntag Pfarrer Laut von hier. Für den neuen Friedhofsteil wurde ein besonderer Zusahrtweg angelegt.
△ Nidda, 30. April. Die hiestge Feuerwehr veranstaltete in der Turnhalle zur Feuerschutzwoche einen sehr gut besuchten Werbe- abend, wobei von Mitgliedern der Wehr drei Borträge über die Verhütung von Bränden gehalten wurden. Während der Pause tonjertierte die Feuerwehrkapelle. Auch die hiesigen Gesangvereine trugen einige Lieder vor, und die Turner und Turnerinnen führten musterhafte Hebungen aus.
* Wallernhausen, 30. April. Infolge eines Schwindelansalls stürzte die Ehefrau des Landwirts Heinrich Schmidt hier beim Strohholen von der Lei ter in die Scheuertenne. Sie trug außer einem doppelten Armbruch auch schwere innere Verletzungen davon und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
i). Gettenau, 30. April. Hier entbedtc der Feldschütz Herzberger unter einer Didwurz- miete im Felde einen Fuchsbau, vor dem ein junger Fuchs gemächlich einen Hasen benagte. Er erstattete dem Iagdpächter Meldung. Dieser ließ den Bau ausgraben, wobei im ganzen elf junge lebende Füchse erbeutet wurden. Eine so große Zahl Nachkommenschaft von Reinede in einem Wurf ist äußerst selten. Doch ist kaum anzunehmen, daß der Bau von zwei Paaren bewohnt war. Die jungen Füchse sanden in 3ägerfamilien, die sie groß- ziehen wollen, Aufnahme.
i. Bobcnhausen I., 29. April. Am Sonntag fand die feierliche Einsegnung der diesjährigen Konfirmanden in der Kirche zu Schwidartshausen statt. Die sog Kriegsjahrgänge traten zahlenmäßig in Erscheinung, wurden doch im ganzen Kirchspiel Schwidartshausen mit Dodenhausen I., Bellmuth und Eckartsborn nur zehn Kinder konfirmiert.
Kreis Schotten.
iE Sellnrod, 29. April. Am Sonntag fand in unserer Kirche die feierliche Konfirmation unsere- Kirchspiels statt. Es wurden diesmal 11 Konfirmanden eingesegnet, 4 Knaben und 7 Mädchen, darunter 2 Mädchen aus Altenhain. Pfarrer König, Groh-Eichen, der die Kinder konfirmierte, hatte seiner Ansprache Tobias 5, 23 zugrunde gelegt. — Wie in früheren 3ahren machten die Konfirmanden in der Woche nach Ostern einen gemeinsamen Ausflug, und zwar diesmal zusammen mit den Konfirmanden aus Groh-Eichen. Die Fahrt ging nach Wetzlar und Braunfels und befriedigte die Kinder sehr.
Kreis Alsfelv.
X Alsfeld, 30. April. Am vergangenen Sonntag fand auf Deranlasfung des Bezirks Alsfeld des Hessischen Handwerks- und Gewerbeverbandes unter dem Dorsitz von Gewerbelehrer Rohrbach, Alsfeld, im Saale des Gasthauses »Zur Erholung" h.er e.neSteuernot-Kundgebung des Handwerks und Gewerbes statt, die gut besucht war. Redner war Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Reben- stelle Giehen. Er befaßte sich eingehend mit dem Finanzprogramm des Reiches und des hessischen Staates unb nahm zu den einzelnen für das Handwerk in Betracht kommenden Steuerarren
Stellung. Auch daS Handwerk müsse die Forderung nach einer Ausgaben- und Steuersenkung erheben. Die steuerliche Leistungsfähigkeit deS Handwerk- fei überschritten, die mit der sozialen Versicherung verbundenen Auswüchse müßten zum Ruin führen. Auch eine Revision der ArbeitS- tosenverNcherung müsse vorgenommen werden. Die vom Reiche in Aussicht gestellte Senkung der Gewerbesteuer um 20 Prozent genüge nicht. Der Redner schloh seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß jeder Handwerker Mitglied der Berufsorganisation werden müsse, die im heutigen Wirtschaftskampf ein großer Machtfaktor sei. Die überzeugenden, klar durchdachten Ausführungen fanden lebhaften Beifall, den der Vorsitzende, Gewerbelehrer Rohrbach, in einer Ansprache zum Ausdruck brachte. Ain Schlüsse der recht anregend verlaufenen Versammlung wurde einstimmig eine Entschließung gesaßt, die folgenden 3nhalt hat: Die in AlSfeld versammelten Handwerker und Gewerbetreibenden haben mit großer Enttäuschung die letzten 'Veröffentlichungen der Preise, wonach die versprochene baldige Steuersenkung in Frage gestellt ist, gelesen. 5>ie verzweifelte wirtschaftliche Lage des Handwerk- und Gewerbes läßt jedoch einen weiteren Aufschub nicht zu. Sie fordert mit allem Rachdrukk, dah in Bälde eine Steuerentlastung, insbesondere die vollständige Aushebung der für daS Handwerk und Gewerbe untragbaren Sondersteuern, wie Gewerbe- und Sondergebäudesteuer, eintritt.
-er. Homberg, 29. April. Der älteste Bürger Hombergs, Semincrrdirektor i. R. Dr. Qu en teil, feierte am verflossenen Samstag seinen 8 3. Geburtstag in verhältnismäßig großer Rüstigkeit und in bester geistiger Frische. Don vielen Seiten wurden ihm Glückwünsche dargebvacht. Der Verschöne rungS- und Derkehrsverein übermittelte ebenfalls seinem ältesten aktiven Mitgliede und fleißigen Wanderer seine besten Glückwünsche. — Am Sonntag fand in unserer altehrwürdigen Stadt- kirchc die Konfirmation der diesjährigen Konfirmanden statt. Diesmal tourben nur 14 Kinder eingesegnet, und zwar 7 Knaben und 7 Mädchen.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
± Waldgirmes, 29. April. Auf Veranlassung des hiesigen KriegervereinS fand hier im Weimerschcn Saale ein Militärkonzert der Militärkapelle aus Giehen unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister ß ober statt. Der Saal war gut besetzt. Die Darbietungen der Kapelle fanden auherordent- lich ft ort en Anklang.
Verfehlungen bei der Zinanzbehörde.
WSR. 5 r an t für t a. M., 29. April. Wir kürzlich berichtet wurde, ist man bei den Finanzkassen Frankfurt a. M.-Ost und -West unlauteren Manipulationen zweier Beamten auf die Spur gekommen, wobei eS^ sich ergab, dah in dem einen Fall recht erhebliche Beträge von den Beamten beseitigt worden sind. Die Finanzbehörde hat die Akten in diesen beiden Fällen der Staatsanwaltschaft zur weiteren Derfvlgung zugeleitet. Leider beschränken sich die von Beamten begangenen Hnterschleife nicht auf diese beiden Fälle, sondern cs sind allein in Frankfurt a.M. gegen fünf Steuerbeamte augenblidlich 3er« fahren anhängig und die Zahl der Fälle im Landesfinanzbezirk Kassel, der etwa das Gebiet von Hessen-Aassau umfaßt, summiert sich damit auf etwa fünfzehn. 3n den meisten Fällen dreht es sich um die Veruntreuung nicht bedeutender Summen. Wenn auch nicht in allen Fällen Rot die Triebfeder gewesen sein mag, dah sich die Leute an sremden Geldern vergriffen, so ist doch bei der Mehrzahl wirtschaftliche Bedrängnis die Hrsache zu strafbaren Handlungen gewesen. Es hat kürzlich von Kassel aus eine außerordentliche Revision der Kassen eingesetzt, bei der sich dann die Verfehlungen herauSstellten.
Zehnprozentige Ausgabensperre in Kassel.
WSR. Kassel, 29. April. Hm zu vermeiden, dah das Rechnungsjahr 1 9 30 mit einem Fehlbetrag abschließt, hat der Oberbürgermeister sofort nach Feststellung des Haushaltsplanes an sämtliche städtischen Dienststellen eine Verfügung erlassen, nach der im ersten Vierteljahr 25 Prozent, im zweiten 25 Prozent, im dritten nur 20 Prozent und im vierten ebenfalls nur 20 Prozent der EtatSmittel zur Derwendung freigegeben werden. Die restlichen 10 Prozent werden vorläufig gesperrt. Erst wenn im 3anuar 1931 nachgewiesen werden farm, daß bei Verwendung der restlichen 10 Prozent ein neuer Fehlbetrag nicht eintritt, werden sie zur Verwendung freigegeben. Soweit Einnahmen und Ausgaben in Verbindung stehen, wird der durch den Haushaltsplan für die betreffende Position bereitgestellte Zuschuß in Höhe von 10 Prozent gesperrt. Die Dienststellenvorsteher sind für strengste Einhaltung dieser Anordnung verantwortlich gemacht worden.
Sammeln Sie
aus diesem Katalog^
Wählen Sie eine WERTVOLLE WERBEGABE
die Gutscheinabschnitte
yOWLUX
SEIFENFLOCKEN
SUNLICHT SEIFE
..... VlM^SUMA
SUNLICHT GESELLSCHAFT A G, MANNHEIM


