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Rabenau zu Gast. Ich war gegen elf ilpr tn mein Bett gestiegen hier konnte man wirklich von6teigen reden, denn die Decke und die Kissen türmten sich wie Berge vor mir auf - und war im Begriff, einzuschlafen, als ich einen festen Schritt auf der gefrorenen Straße hörte. Ss war einen Augenblick ruhig, dann folgte das Tuten, genau unter meinem Fenster. Durch die Stille der Rächt ergoß sich der Ton des Hornes in einer Starke, daß ich zusammenfuhr. Das Blasen schien kein Ende zu nehmen. Der bekannte Spruch mit der Mahnung, Feuer und Licht zu verwahren, schloß sich an. Darauf stapfte der Nachtwächter weiter.

Unb wie es so geht: Nachdem ich also wußte, daß es elf Ahr war, und noch über das seltsame Erlebnis nachdachte, kam ich nicht mehr zur Ruhe. Ich wollte einschlafen, konnte es aber nicht. Wenn ich einen Schritt auf der Gasse hörte, glaubte ich, es sei der Nachtwächter. Es war schließlich so weit, daß ich beschloß, bis zwölf Ahr zu warten, dann aber rasch einzuschlafen. Aber es kam ganz schlimm. Ich habe in der Nacht fein Auge zugetan, denn diese ewige Erwartungsangst, jetzt kommt er wieder, ließ mich überhaupt nicht zur Ruhe kom­men. Am anderen Tage lernte ich den tüchtigen Nachtwächter persönlich kennen. Ich erzählte ihm von meiner schlaflosen Nacht. Da lächelte er und sagte:Alles, wie man's gewöhnt ist. Die Leute hier im Dorf werden nicht mehr wach."

Der Postillon mit dem Hom gehört der Ver­gangenheit an, die Nachtwächter, wie sie einst Richter und Schwind zeichneten, mit der La­terne, der Hellebarde und dem begleitenden Hunde, auch sie sind nicht mehr. Wohl macht der Dorfwächter noch seinen Rundgang, aber ohne Lampe, meist auch ohne Hund. Man hört ihn nicht mehr. DaS Blasen hat aufgehört, die ernsten Mahnungen, die vielleicht gar manchen, der nicht schlafen konnte, ins Herz trafen, sind verstummt. Ein Stück Dorfpoesie ist verloren ge­gangen. Der Nachtwächterversieht seinen .Dienst", geht zur bestimmten Stunde an die Stechuhr und macht sein Zeichen, das am andern Tage kntroliiert wird.

Ich bin noch bei vielen Gelegenheiten den Dors- wächtem begegnet und habe besonders im Win­ter, bei großer Kälte und, wenn Schnee und Degen vermischt uns vom Winde ins Gesicht geschleudert wurde, Mitleid mit ihnen gehabt. Wir andern Sterblichen eilen, daß wir in unser warmes Zimmer kommen, er aber muh seinen Dundgang fortsetzen. Stunde für Stunde. Wäh­rend der Nacht ist er zwar Selbstherrscher in dem Dorfe. Er gebietet in den Wirtschaften Feierabend, wenn es Zeit ist. Da muh sich jeder, selbst der Herr Bürgermeister, seinem Befehle fügen. Er allein weiß oft, warum noch in diesem oder jenem Hause die ganze Nacht das Licht brennt

hinter der Linde hört er noch ein flüstern­des Pärchen. Aach sie keimt er, schaut aber nach der andern Seite, als ob er nichts gemerkt hätte. Stunde für Stunde pilgert er durch das nächt­liche Dorf. Er hat niemand, mit dem er sich unterhalten kann. Stumm und ergeben stapft er durch die stillen Gassen, bis das erste Morgen­grauen am Himmel sich zeigt Dann ist seine Ar­beit getan. Er läutet ben neuen Morgen ein und kann sich nun auch zur Ruhe begeben.

Ein stilles Amt, kaum bemerkt und selten an­erkannt von den meisten Menschen, weil sie nicht sehen, wie und warm der Wächter seinen Dienst tut Aber es muh auch fein. Gar mancher Diebstahl blieb unausgeführt, gar mancher Scha­den wurde durch treue Nachtwächter verhin­dert. Der erste Feuerschein wird nur von ihm Jbemerft

Ich sitze im weichen Sessel des Autos. Draußen lobt der Novembersturm. Lind immer wieder sehe ich den einsamen Wächter, wie er auf dem Kreuzweg des Dorfes steht. Bd.

Einrichtung von Poststellen.

Aus Anlaß der Umgestaltung des Landpostd ienstes werden am 5. Dezember in folgenden Orten des Kreises Poststellen eingerichtet werden: Rödgen, Trohe, Alten-Duseck, Bersrod, Winnevvd, Lindenstruth, Saasen, Har­bach, Hattenrod, Burkhardsfelden, OpPeniDd. Al- bach, Steinbach und Annerod. Mit den Poststellen sind öffentliche Fernsprech st el len ver­bunden. Die Poststellen haben die Befugnis xur Annahme und Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Vermitt­lung von Gesprächen. Sie nehmen ferner Bestel­lungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlen für ihren Zustellbereich die Renten auö.

3m Brief verkehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb des eigenen Zustellbererchs der Poststellen. Wenn Poststellen mit anderen Post­stellen oder Postanstalten in derselben Gemeinde liegen, gilt in ihrem gegenseitigen Verkehr die Ortsgebühr. In allen übrigen Fällen gilt die Fern gebühr.

Sämtliche Poststellen werden dem Postamt G i eh e n, das als Leitpostamt gilt, unterstellt und werden amtlich bezeichnet mit dem Namen des Ortes, in dem sie liegen, sowie dem Namen des Leitpostamtes mit dem ZusatzLand", z. D. Rödgen, Giehen Land".

Daten für Freitag, 28. November.

Sonnenaufgang 7.37 Hfjr, Sonnenuntergang 15.58 Ahr. Mondaufgang 13.20 Ahr, Mond- untergang 23.49 Ahr.

1830: der Komponist Anton Rubinstein in Wechtwotynetz geboren; 1881: der Dichter Ste- phan Zweig in Wien geboren; 1889: der schwei­zerische Dichter Konrad Ferdinand Meyer in Kllchberg gestorben.

Bornotizen.

Ta geskalender für Donnerstag. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbe­treibende: Vortrag von Unio.-Professor Dr. Lenz überDie deutsche Volkswirtschaft im Zeitalter des Hochkaoltalismus", 20.15 Uhr, im Hörsaal 44. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Korvettenkapi­tän" (mit Harry Liedtke). Astoria-Lichtspiele: Adjutant des Zaren" undWeltmeister Max Schmeling".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Samstag findet im Freitagabonnement die Erstaufführung des musi­kalischen Lustspieles:Meine Schwester und ich" unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch mit eigenem Ensemble statt. Berr und Derneuil haben dieses Lustspiel verfaßt, das von dem bekannten Komponisten Ralph Benatzky zu einer Iazzoperette umgewandelt wurde. Dieses Lustspiel (oeutsch von Robert Blum) erzielte in letzter Spielzeit an allen größeren Bühnen Kassen- und Serienerfolge. Musikalische Leitung. Kapellmeister C u j 6. Einstudierung der Tänze

Geflügel-Ausstellung in Nidda.

A Nidda, 24. Nov. Die am Samstag und Sonntag in der hiesigen Turnhalle vom Geflü­gelzuchtverein Nidda veranstaltete De- zirks-Geflügelausstellung für den 3. Bezirk OberhessenS, der die Geflügelzuchtvereine Altenstadt, Büdingen, Dauernheim, Düdelsheim, Gedern, Hungen, Laubach, Nidda, Schotten und Selters vereinigt, wies bei 560 Nummern über 700 Ausstellungstiere auf. Die Ausstellung bot ein farbenreiches und anschauliches Bild des gegenwärtigen Standes der Kleintierzucht des Bezirks. Der Besuch war bereits am Samstag sehr gut. Am Sonntag fanden sich viele Inter­essenten aus dem ganzen Bezirk ein. Einen lehr­reichen Vorttag über Rassen- und Leistungszucht hielt am Sonntagvormittag der Vorsitzende des Starkenburger Geflügelzüchterverbandes. PH. D r o h m aus Darmstadt.

Mit der Ausstellung war eine Prämiie­rung der schönsten Tiere verbunden, die von den Preisrichtern L. Mogk (Echzell), Hrch. Jäger (Ober-Hörgern), Karl D ö l z i n g (Nidda) und vom Landwirtschaftskammersekretär Philipp (Gießen) vorgenommen wurde. Die zuerkannten Preise waren s) zahlreich, daß wir hier nur die Träger der Ehrenpreise und der ersten Preise nennen können. Es erhielten solche aus

Abteilung I, Kaninchen: Fritz Günther (Büdingen) I. Preis, Karl Zintel (Anter-Schrnit- ten) 1. Preis, Wilh. Senger (Düdelsheim) 1. Pr., Karl Müller (Nidda) Ehrenpreis und 1. Preis, Wilh. Heß (Echzell) Ehrenpreis.

Abteilung II, Zucht st ämme Hühner: Ehrenpreise: Otto Spengler (Grund-Schwalheim). Wilh. Horst (Ruppertsburg), Wilh. Schughart (Gettenau), Ed. Baer (Nidda) und H. Harth (Nidda), K. Spamer III. (Schotten). Wilh. Heß (Echzell), Ph. Ostheim (Echzell), PH. Schäfer (Bingenheim), Julius Simon (Echzell), Wilh. Rau (Echzell), Derselbe, Wilh. Reitz II. (Ech­zell). Geflügelhof Ruof (Selters). K. Duttton (Röthges), Adolf Rachschlag (Nidda). Adolf Eteul (Dettenhausen), Julius Rothenberger (Ge­dern), Hermann Leopold, Hermann Roth (Nidda), Th. Wetzler (Schotten), Eduard Schäfer (Mu- schenheim), Eduard Schäfer (Dettenhausen), W. Horst (Ruppertsburg), W. Heß (Echzell), Herrn. Roth (Nidda), I. Kranz (Schotten), Ed. Daer (Nidda).

Abteilung IV: Tauben: Ph. Ostheim (Echzell). Th. Vogt (Reichelsheim), K. Keller (Freienseen). K. Pih (Laubach), Hch. Meerbott (Wetterfeld Th. Vogt (Reichelsheim), W. Reitz II. (Echzell). Rudolf Stoffel (Ech­

zell). Rudolf Henrich (Höchst a. d. Nidder). Wilh. Groth I. (Echzell). Karl Keih (Nidda). 3. Kranz (Schotten), Herrn. Roth (Nidda), Adolf Rathschlag (Nidda). Außer diesen aufgeführten Ehrenpreisen wurden für Hühner 34 und für Tauben 35 erste Preise zuerkannt.

Abteilung V: Wasser- und Zierge- f lügel: Friekwich Wolf (Laubach) 1.Preis, Ph. Osthmm (Echzell) 1. Preis. Th. Eise (Schotten) Ehrenpreis, Wich. Heß (Echzell) 1. Preis, Th. Wetzler (Schotten) Ehrenpreis, Otto Lehmann (Haubenmühle) 1. Preis, Paul Grauer (Hauben­mühle) 1. Preis. Peter Roch (Dauernheim) 1. Preis. Stto Wolf IV. (Wohnbach) Ehrenpreis und 1. Preis.

Die Medaille für beste Gesamtlei­stung erhielten für Hühner: Eduard Daer und Heinrich Harth In Nidda; für Tauben: Julius Rothenberger (Gedern) und Theodor Vogt (Rei­chelsheim), und für Wasser- und Ziergeflügel: Otto Wolf IV. (Wohnbach).

Erste Preise für Hühner erhielten: L. Matthes (Dauernheim), 3ulius Rothenberger Gedern), Hch. Jammer (Michelnau), Wilh. Schug­hart (Gettenau), Wich. Groth I. (Echzell), Hch. Harth (Nidda), Ph. Ostheim (Echzell), Otto Gras (Schotten), 3ulius Simon (Echzell), Wich. Rau (Echzell). Willi Kahl (Selters), Adolf Rathschlag 1. (Nidda), E. Daer (Nidda). K. Pitz (Laubach). Herrn. Döpfer (Langd). Hch. Krantz (Düdingen), zwei 1. Preise: Georg Haas (Gedern), Hch. Högy (Laubach), Hch. Dinding VI. (Echzell), K. Nebe (Hennettenhof), W. Horst (Ruppertsburg), K. Duttton (Röthges), Herm. Hofmeister (Düdingen). Georg Gunkel (Wetterfeld). Willi Reinhard (Dauernheim), K. Pitz (Laubach), Rud. Stoffel (Echzell), Otto Lehmann (Haubenmühle). Ed. Daer (Nidda), Th. Eise (Schotten), Marttn Schneider (Schotten).

Erste Preise für Tauben: Ph. Ostheim (Echzell), Th. Vogt (Reichelsheim), Derselbe, H. Högy (Laubach), H. W. Meub (Stammheim), K. Pih (Laubach). Georg Hupfer (Schotten), 3oh. Trautmann (Schotten), W. Reitz II. (Echzell), L. Matthes (Dauernheim), Herm. Roth (Nidda), Th. Vogt (Reichelsheim), Adolf Rathschlag I. (Nidda), Frau Döcher (Echzell), Rud. Henrich (Höchst a. d. Nidder), Rud. Henrich (Höchst a. d. Nidder), Karl Keiß (Nidda), Karl Pih (Laubach), W. Diedenkopf (Münster), 3oh. Trautmann (Schotten). Karl Feick (Rainrod). W. Möbs 1. (Echzell), Herrn. Hofmeister (Büdingen), K. Feick (Rainrod), 3ulius Rothenberger (Gedern) zwei erste Preise.

Ewald ulke. Die Gxl-Dühne, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert österreichische Heimatkunst vermittelt und ihren ständigen Sih im Wiener Raimundtheater hat, schuf sich einen Ehrenplatz durch die Wiedergabe der Werke öster­reichischer Dramatiker. Die Gxl-Dühne gasttert am Dienstag. 2. Dezember, mit Schönherrs Ko­mödieErde".

Vom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Mit dem nächsten Solistenkonzert am Sonntag, 30. November, welches ausnahmsweise um 17.30 Ahr in der Aula beginnt, wird dem musikalischen Publikum Gießens insofern etwas ganz Besonderes geboten, als zwei Solisten zu Wort kommen, die nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt einen großen Ruf als Künstler allerersten Ranges genießen: Adolf Dusch und Rudolf Serkinl Mit dem Namen Dusch verbindet sich die Empfindung einer ganz eigenartigen musikalischen (Begabung, und mit Recht wird er als der beste deutsche Geiger gepriesen. Der Vater Buschs war Geigen­meister in Siegburg und später in Siegen, und alle vier Söhne sind hervorragende Musiker ge­worden. Der älteste Sohn Fritz Dusch, aus­gezeichneter Pianist, ist ©eneraünufitbirdtor in Dresden. Ein anderer, leider früh verstorbener Bruder war ebenfalls Pianist. Der jüngste ist Cellist. Adolf Busch, geboren 1891, kam schon 1902, von Fritz Steinbach sehr gefördert, auf das Konservatorium in Köln. Noch als Schüler spielte er zu Max RegerS größtem Erstaunen dessen schwiettges Violinkonzert auswendig. 1908 ging er zu Professor Grüters nach Bonn zum Studium der Komposition (1913 wurde er Grüters Schwiegersohn). 1912 Konzertmeister unter Fer­dinand Löwi in Wien, 1918 wurde er als Nach­folger von Henri Marteau an die Hochschule für Musik nach Berlin berufen. Nach vor­übergehendem Aufenthalt in Darmstadt siedelte er nach Basel über. Durch ausgedehnte Konzert­reisen im 3n- und Ausland hat er sich den Ruf eines wahrhaft großen Geigers errungen. Sein ständiger Begleiter Rudolf Serkin ent­stammt ebenfalls einer Musikerfamilie (geboren 1903 in Eger in Böhmen). Er studierte in Wien und hat sich seit seinem ersten Auftreten 1920 in Berlin einen großen Namen als Pianist ge­schaffen. 3n aller Erinnerung ist wohl noch fein Klavierabend hier im Februar 1925, der mit allseitiger Begeisterung aufgenommen, eine glän­zende Kritik fand. So wird man mit nanz be­sonderer, hoher Erwartung diesem außerordent­lichen Konzerlabend entgegensehen I Alles Nä­here in den Anzeigen.

DerSängerkranz" Gießen veran­staltet am kommenden Sonntag im Saale des Ge­sellschaftsvereins ein Konzert, zu dem Mitglieder und geladene Gäste Zutrttt haben. Zur Auffüh­rung gelangen Werke von Schubert und Schu­mann. Auswärttge und hiesige Künstler haben ihre Mitwirkung zugesagt. Näyeres in der gestri­gen Anzeige.

Die Deutsche Dau- und Sied­lungsgemeinschaft lädt in unserem heu­tigen Anzeigenteil zu einem Vortrag am kom­menden Samstag in den Saal der Gastwirtschaft von Faulstich, Bahnhofstraße, ein. (Siehe An­zeige.)

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 130 an; (Butter 150 bis 160; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Anter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 50 bis 70; Zwie­beln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarz­wurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepfel 25 bis 40; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 100; Suppenhühner 90 bis 100;

Gänse 80 bis 100; Nüsse 40 bis 60; daS Stück: Tauben 50-bis 70; Eier 16 bis 18; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,20 bis 2,50; Weißkraut 3; Wirsing 4; Rotkraut 5 Mark.

* Eine öffentliche Mahnung zur Entrichtung von rückständigen Steuern und Ab­gaben bis spätestens zum 5. Dezember veröffent­licht die Gießener Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil. Auf die Bekanntmachung fei be­sonders hingewiesen.

Das Oberhessische Schwurgericht wird am 2. Dezember eine Sitzung in Gießen ab­halten. Angeklagt sind Wilhelm Kaiser von Storndorf und Emma Wolf von Meiches wegen Totschlags. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Iustizrat Weidemann, die Vetteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Katz, Gießen.

* Die zweite Abendandacht für Studenten findet am Freitag, 28. November, um 20.30 Ahr pünktlich In der Kapelle auf dem Alten Friedhof statt. Die Andacht ist als Ad­ventsfeier gedacht. Die evangelischen Gemeinde­glieder der Stadt haben dazu freien Zutritt.

** Einbruchin Friedberg. 3n der letzten Nacht wurde in ein Konfektionsgeschäft in Fried­berg eingebrochen und eine größere Anzahl An­züge gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen durch die Friedberger Polizeibehörde und die Lan­deskriminalpolizeistelle in Gießen sind im Gange.

* Sparer- und Rentnerver samm- l u n g. Die von den hiesigen Ortsgruppen des Hypotheken gläubiger- und Spar er-Schutzverban- des (Sparerbund) und des Deutschen Rentner- Bundes am Freitag veranstaltete Versammlung hnPfälzer Hof" hatte einen sehr starken Be­such aufzuweisen. Nach Eröffnungsworten des Vorsitzenden Reiber behandelte Rechtsanwalt L u l e y in einem einstündigen Vortrage die am 1. Oktober in Kraft getretenen Gesetze über die Bereinigung der Grundbücher" und über die Fälligkeit und Verzinsung der Aufwertungs­hypotheken". Der Vortragende gab wertvolle Hin­weise auf alle Punkte, die bei der Regelung der einschlägigen Fragen zu beachten sind, und wies darauf hin, daß Antätigkeit und Nichtbeachtung der neuen Gesetze zu schweren Dechtsverlusten führen kann. Anschließend an diesen Vortrag sprach der Vorsitzende der Sparerbundortsgruppe Wetzlar, Kaufmann Witt, über das Thema.' Warum kämpft der Sparerbund auch fernerhin für das deutsche Dolksrecht?" Der Redner be­sprach die Ur fachen der heutigen wirtschaftlichen Notlage und führte u. a. aus, daß nicht allein der verlorene Krieg an unserem Elend schuld fei, sondern auch die allgemeine Nichtachtung und Untergrabung von Moral und Recht. Die Kapitalflucht inÄ Ausland sei ein Zeichen man­gelnden Vertrauens zur Regierung und zur Nachkriegs-Gesetzgebung, deren schlimmstes Er­gebnis die verhängnisvollen Aufwertungsgesetze feien. Nur die Wiederherstellung des Rechtes könne den schon fast vernichteten deutschen Mit­telstand vor noch größerem Elend bewahren und Deutschland wieder zu Ansehen und Macht in der Welt verhelfen. Den mit Beifall aufgenom­menen Ausführungen beider Redner schloß sich eine Aussprache an.

* Die oberhesf ischen evangelisch- kirchlichen Frauenvereine hielten am Dienstag im Caf6 Leib eine stark besuchte Ver­sammlung unter der Leitung der Vorsitzenden Frau v. W u s f o w, Darmstadt, ab. Pfarrer Probst aus Frankfurt-Oberrad hielt einen Vor­trag über das ThemaDie Sünde der Gleich­gültigkeit", in dem er auf die vielfachen christen- und kirchenfeindlichen Bestrebungen hinwies und alle evangelischen Vollskreise zu energischem Kampf für die evangelische Kirche und ihre Mission in der Welt auf rief. Unter dem Ein­druck des Vorttages wurde auf eine Aussprache

verzichtet und die Versammlung mit gemein* samem Liedgesang geschlossen.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

X W i e f e cf, 26. Nov. Ihren 8 0. Geburts­tag kann am Freitag, 28. d. M., Frau Mar­garete Balser, geb. Wagenbach, Witwe deS verstorbenen Weichenstellers i. R. Karl Balser I., begehen; sie stammt aus Alten-Duseck. Die geistig regsame Frau erfreut sich noch einer leidlich guten körperlichen Rüstigkeit.

X Klein-Linden 26. November. Der Land­wirt und Kirchenvorsteher I. Theis konnte sei­nen 81. Geburtstag in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit begehen Der alte Herr steht noch seinem landwirtschaftlichen Dettiebe vor. Der hiesige Posaunenchor erfreute den Ju­bilar durch ein Ständchen. Die Arbeiten am Dau der hiesigen Wasserleitung haben be­reits sehr gute Fortschritte gemacht. Diele Er­werbslose finden dabei (Beschäftigung, so daß die Zahl der Arbeitslosen hier erheblich^zurückgegan- gen ist.

LI Grohen-Linden, 26. Nov. Dom 6. De­zember ab sind bei der hiesigen Fahrkartenaus­gabe Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. und Dad-Nauheim erhälllich

L Leihgestern, 26. Nov. Gestern gegen 18 Ahr kehrten die Landwirte Albert und Wil-

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Helm Faber vom Holzfahren aus dem Walde zurück. Anterwegs begegneten sie einem neun­jährigen Mädchen aus dem (Bergwerk. Als sie kaum einige Minuten gefahren waren, hörten sie das Mädchen schreien. Sofort die Gefahr er­kennend, lief Albert Faber dem Kinde nach. Als er in die Nähe kam, sprang ein Mann von der Kleinen weg, der sich an dem Kinde ver­greifen wollte. Leider gelang es Albert Faber nicht, den Menschen festzunehmen, da er im Dunkel des Waldes verschwand. Die Kleine wurde unter sicherer (Begleitung nach Hause verbracht. Dieser Fall zeigt erneut, daß Eltern ihre Kinder nie bei Dunkelheit allein weg­schicken sollen!

§ Saubringen, 26. Nov. Dieser Tage feierte der Reichseisenbahn-Anterassistent i. R. Wil­helm Grölz von hier seinen 75. Geburts- t a g. Aus diesem Anlah wurden ihm viele Glückwünsche, u. a. auch von der Reichsbahn­direktion Frankfurt, dargebracht. Der Jubilar stand 41 Jahre im Dienste der Reichsbahn.

+ Grünberg, 26. Nov. Die Ortsgruppe Grünberg der Deutschen (Bau - und Sied­ln n g s ge m e i n s ch a f t GmbH, hielt am Sonn­tag eine Versammlung ab, in der vor etwa 50 Interessenten der Landesgeschäftsführer Lang (Butzbach) überWesen und Ziele der Gesell­schaft" sprach. Der Redner stteifte die Wohnungs- not, erinnerte an die Krisen des Wohnungsbaues und der Kapitalbeschaffung und sprach dann über das Wirken der Dau- und Siedlungsgemeinschaft. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an oie Besucher, die Jugend möglichst frühzeitig zum Kollektivsparen anzuhalten. (Bei der letzten Darlehensvergebung der DBS., die am 20. No­vember erfolgte, seien auf folgende Orte im Kreise Gießen Daudarlehen entfallen: Giehen 1. Trais-Horloff 1, Lauter 1, Lollar 1; im Kreise Alsseld: Mücke 1; im Kreise Lauterbach: Angers­bach 1.

O Holzheim, 26. Nov. Im abgelaufenen Kirchenjahr starben hier 12 Personen. Davon waren drei zwischen 70 und 80 und drei über 80 Jahre alt. In unserem etwa 1200 Ein­wohner zählenden Dorf gibt es zur Zeit ungefähr 70 Leute, die das Alter von 70 Jahren über­schritten haben. Der Turm unserer 300- jährigen Kirche ist reparaturbedürftig. Die Ankosten zu seiner Wiederherstellung wer­den auf 3000 Mk. geschätzt. 3m Haushaltsplan der Gemeinde für 1931 soll der Betrag, der augenblicklich nicht zur Verfügung steht, ein­gesetzt werden. Die Durchführung der Reparatur wurde bis zum nächsten Jahre zurückgestellt.

Kreis Friedberg.

* Vilbel, 26. Nov. (Bei dem gestern gemel­deten Einbruch in das hiesige Amts­gerichtsgebäude handelt es sich offenbar um das Werk von zwei Tätern, die die Haustür und die Tür zu dem Zimmer vor dem Kassenschrank durch Freilegung des Schlosses ge­waltsam öffneten und dann auch den Kassen- schrank erbrachen. Den Spitzbuben fielen eine Kassette mit 71,70 Mark Bargeld, eine An­zahl Wertpapiere, und zwar 2000 Gold mark acht- prozentiger Goldpfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank, 500 Gvldrnark achtprozentiger und dreimal 100 Goldmark achtprozentiger Pfand­briefe der gleichen Hypothekenbank, sowie eine goldene Herrenuhr mit Doppeldeckel und dem Monogramm W. H., in die Hände. Sie anfangs vermißten Gerichtskostenmarken fand man bei der Inaugenscheinnahme des Tatortes wieder vor. Offenbar haben die Täter mit Hand­schuhen gearbeitet, denn man fand keinerlei Fingerabdrücke oder sonstige Spuren vor. Sie polizeilichen Nachforschungen sind bis jetzt noch ergebnislos geblieben.

Sprechstunden der Neoartion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 biß 17 Uhr Samstag nachmittag geschloßen

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