Nachdruck verboten
15 Fortsetzung.
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der gerade einen Stoß Drucksachen von der Re- klameabteilung herüberbrachte, stolperte über d e Schwelle, verlor das Gleichgewicht und ließ die Blätter fallen, daß sie durch das Bureau flatterten.
„Qin die Balkanbande wird kein Schräubchen mehr geliefert, bis die Zahlungen in Ordnung gehen!" schrie Hansen, obgleich es dieses enormen Stimmenaufwandes gar nicht bedurft hätte; denn sein „vortragender Rat" — der Prokurist Daum — stand unmittelbar vor ihm und war durchaus nicht schwerhörig.
„Bischt gibt's mehr!" schrie der Chef stark sächselnd. „Ich wceß, wo Boom wohnt!"
Der Prokurist Baum bewahrte seine Fassung und bezog die Aeußerung des Firmeninhabers nicht auf sich. Gott ja, der Mann hatte private Sorgen! Man munkelte da neuerdings so allerhand in „eingeweihten Kreisen" — die Dienstboten trugen es herum — daß die Ehe mit der zweiten Frau nicht glücklich sei... Die Tochter ging ebenfalls eigene Wege und hatte sich aufs Malen gelegt. Ms ob es die nötig hätte, das Proletariat der Kunst um ihre Wenigkeit zu bereichern!
Aber das war schon immer so: Die Chefs, die zu Hause nichts zählten, machten im Kontor den meisten Krach!
„Iawohl, Herr Hansen — ganz meine Meinung — ich werde sofort das Nötige veranlassen." Mit diesen Worten dienerte der Herr Baum (auf gut sächsisch „Boom") zum Tempel hinaus, froh, diese ungnädige und laute Audienz beenden zu können. Nun mochte die Laune des „Mten" ausfressen, wer wollte!
Kreideweiß beeilte sich, seine fliegenden Blätter wieder zusammenzutragen, dabei konnte er sich's nicht verkneifen, einen bewundernden Blick auf den Herrn Prokuristen zu werfen. Alle Achtung! Wer ungebrochen aus diesem Gewitter im Aller- heiligsten hervorging, der war ein Held!
Nur die stupsnasige Stenotypistin, die sich am Tage hundertmal das Gesicht puderte und ebensooft die Lippen nachzog, lachte frech und respektwidrig über das Donnerwetter des Chefs. Na ja — tröstete sich der zukünftige ppa Kreideweih — so'n Mädel begriff eben nie den Ernst der Situation.
Lind in diese dicke Luft hinein platzte das Telegramm Erdmutes aus Sölden.
„Papas Initiative wegen Motorkauf Riml unerläßlich, da Konkurrenz am Werke.
Erdmute."
Hansen las die Depesche zwei-, fünf-, zehnmal. Mutes Kabeltelegramm war Oel auf die hoch- gehenden Wogen seiner Erregung.
„Donnerwetter, das Mädel ist auf dem Posten!" anerkannte Hansen.
vielmehr hatte er eine ganz komische Sehnsucht nach Erdmute. Seitdem auch Irma das Haus verlassen hatte, war es so still, so tot in der Billa an der Parkstrahe.
Hansen ging hinüber in den Wintergarten. Hier war Mutes Lieblingsplähchen. Hier hatte sie schon als ganz kleines Mädel mit Stift und Papier gesessen und war nicht müde geworden, die Blumen und großblättrigen, fremden Pflanzen zu zeichnen. In dem Mädel hatte von Kindheit an die künstlerische Veranlagung nach außen gedrängt. Vielleicht war es ein Erbteil vom Vater, nur glücklicher entwickelt. Er muhte seine Phantasie auf der Technischen Hochschule knebeln und einsargen. Aus der Freizügigkeit seiner Zeichenlust wurde die starre Linie, der Farbenrausch erstickte in Formeln und Berechnungen. An Stelle eines Künstlers wurde ein Ingenieur aus ihm.
Hansen nickte einer Gruppe blühender Kakteen zu, sprach zu ihnen, als würde er von diesen Exoten verstanden.
„Ich bringe auch das Mädel zurück. GS muh wieder Sonnenschein im Hause fein."
Merkwürdig: Kein Wunsch, kein Gedanke schlug eine Brücke zu seiner Frau. Hatte er überwunden? War Irma, dieses 'blonde, lebensdurstige Geschöpf, schon abgetan^
Die Nächte würden es lehren, diefelauen, blausilbernen Sommernächte, die seit Weltbestehen die Kuppler für alles waren, was lebte und den Drang in sich verspürte, weiterzuleben.
14.
Heinrich Gstrein klopfte schüchtern an die Tür zu Mutes Zimmer im Gasthof zur Post. Er fand die Malerin am Fenster sitzend, in einen Skizzenblvck die Llmrisse der Kirche zeichnend.
Mute Hansen erkannte den Mann. Sie konnte sich nicht erklären, was ihn zu ihr führte. Oder doch: Vielleicht eine dringende Bestellung von Heinz, der bei ihm wohnte.
Heinrich Gstrein drehte zunächst verlegen den Hut in seinen Händen, ehe er schwerfällig einen Satz formulierte.
„Entschuldigen S' — woas der Gutenberg is — der Herr Schriftsteller — der ist die ganze Nacht net heimkommen —"
Mute legte interessiert den Stift weg, erhob sich.
„Lind da glaubten Sie, er wäre bei mir?" Sie hatte Mühe, das Lachen zu verbeißen.
Der Mann bekam einen roten Kopf, beeilte sich, zu versichern: „Na, na, dös net — aber weil Sie doch mit ihm befreindet sind, hab i halt g'moant — —“ *
Ietzt kam ein starrer Ausdruck in das Gesicht des Mädchens. Eine bange Ahnung stürzte über Mute herein.
(Fortsetzung folgt.)
Mute, das war ein Kapitel für sich, ein Lichtblick in diesen hundemiserablen Tagen, ein Sonnenstrahl in der Finsternis. Lind so ein kluges Mädel, das die Augen offen hielt, das sich Mühe gab, mit eigener Hände Arbeit etwas zu verdienen, ein solches Geschöpf glaubte Irma mit giftigen Worten erniedrigen zu können!
Hansen ballte die Faust. Ihm lag ein böses Wort auf der Zunge, das jedoch unausgesprochen blieb.
Nach Einsicht in die mit Niml geführte Korrespondenz stand Peter Hansens Entschluß fest.
„Morgen fahre ich nach Tirol!"
* . *
Der andere Tag kam, und aus der Fahrt nach Sölden wurde nichts. Ein Telephonruf bat Hansen nach Berlin. Dort waren die Verhandlungen mit einem großen Kino so weit gediehen, daß man unmittelbar vor dem Abschluß stand. Es sollte ein zweihundert ?8-Dieselmotor geliefert werden, der, mit einer Dynamo gekuppelt, den Strombedarf für den riesigen Palast decken sollte.
Mso hin. Das größere Projekt kommt immer vor dem kleineren.
Die Sache klappte. Die Ingenieure hatten gut vorgearbeitet. Nun ging der Abschluß verhältnismäßig rasch. Abends zurück nach Dresden. Kaum war er in der Villa, klingelte Prokurist Baum an.
„Für morgen mittag hat sich Senator Mano- lescu aus Bukarest angesagt. Er kommt im Auftrag der rumänischen Elektrizitäts-Societate. Es steht viel auf dem Spiele."
Vom Balkanmarkt hatte Hansen genug. Die Herrschaften da unten legten sehr oft ein Geschäftsgebaren an den Tag, das in Mitteleuropa nicht üblich war.
„Gut. Ich verschiebe die Tirolreise noch um einen Tag. Aber nachher kann meinetwegen der Negus von Abessinien zu mir kommen, ich lasse mich nicht mehr abhalten", schrie Hansen in den Apparat und legte auf.
Baum schüttelte mißbilligend den Kopf. Sonderbares Benehmen vom Chef! Er war doch bisher geradezu fanatisch, wenn es galt, neue Verbindungen anzuknüpfen. Lind nun hatte er es plötzlich so eilig mit dieser Fahrt nach Sölden. Die fünfzig PS, die für Riml in Frage kamen, waren doch nicht so bedeutend, als wenn Mano- lescu einen Auftrag auf die neue kompressorlose Type dalieh! Dabei kamen mindestens fünfhundert Pferdestärken in Betracht. Die Rumänen stellten nur Oelmotoren auf. Sie hatten den Betriebsstoff im Lande und konnten gar nicht besser fahren.
In der Tat war es auch gar nicht so sehr der Auftrag, der Hansen nach Sölden lockte. Nein,
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Die beiden jungen Menschen standen Hand m Hand, hingeschenkt an Glanz und Rausch der Höhen. Und kein Wort der Klage kam über die Lippen der Malerin. Sie wußte: Selbst wenn sie ihre Farben noch gehabt hätte, an ein Arbeiten wäre nach der überstandenen Gefahr nicht mehr zu denken gewesen. Auch die Zeit war inzwischen so weit vorgeschritten, daß man sich mit dem Heimweg beeilen mußte.
Der Abstieg gestaltete sich schwierig, aber nicht lebensgefährlich. Sie gelangten bald auf die Matten und von da aus ziemlich rasch ins Rettenbach- tal. Auf dem schmalen Pfad neben dem schäumenden Bach ging es langsam abwärts im Scheine der rot versinkenden Sonne. Mit Einbruch der Däm- meriing war man wieder in Sölden.
' Todmüde, mit zerschlagenen, überanstrengten Gliedern, legten sich die Dergwanderer gleich nieder. Erdmute Hansen hatte nicht einmal Appetit zum Essen. Nur mehrere Glas Milch ließ sie sich aufs Zimmer bringen. Sie trank und fiel dann in den (5d)Iaf der Erschöpfung.
An diesem Abend fehlte auch Schwaihofer zum Tanz. Er hatte mit Einbruch der Dunkelheit den Marsch zur Hütte angetreten, von dem nutzlosen Weg zur „Hohen Oed" ebenfalls bis auf die Knochen ermüdet. Morgen früh sollte der Kapitalhirsch die Kugel bekommen.
13.
Peter Hansen schimpfte, daß die Angestellten int Nebenraum ängstliche Augen machten und sich noch tiefer hinter ihre Bücher und Schreibmaschinen duckten. Der Chef hatte in letzter Zeit dauernd miserable Laune! Von früh bis abends. Das Personal wußte nicht, daß die Gereiztheit und Nervosität Peter Hansetts seit jenem Tage datierte, an dem seine Frau sang- und llanglos ihre Sommerreise angetreten hatte. Frau Irma ging wieder einmal ihre eigenen Wege, die nicht immer die geradlinigen und korrekten Wege einer Dame von Welt waren.
Hansens Faust polterte auf die Schreibtischplatte. Im Bureau daneben war der Kontokorrentbuchhalter so heftig zusammengezuckt, daß der Kneifer auf seiner Sattelnase für eine Sekunde ins Wanken kam und vor seinen Augen die Zahlen im Iournal tanzten. Der Lehrling Kreideweiß,
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