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Protest des Hessischen Oberförsterverdandes gegen die geplantenVereinfachungWaßnchmen in derForstvenvaltung
Der Hessische Oberforster-Derbaird faßte, wie er uns mitteilt, durch Dorstandsbeschluß vom 22. Februar eine Resolution, in der es heißt:
»Die Denkschrift zum Entwurf des Staatsvoranschlags 1930 sieht bei der planmäßigen Vereinfachung der Staatsverwaltung u. cu vor:
Staatsfor st Verwaltung (Kup. 1) unter Wegfall von 7 bis 9 Forstämtern: 7 evtl. 9 Dorstandsstellen auf Inhaber, Wegfall von 44, evtl. 50 Staatsförsterstellen, sowie der 58 noch vorhandenen Kommunal» forstwarte unter Umbildung in 3 Staats- sorstwarts- und 28 Waldwärterstellen.
Der Laie muß glauben, daß hierdurch im Laufe der nächsten Iahre, wenn diese „Vereinfachung" voll durchgeführt ist, eine Summe von rund 300 000 Mark (Einsparung von Gehältern) in diesem „Verwaltungszweige" erspart werden könnten. Im Interesse des Staatsvermögens und der daraus fließenden Rente erscheint es uns nunmehr dringend erforderlich, die weitesten Kreise des Hessischen Volkes kurz aufzuklären über die in seinem^ Walde steckenden wirtschaftlichen Kräfte, deren Arbeiten und den mit Sicherheit vorauszusehenden Erfolg der beabsichtigten „Sparmaßnahmen".
Der Verwaltung der Hessischen Staatsforstverwaltung unterstehen:
Hektar Kameral» (Feld) Domänen im Eigentum des Volk-staats Hessen, Hektar Domanialwald,'
Hektar Wald im Eigentum hessischer Gemeinden.
Das Ministerpensionsgeseh im Reichstag angenommen.
t e n könnten. Die Mädchen würden von der Frpu Schmeling in Buenos Aires lediglich als Animierdamen in einem zweifelhaften Lokal angestell t."
Aus aller Welt.
Am Todestage des Reichspräsidenten Ebert.
Der Schriftsteller Koch-Wawra tödlich verunglückt.
Der auch unseren Lesern durch zahlreiche interessante Beiträge bekannte Schriftsteller Dr. Friedrich Koch-Wawra. der in Berlin-Staaken fliegen lernte, ist bei einer Landung in der Rähe von Wittenberg tödlich verunglückt. Koch-Wawra hatte, wie die Voss. Ztg. berichtet, bereits alle Prüfungen hinter sich und sollte seinen letzten äleberlandflug unternehmen. Bei dem Dorfe Radis wollte er eine Rotlan - düng vornehmen. Dabei rannte er mit dem Apparat gegen einen Baum. Zufällig vorbeikommende Arbeiter zogen den Schwerverletzten unter den Trümmern der Maschine hervor und sorgten für seine ^leberführung in das Paul-Gerhard-Stift in Wittenberg, wo er bald darauf starb.
Vier Schulkinder eingebrochen und ertrunken.
3n Ilz in Steiermark betraten vier Schulkinder im Alter von 12 bis 13 Iahren auf dem Heimweg von der Schule, obwohl die Schulkinder von den Lehrern wiederholt verwarnt worden waren, die Eisdecke eines Baches, dessen Wasser für einen Mühlenbetrieb geflaut und sehr tief ist. Die Kinder brachen ein und wurden von der Strömung unter der Eisdecke fortgetrieben. Sie haben ihren Leichtsinn mit dem Tode büßen müssen.
Berlin, 27. Febr. (VDZ.) Im Reichstag kommt Zur zweiten Beratung das Reichsmini st er- gesetz, durch das die Rechtsverhältnisse des Reichskanzlers und der Reichsminister geregelt werden sollen. Nach der Ausschußfassung der Vorlage beträgt das Gehalt des Reichskanzlers jährlich 45 000 Mark, das der Reichsmini st er 36 000 Mark, wozu Wohnungs. und Dienstauf - wandsentschädigung kommen. Eine Pen ° i o n soll den ausscheidenden Regierungsmitgliedern nicht gewährt werden, aber ein Uebergo n g s g e l d nach der Dauer der Amtszeit, jedoch auf mindestens sechs Monate und höchstens fünf Jahre nach der Amtsniederlegung. Für die ersten drei Monate soll das Wartegeld den vollen Betrag, ür die folgende Zeit 50 v. H. des Gehaltes betragen. Eine Ruherente von höchstens 12 000 Mark im Jahre sollen nur diejenigen Regierungsmitglieder erhalten, die im Amt ärbeitsun- ähig geworden sind oder beim Ausscheiden nach mindestens vierjähriger Amtszeit das 65. Lebensjahr erreicht haben. Der Ausschuß fordert in einer Entschließung, daß zurückgetretene Minister, die aus der Beamtenlaufbahn heroorgegangen sind, nach Möglichkeit in für sie geeignete $Reid)sbeamtenfteIIen a n g e » teilt werden.
Abg. Gottheiner (Dntl.) stimmt dem Grund- lebanken des Gesetzes zu, daß der parlamentarische Minister keinen Pensionsanspruch haben soll. Durch
Dominialwald 112 Millionen Mark, Gemeindewald 144 Millionen Mark.
Dieses Vermögen liegt im wahrsten Sinne des Wortes f e st. Waldverkäufe, die eine Mobilisierung auch nur kleiner Teile dieses Vermögens erlaubten, sind unmöglich, da jeglicher Käufer hierfür fehlt!
®er Staatsvoranschlag für 1930 sieht eine -Rente von 2,8 Millionen Mark aus dem Staatswalde vor, oder 37 Mark Ertrag pro Hektar, d. h., die im Domanialwald angelegten 112 Millionen Mark verzinsen sich zu 2,5 v. H. Es bedeutet dies eine Verzinsung des Waldkapitals, die sicherlich nicht gering ist, und die den Hessischen Staatswald mit zu den r en tci Bel ft en von ganz Deutschland macht! Ermöglicht wurden diese Erfolge nur durch bie vorbildliche Organisation der Hess ischen Staatsfor st Verwaltung, welche den Forstämtern und Förstereien die zur Erzielung höchster Rentabilität günst igste Größe gab. Hierin vor allem liegt der Schlüssel zur höchstmöglichen Rente. Daß diese günstige Flächengröhe nur allein von Sachverständigen für jeden einzelnen Fall beurteilt werden kann, bedarf keines Beweises. Ieder Kauf- mann mutz selbst beurteilen, wieviel Angestellte unb Arbeiter er am zweckmäßigsten in feinen Betrieb einstellt. Keine Behörde und kein Landtag denkt daran, ihm etwa vorschreiben zu wollen, er müsse 10 v. H. feiner Angestellten ent-
stehen noch 21 000 Hektar Privatwald 2- Klasse unter dem Hessischen Forstschutz, llnter- stcllt man den recht gering angenommenen Wert von 1500 Mark für einen Hektar Wald, so sind der Hessischen Staatsforstverwaltung allein an Wald riesige Vermögenswerte anvertraut, nämlich:
Republikanische Kundgebungen in Madrid.
Sanchez Guerra hält eine Rede gegen die Monarchie
Madrid, 28. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der frühere Ministerpräsident Sanchez Guerra hielt im Theater Carcuela vor etwa 3000 Personen eine Rede. Zahlreiche ehemalige Abgeordnete und Senatoren sämtlicher Parteien waren anwesend. Dank der Diktatur, so führte Guerra aus, orientiere sich die spanische Jugend, wenn sie nicht an sich von Grund aus republikanisch eingestellt sei, auf bie Republik h i n. Im Verlaufe der letzten drei Jahre habe bie Diktatur bie befte Propa- ganba zugunsten eines republikanischen Regimes gemacht. Es müsse eine strenge Untersuchung durch eine Kommission durchgeführt werden, um festzustellen, wer für die Schaffung der Diktatur verantwortlich fei. Die Feststellungen dieser Kommission müßten dem Parlament unterbreitet werden, das alsdann die Strafmatz- nah m en aussprechen würde. Er, Sanchez Guerra, sei wahrlich nicht Republikaner, aber er erkenne an, daß .Spanien das Recht habe, die Republik zu proklamieren, wenn dies Regime ihm zusage.
Das Theater, in dem Sanchez Guerra sprach, war telephonisch mit dem königlichen Palast und dem Ministerpräsidium verbunden, um die Rebe bes früheren Ministerpräsibenlen sofort borthin übermitteln zu können. Im Anschluß an bie Veranstaltung durchzogen gegen 3000 Personen, zumeist Studenten, unter Mitführung von Plakaten bie Hauptstraßen von Mabrib unter bem Rufe „E s lebe bic Republik", „Nieber bic Monarch! e!" Zwischen Polizei und Manifestanten soll cs zu mehreren Zusammen st ößen gekommen sein. An einer Stelle sollen junge, ber Aristokratie angehörenbe Leute auf Manifestanten gestoßen fein. Polizei habe eingreifen müssen, um bie Gegner zu trennen. Auch Automobile, besetzt mit Demonstranten, bie „Es lebe bie Republik!", „Weber ber König!" schrien, seien burch bie Straßen gefahren. Die Kunbgebungen ber Gegenseite sollen nur schwach gewesen fein. Bis in bie ersten Nachtstunben hat große Erregung in ber Stabt geherrscht, ohne baß es gu ernsteren Zwischenfällen gekommen sei.
Oie Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich.
Washington. 27. Febr. (WTB.) Mac Garrah hat fein Amt als Präsident der Acuhorler Bundesrcservebank niederge- le g t, weil er. wie man hier annimmt, zum Vorsitzenden der Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich aus- «erfefjCTt ist. Mac Garrah erklärte, daß er am Samstag nach Europa fahre, um an der formellen Organisation der B. I. Z. teilzuneh- men. Er fügte hinzu, datz die Beziehungen zwischen der B. I. Z. und den amerikanischen Dun- desrcservebanken ungefähr so eng sein würden, toie die Beziehungen zwischen den Bundesreservebanken und der Bank von England oder der Bank von Frankreich, aber auch nicht enger.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht empfing in Rom bie Vertreter der deutschen Presse, um ihnen Mitteilung von der erfolgten Unter- 56 1^11 ung des Konstitutionsaktes ber Bank für Internationalen Zahlungsausgleich unb seiner Ernennung zum Verwal - tungsratsmitglieb zu machen. Zwei wertere deutsche Verirrter für den Verwaltungsrat sollen spätestens drei Tage nach der Ratifizierung des Boungplans ernannt werden.
aber sie wolle bic Beamten nicht zum Instrument ber Parteiherrschaft machen.
Abg. Morath (D. V.) betont, bic in dem Gesetz vorgesehenen Gehälter seien angesichts ber Aufhebung der Pensionsansprüche wirklich nicht als übertrieben hoch zu bezeichnen, erst recht nicht das Wohnungsaeld. Der deutschnationale Antrag auf Herabsetzung des Wohnungsgeldes sei unberechtigt.
2lbg. Dr. Reinhold (Dem.) erhofft von ber Vorlage das Verschwinden der in bewußter Demagogie verbreiteten Legende von den Riesenbezügen republikanischer Staatsmänner. Durch eine loyale Auslegung des Gesetzes müsse verhindert werden, datz Beamte geradezu von ber Llebernahme eines Ministerposten8 abgeschreckt werben. Den sozialdemokratischen Antrag, wonach bie Ernennung eines neuen Reichskanzlers von dessen Amtsvorgänaer gegengezeich- net werden muß, würden die Demokraten adle h n e n.
Äbg. Stöhr (Rats.) erklärt, dem bestehenden Zustand gegenüber sei die Vorlage zwar ein Fortschritt, aber es sei immer noch viel zu viel, was den parlamentarischen Ministern geboten und gegeben werde. Die Rationalsozialisten würden bie Vorlage ablehnen. (2Ibg. Stöcker: „Wie steht es mit den Pensionen von Ludendvrff und Epp?) Wir haben immer Beschränkung der Pensionen auf 12 000 Mk. gefordert. Das gilt auch für Ludendorff.
Abg. Döbrich (Ehr.-Rat. Dauempart.) begrüßt die Vorlage und beantragt gleichzeitig im Ramen der Deutschen Bauernpartei die Herad- se h u n g d e r Gehälter auf 24000 Mark jährlich für die Minister und auf 30 000 Mark für den Reichskanzler. In der jetzigen Rotzeit muffe überall gespart werden, auch bei den Gehältern der hohen Beamten und bei den Abgeordnetendiäten. Die Benützung der Dienstwohnung müsse zu einer Muhvorschrift gemacht werden.
Damit ist bie Aussprache geschlossen. Heber § 14, der die Gehälter bestimmt, wird auf Antrag der Kommunisten namentlich abgestimmt. Gegen bie Ausschußfassung stimmen die Kommunisten, bie Rationalsozialiften, viele Deutschnationale und bie beiden Dauerngruppen mit Ausnahme des Abg. Dr. Fehr von der Deutschen Bauernpartei, der für § 14 stimmt. § 14 wird in der Ausschutzfassung mit 298 gegen 90 Stimmen angenommen. Abgelehnt wird der sozialdemokratische Antrag, wonach die Ernennung eines neuen Reichskanzlers von seinem Amtsvorgänger gegengezeichnet werden soll. — Die ganze Vorlage wird mit großer Mehrheit in zweiter Beratung angenommen.
Oie Wetterlage.
die Gewährung einer Ruherente bei Erreichung des 65 Lebensjahres werbe leiber biefe klare Linie verlassen. Der Rebner roenbet sich gegen einen von ben Sozialbemokraten eingebrachten Antrag, wonach bie Ernennung eines neuen Reichskanzlers nicht von ihm felbft gegengezeich- n e t werben soll, wie es jetzt bie Vorlage vorsieht. Die Deutschnationalen sehen eine unzulässige Beeinträchtigung ber E n t s ch l u ß s r e i - heil bes Reichspräsidenten in biefem Antrag unb würben bie ganze Vorlage ablehnen, wenn ber Antrag angenommen wirb. Wir find auch Dagegen, baß bas Wohnungsgelb ber Minister von 2500 auf 3600 Mark erhöht wirb.
Abg. Dr. Sche11er (Zentr.) begrüßt bie Vorlage, bie eine Lücke in ber Verfassung ausfülle. Er bekämpft ben sozialbemokratischen Antrag über bie Ernennung eines neuen Reichskanzlers mit ähnlichen Grünben wie ber Abg. Gottheiner. Die Vorlage fei geeignet, bas Vertrauen zu ben höchsten Beamten bes Staates zu stärken. Künftig werbe ein großer Idealismus bazu gehören, bas Amt eines Ministers ober eines Reichskanzlers zu übernehmen.
Abg. Colos ser (Wirtsch) erklärt: Das vorliegende Gesetz sei zu begrüben als erstes Anzeichen des Willens der Reichsleitung, ben gegenwärtigen schweren wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die Wirtschaftspartei sei nicht Gegner des Derufsbeamtcntums.
lassen. Cs wäre ja auch der größte wirtschaftliche Mißgriff, man zerstörte damit die Rentabilität des betreffenden älnternehmens. Uni) wie verhält es sich mit der Hessischen Staatsforstverwaltung, die ebenfalls ein wirtschaftlicher Betrieb ist? Seit Iahren werden ihr fortgesetzt bie unbebingt er» forderlichen Arbeitskräfte entzogen. Ihre vorbildliche Organisation ist bereits heute zerstört, 15 Forstämter und 186 Förstereien find verschwunden. Wie die Hessische amtliche Pressestelle selbst mitteilt, sinkt die Organisation der Hessischen Staatsforstverwaltung noch weit hinter die des Iahres 1879 zurück!
Kommt nun no'ch die in der Denkschrift zum Entwurf des Staat ^Voranschlags 1930 vorgesehene „Vereinfachung" der SiaatssorstLerwaltung hinzu, so sind mit Sicherheit die aller- schwersten wirtschaftlichen Schäden vorauszusehen, die die Rente auS bem Staats- unb Gemeindewald herabsinken lassen — ein merftoürbiger Erfolg der Sparmaßnahmen!
Die „Ersparnisse" von rund 300 000 Mark werden aufgehoben unb überboten burch:
1. Die Kosten ber Reuorganis ation. deren Betrag nicht abzuschätzen ist. Un» endlich viel unprobuktive Arbeit an allen Stellen ist hierzu erforderlich.
2. Aufstellung neuer Forsteinrich- tungen für die Forstämter, die mehr oder weniger alle „umorgani- fiert“ werden. Rechnet man diese Arbeit mit 1 Mark pro Hektar, so trägt der Staatsund Gemeindewald eine einmalige Belastung von 171 000 Mark. Die Forsteinrichtung, ist bekanntlich die Grundlage jeder Forstwirtschaft, wie die Inventur die Grundlage jeder kaufmännischen Bilanz ist.
3. Sinken der Reinerträge durch extensivere Wirtschaft — eine Dauererscheinung. Ihr Eintreten ist unabwendbar, denn die Sortierung des Holzes und die Konjunk- turausnuhung beim Holzverkauf mutz unter der Vergrößerung der Aemter und Förstereien leiden. Schätzt man das hierdurch verursachte Sinken des Durchschnitt'festmeter- Preises sehr vorsichtig auf nur 75 Pfennig, fo bedeutet dies bei einem Iahreseinfchlag im Staatswald von 400 000 Festmeter den dauernden Ausfall von 300 000 Mark.
4. Sinken des Zuwachses aus dem gleichen Grunde. Die so außerordentlich wichtige sorgfältige Auszeichnung aller Hiebe wird durch Mangel an Arbeitskräften (Forstmeister unb Forster) verhinbert. Sinken des Zuwachses bebeutet aber — Sinken ber Rente! Ohne das Kapital zu schädigen, kann man nur den jährlichen Zuwachs eines Waldes jährlich wieder hauen, sinkt dieser Zuwachs — so muh der Iahreshiebsah und damit die Rente herabgesetzt werden. Zahlenmäßig diesen Vorgang schon heute zu erfassen, ist nicht möglich.
Deshalb geht unsere Forderung im Interesse des ganzen Landes dahin: Der Hessische Staats- unb Gemeindewald, das größte Vermögensobjekt des hessischen Volkes, darf nicht angetastet werden! Die höchste Rente daraus muß sichergestellt werden! — Cs gibt nur einen Weg — Hände weg von der Organisation der Hessischen Staatsforstverwal- hing!"
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Wettervoraussage.
Das französische Tief füllt sich auf, unb über Zentraleuropa setzt Barometeranftieg ein. Reste milder Luft, welch« zwischen Elbe unb Oder noch vorhanden sind, haben sich dort auf bie Temperaturen aurgewirkt, währenb im Westen unter dem Zustrom kühler Lust bereits wieder Temperaturriickgang ein» fetzt. Der erneute Hochdruckeinfluß wird die nächsten Tage wieder bestimmend für die Wetterlage, fo daß abgesehen von lokaler Rebelbildung vielfach heiteres Wetter herrscht. Die Temperaturen, welche der Gin» und Ausstrahlung unterworfen sind, gehen nachts bis- in Gefrierpunktsnähe und etwas darunter zu- rück, während sie tagsüber wesentlich ansteigen.
Wettervoraussage für Samstag: Bis auf stellenweise Rebelbildung und zeitweise leichte Bewölkung meist heiteres und trockenes Wetter, Temperaturen nachts um Aull und etwas darunter.
Witterungsaussichten für Sonn tag: Fortdauer der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 27. Februar: mittags 7,2 Grad Celsius, abends 3,1 Grab: am 28, Februar: iporgens —2 Grab. Maximum 7,3 Grab, Minimum — 2,5 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Februar: abenbs 3,8 Grab: am 28. Februar: morgens 1 Grab Celsius. — Nieberschlag 0,1 mm. — Sonnenscheinbauer eine halbe Stunbe.
Amtliche Dinlerfportnachrlchlen.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, 2 Grad, 14 cm Schnee, im Walbe Pulverschnee, sonst verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — HerchenhainerHöhe: Klar, 2 Grad, Schneedecke durchbrochen, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel mäßig.
Sauerland. W in terberg: Bewölkt, 1 Grad, geringe Schneedecke, nur stellenweise Sportmöglichkeit vorhanden.
Schwarzwald. Feld berg: Klar. minuS 3 Grad, 98 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.
Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, 2 Grad, 15 cm Schnee, vereist. Sportmög» lichkeit für Ski und Rodel gut.
Harz. Schierke: Bewölkt, 1 Grad, 15 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
rück und das Kapitel fand Genehmigung. — Gegenüber dem Vorjahr sind rund 23 000 Festmeter Holzschlag mehr vorgesehen, um die im vergangenen Iahre für 3 Millionen Mk. an» gekauften 1080 Hektar Wald ber Fürstlich Isen» burgschen und Gräslich-Crbachschen Reviere zu verzinsen und zu amortisieren. Die Amortisation soll in 20 bis 25 Iahren durch Mehrholzschlag in den Staatswaldungen erfolgen, ein Verfahren, das im Ausschuh Zustimmung fand.
Es folgte dann die Beratung der Ausgäbe ns ei t e des Kapitels. Der Etat sieht vor: 14 (seither 8) Oberforstmeister, davon drei Inhaberstellen, und 57 (seither 64) Forsträte und Forstmeister. Die Sozialdemokraten beantragten, bie Gesamt st ellenzahl von 71 auf 58 herabzusetzen. Die Kommunisten verlangten eine 50prozentige Herabsetzung der Akademikerstellen, während die Demokraten 10 Stellen auf den Inhaber gesetzt wissen wollten. Die Regierung wandte sich gegen diese Vorschläge, da infolge der Eigenheiten des Landes zur Zeit eine weitere Ver - Minderung nicht eintreten könne. — Rach Ablehnung des kommunistischen Antrags stellten Sozaldemokraten und Demokraten ihre Anträge bis zur Beratung des allgemeinen Sparprogramms zurück.
Aufhebung her Immunität des Abgeordneten Sumpf.
Darmstadt, 27.Febr. (WHP.) Der Gesetz- gebungsausschuß bes Hessischen Lanbtages befaßte sich mit bem von ber Staatsanwaltschaft eingeleiteten Strafverfahren gegen ben kommunistischen Abgeordneten Sumpf wegen dessen B e - teiUgung bet ben Vorgängen in den Opel - Werken am 2. Februar. Von der Regierung würbe mitgeteilt, daß der Preußische Landtag diesmal die Strafverfolgung gegen ben in Rüsselsheim mitverhafteten Abgeordne- ten Müller zulassen werbe. Die Parteien sprachen sich in biefem Falle für die Aufhebung der Immunität aus, unb ber Ausschuß beschloß einstimmig, ber Strafverfolgung gegen den Abgeordneten Sumpf stattzugeben.
Der Reichskanzler hat den Präsidenten Landesfinanzamts Karlsruhe, Geheimrat Stamer, ersucht, am Todestag des Reichspräsidenten Ebert an dessen Grab in Heidelberg einen Kranz mit der Aufschrift „Der Reichskanzler und bie Reichsregierung" nieberzulegen.
Der 21rtif(innentransport nach Buenos Aires.
Zu ber Angelegenheit ber für ein angebliches Va- rietö-Unternehmen nach Argentinien engagierten Ar- tistinnen, bei deren Abreise vom Lehrter Bahnhof in Berlin es zu erregten Szenen kam, berichtet das „Tempo", daß der argentinische Konsul in Berlin bie Visierung de r Pässe verweigert habe, weil die Verträge der Mädchen in kaum ver
hüllter Form die Verpflichtung zur geheimen Prostitution enthielten. Die Unternehmerin, die die zwölf Mädchen engagiert hatte, sei eine Frau Schmeling, bie bie Verträge im Auftrage ber Firma Clark in Buenos Aires abgeschlossen hat. Die Firma Clark besitze in Buenos Aires und anderen argentinischen Städten Varietes, Kaffeehäuser und andere Unterhaltungslokale, bie, „Tempo" zufolge, burchweg als Untern ehmungen allerzweifelhafte st er Sorte anzu - sprechen s e^e n. Für diese Unternehmen habe Frau Schmeling schon im vergangenen Jahr einige Mädchen engagiert, von denen zwei nach ihrer Rückkehr in einem von der Internationalen Artistenloge aufgenommenen Protokoll erschütternden Aufschluß über bie „artistische Tätigkeit" gegeben hätten, bic ihnen in Argentinien zugemutet worben wäre.
Der argentinische Konsul hat der „D. A Z." noch folgendes erklärt: „Sowohl bie Polizeirätin Masse im Berliner Polizeipräsibiurn als auch bie Internationale Artistenloge haben bei Anfrage des argentinischen Konsuls über bie Personalien ber Frau Schmeling erklärt, daß sie eine Erteilung des EiW


