aber die oben dargelegten britischen Interessen machen eine solche Llnterstühung Im gegebenen Augenblick sehr wahrscheinlich.
Diese für Deutschland außerordentlich bedauerliche Tatsache hätte auch durch einen Fünf- mächtevertrag nicht verhindert werden können, und eS ist daher nicht recht einzusehen, warum, von der moralisch erwünschten Geste einer allgemeinen Einigung abgesehen, überhaupt so entscheidendes Gewicht auf einen solchen Vertrag gelegt wurde. AuS einer etwaigen englischen Änterstützung Frankreichs in Genf darf aber nicht gefolgert werden, daß die britische Politik damit wieder auf die Linie der Aera Chamberlains zurückgekehrt ist. Weder stimmungs-, noch inter- essenmäßig ist heute eine englisch-französische Zusammenarbeit in dem Ausmaß gegeben, wie sie bis unmittelbar nach Abschluß des Locarnopaktes vorhanden war. Die Richtung hat noch nicht gewechselt, aber eine leise Drehung ist ganz unverkennbar. Es wäre unvernünftig, wenn man auf deutscher Seite aus englischer Interessenpolitik, die weiterhin da oder dort in Zusammenarbeit mit Frankreich getrieben wird, folgern wollte, daß Großbritannien in Europa heute in demselben Maße ein Anhängsel der französischen Politik ist, wie vor sieben oder acht Jahren. London ist nicht nur wieder unabhängig, sondern viel stärker als damals. Diese Tatsache allein sollte England davor bewahren, die Anlehnung an Paris um jeden Preis zu suchen.
Der japanische Außenminister über den Vertrag.
T o k i o, 25. April. (ÖIB. Funkspruch.) Bei der gestrigen Eröffnung der außerordentlichen Tagung des Parlaments hielt Außenminister Shidehara eine Rede, in der er über die Londoner Jlot- tenkonferenz u. a. sagte: „Alle, denen der Fortschritt des Friedens und der Freundschaft unter den Rationen am Herzen liegt, müssen den Londoner vertrag begrüßen. Japan, England und Amerika haben nach den wiederholten Fehlschlägen der letzten acht Jahre endgültig alle ihre Differenzen in Ordnung gebracht. Der Londoner vertrag macht jedem Wettbewerb im S r i e g s s ch i f f b a u für die Dauer seiner Gültigkeit ein Ende. Sein Wert liegt nicht nur in den materiellen Vorteilen, sondern noch mehr in dem moralischen Einfluß, den er auf die internationalen Beziehungen ausüben wird." Der Minister fügte hinzu: Die Sicherung der japanischen Verlei- digung sei durch den Vertrag ausreichend gewahrt. Er hob auch hervor, daß Japan auf der nächsten Konferenz volle Freiheit hoben werde, seine Haltung den dann herrschenden Umständen cmzupasfen.
Moskauer Rundfunk-Propaganda Ein neues kommunistisches Kampfmittel gegen Deutschland.
Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz."
Berlin, 25. April. Die Russen benutzen seit längerer Zeil ihren Moskauer Großsender zur Verbreitung von Radiovorlrägen in . deutscher Sprache, die auch in Deutschland abgehört werden können und dadurch ein Propagandainstrument der Bolschewisten darstellen. Die deutsche Regierung ist In dieser Angelegenheit bereits bei dem Vertreter der Sowjetunion in Berlin vorstellig geworden, aber die Aktion blieb erfolglos. Die Russen erklären, daß ihnen keinerlei Propagandaabsicht nachgewiesen werden könne, da die deutschsprachigen Vorträge für die Rußlanddeutschen im eigenen Lande bestimmt feien und für die ungeheuren räumlichen Entfernungen Rußlands zu diesem Zweck ein sehr starker Senter benötigt würde, dessen Einwirkung auf Deutschland nur eine Rebenerscheinung bedeute. Wie wir nun hören, will man deutscherseits die Angelegenheit aber nicht auf dieser russischen Erklärung beruhen lassen, sondern geeignetes einwandfreies Material zusammenstellen, das den Beweis einer absichtlichen, auf Deutschland berechneten Propaganda durch den Moskauer kommunistischen Senter erbringt. An Hand dieses Materials wird es dann auch möglich sein, den Russen die Anhaltbarkeit ihrer verteidigungsthese nachzuweisen und auf eine Aenderung des jetzigen Zu- standes zu bringen. Die Angelegenheit wird also in nächster Zeit Gegenstand erneuter Verhandlungen mit ter russischen Botschaft in Berlin bilden.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, daß ter Moskauer Sender ziemlich häufig Artikel aus der deutschen „Roten Fahne- verwendet hat, die vorher in Berlin erschienen waren.
Verhaftung von Moskauer Wühlern.
Riga, 24. April. (CRB. Eigene Meldung.) Die Politische Polizei nahm in den letzten Tagen in Riga.Libau und anderen Städten Lettlands zahlreiche Verhaftungen von Kommunisten vor. Cs gelang ihr, in einem Rigaer Kommunistenquartier vier Emissäre der Moskauer Internationale sestzu- nehmen, die vor einigen Monaten mit falschen Passen aus Rußland gekommen waren. Der Ortung „Latvis" zufolge hatten die Emissäre diktatorische Vollmachten, und selbst die geheimen Spitzenorganisatwnen der hiesigen Kommunisten waren ihnen unterstellt. Aus den oeschlagnahmten Schriftstücken geht, wie das Vlatt werter berichtet, hervor, daß die kommunistische Internationale einen „Fünfjahresplan zur Vorbereitung der Weltrevolu- tson nach dem Vorbilde des russischen Wirt- schaftsplanes aufgestellt hat, der bis 1932 durch- gfwhrt werden soll. Emissäre mit den gleichen Aufträgen sollen nach allen Ländern entsandt worden sem.
Don der Repko zur B.F.I.
Paris, 25. April. (WTB. Funkspruch.) Das Ende der Reparativnskommission steht bevor. Heute tritt im Außenministerium daS tm Schlußprotokoll der Haager Konferenz vorgesehene Sonderkomitee für die Aeberleitung der Funktionen der bestehenden Organismen des Dawesplanes auf die Internationale Zahlungsbank zusammen. Es handelt sich darum, die juristischen, verwaltungstechnischen und stnan-
Oie Llnmhen in Peschawar.
London, 25. April. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter melden aus Lahore: Gestern trafen 2UeI- bungen ein, wonach feindliche Stämme von Kohat her nach Peschawar unterwegs seien, um die Stadt zu plündern. Flugzeuge und Panzerwagen wurden alsbald abgesandt. Sie fanden, daß die Telegraphenleitungen an verschiedenen Stellen zerschnitten und die Brücken verbarrikadiert waren, konnten aber keine Spur von den Stämmen entdecken. Ls wird angenommen, daß die Stämme glaubten, Peschawar sei in den Händen ter Aufständischen, und daß sie umkehrten, als sie erfuhren, daß die britischen Truppen die Stadt hallen.
„Times" berichtet aus Bombay: In Peschawar ist eine amtliche Verfügung erlassen worden, durch die allen Europäern der Zutritt zur Stadt verboten wird, außer, wenn sie dienstlich dort zu tun haben. Bei den Anruhen vom 23. April wurden die Fensterscheiben des Tete- grapheuomles zertrümmert und an verschiedenen Stellen die Telegraphendrähte zerschnitten. Die Unruhen wurden durch ein Bataillon britischer Infanterie, Gurkhas und eine Kompagnie Panzerwagen unterdrückt. Einer Exchange-Meldung zufolge, hallen die Truppen drei Tole und Verwundete. Die Geschäfte ruhen in ter Stadt. In den Eingeborenenvierteln sind die b r l - |
tischen Truppen jetzt von Gurkhas ab- gelöst worden.
Reue Konflikte.
London, 25.April. (TU. Funkspruch.) Der Sprecher der gesetzgebenden Versammlung in Rew-Delhi, p a d e l, ist von seinem Posten z u r ü ck g e l r e t e n. Der Rücktritt wird mit seiner Unzufriedenheit über die Behandlung der indischen politischen Gefangenen durch die britische Verwaltung in Zusammenhang gebracht. Ein Bruder Patels wurde vor einiger Zeit verhaftet und verurteilt.
Die Zeitung „Doung-Jndia" veröffentlicht einen Artikel Gandhis, in dem er die Regierung für die Unruhen in Kalkutta, Karachi und Ehitta- gorig verantwortlich macht.
Zwischen den streikenden indischen Arbeitern der Goldgrube von vorgaun und eingeborenen Truppen kam es nach Meldungen aus Bombay am Donnerstag zu einem schweren Zusammen st oß. Eine große Menge Streikender versuchte Zutritt zu ter Bolaghat-Grube zu erlangen und bewarf die Polizei und die eingeborenen Truppen mit Steinen. 2 0 Streikende wurden bei dem widerstand der Polizei getötet. Die Kaufläden in dem Gruben- gebief haben geschlossen, da sie Ausschreitungen und Plünderungen der Streikenden befürchten.
Ostpreußen und das Agrarprogramm.
2 er lin, 24. April. (CRD. Eigene Meldung.) Die Präsidenten verschiedener ost preußischer Landwirtschaftskammern hoben heute an den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Schiele ein Schreiben gerichtet, in dem dem Reichsminister der herzlich st eDank dafür ausgesprochen wird, daß er trotz aller Widerstände es verstanden habe, ein Agrarprogramm durchzusetzen, von dem die llnter- zeichner „bei konsequenter Durchführung und Erweiterung auf die gesamte landwirtschaftliche Produktion", sowie bei Ausnutzung der ihm gegebenen Möglichkeiten zuversichtlich hoffen, daß es
ter geschichtliche Wendepunkt zum Besseren für die unerträglich gewordene Lage der deutschen Landwirtschaft
sein werde. „Gerade wir im Osten," so heißt es in dem Schreiben weiter, „begrüßen das Agrarprogramm um so mehr, als es die unerläßliche Voraussetzung und Grundlage für ein wirkungsvolles O st Programm schasst. Einser Dank gilt auch dem Reichskabinett, das den Vorlagen zugestimmt hat, sowie den Parlamentariern, die, facher oft trotz mancher Vedenken, dem Agrarprogramm zur Annahme geholfen haben. Insbesondere gilt aber unser Dank dem Herrn Reichspräsidenten, der durch seinen Brief an den Herrn Reichskanzler klar bekundet hat, daß er nicht gewillt ist, die deutsche und speziell auch die Landwirtschaft der Ostgebiete zugrunde gehenzu lassen. Möge Ihnen, Herr Reichsminister, Ihre unermüdliche Arbeitskraft zur Durchführung des Programms erhalten bleiben: unserer Mitarbeit können Sie gewiß sein." Unterzeichnet ist das Schreiben von den Leitern der Landwirtschaftskammern von Ostpreußen, Riederschlesien, Grenzmark, Pommern und Brandenburg.
Abgeschlossene Tatsachen.
Berlin, 24. April. (CRB. Eigene Meldung.) Roch immer erhalten sich in der Presse ®e- rüchte, wonach der deutsche Gesandte in Warschau, Rauscher, in diesen Tagen beim polnischen Außenminister Zaleski vorsprechen werde, um die Frage des Einflusses der deutschen Zollerhöhungen auf das deutschpolnische Wirtschaftsabkommen zu klären und außerdem über die polnische Protestnote zu verhandeln. Hinzugefügt wird diesen Meldungen, daß die Beantwortung der polnischen Protestnote durch die deutsche Regierung Ende dieser Woche erfolgen werde. Demgegenüber wird
von zuständiger Stelle wiederholt, daß der Gesandte Rauscher keinerlei Auftrag hat, mit den Polen über diese Angelegenheiten zu verhandeln. Beide Fragen bedürfen auch gar keiner Erörterung, da es sich für uns um abgeschlossene Tatsachen handelt. Eine schriftliche Beantwortung der polnischen Rote wird von Berlin aus selbstverständlich erfolgen. Wann sie aber abgesandt wird, steht noch nicht fest.
Oeflerreichische Beschwerde.
Wien, 24. April. (CNB. Eigene Meldung.) Die Christlich-Soziale Nachrichtenstelle meldet: Die erste Auswirkuna ter neuen deutschen Agrar- gefetigebung hat unter der Landwirtschaft des deutsch-österreichischen Grenzgebietes große Beunruhigung hervorgerufen. So hat die Erhöhung des Milchzolles zahlreiche an Bayern grenzende oberösterreichische und Vorarlberger Gemeinten schon jetzt hart getroffen, da sie dadurch ihre natürlichen Absatzgebiete in den benachbarten deutschen Städten und Ortschaften, z. B. Passau und Lindau, verlieren. Es besteht auch die Befürchtung, daß eine weitere Verschlechterung der bisherigen Absatzmöglichkeiten durch den neuen österreichisch- deutschen Handelsvertrag in Aussicht steht. Eine Abordnung ter betreffenden Gemeinden hat heute beim Lanbwirtschaftsminister Fö derma yer und beim Sektionschef Schüller gegen diese Verschlechterung des landwirtschaftlichen Verhältnisses zu Deutschland Einspruch erhoben und die Zusicheruna erhalten, daß man sich für die Wie- derherstellung des bisherigen Zu- st a n de s einsetzen werte. Das österreichische Außen- amt habe bereits durch die Gesandtschaft in Berlin entsprechende Schritte unternommen. Die Abordnung sprach in der gleichen Angelegenheit heute auch beim deutschen Geschäftsträger vor.
Ein Einspruch Litauens.
Berlin, 24. Avril. (CRB. Eigene Meldung.) Laut „Voss. Ztg.^ ist der litauische Gesa n d te in Berlin bei der deutschen Regierung vorstellig geworden und hat darauf hingewiesen, daß die Anwendung der neuen deutschen Zolle die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Litauen ungünstig beeinflussen müsse. In der Hauptsache hat der Gesandte Litauens sich über die Erhöhung der Schweinezölle beschwert. Der Gesandte Sidzikauskas hat sich nach Kowno begeben, um seiner Regierung Bericht zu erstatten.
ziellen Bedingungen festzulegen, unter denen diese ^Überleitung vorgenommen werden wird. Das Sonderkomitee wird also die Aufgabe haben, erstens die Rechnungslegung des Generalagenten für die Reparationszahlungen während der Tlebergangsperiode vom 31. August 1929 bis l.Mai 1930 zu billigen, zweitens die früheren Schuldver- schreibungenDeutschlands (Bonds A, B, C usw.) zu vernichten, drittens die 'Bestimmungen für den Tlebergang der Befugnisse der Repa- rationskommission auf die Internationale Zahlungsbank festzusetzen. Diese Arbeiten werden voraussichtlich eine oder zwei Wochen in Anspruch nehmen. Inzwischen wird, wie der „Gx- celsior" ausführt, die Ratifizierung des Voung-Ptanes durch die noch ausstehenden Regierungen (England und Italien) es der In- temationalen Bank gestatten, offiziell in Tätigkeit zu treten und die Stelle der Reparations- kommission für die Verwaltung der deutschen Schuld einzunehmen. Die Delegierten der Mächte in der Reparationskommission werden voraussichtlich Mitte Mai zu einer Vollsitzung zusammentreten, um die Auflösung der Reparation sk o m m i s s i o n zu beschließen und einen Liquidator zur Regelung der internen Fragen der Reparationskommission zu ernennen.
Oer neue päpstliche Nuntius in Berl n
Der li n. 25. April. (WTB. Funkspruch.) Der neue päpstliche Runtius für Berlin Cesare Orsenigo traf heute vormittag 8,50 Ahr von Rom kommend, auf dem Potsdamer Bahnhof ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich im Auftrage der Reichsregierung der Chef des Protokolls Graf Tattenbach und der Datikan- referent Legationsrat Dr. Klee eingefunden, wei-
öer Berliner Bischof Dr. Schreiber, der Geschäftsträger des Heiligen Stuhls, Monsignore
r-Nuntiaturrat Dr. Danasch: für die Katholische Aktion waren der Vorsitzende Mini- sterialdirektor Dr.Klausener, Stadtbaurat Dr. Ad ier und eine Anzahl weiterer Vorstandsmit- güeder und Vertreter dos Berliner Klerus erschienen. Der Runtius erwiderte auf die De-
Ta"«nb<rch in
Berufung im Wormser tlnruhenprozeß.
WSR. D a r m st a d t, 24. April. Die in dem Prozeß wegen der Wormser Ianuar-LInruhen verurteilten Angeklagten haben Berufung eingelegt. so daß die Angelegenheit demnächst die Strafkammer in Darmstadt beschäftigen wird.
Gegen den Verteidiger Dr. Steinschneider (Frankfurt a. M.) hat die Oberstaatsanwaltschaft ein Offizialstrafverfahren wegen Beamten- beleidigung eingeleitet, da Dr. Steinschneider verschiedenen Polizeibeamten aus Worms wiederholt offiziell den Vorwurf des Meineides gemacht hat.
Die GnDndfchrt des,,Zeppeliki"
Friedrichshafen, 24. April. (WTB.) Für die auf Samstag angesehte England- fahrt des „Graf Zeppelin" ist der Abflug sehr frühzeitig angesetzt, und zwar soll der Start bereits um 5 Llhr erfolgen. Sollte jedoch ein günstiger Schiebewind eintreten, wird eine Stunde später abgeslogen. Für die Hinfahrt haben sich bereits 20 Passagiere eingeschrieben. In Cardington wird ein Teil der Passagiere das Luftschiff verlassen, an ihrer Stelle werden andere die Rückfahrt nach Friedrichshafen mitmachen. Dr. Eckener wird das Luftschiff in Cardington erwarten und auch die Landungsmanöver leiten, sowie mit dem „Graf Zeppelin" die Heimreise antreten. Die Rückkehr des Luftschiffes dürfte für Sonntagvormittag zu erwarten fein.
Eckener bei dem Herzog von yorf.
London. 24. April. (WTB.) Der Herzog von Bork empfing heute Dr. Eckener. Der Herzog zeigte lebhaftes Interesse für Dr. Ecke- ners Bericht über die letzte Weltrundfahrt des „Graf Zeppelin" und für die im nächsten Monat vorgesehene Fahrt des Luftschiffes. Der Präsident der Royal Aeronautical Society, der Master of Sempill, dessen Gast Dr. Eckener ist, war bei der Unterredung anwesend.
Der Präsident der Royal Aeronauttcal Society, ter Master of Sempill, gab heute abend tm Atheneum-Kluo ei» ®ffe» z» Dr.
Eckeners, an dem der deutsche Botschafter Sthamer, Botschaftsrat Dieckhoff und führende britische Lus tf ahr t s ach verst ä n d i g e teilnahmen.
Or. Eckener spricht im Londoner Rundfunk.
ß o n b o n, 24. April. (WTB.) Dr. Eckener richtet» heute in einer Rundfunlansprache einen Appell an alle Länder zur Zusammenarbeit bei der Herbeiführung regelmäßiger Transozeanluftschiffreisen: er sagte u. a.: „Es ist meine feste Lleberzeugung, daß wir innerhalb sehr kurzer Zeit Luftschiffe regelmäßig über d ie Ozeane reifen sehen werden. Es ist wesentlich für die erfolgreiche Entwicklung solcher Dienste, daß alle Länder Gelegenheiten für die Landungen und Irte Brennstoff Versorgung der Luftschiffe schaffen." Dr. Eckener gab ter Hoffnung Ausdruck, daß England einen wichtigen Anteil an der Mithilfe zum Erfolge regelmäßiger Luftschiffreisen nehmen wird.
SlnDeulscher2.Generaldireltori>erS.Z.Z.
Reichsbankdirektor Dr. Ernst Huelfe wurde zum 2. Generaldirektor der B. I. Z. (Internationale Reparationsbank) gewählt. Dieser Posten wurde neu geschaffen, um den deutschen Ansprüchen Rechnung zu tragen, nachdem Dr. Luther gegen die Besetzung des Generaldirektorpostens durch einen Franzosen opponiert hatte.
Aus aller Welt.
Ein Hausmädchen stiehlt Juwelen im Wette von 140 000 Mark.
Das Hausmädchen Frieda Rothe hat ter Gattin eines Berliner Bankiers Schmuckstücke im Werte von 140 000 Matt gestohlen und ist mit seiner Deute entfloten. Wie sich nach ter Tat herausstellte, war der große Diebstahl schon lange vorbereitet und ist ein Freund der Frieda Rothe mit im Komplott. Die Diebin stammt aus Reusalz a. d. Oder und ist etwa 24 Jahre alt. Zum 1. Mai war ihr gekündigt worden.
Schwere Explosion in Lüttich. — 7 lote.
In einer Fabrik in Lüttich explodierte gestern vormittag ein großer Behälter, der 50 Kubikmeter Ammoniak enthielt. Die Explosion war so heftig, daß Teile des Behälters 90 Meter weit fortgeschleudert wurden. Ein Arbeiter wurde auf der Stelle getötet, drei Arbeiter wurden in bewußtlosem Zustand von den Hilfsmannschaften in das Kranken- haus gebracht. Sie find dort infolge der giftigen Dämpfe, die sie eingeatmet hatten, gestorben. Zehn liegen mit schweren Vergistungserscheinungen danieder, 60 Arbeiter sind leichter erkrankt und konnten zum Teil in ihre Wohnungen entlassen werden. — Nach einer späteren Meldung hat sich die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf sieben erhöht.
Drei französische Flieger vermißt.
Die französischen Flieger Marchesseau, Goulette und Bourgeois, die in Gao am Riger am 22. April aufgestiegen waren, um nach Algier zu fliegen, sind in Reagan (Algetten) bisher nicht eingetroffen. Militärflugzeuge haben die Rach» forschungen ausgenommen.
Grohfeuer in Nancy.
In Ranch brannten gestern nachmittag die Warenlager einer Lebensmittel-Handelsvereinigung nieder. Der Schaden wird auf 8 Millionen Franc geschäht.
heuschreckenschwarm in Gibraltar.
Ein großer Schwarm Heuschrecken, der in Marokko Verheerungen angerichtet hat, ist übet die Meerenge gekommen und hat sich in einem Teil von Gibraltar festgesetzt.
Wettervoraussage.
älnter der weiteren Vorherrschaft warmer Luft haben sich die hohen Temperaturwerte gehalten und sind durchweg noch angestiegen. Im nördlichen Deutschland erreichten sie heute morgen schon bis zu 16 Grad. Sogar das Minimum lag während der verflossenen Rächt durchweg über 10 Grad. Die seitherige Lustdruckvertellung zeigt hinsichtlich der Lage wenig Aenderung. Rur hat sich der Kern des Discahatiefs etwas nördlich verlagert und mit dem über Irland liegenden vereinigt, dabei aber abgeflacht. Das Hoch über Skandinavien zeigt weitere Kräftigung. Infolgedessen wird sich auch die Wetterlage vorläufig wenig ändern, die Temperaturen behalten ihre hohen Werte bet; zeitweise wird Bewölkung unseren Bezitt überqueren, jedoch nehmen die Riederschläge ab und treten nur vereinzelt auf.
Wettervorhersage für Samstag: Be- wölkt und aufhetternd, warm, vereinzelt Niederschläge.
Witterungsaussichten für Sonntag: Dunstig und wolkig mit Aufheiterung, leichte Abkühlung, meist trocken.
Lufttemperaturen am 24. April: mittags 18,8 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am 25. April: morgen« 13,5 Grad. Morimum 18,8 Grad, Minte mum 10,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 14,4 Grad: am 25. April: morgens 11,6 Grad. — Riederschlägs 1,5 mm. Sonnenscheindauer 43/< Stunden,


