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wird, man muh auch so handeln, daß er b e r - hindert wird.

L ' Ordre" sagt: Ratürlich wird der öster­reichische Bundeskanzler hier in Paris aufrich­tige Sympathien finden. Wird er aber die

wünschenswerte Beruhigung in der Anfchluh- frage

geben? Frankreich hat daS größte Interesse an der Unabhängigkeit Oe st erreich s. Von den letzten finanziellen Ketten deL. Vertra­ges von Saint Gernrain befreit, scheint Oester­reich heute ein souveräner und unabhängiger Staat zu sein. Wir haben die notwendigem Opfer dafür gebracht. Wenn aber diese Sou­veränität und Unabhängigkeit uns perio­disch neue Opfer auferlegt, so müssen wir doch zugeben, daß wir ein schlechtes Geschäft gemacht haben. Wenn sich aber anderseits die angeborene Schwäche Oesterreichs, das sich selbst überlassen würde, zu einer wirtschaftlichen und politischen Versklavung zum Ruhen eines gewissenlosen und ehrgeizigen Rachbarn auswirken sollte, so wäre das noch schlimmer. Das österreichische Problem hat noch nicht aufgehört, uns zu beunruhigen.

Der offiziellePetit P,a r i s i e n" kommen­tiert den Besuch Schobers in Paris wie folgt: Es handelt sich nicht um eine einfache Höflich­keitskundgebung, sondern um eine enge Fühlung­nahme auf politischem Gebiet.

Dr. Schober wird in Paris mehrere Unter­redungen haben, deren Bedeutung für die Zu­kunft der französisch-österreichischen Beziehungen beträchtlich sein kann.

Cs ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß diese Un­terredungen sich auf keinen präzisen Gegenstand beziehen und ihr Ergebnis zweifellos nicht gleich zu Tage treten wird.

Oesterreichs Abrüstung im Innern.

London, 28. April. (WTD.) DerDaily Herald" enthüllt in einer Genfer Meldung den Wortlaut eines Schreibens des österreichischen Bundeskanzler Dr. Schober vom 13. März an den Vorsitzenden des Völkerbundsrats zur Frage der Abrüstung Oesterreichs im Innern. Das Schreiben ist dem Blatt zufolge vertraulich zur Information unter den Mit­gliedern des Dölkerbundsrats am 31. März in Umlauf gesetzt worden. Es heißt in dein Schrei­ben:Die österreichische Bundesregierung ist im Hinblick auf die in politischen Kreisen außerhalb Oesterreichs über die Sach- dienlichkeit einer vollen Abrüstung Oesterreichs im Inneren vorgebrachten Erwägungen der An­sicht, daß sie

stets in größtem Blaße die Verpflichtungen des Vertrages von St. Germain erfüllt hat,

und hält es für richtig, dem Dölkerbundsrat von Zeit zu Zeit Informationen über die Schritte zu- gchen zu lassen, die von der Bundesregierung in dieser Frage unternommen werden. Sie über­mittelt nunmehr in diesem Schreiben die erste Mitteilung dieser Art. Die Erfahrung Oester­reichs bei der Anwendung der Vorschriften über däs Recht, Waffen zu tragen, hat die Bundes­regierung von der Äotwendigkcit überzeugt, die ^Einführung wirksamerer gesetzgeberischer Maß- «ahmen vorzubereiten. Sie hat deshalb einen Entwurf aufgestellt, der das Verbot des Waffenbesitzes und die allgemeine Verpflichtung zur Waffenausliefe­rung an die zuständigen Behörden viel strenger, als bisher regelt. Der Entwurf wird dem Ratio­nalrat in seiner nächsten Sitzung vorgelegt werden."

Neuwahlen in Sachsen?

Tie Bemühungen nm die Große Koalition endgültig gescheitert.

Dresden, 28. April. ERB. (Eigene Mel­dung.) Die Parteiinstanzen der Sozialde­mokratischen Partei in Sachsen haben in Gemeinschaft mit der Landtagsfraktion am ver­gangenen Samstag den Beschluß erneuert, Koalitionsverhandlungen mit der Wirtschaftspartei nicht einzugehen. Ebenso wurde der von den Demokraten ge­machte Vorschlag abgelehnt, eine bürger­liche Minderheitsregierung in Sach­sen zu dulden. Ferner wurde für den Fall, daß die von den Demokraten für Montag, 28. April, angeregten Verhandlungen zur Bildung einer Regierung der Großen Koalition ergebnislos verlaufen würden, beschlossen, einen Antrag auf La ndtagsauflösung einzubringen.

In den zwischen Demokraten und Volkspartei getrennt geführten Verhandlungen hat sich nun­mehr ergeben, daß die Deutsche Volks - Partei es ablehnte, ohne die W irt» schaftspartei zu verhandeln.' Geschlossene Verhandlungen sind also nicht zustande gekom­men. In der anschließenden Besprechung zwi­schen Sozialdemokraten und Demokraten wurde von diesen festgestellt, daß ihre Bemühungen um die Bildung der Großen Koalition end­gültig gescheitert feien. Die Vertreter der S. P. D. erklärten nunmehr, daß sie auf­tragsgemäß einen Antrag auf Auflösung des Landtages stellen würden. Wenn die Kommunisten und Rationalsozialisten auf ihrem ^tanvpunkt verharren, ist mit Sicherheit mit der Annahme des sozialdemokratischen Antra­ges und mit Reuwahlen in Sachsen zu rechnen. 0

Besuch der deutschen Flotte in Italien.

,?£riL MTB. Funkspruch.) ft riin deutschenGeschwaders ver­anstaltete die deutsche Kolonie in Palermo einen Empfang, an dem neben Admiral Olde- 5.0 h. und mehreren deutschen und italienischen Offizieren auch Vertreter der Behörden teil­nahmen. Der Präsident der deutschen Kolonie Großmann sprach mit großem Beifall auf­genommene Dankesworte. Rach ihm brachte der deutsche Generalkonsul Graf Luxburg einen Trinkspruch auf den König von Italien und Mussolini aus, während die Musik­kapelle derSchleswig-Holstein" die Königs- Hymne und die Giovinezza spielte. Bei Schluß des Empfangs sprach Admiral Oldekop Wor»c

Moskauer Note an Polen.

Oie russische Regierung fordert von Polen wirksame Maßnahmen.

Moskau, 29. April. (WTB. Funkspruch.) wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion erfährt, übergab der Sowjetgesandtc in War­schau, Antonoff O w s s e j c n 10, am Montag im Auftrage der Sowjetregierung dem polnischen Außenminister Z a l e s k i eine Rote im Zusam­menhang mit dem Anschlag auf die So­wjetgesandtschaft in Warschau.

Jn der Rote lenkt die Sowjetregierung die Auf­merksamkeit der Regierung der polnischen Republik aus den Umstand, daß der Sprengstoffanschlag auf die Sowjetgesandtschaft in Warschau vom 26. April nur unter Bedingungen erfolgen konnte, die auf Grund der in der letzten Zeit verstärkten sowjetfeindlichen Tätigkeit gewisser kreise in Polen und eines mit ihnen in Verbindung stehenden Teiles der polnischen Presse ent­standen seien. Diese Tätigkeit habe zum Ziel, eine Lage zu schaffen, in der der Abbruch der Be­ziehungen zwischen Polen und der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden folgen unvermeid­lich wären. Diese Tätigkeit, die zweifellos auch mit der Aktion gewisser internationaler Fak­toren im Zusammenhang stehe, stelle nicht allein für die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und

Polen, sondern auch für den Weltfrieden die größte Gefahr dar. Der mißlungene terro­ristische Akt bedeute eine drohende Mahnung und veranlasse die Sowjetregierung, nochmals auf die außerordentliche Gefahr der Lage aufmerksam zu machen. Die Sowjetregierung sehe sich ferner ver­anlaßt, der polnischen Regierung die Ver­antwortung für die Ergreifung wirksamer Maßnahmen zur Beseitigung dieser ge­fährlichen Lage in Polen aufzuerlegen.

Russische Forderungen an polen.

ftorono, 29. April. (TU. Funkspruch.) wie aus Moskau gemeldet wird, hat die russische Regierung im Zusammenhang mit der Auffindung der Höllen­maschine in der russischen Gesandschaft in Warschau folgende Forderungen an Polen gerichtet:

1. Auflösung sämtlicher russischer, weihrussi- scher und ukrainischer Organisationen, die das So­wjetregime bekämpfen.

2. Ausweisung verschiedener Führer der rus­sischen Emigranten aus Polen.

3. Strenge Bestrafung der Bombenanschläger.

4. Einstellung der Hetze der polnischen Presse gegenüber SowZelruhland.

Ernste Sturmzeichen aus Indien.

Macdonald unterbricht seinen Llrlaub und kehrt nach London zurück.

London, 29. April. ($11. Funkspruch.) Mi­nisterpräsident Macdonald ist Montag wieder in London eingetroffen. Der Unterbre­chung seines Urlaubs kommt außerordent­liche Bedeutung zu, da der Ministerpräsident sei­nen Osterurlaub für die Unterzeichnung des Flottenvertrages bereits einmal unterbrechen mußte und nach der anstrengenden Arbeit der letzten drei Monate außerordentlich erholungs­bedürftig ist.

Die Rückkehr Macdonalds nach London hängt, wie der Vertreter der Telegraphenunion zuver­lässig erfährt, mit der ernsten Entwicklung in Indien zusammen. Die Berichte der führen­den englischen Blätter aus Indien haben bereits feit etwa 14 Tagen auf eine sehr ernste Wen­dung vorbereitet. Die Rückkehr Macdonalds nach London hat nun den letzten Zweifel beseitigt, daß die Lage tatsächlich ernst ist. Eine offene Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse ist nur mit Vorbehalt möglich. Die einzelnen Zusammen­stöße in den größeren Zentren sind natürlich an sich keineswegs sehr bedeutsam. Maßgebend allein ist die grundsätzliche Einstellung eines weiten Kreises des indischen Volkes, gleichgültig, ob Anhänger Gandhis oder nicht.

Es hat sich gezeigt, daß Gandhis Einfluß auf die Massen doch sehr bedeutend ist. Gandhi hat

es verstanden, bis in die entferntesten Gebiete des Landes hinein Aufregung zu tragen. Aber wenn nicht alles täuscht, droht die Hauptgefahr nicht von ihm, sondern von den Extremsten, die die Gandhische Bewegung nur deshalb unter­stützten, weil sie unter ihrem Schuhe sehr viel weitergehende und mit sehr wenig Skrupeln belastete Pläne durchführen zu können hoffen.

Bei der Gröhe und Vielgestaltigkeit Indiens mit seinen durchaus verschiedenartigen Bevölke­rungsschichten und rassenmähigen, religiösen Ge­gensätzen vermag niemand abzusehen, was folgt, wenn erst einmal der Stein ins Rollen ge­kommen ist.

Unzuverlässige eingeborene Truppen.

London, 28. April. (WTB.) Das Indische A m t veröffentlicht folgendes (Kommunique der Re­gierung von Indien: Um übertriebenen und irre­führenden Gerüchten vorzubeugen, wird mitgeteilt, daß während der letzten Unruhen in der Stadt Peschawar die Haltung einer kleinen Abteilung eingeborener Truppen unbefriedi­gend war. Das betreffende Bataillon ist nach Abbotabad verlegt und eine Untersuchung eingeleitet worden.

des Dankes, die überall starken Beifall hcrvor- rrefen, worauf die Offiziere und die Mitglieder der deutschen Kolonie das Deutschlandlied an- sttmmten. (Wir verweisen an dieser Stelle unsere Leser auf den ArtikelBriefe vom Linienschiff Hessen auf der ersten Seite des 2. Blattes. D. Red.)

Das Abkommen über die Ost­reparationen unterzeichnet.

Paris, 28. April. (WTB.) Heute abend wurden im französischen Außenministerium die vier Abkommen über die Ostrepara- tionen unterzeichnet. Vor dem Unter-

Die Ainerikasahrl desGras Zeppelin."

Zum erstenmal über den Aequator. - Studium der Passatwinde. - Oie Aus­sichten für den regelmäßigen internationalen Zeppelindienst.

neu, sind gefährlich. Wir müssen deshalb auf dieser Strecke in einer beträchtlichen höhe fahren; da über die Passat winde so sehr verschiedene Angaben vorliegen, möchten wir auf dieser Fahrt den Vorgang besonders studieren und er­forschen. Sollte dies gelingen, so wäre dies bei weiteren Fahrten deshalb von großem Vorteil, weil ein Nordwest, und Südwestpassat die Fahrt durch diese Winde wesentlich erleichtern und beschleunigen könnte. Ein P r e s s e m 0 n 0 p 0 l besteht auf dieser Fahrt nicht, der Fahrpreis für jede Teilstrecke beträgt 2000 Dollar.

.Auf Befragen über den Zweck seiner Ame­rika fahrt erklärte Dr. Eckener, der Haupt­zweck sei- gewesen, die im Herbst entworfenen Ver- lrage der Internationalen Zeppelin-Corporation zu prüfen und zu unterzeichnen.Von großer Wichtig­keit war mir," so fuhr Dr. Eckener fort,wichtige Landungsplätze auszusuchen. »Auf den nun gefunde­nen Platzen müssen zuerst meteorologische Peobach- tungen gemacht werden. Auf den sich alsdann beson- dcrs günstig erweisenden Platzen werden Ankermaste und an den Landungsplätzen der neuen Verkehrs­linien Luftschiffhallen errichtet werden.

Ein regelmäßiger Verkehr der Internationalen Zeppelin-Verkehrsgesellschaft wird voraussichtlich keineswegs vor drei Jahren zu erwarten sein.

Nach dem in Amerika unterzeichneten Vertrag wer­den Luftschiffe in Amerika und in Deutschland gebaut werden, und zwar zu ein und denselben Bedingungen. Die Finanzierung in Amerika hat die International City-Bank über­nommen. Auf deutscher Seite wird das Unterneh­men von der hapag und verschiedenen Groß­banken finanziert. Es besteht die Möglichkeit, daß die bis jetzt noch nicht beteiligten Länder Spa­nien und E n g l a n d sich der Gesellschaft noch an­schließen werden. Deutschland allein ist nicht in der Lage, ein solches Unternehmen zu finanzieren. Die Zeppelingesellschaft soll nur gute Beziehun- fl e n mit anderen Ländern Herstellen. Nur durch den Zusammenschluß mehrerer Staaten, sowie durch bereitwilliges Zusammenarbeiten und Aus- toufdjen von Gedanken kann in bezug mlf Bau- und Fahrtweise der Luftschiffe Gutes erreicht wer­den."

Dr. Eckener erklärte ferner, daß er sich sehr ge­freut habe über die außerordentlich hohen Ehren die ihm in A m e r i k a als erstem Deutschen von der National-Geographic-Associety zuteilgeworden seien. Auch von England könne er nur über außeror­dentliches Entgegenkommen berichten. In England wie in Amerika sei in der Luftfahrt ganz hervor­ragendes geleistet worden.

Friedrichshafen, 28. April. (TU.) Dr. Eckener hatte nm Montagabend mit Pressever­tretern eine Unterredung, in der er folgendes mit- teilte:

Die fast dreiwöchige Fahrt desGraf Zeppelin" nach Südamerika wird nun endgültig am 18. Mai in Friedrichshafen angetreten. Die voraussichtliche Fahrtlinie führt über Basel- Dijon zur spanischen und portugiesischen Westküste, hier entlang nach Sevilla. In Sevilla wird g c - landet, nicht wegen Nachfüllung von Gas, son­dern nur um Post und Passagiere auszuwechseln. Wenn natürlich schon gelandet wird, dann wird auch die Menge des bis nach Sevilla verbrauchten Gases wieder ersetzt. Die Lufthansa bringt nach Sevilla mittels Flugzeuge die Post von Berlin für die Süd- amerikafahrt. Nach kurzem Aufenthalt in Sevilla wird die Fahrt nach Pernambuco über die Kanarischen Inseln und Kap Verdischen Inseln fort­gesetzt. Auf dieser Strecke wird das Luftschiff den Aequator passieren. Jn Pernambuco ist ein Aufenthalt von etwa zwei Tagen zur Nachfüllung des Schiffes und Auswechslung von Post und Passa­gieren vorgesehen. Das Luftschiff wird hier am Ankermast befestigt.

Von einer Landung in R i 0 de Janeiro wol-" len wir deshalb absehen, weil ein günstiger Lan­dungsplatz nicht leicht zu finden ist, und die meteoro­logischen Verhältnisse uns nicht genügend bekannt sind. In Rio de Janeiro und Pernambuco hat das südamerikanische Condor-Syndikat einen ähnlichen Zubringerdienst organisiert, wie die Deutsche Luft­hansa nach Sevilla. Die nächste Etappe führt über Kap San Roca und die Inselgruppe der Antillen nach Kuba, wo in Habana, ebenfalls bei gün­stigen Witterungsverhältnissen, eine Zwischenlan­dung vorgenommen wird. Von Habana fliegt das Luftschiff über Florida nach Lakehurst, wo eben­falls zwei Tage Aufenthalt vorgesehen ist. Bei der Heimfahrt nach Friedrichshafen wird in Sevilla wie­der eine Zwischenlandung vorgenommen.

Die Gesamtslrecke der Südamerikafahrl Fried­richshafenFriedrichshafen beträgt rund 27 000 Kilometer. Die Gesamtstrecke der lehtjährigen Weltfahrt betrug 30 000 Kilometer. Die Süd­amerikafahrt ist, wie alle anderen Fahrten, nicht nur Demonstrationsfahrt, sondern auch Studienfahrt.

Besonders interessant ist es, bei dieser Fahrt die Tropen kennenzulernen. Wir werden in diesem Ge- biete anstatt Winde Regen und Gewitter^zu erwar­ten haben. Die ft 0 r f e n Passatwinde, wie fie im Sommer bis Lissabon (35. Breitengrad) und das Jahr über die Kanarischen Inseln und Kap Verdischen Inseln (14. bis 24. Breitengrad) ausdeh

zetchnungsaki hielt Loucheur in seiner Eigen­schaft als Vorsitzender der Kommission für Oft* reparationen eine Ansprache, in der er erklärte, daß es von dem Geiste, in dem diese Abkommen» in Kraft gesetzt werden würden, abhänge, daß andere wichtige Abkommen folgen und das Werk der begonnenen wirtschaftlichen Befriedung fort­gesetzt werden könnte.

Aus aller Welt.

Untergang eines Dampfers mit 300 Passagieren.

Kalkutta, 28. April. (WTB.) während eines Z y. k l 0 n s sank auf dem Flusse 3amuna in Ostbengalen der DampferEondor". Von 300 Passa­gieren, die sich an Bord befanden, sind bisher nur 20 als gerettet gemeldet.

Neue Unruhen im Gefängnis von Columbus.

Kolumbus (Ohio), 28.April. (WTB. Funk­spruch.) Truppen mit geladenen Gewehren und Tränengasbomben wurden heute abend nach dem in der vergangenen Woche von dem Brande heimgesuchten Staatsgefängnis gesandt, um Unruhen unter de n Sträflingen zu unterdrücken. Der Gefängnisdirektor hat Befehl ge­geben, im Notfall von den Schußwaffen rücksichtslos Gebrauch zu machen.

Ein Lberl-Bildnis zerstört.

In der Nacht zum Montag ist im Großen Pots­damer Waisenhaus das Bild des Reichspräsiden­ten Ebert, das im Speisesaal neben einem Bild des jetzigen Reichspräsidenten aufgehängt war, aus dem Rahmen geschnitten, zerrissen und aus einem Fenster, das nach der Spornstraße zu gelegen ist, geworfen worden. Als Tater scheint ein Mann in Frage zu kommen, der nachts gegen 11.30 Uhr aus diesem Speisesaalfenster gesprungen sein soll. Die polizeilichen Ermittlungen 'sind sofort nach Entdeckung der Tat ausgenommen worden.

Schiehunfall auf dem KreuzerKarlsruhe".

Am 25. April wurde, wie aus Berlin gemel­det wird, bei einem Versuchsschießen auf dem KreuzerKarlsruhe" das Einsahrohr einer 15-Zentimeter-Kanone beschädigt. Einsah­rohre sind Rohre geringen Durchmessers, die bei. Schießübungen in das eigentliche Geschützrohr eingesetzt werden. Von der Geschützbedienung! wurden einige Leute durch kleine Metallspittev leicht verletzt. Ernstere Verwundungen sind nicht vorgekommen.

Schwarzer Tag der amerikanischen Fliegerei. 14 Tote.

Reuy 0 rk, 28. April. (WTD.) Am gestrigen Sonntag ereigneten sich in verschiedenen Staa­ten der Union mehrere F l u g z e u a u n f ä l l bei denen insgesamt 14 Perfoncw getötet und zahlreiche verletzt wurden. In Fayetteville (Tennessee) flog während eines Schaufluges ein Flugzeug in d i e Zuschauermenge hinein, wobei 7 Personen getötet und 2 O verletzt wurden, darunter mehrere schwer. Die Insassen des Flugzeuges blieben unverletzt. In Alvord (Texas) stürzte während eines Wolkenbruchs ein Flugzeug ab, wobei drei Personen getötet und eine Person verletzt wurden. Rach einer Meldung aus Portsmouth (Reu- hampshire) flog ein Flugzeug, bei dem Versuch, eine Notlandung vorzunehmen, gegen einen Baum, stürzte ab und geriet in Brand. Zwei 14jährige Kinder verbrannten, der Pilot wurde schwer verletzt. In Milwaukee (Wisconsin) stürzte ebenfalls ein Flugzeug ab. Hier wurden zwei Personen getötet.

Die ersten weiblichen Richter in der Türkei.

Durch eine Verfügung des Staatspräsidenten sind, wie aus Angora gemeldet wird, zum ersten Male in der Türkei zwei Frauen zu Richtern ernannt worden.

Oie Wetterlage.

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Mai.

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Montaa, 28. April 1930,TaDds. ET ^8> 4 4 =

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Wettervoraussage.

Mit der Ostwärtsbewegung der Biskayastörung hat auch über Deutschland Baromcterfall eingesetzt. An der Nordsette der Störung kommt cs in üßerbi'n« bimg mit den aus dem Nordmeerhoch ausfließenden Luftmassen über Deutschland zu nordöstlichen Win- den. Sie werden eine allmähliche Abkühlung ver­ursachen, und das Wetter bleibt etwas unbeständig.

! Vr o°rberfage für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, etwas fuOlcr, einzelne Niederschläge, teilweise nach gewit- terhafter Art.

Lufttemperaturen am 28. April: mittags 21,2 Grad Celsius, abends 15,3 Grad: am 29. April morgens 13,1 Grad. Maximum 21,4 Grad: Mini- inutn 10,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm T'efe am 28. April abends 19,6 Grad: am 29. April morgens 13,4 Grad Celsius. - Sonnen­scheindauer 12 Stunden.