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Aus tr provinzialhaupistadt.
Diehen, ben 29. April 1930.
Ächemarsch der Zreiwilligen Feuerwehren.
Lnläß der Reichs-Feuerschutzwoche, die am oonntaggonnep hat und bis zum nächsten Sams- tafl entern wird, veranstalteten die hiesigen Jreiwtjgen Feuerwehren gestern abend einen wch durch die Stadt, um dadurch die Bürgerschaft r verstärkten Anteilnahme an her Sc e der Feuerwehren anzuregen. Um 20 r marschierten die Wehren mit ihren samtlicherieraten am Oswaldsgarten auf und von dort untcZorantritt ihrer Trommler- und Pfeifer- koros dni die Neustadt, die untere Bahnhofstraße, staplansfl? Seltcrswcg, Südanlage, Neuen Baue, Sonnenst,e, Landgras-Philipp-Platz, Landgrafen- strahe, Onlage, Walllor, Lindenplatz, von wo aus die Wehi zu ihren Depots abrückten. An der Spitze deZuges, der unter dem Kommando des Stadtbrarirektors Braubach stand, schritt die Freiwiige Gailsche Feuerwehr, an- schliebendslgten die Freiwillige Feuerwehr Ghen, hierauf die motorisierten Fahrzeuge devtädtischen Feuerwache, dann die Kremotorspritze und zum Schluß Die Autos de) rein?. Sanitätskolonne vom Noten reufl. Der Aufmarsch erregte überall starkes I irrste der Bevölkerung und machte durch die Blitzsbcrkcit der Uniformen und sämtlicher Feuerlösihräte einen sehr guten Eindruck. Erneut konnte sicbei diesem Anblick unserer Feuerschutz- Organisation die Ueberzeugung vertiefen, daß wir in unsereFeuerwehren eine jederzeit schlagfertige und beftagerüftete Feuerwehrmannschast besitzen, deren oordliche Selbstlosigkeit bei der Hingabe an den freiwigen, uneigennützigen Feuerwehrdienst die vollstelnerkennung der Bürgerschast verdient. Die Unteützung dieser Feuerwehrorganisationen nach befteiOlöglid)teitcn sollte für jebermann wichtige Bürgnslicht sein.
Nach Bcdigung des Werbemarsches hatten wir Gelegenheiim Depot der Freiwilligen 6a- nitätstionne vom Roten Kreuz noch einige Neusrüstungen der Sanitätskolonne in Augenscheiru nehmen. Dor allem war es der Wie- berbclebunppparat, mit dem die Sanitätskolonne seit einigeren neu ausgerüstet ist, und d^r die Wiederbeleligsversuche an verunglückten Peksonen für die Satätsmannschaften leichter und für die praktische fleleiftung wirksamer macht Daneben ist die Koloie neuerdings auch mit einem Uniocr- 'alverbandkan ausgestattet worden, der in sorgfältiger undibersichtlicher Gliederung alles Material enthäl dessen die Kolonne bei der ersten Hilfeleistung?darf. Ferner sind im Depot in der letzten Zeit n; mancherlei andere Neueinrichtungen geschaffen rooen, durch die die Kolonne ihre Ausrüstung in eitestgehender Weise entwickelt hat. Auch hier giann man den Eindruck, daß die Schlagfertig^ der Sanitätsmannschaft in umfassendster Weif gewährleistet ist.
Dale für Mittwoch 30. April
1777: der Mathematiker K. Friedrich Gauß in Braunschweic geboren; — 1803: Generalfeldmar» Ichall Graf !)on geboren; — 1870: der Operetten- romponift Fnz Lehär zu Komorn (Ungarn) geboren; — 1)7: der Schriftsteller Julius Lang- bebn in Ros'heim gestorben. — 1929: der Dichter Friedrich Lieierd in Eisenach gestorben.
lieber Maienblasen.
Auch in biem Jahre soll vom Turm der Jo- hanneskirche 1s Maienblasen, das in früheren Jahren fovielttnklang gefunden hat, wieder statt- finden. Die Aiführung hat auch diesmal der „Verein für christl)e Musik" in dankenswerter Weise übernommen jm erstenmal wird am D o n n c r s • lag, 1. Maium 19 Uhr geblasen werden. Zum Vortrag tommi: 1. der Choral „Lobe den Herren, den mächtigen 5nig der Ehren", 2. Paraphrase über .Heims „Abendier", 3. „Der Mai ist gekommen". Am 6 a m s t g wird, ebenfalls wieder um 19 Uhr,
als et heißt: Verläßt ein Schüler die Lehranstalt nach dem zehnten Schuljahr, dann ist die Fortbildung-- oder Berufsschule noch ein Jahr zu besuchen. Die gesetzlichen Bestimmungen besagen jedoch daß die Schüler beim Verlassen einer Lehranstalt nach zehn Schuljahren die Fortbildungsschule nicht mehr zu besuchen brauchen.
•* Der Fahrplan a u f der Kleebachtal - K r a f t p o st. Auf der Kraftpostlinie Gießen— Hochelheim tritt der Sommerfahrplan bereits am 1. Mai in Kraft Von diesem Tage ab werden nur noch die um 13.06 Uhr in Hochelheim und die um 19 Uhr in Gießen beginnenden Fahrten über Groh- unb Klein Rechtenbach geführt. Außerdem fährt die werktäglich verkehrende erste Kraftpost nach Gießen künftig bereits um 6 Uhr — statt bisher 6.40 Uhr —» in Hochelheim ab.
•• Personalien. Ernannt wurden der Der» sorgungsanwärter Karl Hammel aus Wieseek zum Amtsgehilfen am Chemischen Laboratorium der Landesuniversität in Gießen mit Wirkung vom 1.April 1930 ab; die Lehrer Wilhelm Mendel zu Angenrod, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der
Das belgische KSnigspaar eröffnet die Antwerpener Weltausstellung.
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König und Königin von Belgien betreten in Begleitung des Jeftlommileed das Ausstellungsgelände. Die Antwerpener Weltausstellung 1930 wurde am Sonntag im Beisein einer ungeheuren Menschen- mtmge von P&em belgischen Königspaar eröffnet. Antwerpen birgt auf seiner Ausstellung auch eine ausgedehnte deutsche Abteilung.
das Maienblasen fortgesetzt werden, und zwar an diesem Tage mit dem Programm: 1. Ein feste Burg ist unser Gott, 2. Schäfers Sonntagslied, 3. Wenn s Mailüfterl weht. Die Ausübenden werden nach allen vier Richtungen des Turmes blasen, damit ihre Darbietungen in jedem Stadtteil gehört werden können.
Gictzencr ,»t?«Hi)cnnt(irL sc.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-160, Matte 30-35 Pf. das PA; Eier 10 Pf. das Stuck, Käse 10 Stück 60—140Pf.. Weißkraut 8—10, Rotkraut 10—15, Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12. Spinat 15—20, Spargel 150—160, Unter-Kohlrabi 6—8, Grünkohl 10—15, Tomaten 70—80, Zwiebeln 8—12, Meerrettich 50-70, Schwarzwurzeln 40—60 Rhabarber 15-20, Kartoffeln 4,5—5, Aepfel 10 bis 15. Dörrobst 30-35. Honig 40-50 Oluffe 50—70 Pf das Pfd.; Tauben 70—80 Pf. has Stück; Junge Hähne 120—130. Suppenhühner 100-120 Pf. das Psd.. Blumenkohl 50—100, Salat 20—25, Salatgurken 75—80, Lauch 5—10, Sellerie 10—40 Pf. d. Stück; Rettich, neue, Bund 30-50, Radieschen Dd. 15-20; Kartoffeln 3.80 bis 4 Mk. per Zentner.
Bornotizcn.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: »Clavigo". 20 bis 22 Ufjr. — Lutherische Tagung: 20 Uhr: Gottesdienst m der Iohanncskirche. - Bewegung für rel. Erneuerung Ocffentl. Vortrag von Wilhelm Salewski: ^S. Freuds Psycho-Analyse in ihren Auswirkungen auf Kunst, Pädagogik und Religion, 20,15 Uhr, Universität, Hörsaal 34. - Mieterverein Gießen / Bund deutscher Dodenresormer: Ocffentl. Versammlung, 20.30 Uhr, im .Postkeller". - VfB.: Jugendversammlung. 20 Uhr, tm Vereinsheim. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße. .Ich glaub nie mehr an eine Frau".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Premiere „Clavigo" beginnt um 20 Uhr. Spielleitung Oberspielleiter Hans Sannert (letzte klassische Inszenierung). Es verabschieden sich Franz Arzdorf (Clavigo). Trude Heß (Marie). Morgen. 30. April. Ab- schiedsvorstellung Auguste Prasch-Greven- b c r g in der Operette „In der IohanniSnacht". Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. — Am 6. Mai Gastspiel des Groß-Russischen National- Orchesters. - .
- Eine öffentliche Protest Versammlung veranstaltet die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei). Ortsgruppe Gießen, am Mittwoch. 30. d. M.. 20.15 Uhr im Caf6 Leib. Landtagsabgeordneter Dr. Rhode aus Frankfurt a. M. wird sprechen über das Thema „Ctcucrbelaftung und Existenzkampf des deutschen Mittelstandes". (Näheres in der heutigen Anzeige.)
' D i e medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 6. Oktober bis einschl. 11. Oktober 1930 einen allgemeinen Fortbildungskurs mit seminaristischen Hebungen und praktischen Demonstrationen für praktische Aerzte. Vortragende sind die klinischen Fachvertreter sowie die Fachvertreter für Physiologie und physiologische Chemie. Ein Ausflug findet nach Bad-Nauheim statt mit Demon- strationen in dem neuerrichteten Dalneologischen Universitätsinstitut. Anfragen nach Prospekten und Anmeldungen sind an Professor Dr. Georg Herzog, Gießen. Pathologisches Institut. Klinikstraße 32g, zu richten.
* Die Fortbildungsschulpflicht in I Reffen. Zu unserer Notiz unter dieser Überschrift wird uns vom Kultusministerium mit- | geteilt, daß insofern ein Irrtum unterlaufen ist.
Eßt mehr Roggenbrot!
Volksschule zu Rainrod, Kreis Alsfeld, Georg Pfeifer zu Rabertshausen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Schwanheim, Kreis Bensheim; Alfred K o ch zu Mörfelden, Kreis Groh» Gerau, zum Lehrer an der Volksschule zu Homberg, Kreis Alsfeld, Karl Schmidt zu Stockftadt, Kreis Groß-Gerau, zum Lehrer an der Volksschule zu Eichenrod, Kreis Lauterbach.
Lebensrettungsprüfung. Die Prüfung II (Prüfungsfchein) der Deutschen Lebens-Ret« tungsgesellschaft hat Obergefreiter Albert Fohr 3./15.J.-Regt. Gießen, mit Erfolg abgelegt. Die Prüfung I für den Grundschein legten mit Erfolg ab Ludwig Gehrhardt, Wolfgang Brehm und Elisabeth Sicck, letztere Mitglieder des Tv. 1846 Gießen. Allen geprüften Rettungsschwimmern wurden Urkunde und Abzeichen der D. L. R. G. überreicht. ,
" Störung der Zentraluhrenanlage d u r ch B l i tz s ch l ag. Am Sonntagnachmittag gegen 16.25 Uhr schlug der Blitz in eine Leitung der Zen. traluhrenanlage ein, wodurch eine Schleife der Anlage Stunden gestört war. Von den öffentlichen Uhren wurden die Uhr am Rathaus und die Kirchen» uhr an der Johanneskirche betroffen.
* Der Dauer fche Gesangverein feierte am Samstagabend sein 66. Stiftungsfest durch einen schön verlaufenen Kommers. Die Veranstaltung war mit einer Reihe von Ehrungen verbunden. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden H. Leh, welcher einen Rückblick auf den Werdegang des Vereins gab und auf die Bedeutung des deutschen Männergesangs hinwies. erhielten folgende Mitglieder Auszeichnungen: Für 25jährige Mitgliedschaft wurde Karl Hollman n zum Ehrenmitglied ernannt; die silberne Vereinsnadel für 40jährige passive Mittz gliedschaft erhielten Alb. Franke und Wilh. Müller; für 20jährige aktive Mitgliedschaft konnten drei, für 10jährige fünf Sänger ausgezeichnet werden. Für fünfjährigen, regelmäßigen Singstundenbefuch erhielten fünf Sänger den goldenen Sängerring als besondere Auszeichnung. Außerdem wurden noch 30 goldene und 17 silberne Nadeln für regelmäßigen Singstundenbesuch verliehen.
Kunst und Wissenschaft.
Schenk von Trapp geht nach Kassel.
Der Bühnenkünstler des Hessischen Landestheaters Lothar Schenk von Trapp, der durch seine Gastinszenierungen auch in Gießen bekannt wurde, Ist als Leiter des gesamten Ausstattungswesens an das Staatstheater in Kassel berufen worden. Er wird jedoch seine Tätigkeit am Hessischen Landestheater weiter ausüben.
Verantwortlich für Politik: L SB.: Ernst Dlumschein.
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Bullenverkauf.
Die Gemeinde Heuchelheim verkauft einen zur Zucht nicht mehr tauglichen Vogelsberger Bullen. Angebote für den Zentner Lebendgewicht sind bis zum Frei- lag, dem 2 Mai 1930, mittags 12 Uhr, bei der Bürgermeisterei abzugeben. 33540
Heuchelheim, den 28. April 1930.
________Hessische Bürgermeisterei.________
Bekanntmachung.
Der vom Gemeinderat durchberatene Boranschlag der Gemeinde Rüddings- haufen für 1930 Rj. liegt vom 29. April 1930 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteiligten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebrachl werden können.
Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.
Rüddingshaulen, den 28. April 1930.
Bürgermeisterei Rüddingshausen.
MüjjiA, 8345D
ckk aihflieii?
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RUrt Seibert, tBiencn, Ctevbanttr.l7L. Bestimmt au ireh'en Mittwochs von vormittags > bis abends 7 Uhr.
Bekanntmachung.
Der Doranschi.ig der Gemeinde weitcrs- hain für Rj. 1930 liegt vom 29. April bis einschließlich 5. Ulai auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von E Nwendungen offen. Es ist die Erhebung eher Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.
Weitershain, len 28. April 1930.
Bürgerincsteret Weitershain.
Reichert. 3362V
Bullenverkauf.
Die Gemeiorie Stockhausen verkauft einen fttten Vollen auf dem Submissionswege. Angebote sind in Lebendgewicht bis nächsten Jreitag, nachmittags 2 Uhr. bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden.
Stockhausen, am 29. April 1930. Bürgermeisterei Stockhausen.
Jochim, 53ö9D


