Ausgabe 
27.6.1930
 
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Zugendspieltag.

SHe beiden Sportaroßverbänd« DFB. und D2B. veranstalten alljährlich in diesem Monat einen Iugendspieltag. für den diesmal Im Gebiet des Westdeutschen Spielverbandes der kommende Sonntag gewählt worden ist. An die­sem Tage treffen die Äugend- und Schüler­abteilungen aller dieser beiden Verbände ange- fchlosfenen Vereine an zentral gelegenen Orten zusammen, um durch Vorführung der verschie­densten Spiel- und Sportarten für den Sport- fiedanken zu werben. Die noch AbseitSstehenden ollen hereingeholt werden in die Reihen der aktiven Sportler, aber auch den Erwachsenen, Insbesondere den Eltern, soll gezeigt werden, wie man im DFB. und in der DSD. den Ge­danken der Leibesübung pflegt und in die Tat umsetzt. Gs gibt wohl niemand mehr, der ernst­haft bestreiten möchte, das; der Sport eine Lebensnotwendlgkelt für das deutsche Volk ist. Jeder möge beherzigen, was Staatssekretär Dr. Lewald, der Vorsitzende des Reichsausschusses für Leibesübungen in wenigen Worten treffend sagt:Freie Dahn dem deutschen Sport! Möge die Zeit nicht mehr fern sein, wo kein deutscher 3unge und kein deutsches Mädchen eS verab­säumt, sich in täglicher Leibesübung auf ihr Leben als Erwachsene vorzubereiten. Mögen aber auch die gereifte Frau und der erwachsene Mann ihrer Pflicht bewußt werden, durch stete Hebung ihres Körpers der Familie und dem Vaterland ein kraftvolles Glied zu fein. Kein schöneres Erbgut für die Kinder als die in Turnen unb Sport erworbene leibliche Gesundheit der Eltern. Leibesübung muh zur LebenSgewvhnheit des deutschen Volkes werden."

Für den Gau Giehen-Wehlar ist dem Verein für Bewegungsspiele Sie­ben die Durchsührung der Werbeveranstaltung des kommenden Sonntags übertragen worden, da die vor einigen Wochen abgehaltene Zugend­leiterversammlung den ideal gelegenen Wald- sportplah als Austragsort für die volkstümlichen Wettkämpfe wählte. Seit Einführung des Zu- gcndspieltags findet erstmalig auch eine kleine Fußwanderung statt, die dazu angetan ist, die Kameradschaft zwischen den einzelnen zu ver­tiefen und die Vereine und ihre Zuoendführer sich gegenseitig näherzubringen. Das Programm unterscheidet sich von dem vorjährigen auch noch darin, daß für die Jugendlichen keine Fuhball» vder Handballspiele vorgesehen sind, sondern Spiele und Wettkampfe anderer volkstümlicher Art. und sieht folgendes vor: Wanderung auf den Schjffenbera. daselbst Feldgottesdienst, Vor­trag über die historische Dedeutung des Schffen- bergs und Ansprachen Roch gemeinsam einge­nommenem Essen aus der Feldküche Rückmarsch. Rachmittags Festzug von der Volkshalle aus durch die Stadt zurück nach dem Waldsportplatz. Stillauf aller jugendlichen. Rach einer An­sprache Beginn der Wettkämpfe, die in vier Klassen ausgetragen werden und in Tauziehen, Hindernis- und lOO-Meter-Laufen, Ballweit­wersen, Reiterkämpfen, Mallaufen und Medizin­ballstaffeln bestehen. 3n der Pause des am Schluß stattfindenden Fußballspiels zweier Auswahl­mannschaften (Senioren) findet die Siegerehrung und Wimpelverteiluug statt.

Beginn her Deutschen Kampsspiele 1930.

Obwohl die diesjährigen Kampfspiele in keiner Weise mit ihren Vorgängern zu vergleichen sind, hat die Veranstaltung doch dem allgemeinen Leben Breslaus ihren Stempel aufgedrückt. Die Straßen präsentieren sich in reichem Flaggen­schmuck. Tausende kommen von auswärts in die Stadt, um Zeuge der kommenden Veranstaltun­gen zu werden.

Der erste Tag brachte im sportlichen Teil zu­nächst den Beginn des Modernen Fünf­kampfes, von dem als erste Hebung das Reiten erledigt wurde. Sieger blieb hier Oblt. Hax - Wilnsdorf mit 103 Punkten. 8:24 Minu­ten. Zweiter wurde Pol. Obwrn. Schräder- Spandau 9:02, 100 Punkten und Dritter von

Turnen, Sport und Spiel.

P l a t e n - WünSdors 9:06. 100 Punkten. Arn Rachmittag belegte die Breslauer Jugend daS Stadion zur Veranstaltung zahlreicher Staffel­laufe mit Beschlag. Den Abschluß deS sport­lichen Programms am ersten Tage bildete daS am Abend ousgelragene Fußballspiel zwi­schen einer Saarmannschaft und der Breslauer Städtevertretung, das mit 4:3 (2:3) von den Saarländern gewonnen wurde. 4000 Zuschauer bildeten einen schönen Rahmen.

preisschießen

des Gießener Schühenvereins.

Am vergangenen Sonntag und Montag hielt betriebener Schühenverein e. D. fein alljährlich statfindendes Preisschießen ab, das mit folgenden Schießresultaten abschloß:

I. F e l d - F e st s ch e i beK ö l n" (300 Meter): 1. Konrad Dreyer, Gießen: 2. Willi Georg, Gie­ßen: 3. Hermann Sauer, Gießen.

II. Stand» Fe st scheibeMainz" (175 Meter): 1. Ernst Wagner, Gießen: 2. Otto Schö­nau, Gießen, 3. Willi Georg, Gießen: 4. Heinrich Detter Marburg: 5. Richard Koch. Gießen: 6. Wilhelm Hom, Gießen.

III. Auflage-Fe st scheibeBieden­kopf" (100 Meter): 1. Konrad Dreyer, Gießen: 2. Eduard Gondner, Gießen: 3. Willi Georg, Gießen: 4. Willi Bette, Gießen: 5. H. Hermann, Gießen: 6. W. Hahn, Lich: 7. Otto Schönau. Gießen.

IV. Pistole-Meisterscheibe: 1. Dr. v. Bentheim. Gießen, 54 Ringe: 2. Willi Georg, Gießen. 51 Ringe.

V. Laufend-Keiler-Meisterscheibe: 1. Phil. Rico!aus. Gießen, 30 Ringe: 2 August Pascoe, Gießen-Dutenhofen, 29 Ringe.

VI. 100-Meter-Meisterscheiben: 1. Phil. Ricolaus, Gießen. 35 Ringe: 2. Hermann Dauer, Gießen, 34 Ringe: 3. Richard Koch, Gießen, 33 Ringe: 4. W. Hahn, Lich 33 Ringe: 5. Hans Happel. Gießen, 33 Ringe: 6. Willi Georg, Gießen, 33 Ringe: 7. Willi Bette, Gie­ßen, 33 Ringe.

Vll. Stand-Meisterscheibe (175 Meter): 2. Willi Georg, Gießen, 54 Ringe: 2. Konrad Dreher, Gießen, 52 Ringe: 3. H. Vetter, Mar­burg, 49 Ringe: 4. Hermann Sauer, Gießen, 49 Ringe: 5. W. Hahn, Lich 49 Ringe: 6. Richard Koch, Gießen, 49 Ringe.

VIII. Feld-Meisterscheibe (300 Meter): 1. Emst Wagner, Gießen, 48 Ringe: 2. Willi Georg. Gießen, 47 Ringe: 3. H. Qktter, Mar­burg 46 Ringe: 4. Hermann Sauer, Gießen, 45 Ringe: 5. Adolf Möhl, Gießen. 45 Ringe.

Siudentinnenlehrgang des deutschen Hochschulamtes für Leibesübungen.

17 deutsche Hniverfitäten schickten zu diesem Lehrgang je 2 bis 3 Teilnehmerinnen nach Ber­lin. Auf Dietzen entfielen 3 Vertreterinnen. Der Kurs fand statt im Deutschen Stadion in Berlin, das in den 14 Tagen den Teilnehmern auch als Wohnort diente. Er wurde geleitet von Lehrkräften der deutschen Hochschule für Leibesübungen. Zweck des Lehrganges war, die Studentinnen zur Mitarbeit am Hochschulsport heranzuziehen. Dies wurde auf theoretischem und praktischem Wege erreicht. Ein fester Plan gab dem Tag feine Einteilung: 2 Stunden Vor­lesung, 5 bis 6 Stunden praktische Hebungen. Gegenstand der Vorlesungen waren Fragen wie: Leibesübungen der Frau vom ärztlichen Stand- punkt, erste Hilfe bei Sportunfällen. Gymnastik» systeme, Schrifttum der Leibesübungen der Frau. Zur Ergänzung dienten einige Lehrfilme.

Grundsatz der praktischen Hebungen war der methodische Aufbau. Richt die Leistung war das Wesentliche, sondern das Verständnis für die Technik der Sportarten und damit die Befähigung zur Weitergabe des Erlernten. Die Hebungen erstreckten sich auf Körperschule, tän­zerische Gymnastik, Leichtathletik, Geräteturnen, Bodenturnen, Sommerspiele und Handball. Auch eine Einführung in die Sportmassage wurde gegeben. Die Dchlußbesprechung zeigte,

daß der Aufbau deS Kurses den allgemeinen Wünschen entsprach.

Oie Faustballrunde an der Landesuniversität.

Am Dienstag fand das letzte Spiel der Vor­runde um die HniverfitätSmeister- schaft statt. Die 14 gemeldeten Mannschaften waren in xtoci Gruppen geteilt worden, in denen nach Punkten je die beiden besten ausaespielt wurden. 3n der Di enS tag »Gruppe wurden Sieger: LandsmannschaftDarmstadtia' und Tumerschaft V E.Halso-Rafsovia": in der Samstag-Gruppe: 21. T D.Rheinsranken" I. und die Freistudenten­mannschaft. Diese vier Mannschaften werden nun am Freitag in einer Endrunde den Meister für das laufende ©ommexfemefter der Hniverfität ermitteln. Die meister SicgesauSsichten haben die beiden Sieger der Samstag-Gruppe, die in ihren Spielen ein gutes Können im Einzel- und Zusammenspiel zeigten.

Aus den besten Spielern ollerMannschaften wird eine Hniversitätsmannschaft zusammengestellt, die einige Gesellschaftsspiele* gegen benachbarte Hoch­schulen austragen wird und die Hniverfität bei den Meisterschaften des Südwestdeutschen Hoch- schulkreises in Freiburg vertritt.

Handball im Männerturnverein (O.T).

Am kommenden Samstag und Sonntag kommen auf dem Sportplätze am ^chisfenberger Weg wieder vier Handball-Freundschastsspiele zum Austrag. Am Samstagabend trifft sich die erste Jugend- und erste Schujermannschast des hiesigen Männerturn- ocreins mit den gleichen Mannschaften des Turn­vereins Wetzlar: die Gießener werden schon in stärkster Aufstellung antreten müssen, wenn sie gegen die Wetzlarer ehrenvoll bestehen wollen.

Am Sonntagnachmittag empfängt die 1. Mann­schaft des Männerturnvereins die gleiche des Turn- und Sportvereins Butzbach, lieber den Ausgang des Spieles kann im voraus nichts gesagt werden, da die Männerturner in stark geschwächter Auf­stellung antreten müssen und außerdem die Gäste in letzter Zeit sehr an Spielstärke zugenommcn haben. Dor dem Spiel der ersten Mannschaften treten sich die ersten Schülermannschaften der beiden Vereine gegenüber.

Handball im T. D. Großen-Buseck.

Kommenden Sonntag empfängt Grohen-Bulccks erste Mannschaft die gleiche vom Turnverein 1816 Gießen zu einem Freundschaftsspiel. Wie in den Derbandsspielen wird man auch hier einen inter­essanten Kampf zu sehen bekommen, bei dem man 1846 die größeren Siegesaussichten geben muß. Da Großen-Buseck mit reichlichem Ersatz antreten muß.

Arbeiter-Turn- und Sportbund

Am kommenden Samstag und Sonntag findet in Wißmar das diesjährige Bezirksfest des 3. Bezir- kes im 9. Kreis des Arbeiter Turn- und Sporlbun- des statt. Die Beteiligung wird auch dieses Jahr wieder gut fein, haben doch annähernd 500 Wett­kämpfer und Wettkämpferinnen ihre Meldung ab­gegeben. Bereits am Samstagnachmittag beginnen die Einzelkämvfe der Sportler und Sportlerinnen.

Ab 20.30 Uhr findet nach einem Fackelzug auf dem Festplatz ein Begrüßungsabend statt. Nach den üblichen Begrüßungen werden Liedervorträge, tur­nerische und sportliche Vorführungen geboten, in deren Mittelpunkt die TanzstudieDonauwalzer" für Chor, Orchester und Bewegungschor, ausgeführt von den Turnerinnen Heuchelheims, stehen wird.

Am Sonntagoormittag findet ein Weckruf statt. Um 7 Uhr werden die Sportler und Sportlerinnen mit den Mehrkämpfen auf dem Sportplatz be­ginnen.

Mittags findet ein Feftzug statt. Anschließend werden die Tiaffenübungen für Männer und Frauen gemeinsam mit Musik vorgeführt. Sondervorführun- gen werden den Nachmittag ausfüllen. Gegen Abend findet die Bekanntgabe der Siegerliste statt. Zum Abschluß wird allgemeiner Tanz die Festbesucher noch einige frohe Stunden beisammen sehen. Möge nun auch dieses Fest seinen Zweck erfüllen und sich würdig den vergangenen anreihen.

Bezirlsiurnfest des 4. Bezirks des Turngaues Hessen zu Laulerbach.

Am Donaae fand im Beisein der staatlichen und städtischen Behörden ein Degrußungsadend statt. 5ur den 4 Bezirk sprach Bezirksvcrlrcter Guntrum (Schlitz), für Die elabt Lauterbach Bürgermeister Walz (Lauterbach). Die Bezirkswerberieae und die Damenabteilung des To. Lauterbach gestalteten den Abend zu einem Werbeabend im wahrsten Sinne des Wortes. Der Gesangverein Liederkranz verschönte das Fest durch Liederoorträge. Nach einem Fruhgoitesdienst, abgehalten von Dekan Schlösser, sand am letzten Sonntag das Wetturnen statt, woran über 350 Turner teilnahmen. Nachmittags bewegte sich ein großer Feftzug nach dem Festplatz. Dort sprach nach den allgemeinen Freiübungen, die unter der Leitung von Bezirksturnwart Bastian (Als­feld) vorzüglich klappten, DezirksvertreterGuntrum herzliche Begrüßungsworte an den Dbergauturn» wart Will (Gießen), «dachte des verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Sn. Lauterbach, Theodor f) c l f e n b e i n , dem der Verein wie der 4. Bezirk viel zu verdanken habe, und sprach über die Hohen Ziele der Deutschen Turnerschaft. Die Deranstaltuna hat aufs neue bestätigt, daß der -1 Bezirk es ernst nimmt mit der deutschen Turnsache.

42. Bundesfest des Radfahrerbundes Oberheffen in Lich.

L i ch. 26. 3unL Rur noch wenige Tage trennen unS von dem in unserer Stadt am 28. und 29. d. M. stattfindenden 12. Bundesfeste des Radfahrerbundes Oberheffen in Ver­bindung mit der 10jährigen Jubelfeier des Radfahrervereins Edelweiß L i ch. Die in den letzten Wochen von dem CButv* desvorftande und den lokalen Festausschüssen ge­leisteten Festvorbereitungen fanden mit einer De» samtauSschußsihung ihren Abschluß. Die Mühe­waltung, die diese Organe den Arbeiten ange- deihen ließen, läßt einen schönen Festverlauf erwarten. Sine große Anzahl von Vereinen trifft bereits am Samstag ein, für die über 200 Privat­quartiere zur Verfügung stehen. Zu der am selben Abend in der Turnhalle stattfindenden Degrü- ßungs- und Jubiläumsfeier, bei der auch die Dorwettbewerbe der Bundes-Reigen» und Radballmeisterfchaften au-getragen werden, haben die hiesigen Männergesangvereine: Rothscher Männerchor, Säcilia 1838 und Einig­keit, die mit entsprechenden Chören die Feier verschönen helfen wollen, ihre Teilnahme zuae- sagt. 3m Rahmen der Feier konzertiert Sie hiesige Feuerwehrkapelle. Am Sonntagvormittag findet der Start zu dem 2. diesjährigen Bun - deSzuverlässigkeitsfahren statt, das in drei Klaffen die Orte Rieder-Bessingen, Mün­ster, Grünberg, Lindenstruth, Reiskirchen, Gie­ßen, Klein-Linden, Grohen-Linden, Lang-GönS, Kirch-Göns, Pohl-Göns, Butzbach, Gambach, Eberstadt, Dors-Gült: Garbenteich, Hausen und Steinbach berühren wird. RachmittagS bewegt sich ein farbenprächtiger Festzug mit über 50 Vereinen, bei dem der Standort und das Fahren der Radfahrervereine gewertet werden, Dom Dahnhofsplatz durch die Straßen der Stadt. Anschließend erfolgt die Austragung der B u n - deSmeisterschaften im Reigenfahren, Rad­ball und Kunstfahren. Ferner: Volksbelustigung, Tanz und Preisverteilung. Die schönen Preise, die teils vom Radfahrerbund Oberhessen beschasft, teils von der Licher Geschäftswelt gestiftet wur­den, sind im Schaufenster der Gebr. Gold­schmidt, Hnterstadt, ausgestellt.

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