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Partei möglichst bald zur Beschlußfassung ein­berufen werden kann.

2. Der Parteivorstand empfiehlt den Mitglie­dern der Deutschen Demokratischen Partei, durch rege Mitarbeit schon vor Abhaltung deS Parteitages der Deutschen Staatspartei in den Wahlkreisverbänden und in den örtlichen Organisationen bei deren Aufbau dafür zu sorgen, daß die großen demokratischen Grundsätze zur vollen Geltung ge­langen.

Das Reichsbanner.

Wilhelmshaven. 29. Sept. (TL.) Der Führer des Reichsbanners Hörsing sprach in Wilhelmshaven vor einer Reichsbannerversamm- lung. Die Wahl, so führte er u. a. aus, habe den republikanischen Parteien eine Riederlage gebracht, aber umsomehr müsse die Republik jetzt verteidigt werden, wenn es sein müßte, sogar mit dem Leben. Hörsing wandte sich gegen die Regierung Brüning und stellte drei For­derungen auf, die jetzt in den Vordergrund gerückt werden sollen: 1. Erhaltung der Republik, 2. Aus­bau der Republik in sozialer und demokratischer Hinsicht, 3. Beschaffung von Arbeit für die Er­werbslosen. Hörsing kündigte ein Programm des Reichsbanners an, das er im Ein- verständnis mit der Bundesführung aufstellen werde. Hörsing wandte sich gegen die Ratio- nalsozialisten und besonders gegen Hitler, der ja vor dem Reichsgericht in Leipzig seine Ämsturzbewegung habe legalisieren können. Es sei jetzt an der Zeit, daß das Reichsbanner a u s seiner Passivität heraustrete. Er wolle sich vor seinen Reichsbannerkameraden nicht noch deutlicher ausdrücken.

Oie Memelbeschwerde vor dem Rat.

Ein Norweger zum Berichterstatter ernannt

Genf, 27. Sept. (211.) Der Dölkerbundsrat hat heute vormittag einstimmig beschlossen, die von der deutschen Regierung vorgebrachte Memel- beschwerde auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Tagung des Bol- kerbundsrates zu setzen. Zum Bericht­erstatter wurde Hambro, Norwegen, ernannt, der in der nächsten Woche dem Rat zu berich­ten hat. Der litauische Außenminister erklärte Laß nach dem Pariser Abkommen von 1924 die Memelländer kein Recht hätten, über die Verwaltung des Memelgebietes eine Be­schwerde vor den Rat zu bringen.

Aber um nicht' Zweifel an ihrem guten Willen entstehen zu lassen, erkläre sich die litauische Regierung bereit, über diese Beschwerde vor dem Rat selbst zu verhandeln. Sie müsse jedoch grundsätzlich für die Zukunft die Behandlung ähnlicher Fälle ablehnen, solange nicht die Zu­lässigkeit solcher Beschwerden durch den inter­nationalen Haager Gerichtshof geklärt sei. Reichs­außenminister Dr. Curtius lehnte ausdrücklich die Stellungnahme Litauens ab. Das gesamte Deschwerdeverfahrcn sei bereits durch ein Gut­achten vom 26. September 1926 ausreichend ge­klärt worden. Cs bestehe keine Möglichkeit, das Recht der Ratsmitglieder in Frage zu ziehen, sämtliches ihnen zugehendes Material zu ver­wenden. EntschreDettd sei nur, daß das be­treffende Ratsmitglied nach grundsätzlicher Prü­fung des Beschwerdematerials zu der Heber- zeugung komme, daß tatsächlich ein Bruch des Memelabkommens vorliege. Den Eingriff der litauischen Regierung gegen das Recht der Ratsmitgliieder würde er auf das nachdrücklichste zurückweisen. Durch das Iuristen- Mtachten sei ausdrücklich festgestellt worden, daß unmittelbareDeziehungen zwischen den Ratsmitgliedern und den beschwerdeführenden Memelländern möglich seien.

Bor neuen Unruhen in Spanien.

Eine große republikanische Kundgebung in Madrid.

Madrid, 28. Sept. (Tel.-Un.) Auf der Madrider Stierkampf-Arena fand am Sonntag eine große Kundgebung sämtlicher republikani­schen Parteien mit Ausnahme der Sozialdemo­kraten statt. An der Kundgebung nahmen etwa 20 000 Personen teil. Die Redner der verschiedenen republikanischen Parteien forderten die Abdan­kung des Königs und die Errichtung der Republik, wobei sie mit einer Revolution drohten und das Militär ausforderten, sich zur Re­publik zu bekennen. Unter den Rednern traten beson­ders hervor der Führer der Radisalsozialisten, Marcellino Domingo, der Führer der Ra- dikalen Republikaner, Lerroux, und der Be­gründer der rechtsrepublikanischen Partei, der ehe­malig« Minister Zamora. Die Kundgebung ver­lief in vollster Ruhe. Zum Schutz gegen etwaige Störungen durch monarchistische Jugend waren von den Republikanern bewaffnete Posten auf- gestellt worden. Die Veranstaltung bedeutet den endgültigen Zusammenschluß der Republikaner ganz Spaniens, der angesichts der stets wachsenden Zahl von politischen Streiks ernstgenommen werden muß. Don den Behörden waren umfangreiche Sicherheits­maßnahmen getroffen worden. Außerhalb der Stier­kampf-Arena waren Maschinengewehre in Stellung gebracht worden, in den Hauptstraßen war ein starkes Polizeiaufgebot versammelt, während ganze Kompanien der Bürgergarde in den Seitenstraßen bereitstanden. Im Anschluß an die Kundgebung ver- anstalteten 30 000 Personen einen Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt, der ohne Zwischen- fälle verlief.

Königs Geburtstag in Dänemark.

Der 60. Geburtstag des Königs von Dänemark gestaltete sich in Kopenhagen zu einem wahren Volksfest. Die ganze Stadt war beflaggt: alle Schiffe im Hafen hatten über die Toppen ge­flaggt. Schon am frühen morgen war der Ama- lienborgplatz von einer tausendköpfigen Menschen­menge besetzt. Als der König sich zum Schloß Christiansborg begab, wo die Gratulationscour stattfand, konnte sein Wagen kaum durchkommen. Rach einer Weile erschien der König auf dem Balkon des Schlosses und hielt eine Ansprache: in der er seinen Dank für die vielen Beweise der Anhänglichkeit Ausdruck gab, die ihm ent- gsaengeströmt sind. Sr schloß mit einem Hoch (ruf Dänemarks Voll und Land urtb Dänemarks Ehre. Alls dem Amalienborgplatz gingen im

Rach der SejmauMimg in Ostoberschlesien

machen könnte. Ein Teil der Belegschaft der Laura-Hütte folgte heute morgen dieser Auf­forderung. Im Laufe des Tages traten die Ge­werkschaftsführer zusammen, um zu der Streik­bewegung Stellung zu nehmen. Während die Ver­treter der polnischen Sozialdemokratischen Partei für die unbedingte Durchführung der Arbeits­niederlegung eintraten, zeigte sich bei den Ver­tretern der Christlichen Gewerkschaften wenig Rei- gung für die Streikbewegung. Wie noch bekannt wird, wurde im Laufe des Freitagnachmittag der kommunistische Abgeordnete des Schlesischen Sejms Wieczorek verhaftet, er hat noch eine Ge­fängnisstrafe wegen Hochverrates abzubüßen, da er seinerzeit infolge seiner Wahl zum Abgeord­neten vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden mußte. Der zweite kommunistische Abge­ordnete im Schlesischen Sejm Comander konnte sich der Verhaftung durch die Flucht entziehen.

Große Erregung.

Nach der Verhaftung Korfantys.

Kattowitz, 26.Sept. (TU.) Die Auflösung des schlesischen Sejm und die Verhaftung Kor- fanths hat in der gesamten Wojewodschaft u n - Heu res Aufsehen hervorgerufen. In pol­nischen nationalen Kreisen hat die Rachricht vne ein Blitz aus heiterem Himmel gewirkt, da mcht erwartet wurde, daß der Wojewode den Kampf gegenüber der Opposition auf die Spitze treiben würde. Selbstverständlich werden im Zusammen­hang mit den Verhaftungen die tollsten Gerüchte verbreitet. Allgemein wird befürchtet, daß es in den nächsten Tagen zu Unruhen kommen wird, da die Erbitterung besonders in den Kreisen der Korfanth-Anhänger, ungeheuer ist.

DiePolonia", das Blatt Korfantys, hat ein Extrablatt herausgegeben, das den Zeitungs­austrägern förmlich aus der Hand gerissen wurde und zu großen Menschenansammlungen führte. Rach ausführlicher Schilderung der Verhaftung Korfantys wird darin berichtet, daß Korfanty gegen seine Verhaftung protestierte, da der Erlaß über die Auflösung des schlesischen Sejm erst um 10.30 Uhr dem Sejmmarschall überreicht wurde, während die Verhaftung zwei Stunden vorherf erfolgte. Rach der Ver­haftung wurde eine gründliche Haussuchung in Korfantys Wohnung vorgenommen. Seine Privatkorrespondenz ist auf einem Lastkraftwagen abtransportiert worden. DiePolonia" erklärt, daß sie trotz der ungebetenen Gäste in ihrem Vcrlagsgebäude und der Verhaftung ihres Chef­redakteurs (Korfanty) keine Repressalie zwin­gen könne, den Kampf im Sinne ihres uner­schrockenen Führers, der seit dreißig Jahren für das Polonium kämpfe und gelitten habe, und für die Rechte und die Freiheit des polnischen Volkes aufzugeben.

Aufforderung zum Generalstreik.

Kattowitz, 27.Sept. (WTB.) Wie gemeldet wird, haben die polnischen Oppositionsparteien im Industriegebiet ein Flugblatt verbreiten lassen, in dem die Arbeiterschaft der Gruben und der Hüttenbetriebe sowie der Fabriken aufge­fordert wird, einen dreitägigen General- strei k zum Zeichen des Protestes gegen die Auf­lösung kLs Schlesischen Sejms und die Verhaftung Korfantys zu veranstalten. Der Streik sei das einzige und letzte legale Mittel der schlesischen Bevölkerung, von dem sie Gebrauch

Oer Woiwode will kämpfen.

Kattowitz, 29. Sept. (WTB. Funkspruch.) In einer Extraausgabe veröffentlicht heute diePolska Zachodnia" ein Interview mit dem Woiwoden Grazynski über die Auflösung des schlesischen Sjems. Der Woiwode sagte, die Hauptursache der Auflösung liege darin, daß das Kompromiß, das zwischen ihm und dem Sjem über den Etat beschlossen worden ist, von den Oppositionsparteien bei der Be­ratung über das Teilbudget am 1. Oktober 1930 bis 31.März 1931 nicht eingehalten worden ist. Trotz der energischen Arbeit der Opposition werde er sein Wirtschaftsprogramm für die Woiwodschaft im bisherigen Sinne weiter verfolgen und unter allen Umständen auf dessen Durchführung dringen, da nach seiner Ansicht die Mehrheit des schlesischen Volkes seine Politik billige.

Zu der von der Opposition betriebenen G e n e ralstreikidee erklärte der Woiwode, er könne nicht glauben, daß sich die oberschlesische Arbeiter- schäft zum Streik hinreißen lasse. Sollte aber den- noch ein Streik inszeniert werden, der einen poli­tischen Hintergrund habe, so stehe er auf dem Standpunkt, daß ein solcher Streik gesetz­widrig sei und mit allen Mitteln nieder­gerungen werde müsse.

In derselben Extraausgabe veröffentlichen die re­gierungsfreundlichen Gewerkschaften einen Aufruf, in dem die Arbeiterschaft aufgefordert wird, der Arbeit ruhig weiter nach^u gehen, da ein Generalstreik unter den gegenwärtigen Um- ständen ein Verbrechen am oberschlesischen Volke be­deutet. In den Oppositionsparteien wird die Ansicht vertreten, daß es wohl kaum zum Generalstreik kommen werde.

Der HochverrüisproZeß gegen die LZlmer MLchswehwffLzr'ere.

Eine Erklärung des LtniersuchungsrichierS.

Leipzig, 25. Sept. (WTB.) Zu Beginn des fünften Verhandlungstages im Reichswehrprozeß er­klärte der Untersuchungsrichter Landge- richtsdirektor Braune unter Berufung auf seinen Eid, daß er dem Zeugen den Ausdruck Zel­lenbildung nicht in den Mund gelegt habe. Leutnant Ludin habe ihm bei der ersten Ver­nehmung glaubwürdig erklärt, daß er Verbin­dung mit der NSDAP, ausgenommen und sich bereit erklärt habe, für diese Partei tätig zu werden, daß er sich mit einer Reihe von Offi­zieren in Verbindung gesetzt und diese gefragt habe, ob sie willens seien, als Vertrauensleute tätig zu werden. Auch habe er sie darum gebeten, innerhalb des Heeres dafür zu werben, daß bei einem etwaigen Zusammenstoß der Rechtsverbände mit der Regierung nicht geschossen würde. In diesem Rahmen habe er eine Reihe von Offizieren danach gefragt, ob ihnen von einer Verbindung mit der NSDAP, etwas bekannt sei. Er sei der Auf­fassung, daß die Zeugen durchdie Zeitungen, die nach der Verhaftung den AusdruckZellenbil­dung" gebrauchten, zu der Ueberzeugung gekommen seien, daß er das Wort zuerst gebraucht habe. Weiter habe man ihm vorgeworfen, daß er die Herren wie Verbrecher behandelt hätte. Das fei ihm vollkommen unverständlich und Tatsachen, die diese Behauptung stützen könnten, seien in der Hauptoerhandlung noch nicht vorgebracht worden.

Leutnant Scheringer tritt für Landgerichts- direktor Braune ein und sagt, daß er bei der gan­zen Untersuchung nicht das Gefühl gehabt habe, als wollte er ihn, Scheringer, als einen Ver­brecher behandeln. Ich habe aber, so fuhr er fort, den bestimmten Eindruck gewonnen, daß der Herr Untersuchungsrichter gegen die NSDAP, einen, ich will nicht gerade sagen Haß, aber eine gewisse Vor­eingenommenheit hat.

Die Zeugen Weiß und von Pfeffer verwah­ren sich gegen die Bemerkung des Landgerichtsdirek­tors Braune Scheringer gegenüber, daß er auf die Aussagen dieser Herren keinen Wert lege, weil sie doch nicht bei der Wahrheit blieben. Landgerichts­direktor Braune habe gesagt, er hätte nicht zuerst das WortZellenbildung" gebraucht, das fei nicht wahr. Bei der Vernehmung fei das WortZellenbildung" zuerst von feiten des Untersuchungs­richters gefallen. Landgerichtsdirektor Braune erklärt: Wenn Herr von Pfeffer das behauptet, mag das richtig fein, aber jedenfalls habe ich bei den Offizierszeugen das Wort ni ch t zuerst gebraucht.

Oberleutnant Löhr macht die im wesentlichen schon aus früheren Zeugenaussagen bekannten Angaben über sein Zusammentreffen mit Ludin.

Der Vorsitzende fragt ihn, was er sich bei der Bemerkung Ludins gedacht habe, man könne ja gleich aufs ganze gehen. Oberleutnant Löhr antwortet darauf: Ich muß sagen, daß mir die Ziele Ludins etwas schleierhaft erschienen, und daß ich das Gefühl hatte, daß sein fanatischer Geist einen ilnftmr hervorgebracht hat. den er selbst vielleicht nicht glaubte.

Vorsitzender: Ist von Ludin nicht gesagt worden, trenn wir nicht in nächster Zeit eine Besserung in Deutschland erleben, so müsse es als letztes Mittel zu einem gewaltsamen Sturz kommen?

Löhr: Wir haben uns wohl in ähnlicher Weise unterhalten, aber nicht in dieser Form. Ludin hat auch gesagt, es werde wahrscheinlich gelingen, auf friedlichem Wege eine Lösung zu finden, die jetzige Verfassung zu ändern. Ludin wollte nur darauf hinaus, daß junge, gleich- gesinnte Kameraden aufgesucht werden, um sich zu vergewissern, ob die nationale Idee, die in der Armee allmählich ersterbe, unter ihnen fort» lebe.

Vorsitzender: Hat sich Ludin dahin ge­äußert, Sie sollten dafür eintreten, daß bei einem etwaigen Putsch möglichst nicht auf die Rational­sozialisten geschossen werde?

Löhr: Das ist meines Wissens nicht der Fall gewesen.

Der Vorsitzende halt dem Zeugen vor, daß Ludin doch in seiner Aussage in der Vorunter­suchung von einerZentrale in München" gesprochen habe. Löhr:Das kam mir durchaus harmlos vor. Don Vertrauensleuten hat er nichts gesagt." Sodann liest der Vorsitzende dem Zeugen feine Aussagen aus der Voruntersuchung vor. wonach Ludin erklärt haben soll, bei einer aktiven Beteiligung etwa entstehen- de Unkosten würden ersetzt werden. Weiter habe Löhr hinzugefügt:Hieraus geht für mich hervor, daß hinter der Angelegenheit n a t i o - na lsozialistifche Kreise stehen muhten." CH am en hat er nicht genannt. O&erleutant Löhr erklärt dazu, daß er sich an die Einzelheiten der Aeußerungen nicht mehr erinnern könne. Das Wortaktiv" habe er selbst seines Wissens hereingebracht.

In einem längeren Kreuzverkör. an dem sich auch der Reichsanwalt beteiligt, beteuert der Zeuge Löhr nochmals:Ich hatte auf keinen Fall den Eindruck, daß ich für eine natio­nalsozialistische Zersehungsaktion gewonnen wer­den sollte."

Gedränge zahlreiche Kinder, die dem König ebenfalls ihre Huldigung darbringen wollten, verloren. Die Polizei nahm sich ihrer an und bewirtete sie in bereitstehenden Polizeiautomo­bilen mit Schokolade und Kuchen. Als dies andere Kinder hörten, gaben sie sich auch als verloren aus und wurden ebenfalls bewirtet. Roch nie hat die Kopenhagener Polizei so vielever­mißte" Kinder aufgelesen wie am Freitay. Sämt­liche Kopenhagener Zeitungen bringen in Wort und Bild Huldigungen an die Mwesse König Christians. Ministerpräsident S t a u n i n g, der Chef des sozialdemokratischen Ministeriums, stellt in einem Artikel fest, daß die Zusammenarbeit zwischen dem König und ihm immer reibungslos gewesen sei. Der König habe für die neue Ent­wicklung in Dänemark größte- Verständnis ge­zeigt und ihr nie Widerstand entgegengesetzt. Als er. Stauning. im Jahre 1924 an der Spitze einer

Arbeiterregierung die Leitung des Landes über­nommen habe, habe der König ihn auf das freundschaftlichste begrüßt und dieses neue Blatt in der Geschichte Dänemarks mit demselben Ver­trauen entgegengenommen, wie die früheren Blät­ter aus der Zeit der bürgerlichen Regierungen.

Aus aller Well.

Prinz Leopold von Bayern f.

Prinz Leopold von Bayern ist Sonn­tag 19.40 Uhr im Leuchtenberg-Palais in Mün­chen an Altersschwäche sanft entschlafen. Der Prinz stand bereits im 8 5. Lebensjahre. Er war der zweite Sohn des nachmaligen Prinzregen- ten Luitpold. Als junger Artillerieoffizier nahm er am Feldzug von 1866 teil. Im Kriege von 1870/71 zeichnete er sich als Batterieführer

bei Sedan aus, wo er durch einen Prellschuß tn die Hüfte verwundet wurde. Von 1887 bis 1892 war er kommandierender General des ersten bayerischen Armeekorps in München und von 1892 bis 1913 Generalinspekteur der 4. Armee­inspektion. 1905 wurde er Generalfeldmarschall. 1915 wurde er zur Führung einer Armee gegen Rußland berufen, mit der er War­schau eroberte. Nachdem der weitere Vormarsch im September zum Stehen gekommen war, wurde er Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe und später an Stelle Hindenburgs Oberbefehls - Haber im Osten. Mit Hindenburg stellte er sich nach dem Zusammenbruch der neuen Reichs­regierung zur Verfügung, um das Chaos ver­meiden zu helfen. Seit dem Umsturz lebte der Prinz, der seit 1873 mit der Tochter des Kaisers Franz Josef, der Erzherzogin Gisela, verheiratet war, in München. Der Ehe entsprossen vier Kinder.

Schneefall in den Schweizer Alpen und im Hunsrück.

In den Berglagen bis zu 1500 Meter ist Schnee gefallen, die Temperatur auf Rigihöhe hat den Gefrierpunkt erreicht. Am Sonntagnach-i mittag fiel auch im Hunsrück von Erbes- kopf bis nach Hermeskeil hin der erste Schnee. Während der Schnee in ÖSn--lieferen Lagen sofort schmolz, zeigten die ausgedehnten Tannen- und Buchenwälder auf den Berges- höhen gegen Abend ein fast winterliches Aus­sehen. Die Temperatur auf den Höhen über 600 Meter ist fast bis zum Gefrierpunkt ge­sunken.

Rückkehr der Andree-Expedition nach Schweden.

Der KreuzerSvensksund" lief am Samstag in Gotenburg ein. Zur Erinnerung daran, daß die Andrse-Expedition vor 33 Jahren von Gotenburg aus auf dem gleichen schwedischen KriegsschiffSvensksund" die Reise nach Spitz­bergen angetreten hatte fand bei Ankunft des Schiffes eine Gedäch tnisf eier statt. Im Hafen, wo Scheiterhaufen angezündet waren, hatte sich eine große Menschenmenge versam­melt. Nach dem Gesang des Studentenkorps sprach Oberstleutnant Swedenborg, der selbst bei dem Start des Andreeschen Ballons zugegen gewesen war.Grüßt unser liebes Schweden", habe Andree, als der Balkon sich erhob, den Zu­rückbleibenden zugerufen.Heute grüßt euch Schweden", schloß Oberstleutnant Swedenborg seine Dankesworte. Eine große Anzahl von Verbänden, die der Andree-Expedition nahestan­den, Vertreter der Stadt ©oitnburg und Ange­hörige der drei Forscher legten Kränze nieder.

Peslepidemie In Nordchina.

Nord-China wird von einer ernsten Pestepidemie bedroht, wenn nicht di« chinesischen Behörden ener­gische Maßnahmen ergreifen, um di« Epidemie zu lokalisieren, di« sich jetzt rasch über ganz Nord- Sch e n s i ausdehnt. Die Pest, die als Lungenpest, sowie als Beulenpest auftritt, hat ganze Dörfer ausgerottet, und die von Panik ergriffenen Einwohner fliehen aus der Gegend und lassen die Toten unbeerdigt. Die Gefahr wird er­höht durch den Umstand, daß es nicht einen einzigen Arzt mit moderner Ausbildung und kein einziges Hospital in Nord-Schensi gibt.

(Ein Segelschiff vom Blih getroffen und unfetgegangen.

Der neuschottländische SchonerCarenza" ist in der Nähe der Scaraiy-Insel, einer unbe­wohnten Insel bei Cap Breton, vom Blih ge­troffen worden und untergegangen. Acht Passa­giere und zwei Mann der Besatzung fanden den Tod, sechs Personen konnten gerettet werden.

Die Wetterlage.

Jan Mayen

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Der allgemeine Luftdruckanstieg über Deutschland hatte besseres Wetter gebracht, wobei Frühnebel und Dunstbildung den herbstlich hohen Druck charakteri­sierten. Die Temperaturen zeigen dabei Gegensätze zwischen Tag und Nacht von 10 und noch mehr Grad. Die Wetterlage erfährt durch den Luftdruckfall über Frankreich und durch die im Bereich der Kaltluft auf den britischen Inseln entstandene Bewölkung mit Niederschlägen eine leichte Beeinflussung. Jedoch ist dies nur vorübergehend, und bei uns find nur ver­einzelt leichte Niederschläge zu erwarten. Hinsichtlich der Temperaturen tritt noch keine merkliche Aende- runa ein.

Aussichten für Dienstag: Bewölkt mit Aufheiterung, kühl, vereinzelte Niederschläge.

Lufttemperaturen am 28. Sept: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 7,1 Grad: am 29. Sept.: morgens 6,1 Grad. Maximum 14,7 Grad: Mini­mum 4,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September, abends, 15,2 Grad Celsius, am 29. September, morgens, 10,6 Grad. Son­nenscheindauer 68/* Stunden. Niederschläge 0,4 Millimeter.