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Die politischen Befugnisse des Parlaments blei­ben unberührt. Es kann Ausgaben erhöhen und Einnahmen verringern, wie es ihm aus politischen Gründen gutdünkt. AbereskanndasGleich-- gewicht des R e i ch s h a u s h a l t s nicht mehr gefährden. Der Einwand, daß die hier einem besonderen unabhängigen Kommissar zuge- dachte Aufgabe eigentlich vom jeweiligen Reichs­minister der Finanzen zu erfüllen sei. schlägt nicht durch. Die bisherigen Reichsminister der Finanzen haben diese Aufgabe meistens nicht erfüllt. Und die künftigen können sie oft nicht erfüllen, solange sie innerhalb der parlamentarischen Demokratie in allen entscheidenden Fragen vom Parlament ab­hängig sind und noch keine lange Tradition vor Beschlüssen schützt, welche das Gleichgewicht des Haushalts gefährden. Vor allem aber, solange die wirtschaftliche und politische Lage Deutschlands so bedroht ist, daß jeder unvorsichtige Beschluß das Gleichgewicht des Reichshaushalts und damit mehr oder minder auch das Schicksal Deutschlands ge­fährdet.

Voraussetzung für die Durchführung des soeben entwickelten Vorschlages ist allerdings, daß der je­weilige Entwurf zum Reichshaushaltsplan nicht nur formal sondern tatsächlich ausgeglichen vorgelegt wird. Sein« Vorlage bedarf darum eben­falls entsprechender Gegenzeichnung des Haushalts­kommissars. Dieser muß betätigen, daß sämtliche auf Grund bestehender Verpflichtungen zu erwartenden Ausgaben in zu erwartender Höhe eingesetzt, die auf Grund bestehender oder neuvorgeschlagener Ge­setze zu erwartenden Einnahmen nicht überschätzt, ordentliche Ausgaben nicht durch außerordentliche Einahme gedeckt und alsdann das Gleichgewicht des Haushalts rechnerisch gewahrt ist. Ein kluger Reichsfinanzminister wird sich selbstverständlich die Zustimmung des Haushaltskommissars vor der 93 er» öfefntlichung seines Haushaltsentwurfs sichern, über­haupt den 'Haushaltskommissar möglichst wenig in Aktion treten lassen, um ihn auf diese Weise mit der Zeit als überflüssig zu erweisen, die günstigste Entwicklung, die möglich wäre.

Wirksam kann dieser Vorschlag selbstverständlich nur werden, wenn gleichzeitig mit seiner Durchfüh- rung eine re st lose Sanierung des Reichs­haushalts durch Fundierung alter schwebenden Verpflichtungen und Herstellung eines wirklichen Gleichgewichts im laufenden Rechnungsjahr erzielt ist. Dann aber wird uns die Berufung eines solchen Haushaltskommissars vor wirtschaftlichen und vor allem vor politischen Schäden bewahren, wie sie b:e letzten Jahre in immer steigendem Maße erzeugt haben.

Ablchnen sollte diesen Vorschlag darum nur der­jenige, der einen ebenso wirkungsvollen aber leichter zu verwirklichenden Weg zur Gesundung unserer Reichsfinanzen aufweisen kann!

Oberheffen.

Graf Friedrich zu Solms-Lauback t

* Kloster Arnsburg, 29. März. Gestern verschied, 63 Jahre alt, im Arnsburger Schloß ^nach kurzer Krankheit der Graf Friedrich Ern st zu Solms-Laubach. Er war der dritte Sohn des 1900 verstorbenen Grafen Fried­rich zu Solms-Laubach. Der Heimgegangene ist ,ein Onkel des Grafen Georg Friedrich von Solms-Laubach in Laubach und ein jüngerer Bruder des Grafen Wilhelm in Arnsburg.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 27. März. Der Evangelische Frauenverein, der im letzten Wint?rhalb- jahr wieder regelmäßig seine wöchentlichen Der- einsabende abhielt, veranstaltete am Dienstag bei starker Beteiligung seinen Schluhabend. Bei Ansprachen, Gedichten, geistlichen und hei­matlichen Volksliedern verlief der Abend sehr anregend. Pfarrer Sattler zeigte und erläu­terte 57 Bilder der Filmosto-Aci^Das schöne Dresden". Bei Kaffee und Kuchen * erfuhr die Reisekasse durch eine amerikanische Versteigerung eine weitere Stärkung. Bei Erörterung der Zeit­sragen unseres Gemeindelebens wurde auch die Frage der Kriegerehrung in einmütigem Sinne behandelt. 3n der gestrigen Schul­vorstandssitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Schomber gab die einstimmige Wahl von Rektor Petri und Schuhmacher­meister Heinrich Weller XVI. in di«Kom­mission zur Schaffung einer Kriegerehrung Anlaß zu einer ausgiebigen Aussprache über Ort, Art und Weise einer solchen Gedächtnis­stätte. Weiterhin wurde beschlossen, an den Ge­meinderat heranzutreten mit dem Ersuchen, das am Derfassungstag (11. August) geplante Zu­ge n d f e st in der Weise der Vorkriegszeit zu ermöglichen. Für Lehrmittelbeschaffung erschien der Betrag von 50 Mark für jede Klasse, also von 600 Mark erwünscht; ebenso sollte bald eine Verdunkelungsvorrichtung für das Klassen­zimmer der Oberklasse beschafft werden, da nur so der große Lichtbildwerfer auch für den Schul­unterricht am Tage nutzbar gemacht werden kann. Der Vorschlag des Rektors, den Schulhof der Weißen Schule" im Lichtenauer Weg mit Linden zu bepflanzen, fand einstimmige Annahme.

a. Klein-Linden, 28. März. Der hiesige Handwerker- und Gewerbederein hielt am Mittwochabend im GasthausZur deut­schen Eiche" seine diesjährige Gencralver- s a m m l u ng ab. Weihbindermeister Ludwig V i e h m a n n, der derzeitige erste Vorsitzende, eröffnete mit herzlichen Begrühungsworten die Versammlung und erstattete dann den Geschäfts­bericht vom verflossenen Jahre. Während des letzten Jahres fanden fünf Vollversammlungen, vier Dorstandssihungen und 14 zwanglose Zu­sammenkünfte statt. Ein Ausflug führte die DM- glieder und ihre Familien an den Rhein. Der Verein zählt heute rund 50 Mitglieder. Der Rechnungsbericht, von dem Rechner, Schreiner- meister Valentin Kehl, erstattet, zeigte einen günstigen Stand und fand einstimmige Annahme. Der Vorsitzende dankte dem Rechner für seine Tätigkeit. Der Gesamtvorstand wurde durch Zu­ruf wiedergewählt; er seht sich aus folgenden Personen Zusammen: 1. Vorsitzender Weißbinder- meister Ludwig D i e h m a n n, 2. Vorsitzender und zugleich Schriftführer Elektroinstallateur Heinrich Bechtold, Rechner Schreinermcister Valentin Kehl, Beisitzer Bauunternehmer Heinrich Bernhard und Bäckermeister Friedr. Stein. Von der Veranstaltung eines Saalvergnügens wurde abgesehen und dafür eine Autofahrt mit Familien nach Heidelberg beschlossen. Die Fahrt soll am 25. Mai stattfinden. Unter PunktVer­schiedenes" wurde auch xu der letzten Ge­meinderatswahl Stellung genommen. Die Generalversammluna sprach die Hoffnung aus, daß der neugewählte Gemeinderat das Hand­werk mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt, zumal doch gerade di« Handwerker

und Gewerbetreibenden in unserer Gemeinde mit die meisten Umlagen aufbringen müssen.

LJ G r oßen-Linden, 24.März. Ein Licht- bildervortrag fand gestern abend auf Ver­anlassung des Turnvereins Grohen-Linden im Saale des Gastwirts Philipp Schaum statt. Gauvertreter Schneider (Butzbach) sprach über seine vorjährige Amerikareise, die er, wie bekannt, mit Turner Karl Reuter (Gießen), dem 1. Sieger des Deutschen Turnfestes in Kpln, ausgeführt hat. Der Vortragende wußte durch seine lebendige Vortragsweise die zahlreichen Zuhörer von Anfang bis zu Ende zu fesseln. Der Vorsitzende des Turnvereins, Dr. Ernst Rö­mer, dankte für den überaus interessanten Vor­trag, der starken Beifall fand.

IU Lollar, 27. März. Heute vollendete der ehe­malige Eisenbahnbedienstete Christian V i e h l, Alt- veteran von 1870/71. in guter Gesundheit -sein 8 3. Lebensjahr. Zahlreich waren die Glück­wünsche. die ihm aus diesem Anlaß zuteil wurden. Besondere Freude bereitete dem hochbetagten Manne ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg, das ihm mit einem Bild Hindenburgs, das dessen eigenhändige Unterschrift trägt, zugestellt wurde. Der Veteranen- und Kriegerverein Lollar ließ sein Ehrenmitglied durch eine Abordnung bei Ueberreichung eines Geschenkes beglückwünschen.

meter. Die Bautätigkeit, die in den ver­gangenen Jahren in unserer Stadt sehr rege war, ist in diesem Jahre bis jetzt gering. Zur Zeit sind neben einigen Anbauten nur zwei Wohnhausneu bauten geplant.

5 Saasen, 28. März. Unser erster Lehrer und Organist Herber ist seit dem Tode seiner Gattin zu Anfang d. M. beurlaubt. Lehrer Krämer muß beide Klassen versehen, was bei der großen Zahl unverwendeter Schulamtsaspiranten eigentlich zu verwundern ist. Lehrer Krämer versieht auch den Organistendienst. Wie man hört, will Lehrer Her- der zum 1. Oktober in den Ruhestand treten, was in unserer Gemeinde allgemein bedauert wird.

+ Grünberg, 25. März. Am Sonntag- abend trat der hiesige Kirchengefangver- e i n nach langjähriger Pause zum ersten Male wieder mit einem Konzert in der Turnhalle vor die Oeffentlichkeit. Während dies vor dem Kriege eine alljährliche Gepflogenheit war, war der Verein nach dem Kriege durch mehrmaligen Dirigentenwechsel sogar einige Jahre ganz un­tätig, bis vor etwa 2 Jahren Lehrer Roth den Dirigentenstab, den er früher schon einmal hatte, wieder übernahm. Daß unter seiner ziel- bewußten Leitung der Verein bald wieder auf eine beachtenswerte Hohe gestiegen ist, zeigte das Konzert, das in reicher Auswahl geistliche und

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> Lollar, 22. März. Die Arbeitsge­meinschaft Grünberg der Jungleh­rer hielt heute unter Leitung von Lehrer B ö - ch e r in unserem Schulhaus ihre Tagung ab. Lehrer Keller von hier führte mit seiner Klosse vor, was von den Mineralien, im be­sonderen dem Quarz, der für unsere Gegend von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist, in der Volksschule durchgenommen werden kann, hielt dann noch eine Probelektion über die Schnecken. Als zweiten Punkt der Tagesordnung hörten die Teilnehmer einen Vortrag von Lehrer S e i p, Weitershain, über den Deutschunterricht in der Grundschule. An mitgebrachten Arbeiten seiner Schüler, wie Aufsätzen, Zeichnungen, Ausschneid- und Klebarbeiten zeigte der Referent, auf welch' hohe Stufe man die Kinder führen kann und wie all diese Ausdrucksmöglichkeiten dem Sprach­unterricht förderlich sind. 3n der Aussprache betonten Dr. Balser und Herr Haas, daß die Schule dem Lehrplan und der heutigen Zeit nur noch gerecht wird, wenn mit dem reinen Klassenlehrerunterricht auch in den kleineren Landschulen gebrochen und auch dem Fachleh­rersystem Eingang verschafft wird.

Z Reinhardshain, 28. März. Bei großer Rüstigkeit feiern am 29. März Kaspar L ö ch e l und seine Ehefrau, Katharina geb. Graulich, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist in ollen OrtSn der Umgegend wohlbekannt, da er als Versicherungsagent noch täglich tätig ist.

i Allendorf a. d. Lda.. 28. März. Bei der im hiesigen Stadtwalde abgehaltenen letzten diesjährigen Brennholzoersteigerung wurden folgende Preise erzielt: für Scheitholz: Buche 21 bis 26 RM., Eiche 12 bis 18 RM.. Kiefer 8 ins 12 RM., Fichte 6 bis 9 RM. je zwei Raummeter; Knüppelholz: Buche 15 bis 20 RM., Eiche 10 bis 14 RM., Kiefer 7 bis 12 RM.. Fichte 5 bis 10 RM. je zwei Raum­meter; Reisholz: Buche 6 bis 13 RM., Eiche 2 bis 5 RM., Kiefer 1 RM, Fichte 1 bis 10 RM. je fünf Raummeter; Stockholz: Buche 10 bis 15 RM., Eiche 6 bis 10 RM., Fichte 8 bis 7RM. je zwei Raum­

weltliche Chöre, untermischt mit Sologesängen und Duetten, bot. Der Verein verfügt über prächtiges Stimmenmaterial und die Solistinnen zeigten Leistungen, die über den Durchschnitts­rahmen weit hinausgingen. Ein einaktiges Sing­spiel wurde von den Mitwirkenden gesanglich und schauspielerisch wirkungsvoll zur Darstellung gebracht. Jedenfalls kann gesagt werden, daß sowohl der Verein als auch besonders sein rüh­riger Dirigent den Abend als vollen Erfolg buchen können.

* Hausen, 28. März. Hier fand eine öffentliche Versammlung statt, zu der die V o l k s n a t i o n o l e Reichsvereinigung eingeladen hatte. Lehrer Kr o u s ch aus Gießen legte in einstündigem Vor­trag die wesentlichen Ziele der V. R. V. dar. Daran knüpfte sich eine ausgedehnte Aussprache, in der neben dem Redner die Herren Gebhardt und Klotz aus Gießen ebenfälls im Sinne der V. R. V. Ausführungen machten, während als Gegner Dr. G u m b e l aus Gießen für die Sozialdemokratische Partei zweimal in längeren Ausführungen zum Worte kam.

* Garbenteich, 28. März. In einer überaus stark besuchten Versammlung der ö o 1 f s natio­nalen Reichsvereinigung sprach Herr Schwarzbach über die neue Bewegung und ging dabei auch vornehmlich auf die Gegner der sich bil­denden Volksgemeinschaftsbewegung ein, als die er den Bolschewismus, die Plutokratie und die staats- bürgerliche Krise bezeichnete. In der Aussprache nahmen auch zwei Vertreter der Sozialdemokratie das Wort. Während der eine Redner in sachlicher Weise zu den angeschnittenen Fragen Stellung nahm, konnte der andere nur das Mißfallen der Versamm­lung Hervorrufen. Der Redner des Abends, sowie Studienrat Klotz aus Gießen, geben in befriedi- gender Weise Auskunft. Die wohlgelungene Ver­sammlung hat der Volksnationalen Reichsoereini- gung erneut Freunde gebracht.

* Röthges, 28. März. Am Samstag, 29. März, feiern unser ehemalige Bürgermeister Heinrich Metzger und seine Ehefrau ölt»

sabeth geb. Emmerich das Fest der Gol­denen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch besten Wohlbefindens. Der alte Herr stand von 1898 bis 1902 als Bürgermeister an der Spitze unseres Ortes.

T Steinheim, 23. März. Am Freitag und Samstag dieser Woche sand die letzte große Holzversteigerung im hiesigen Ge­meindewald statt. Obwohl große Holzmengen zum Ausgebot kamen, waren die Preise weiter rück­gängig, so daß sie meistens den Vorkriegsstand erreichten, teilweise sogar darunter gingen. Am ersten Tage kam nur Ruhholz zur Versteigerung. Es kosteten Eichenstammholz 1. Klasse, zu Deich­seln geeignet, 1,50 bis 4 Mk., Kirschbaumstämme je Festmeter 10 bis 12 Mk., Fichtenstammholz la-Klasse 14 bis 16 Mk., lb°Klasse 13 bis 15 Mk., 2. Klasse 12 bis 18 Mk., 3. Klasse 17 bis 21 Mk., der einzige Stamm der 4. Klasse mit über 2 Festmeter Inhalt erreichte einen Preis von 58 Mk. Fichten-Derbstanaen waren sehr begehrt und erreichten einen hohen Preis; solche 1. Klasse kamen auf 3 bis S. Mark, 2. Klasse 2 bis 4 Mk., 3. Klasse 0,50 bis 2 Mk. Kiefernstämme wurden in Klasse 1b mit 8 bis 10 Mk., Klasse 2a mit 10 bis 16 Mk., Klasse 3b mit durchschnittlich 25 Mk. bezahlt. Einige Rach­frage bestand nach Lärchenstammholz. Cs kostete Klasse la das Festmeter 10 bis 11 Mk., 2a-Kl. 12 bis 14 Mk., 2b-Kl. 16 bis 17 Mk. Der zweite Tag brachte ein Angebot von über 500 Raum­metern Hartholz. Da der Bedarf der Käufer bereits bei den.Versteigerungen in den Etaats- waldungen gedeckt war, war die Rachfrage ge­ring. Duchenscheitholz 1. Kl. kostete 9 bis 11 Mk., 2. Klasse 5 bis 6 Mk., Eichen-Scheitholz 5 bis 6 Mk., Eichen-Rundscheit 7 Mk., Kirschboum- rundscheit 5 Mk., Fichtenrundscheit 4 Mk., Buchenknüppel 6 bis 7 Mk., Kirschbaumknüppel 4 biS 5 Mk., Fichtenknüppel 2 bis 3 Mk., Buchen- reisig 2. Klasse 1,50 bis 2 Mk., solches 3. Klasse 0,75 bis 1,40 Mk., Fichtenreisig 50 Pf., Eichen­reisig 20 bis 30 Pf., Duchenstöcke 4 bis 5 Mk., Eichenstöcke 3 bis 4 Mk., Fichtenstöcke 2 biS 3 Mk.

Kreis Friedberg.

<£ Bad-Nauheim, 28. März. Im Sprudelhof wehen seit wenigen Tagen wieder die Wasser- fahnen aller drei Sprudel. Während in der Winterkurzeit der an Schüttungsmenge, Kohlen- säure und Salzen überreiche Hauptsprudcl (Quelle 12) neben anderen Mineralquellen (für die Kurbrunnen- bäder) für die Herstellung der Bäder genügt, werden mit dem Beginn des Frühjahrs die beiden anderen Sprudel für den Badebetrieb mit heran- gezogen. Dieser hat in den ersten milden Tagen be­reits lebhaft eingesetzt, da Bad-Nauheim zu den Heilbädern gehört, die infolge klimatischer Bevor­zugung verhältnismäßig früh aufgesucht werden können.

Kreis Büdingen.

* Nidda, 28.März. Die Volksnationale Reichsvereinigung hat auch in unserem Städtchen festen Fuß gefaßt. Die Ortsgruppe zählt bis jetzt über 80 Mitglieder. In einer Versammlung wurde der vorläufige Vorstand gewählt. Er setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Oberbahnmeister Struck, Vorsitzender; Apotheker Schuster und Zollsekretär Helfrich, stellvertretende Vorsitzende. Geschäftsführer ist Herr Beuler. In aller Kürze hofft man einen Bezirksausschuß bilden zu können, da die oolksgemeinschastliche Bewegung der V. R. D. in der Umgebung ebenfalls sehr gute Fortschritte macht.

Kreis Schotten.

I Ober-Lais, 26. März. Die hiesige Feld- bereinigungsgesellschaft wird nach Er­halt eines entsprechenden Darlehens demnächst eine Teilarbeit, die Drainage der Gewanne3m Ruterts", durchführen. Bei dieser Arbeit werden eine Anzahl hiesiger Leute wenigstens für einige Zeit Beschäftigung finden. Es gibt hier eine ganze Anzahl von Bauhandwerkern, die dadurch, daß im laufenden Jahre fast keine Bauten zur Aus­führung kommen werden, ohne diese Arbeitsmög­lichkeit wohl den ganzen Sommer über ohne Arbeit sein würden.

)( Ruppertsburg, 28. März. Die Früh­jahrsversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Kreis-Ob st- und Gartenbauvereins sand dieser Tage statt. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Tätigkeitsbericht über das abge­laufene Dereinsjahr, woraus hervorging, daß der Verein bemüht gewesen ist, den Obst- und Gar­tenbau in unserer Gemeinde zu fördern. Es wur­den vier Versammlungen abgehalten. Auch Prak­tische Arbeit wurde geleistet, so z. B. die Schäd­lingsbekämpfung durch Spritzungen. mit Obst- baumkarbolineum und die planmäßige älm- pfropsung durchgesübrt. Verlosungen fanden im Frühjahr und Herbst statt. Zu letzterer hatte der Kreisverein Schotten 22 schöne Bäumchen gestiftet. Die Mitgliederzahl des Vereins ist im Jahre 1929 um neun gewachsen und betrug am 1. Januar 1930 53. Die Rechnungsablage hatte ebenfalls ein günstiges Ergebnis. Auch im Jahre 1930 will sich der Verein mit Reichs- zuschuh wieder an der planmäßigen Umpropfung beteiligen, wie das bereits in 1928 und 1929 geschah.

Kreis Alsfeld.

X Alsfeld, 25. März. Am Sonntag veran­staltete der hiesige Veteranen -und Krie­gerverein einen Vortragsabend im kleinen Saale desDeutschen Hauses", bei dem Kreisschulrat i.R. Huff (Alfeld) einen Vor- trag überDie Schuld am Weltkriege und die französische Volksschule" hielt. Das Thema war dadurch besonders inter­essant, daß der Redner auf Grund einwand­freien Materials nachweisen konnte, daß der französische Haß- und Revanchegedanken syste- rnati.ch in der Volksschule in Frankreich, beson­ders seit den Jahren 1911, als Poincarö am Ruder war, großgezogen wurde, nachdem es in den früheren Jahren unter der syndikalistisch eingestellten französischen Lehrerschaft auch eine Periode des Pazifismus gegeben hatte. In den letzten Jahren fei das Hauptziel der französischen Volksschule die Erziehung für den Soldatenberuf gewesen mit dem Hintergedanken des Revanche- krieges gegen Deutschland. Im Anschluß an den recht interessanten und beifällig aufgenommor neu Vortrag wurden die vom Kyffhäuser-Ver- band zusammengestellten Lichtbilder über die Kriegsschuldlüge und der Kampf des deutschen Volkes gegen diese Lüge in sehr eindrucks­voller Weise vor Augen geführt. Der Redner wies am Schlüsse seiner Ausführungen dar­aufhin, daß der Kampf gegen den Artikel 231 des Versailler Vertrages von der Alleinschuld Deutschlands am Weltkriege auch nach An­nahme des Boung-PlanS von dem deutschen Volke fortgeführt werden müsse, schon im 2n-