Darmverschlingung feststellen müssen! Warum führen solche Zustände so rasch zum Tode, wenn nicht sofort operiert wird? Weil durch die veränderte Darmwand die Kotgifte und E/tbokterien in die Bauchhöhle u»d von hier ins Blut überwandern, so daß öer Kranke an allgemeiner Blutvergiftung sterben muh!
Aber auch ohne so schwere Begleiterscheinungen ist eine Gtuhlverstopfung immer eine ernste Sache: denn tpcsn auch keine Bakterien ins Blut übergehen, so finden doch die Darmgase und giftigen Stoffe den Weg dorthin. Was für eine Menge von Kopfwehpulver, Magentropfen und andere Arzneien werden Jahr für Jahr eingenommen, wo in Wirklichkeit einzig ein Abführmittel am Platze wäre!
Kopfschmerz und Schwindelgefühl, Llnlust zur Arbeit und Gereiztheit, Gemütsverstimmung, ja schwere Melancholie ist ost das Ergebnis der ^Nachlässigkeit in bezug auf diesen wichtigsten Teil der Magen-Reinigung.
Damit Hand in Hand geht eine Blähung des Leibes, Ausstößen, übler Geruch aus dem Munde, Appetitlosigkeit und Brechreiz. Man nimmt ein Brechmittel ein, schön und gut — nur müßte man dem Wittel ein „Kehrt Euch" zurufen können, damit es in der anderen Richtung wirkt.
So wird der Mensch matt, blaß und blutarm, verliert jede Llnternehmungslust und wird Hypochonder. „Da muh etwas geschehen", ruft endlich die besorgte andere Ehehälfte, und man einigt sich auf das neueste Wundermittel.. Unt> siehe, es wirkt Wunder, denn es ist ein — Abführmittel.
So zeigt das Krankheitsbild der Stuhlverstopfung, wie wenig die Masse der Menschen zum Denken geneigt ist.
Die Stuhlträgheit führt auch manchmal zu Darmkatarrhen, also zu Durchfällen: aber damit ist das Liebel nicht geheilt, der träge Darm wird damit nicht zu geregelter Tätigkeit erzogen.
Katarrh ist immer eine Entzündung, und wenn diese Entzündung auf den Blinddarm und Wurmfortsatz übergreift, dann ist der Jammer groß und die drohende Lebensgefahr.kann oft nur durch sofortige Operation behoben werden! Wäre es da nicht klüger, wie für die Rahrungs- aufnahme, so auch für die Entleerung des Darms sich eine bestimmte Tageszeit festzulegen? Dann wären all die Krankheiten und Gefahren nicht entfernt so häufig, wie sie es jetzt sind.
Auch hier ist es am leichtesten, die Darmuntätigkeit von vornherein zu verhüten. Wer sich gewöhnt, jeden Morgen nach dem Frühstück den Darm zu entleeren, der hat damit schon viel gewonnen. Lind wer sich schwer daran gewöhnen will, der kann die Sache fördern durch ein Glas kaltes oder warmes Wasser, das er beim Aufstehen nüchtern trinkt. Sollte auch das nicht genügen, so mag er eine Zeitlang etwas Karlsbader oder Bittersalz dem Wasser zusetzen, immer weniger, bis der Darm die richtige Dressur erlernt hat. Denn es ist in der Tat nichts weiter als Dressur und Llebung, eine Hebung, die dann sehr bald zur zweiten Ratur wird und an vielen Krankheitsklippen vorbeiführt.
Moritz pasch.
Gestern nachmittag wurde Geheimrat Moritz Pasch zur letzten Ruhe bestattet. Lange haben wir ihn den unseren nennen dürfen und doch werden wir ihn schmerzlich vermissen. Seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen ist an dieser Stelle und gestern an feinem Sarge gedacht worden, und sie werden von berufenen Fachgenossen gebührend gewürdigt teerten. 3d) möchte daher hier nur dem warmherzigen, lie» . benswerten Menschen einige Worte dankbarer '• Erinnerung widmen.
7 Jeder, der ihn auch nur flüchtig kennenlernte, mußte den Eindruck eines überaus liebenswürdigen Menschen gewinnen, ter so gar nichts aus sich machte. Hatte man das Glück, ihm näherzutreten und öfter mit ihm zusammenzukommen, so war man stets auss neue erstaunt über den feinen Humor, mit dem er über Menschen und Dinge sprach, ohne jemals zu verletzen. Das war um so bewunderungswürdiger, als er durch die zunehmende Schwäche seiner Augen ungemein gehemmt war, nicht bloß in seiner wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch in jeder anderen Beziehung. Trotz ter vielen schweren Schicksalsschläge. die er noch im hohen Alter im engsten Kreise seiner Familie erleben muhte, behielt er seinen Kollegen und Freunden gegenüber imyrer dieselbe gleichbleibente Herzlichkeit.
So wird sein Andenken bei allen fortleben, die ihn gekannt haben. Die Stydt Gießen kann stolz darauff sein, daß sie Moritz Pasch 60 Jahre lang als Bürger gehabt hat. F. Sngel.
*
Die Beisetzung des Geheimrats Pasch fand gestern nachmittag auf dem neuen Friedhof statt. 3u ter Leichenhalle ter Israelitischen Religionsgemeinte hatte sich eine zahlreiche Trauergemeinte eingefmrden, um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen. Provinzialrabbiner Dr. Sander, ter mit dem Entschlafenen in langjähriger Freundschaft eng verbunden war, zeichnete in feinen Worten das Lebensbild des vortrefflichen Menschen, des sorgsamen Familienoberhaupts, treuen Freundes und hervorragenden Gelehrten, dessen Lebensschicksale vielfach ein wunderbares Heldentum offenbarten. Als Vertreter der Landesuniversität, der ter Entschlafene über 41 Jahre angehörte, sprach Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Eger, ter u. a. hervorhob, daß Geheimrat Pasch durch seine Gelehrtenarbeit sehr wesentlich zu dem Emporblühen unserer Llniversität beigetragen habe. 3m Oiamen der Philosophischen Fakultät der Landes- universität sprach der Dekan Prof. Dr. Danse l o w, ter gleichfalls die hohe Bedeutung ter wissenschaftlichen Arbeit des Heimgegangenen hervorhob: beide Redner legten als äußere Dan- keszeichrn der Llniversität Kränze nieder. Sodann sprach ter Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät ter Llniversität Frankfurt, der einen Kranz mit der Widmung „Dem Freunde, dem Vorbild" an der Bahre des Entschlafenen nieterlegte und dabei hervorhob, daß die Llniversität Frankfurt es sich zur Ehre anrechne, Pasch gelegentlich seines 80. Geburtstages jum Ehrendoktor ernannt zu haben. Hierauf gab tfjm die Trauergemeinte, in der man viele Freunde, Kollegen und ehemalige Schüler des Verblichenen bemerkte, das Geleit zu seiner letzten Ruhestätte, die er in dem Familienbegräbnis an der Seite seiner ihm im Tote vorausgegangenen Gattin gefunden hat.
Daten für Freitag, 26. September.
1759: Graf Dork v. Wartenburg in Potsdam geboren: — 1815: Abschluß der Heiligen Allianz in Paris.
Sarrasams Einzug in Gießen.
Der Zirkus Sarrasani, der sein Unternehmen sonst auf eigener Achse von Stadt zu Stadt befördert, mußte zum Antritt seines Gießener Gastspiels diesmal die weite Strecke von der Schweizer Grenze zurücklegen, und zur raschen Bewältigung dieser großen Entfernung zwei Sonderzüge der Reich s b a h n benutzen. Wie man uns mitteilt, hatte jeder dieser Züge 130 Achsen (je etwa 65 Wagen). Die Kosten für diese beiden Svnderzüge belaufen sich nach den uns zugegangenen Mitteilungen auf rund 50 000 Mark.
Der erste Sonderzug traf um 16.35 Llhr auf dem hiesigen Güterbahnhof ein. 3n den ersten Wagen befanden sich in bunter Zusammenstellung die Artisten, Angehörige zahlreicher Rationen, darunter Japaner, Chinesen, Indianer. Singha- lesen usw. Während sich diese Zirkusleute sogleich in die Stadt begaben, begann das Stallpersonal unverzüglich mit dem Ausladen der Tiere, deren Transport nach der Arbeitsstätte des Zirkus' auf dem Trieb von einer zahlreichen Menschenmenge betrachtet wurde. Das stärkste Interesse fand dabei der Clou der Tierschau, der Elefantentransport, zu dessen Unterbringung auf dem Zirkusplah das große Dtallzelt ter Elefanten mit schweren Bohlen unterlegt werden mußte. Geleitet von einem Heer von Wärtern und bestaunt von Tausenden von Einwohnern bewegte sich der Zug der Dickhäuter durch die Stadt nach dem Trieb und gab dabei «in eindrucksvolles Bild von der Gröhe des Sarrafani-Tierparks.
Der zweite Sonderzug, der sechs Stunden nach dem ersten Zuge hier ankam, brachte das Cha- Pi t c a u (so nennen die Zirkusleute das große Rundzelt), die Siheinrichtung, die Requisiten und was sonst in vielerlei Gestalt noch zu einem Zirkusbetrieb gehört.
Auf dem Platze an der Volkshalle herrscht schon seit gestern früh reges Leben. Seit dem Eintreffen der Tiere und Wagen kann man dort aber Hochbetrieb bemerken. In ter Telephon-
zentrale Sarrasanis rasseln die Fernsprechglocken ununterbrochen, da geradezu eine Flut von Telephonanrufen zu bewältigen ist. Z. B. kommen von dem Landstraßentransport (neben den beiten Sonderzügen hat die Zirkusleitung noch etwa 50 moderne Autotransportzüge über die Landstraße nach hier geschickt) Fahrtberichte, weiter laufen Meldungen der Vorreisenten aus Bonn, der nach Gießen zu besuchenden Gastspielstadt, ein, vor allem aber melden sich viele Kartenbesteller, die sich in Erwartung einer großen Rachfrage nach Karten vorsichtshalber Plätze reservieren lassen wollen. Seit heute morgen ist in diesem gewaltigen Labyrinth ter Cirkusarbeit schon mehr Klarheit und mehr System sichtbar. Das große Rundzelt wird zur Zeit hochgebaut, etwa 90 Prozent aller Fahrzeuge sind bereits ein- getroffen, und der Fortgang ter Arbeit ist so flott daß man heute abend schon ein übersichtliches Bild von den vielseitigen Einrichtungen haben wird.
Eine solche einzigartige Sehenswürdigkeit wie der Zirkus Sarrasani rechnet natürlich auch in starkem Maße mit dem Besuche aus den Provinzorten. Lim den Einwohnern in den kleinen Städten und in den Dörfern unserer Provinz den Besuch des weltberühmten Zirkusunternehmens verkehrstechnisch zu erleichtern, werden auf Veranlassung ter Zirkusleitung auf den Reichsbahnstrecken besonders günstige Zugverbindungen sowohl für Die Herfahrt, wie auch für die Rückkehr am gleichen Abend gefahren. Ferner sind auf den Kraftomnibuslinien Sonderfahrten vorgesehen, um die abseits der Bahnstrecke liegenden Orte bequem mit Sarrasani in Gießen in Verbindung zu bringen. Lieber diese Sonderfahrten sind Cinzelangaben aus einer besonderen Anzeige in unserem heutigen Blatte ersichtlich. Lieber die Verkehrszciten der Züge bzw. Kraftomnibusse erkundigt man sich am besten an Ort und Stelle.
Aus der oberhessischeu Kommunalpolitik.
Siädteauöschuß Zriedberg-Bad-Aauheim.
Bad-Nauheim, 24. Sept. Der im vergangenen Jahr gegründete Städteausschuß Friedberg - Bad-Nauheim, der sich die Gemeinsame Lösung größerer kommunalpolitischer Aufgaben als Ziel gesteckt hat, hielt gestern unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Ahl hier eine Sitzung ab. Zur Besprechung stand u. a. die Frage der Errichtung eines gemeinsamen Schlacht- Hofes der Städte Friedberg und Bad- Nauheim, wozu die seit längerer Zeit aufgenommenen Vorarbeiten fortgeführt werden sollen. Weiter beschäftigte man sich mit der orts bau- planmäßigen Aufteilung des G e - l ä n d e s zwischen Friedberg und Bad-Nauheim, insbesondere mit der zukünftigen Bebau- ung der Kreis st raße, des kürzesten Verbindungsweges beider Städte. Der Städteausschuß erwartet dazu demnächst die Vorschläge der beiden Stadtverwaltungen. Anaeschnitien wurde auch die Frage eines gemeinsamen Sportplatzes, an dessen Schaffung man in Bad-Nauheim beson- ders interessiert gewesen wäre. Da aber Friedberg auf diesem Gebiet keinen Mangel aufzuweisen hat, besteht dort nicht das Bedürfnis nach Neuerrichtung einer gemeinsamen Sportanlage.
Oer Wafferleitungs und Kanalisationsbau in Klein-Linden.
g. Klein-Linden, 23. Sept. Wie schon kurz berichtet, hat ter Gemein de rat in seiner jüngsten Sitzung den Dau der Wasserleitung und Kanalisation mit Wasserleit ungsanschluh an das Retz der Stadt Gießen beschlossen und dafür einen Kostenaufwand in Höhe von rund 322 000 Mark genehmigt. Für die Entscheidung des Gemeinderates waren drei Gesichtspunkte maßgebend. Zunächst handelte es sich um die Bedürfnisfrage, die ter Gemeinderat bejahen mußte, da gegenwärtig nur ein Teil unserer Hausbesitzer Brunnen te* sitzt, von denen eine Anzahl übrigens kein einwandfreies Wasser liefert, während in einem anderen Teile unseres Ortes die Möglichkeit zur Erbohrung von Brünnen mit ergiebigem Wasservorrat nicht besteht. In diesem Zusammenhang ist auch auf den erheblichen Wassermangel im oberen Dors hinzuweisen und besonders zu beachten, daß bei Brandfällen ein genügender Wasservorrat nicht vorhanden ist. Ebenso zwingend wie die Schaffung ter Wasserleitung war nachgerade die Ausführung der Kanalisation geworden, da bei stärkeren Regenfällen in einem Teile des Dorfes ständig Lieberschwemmungen entstanden, weil das Regenwasser nicht genügend Ablauf hatte. Als zweiter Punkt war vom Gemeinderat die finanzielle Tragbarkeit der neuen Einrichtung zu prüfen. Auch in dieser Hinsicht konnte der Gemeinderat zu einem positiven Entschluß kommen, da die Ausführung der Arbeiten die Anerkennung als große Rotstandsarbeit erhielt, ferner ein Zuschuß von 30 000 Mark und ein verbilligtes Darlehen von 100 000 Mark bewilligt wurde, wodurch eine erhebliche Entlastung der Gemeindefinanzen gegeben war. Für den Zinsendienst und Wasser
geld sind jährlich 27 780 Mark von der Gemeinde aufzubringen: auf die einzelne Familie umgerechnet, bei einem Stande von rund 500 Familien, ergibt sich im Jahre eine Belastung von je 55,56 Mark oder monatlich 4,63 Mark. Diese Belastung der Familien wurde als tragbar bezeichnet. Schließlich hatte der Gemeinderat noch die Frage der W i r t s ch a f t l i ch k e i t der neuen Einrichtung zu prüsen. Er kam hierbei zu dem Ergebnis, daß die Wasserleitungs- und Kanalisationsanlage nicht nur in hygienischer Beziehung ein großer Fortschritt sei, sondern auch die vermehrte Riederlassung von Gewerbebetrieben und größeren Zuzug von Einwohnern möglich erscheinen lasse. Aus allen diesen Erwägungen kam man zur Genehmigung der Dorlagen.
Gemeinderat in Lich.
D L i ch. 24. Sept. In ,ter jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde durch den stellvertretenden Amtsvorstand des Forstamts Lich ter Entwurf des städtschen Waldwirtschaftsplanes für 19 31 vorgetragen. Der Entwurf fand in allen Teilen die einmütige Zustimmung des Gemeinderats.
Sodann beschäftigte man sich mit einer Einwendung gegen den städtischen Voranschlag für 19 30, die von dem Verein für Hantel und Gewerbe und dem Ortsgewerbrverein fristgerecht eingereicht worden war. Beite Vereine beantragten, das mit 30 000 Mk. vorgesehene Betriebskapital in Rubrik „Rechnungsrest auf 22 000 Mk. herabzusetzen. Der Vorsitzende nahm eingehend zu dem Einwand Stellung und stellte fest, daß dieser von zwei nicht rechtsfähigen Vereinen eingereicht und direkt an den Stadtvorstand gerichtet sei. Weiterhin seien beite Vereine im Sinne des Gesetzes nicht als Beteiligte anzusehen, da sic selbst zu den Gemeindeumlagen nicht beitrügen. Der Gemeinderat trat ter Stellungnahme des Vorsitzenden, die erhobene Einwendung als formell unzulässig zu erklären, einstimmig bei. Eine vorsorgliche Abstimmung über den materiellen Inhalt der Einwendung, der gleichfalls von dem Vorsitzenden eingehend beleuchtet worden war, ergab Ablehnung des Antrages mit 10 gegen 4 Stimmen.
Durch die vor längerer Zeit erfolgte Llmspan- nung des elektrischen Ortsnetzes ist auch eine Lieberholung der S t r a h e n b e l e u ch - tungsanlage erforderlich geworden. Eine örtliche Besichtigung Durch den Gemeinderat habe vor einigen Tagen stattgefunten. Es wurde beschlossen, den Aenderungen zuzustimmen und den daraus sich ergebenden Kostenanteil auf die Stadt zu übernehmen.
Sodann führte der Vorsitzende aus, daß in dem Gebiet zwischen Iahnstrahe und Kreuzweg entlang ter Gießener Straße durch Llmlegung mehrere Grundstücke baureif gemacht werten könnten. 3n das in Frage kommende Gelände teilen sich neben ter Stadt Lich noch zwei Eigentümer. Er legte einen entsprechenden Plan vor und erläuterte die beabsichtigte Aufteilung. Der Gemeinderat erklärte sich mit den Vorschlägen einverstanden und ermächtigte den Bürgermeister, mit den weiteren Eigentümern in entsprechende Verhandlungen einzutreten.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Es gibt eine Frau, die dich niemals vergißt". — Astoria-Lichtspiele: „Die Präriefalle" und „Die Nacht nach dem Verrat".
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,60 bis 1,80; Matte 30 bis 35; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 10 bis 15; gelbe Düben 10 bis 12; rote Rüben 10 bl8 12; Spinat 15 bis 20; Bohnen 15 bis 20; Llnter-Kohlrabi 6 bis 8; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 10 bis 20; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 50 bis 60; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 4 bis 41/,; Fall- äpfel 8 bis 10; Aepfet 20 bis 35; Birnen 15 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Zwetschen 20 bis 25; Pfirsiche 40 bis 70; Brombeeren 40 bis 45; Dreitzelbeeren 45 bis 50; Honig 40 bis 50: junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis
1,10; Rüffe 50 bis 60; Tauben Stück 50 bis 70; Eier 13 bis 14; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 10 bis 20; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Oier- Kohlrabi 6 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 20; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 3,50 bis 3,80.
*
•* Von de r Landesuniversität. Ernannt wurde der außerplanmäßige außerordentliche Professor Dr. Harald Geppert in Gießen zum außerordentlichen Professor für Mathematik an ter Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an.
•• Werbetag desStadttheaters. Aus dem Stadttheaterbursau wird uns geschrieben: Die 3ntendanz hat zur musikalischen Llmrahmung deS Werbetages des Stadttheaters Gießen am nächsten Sonntag den Orchesterverein Gießern unter Leitung von Dr. Temesvary gewonnen. Zur Aufführung gelangt der 1. Satz der Jupiter-
Sy mphonie von Mozart und die Freischütze Ouvertüre von Weber. Die Veranstaltung beginnt um V212 Llhr.
“ Straßensperrung, mitgeteilt vorn Ober hessischen Automobilklub, e. V., (21. v. D.), Gießen: Die Provinzialstrahe Mücke—Lau- bad) zwischen Flensungen und Stockhäuser Hof wird vom 27. bis 30. September für jeden Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Ils- dorf—Klein-Eichen.
** Die Gießener Herbstmesse (Iu- biläums-Herbstmarkt) findet vom 28. September bis 5. Oktober statt. 3n unserem heutigen Anzeigenteil laten die Schausteller zum Besuche ein.
** Preisgekrönte Gießener Tanz, paare. Man berichtet uns: Bei dem in Bad-Nauheim stattgehabten Tanzturnier um die Westdeutsche Meisterschaft konnte der Tanzklub „Not-Weiß" Gießen abermals zwei Erfolge in der E-Klasse erringen, und zwar Herr Laberenz mit Frl. Wehrum den 2. Prew Herr Kobel mit Frl. Schupp den 3. Preis.
** Karambolage zwischen Motorrad und Auto. Heute vormittag fuhr auf der Landstraße nach Krofdorf vor dem Llmspannwerk
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung
werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
«in Motorradfahrer auf ein Personenauto auf, das aus dem Grundstück des Llmspannwerkes herauskam. Bei dem Zusammenprall erlitt der Motorradler zum Glück nur leichte Verletzungen, weiteres Llnheil ist erfreulicherweise nicht entstanden.
•* Einbruch. Wie der Landeskriminalpolizeistelle in Gießen gemeldet wurde, ist in der letzten Rächt in der Gastwirtschaft „Zur Sonne" in Vilbel ein größerer Einbruch verübt worden. Gestohlen wurden Zigarren, Zigaretten, Kleidungsstücke, eine Schreibmaschine und Bargeld. Rähere Einzelheiten über den Einbruchsdiebstahl sind zur Stunde hier noch nicht bekannt, da die Kriminalpolizei zur Zeit der Riederschrift dieser Zeilen noch mit den Ermittlungen an Ort und Stelle beschäftigt ist.
** D i e Hasenjagd in Preußen. Nach den Bestimmungen der preußischen Jagdordnung endigt die Schonzeit für Hasen am 30. September, so daß der 1. Oktober der erste Iagdtag ist. Die Jagdzeit (Schußzeit) endigt mit dem 15. Januar 1931.
Sängertag -es Gaues Wetterau.
r Friedberg, 23. Sept. Im Hotel Trapp Hierselbst sand am Sonntag der Sängertag des Gaues Wetterau statt, zu dem von den zugehörigen 46 Vereinen 37 Vertreter entsandt hatten. Der Gesangverein „Liederkcanz" Friedberg leitete die Tagung mit dem Deutschen Sängergruß und mit zwei Chören ein.
Hierauf begrüßte der Gauvorsihende Schenk, Melbach, die zahlreich erschienenen Sänger, unter ihnen besonders den Vertreter des Hess. Sängerbundes, Rüdiger, Wetzlar. Anschließend erstattete er den Jahresbericht. Daraus ist besonders hervorzuheben, daß im letzten Halbjahre wieder drei Vereine neu beigetreten sind. Er gedachte in warmen Worten des verstorbenen Dirigenten Hildebrandt, Steinfurth, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Bei den größeren Veranstaltungen des Gaues (eine Sängerfahrt nach Vilbel und den Jubiläumsfeiern in Södel, Ostheim und Reichelsheim), die mit Wertungssingen verbunden einen guten Verlauf nahmen, konnten eine große Anzahl Sänger geehrt werten.
Sodann erstattete ter Gaurechner, Gönner, Södel, den Kassenbericht, dem zu entnehmen war, daß der Gau sich in wohlgeordneten finanziellen Verhältnissen befindet. Rach dem Bericht ter Rechnungsprüfer wurde dem Rechner einstimmig Entlastung erteilt.
Dann folgte eine Anzahl Anträge. Eine lebhafte Aussprache entfachte dabei der Antrag über Organisationsfragen. Der Jahresbeitrag wurde auf 1 Mark festgesetzt. Für Gauvorstands- mitglieder wurden Tagegelder angeseht. Der Buntessängertag des Hess. Sängerbundes tourte für das kommende Jahr nach Dad-Rauheim beantragt.
In den Vorstand wurden wiedergewählt: Schenk, Melbach, als 1. Vorsitzender; Reichwein, Ober-Roßbach, als Stellvertreter; Gönner, Södel, als Rechner; Breidenbach, Hoch-Weisel, als 2. Schriftführer; L o 11 i g, Steinfurth, und Bingel, Grüningen, als Beisitzer. Reugewählt wurden: Michel, Friedberg, als 1. Schriftführer und Galle, Bad-Rauheim, als Beisitzer.
Der nächste Gausängertag soll in Ost- Heim bei Butzbach ftaltfinten. Zum 75. Bestehen ter „Eintracht", Friedberg- Fauerbach am 14. Juni 1931 wird eine größere Gauveranstaltung in Gestalt von mehreren Massenchoren und einer Ansprache geplant.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 27. September. Freitagabend 5.45 Uhr; Samstagvormittag 8, Predi gt; nachmittags 4; Sabbat» ausgang 7 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 5.30, abends 5.30 Uhr.
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