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Geheime revolutionäre Bewegung in Indien?
London, 28. April. (WTB. Junffptud).) Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" in Indien meldet aus Bombay, hinter der Gandhi- a g i t a t i o n stecke eine revolutionäre Bewegung in ganz Indien gegen die britische Herrschaft. Heben dem Songreh, und sogar in Fühlung mit vielen seiner Führer, bestehe eine 1928 gebildete anarchistische Organisali o n , die viele verbrechen ausgeführt habe, so auch die in Chittagong und Kalkutta, sowie den Anschlag gegen den Lisenbahnzug des Vizekönigs. Der Korrespondent berichtet über eine „außerordentliche Szene" am Samstag in Bombay, als 3000 Menschen an einer Prozession durch die Hauptstraßen der Stadt lcilnahmen. Sie marschierten in militärischer Ordnung, legten den Verkehr völlig lahm und sangen revolutionäre Lieder. „Kongrehtruppen" und Führer marschierten in der Milke der Straße, geschützt durch dichte Linien von Männern und Jünglingen, die sich an der Hand hielten. Ihnen schloh sich eine riesige Menschenmenge an.
Reuter berichtet aus Madras: Die Polizei hat gegen eine AnfammlungvonMenfchen, die eine drohende Haltung einnahmen, von der S ch u h w a f f e Gebrauch gemacht. Zwei Personen sind getötet und drei verwundet worden. Die Menge bewarf die Polizei mll Skeinen. Mehrere Ofiziere wurden verletzt. Die Lage ist jetzt wieder ruhig.
Austritt Tantzens aus der Demokratischen Partei.
Oldenburg, 28. April. (IU. Funkspruch.) Reichslagsabgeordneler Tanhen hat an den Vorsitzenden der Deutschen Demokratischen Partei, Reichsminister a. D. Koch- Weser, ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen Austritt aus der Deutschen Demokratischen Partei erklärt.
In der Begründung heiht es u. a.: „Der Deutsch- Demokratischen Partei fehlt die Kraft und ernsthafter Wille, eine rückschrittliche, volksfeindliche Politik erfolgreich abzuwehren und eigene Wege zu gehen. Sie hat gegen links und gegen rechts in wichtigsten politischen Fragen auf die Durchsetzung eigener Auftastung soweit verzichtet, dah sie im Reichstag kaum noch als milentscheidender Faktor gewertet wird. Einmal mit der Sozialdemokratie Staatsmonopol und Futlermittelverteuerung, dann mit dem Landbund eine weitere Erhöhung der Roh- ftofte der bäuerlichen veredelungsarbeit — weiter nichts. Die Deutsch-Demokratische Partei duldet eine an volkswirftchaftlichen Unsinnigkeiten kaum mehr zu überbietende Steuer- und Finanzpolitik, die »ich! das Ergebnis sachlicher Prüfungen und Entscheidungen, sondern ein parteipolitisches Handelsgeschäft ist. Die Deustch-Demokratische Partei zeigt mit alledem, dah sie nicht mehr die Kraft hat, eigene Entscheidungen zur Geltung zu bringen. Das Verhalten der Deutsch-Demokratischen Partei im Reichstag kann auch nicht als Opfer für Volk und Vaterland angesehen werden, sondern offenbar unter völligem Verzicht auf eigene Politik nur als eine Führer- und Ziellosigkeit, welche mir den Glauben an die Zukunft der Deuftch-Vemo- kratischen Partei genommen hat." Gleichzeitig hat Tanhen sein Reichstagsmandat niedergelegt.
Bombenfun- in der Warschauer Gowjet-Botschast
Warschau, 26. April. (WTB.) Der Haus- wart des Hauses, das an die Sowjetge- sandtschaft in Warschau angrenzt, entdeckte heute nachmittag im Treppenflur eine verdächtige Glühbirne, die durch Leitungsdrähte mit dem Dach verbunden war. Die von ihm herbeigerufene Untersuchungsbehörde hat festgestellt, daß die Leitungsdrähte auf das Dach der Sowjetgesandtschaft übergingen^ und mit einem im Schorn st ein aufgehängtenPaket verbunden waren, das mit einem Tlhrmechanismus versehen war. Da der Verdacht bestand, dah es sich um Explosionsmaterial handelte, wurden diese Gegenstände fortgeschafft und einer genauen Unter» suchung unterzogen.
Sofort nach dem Dekanntwerden dieses Falles hat sich der Leiter der Ostabteilung im Auhen» mimsterium, Thaddäus Holowko, in die Sowjetgesandftchast begeben. Der durch Vermittlung des Ministeriums des Aeuhern von dem Fund verständigte Sowjetgesandte gab seme Zustimmung zur Ausdehnung der Vachforschungen auf seine Väume. Man fand wie es weiter heiht, taftächlich, dah die elektrische Leitung int Kamin des Gesandt- schaftsgebaudes an einen dort befindlichen Me- tallkorper angeschlossen war. Das Paket hat sich während des Wegschaffens losgelöst und ist auf den Grund des Schornsteines gefallen. Um es herausnehmen zu können, mußte die Grundmauer des Schornsteins durchbrochen werden. Bei der näheren Untersuchung hat sich herausgestellt, daß es sich um ein 70 Zentimeter langes und 18 Zentimeter breites Stahlrohr handelt, das von einer dunklen Masse ausgefüllt ist. Das Rohr war mit einem elektrischen Ziinder verschen.
Der Gegenstand wurde den Militärbehörden zur Prüfung übergeben. Die Untersuchung wird äußerst energisch durchgeführt. 3n dem Hause, das an die Sowjetgesandtschaft angrenzt, wurden in sämtlichen Wohnungen Haussuchungen vorgenommen.
Die sowjetruMche Opposition?
Warschau, 27. April. (TU.) Zu dem Bombenfund in der Sowjetgesandtschast ist ergänzend zu melden, daß die Uhr auf 20 Uhr eingestellt war, und zwar gerade auf die Stunde, zu der eine Zu- sammenkunft des gesamten Gesandtschaftspersonals im Beratungszimmer der Gesandtschaft stattfinden sollte. Noch auffälliger ist, daß die Höllenmaschine in dem Kamin, der sich neben dem Versammlungssaal befindet, in der Höhe desselben befestigt war. Man vermutet daher, daß die Täter über die Vorgänge in der Gesandtschaft außerordentlich gut unterrichtet gewesen sind. Dadurch ist der Gedanke aufgekommen, daß sie unter Umständen den Kreisen der s o w j e t r u s s i - scheu Opposition angehören könnten. Die Ladung war so stark, daß sie das ganze Gesandtschafts, gebäude in die Luft gesprengt hätte.
Keine Einbürgerung Hitlers.
Berlin, 26. April. (CNB. Eigene Meldung.) * Auf eine Kleine Landtagsanfrage an die thüringische Regierung tft folgende Antwort erteilt worden: „Die thüringische Staatsregierung hat nicht die Absicht, Herrn Adolf Hitler die Erwerbung der thüringischen Staatsangehörigkeit do. durch zu ermöglichen, baß sie ihn pro forma als thüringischen Staatsbeamten anstellt."
1OO Millionen Mindereinnahmen der Reichsbahn.
Berlin, 26. April. (WTB.) Der D e r w a l- tungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hielt gestern und heute hier eine Tagung ab. Geschäftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1929 wurden genehmigt. Die Ausschüttung einer Iprozentigen Dividende auf die ausgegebenen Vorzugsaktien Serie 1—IV wurde beschlossen. Auch der dritte Monat des lausenden Geschäftsjahres 1930 hat infolge des Niederliegens der Wirtschaft die vorgesehenen Einnahmen nicht gebracht. Die Einnahmen sind bis zum 1. April 1930 um rund 100 Millionen Mark gegen die Erwartungen zurückgeblieben. Das bei der letzten Tagung des Verwaltungsrates beschlossene Einschränkungsprogramm muß deshalb bestehen bleiben.
50 Todesopfer der Unruhen in Peschawar.
Lahore, 26. April. (WTB.) 3n einer amtlichen Bekanntmachung wird mitgeteilt: Die Zahl der Toten bei den letzten Unruhen in P e s ch a- war übersteigt 50. Die Militärbehörden sind Herren der Lage.
Presse-Verordnung in Indien.
Sim la, 27. April. Der Vizekönig hat eine Verordnung über das Pressewesen verkündet, die das Preßgesetz vom Jahre 1910 wieder in Kraft seht mit einigen Abänderungen, die den gegenwärtigen politischen Umständen angepaht sind. — Das Pressegesetz von 1910 beschäftigt sich mit Aufreizung zum Mord und anderen Gewalttaten, sowie mit Ausführungen in der Presse, die die Tendenz verfolgten, Soldaten oder Matrosen zur Pflichtverletzung zu verleiten, oder die britische Regierung, einen indischen Fürsten oder irgendeinen Teil „Seiner Majestät Untertanen" in Indien verhaßt oder verächtlich zu machen.
Indischer Boykott englischer Fahrräder
Kalkutta, 28. April.' (WTB. Funkfpruch.) Der indische Fahrradhändlerverband beschloß, vom 23. April ab für drei Monate keine britischen Fahrräder und Zubehörteile einzuführen.
Aesuch in England.
Wemble y , wo wir auf etwa 200 Fuß heruntergingen und über dem Boden zum Stillstand kamen. Der Flug über Wembley sei, wie der Kapitän ausdrücklich betonte, auf Einladung von britisch e r S e i t e erfolgt. Der „Zeppelin" habe zwei- mal London umkreist und dann in Cardington eine der besten Landungen gemacht, die er erlebt habe. Wir sind, schloß Kapitän Lehmann, 14 Minuten zu früh gekommen, das zeigt Ihnen, daß wir uns an deren Fahrplan gehalten haben."
Für die Rückfahrt, die unter Führung des in Car- 1 dington an Bord gegangenen Dr. E ck e n e r erfolgte, nahm das Luftschiff über ein Dutzend neuer Passagiere an Bord, darunter Sir Sefron Droncker, den Master of Sempill, den Kammerherr des Herzogs von York, Campbell sowie eine Dame. Dr. Eckener, der in der vorderen Kabine stand, gab um 17.52 Uhr den Befehl zum Lockern der Taue, und das Luftschiff erhob sich sofort in die Höhe. In majestätischem Aufstiege überflog „Graf Zeppelin" die Hauptstadt. Die Straßen im Osten Londons waren mit Tausenden von Menschen gefüllt, als das Luftschiff die Kathedrale von Sankt Paul umkreiste und dann die Themse überfuhr. Es folgte dem Laufe des Flusses bis zum Parlamentsgebäude und kreiste dann abermals über der City. Ein das Luftschiff begleitendes Flugzeug sah an der Seite des großen silbernen Riesen wie eine Mücke aus.
Oer Rückweg.
Friedrichshafen, 27.April. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog um 20.05 Uhr am Samstag Dover, um 22.30 Uhr Brüssel, um 0.30 Uhr Sonntag früh Trier. Um 4.40 Uhr traf das Luftschiff über Friedrichshafen ein.
Oie Landung.
Das Luftschiff besuchte, nachdem es gegen <5 Uhr über dem Heimathafen erschienen war, noch Vorarlberg und das Säntisgebiet. Die ursprünglich auf 7 Uhr festgesetze Landung mußte we- gen plötzlich auftretenden Bodennebels etwas früher erfolgen. Kurz nach 7 Uhr wurde das Luftschiff in die Halle gebracht. Unter den 20 Passagieren, die mit dem „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen eintrafen, befand sich der Direktor der englischen Zivilluftfahrt Sir Sefton B r a nv e r. Wie Kapitän Lehmann berichtete, wurde in England aus Wunsch des Herzogs von Port das große Fuhballstadion von Wembley überflogen, wo vor über 100 000 Zuschauern gerade ein großes Entscheidungsspiel ausgetragen wurde. Spieler und Zuschauer brachten dem Luftschiff begeisterte Ovationen dar. Insgesamt betrug die durchflogene Strecke etwa 2000 Kilometer.
Am Mittwoch findet eine Passagierfahrt in die Schweiz statt. Der Beginn der Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin" ist nunmehr auf den 18. Mai festgesetzt.
Aus aller Welt.
Dampferzusammenstotz in der Nordsee.
Hamburg, 26. April. (WTB.) Der amerikanische^ Passagierdampfer „President Har- ding", der heute Vormittag unweit Helgoland bei einem Z u s a m m e n st o ß mit dem englischen Kohlendampfer „Kirkwoo d" diesem zum Sinken brachte, ist heute abend 23 Uhr im Hamburger Hafen eingetroffen. Das Vorschiff weist zu beiden Seiten große Löcher auf. Der Steven, der den Hauptwiderstand auszuhalten hatte, ist an mehreren Stellen schwer eingebeult. Ob sich Schäden unter ber SBatferlinie befinden, muß erst die Taucheruntersuchung ergeben. Der Zusammenstoß erfolgte, als der englische Dampfer „Kirkwood^ im Nebel vor
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Anker lag. Sofort nach der Kollision wurden vom „President Harding" Boote ausgesetzt, die die 25» bis 30köpfige Besatzung des Engländers zu retten vermochten. Lediglich ein Heizer des Engländers ist ertrunken. Wie weiter bekannt wird, machte der Führer des „President Harding" seine erste Fahrt als Kapitän. Er fuhr bisher als Erster Offizier auf der „Leviathan", dem ehemaligen deutschen Dampfer „Vaterland".
Kapitän Larin von dem Kohlendampfer „Kirkwood" gab über den Hergang der Katastrophe folgende Schilderung: Wir lagen dicht vor dem Elbefeuerschiff 1 bei dichtem Nebel vor Anker und warteten auf den Elblotsen. Plötzlich tauchte der mit halber Kraft fahrende amerikanische Dampfer aus dem Nebel vor uns auf. Wenige Augenblicke fpäter erfolgte der Zusammenstoß. Der Amerikaner drang mehrere Meter mit dem Bug in das Heck unseres Schiffes ein. Dem Heizer Appleby wurde der Weg nach oben abgeschnitten. Der Geistesgegenwart des amerikanischen Kapitäns ist es zu danken, daß wir gerettet wurden. Er blieb mit seinem Schift mit voller Maschinenkraft so lange in dem Leck, bis alle Mann übernommen waren.
Erdbeben in Neapel.
Neapel, 28. April. (MTV. Funkspruch.) In der Nacht zum Sonntag wurde die Bevölkerung von Neapel und sämtlichen Orlschafen am Golf von Neapel durch einen starkenErdsloß aus dem Schlafe geweckt. Besonders heftig wurde das Erdbeben in Salerno verspürt. Das Erdbeben währte 20 Sekunden. Diele Familien flüchteten zum Meere. Ob Personen verletzt wurden, und ob große Schäden an den Häusern angerichtet wurden, ist zur Zeit noch nicht bekannt.
Chinesisches Piratenunwesen. — Hebet 100 Todesopfer.
„Times" meldet aus Hongkong: Auf dem Kan- tonfluß haben Piraten eine Reihe von lieber» fällenauf vorüberfahrende Schifte verübt, imt bfr
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Wettervoraussage.
Unsere Wetterlage wird durch den Einfluß hohen Druckes beherrscht, welcher sich vorn Rord- meer in südöstlicher Richtung nach dem Festlande erstreckt. An der Südseite haben östliche Winde die Vorherrschaft, die nach Gewitterstörungen leichte Abkühlung verursachen. Das Fallgebiet über der Discaya hat sich seit gestern wesentlich versteift, und somit eine Verschärfung der Druckgegensatze hervorgerufen. Sein Emfluß dürfte sich vorübergehend auswirken, wobei stärkere Bewölkung und später auch einzelne Gewitterstörungen oder gewitterartige Riederschläge nicht ausgeschlossen sind.
Wettervorhersage für Dienstaar Zeitweise stärkere Bewölkung, auch aufheiternv, Temperaturen zunächst wenig verändert, später Reigung zu Gewitterstörungen mit Niederschlagen.
führungen des Parteiführers und sprachen ihm ihr Vertrauen aus. Zum Schluß wurde von der Versammlung einmütig folgende Entschließung angenommen:
..Voll starker Freude begrüßt die heutige, von vielen hundert Vertrauensleuten des Minden- Ravensberger Landes und beider Lippe besuchte deutschnationale Versammlung den Führer Dr. Hugenberg in ihrer Mitte. Sie weiß ihm Dank für die tatkräftige Förderung der landwirtschaftlichen Belange, deren schnelles Zustandekommen allein aus das geschlossene Eintreten der deutschnationalen Reichstagsfraktion unter Hugenbergs Führung zurückzuführen ist. Sie dankt ihm ganz besonders aber auch dafür, dah er über alle Erfolge die Aufgabe, die gestaltenden Kräfte des deutschen öffentlichen Lebens gegenüber den zersetzenden Tendenzen zur maßgeblichen Haltung zu bringen, nicht aus den Augen läßt. Die Versammlung spricht Herrn Dr. Hugenberg ihr volles Vertrauen aus und bittet ihn, den Weg zur inneren und äußeren Befreiung des deutschen Volkes geschlossen weiter zu führen."
Bezahlung von Abgaben zu erzwingen. Sie benutzten dabei sogar Mine n. Ein großer Passagier- d a m p f e r, der sich auf der Fahrt nach Kanton befand, wurde durch eine Mine zum Sinken gebracht, wobej über 100 Personen er- trunke n sind. Die Schiffseigentümer fordern ein sofortiges Eingreifen der Kantonregierung.
Einweihung des erweiterten Passionstheaters in Oberammergau.
Oberafnmergau, 27. April. (WTB.) 3n Gegenwart des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, des Innenministers Dr. Stützet des Landtagspräsidenten Stang und zahlreicher geistlicher Würdenträger wurde am Sonntag unter großer Beteiligung der Bevölkerung die feierliche Einweihung des erweiterten Passivntheaters in Oberammergau vollzogen. Die neue Bühne stellt in ihrer monumentalen Form und strengen Gliederung, mit ihren modernen Bühnenbildern einen gewaltigen Fortschritt dar. Der Vorsitzende des Spielkomitees, erster Bürgermeister Mayer, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß auch auf der neuen Bühne das Spiel im alten Geiste fortgeführt werde. Kardinal Faulhaber erinnerte in seiner Ansprache an das Gelöbnis der Ammergauer vom Iahre 1633, das als heiliges Vermächtnis an Söhne und Enkel übergegangen sei. Die Passionsspiele würden getiaöe in der heutigen Zeit, in der so viele Menschen verzweifeln und nie-' der gedrückt werden, Erhebung und Trost bringen. Bach Schluß seiner Rede nahm der Kardinal die kirchliche Segnung des Hauses vor.
Einweihung der größten Bogenbrücke Deutschlands.
Ettal (Oberbayern), 27. April. In Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, des Ministers des Innern Stützet und des Landtagspräsidenten, sowie unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde am Sonntag- mittag die Einweihung der neuen Ammer-Brücke bei Echelsbach, der größten Bo- genbrücfe Deutschlands, vorgenommen. Kardinal Faulhaber vollzog die kirchliche Einweihung.
Flugzeugakrobat Hunderlmark tödlich verunglückt.
D ü s s e I b o r f, 27. April. (WTB.) Der Flugzeugakrobat Hundertmark, der am heutigen Sonntagnachmittag auf dem Flugplatz Düsseldorf- Lohausen einem zahlreichen Publikum flugakrobatische Schaustücke vorführte, blieb bei der Demonstration des Umsteigens von einem Flugzeug zum andern in der Luft an einem Seil hängen, da er eine Strickleiter nicht mehr erreichen konnte. Er wurde etwa 25 Minuten an dem Seil in der Luft mitgeführt und erlitt bei der Landung erhebliche Verletzungen an Kopf und Schultern. Hundertmark ist im Laufe des Abends in einer Klinik seinen Verletzungen erlegen.
Eisenbahnunglück bei Berlin. Elf Personen verletzt.
Berlin, 27. April. (WTB.) Gin schweres Eisenbahnunglück hat sich heute vormittag auf der Reinickendorf—Liebenwarder Eisenbahn, unmittelbar hinter dem Bahnhof Dasdorf, ereignet. Infolge falscher Weichenstellung entgleisten dort die beiden letzten Wagen eines von Berlin kommenden überfüllten Zuges. Einer der Wagen kippte um, der andere blieb glücklicherweise in der normalen Lage stehen. E l f Berliner Ausflügler wurden verletzt, davon vier so erheblich, daß sie in das Kreiskrankenhaus Bernau übergeführt werden muhten. Die vier Schwerverletzten sind der Tischler Emil Stengel aus Berlin, der Landwirt B. S ch w a n t e r aus Zehlendorf, der Kaufmann B. Machnow aus Steglitz und ein Fräulein E. G e c c i a aus Reinickendorf. Eine sofort ein- , geleitete Untersuchung ergab die zweifelsfreie Schuld des Bahnhofvorstehers Otto vom Bahnhof Basdorf, der nach eigenem Eingeständnis sich bei der Bedienung der Weiche vergriffen hatte.
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„Graf Zeppelins"
London, 26. April. (WTB.) Rachdem der „Graf Zeppelin" um 13.50 Uhr beiBrigh- t o n die englische Küste erreicht hatte, fuhr et in Richtung London weiter und erschien kurz vor 16 Uhr über Chiswick, das er in sehr geringer Höhe mit direktem Kurs auf Wembley passierte, begleitet von sechs Flugzeugen. Um 15.57 Uhr passierte das Luftschiff Acton und setzte sehr tief fliegend seine Fahrt in westlicher Richtung fort. Riesige Menschenmengen in den Straßen beobachteten seinen Flug. Cs war leicht, die Buchstaben auf dem Schiff zu lesen. Don Wembley aus fuhr das Luftschiff nach London und befand sich um 16.14 Uhr über der City. Dann drehte es in südlicher Richtung und kreuzte die Themse, bevor es eine Schleifenfahrt über der St.-Paul-Kathedrale machte, worauf es seinen Weg nach Cardington fortsetzte. Um 17.15 Uhr landete das Luftschiff auf dem Flugplatz Cardington.
Das Lufftchiff kam kurz vor 17 Uhr in Sicht von Cardington. Silbern hob es sich von den grauen Wolken im Süden ab, zog ruhig und tetig seine Bahn und kreiste in einer Hö§e von etwa 500 Fuß um den Landungsplatz, tauchte mit der Spitze, stellte sich wieder horizontal, tauchte abermals und manövrierte, bis es etwa 200 Fuß vom Boden entfernt war. Dann wurde es von der Landungsmannschaft langfam zu Boden gezogen. Als das Luftschiff von zweihundert britischen Fliegern und Hunderten von Arbeitslosen, die sich freiwillig zum Seilehalten gemeldet hatten, zu Boden geholt wurde, durchbrachen Tausende von Männern und Frauen, die am Rande des Landungsplatzes gestanden hatten, plötzlich die polizeiliche Sperre und stürmten auf das Luftschiff zu. Die wenigen anwesenden Polizisten waren machtlos, und. hätten nicht die britischen Flieger in aller Eile mit Seilen eine Rotschranke errichtet, so wären zahlreiche Personen in ernste Gefahr gekommen.
Beim Landen wurde ein großes Paket mit Post- achen abgeworfen, die von der Menge eifrig auf« gesammelt wurden. Als dann die große Tur der Vorderkabine geöffnet und aus ihr eine Aluminiumleiter heruntergelassen war, ging als erster der Kommandant des Luftschiffes, Kapitän Lehmann, von Bord. Er wurde von einer Anzahl von Freunden aufs herzlichste begrüßt, während die Menge in Beifallsrufe ausbrach. Der Kapitän äußerte sich über die Erlebnisse seiner Reise, die ausgezeichnet verlaufen sei. Das Wetter sei zwar etwas dunstia, aber gut gewesen. „Wir flogen", äußerte sich Kapitän Lehmann, meistens etwa 1000 bis 1500 Fuß hoch und haben 1100 Kilometer in zehn Stunden zurückgelegt. Eines unserer interessantesten Erlebnisse war ifer Flug über
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