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doch einmal zusammen, Geld du dir damit er*
Am 15. Jahrestag der italienischen Intervention.
Die Enttäuschung von Versailles.
Mailand, 24. Mai. (WTB.) Mussolini hielt heute auf dem Mailänder Domplatz vor 300 000 Personen eine Rede, in der er erklärte, er sei sicher, daß die Schwarzhemden keine (Sr* gänzungen seiner Reden von Florenz und Livorno erwartet hätten, die Wohl vorbereitet und überlegt waren. Ich muh aber, so sagte Mussolini, einige Argumente der Polemik zurückweisen. Man hat gesagt, daß meine Reise im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage des Landes erfolgte. Das ist nicht wahr. Die wirtschaftliche Lage Italiens, man muh das in dieser Stadt sagen, die die wichtigste wirtschaftliche Zentrale Italiens ist, ist nicht schlechter als die irgendeines ande-
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..Zur Erinnerung* scheu Kriegsopfer, die Blätter ehren freiwilligen, Mai 1915 hat sich den verraten wurden von
Der Starke sagte: „Rur Feige bezwingt der Tod." And er warf sich mit seiner ganzen Stärke gegen die überstarken Wasser und verschwand sofort.
Der Schlaue sah dies und sagte: „Was Stärke nicht vermag, bringt List zuwege." And er versteckte sich in einem hohlen Baumstamm, der an der Straße stand, so daß er nicht mehr gesehen werden konnte. 3m nächsten Augenblick aber verschwand der Baumstamm in den Wassern.
Der Weise sah dies alles und sagte: „Dies ist ja alles nichtig. Man muh die Absichten dessen kennen, mit dem man kämpft, und seine Ratur." And er legte sich quer über den Weg und stellte sich tot.
Ein jeder hat seinen Stolz.
Ich siedelte vor einiger Zeit mit meinem Konto an eine andere Bank über. „Geben Sie acht", sagte schon vorher ein Bekannter zu mir, „der Kassierer dort ist ein Künstler im Geldzählen. Er würde darin ohne weiteres einen Schnellig- keitsrekord aufstellen." Ich gab acht — und es war wirklich erstaunlich, diesen Mann Geld aus- zahlen zu sehen. Mit einem einzigen blitzschnellen Griff nahm er die verschiedensten Banknoten und kleineren Münzen aus ihren Regalen. Ohne sie näher anzusehen, legte er sie so vor den Kunden hin und irrte sich nie: die Summe ftimmbe.
Rachdem ich ihn etliche Male gebührend bewundert hatte, kam ich einmal beim Rachzählen darauf, daß er sich dieses eine Mal geirrt hatte. Die Summe, die er mir mit seinem berühmten Griff in die Hand gedrückt hatte, machte zehn Mark zuviel aus. Ich zeigte ihm den Irrtum: er aber schüttelte den Kopf und sagte: „Ganz ausgeschlossen, Herr. Mir ist noch nie ein Berschen unterlaufen." — „Aber die Summe da?" — „Mir unerklärlich. Bielleicht hatten Sie zehn Mart schon vorher in der Hand." Er sah mich dabei so an, daß es keinen Widerspruch mehr gab. And ich muhte das überschüssige Geld, bas mir nicht gehörte, einstecken und behalten.
Jeder Künstler läßt sich eben feinen Ruf etwas kosten.
„Das muh ich dir doch nicht erst sagen", erwiderte die Tante lächelnd, — „denke doch, was du dir von diesem Geld alles leisten könntest. Ich kann es gar nicht alles aufzählen. Zum Beispiel könntest du bei einem viel besseren Schneider deine Kleider machen lassen; dann könntest du doch im Sommer große Reisen machen, ferner in guten Restaurants essen, immer im Auto fahren ..."
Der Künstler.
Auf dem Spaziergang sah ich plötzlich das große Reklameschild und dachte: „Warum soll man sich nicht einmal einen Hungerkünstler an- schen. Es mühte doch etliches von ihm zu erfahren fein.“
Da sonst niemand da toax, wollte ich mich mit ihm unterhalten. Er aber hatte einen schwe° ren Minderwertigkeitskomplex. — „Alles um- sonst", sagte er, „ich möchte am liebsten alles ab- brechen. Ich möchte heraussteigen, etwas essen und morgen von vorne anfangen.“
Ich versuchte ihm Standhaftigkeit zu empfehlen. Er aber fuhr fort: „Es ist doch eine echte Leistung. Der Innenraum wurde von Sachverständigen durchsucht, geprüft und notariell beglaubigt. Die Türen sind verriegelt und plombiert. Es ist eine hunderprozentig ehrliche und echte Leistung. Trotzdem bleibt mir die Anerkennung der Menschen versagt. Man möchte an der Welt verzweifeln. Kein einziger Mensch hat sich noch die Mühe genommen, zu mir zu kommen."
„Künstlerlos", sagte ich traurig. „Wie lange sitzen Sie denn schon drin?"
„Eine halbe Stunde“
Der Mensch und die Natur.
Drei Wanderer wurden miteinander bekannt, die durch Zufall dieselbe Straße marschierten: entlang dem Ufer eines großen Flusses.
Sie sprachen miteinander, und es zeigte sich, daß der erste stark, der zweite schlau, der dritte weise war.
Plötzlich brach der Damm, der den Fluß in Schranken hielt, und die reihenden Wasser stürzten wie Berge über den drei Wanderern zusammen. Es wurde ihnen klar, daß sie nunmehr mit dem Tod zu kämpfen hatten.
Oer Düsseldorfer Massenmörder in Düsseldorf verhaftet.
Bei einem neuen Verbrechen die Spur entdeckt. - Umfassendes Geständnis.
eine Aufstellung der italieni» Gleichzeitig veröffentlichen Aufruf der Kriegs- in dem es u. a. heißt: Seit vieles ereignet. Wir tour* und verachtet, wir schwärze st em Andank
getroffen; Wir haben unseren strahlenden lateinischen Sieg verstümmeln und unter d rü cken sehen. Wir werden ihm alle Rechte zurückerobern. Die Stellungen der Dergangen- heit sind auf immer überwunden, und wir wollen nicht gebunden fein durch Erinnerungen an ehemalige Feindseligkeiten. Weiter heißt es in dem Aufruf, man könne nicht 44 Millionen M enschen ersticken, die leben und mit vollen Lungen Mittelmeerluft einatmen wollen. Man erdrücke nicht ein -Volk, das Waffen habe und Seelen und das b^rei t sei, zu jedem Opfer und zu jede iß^W a g n i s Das italienische Volk wolle niemand unterdrücken aber es wolle auch selbst nicht unterdrückt werden.
Erregte Stimmung in Indien.
Der Kampf gegen das Salzmonopol wird weitergeführt.
London, 25. Mai. (Reuter.) Mehr als 1000 Freiwillige, denen ein starkes Polizeiaufgebot gegenübersteht, bemühen sich feit heute vormittag, in die Salzlager von Wadala einzudringen. Sie verfolgen dabei eine Guerilla-Taktik, indem immer zahlreiche kleine Gruppen an den verschiedenen Stellen gleichzeitig vorwärts laufen. Mehreren Freiwilligen gelang es, Salz zu erbeuten und sich damit zu entfernen. Die Mehrzahl der Angreifer wurde aber von den mit Bambusknüppeln zuschlagenden Polizisten zurückgetrieben. Bisher wurden 1c Personen verletzt, davon sieben schwer. Ein Polizist wurde von einem Stein ins Gesicht getroffen. Angefähr 100 Freiwillige und Zuschauer sind verhaftet worden. Aus einer Gruppe von 100 Freiwilligen, die nach Wadala unterwegs war, wurden 50 verhaftet, darunter zehn Parsen. Ihr Führer Dhungara, der durch eine Zweiradtour um die Welt bekannt geworden ist, forderte bei seiner Festnahme alle Parsen auf, sich mit ganzer Kraft an der Gandhi- Bewegung zu beteiligen. Die Polizei verhaftete heute vormittag den jetzigen Führer der am Lager von Antadi bei DHarasana zusammengezogenen Freiwilligen, Ambala Patel. Bon den bei dem Angriff auf dieses Salzlager am 16. Mai verhafteten 225 Freiwilligen wurde jetzt eine erste Abteilung von 21 Mann zu jeeinem Monat schweren Kerkers verurteilt.
In der Stadt Madras sind für die Dauer von zwei Monaten alle öffentlichen Ansammlungen oder Umzüge verboten worden. In Kalkutta wurden gestern abend neun Fußballspiele, die schon einmal aufgeschoben waren, 8um zweitenmal durch w -ibliche Freiwillige verhindert. 500 Frauen besetzten das Spielfeld und die Zugänge und verhinderten die Spieler am Betreten des Feldes. — 3n Dacca kam es gestern zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern. Ein Hindutempel und mehrere Kaufläden wurden niedergebrannt. Die Anruhen wurden verursacht durch die Auffindung der Leiche eines ermordeten Mohammedaners. In Bombay wurde bei der Kundgebung einer 200 OOOköpfigen Menschenmenge keinerlei Bersuch gemacht, den von der Polizei vorgeschriebenen Weg zu verfolgen. Mit den Rufen,Boykott" zog die Menge durch die Straßen. Die Stimmung war gereizt und einige Europäer retteten sich nur mit knapper Rot. Der Berichterstatter eines britischen Blattes schreibt, er habe niemals ein erstaunlicheres Schauspiel gesehen >ls den geregelten Zug dieser 200 000 Menschen mit wehenden Bannern und unter Absingen von Kampfliedern, der sich, als der Polizeiring zurückgezogen wurde, mit „Rieder"- Rufen durch die Straßen ergoß. Es steht außer Zweifel, daß den Europäern das Leben unmöglich gemacht wird und daß solche riesigen Versammlungen und Amzüge verboten werden müßten.
Aus dem Notizbuch.
Von Hans Kafka.
Die Wandlung.
Zwei junge Menschen, die einander liebten, gingen über eine Brücke.
„Ich liebe dich", sagte er zu ihr. „Ich möchte dir meine Liebe beweisen. Befiehl mir etwasl Befiehl mir zum Beispiel, über diese Brücke in den Fluh hinunterzuspringen.“
Sie erwiderte ihm: „Oh, nein. Das werde ich dir nicht befehlen. Ich habe Angst."
„Wovor?"
„Ich habe Angst, du könntest es tun.“
Zwei Jahre vergingen und die beiden standen wieder auf der Drücke über dem Fluh.
Er sagte zu ihr: „Erinnerst du dich?“
Sie erwiderte ihm: „Ich würde es dir heute wieder nicht befehlen. Ich habe Angst."
„Wovor?“
„Ich habe Angst, du könntest es nicht tun.“
Das Versprechen.
In Wien haben die Strahen oft sonderbare Ramen: „Küh' den Pfennig" oder „Stoß' in Himmel" — das sind noch die gebräuchlichsten. Zwischen den Weingärten des Kahlenbergs schlängelt sich ein bezaubernder Weg, der den un- erforschlichen Ramen führt: „An der langen Lüssen".
Mehrmals wollte ich schon im Wörterbuch der Brüder Grimm Nachsehen, was das Wort „Lüs- sen" wohl bedeutete. Immer war der Band vergriffen. Bis ich jüngst „An der langen Lüssen" ettoaS erlebte, das ich (wie figura zeigt) aufschreiben muhte, bevor ich noch über die Bedeutung Bescheid wuhte.
Bor mir gingen, eng umschlungen, ein junger Mann und ein Mädchen. Plötzlich blieben sie bor öer Tafel stehen, auf die der Straßenname geschrieben war. „Da schau her", sagte das Mädchen, „nein, wie komisch die Straße da heißt “ — „Wie denn", fragte der junge Mann, der an ganz anderes äu denken schien. And das Mädchen las, langsam buchstabierend, herunter- Zu den langen Küssen".
Etwas vom Sparen.
Meine Tante gab mir gute Ratschläge für das -ganze Leben: „Fahr nicht soviel im Auto herum, rh nicht in teuren Restaurants denk daran, dah es eine ganz billige Sommerreise auch tut, geh zu kleinen Schneidern, die, wenn vielleicht auch nicht besser, so doch billiger ar-
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„Ja, Tante", sagte i' „ ' * , „ daran denken — aber was fange ich bloß an mit so viel erspartem Geld?"
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Hochschulriachrichien.
Der Lehrstuhl der semitischen Philologie an der Universität Königsberg ist an Stelle von Professor H. Schaeder dem außerordentlichen Professor Dr. Erich Bräunlich in Greifswald angeboten worden. — Der ordentliche Professor für Straf- und Prozeßrecht an der Amversitat Kiel Dr. Erik Wolf hat einen Ruf an die Universität Freiburg i.Dr. erhalten und zum 1. Oktober 1930 angenommen. — Pro- feffor Dr. Johannes Lange an der Universität c den an ihn ergangenen Ruf auf Den Lehrstuhl der Psychiatrie und Reurologie in Breslau als Rachfolger des Geheimen Me- dizinalrates Professor Dr. Wollenberg angenom- men und bereits seine Ernennung zum Ordinarius tn Dreslau erhalten.
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angeordneten umfassenden Fahndungsmaßnahmen führten heute nachmittaa um 3 Uhr zur F e st - nähme des Kürten. Die Festnahme kam ihm so überraschend, daß er ohne weiteres den oben geschilderten Fall der Bergewaltigung zu gab. Im Laufe der Vernehmung gestand er ein, auch die noch nicht aufgeklärten in Düsseldorf im letzten Jahre vorgekommenen Morde ausgeführt zu haben. Um die Richtigkeit der Angaben des Kürten nach- zuprüfen, wurde er an eine Anzahl der Mordtatorte geführt. Dort wurde er aufgefordert, eine genaue Darstellung der einzelnen Geschehnisse zu geben. Kürten war in der Sage, die Vorgänge mit vielen Einzelheiten zu schildern, ohne sich bisher in Widerspruche verwickelt zu haben und ohne Dinge zu erwähnen, die nachweisbar unrichtig sind. Trotzdem bestehen vorläufig noch Zweifel, ob er tatsächlich für alle Fälle des vollendeten und versuchten Mordes in Frage kommt. Deshalb sind umfassende Ermittlungen zur Sicherung eines einwandfreien Beweises für jeden einzelnen Fall im Gange. Eines der überfallenen Mädchen, Schulte, hat ihn für ihren Fall als Täter bestimmt wiedererkannt.
Die Person des Massenmörders.
Ein schwer vorbestrafter Zuchthäusler.
Kürten ist bereits 17 mal und nicht unerheblich, jedoch nicht wegen Sittlichkeitsverbrechen, vorbestraft. Bereits im Alter von 16Jahren wurde er zum ersten Male straffällig. 1908 wurde er wegen schweren Diebstahls in 34 Fällen zu sieben Jahren Zuchthaus, und im Jahre 1913 wegen schweren Diebstahls in 15 Fällen im Rückfälle und Betruges zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie Dvr- strafakten lassen erkennen, daß man es mit einem äußerst geschickten und rücksichtslosen Maime zu tun hat, der auch vor keiner Gewalt- tätigkeit zurückgescheut ist. Acht seiner Bor straf en sind unmittelbar durch Gewalttätigkeit begründet. Bereits im Alter von 19 Jahren wollte sich Kürten eine frühere Mitschülerin durch Terror sexuell hörig machen. Wichtig ist, daß Kürten sich in ähnlicher Weise bei seinen letzten Straftaten aus dem Jahre 1925 und 1928 wieder betätigte. Er hatte sich an Dienstmädchen he r a n ge m a ch t und ihnendie Che versprochen, in einem güILe dem Mädchen die Ersparnisse abgeschwindelt. Es gelang ihm schließlich, seine Opfer in eine hilflose Lage zu bringen und so zu seinem Ziele zu kommen. Später verfolgte er seine Opfer durch Bedrohungen und Beleidigungen tn gröblichster Weise, so daß er deswegen zuletzt mit acht Monaten Gefängnis bestraft wurde.
Nie Eiaisberatung im Hessischen Landtag.
Abg. Schott (D. D. P.) erklärt zur Rotlage des Weinbaues u. <l: Bedauerlich sei die Aenderung der Geschmacksrichtung des weintrinkenden Publikums. Mit dem Verschnitt ausländischer Weine müsse endlich Schluß gemacht werden, um dem Konsumenten klarzumachen, was einheimisches und ausländisches Erzeugnis sei. Wenn jeder Deutsche das auf ihn entfallende Quantum des naturreinen edlen Rebensaftes trinke, wäre die Rotlage des Winzerstandes sofort behoben.
Abg. Blank (Z.) bedauert die hohen Produktionskosten der Weinbaudomänen. In ihnen seien vier Millionen investiert, die aber angesichts der niedrigen Preise kaum eine Rente abwürfen. Es sei ein Skandal, wenn Domanenweine in guter Aufmachung dem Konsumenten im Lokal mit 3 —400pro- J«nt Zuschlag vorgesetzt würden. Einer zu starken Zuckerung dürfe man in Hessen nicht das Wort reden. Man müsse für das Verschnittverbot im Weingesetz eintreten.
Abg. Modus (Ldbd.) wünschte im Rahmen des Gesetzes eine größere Beweglichkeit in der Zuckerungsfrage entsprechend der geänderten Geschmacksrichtung. Ausländische Weine sollten nur mit dem Arsprungsstegel hereingelassen werden.
Abg. Steffen (Soz.) sieht die Arsachen der Winzernot in der gesunkenen Konsumkraft der Massen und der gestiegenen Konkurrenz des Auslandes. Der deutsche Qualitätsweinbau werde sich immer durchsetzen, wenn aber der Konsumweinbau jahrelang nicht rentiere, müsse sich der Erzeuger umstellen.
Abg. Böhm (Dnl.) verlangt Einschreiten gegen die vielen ausländischen Weinstuben. Die Preisspanne zwischen Erzeuger- und Konsumpreis sei entschieden zu hoch.
Die Kapitel 3 (Kameralgüter) und 4 (Weingüter) werden genehmigt. Das Plenum ersucht. Oie Regierung, bei den Domänen die kaufmännische Detriebssührung einzufüh- cen. — Beim Kapitel 5 (Draunkohlen- werke Wölfersheim) wird von der Regierung die Vorlage einer Aufstellung über alle investierten Kapitalien mit 28 gegen 22 Stimmen gefordert. Kapitel 6 (Salzwerk und Bad' Ranheim) wird ebenfalls genehmigt. Die Regierung wird zur Vorlage einer Aufstellung sämtlicher Baudarlehen aufgefordert.
Zu den Steuerkapiteln stellt Abg. Riepoth (DVP.) den Forderungen der Szialdemokraten daS seinerzeitige Finanzprogramm Hilserdings mit seiner Verminderung der direkten Steuern, der Steigerung der indirekten Steuern und der Auseinander- ziehung des Tarifes der Einkommensteuer entgegen. Hessen erhalte nach dem augenblicklichen Stand der Finanzverhandlungen vom Reich ein Weniger von 420 000 Mark, denen aus den neuen Steuern ein Mehr von 2,558 Millionen gegenüberstehe. Wir fordern bei dem bevorstehenden inneren Finanzausgleich Berück-
Studenten. Wir sind aus Versailles mit einem unvoll st ändigen Siege abgereist aber wir halten den Sieg noch in der Faust. Er wurde in den diplomatischen Abmachungen verstümmelt, aber er ist nicht in unserem Arm und in unseren Herzen verstümmelt. Um euch zu beweisen, daß wir unser Ziel bald oder später erreichen werden, erkläre ich, daß wir uns hier am 28. Oktober 1932 wieder treffen werden. Wir werden bann den Beginn des zweiten Jahrzehnts der faschistischen Revolution feiern, die unser Schicksal ist. — Die Rede Mussolinis wurde mit stürmischem Beifall und unbeschreiblichem Jubel aufgenommen.
Der verstümmelte (Sieg.
Italien zu jedem Opfer und jedem Wagnis bereit.
Rom, 24. Mai. (WTB.) Zum 15. Jahrestag des Eintritts Italiens in den Weltkrieg bringt Giornale d'Italia unter der Aeoerschrift:
ren Landes. Wir sind sehr gut unterrichtet darüber, was man anderwärts vorbereitet, und von dem Geist, der bei einigen unseren Rachbarn herrscht.
Mussolini erinnerte daran, wie Italien vor 15 Jahren in den Krieg trat, und welche Verluste es erlitt. Nach 40 Monate dauernden Proben seiner Standhaftigkeit konnte es den Sieg erringen, nickt allein für Italien, kondern für alle Alliierte, auch für die, die es jetzt in Zweifel zögen. Wir wollen uns dieser Dinge nicht erinnern, um den Haß wieder aufleben zu lassen, sagte Mussolini. Wir sind vollständig und aufrichtig mit unseren Gegnern von gestern ausgesöhnt. Mit einigen von ihnen verbinden uns sogar freundschaftliche Bande. Wir rufen uns aber diese Dinge vor allem ins Gedächtnis, weil im Mai 1915 d i e italienische Revolution begann. Heute ist das italienische Volk völlig Herr seines Schicksals. Gerade der heu- tige Tag zeigt es wieder: Das Volk in Waffen umfaß alle Schichten und Klaffen, Arbeiter und
Dom Wisent.
Nur noch 59 Stück, 27 Bullen und 32 Kühe, einschließlich aller Jungtiere, sind von dem großen europäischen Wildrind, dem Wisent, nach dem letzten Bericht der Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents auf der ganzen Welt vorhanden. Diese letzten Reste des Urwaldriesen sollen nun, wie Dr. Lutz H e ck in der LeipMer „Illustrierten Zeitung" mitteilt, mit allen Mitteln erhalten
Düsseldorf, 24.Mai. Der Düsseldorfer Kriminalpolizei ist es heute nachmittag drei Uhr gelungen, den am 26. Mai 1883 in Mülheim am Rhein geborenen Arbeiter Peter Kürten als den mutmaßlichen Düsseldorfer Massenmörder festzunehmen. Die Verhaftung geschah so Überraschend, daß Kürten ohne weiteres eine vor kurzem ausgeführte Vergewaltigung eines jungen Mädchens ; ngab und im weiteren Verlauf der Vernehmung gestand, auch die im letzten Jahre in Düsseldorf vorgekommenen Morde aus- geführt zu haben.
Zu feiner Verhaftung wird weiter mitgeteilt: Eine hiesige Hausangestellte hatte in einem Brief an ihre Freundin mitgeteilt, daß sie am 14. d. M. abends einem Mann in d i e Hände gefalle n sei, und daß ihr etpas ganz Fürchterliches passiert sei, wobei sie fast ums Leben gekommen wäre. Dieser Brief ist durch irrige Adressierung in falsche Hände gekommen und wurde der Polizei übergeben. Es gelang, die nicht näher bezeichnete Adresse der Briefschreiberin zu ermitteln. Ihre Vernehmung ergab, daß sie in den späten Abendstunden des 14. Mai ein Stelldichein mit ihrer Freundin hatte, daß sie dann auf dem Wege in ein Mädckenheim von einem Mann angesprochen worden ist, der ihr versprach, sie in das Heim zu führen. Dieser junge Mann führte sie bis in den Volksgarten. Als sie sich weigerte, mit ihm in die Anlagen zu gehen, trat plötzlich ein anderer Mann auf das Paar zu, der sehr energisch auftrat und den jungen Mann zur Rede stellte, weil er den Versuch gemacht habe, das Mädchen in den Dolks- garten zu führen. Dadurch gelang es ihm, das Vertrauen des Mädchens zu erlangen. Als dieses ihm sagte, daß es für die Nacht noch keine Unterkunft habe, bot der ihr eine eigene Schlafgelegenheit in feiner Wohnung an. In der Wohnung angekommen, hatte das Mädchen aber Bedenken und bestand darauf, in das Mädchenheim geführt zu werden. Der Unbekannte übernahm die Führung und brachte sie in den Gräfenberger Wald. Die Bedenken des Mädchens, in den Wald zu gehen, zerstreute er durch die Bemerkung, daß man in wenigen Minuten am Ziel fei. Als das Mädchen dann doch nicht weiter mitgehen wollte, ergriff er cs am Halse, würgte und vergewaltigte es. Er entfernte sich dann eiligst.
Es gelang der Kriminalpolizei mit Hilfe des Mädchens, die Wohnung dieses Unbekannten ausfindig zu machen. Dadurch wurde dieser festgestellt als der Arbeiter Peter Kürten, geboren am 26. Mai 1883 in Mülheim a. Rhein. Als die Kriminalpolizei ihn in seiner Wohnung festnehmen I wollte, war er schon flüchtig. Die darauf hin |
(Jn einer 1 bm Schlöffe bas btm Slüi Lchtz ab. Sii lijche unb e brauchte Schloß« üoit ungestört suchen. A« ihnen Seranl fit im Sahyj hotten, oerschi Spur.
und auch vermehrt werden. Bei der geringen Zahl der noch vorhandenen Wisents wurde zu einem letzten Zuchtmittel gegriffen, indem Kühe vom ame- rikanischen Bison, der dem Wisent sehr nahe oer- wanbt ist, dem reinblütigen Wisentbullen zugeführt werden, und die aus diesen Verbindungen entstehenden weiblichen Tiere sollen immer wieder an echte Wisentbullen angepaart werden, bis durch diese Verdrängungszucht Tiere entstehen, die dem Wisent in jeder Beziehuna gleichen. In Deutschland ist ein staatlicher Wisentschutzpark in Springe geschaffen worden. Nachdem in Schweden bei Langsjö und in Ungarn bei Visegrad schon vorher Wisente in großen Waldgattern ausgesetzt worden waren, wurde ür Preußen von der „Staatlichen Stelle für Natur- tenkmalpfleHe" und vom Ministerium für Landwirt- chaft, Domänen und Forsten auf Anregung und nach Angaben des Berliner Zoologischen Gartens in der Oberförsterei Saupark ein Gatter von 26 Morgen für Wisente vorbereitet, dem ein großes Gehege von 300 Morgen angegliedert ist. Bei der erhofften Vermehrung könnte später den Wisenten genügend freier Auslauf gegeben werden. In einem strohgedeckten Blockhaus wurden vier Einzelställe errichtet, jeder mit besonderem Fanggatter abgeteilt, so daß die Tiere täglich voneinander abgetrennt gefüttert werden und auch schwächere Tiere zu ihrem Recht kommen können. In Springe befindet sich als Zuchttier ein kapitaler fünfjähriger Wisentbulle, der in Berlin gezüchtet wurde; zwei Wisentkreuzungs- kühe und zwei echte Bisonkühe bilden die weiblichen Stücke dieser Herde. Im vergangenen Jahr sind hier zwei Kälber gesetzt worden, und weiterer Nachwuchs ist in diesem Jahr zu erwarten. Man hofft, das Rudel binnen zwei Jahren so zu vermehren, daß die Bisonkühe ausgemerzt werden können.
Tr,c
Mai,
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