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Nachricht von Wegener. Nach Meldungen von der Dfttüfte Grönlands wurden dort in Meereshöhe Temperaturen von 20 Grad unter Null festgestellt, für die Höhe des mittleren Inlandeises hat man solche von mindestens minus 50 Grad, wahrscheinlich noch darunter, errechnet. Wenn na­türlich auch die Möglichkeit besteht, daß das Fehlen von Telegrammen aus Störung des Senders der Expedition zurückzuführen ist, und daß gleich- zeitig eine Motorbootverbindung zwischen Kamaru- juf, der Operationsbasis der Expedition, zur näch­sten dänischen Senderstation durch ungünstiges Wet­ter unmöglich wurde, so liegt immerhin die Befürch­tung nahe, daß die Führergruppe verschollen ist. Allerdings ist Professor Wegener einer der er- - fahrensten und erfolgreichsten Grönlandforscher der Welt: aber als ungünstiges Moment kommt hinzu, daß kein Mensch aus eigener Erfahrung die Win­ter Verhältnisse auf dem Inlandeise kennt, daß also Wegener einen Vorstoß in völ­lig unbekanntes Gebiet unternommen Hot. Auch die Ostgruppe hat keine Verbindung mehr mit den übrigen Teilen der Expedition, wie folgendes Telegramm an die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft beweist: Oststation Nähe Nordostbucht des Scoresbysund im vollen Betrieb, Haben Verbindung mit Rundfunksendern und vielen Kurz­wellensendern und hören Rundfunkprogramme bril­lant. Tt ut West- und Zentralgruppe je­doch keine Verbindung. Auch die dänische Funkstation Scoresbysund hat mit uns drahtlose Verbindung, jedoch nicht mit den anderen Gruppen.

Wirths Streit mit Thüringen.

Die Volkspartei fordert schnellste Erledigung des unerquicklichen Konflikts.

Berlin. 26. Rov. (TU.) Zu dem Streit zwischen dem Reichsinnenminister und Thüringen um die Zuschüsse für die Thüringer Schutzpolizei schreibt dieRattonalliberale Korrespondenz" u. a., man habe in Thüringen den Eindruck, daß sich das Reichsinnnenrninisterium alle Mühe gebe, um die Entscheidung vor dem Staatsgerichtshof künstlich zu verschleppen, ja, daß ihm an einer objektiven Erledigung des Streitfalles über­haupt nichts liege. Man müsse doch annehmen, daß dem Reichsinnenministerium bei der Sper­rung der Zuschüsse Tatsachen bekanntgegeben seien, die eine solche scharfe Verfügung ma­teriell rechtfertigten. Seit der Klage­erhebung seien jetzt mehr als fünf Monate vergangen und noch sei ein Ende der Be­weiserhebung nicht abzusehen. Dabei erfahre man, daß die ersten vom Reichsinnenministerium be­nannten Zeugen, die doch wohl sozusagen die erste Garnitur waren, kaum irgend etwas für die thüringische Regierung und ihre Polizei Bela­stendes bekundet hätten. Höchst merkwürdig be­rührten auch die Vorgänge, die über die beab­sichtigte Vernehmung des thüringischen Ministers Dr. Frick in der thüringischen Presse mitgeteilt worden seien, und die allerdings den Eindruck ver­stärkten, daß das Reichsinnenministerium den Prozeß möglichst in die Länge ziehen wolle, um dadurch das Land Thüringen, das die erheblichen Ausfälle bei seiner Finanznot nur schwer tragen könne, gefügig zu machen. Viel­leicht sehe auch das Reichsinnenmtnisterium jetzt schon ein, daß es sich in dem Prozeß möglicher­weise ein« eklatante Riederlage holen könne und wünsche diesen blamablen Ausgang möglichst lange hinauszuschieben. Für die Rationalfozralisten in Thüringen sei das Verfahren des Reichsinnenministeriums nur Wasser a uf ihre Mühle. Wenn das Reichsinnenministerium etwa mit der Sperrung der Zuschüsse den Rationalsozialisten habe schaden wollen, so habe es sich gründlich ver­hauen: denn nichts habe in weitesten Kreisen in Thüringen die sonst nicht so übermäßig fest begründete Stellung des Herrn Dr. Frick mehr ge­stützt als das das ganze Land verletzende Vor­gehen des Reichsinnenministeriums. Es würde dem Ansehen des Reiches und auch der allge­meinen politischen Entwicklung im Sinne der Reichsregierung in Thüringen von größtem Rutzen sein, wenn der Streit mit Thüringen schnell st ens in loyaler Weise aus der Welt geschafft würde.

Oer preußische Etat für 1931.

Der preußische Haushaltsplan für 1931 ba­lanciert in Einnahmen und Ausgaben mit einem Betrage von 3 972 694 910 Mk. Einnahmen und Ausgaben sind damit um 384 264 110 Mk. ge­ringer als die entsprechenden Summen des Etats für 1930. 3m einzelnen werden für das kom­mende Haushaltsjahr die laufenden Einnahmen auf 3778,7, die einmaligen Einnahmen auf 194 Mill. Mark angeseht, die dauernden Ausgaben auf 3693,9 und die einmaligen Ausgaben auf 278,8 Mill. Mark.

Die Ersparnis ist bei den persönlichen und sächlichen Ausgaben wegen der Finanznot des Staates in sehr erheblichem Umfange durchgeführt worden. Wie dargelcgt wird, hat es sich nach Durchführung von Abstrichen schließlich darum gehandelt, einen Fehlbetrag von 141,1 Mill. Mark zu decken. Die Steuern könnten nicht weiter angespannt wer­den, weil sie bereits überspannt seien. Den Fehl­betrag habe man wie folgt gedeckt: 82,4 Mill, aus der 6prozentigen Gehaltskürzung der Beamten einschließlich der Kürzung der Diäten und der Ministcrgehälter, 17,1 Milk, aus Ab­strichen bei den Geschäftsbedürfnissen und an­deren sächlichen Ausgaben der Verwaltung, 40 Mill, durch Kürzung der einmalig en Ausgaben, wobei vor allem Bauten ufto. be­troffen werden, etwas über 1 Million durch Kürzung der für persönliche Ausgaben bestimmten Unterhaltszuschüsse an nicht staat­liche Körperschaften. Die Absicht des Reiches, für 1932 den Ländern die Einnahmen aus der Belastung von Bier und Branntwein zu geben und dafür ihre Beteiligung an der Ein­kommen- und Körperschaftssteuer herabzusetzen, stoße auf den einmütigen Widerstand der Länder.

Rach Abzug der durchlaufenden Posten, d. h. vor allem der Beträge, die an die Gemeinden weitergegeben werden, verbleiben für den Staat an sich Einnahmen im Betrage von 2248,2 Mill., denen ein gleicher Betrag bei den Aus­gaben gegenübersteht. Zu den Steuersenkungen betont der Etat, daß die vorgesehene Senkung der Hauszins steuer um 3 Proz. nicht genüge, sondern von 1932 ab eine erheblich höhere Senkung erfolgen solle. Die land- wir tschaftliche Grundvermögens­steuer wird um 10 Prozent gesenkt, und um etwa 20 Prozent soll die Gewerbesteuer geringer werden. Der für die Kommunen ent­stehende Ausfall soll vor allem durch die neuen

Kommunal steuern nach der Rotverordnung des Reichspräsidenten gedeckt werden, die für Preußen 1931 etwa 200 Mill, erbringen sollen, planwittschafi bei den Aerzien?

Die Aerzteschaft, die die Zukunft der 3ungärzte durch die Rovelle zur Reichsver- sicherungsordnung aufs schwerste bedroht sieht, wendet sich mit Forderungen an die zuständigen ©teilen, die die Besserung der Lage des ärztlichen Rachwuchses zum Ziele haben. 3m Vordergrund steht'dabei der Kampf um die Zulassung zur Kassenpraxis, wobei die Abfindung unbeschäftigter und alter Aerzte und die Frei­machung der Kassenarztstellen für die 3ungärzte gefordert wird. Weiter wird die Vermitt­lung von Riederlassungsmöglich­keiten und nebenamtlichen Assisten­ten stell en durch Zusammenarbeit der Aerzte­schaft mit den bestehenden amtlichen Stellen angestrebt. Dor allem hält die Aerzteschaft eine gewisse Planwirtschaft für notwendig, um eine örtliche und fachliche Verteilung der Aerzte nach einwandfreien Gesichtspunkten vorzunehmen, und um den uferlosen Zustrom zur freien Praxis einzudämmen. Anderseits soll dadurch dieRach- frage nach Landärz ten, die heute sehr groß ist, befriedigt werden. Zur Besserung der Lage der jungen Aerzte wird in erster Linie ihr organisatorischer Zusammenschluß in einer Rotvereinigung gefordert, da es eine Der- trehmg der wirtschaftlichen 3ntereffen für die noch nicht zugelassenen Aerzte bisher nicht gibt. Die Aerzteschaft steht auf dem Standpunkt, daß nur so eine die Interessen aller Aerzte gefähr­dende, jede Arbeitsbedingung aheptierende De­moralisation des ärztlichen Rachwuchses verhin­dert werden kann.

Oie Vorgänge an der Universität Königsberg.

Berlin, 25. Rov. (241.) Der preußische Kultusminister Grimme hat an Rektor und Senat der Universität Königs­berg einen Erlaß gerichtet, in dem er sich gegen den Entschluß der Universität vom 21. Ro- vember wendet. Die akademische Freiheit sei durch Terror und Gewalt der Straße zerstört worden. Wenn die Polizei davon abgesehen habe, von ihrem unbestreitbaren Recht Gebrauch zu machen und die gestörte Ordnung im Innern der Uni­versität wiederherzustellen, so habe sie vorauS- setzen müssen, daß die akademischen Kör-

verschaften selbst imstande fern würden, innerhalb der Universität einen geordneten Zu­stand wieder herzustellen. Unter dem Zwange von Unruhestiftern habe sich aber der Senat bereit­gefunden, die vom Rektor erlassenen Anordnun­gen zu widerrufen. Dadurch seien die Rechte der Selbstverwaltung emp­findlich geschmälert worden. Die Selbst­verwaltung wäre im vorliegenden Falle besser geschützt worden, wenn die staatlichen Or­gane rechtzeitig zur Wiederherstellung der Ord­nung herangezogen worden wären. Rach gelten­dem Recht be'tünden keine Ausnahmenvon der allgemeinen Zuständigkeit der Polizei für die Ausübung polizeilicher Be­fugnisse imterhalb der Universität. Zum Rach­folger des wegen der Vorgänge an der Al- bertus-Univer ität zurückgetretenen Rek­tors Prof. Dr. Andree wurde Prof. Dr. Al­fred Mitscherlich, der Direktor der landwirt­schaftlichen Institute, gewählt.

Flamenkundgebungen in Gent.

Brüssel, 23. Rov. (TU.) Der bekannte Füh­rer der flämischen Rationalisten, Dr. Börms, hatte sich am Freitag vor dem Berufungs­gericht in ©ent weg en Beleidigung von Gendarmen während einer flämischen Kund­gebung zu verantworten. Das Gericht gab be­kannt, daß die Urteilsverkündung erst in acht Tagen erfolgen werde. Als Börms das Ge­richtsgebäude verließ, stimmte eine große Menge von Flamen, in erster Linie Studenten, den flämischen Rationalgesang dn und brachte Hochrufe auf Borms und Flan­dern aus. Diese Kundgebung wurde von im Ge­richtsgebäude anwesenden Rechtsanwälten mit Hochrufen beantwortet. Schließlich bildete sich ein Demonstrationszug, der sich mit Borms in der Mitte durch das Zentrum der Stadt bewegte.

Wettervoraussage.

Die neue Warmluftwelle an der Südseite des umfangreichen Tiefdruckgebietes zwischen Island und Schottland ist bereits auf das Festland Dor­gebrungen und gestaltet hier die Witterung mild und etwas regnerisch. Starker Temperaturrück­gang über Irland läßt erkennen, daß an der Rückseite falte Luft nachfolgt. Somit dürften auch bei unS die Temperaturen zum Sinken neigen und unfreundliches und naßkaltes Wetter sich einstellen. Dabei wird die Wolkendecke sich zeitweise aufklaren.

Aussichten für Donnerstag: Wech- felnbe Bewölkung mit vorübergehendem Auf­klaren, kälter, vereinzelte Regen-, In höheren Lagen Schneeschauer.

Aussichten für Freitag: Vorerst noch kein beständiges Wetter.

Oie Wetterlage.

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Wintersport ohne sportliche Kleidung? Undenk­bar für uns! Doch um 1900 trug man große Hüte und lange Röcke auch zum Eisläufen. Eine un­natürliche Zeit, die immer neue Torheiten ersann. Die der Cigarette ein Mundstück gab, weil man

} dasschöner" fand. Der reine Genuß wat* {

< unwichtig. So unwichtig wie für uns heute {

t das Mundstück. Denn alles Überflüssige ist un- i

j modern geworden. Wir lieben Zweckmäßigkeit j

j und darum die Cigarette ohne Mundstück.

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... selbstverständlich ohne Mundstück *