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Dietzen, den 30. April 1930.
Der Braunkiitel
Literarhistorisches vom Maikäfer.
Nun ist 1« wieder da, die holde Zeit, der „wun- derschone Monat Mai", da der Jüngling .Liebe" reimt auf „Triebe", da „Blümlein blühen zu Kauf' die Studenten jubeln „Der Mai ist gekom. men",' und die Kinder fröhlich fingen:
„Maikäfer flieg. Dein Bater ist im Krieg, Die Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!"
2a. dann ist er wieder da, der lustige Bursche im braunen Röcklein, nachdem schon im Winter vereinzelte vorwitzige Exemplare unglückliche Redak- teure zum Wahnsinn getrieben haben. Aber jetzt erscheint er nicht mehr einzeln, nein, in Gesellschaft guter Freunde burrt er lustig umher; nun —
„Jeder weiß, was so ein Mal- Käfer für ein Bogel sei."
Und nicht <iur Max und Moritz verwenden ihn als Mittel für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die sich respektlos an würdigen Onkels vergreifen und nicht bedenken, daß der Braunrock, den sie zum Helfershelfer machen, früher gleich der Schwalbe und dem Storch bei seinem ersten Erscheinen feierlich aus dem Wald eingeholt wurde. Noch im 17.Jahrhundert geschah das in Schleswig durch die spinnenden Mädchen. Eine alte Beschreibung des „maygraoensestes" von Ulrich Petersen besagt: „Ein sonderbarer Auszug der vormaligen schles- wigschen Spinnradamazonen, einen cantharidem ober Mayköfer mit grünen Zweigen einzuholen, wo- bei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busche aus- gcjicrel." Später holten dann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Grün geschmückte Stadt ein.
Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So heißt es 1625: „Item, wann es viele Maykäffer gibt, Helt man cs auch für gute Jahr." Besonders ein gutes Weinjahr steht dann bevor: „Ein jeder Maikäfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", oder, meint der Elsässer: „E jeder Maikäfer bringt e Ohme Win, arocr mr rnuß'rn e abnehMe."
Trotz dieser günstigen Borbedeutung wird der braune Geselle nicht gern gesehen: mit gutem Grund. Denn wie Hebel sagt: „Im Frühjahr kommt als- dann der Maikäfer, frißt euch die Bäume kahl wie Besenreis." Im Frühjahr 1481 suchte der Bischof non Chur der Plage dadurch zu steuern, daß er die Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie Der- hungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Schoren aus, um den „brummigen Braunrock", wie Peter Dörfler ihn nennt, von den Bäumen zu schütteln; nur in einem Wäldchen bei Basel hat er eine Frei- statt, wo er nicht gefangen werden darf. Ander- märte dienen die Tiere, die nicht ein unrühmliches Ende als Hühnerfutter nehmen, zum beliebten Kinderspiel. Schon Aristophanes spricht in den „Wolken" von den Knaben, die den Käfer zum Spiel an einen Faden banden. Im 16. Jahrhundert heißt es: „Die Maiokäfer band ich an Jeden und mueste mir zuer Hannd fluegen oder kreisen". Bei diesem Spiel fingen die Kinder verschiedene Reime. So das vorhin bereits angeführte „Maikäfer flieg,
dein Vater Ift Im Krieg", besten zweite Hälfte hn Jahr 1848 folgendermaßen abgewandelt wurde: „Der Hecker ist im Oberland und macht die Republik bekannt." Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem:
„Mojakäfer predige,
Moara kommt der Schwedige, Moara kommt der Dilldilldumm, Bringt alle alten Weiber um."
Im Elsaß heißt's: „Maikäfer, fliej uf! Mach bin re Mueder d' cd)ir uf! D' Heide lumme, welle mit dr reche, welle dich un bini lieroe Kinder alli zsamme ze hobt steche", ober aber: „Maikäfer flieg o, flieg o, bi Suppele kocht, bi Hüsele brennt, dr Baler un b' Mueter sin d' Steg (Treppe) awe aheit". Hält bas Kind den Maikäfer in der Hand, so spricht es im Schwäbischen: „Mojaküele, siz aufs Stüele, daß heint oder moara guet Weadder wird", während es in der Wetterau aufforbert: „Mennche, Weibche, weis mer emol bei Spiegelche"! Auch zu mancherlei Rebensarten gibt ber „Eckernfchüfer", wie er im Ravenburgifchen heißt, Anlaß: Der Elsässer sagt als Kosewort: „Du herzgebodbelter Maikäfer"« ober er spricht baoon, bah ein Mensch lacht wie ein Maikäfer. In Schwaben heißt's: „Der hat Sonntag un Werktag ei Kloib a wie e Maikäfer", ober: „In sich hinein vergnügt sein, wie ein Maikäfer", „Das steht bem an, wie einem Maikäfer ber Sabel". Sich unnötige Arbeit machen, Heißlauf Schwäbisch: „Maikäfer numrieren".
Allgemein sagt man, „er maikäfert", wenn einer über einer Rebe brütet, bas heißt, sich zum Reben vorbereitet, wie ber Maikäfer zum Fliegen. In Leipzig sagt man: „Er hat ä paar Maikäfer unter ber Nase" unb meint bamit einen Schnurrbart mit sehr klein gehaltenen Flügeln. Eine Benennung, bie offenbar recht alt ist, da sie schon ber Satiriker Philander von Sitte wald zu Anfang des 17. Jahrhunderts bezeugt.
Dem Sprachschatz des Volkes ist, wie wir sehen, der Braunkittel lieb und vertraut. Auf weniger gutem Fuß mit ihm steht die hohe Dichtung; gibt es doch auf „Käfer" keinen anderen Reim dis „Schäfer", unb wer könnte ben Maikäfer in jambische ober trochäische Verse einfügen! Da bleibt nichts an- beres übrig, als ben „Maikäfer" in einen „Maien- käfer" zu mdnbeln; so kann er auch im Dichterwald surren. Maikäfer flieg! E. B.
Oie Zoribildungsschulpflicht in Hessen.
Die Hessische Amtliche Pressestelle teilt mit: Unter der Ueberschrist „Die Fortbildungsschul- pslicht in Hessen" läuft zur Zeit durch die Tageszeitungen eine Rotiz, nach der „das Kultus- minifterium jetzt durch eine Ausführungsbestimmung zum hessischen Volksschulgesetz t>ie Fort- bildungsschulpslicht generell geregelt" habe. Die Meldung entspricht nicht den Tatsachen. Abgesehen davon, daß die Fortbildungsschulpflicht bereits im Jahre 1922 durch das Volksschul- gesetz und die dazu erlassenen Ausführungsbe- ftimmungen geregelt worden ist, enthält die erwähnte Mitteilung eine Unrichtigkeit, die geeignet ist, Verwirrung anzurichten- Die Besucher einer Lehranstalt mit Dollunterricht, die nach dem zehnten Schuljahre die Anstalt verlassen, sind nicht, wie behauptet wird, noch ein Jahr zum Besuche der Berufsschule (Fortbildungs- schule) verpflichtet, sie sind vielmehr auch weiterhin — wie bisher — vom Besuche der Fortbil- dungs- oder Berufsschule befreit.
Daten fflr Domier-tag, 1. Ma!.
1862: der Schriftsteller Marcel Prevost in Paris geboten; — 1863: der Historiker Stephan Kekule v. Stradonitz in ®ent geboren; — 1872: Gründung ber Universität Straßburg; — 1873: der Forscher David Livingstone am Dangwcolo- see gestorben.
Bornotizen.
— TageSkalender für Mittwoch. Stabttheater: „In ber JohanniSnacht", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lutherische Tagung: Dortrag von Prosessot D. Sommerlath über das Thema: „Das Augsbutgischc Glaubensbekenntnis und die theologische Lage bet Gegenwart". 20.30 Uhr, im Johannessaal. — Reichspattei des deutschen
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dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
Mittelstandes (Wirtschastspartei): Oesfentliche Ptotestversammlung (Redner: Landtagsabgeord- neter Dr. Rhode aus Frankfurt am Main), 20.15 Uhr, im 6-afd Leib. —- Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ich glaub' nie mehr an eine Stau“.
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute abend 19.30 Uhr; Abschiedsvorstellung von Auguste Prasch-Grevenberg als Großmutter in der Operette „In der Johannisnacht". Mit dieser Ausführung wird dieses so erfolgreiche Lustspiel mit Gesarm zum letztenmal gegeben. — Am Freitag, 2. Mac, gastiert die Berliner Kammeroper mit Mozarts „Gärtnerin auS Liebe". Mozart hat das Werk ,das dreiaktig ist, damals mit 17 Jahren für München komponiert. Die Berliner Kammeroper gastiert mit eigenem Orchester unter Leitung des Kapellmeisters Knapstein, der auch die musikalische Bearbeitung der Kammeroper geschaffen hat. — Am Dienstag, 6. Mai, findet ein Gastspiel des Großrussischen Rationalorchesters statt.
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” Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung. Am morgigen 1. Mäi kann der Verwaltungsoberinspektor Karl Müller bei der ftaotischen Hauptverwaltung auf eine 25jäh- rige Tätigkeit im Dienste der Stadt Gießen zurückblicken. Herr Müller war bis zum Jahre 1919 bei dem Polizeiamt Gießen beschäftigt. Am 1. Oktober 1919 wurde er zur städtischen Hauptverwaltung verseht, in der er noch heute tätig ist. Seitdem die Stadt Gießen am 1. April 1929 deiz Dorsih im Hessischen Städtetag übernommen
hak. versieht der Jubilar auch'noch baS Amt des GcschästSsührcr- des Hessischen StädtetageS. Bei seinen Vorgesetzten unb Mitarbeitern, aber auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft erwarb sich Herr Müller durch fein allzeit gewissenhaftes Wirken unb durch sein liebenswürdiges unb hilfsbereites Verhalten im Dienste und im Privatleben größte Wertschätzung. DaS Dertrauen seiner Kollegen zu ihm kam im Jahre 1928 auch darin zum Ausdruck, daß man ihn xum 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Gießen der Berufsorganisation der hessischen Städtebeamten wählte.
•• Volkstümliche Rheinfahrt. Man schreibt uns: Auf vielseitigen Wunsch veranstaltet bas Hapag Reisebureau Loeb, Gießen, am Sonntag, 25. Mairie ine erste biesjährige Rheinsahrt. Die Abfahrt ab Gießen erfolgt mit Conberzug gegen 6.30 Uhr mit Haltestellen in Großen-Linten, Langgöns, Butzbach, Bab'Nauhcim und Friedberg über Homburg nach Mainz-Kastell. Ab Mainz mit Son- berbampfer, begleitet von einer Musikkapelle, nach Rübesheim unb Aßmannshausen. An beiten Orten ein Aufenthalt von über zwei Stunten zur Besichtigung bcs Nieterwalb-Denkmals, Besuch ber Win- zerstuben usw. Rach abermaliger 2Kftünbigcr Dampferfahrt mit Unterhaltung unb Tanz an Borb wirb Koblenz erreicht, woselbst ein weiterer Aufent- halt von nal>ezu 2 Stunden zur Besichtigung ber Schcknswürdigkeiten, wie Deutsches Eck usw., vorgesehen ist. Die Rückfahrt erfolgt gegen 20 Uhr, Ankunft in Gießen 22.08 Uhr, fo baß auswärtige Teilnehmer rechtzeitig ihre Anschlußzüge erreichen. Bemerkt sei noch, daß nur so viel Karten ausgegeben werten. wie Plätze vorhanden sind. Man hat deshalb diesen frühen Termin dieses Jahr gewählt, um ben Teilnehmern ben Genuß tes herrlichen Frühlings am Rhein zuteil werben zu lassen unb außertem den Besuchern, die im Sommer verhindert sind, sich einen Tag freizumachen, jetzt bie Gelegenheit zu einer Rheinfahrt zu bieten. Näheres im heutigen Anzeigenteil.
Verantwortlich für Politik: i. $.: Ernst Blumschein.
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Jn diesem Punkt sind Jllle einig:
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