Hfl unter Wasser. Noch bis zur Deuten Stunde setzte man alles daran, um die katastrophalen Folgen eines Dammrutsches zu verhindern. Am Dienstagmittag ist auch der Schuhdamm zwischen Frauenhag und der Umgehungs- bahn bei Pfasfendors an vier Stellen von den Fluten durchbrochen worden. Das Wasser kann ungehindert in das Gelände des Frauenhag, auf dem das Telegraphenamt und bas Zeugamt liegt, eindringen. 3m allgemeinen kann gesagt werden, daß das Hochwasser der Kahbach am frühen Nachmittag des DienStag etwas zurückgegangen ist.
Gklavenbefreiung in Abessinien.
London, 28. Olt. (Sil.) Nach einer Meldung des »Daily Herald" wird amTage der Krönung des Kaisers von Abessinien eine Verfügung herausgegeben, derzufolge tausende von Sklaven freigefeht werden sollen. Man befürchtet, daß diese Maßnahme in Abessinien jedoch Schwierigkeiten Hervorrufen werde. Einer der stärksten Gegner dieser Politik ist ein gewisser Hailu, der eine Armee von 100 000 und mehr Soldaten in das Feld stellen kann. Der „®ailt) Herald" bemerkt bei dieser Gelegenheit, daß sich die französischen Behörden in Dschibut bisher dem Sklavenhandel vollkommen passiv gegenüber verhalten hätten. Sie täten, a l s wüßten sie nichts davon. Sie hätten ihre Kanonenboote, die früher im Somaliland stationiert wurden^ wieder zurückgezogen. Man erwartet daher daß der Kaiser von Abessinien es nicht leicht haben werde, seine Pläne zur Befreiung der Sklaven durchzuführen.
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Wettervoraussage.
Die Kaltluft an der Rückseite der Polenstörung ist bereits durch warme, welche die Südseite der Rardmeerstörung mit sich führt, verdrängt worden. Dabei herrscht über ganz Deutschland dunstiges, wolkiges und vielfach regnerisches Wetter. Der Temperaturenanstieg betrug besonders im Westen seit den letzten 24 Stunden zirka 6 bis 8 Grad. Das milde, sowie diesige und wolkige Wetter dauert vorerst fort, denn Winde und Temperaturen zeigen über den britischen Inseln noch keine Aenderung. Weitere Niederschläge treten ebenfalls noch auf.
Aussichten für Donnerstag: Vorwiegend bewölkt und dunstig, zeitweise Regen, Temperaturen wenig verändert.
Lufttemperaturen. Am 28. Oktober mittags 8,6 Grad Celsius, abends 6.0 Grad Cel- sius; am 29. Oktober morgens 7,5 Grad Celsius' Maximum: 8.8 Grad Celsius, Minimum: 3,3 Grab' Celsius: Niederschläge 0,4 Millimeter: Sonnen- lcheindauer; 5l/2 Stunden.
Aus aller Welt.
Sturmfahrt de, bulgarischen Königsschiffes.
Der am Montagabend in Sofia eingetroffene Ministerpräsident Liaptschek teilte mit, daß die Ankunft des Königs und seiner Gemahlin in Sofia für Donnerstag zu erwarten sei. Diese Mitteilung hat in amtlichen Kreisen Bestürzung hervorgerufen, da wegen der Kürze der Zeit die Empfangsvorbereitungen nicht vollendet wer- den können. Die Blätter bringen Meldungen, dah der Dampfer „Zar Ferdinand" mit der Hochzeitsgesellschaft an Bord infolge ft arten Sturmes genötigt war, im Hafen von Corinth Zuflucht zu nehmen. Nach anderen Meldungen konnte das Schiff die Weiterfahrt nach Sofia in der Nacht zum Dienstag fortfetzen. Die Funkstation in Sofia bemüht sich vergeblich, mit dem Dampfer in Funkverbindung zu gelangen, so dah der Standort des S ch i f f e s völlig unbekannt ist. Hierüber herrscht in amtlichen Kreisen große Erregung.
Letzter großer Probeflug der „Do X" vor dem Amerikaflug.
Nachdem in den letzten Wochen schon verschiedene kleine Iverkstättenflüge vorausgegangen waren, jtartete „Do X" am Dienstag gegen Mittag zu einem nahezu fünfstündigen Probeflug über dem B o d e n s e e g e b i e t. An Bord be» tanben sich außer der Besatzung noch zehn Perso- nen, und zwar verschiedene deutsche und schweizerische Pressevertreter, Filmleute und einige italienische Offiziere. Wie die „Telegraphen-Union" erfahrt, handelt es sich bei diesem Fluge um den lebten Probeflug des „Do X" vor seiner Eu- ropa- und Amerikareise, die vielleicht schon in den allernächsten Tagen stattfinden wird. Die Fahrt selbst wurde dem gesteckten Programm entsprechend durchgesührt, wobei navigatorische und meteorologische Versuche angestellt wurden. Das Flugschiff W unter dem Kommando von Flugkapitän von < • a n fc n und wurde geführt von den Pilo
ten Merz und Schidlauer. Die Amerikaflug- 1
i Mannschaft besteht einschließlich des Kapitüns aus 12 Mann. Während des ganzen Fluges, bei dem |ebr böiges Welter herrschte, nur einige Male dran- gen die coonnenstrahlen durch, wurden von einer amerikanischen Filmgesellschaft Tonsilmaufnahmen gemacht. Die Gesellschaft wird auch den Amerikaflug des „Do X" von einem Bealeitflugzeug aus von Frankfurt—Köln und von Amsterdam bis Lifsa- bon tonfilmen. Gegen 16H Uhr landete „Do X" wieder glatt.
Die Untersuchung über die Katastrophe von „R 101".
3n der öffentlichen Untersuchung über die Katastrophe des Luftschiffes „R 101", die im Institut der Zivilingenieure in Westminster unter Vorsitz von Sir John Simon und im Beisein Dr. Ecke- n e r s und des Erbauers des englischen Luftschiffes „R 100", Bruney. begann, sagte der General- staatsanwalt, allen Sicherheitsfaktoren sei bet „R 101" Rechnung getragen worden, und mehr als das. Dann teilte er mit, dah ein Kabel, das das Höhensteuer kontrollierte, in dem Wrack des „R 101" gebrochen vorgefunden worden sei. Eine mikroskopische Untersuchung werde vielleicht ergeben, ob bet Bruch vor oder nach der Katastrophe erfolgt fei.
3m Nachterstedter Mordprozeh die Todesstrafe beantragt.
3m Nachterstedter Mordprozeß beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten Koch die Todesstrafe und die Aberkennung Ser bürgerlichen Ehrenrechte. Koch wird bekanntlich beschuldigt, am 19. Februar d. 3. denDirektorKrarnerer- schossen zu haben. 3n feinem Plädoyer führte Staatsanwalt Breisig u. a. auS, dah eS sich um einen Fernschuß handele. Gleich nach der Tat sei Koch, von dem bekannt gewesen sei, daß er Kramer gegenüber feindlich eingestellt war, als Täter genannt worden. Man hätte den Verdacht zunächst aber wieder fallen lassen müssen, weil auch seine Familie dem angenagten Koch ein Alibi verschafft habe. Erst die späteren Aussagen der Frau Koch hätten den Sachverhalt an den Tag gebracht. Es stehe fest, daß Koch sich seiner Frau gegenüber alSTäter bekannt hat. Die Auffindung des Gewehrs im Mühlgraben habe ihre Aussagen bestätigt.
Aufstand wilder Stämme auf Formosa.
Unter den wilden und primitiven altmalaiischen Stämmen Im Innern der japanischen Insel Formosa ist ein Aufstand ausgebrochen. Die Stämme haben entlegene P o l i z e i st a t i o n e n an- gegriffen und in einem Falle sämtliche Insassen einer Polizeistation niedergemetzelt. Es wer- den Truppen aufgeboten, um die Ruhe wieder her- zustellen. Flugzeuge sind nach dem Aufstandsgebiet entsandt worden, um die Lage auszukundschaften. ®ei_ dem Aufstand sollen 190 Japaner, darunter 20 Schüler, niedcrgernetzelt worden sein. Man nimmt an, daß der Aufstand durch allzu strenge polizeiliche Kontrolle verursacht worden ist. Die Stämme haben sich außerdem gegen den Plan einer großen Talsperre aufgelehnt, die mehrere Quadratkilometer ihres Gebietes unter Wasser setzen würde.
Die Beschießung der „Baden" in Rio.
Tic deutsche Gesandtschaft berichtet:
Berlin, 28. Ott. (CNB.) Amtlich wird mit- ?eteilt, daß der deutsche Gesandte in Rio de Janeiro sofort nach Bekanntwerden der Beschießung der „Baden" Schritte unternommen hat, um eine Aufklärung der Angelegenheit au erreichen und Schadenersatz zu fordern. Die Mnter- fuchung der Gesandtschaft hat ergeben, daß Kapitän Rollin völlig schuldlos ist. Auch die brasilianische Regierung hat keine Vorwürfe gegen Rollin erhoben. Die ..Baden" hatte die AuSfahrlgenehmigung des Hafenkapitäns mit tk-r . Verfügung erhalten, beim Passieren des Forts ein Signal zu geben. Entsprechend dieser Anweisung gab die „Baden" beim Passieren des Forts Santa Cruz drei Pfeifensignale, die auch Zeugen an Land einwands rei hörten. Der Flaggengruh der .Baden" an da« Fort wurde auch vom Fort erwidert. Damit ist die anfänglich erhobene Beschuldigung, daß die „Baden" nicht gegrüßt habe, völlig gegenstandslos geworden.
Nach dem Flaggengruh an daS Fort wurde von dort ein blinder Schuß abgefeuert und ein Flaggensignal gegeben „Mit Ruder nicht durchAukommen . Da dies Signal völlig unverständlich war, bezog eS Kapitän Rollin nicht auf sich und setzte feine Fahrt fort. Weitere Wamungsschüsse hat Kapitän Rollin nicht gehört und auch keine Einschläge toafirgenommen. Nach Passieren des Zuckerhuts fuhr die Baden außerhalb der Bucht bis auf 200 Meter an Fort Copacabana heran, um noch etwaige Signale wahrnehmen zu können, da die Sonne bereit 6 im Untergeben begriffen war. Ohne weiteres Signal oder irgendeine erkennbare Veranlassung wurde in diesem Augenblick vom Fort der verhängnisvolle scharfe Schuß abgegeben.
Nach den neuesten Feststellungen wurden durch diesen Schuß, der den Hintermast über Bord warf, 29 Pe rsonen getötet, darunter drei Deutsche, und 40, darunter sechs Deutsche, verletzt. Der Materialschaden war unbedeutend, so daß die „Baden" bereits gestern, wie schon berichtet, ihre Wiederausfahrt an treten konnte. An der Beisetzung der Opser, die auf Kosten der brasilianischen Regierung erfolgt, nahmen außer dem deutschen Gesandten Vertreter der Regierung, der spanische Botschafter und der spanische Konsul sowie Kapitän Rollin und die Mitglieder der deutschen und der spanischen Kolonie in Rio . teil. AuS weiteren Mitteilungen des deutschen Ge- j sandten an die amtlichen Stellen geht hervor, daß die Kämpfe in Rio noch andauern, so daß eine Demarche wegen des „Baden"-Zwischen- falls Verzögerungen erleidet.
Berliner Börse.
Berlin, 29.Okt. (WTB. Funkspruch.) Nachdem der Monat Oktober durch die gestrige Liquidation als erledigt anzusehen ist, scheint die heute beginnende neue Periode in freundlicher Haltung eröffnen zu wollen. Der Abbruch des Metallarbeiter- streiks und die vorläufige Wiederaufnahme der 21 r- beit zu alten Bedingungen läßt die Hoffnung auf eine Einigung größer werden; auch der zwar nicht gleichmäßige aber überwiegend festere Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse regt an. Kurse waren allerdings noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,8150, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 44,25, London gegen Kabel 4,852250, London gegen Berlin 20.3860, Kabel gegen Berlin 4.1960.
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staubfrei — schmecken niemals bitter!
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^ie können unsere Angaben nachprüfen: Wenn Sie durch eine HAUS NEUERBURG- Zigarette blasen - ehe sie brennt so werden Sie keine Spur von Staub bemerken.
STAUB!
Monat für Monat wird diese Staubmenge von den Filter- Kammern unserer Entstaubungs-Anlagen aufgefangen. Nicht weniger als 36 Güterwagen müssen die Last im Laufe eines Jahres aus unsern Fabriken tragen. Diese gewaltigen Staubmengen, für die wir den vollen Tabakpreis bezahlen mußten, gehen allerdings der Produktion verloren; sie sind zu nichts anderm mehr zu gebrauchen als zur Schädlingsbekämpfung im Gartenbau. Wir glauben aber, daß sich die Kosten und Mühe einer gründlichen Entstaubung des Tabaks lohnen; denn unser Verfahren hat den unschätzbaren Vorteil, daß Haus Neuerburg - Zigaretten nicht bitter schmecken und daß sie so bekömmlich sind.


