Ausgabe 
25.11.1930
 
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Der ungarische Besuch in Berlin

er ihre fci-

köln, 24.Jloo. (Tel.-Un.) Das Hochwasser des Rheins hat besonders die Gegend von Andernach und Reu mied in Mitleidenschaft gezogen. In Andernach stehen die schön gepflegten Anlagen gänzlich unter Wasser. Das Bollwerk mit dem hel- dendcnkmal stehl mitten in der Flut. Die Autostraße am Rhein ist gesperrt. In Reuwied wirkt sich das Hochwasser katastrophal au». Heber die halste der Stadt ist in Mitleidenschaft gezogen, von drei Sellen ergießen sich die Fluten in die tiefer gelegenen Teile der Innenstadt. Am Oberlauf des wiedflühchens sind viele Dörfer von der Hochflut betroffen, von den im Rorden der Stadt liegenden großen Gärtnereien ragen nur noch die Dächer der Treibhäuser hervor; der Schaden ist noch nicht zu übersehen.

Die größten Verluste hat die Hochwasserflut auch diesmal wieder den Winzern zugefügt. Der wein war noch nicht durch die Gärung, als die kalten Fluten der Moftl in die Keller ein­drangen und die Gärung so zum Stillstand brach­ten. Der Lualitätsverlust des Weines ist durchweg sehr groß, da nach dem Rückgang des Wassers die Gärung erneut und zwar künstlich fortgesetzt werden muh.

vom Oberrhein wird stellenweise geringes Fallen des wasserst andes gemeldet. Star­kes Fallen wird von der Saar und von der oberen Mosel gemeldet. In Köln ist noch ein ganz ge­ringes Ansteigen zu verzeichnen. Die gröhte Gefahr

Schwere Hochwasserschäden im Rheinland

Andernach und Neuwied besonders Hari betroffen. Große Schäden der Moselwinzer. Langsames Fallen der Flut.

einer ausgedeckten Verschwörung ge­gen Stalin im Zusammenhang ständen. Einige der Verhafteten, die Widerstand zu leisten ver­suchten, seien auf der Stelle erschossen worden. Die Straßen, durch die man die Ver­hafteten transportiert habe, seien für den ge­wöhnlichen Straßenverkehr völlig gesperrt ge­wesen. Das Blatt glaubt, daß durch die letzten Verhaftungen die Verschwörung gegen Stalin restlos im Keime erstickt worden sei.

Dobry Wieezor" bringt eine Meldung aus Wilna, wonach dort angeblich eine Moskauer Funkennachricht auf gefangen worden sei, in der es hieß, die Diktatur in Sowjetrußland hatte nunmehr Woroschilow übernommen; " werde der Bevölkerung und der Armee Rechte zurückgeben. Stalin sei hierbei mit nem Wort erwähnt worden.

Deutschlands einseitige Entwaffnung.

Eine Gefahr für den Frieden.

London, 25. Rov. (WTB. Funkspruch.) Heber die Genfer Mrustungserörterungen sagt I. 21. Spencer imRews Chroniele": Wenn ein verantwortlicher Mann wie Reichsminister C u r- ti us in der Weise spricht, wie er es in der vorigen Woche im deutschen Reichsrat getan hat, dann müssen wir das als bedeutungsvoll betrachten. Wenn man nicht anerkennt, daß die Entwaffnung Deutschlands den anderenRa- tionen die moralische Verpflichtung auferlegt, dann wird woyl keine deutsche Regie­rung imstande sein, der Bewegung der Ratio­nalisten erfolgreich zu begegnen. Deshalb sollte, solange es noch -Zeit dazu ist, erklärt werden, daß die Regierungen, die die 2lbrüstung verhindern, nicht für unbegrenzte Zeit darauf rechnen dürfen, daß ihre vor­maligen 2llliierten die einseitige Abrüstung Deutschlands unter st ühen werden. Musso­lini hat bereits angedeutet, daß er in dieser Frage mit Deutschland sympathisiert, und wenn auch keineswegs zu wünschen ist, daß er oder ein anderer ehrgeiziger Mann eine Auf- rüstungsbewegung einleitet, so werden doch nicht einmal die Pazifisten dafür sein, daß Deutschland dauernd in einem Zustand bet Unterlegenheit gehalten wer­den soll.

Lloyd George gegen Frank­reichs Gicherheiismonopol.

-späte Erkenntnis eines Vaters des Ber<ailler TiktatS.

Kopenhagen, 23. Nov. (Tel.-Un.) Lloyd George veröffentlicht am Samstag imExtra- bladet" einen ausführlichen Artikel, der sich an die Adresse Frankreichs wendet. Er erklärt offen, daß Deutschland in Versailles in einen Hinterhalt gelockt worden sei. Frankreich habe seine heiligen Versprechungen von damals g e- brachen. Es behaupte jetzt, abgerüftet zu haben, weil cs seine Dienstpflicht verkürzt habe. Was Frankreichs Nachbarn aber zu erfahren wünschten, sei nicht, wie lange die Franzosen brauchten, um ihre Dienstpflicht abzudienen, sondern wieviel Franzosen im Falle eines Krieges be­reit seien, die Waffen zu ergreifen und an die Front zu marschieren. Habe Frankreich das

M Do X von Sanlander nach La Lornna.

Sturmfahrt über die Biscaya an der asturischen Küste entlang. - Begeisterter Empfang des deutschen Flugschiffs in La Eoruna.

Gras Velhlen verlaßt Verlin.

Befriedigender Verlauf dcrBesprechungcn.

Berlin, 24. Rov. (TU. Amtlich.) Der Be­such des ungarischen Ministerpräsidenten hat Ge­legenheit zu eingehendem Gedankenaustausch des Reichskanzlers und des Reichsministers des Aus­wärtigen mit Graf Bethlen und den Herren sei­ner Begleitung geboten. Hierbei wurde die ge­samte politische Lage unter besonderer 'Berücksich­tigung der Deutschland und Ungarn gemeinsam betreffenden Fragen und Interessen erörtert. In den Besprechungen wurde die volle Mebereinstim- mung in der Beurteilung aller dieser Fragen und mit besonderer Befriedigung das Fortbestehen der auf gemeinsamem Schicksal, auf gleichgerichteten, politischen Zielen und auf enger kultureller Ver­bundenheit fest begründeten freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen den beiden Völkern festgestellt. Eine wichtige Rolle spielten in den Unterhaltun­gen zwischen den deutschen und ungarischen Staatsmännern die wirtschaftlichen Pro- blemc der beiden Länder im Rahmen der ge­genwärtigen Wirtschaftskrise. Es wurden in all­gemeinen Linien die verschiedenen Möglichkeiten für eine Besserung des wechselseitigen Güteraus­tausches erörtert. Als Ergebnis dieser Be­sprechungen wurde verabredet, die Verhand­lungen für den Abschluß eines Han­delsvertrages Ende Februar oder Anfang März 1931 aufzunehmen.

Graf Bethlen ist am Montagabend a u s D e r - lin abgereist. Auf dem Bahnhof hatten sich zum Abschied eingefunden Reichskanzler Brüning,

dürste jedoch vorüber sein. Immerhin sind durch das Hochwasser große Strecken der llscrstrahen unter Wasser gesetzt. Für viele Häuser war die Verbin­dung vollständig abgeschlossen. Die Altstadt stand zum Teil straßenweise unter Wasser. Die Bewohner hatten sich auf die Speicher geflüchtet und Kartoffeln, Brennmaterialien und Lebensmittel auf die Speicher geschafft.

Ein Hamburger Dampfer mit der ge­samten Besatzung im Sturm gesunken.

Der Hamburger 3500-Tonn.-DampferLouise Leonhardt" ist am Sonntagabend b e i s ch w e- ten Rordwe st stürmen auf dem großen Vo­gelsand in der Clbmündung gestrandet und auseinandergebrochen. Am Sonn­tagabend wurden in Cuxhaven 8O8-Signale des Dampfers aufgefangen. Der daraufhin zur Hilfsarbeit ausgelaufene Dergungsdampfer ver- nwchte aber infolge der hohen Brandung nicht an das Schiff heranzukommen. Mon- tagmorgen liefenHermes" und der Seezeichen­dampfer erneut aus, jedoch muhten sie feststellen, daß das Schiff während der Rächt in der Mitte durchgebrochen war. Das letzte Telegramrn des Seezeichendampfers von 8.30 Mhr lautet:Louise Leonhardt total verloren, nichts gorct tc t." Der Dampfer hatte am Sonntagnachmittag den Hamburger Hasen mit einer Ladung Kali nach Amerika verlassen. Es muß also angenommen werden, daß die 30 QKart-n Besatzung den Tod gefunden haben.

stellenweise erheben sich die Berge beinahe un­vermittelt aus dem Meer. Ruhig und sicher zieht das Flugschisf seinen Weg. Die Passagiere studieren die Karten. Mm 12.32 Mhr überstiegen wir Cap Ortegal. Vor uns eine höchst zer­klüftete Felseninsel, die Rordwestecke Spaniens. Mnfer Flugschisf nimmt südlichen Kurs und verläßt den Golf von Biscaya, der für die DoX eine schwere, aber glänzend be­standene Prüfung war.

Mm 12.45 Mhr kommt vor uns eine riesige, mehr als 20 Kilometer breite Ducht in Sicht. 2a Corunal Hoch über der Ducht sehen wir weihe Rauchwölkchen platzender Schrapnells. Der Ehrensalut von La Coruna. Die Kais sind voll Menschen. Aus allen Teilen Spaniens eilten sie herbei, das erste fliegende Schiff zu sehen. Wir kreisen über der schönen Stadt, direkt über den weihen, gefälligen Häusern setzen wir zur Landung an. Reben einem grohen Dampfer, in etwa 700 Meter Abstand vom Kai seht sich dieDo. X" leicht und sicher auf das Wasser der Ducht. Der Iubelschrei der Tau­sende und aber Tausende übertönt das Brummen unserer zwölf Motoren. Was nun kommt, ist unbeschreiblich. Ein solcher Empfang lieh sich niemals auch nur im entferntesten ahnen. Im Augenblick, als der Erste Admiral Castro das Flugschisf betritt, spielen verschiedene Militär­kapellen die deutsche Rativnalhymne. An Land gebracht, werden wir beinahe erdrückt. Wir wollen möglichst rasch weiter, allerdings sind die 2lussichten dafür nicht günstig. Schon kurz nach der Landung seht von neuem ein Sturm ein, der jedes Anlaufen des Flugschiffes mit Hilfe von Boiten unmöglich wacht. Wir sehen uns gezwungen, einige Motoren in Gang zu sehen, um der Gewalt des Sturmes zu trotzen.

warten sei und daß Stalin vorläufig w ei ter in seinem Amt bleiben müsse.

Maffenverhafiungen

Polnische«,älter niclbrn eineBerschwörnng gegen Stalin.

Warschau, 24. Rov. (TM.) Rach einer MÄdung des RegierungsblattesPrzeglond Wieczorny" hat das polnische Außenministerium in der vergangenen Rächt vom Polnischen Ge­sandten in Moskau, Patek, eine telegraphische Mitteilung erhalten, wonach in Moskau völ­lige Ruhe herrsche. DasABC." meldet, daß in Moskau am Freitag durch die GPM. zahlreiche Verhaftungen von Arbeitern und Militärpersonen vorgenommen worden seien. Die Zahl der Verhafteten soll 1000 überschreiten. Das Blatt vermutet, daß diese Verhaftmrgen mit

die Staatssekretäre Meißner, Pünder und von Bülow und der Chef des Protokolls, Graf Tctt- tenbach. Staatssekretär Meißner überreichte dem ungarischen Ministerpräsidenten im Auftrage des Reichspräsidenten zum Abschied das Bild des Reichspräsidenten mit eigenhändiger Mn- terschrist.

Nervosität in Paris.

Angst vor einer Ncngruppierung der Mittelmächte

Paris, 24. Nov. (TU.) Der Besuch Bethlens in Berlin findet starke Beachtung. Man betont in der Presse, daß er um so bemerkenswerter sei, als er im Augenblick der Vorbereitung eines deutschen Großangriffs auf die Verträge stattfinde. Die Morgenblättcr zeigen sich über den Besuch b e u nruhig t. Abgesehen von rechtsstehen­den Blättern veröffentlichen auch radikale Blätter alarmierende Kommentare. So fragt Homme libre": Wird Graf Bethlen mit einem Allianzvertrag aus Berlin zurückkehren? Das ist sehr wahrscheinlich! Dieser Vertrag wird zweifellos einen anderen, weniger aggressiven Na­men tragen. Hat Dr. Eurtius uns nicht erklärt, daß Deutschland auf die Allianzen, wie man sie in der Vorkriegszeit verstand, verzichte? Aber spielen wir doch nicht mit Worten. Bethlen wird der Reichs­regierung die Versicherung geben, daß Ungarn in Genf ft cts an ihrer Seite stehen wird, und wird von ihr als Gegenleistung ebenfalls Unter- ftützung verlangen. DerTemps" stellt fest, daß Ungarn in letzter Zeit diplomatisch äußerst rege sei. Nach Bethlens Besuch in Rom habe man den Ein-

bedeuten, die der Versailler Vertrag habe zuwege bringen sollen. Aber Frankreich wolle nicht a b r ü ft e n : Einfach, weil es bereits zuviel gerüstet habe und eine Jntriguen. und Gewalt­politik betreibe, die früher oder später zum Kriege führen müsse, da natürlich kein ande­res Land die Errichtung einer französischen Vor­herrschaft in Europa dulden könne. Die französische Politik sei das einzige Hindernis auf dem Wege zur Abrüstung. Lloyd George zitiert weiter viele Absätze aus der Rede des Reichskanzlers Brüning, denen er sich voll anschließe.

Die Berliner Gowjet- boischast dementiert.

Berlin, 24. Rov. (WTB.) Die Presse­abteilung der Botschaft der MDSSR. in Berlin teilt mit:

Trotz verschiedener Dementis der Telegraphen­agentur der MDSSR. fahren einzelne Blätter fort, Meldungen über eine angebliche Mn- terbrechung der Zugverbindung und des Telegraphenverkehrs mit der Sowjetunion zu verbreiten. Demgegenüber steht fest, daß sowohl der Telegraphenverkehr wie der Eisenbahnverkehr mit der Sowjetunion in der letzten Zeit nicht die mindeste Stö­rung zu verzeichnen hatten. Die zeitweilige Störung der Telephonverbindung zwischen Berlin und Moskau, die infolge von atmosphärischen Störungen ein­getreten war, ist seit heute bereits beho­ben. Die Telephvnlinie BerlinMoskau, die erst feit einigen Monaten sich in Betrieb be­findet, ist technisch nur sehr mangel­haft ausgebaut und hat seit ihrer In­betriebsetzung bei schlechtem Wetter fast jede Woche Störungen und Mnterbrechungen zu ver­zeichnen. Die an die letzte Telephonstorung ge­knüpften Kombinationen und Gerüchte sind bös­willige Erfindungen antisvwjetistr- s ch e r Kreise, die auch nicht die mindeste tat­sächliche Grundlage hatten.

Der russische Geireideexport wirb eingestellt.

Berlin, 24. Rov. (ERB.) Die russischen Han­delsvertretungen dementieren die alarmicrenden Rachrichten. Aus ihren Auskünften ergibt sich, daß die Ruffen, die bisher den Gekreidemarkt mit ihren billigen Exporten stark beunruhigt haben, gegen­wärtig in Deutschland nur mit den in deutschen Häfen lagernden Partien und in i t schwimmender Ware am Markt sind. Die russische Handelsvertretung in Hamburg, die außer für Holz für den Getreidehandel maßgeblich ist, erklärt diese Tatsache damit, daß der Export vorerst beendet und daß weiteres Material nicht mehr vorhanden fei.

I Monopol aus das Recht zur Sicherheit? Der Ver­sailler Vertrag sei nicht abgefaßt worden mit dem | Ziele, einzelne Nationen zum Tode zu verurteilen. Wem, der Vertrag so ausgclcgt würde, so könnte das wohl zu einer vollständigen U m ft o ft u n g des Vertrages führen. Sicherheit für alle und Allgemeinrcspekt für die Verträge! Wenn Frank­reich sich weigere, abzurüsten, so habe Deutschland das Recht, das gleiche zu tun, d. h. nicht nur nicht abzurüsten, sondern a u f z u r ü ft e n. Falls Deutsä)- land dann ernst mit seinen Rüstungen mache, so würde das den Todesstoß für die politische Lage

La Coruna, 24. Rov. (TM.) Am Sonntag- Vormittag um 10.15 Mhr rollen wir in 50 Meter Abstand vom Kai an der Stadt Santander entlang. Hunderte von Menschen stehen am Strande. Viele Boote und andere Fahrzeuge find so mit Menschen überladen, daß sie jeben Augenblick umzukippen drohen. Wir starten! In dem Augenblick, wo wir die Maschine vom Wasser abheben wollen, kommt ein Motorboot in unsere Startrichtung. Mm einen schweren MufaTI zu verhüten, brechen wir ab und rollen zurück. Mm 10.29 Mhr starten wir zum zwei­ten Mal e.Genau aus der Höhe des königlichen Schlosses hebt sich dieDo X mit 54,3 Ton­nen vom Wasser. Wir haben 12 000 Liter Ben­zin an Bord. Mcber der Stadt fliegen wir eine Ehrenrunde, um uns für die liebenswür­dige Ausnahme zu bedanken. In einer elegan­ten Kurve schrauben wir uns hoch. Rasch ge­winnen wir die Küße und fliegen in 320 Meter Höhe und in einer Entfernung von etwa einem halben Kilometer an der Küste entlang nach Westen. Das Wetter ist mittelmäßig, der Himmel mit weißen Schleierwolken über­zogen. Große Wellen werfen eine starkeDran- d u n g an die Küste. Die See ist zunächst sehr ruhig, aber weit und breit ist kein Schiff zu sehen. Ab und zu wird unser Flugschiff von einer steifen Böe erfaßt und stark geschüttelt. Wir haben uns etwas von der Küste entfernt. Am Horizont ballen sich hohe Wvlkentürme als Vorboten schlechten Wetters. Rach einftündigem Fluge find wir über dem Hafen von Gijon. Ie mehr wir uns dem Rordwestzipsel von Spa- enicn nähern, um fv zerklüfteter wird die Küste.

Mnferen Augen zeigen sich stark verwit-I t e r t e Felsen, denselben vorgelagert ein schmaler Stteisen des sattgrünen Küstensaumes: |

druck, daß Bethlen und die italienische Regierung ein gemeinsames festes Ziel verfolgen. Der Zweck des Berliner Besuches sei noch nicht recht klar. Der Besuch könnte eine Neugruppierung der ehemaligen Mittelmächte Hervorrufen. Ungarn habe jedoch mit Deutschland nichts zu gewinnen, da Deutschland sich der Unzufriedenheit der anderen Länder ledig­lich in seinem eigenen Interesse bediene. DasJour­nal" sagt, der Besuch Bethlens in Berlin beweise, wie notwendig die Ausführungen Tardieus gewesen seien, daß nicht der der Angreifer sei, der die Re­vision der Verträge ablehne, sondern der, der diese Revision erzwingen wolle, auch wenn es durch feindliche Manöver geschehe, die immer nur mit der Gewalt enden könnten.

Entziehung der Polizeigewalt in Thüringen.

Altenburg. 24. Rod. (ERB.) Das thürin­gische Ministerium des Innern hat auf Grund des § 29 Absatz 2 der Landesverwaltung5ordnung dem Oberbürgermeister Schuhmacher bis auf wei­teres die Polizeigewalt in'po-weit ent­zogen, als sie die Aufrechterhaltung deröffentlichenRuhe.Sicherheitund Ordnung an ö.fentlichrn Orten aller Art, dabei insbesondere in Versammlungsräumen, sowie die Kriminal - und politische Polizei um­faßt. Auch dem Polizeidirektor S ch ü f f l e r ist die Wahrnehmung der Polizei geschälte in dem gleichen Mmfang entzogen worden. Die verant­wortliche Leitung der genarm'en Polizeizweige wurde dem Polizeihauptmann Heuer in Sonders­hausen übertragen, dem die örtlichen Polizei­organe insoweit unmittelbar unterstellt werden. Diese Maßnahme des Ministers Frick ist allem Anschein nach daraus zurückzuführen, daß die ört­lichen Polizeiorgane das Redeverbot für den Pazifisten Verlach nicht zur Durchführung gebracht haben. Oberbür­germeister Schuhmacher undPolizeidirektor Schüff- ier sind beide Sozialdemokraten, letz­terer ist führend im Reichsbanner tätig.

Mecklenburg-Sirelih wünscht den Anschluß an Preußen.

Berlin, 23. Rov. (CRB.) Die Regierung von Mecklenburg-Strelitz hat dem Landtag eine Vorlage über den An­schluß des Landes an Preußen zu­gehen lassen. Der Entwurf sieht als Termin der Vereinigung den 1. April 1931 vor. Die Gebiete Stargard und Ratzeburg sollen den benachbarten preußischen Provinzen ange­gliedert werden. Bei der Mebernahme deS Staatsvermögens soll Preußen die Hälfte der Erbpachten und Grundzinsen erlassen und die andere Hälfte gegen eine billige Ablösungssumme in etwa 10 Iahren freigeben. Der zu bil­dende Gemeindezweckverband soll für 10 Iahre von der Grundvermögenssteuer befreit werden. Im übrigen hätte Preußen neben den bisherigen staatlichen Verpflichtungen noch eine Reihe kleinerer Verbindlichkeiten zu übernehmen.

Staatskommissar für Berlin.

Berlin, 22. Rov. (CRB.i Rach Besprechun­gen, die zwischen Mitgliedern des OberpräsidiumS der Mark Brandenburg, des Ministeriums des Innern und des Magistrats stattgefunden haben, dürste in einigen Tagen mit der Ernennung eines StaatskommissarssürDerlinzu rechnen sein, nachdem die Stadtverordnetenver­sammlung zu dem neuen Steuerbukett Stellung genommen haben wird. Von der Bestellung des Reichssparkommissars Sämisch zum Staatskom- miffar für Berlin ist dem Oberpräsidium nichts bekannt.

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Wettervoraussage.

Durch die Ausbreitung der neuen Atlantikstörung nach dem Festlande hin ist der hohe Druck über Süd­schweden sehr schnell abgebaut worden. Bereits in Den gestrigen Abendstunden setzte erneute Nieder­schlagstätigkeit ein, welche in unserem Bezirk bis heute morgen dauerte. Wenn auch nach Vorüberzug dieser Störungswelle die Wolkendecke durchbrochen wird und stellenweise Aufheiterung einsetzt, so dürfte eine wesentliche Besserung noch nicht zu erwarten sein, denn über Irland deutet das Zurückdrehen der Winde nach Süden auf das Herannahen einer neuen Warmluftwelle mit Niederschlägen hin. Durch den wechselhaften Vorüberzug der verschieden temperier­ten Luft nehmen Temperaturen und Witterung einen veränderlichen Charakter an.

Aussichten für Mittwoch: Veränderliches Wetter, Bewölkung, wechselnd mit Aufklaren, vor­übergebend etwas kühler, zeitweise noch leichte Niederschläge.

Lufttemperaturen am 24. November: mittags 5,5 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 25. Novemberr morgens 7,2 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum 2.6 Grad