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Aus der provinzialhaupistadt.

Sieben, den 28. April 1930.

Zum Schulbeginn

Iiach drei Wochen Ruhepause werden sich die Pforten der Dchulhäuser morgen von neuem öffnen au frischer Arbeit. Zum ersten Male niarlchieren dann die Abc-Schützen in Reih und Alied mit.

TDef von unS könnte sich nicht an den Tag der Schulausnahme erinnern? <28 ist eins der Erlebnisse, die man nie vergibt. Schüchtern und ängstlich standen wir in dem groben Saal her­um, hatten wohl noch die Hand der Mutter gefaßt, und schauten nach den Bänken, der großen Talel, den Bildern an der Wand, besonders aber nach dem strengen Herrn Lehrer; denn wie oft war uns gesagt worden:Warte nur. biS du in He Schule kommst!" Jetzt war der große Augen­blick gekommen. Aber erleichtert atmeten wir auf. <16 wir merkten, daß der große Mann gor nicht faböse" war. 3m Gegenteil! Er schenkte unS sogar eine Brezel. Selbst die wenigen Kinder, bie weinend nach Hause verlangten, wurden bald beruhigt; denn große Bilder wurden gezeigt. Geschichten -rzählt, dann durften wir sogar sin­gen! Wie es geklungen hat, kann man sich den­ken. Jedenfalls nicht einstimmig. Aber immerhin! Mik glänzenden Augen kamen wir heim und er- zühlten Verwandten und Bekannten von unferm ersten Schultag Es war eben ein großes Er- i eignis.

Bei der Schulausnahrne von heute hat sich ja manches geändert. Richt mehr ängstlich mar­schieren die kleinen Rekruten heran, sie sind nur voller Erwartung und suhlen sich heute als die Helden des Tages. Sie haben längst gehört, daß es in der Schule gar nicht so schlimm ist, wie früher immer erzählt wurde. Sie wissen von Geschwistern und Kameraden, daß es auch da lustig und vergnügt' zugeht, und daß das Lernen gar nicht so anstrengend ist.

SS gibt freilich Eltern, die da meinen, der neue Schulbetrieb sei ganz abwegig. Gs müßte wieder so sein wie vor dreißig 3ahren. Damals hätte man die eigentliche Arbeitsschule ge­habt. Da hätte auch gelernt werden müssen. Die Kinder hätten nur antworten dürfen, wenn der Lehrer fragte, sonst aber muhten sie still dasitzen und die Arme verschränken. Aber heute? Da fragen nicht die Lehrer, sondern die Kinder. Alles, was sie auf dem Herzen haben, dürfen lie vorbringen. Der Lehrer tritt ganz zurück. Die Kinder fragen, andere geben die Antwort. Rur ganz sachte wird von dem Lehrer das Unter­richtsgespräch geleitet.

Ist das nun nicht eine große Beruhigung sür die Eltern, wenn sie wissen, daß ihr Kirch nicht Itumm dazusitzen braucht mit seinem lebhaftem Wesen und warten muß, bis es .dran kommt", 'vndern daß es nach Herzenslust fragen kann, was es drückt? ilnb die Lehrer wissen, daß durch diese Unterrichtsweise das Erstarken des kind­lichen Denkens und Erfassens viel mehr gefördert wird, als durch die ewigen Lehrerfragen, die die kindlichen Gedanken immer wieder zerrissen und auf andere Wege leiteten. Gs muß doch jedem Mutterherzen Freude machen, wenn es hört, daß ihr Liebling alles, was er auf dem Herzen hat, nun dem Lehrer erzählen kann.

Sv ist die Arbeitsschule von heute die Fort- Ie^ung des kindlichen Gebens. Sie bringt in den ersten Wochen gar nichts Rcues, sondern knüpft da an, wo die Liebe des Kindes am ersten zu erlangen ist, bei Spiel und Tanz. Die Kinder | wachsen nur ganz langsam in die Schule hinein. Sie dürfen in der ersten Zeit noch aufstehen, f herumgehen, dürfen reden, malen, spielen. Sie | sind Kaufmann und Käufer zugleich, kaufen ein, : und am Ende merken sie, daß sie rechnen können.

So vergehen die Wochen, die Monate, und Schritt für Schritt löst ernste Arbeit kindliches g Spiel ab.

Und nun prüfe man einmal, was wertvoller ist: die Schularbeit des Kindes, das froh und aus iigenem schöpft, oder die Arbeit, die nur gezwungen Rian wird? Nur freudiges, freiwilliges Tun hat r den jungen Menschen Wert. Das ist deshalb das Sei unserer Schule: Frohe, glückliche Kinder!

So werden sie sich besonders die .einzigen" Sinter hineinfinden in die Gemeinschaft. Gerade in der Erziehung zur Gemeinschaft liegt ji die große Bedeutung, die der Schule, be- I'nders heute, zukommt. Die Kinder fühlen nun, 8a6 sie nicht allein auf der Welt sind, sondern lob sie sich einfügen müssen in den Rahmen

Spritzenhäuser und Jeuerlöschgeräle.

Zur Aufklärung über die Möglichkeiten der Brandverhütung und zur Derwirk- lichung der Bestrebungen zur Hebung der Feuersicherheit findet im ganzen Deutschen Reiche in der Zeit vom 27. April bis 4. Mai d. 3. eine Feuerschutzwoche statt, die auf Betreiben der zu einer Arbeit-- und Interessengemeinschaft zu- fammengeschlossenen Feuerwehrorgane un­ter Förderung der Behörden veranstaltet wird. D. Red.

Das Spritzenhaus ist keine Rumpelkammer, in das alte Schulöfen und unbenützte Schul­bänke, Kanalröhren, die Einrichtungsgegenstände Wohnungsloser oder Obdachlose untergebracht werden. Die Tore müssen nach außen aufgehen und frei fein, sie dürfen auch nicht mit Pla­katen überklebt werden. Es ist darüber zu wachen, falls das Spritzenhaus mitten im Dorf steht, daß auf Kirchweihe nicht die Reitschule, Schiffsschaukel oder der Wohnwagen des Besitzers vor das SpritzenhauStor zu stehen kommt. Für das Tor sind drei Schlüssel bereitzuhalten, der eine ist im RachbarhauS, oder in einem mit einer Glas­scheibe versehenen Kästchen, das an geeigneter Stelle des Spritzenhauses anzubringen ist, der zweite beim Kommandanten und der dritte auf der Bürgermeisterei aufzubewahren. Daß der Sprihenraum wegen der darin aufbewahrten Ge­genstände aus Leder, Stoff und Metall trocken und luftig, sauber und staubsicher sein mutz, ist eine Selbstverständlichkeit, ebenso daß der Fußboden dicht und gegen auf steigen de Feuch­tigkeit gesichert sein mutz. Gs macht einen sehr schlechten Eindruck, wenn der Boden nicht ge­kehrt, die Spinngewebe nicht weggepuht, und das Kleingerät nicht auf den hiersür hergerich- teten Gestellen, sondern in den Ecken steht ober auf dem Boden herumliegt. Der Zufahrtsweg ist stets in Ordnung und frei zu halten, im Winter ist der Schnee wegzukehren, Eiskrusten, besonders solche, durch die das Tor sich schwer össnen läßt, sind jeweils sofort nach dem Ent­stehen zu entfernen.

DaS FeucrlöschgerätehauS sollte in allen mög­lichen Fällen elektrische Beleuchtung haben. Ab­gesehen davon, daß Petroleum nicht überall er­hältlich ist, sind die Petroleumfackeln und La­ternen auSgetrocknet, die Dochte sind verkrustet und es vergehen kostbare Minuten, bis diese Deleuchtungsgegenstände gebrauchsfertig herge­richtet sind. In keinem Spritzenhaus sollten Wachsfackeln fehlen, die fertig sind und eine unbegrenzte Lagerfähigkeit haben.

Im Schlauchturm, der 11 bis 12 Meter hoch sein muh, um die zehn Meter langen Schläuche in der ganzen Länge aufhänaen zu können, sollen die Schläuche sofort, nachdem sie natz ge­braucht worden sind, zum Trocknen aufgehängt

werden. Es darf aber nicht versäumt werden, sie sofort nach dem Trocknen für den nächsten Gebrauch wieder aufzuhaspeln. Beim Hochziehen der Schläuche im Turm dürfen die Leute sich nicht unter den Auszug stellen.

Der Spritze, als dem Hauptkampfmittel, ist die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Rach jeder Benützung ist sie in allen Seilen zu reini­gen, zu trocknen und gegen Verstaubung durch Auslegen einer Decke zu sichern. Wenn eine Spritze ihren Dienst versagt, so kommt daS östers daher, daß Staubkörner in die Ventile cinge* drungen oder durch Verbindung mit Fett und Oel die feineren Teile verkrustet sind.

Richt weniger wichtig ist die gute Trocknung und die trockene Aufbewahrung der Schläuche. Ihnen ist ganz besondere Sorgfalt zu widmen. Die Brandversicherungskammer leistet für die Ersatzbeschaffung von Schläuchen keinen Zuschuh mehr, deshalb haben die Gemeinden doppeltes Interesse, die Schläuche nicht an einem Garten­zaun ober in praller Sonne zu trocknen. Im ersten Falle bilden sich Wassersäcke, in der Folge Sporslecken und Bruchstellen, im zweiten Falle bleicht der Hans aus, es gibt undichte Stellen, der Schlauch wird hart und unbiegsam.

Verschiedene Male ist ein ilnglüd dadurch ent­standen, bah in Gebrauch genommene Leitern nicht vorher aus die Tragfähigkeit der Sprossen und Holme untersucht worben sinb. Die Leitern sind ebenso zu Pflegen, wie die übrigen Geräte, die Eisenteile sind einzufetten, bas Holzwerk soll nicht mit Farbe gestrichen, fonbern nur geölt werden, um auftretenbe Zerstörungen leichter feststellen zu können. Die Leitern auherhalb eines Gebäudes in Winb unb Wetter aufzuhängen, ist zu verwerfen, sie werden srüher zerstört, verziehen sich und gefährden im windschiefen Zustand die Steiger und Etrahlrohrführer. Eine Feuerwehrleiter sollte nie für andere Zwecke verliehen werden, wird sie dann Plötzlich be­stimmungsgemäß gebraucht, so ist sie entweder nicht gleich auffindbar ober Teile bavon sind zerbrochen. Ein kleiner Fehler an einer Haken­leiter oder Dachleiter kann schwerwiegende Fol­gen für den Benützer nach sich ziehen, sie müssen deshalb vor jedem Gebrauch geprüft werden, weil die Steiger ihnen ihr Leben anvertrauen.

Auch die übrigen Kleingeräte müssen stets in Ordnung gehalten und an dem für sie bestimm­ten Platz aufbewahrt tverden. Unbrauchbar ge­wordene Gegenstände sind aus dem Spritzen­haus zu entfernen.

Die Feuerwehr hat von der Gemeinde einen grohen Wert in Verwaltung übernommen, ihn zu erhalten ist nicht nur eine Pflicht der Ge­meinde, sondern allen Feuerwehrkameraden ge­genüber.

einer großen Gemeinde. Es kann nicht immer nach ihrem Kopf gehen, wie es ja leider zu Hause oft der Fall ist. Echte Kameradschaftlich­keit, gegenseitige Hilfe, all das lernt das Kind im Kreise seiner Mitschüler. Es mutz öfters auf eigene Wünsche verzichten und sich dem Gesamt­willen beugen. Hnb das ist gut so. In der Schule geht es nicht nach schönen Kleidern ober gut belegtem Butterbrot. Da sind alle gleich. Es wird einS gehalten wie das andere. Ganz ohne Kamps geht es freilich auch nicht immer ab. Aber für viele Muttersöhnchen ist es sicher eine gute Vorbereitung auf daS Leben.

Schauen wir hinaus in den ®arten! Der Frühling ist eingezogen, auf den Beeten blühen die Blumen: Stolze Tulpen, bescheidene Veil­chen und kleine Gänseblümchen. Aus den Bäu­men fingen Amseln, Drosseln und Finken. Bil­den sie nicht auch, trotz ihrer Verschiedenheit, eine Gemeinschaft, freuen sie sich nicht auch gemeinsam des Sonnenscheins und des Früh­lings? Genau so soll es in der Schule sein. Arm und reich, klein unb groß, schwach unb stark, blond unb schwarz, sie alle sollen sich wohl- füplen in ben Räumen, die sie heute zum ersten Male betreten. Sie kommen ja mit einem Herzen voll Freude, unb bie Schule wirb sie nicht enttäuschen. K. M.

Gießener Keuerwehrabschluß von 1929/30.

Rach dem jetzt vorliegenden Jahres­abschluß wurde die städtische Feuer­

wache vom 1. April 1929 bis 1. April 1930 in 15 6 Fällen in Anspruch genommen.

Im einzelnen verteilen sich die Alarmierungen auf: 10 Kellerbrände, 5 Zimmerbrände, 1 Dach- stuhlbrand, 9 Kaminbrände, 23 sonstige Brände, 1 Wald- und Rasenbrand, 1 Großfeuer, 3 aus­wärtige Brände. Zum Kellerauspumpen, Schacht­deckeleinsetzen, Pserdeheben, sowie zur Beseiti­gung von Erdsenkungen mußte bie Feuerwache 47 mal ausrücken, ebenso infolge blinben Alarms unb llnfugd 56 mal.

Bornotizen.

Tageskalenber für Montag. Stabt- theater:In der Johannisnacht", 20 bis 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Premiere,^d) glaub' nie mehr an eine Frau".

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: In ber morgigen AufführungClaoigo" von Goethe verabschiedet sich Franz Arzdorf, der die Titelrolle verkörpert, und Trude H e ß, die die Rolle der Marie spielt, von den Abonnenten der Winter­spielzeit. Das Stück beginnt nm 20 Uhr. Spielleitung Hans Tannert. Es wirken mit die Damen Fuhr­mann, Heß und bie Herren Arzdorf, Haeser, Hais, Nieren, Tannert, Zingel. Die letzte Vorstellung im April findet am Mittwoch, dem 30. April, statt. Auguste Prasch-Grevenberg, der Gast des Gießener Stadttheaters, wird zum letztenmal in der OperetteIn der Johannisnacht" auftreten. Fra» Prasch-Grevenberg wird, um anderen Engagements­oerpflichtungen nachzukommen, ihren Abschieds- abend mit dieser Vorstellung geben. Die Großmutter ist eine ihrer erfolgreichsten Rollen. Sie hat mit ihr

in ben Johannisnacht-Aufsührunaen tn Hamburg, Leipzig, Köln, Dresden. Bern unerhörten Erfolg unb Beifall geerntet und wurde aud) von Prelle unb Publikum in der Gießener Vorstellung lebhaft ge­feiert.

Schulbeginn. Der Unterricht in den hie­sigen höheren und Volksschulen wird morgen, am Dienstaavormitlag, wieder oufaenommen werden. Die Ausnahme der Abcschützen in den Volksschulen findet um 10 Uhr statt.

D i e Gießener Konfirmanden. Di« Konsirmationsfeicrn in den hiesigen evangelischen Gemeinden sind gestern zu Ende gegangen. Im ganzen wurden 313 Kinder konfirmiert, unb zwar aus der Matthäusgemcinde 82, der Markus- gemeinde 56, der Lukasgemeinde 71, der Johannes« gemeinde 45, der Luthergemeinde 32, der Petrus« gemeinde 27. Die Zahl ist in diesem Jahre erheb« lich geringer als früher, weil es sich um Kinder au» den Kriegsjahrgängen 1915 und 1916 handelt.

Ein Gewitter mit erheblichen Rieder- fchlägen und teilweise sehr heftigen elektrischen Entladungen zog am gestrigen Sonntagnachmittag in ber Zeit zwischen 4 unb 5 ilfcr über baS Wiesecker Tal hin und berührte auch untere Stadt, ohne unS jedoch größere Regenfälle zu bringen. In der Gegend von Trohe soll e» Hagelschlag gegeben haben, der aber keinen er­heblichen Schaben verursachte. Seinen größten Umfang scheint bas ilntoetter etwa um die gleiche Zeit in der Ebergegenb erreicht zu haben, worüber eine Meldung aus Korbach an anderer Stelle unseres Blattes berichtet.

F c ue r w c h r a u f m a r s ch. Aus Anlaß der heute beginnenden Reichsfeuerschutzwoche findet heute 20 Uhr ein Aufmarsch beider Freiwilligen Feuer­wehren auf Oswaldsgarten statt. Anschließend ist ein Umzug durch bie Stabt vorgesehen.

"MehrtägigeSperrung der Schützen- ftraße und Krofdorfer Straße. Da» Polizeiamt teilt mit: Am 28. April beginnt da» Sädtische Gas. unb Wasserwerk in der Rodheimer Straße mit der Verlegung der Wasserleitung nach Heuchelheim. Es muß hierbei die Schützenstraße unb Krofdorfer Straße durchquert werden. Eine Soer- rung der genannten Straßen ist nicht zu umaehen. Dom 28. April ab auf etwa vier Tage wird für Fahrzeuge aller Art die Stcdützenstraße und nach Beendigung der Arbeiten in der Schützenstraße die Krofdorfer Straße gesperrt. Während der Sperrung der Krofdorfer Straße erfolgt Umleitung durch die Schützenstrage.

Vorsicht bei Blumen st öcken und Blumenkästen auf den äußeren Fen- st e r b ä nf e n! Das Polizeiamt weift auf folgendes hin: Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit werden, wie alljährlich, Blumenstöcke unb Blumenkästen auf die äußeren Fensterbänke ausgestellt, ohne diese ge- hörig au befestigen. Nach § 366 Ziff. 8 des Reichs­strafgesetzbuches unb nach Art. 292 des Hess. Polizei- Strafgesetzbuches ist berjeniqe strafbar, der an einer öffentlichen Straße ober Wasserstraße, ober nach Orten hinaus, wo Menschen zu verkehren pflegen, Sachen, durch deren Umstürzen ober Herabfallen jemanb beschäbigt werben kann, ohne gehörige Be­festigung aufstellt oder aufhängt. Die Polizeibeam- ten sind angewiesen, Zuwiderhandlungen zur An­zeige zu bringen.

* Tagung der lutherischen Konfe­renzen beider Hessen. Man schreibt uns: Es fei auch an dieser Stelle hingewiescn auf die morgen und übermorgen von den lutherischen Konferenzen beider Hessen veranstaltete Tagung im Johannes- saal, bei der bie Universitätsprofessoren Geh. Rat D. Bachmann aus Erlangen und D. Sommer- lath aus Leipzig Vorträge über das Augsburgische Bekenntnis halten werden, sowie auf den morgen abend in der Johanneskirche ftattfinbenben Gottes- dienst. Näheres in der heutigen Anzeige.

** Zum Schutz des Waldes. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen erließ fol­gende Verfügung an die hessische Lehrerschaft: Mit dem beginnenden Frühjahr gilt es, den auf Schutz des Waldes gegen Verunzierungen und Beschädigun­gen gerichteten Bestrebungen, wie in ber Bergan- heil, so auch in diesem Jahre, die eifrigste Unter» stützung zuteil werden zu lassen. Mit dem Anwach- sen des Wanderverkehrs im Walde gewinnt die Auf­gabe, über die Schule auf bie heranwachsenbe Ju­gend erzieherisch einzuwirken, in zunehmendem Maße an Bedeutung. Ich empfehle Ihnen daher, feine Gelegenheit beim Unterricht oder bei Spazier­gängen vorübergehen zu lassen, ohne der Jugend den Schutz der einheimischen Tier- unb Pflanzen­welt und bie Dermcibung von unnötigen Verun­zierungen ber Natur ans Herz zu legen.

Verantwortlich für Politik: i. 23.: Ernst Blumschein.

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