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2lbg. Werner (Rat.-Soz.) schiebt bie Schuld an der Finanzkalamität dem Reichst inanzminister a. D. Dr. Hilferding zu. Die Finanznot könne nur beseitigt werden, wenn man sich von den marxistischen Grundsätzen abwende.

Weiterberatung Dicns ag

Der nationalsoziattftifche Landtagsabgeordnete Pros Dr. Werner, Butzdach, legi Werl aus die Anmerkung, daß der m 'Jlr 122 des(Siebener An­zeigers erwähnte Antrag, jämtlidje vom hessischen Staat in Wolfersheim investierten Staatsmittel de- kanntzugeden, von i h m herrührt. ebenso ein Antrag zugunsten der Kriegsblinden

Aus aller Welt.

Oas Offenbacher Expiouonsunglück ein Racheakt eines Angestellten.

Offenbad), 24 Mat (WSN.) Wie setzt fest- Itetzt, handelt es sich bei dem Explosionsun- glück in der Ossenvacher Engel-Droge r i eüber das wir berichteten, nicht um einen Un- alücksfall, sondern um einen Racheakt eines 21 n g e ft e 111 e n Dieser halte vorzeitig den Laden verlassen und sich in den Uagertelier begeben, um dort die Vorbereitungen zu seiner I<il zu treffen Aus den Bekundungen der schwer verletz! darnieder- liegenden Ehefrau des Besitzers und aus Indizien geht hervor, daß sich der Täter Wilhelm Rühle das Leben nehmen wollte, axil ihm sein Ehes erklärt hatte, daß er ihm keine Zulage geben könne Wil­helm Rühle beabsichtigte, zu Pfingsten zu heiraten, und halte dies seinem Chef mitgeteilt Es wurde ihm gesagt, daß er eigentlich wegen der schlechten Wirt­schaftslage entlassen werben sollte, jedoch wolle man ihm nicht kündigen, weil er schon so lange Zeil bei der Firma tätig sei. Jedoch sollte er sich damit ein­verstanden erklären, daß die vierteljährliche $tün» diaung in eine monatliche umgewandelt werden sollte. Staatsanwalt und Polizei sind mit den Er­mittlungen beschäftigt. Dast Wilhelm Rühle nicht nur sich selbst das Leben nehmen wollte, geht schon daraus hervor, daß man bei den Ausräumungs­arbeiten noch ein anderes Blechgefäst gefunden hat In diesem Gesäß hatte sich Benzin befunden Da­mit batte der Täter den Boden begossen. Man hat später noch einen weiteren Brandherd gefunden. So ist man jetzt zu dem Ergebnis gekom­men, daß die Tat nur ein Racheakt sein kann Der Täter, der bei lebendigem Leibe ver­brannte hat nicht nur s i ch selbst sondern auch feine Mitarbeiter, die er in den (fei­ler schickte, ums Leben bringen wollen

Schneefälle In Südtirol

Das anormale Wettet hält in Italien immer noch an. Aus Südtirol werden stärkere Schnee fälle auf den Bergen gemeldet Aus Forte bei Marmi, in der Nähe von Viareggio an der toskanischen Küste wird berichtet, daß durch eine Wasserhose f a ft sämtliche 'Babean ft al­len be|d)äbiqt. zum Teil sogar zerstört wor den sind

Schwere Gewitter übet Mecklenburg

Schwere Gewitter gingen am Samstag und Sonntag über ganz Mecklenburg nieder Dabei wurden zahlreiche Gebäude ein- geäschert Aus dem Rittergut Host bei Mal- chin zündete ein Blitz im Diehstall, der in wenigen Minuten in Hellen Flammen stand. 35 Stück Rindvieh sowie mehrere landwirtschaftliche Ma­schinen, grohc Mengen künstlichen Düngers. Klee- und Wiesenheu fielen den Flammen Aum Opfer 3n dem Dorfe Wilsen wurden drei Scheu­nen und zwei Viehställe, ferner in der Rähe von Lübz, in Wittenburg und Reukloster je eine Scheune durch Blitzschlag vernichtet

Lin brennender Bach

Einen eigenartigen Untall erlitt ein Gastwirt im Dorfe Lougthon (Essex). Ein undicht ge­wordener Benzintank aus dem in der Jähe de« Ortes gelegenen Flugplatz hatte das Was­ser eines durch das Dors fliehenden Baches verunreinigt. Während eines Ge­witter« schlug nun gestern der Blitz in den Bach und setzte das Benzin in Brand Der Gast­wirt, der sich gerade aus einer Holzbrücke über dem Wasser besand, sah sich plötzlich von allen Seiten von Flammen umgeben. Er konnte sich zwar retten und seine brennenden Kleider löschen, erlitt aber erhebliche Brand­wunden tm Gesicht und an den Händen.

Bootiantergang durch Motorexplofion.

Auf dem Ladoga-See lFlnnland) ereignete sich in der Nähe von Sordeoanna ein schwerer Un- gluckssall, der zwei Menschenleben forderte. Als der Bankdirettor Wigelius mit seiner großen Motorjacht aus dem See heraussahren wollte, e x plädierte kurz nach dem Start der Motor. Auch der Benzinoorrat entzündete sich, so daß die Jacht im Augenblick in Hellen Flam­men ftanb Frau Wigelius und ihre 16jShrig« Tochter verbrannten in derKajüte Bant birehor Wigelius konnte sich und seine übrigen drei Kinder in Sicherheit bringen Alle vier hatten sich Brandwunden zugezogen und muhten in» Kranken­haus übergeführt werben

Die Weiierlaae

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Flachet hoher Druck, weldjer ben westlichen Teil von Deutschlanb mit in sein Bereich nimmt, hat bei uns ausheiterndes Wetter verursacht, während sonst durch den Einfluß der Störung mit den verschiedenen Luftmassen wolkiges Wetter und stellenweise erheb­liche Niederschläge verursacht werden. So meldete München heute morgen 'Regen und während der oerfloßenen Nacht bereits 17 mm Niederschlag An der über Island liegenoen Störung bringt neuer­bin gs rasch kalte Luft fübwärts, die wahrscheinlich bei den zur Zeit auf dem Kontinent noch ansteigen ben Temperaturen zu späteren Gewitterstörungen oerbunben mit Abkühlung, führen wird

Wetteroorausjage für Mittwoch Stellenweise bunftig, meist bewölkt mit Aufheite­rung, Temperaturen wenig verändert, aufkommende Gewitterstörungen

Witterungsaussichten für Donners- tag: Noch Gewitterstörungen, Abkühlung wahr­scheinlich

Lufttemperaturen am 26 Mai. mittags 15,4 Grad Celsius, abends 10,4 vkab; am 27 Mai. morgens 10,5 Grad Maximum 17,2 Grab. Minimum 6,1 Grab (frbtemperaturen In 10 cm Tiefe am 26 Mai: abenbs 14,2 Grad, am 27. Mai: morgens 11,4 Grad Celsius Sonnenscheinbauer 4% Stunden

Reiferoetterdienfl

Berchtesgaden 10 Grad, gestern der Jahreszeit angemessen« Temperatur, Windstille, heute morgen: Regen, Wetter schlechter aeworden

Baden-Baden. 12 Grad, vorherrschend kühl, windstill, wolkig, gestern teils heiter, teils wolkig

Westerland aus Sylt. 11 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur, wolkig, gestern meist trübe

Aus der Provinzialhauptstadt.

G i e tz e n. den 27. Mai 1930.

Girlungsvolle Höflichkeit.

In der Stadt IL tollte ein Haus gebaut wer­den. Dabei geschah etwa« älncrhörte« 21« der Baugrund ausgehoben war. erschienen die üb­lichen Maschinen Werkzeuge wurden herange- schasst, Arbeiter errichteten die Detvngiesttürme und machten sich an den Bau der Stahl­gerüste. Jetzt wurde es lebendig in der ruhigen Gegend. Die Geschöstsieute in den umliegenden Betrieben nahmen verdrießlich von dem wachsen­den Lärm Kenntnis und machten sich aus da« Schlimmste geiaht. Ihre Arbeit in den nächsten Monaten schien eine Qual zu werden, aber was war schon dagegen au tun?

Da tauchte, noch ehe das Hämmern und Klopfen und Rasseln richtig begonnen hatte, ein große« Schild an der Baustelle aus:

.Wir bitten unsere Rachbarn um Ent­schuldigung

Leider ist der Lärm unserer Hämmer un­vermeidlich."

Das Plakat fiel aut, man gratulierte dem Baumeister für feinen liebenswürdigen Einsall Zwischen den Arbeitern und den belästigten Rach­barn bestand von nun an ein Verhältnis offen- kundiger Sympathie. Schließlich nahm die Plage, wie alles, ein Ende DaS alte Plakat verschwand, an seine Stelle kam ein neues

Sie letzte Riete sitzt. Auch wir sind froh!"

Der kleine, an sich unbedeutende Vorfall ver­dient Beachtung Eine höfliche Geste hat in einem Augcnllick, in dem nur Verdruß und Aerger drohten, eine freundliche Atmosphäre des Ver­stehens und der Rücksicht geschaffen

Da wir alle, ohne Ausnahme, auf die Rücksicht unserer Rachbarn angewiesen sind, sollten wir es auch an der liebenswürdigen Geste, die so viel bessern kann, nicht fehlen lassen. Ob Menschen­freundlichkeit oder Klugheit die Wirkung ist die gleiche. KI.

Gießener Ä-ocherrmaritpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt Butter 140 bis 150 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück- 60 bi» 140. Wirung 25 bis 30. Weißkraut 8 bis 10, Rottraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Ruben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15 Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 60 bis 70, Spargel 40 bi« 90, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 60. Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bi« 70. Schwarzwurzeln 40 bi» oO, Rhabarber 10 bis 15 Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.) Aepsel 10 bis 15. Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 60 bis 100, Russe 50 bis 70, Honig 40 bi« 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 80, Eier 10. Blumenkohl 50 bis 100. Salat 10 bis 15. Salat­gurken 50 bis 80. Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bi« 10, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bi« 40 Pro Stück. Radieschen 10 bis 15 Pf pro Bund tven iir Mittwoch 28 Mat.

1759: der englische Staatsmann William Piti der Jüngere in Hayes geboren, 1779. der Dichter Thomas Moore in Dublin geboren, 1840: der Maler Hans Makart in Salzburg geboren.

Bornotizen.

Lageskalender für Dienstag. Ltchtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm®et blaue Engel"

* Schutpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer Otto Wilhelm Diehl zu Blofeld. Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Stock- heim, Kreis Büdingen mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts ab In den Ruhestand versetzt wurde aus Grund des Altersgrenzengesetzes der Rektor Jakob Schindel an her Gewerbeschule zu Alsfeld.

** Matenblafen. Bei dem am morgigen Mittwoch, 19 Uhr, vom Turme der Johannes- kirche stattfindenden Maienblasen bringt der Verein für christliche Musik folgende Stücke zu Gehör 1 Ehoral »Wenn ich o Schöpfer deine Macht" (Vorreformatorisch) von Wittenberg. 1523 2.Gott grüße dich", von Mücke. 3. .Jä­gers Abschied" (Wer hat dich du schöner Wald), v Mendelssohn-Bartholdy.

" Hackfleischbereit una während der Sommermonate Da« Polizeiamt Gie- sten teilt mit In den Sommermonaten häufen sich ersahrungsgeinäh die Erkrankungen infolge Genusses nicht einwandfreier Rahrungsmittel, insbesondere werden Erkrankungen nach dem Ge­nuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Au« diesem Grunde ist in den Fleischverkauf«- ordnungen da« Verbot enthalten. Hackfleisch wäh­rend der wärmeren Jahreszeit aus Vorrat her- Auftelltn und feilzuhalten. und oorgeschrieben, vast solches Fleisch bei Bedarf stet« frisch zu bereiten ist Die Polizeiorgane sind angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift ge­nau zu überwachen. D.e Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Gen uh nicht frischen Hackfleische«, insbeson­dere von Pferden verbunden sind, und e« wird empfohlen nur solches Hackfleisch zu kaufen, da­vor den Äugen des Käufers frisch zubereitet wird.

Desreiungsfeier in Mainz <5ür die BesreiungSseier in Mainz am 20 Juli haben bereits eine Anzahl Reichs- und Landesver­bände ihre Teilnahme angemeldet. Mm die Or­ganisation dieser Feier, deren Veranstalter Reich, Land Hessen und Stadl Main^ sind, ordnungS- gcmäst vorbereiten und durchführen zu können, ist es erwünscht, dast alle die Verbände, die bisher ihre Beteiligung lediglich in Aussicht genommen, aber noch nicht fest angemeldet haben,- die« nunmehr umgehend tun Die Anmeldun­gen sind an den Oberbürgermeister der Stadt Mainz zu richten

** Hände weg von Rehkitzen! Vom Hubertus". Verein weidgerechter Jäger, wird un« geschrieben: Cs kommt Ende Mai und im Juni nicht selten vor, dast Landwirte bei der Arbeit, Spaziergänger. Blumen- oder 'Beeren­sucher Rehkitze finden, die er ft wenige Tage alt sind und daher der Mutter noch nicht folgen können. Die Versuchung ist groh, ein solches nied­liches Tierchen näher zu betrachten oder zu streicheln und auf den Arm zu nehmen Leider topimt eS nicht selten vor. dast die dem jungen Tierchen dann anhaftende menschliche Witterung das Muttertier veranlaht. das . Kitz zu meiden, so dah eS schliehlich an Hunger eingeht Wer also wirklich Tierliede besitzt, freue s i ch an dem Tierchen, lasse aber bie Finger davon. Da häufig die Tierchen allein ge­sunden werden und das Altreh nicht zu sehen ift, entsteht gerade in mitfühlenden Menschen die falsche Vorstellung, das Tierchen habe seine Mutter verloren, und nun versucht man da« Kitz mitzunehmen zum nächsten Forfthaus. oder es gar selbst aufzuziehen <ju seinem Erstaunen findet bet Tierfreund bei dem Förster und Jäger meist alles, nur keinen Dank. Denn die Mutter weist wohl, wo fie ihr Junges versteckt Hai und sucht e« wieder auf, um es zu säugen So aber wurde es erst mutterlos, und ein Wiederausfeyen am Ort des Auffindens würde meist feinen Tob bedeuten Eine Mitnahme zum Selbstaufziehen aber ist strafbar, da allein dem Jagdberechtigten ein Aneignungsrecht zusteht. Darum aus Grün­den der Tierliebe und des Rechtes Hände weg von Rehkitzen! Aehnliches gilt übri­gens auch von Junghasen. Die Häsin laugt ihre Jungen meist nut nachts und ist tagsüber gewöhnlich nicht in unmittelbarer Rähe des Ver­steckes Das Aufziehenwollen von Feldhafen be­deutet in ben weitaus meisten Fällen den sicheren Tob der Tiere.

Kirchliche Nachrichten.

Dienstag, ben 27. Mai.

Siesten. 20 Uhr: Maiandacht. Lich. 20.30: Mal- andacht.

Mittwoch, den 28. Mai.

Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe

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