Ausgabe 
24.12.1930
 
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Weihnachtsfußball bei der Spielvereinigung 1900 Gießen.

Germania 94 Frankfurt gastiert in Gießen.

Hm den Gießener Sportfreunden etwas außer- Gewöhnliches zu bieten, hat die Spielvereinigung 9C0 eine Propagandamannfchaft verpflichtet, und zwar die alte Germania 94 Frankfurt. Der große Dorsprung der Gäste in der Meister- schaftsbewertungstabelle beruht nicht auf zufäl­ligen guten Leistungen, die Mannschaft spielt tatsächlich konstant technisch und taktisch hervor­ragend Fußball. Daß die ehemaligeSchnürleelf" bei einem zu erwartenden Aufstieg zur ersten süddeutschen Klasse ein gefährlicher Konkurrent der anderen Frankfurter Grohvereine werden wird, ist sicher, denn die alte Germania 94 be­sitzt heute schon Dezirksligareife.

Germania 94 wellte schon oftmals zu Gast­spielen in Gießen, und wußte noch jedesmal gut zu gefallen. Die faire und disziplinierte Spiel- weise der Mannschaft zog noch immer das Pu­blikum in Dann. Wird die Spielvereinigung ge­gen diesen Gegner gewinnen können? Die Frage rst mit Sicherheit überhaupt nicht zu beantworten, der Sieg dürfte den Gästen aber doch sehr schwer werden, wenn die hiesigen mit Feuereifer bei der Sache sind und in voraussichtlich ver­stärkter Aufstellung antreten.

Am zweiten We hnach:sfei:rtag trägt die drllte Wannchast ein Freundschaftsspiel in Dieber ge­gen die dortige erste Elf aus. Die vierte Mann­schaft weilt in Garbenheim und hat die dortige erste Elf zum Gegner.

Die Jugend kommt ebenfalls einer Einladung noch und entsendet eine aus der ersten und zweiten Jugend z fammengesetzte Mannschaftnach Wiesbaden. Sie ist Gast beim Sportverein Dassau-Wiesbaden und wird am 1. Feiertag gegen dessen erste Jugend, am 2. Feiertag gegen die erste des Sporlvereins Wiesbaden spielen. Die dritte Jugend fährt am 2. Feiertag nach Garbenheim, um dort ein Rückspiel zu erledigen.

1900 Ligareserve Steinbach 1 4:0.

Am Sonntag war nur die Ligareserve sportlich tätig. Im Derbandsspiel blieb sie auf eigenem Platze gegen Steinbachs erste Elf mit 4:0 Treffern siegreich. Das Resultat hätte aber beträchtlich höher lauten müssen, da 1900 überlegen war. Der einheimische Sturm war aber vor dem geg­nerischen Tor nicht entschlossen genug.

Nur ein Wechnachisspiel des DfB.

Da am 28. Dezember sämtliche Mannschaften Derbandsspiele auszutragen haben, sind für die Feiertage bis auf eine Ausnahme keine Privat­spiele abgeschlossen worden. Lediglich die Liga­reserve kommt am 1. Feiertag in Wieseck einer Rückspielverpflichtung noch und ist dort Gegner der ersten Fußballmannschaft des Turnvereins. Das kürzlich hier ausgetragene Dor,Piel endete 0:0. Die DfD.-Mannschaft muß in stärkster Auf­stellung antreten, wenn sie gewinnen will.

S-ielvereinigung 1926 Leihgestern.

Am 2. Weihnachtsfeiertag empfangt die erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die Ligareserve des VfB. Friedberg zu einem Freund- scboftsspiel. Da Friedberg voraussichtlich seine Mannschaft durch einige Liga-pieler verstärkt, muß der Gastgeber schon an die bisher gezeigten For­men anknüpfen, wenn er einigermaßen ehrenvoll abschneiden will.

$. C Teutonia Steinberg.

Watzenborn-Steinberg I SpL. 1921 Ettings- Hausen 9:2 (1:2).

Am vergangenen Sonntag hatten die Teutonen den ^-Klassenmeister in der Gruppe Grünberg zu

einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Schon in den ersten 10 Minuten führte Ettingshausen mit 2:0. Diese Ueberraschung machte die Steinberger Mann­schaft nervös. Bis zum Seitenwechsel konnte dann Steinberg das Resultat auf 1:2 stellen. Dann zeigte Steinberg großen Kampfgeist, man sah ein schönes Zuspiel zwischen dem Linksaußen und seinem Ne­benmann, die hauptsächlich da- Spiel in der zweiten Halbzeit so hoch gewinnen halfen.

Die zweite Mannschaft spielte in Wieseck gegen die dortige zweite Mannschaft des Turnvereins (Sportabteilung) und konnte mit einem 7:3-Sieg den Platz verlassen.

Am 1. Feiertag empfängt die erste Manschaft der Teutonen die Liga-Reserve der Germania Marburg zu einem Propagandaspiel. Die Chancen liegen bei den Marburgern.

Handball der Turner.

Krofdorf I (DT.) Launsbach I (ADT.) 2:9 (0:5).

Am Sonntag standen sich beide Mannschaften in einem Freundschaftsspiel in Krofdorf gegenüber. Bald nach Anpfiff sandte Launsbach das erste Mal ein und erhöhte bis zur Halbzeit auf 5:0. Die An­griffe der Krofdorfer Mannschaft scheiterten an ihrem nicht durchschlagskräftigen Sturm, der die aus der Hintermannschaft gebrachten Bälle nicht zu verwerten verstand. Die Launsbacher Mannschaft gefiel allge­mein. Besonders lebhaft war die Läuferreihe und sicher die Verteidigung. Nach Halbzeit erzielte Launs­bach noch vier weitere Tore, denen Krofdorf zwei entgegensetzen konnte. Der Schiedsrichter leitete ein­wandfrei.

Eisschießen im Eisverein.

Als jüngsten Eissport beabsichtigt der Gießener Eisverein in diesem Winter das Eisschießen ein­zuführen. Diese Spor art, die besonders in Bayern sehr volkstümlich geworden ist, hat seit dem vorigen Jahr auch in unserer Gegend, so in Frankfurt und Cronberg im Taunus begeisterte Aufnahme gesunden. Das Eisschießen ist ein Mannschaftsspiel, das auch von Herren im'vor­geschrittenen Alter und von Damen ohne allzu­große Mühe erlernt werden kann. Da die Eis­bahn noch nicht offen ist, wird vorläufig auf

Es wird ziemlich stille Sportweihnachten geben, denn die allg:meine schlechte Wirtschafts- läge gestattet nicht mehr die großen Feste frü­herer Zeiten. Eine Ausnahme macht wie immer nur der Fußball, denn im Lager des runden Lederballes fehlt es nicht an Wettsvi len jeg­licher Art. Aus Ungarn kommt die berühmte Mannschaft der Hungaria Budapest, die in Nürnberg und Dresden zu Gast ist. Vienna Wien weilt in Saarbrücken und Mannheim, während der Wiener Athletiksporiklub in München und Augsburg spielt. Sparta Prag besucht am zweiten Festtag 1860 München. Don den Begegnungen deutscher Mannschaften sind die Spiele Hertha/ DSC. Altona 93, Guts Muts Dresden Rot-Weiß Frankfurt, Chemnitzer DC. Rot- Weih Frankfurt, das Stldtespiel Kassel Halle und der Repräsentativkampf Dezirksliga gegen Kreis'.iga am zw:iten F.iertag im Der.iner Post- stadion hervcrzuheben. Im Hockey weilen die auf einer Deutschlandreise befindliche indische Mannschaft der Barsich Asiatics an den Feier­tagen in der Reichs auptstadt und spillen hier gegen den Berliner Sportklub und den Berliner SB. 92. Im Handball sind zahlreiche Freund- schastsspie e abg:schlossen tooroen. In Der in treten Turner- und Spor tl.r manns haften g g n- einander an. Oesterreichs Meisterelf des

einer Modellbahn gespielt. Wir verweisen auf die heutige Anzeige.

Deutscher Kunstiurnsieg in Amsterdam.

Mit guten Erfolgen beteiligten sich am Sonntag deutsche Turner an einem Bierstädte-Kunstturn- kampf in Amsterdam. Rach durchweg schönen Lei­stungen siegte im Gesamtklassement Bremen mit 797 Punkten vor Köln mit 712 Punkten, Amster­dam mit 665 Punkten und Groningen mit 605 Punkten. Die Bremer zeigten in allen Hebun­gen sehr gute Leistungen.

Kurze Sportnoiizen.

Beim Hallentenniskampf Rhein­landAmsterdam am 3. und 4. Januar in Elberfeld werden folgende Spieler die rheinischen Interessen vertreten: Rourney, Heitmann, Hauß, Statz, Strauß und Meffert. Die Mannschaft wird evtl, noch durch Kuhlmann und Remmert verstärkt.

*

Deutsche Pferde wurden in letzter Zeit nach Rorweacn exportiert. Reben einem Trans­port von Reitpferden, der bereits eingetroffen ist, wurden jetzt umfangreichere Ankäufe von Tra­ber-Zuchtmaterial vorgenommen, auf dem sich Rorwegen eine größere Traberzucht aufbauen will.

»

In der Westsalenhalle wird am Reu- jahrstage ein Dreistunden-Mannschaftsrennen ausgefahren, aus dessen Teilnehmern noch die letz­ten Paare für das kommende Sechstagerennen auSgewählt werden sollen.

Hngarische Amateurbvxer. die Aus- wahlstaffel des BTK-Budapeft, geben am 9. Ja­nuar in Görlitz ein Gastspiel gegen den dortigen Amateur-Doxclub Athen.

Or. pelher und Ladoumögue in Stuttgart.

Das Stuttgarter Hallensportfest, das demnächst stattfinden wird, verspricht zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges zu wer­den. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Zweikampf von Dr. Pelher mit Ladoumögue in den Läufen über 1000 und 3000 Meter. Bei den Staffelläufen der Frauen wird neben guter württembergischer Klasse auch die 4X100-Meter- Rekordstaffel von München 1860 am Start fein.

im Reiche.

WAC. Wien trägt mehrere Spiele in Darm - stodt aus.

Im Tennis interessiert das Abschneiden von Prenn in dem traditionellen Pariser Weih­nachtshallenturnier. Die deutschen Schwim­mer pausieren: in Budapest wird das inter­nationale Wass. rballturn'.er fortgesetzt und Paris hat sein alljährliches Weihnachtsschwimmen durch die Seine.

Der Radsport bringt an den Feiertagen in den Winterhallen Hochbetrieb. In der Bres­lauer Jahrhunderthalle geht ein 25-Stunden- Mannschaftsrennen vonstatten, die Stuttgarter Sportarena bringt an beiden Tagen Rennen zum Austrag. Am zweiten Festtage sind die Dort­munder Westfa enhalle, die Halle Münfterland, Frankfurt a. W. und Basel Schauplätze weiterer radsportlicher Veranstaltungen.

Im Wintersport wird, vorausgesetzt, daß Schnee und Eis genügend vorhanden sind, sich ein lebhafter Betrieb abwickeln. In Schlesien findet in Schreiberhau das Eröffnung Zspringen und auf der Koppenschanze bei Krummhübel das Weihnachtsspringen statt. In Sachsen wer­den am Aeschberg internationale Sprung­läufe und in Geising ein Schauspringen abge­wickelt: ein weiteres Skispringen ist in Parten­kirchen geplant.

Sie kleine Motette.

Roman von Paul Sain.

3 Fortsetzung Nachdruck verboten

»Herr Hollmann die Rolle bleibt natürlich so wie sie ist! Sonst würde ja das ganze 6tüd ein anderes werden.Das vergessene König­reich" ist das stärkste Produkt meiner bisherigen Werke. Ich habe von Anfang an für die Rolle der Helge eine Künstlerin von tiefer, seelischer Deran.agung im Sinne gehabt. Dann aber hieß es: Rorma Relson, meine Frau, spielt sie natürlich. Schön, ich habe meiner grau auch das Können dafür zugetraut. Cs hat sich er­wiesen, daß sie es nicht hat"

Rorma Relson rief wütend aus:

Hnverschämlheit!"

Ich sehe vollkommen klar", fuhr Wördehoff unbeirrt fort.Meine Frau ist eine absolut moderne Künstlerin, alle Charaktere werden in ihrem Spiel zu Figuren einer brausenden, wir­belnden Zeit. Auch die Helge in diesem neuen Stück! Das ist natürlich unmöglich! Spricht der ganzen inneren S.ruklur des Schauspiels Hohn!"

Mit erhobener Stimme setzte er hinzu:

«Hnd da sie nicht willens ist, meinem Geist zu folgen, kann ich nicht länger damit einver­standen fein, daß Rorma die Rolle spielt!"

Die sprang erregt auf.

Rarr will ich auch nicht! Ich danke dafür! Diese Rolle nicht, wie sie jetzt ist!"

Ich muß bitten, Herr Hollmann, eine andere Darstellerin dafür heranzuyolen!"

Rorma Relson lachte schallend auf. Aber in dem Lachen war heißer Zorn.

Eine andre? Wer denn? Wer? Direktor ich bin vertraglich für die Rolle engagiert Sie werden keine Lust haben, zwei Künstlerinnen zu bezahlen

Ree bei Gott", stieß Hollmann ärgerlich hervor. Hnd zu Wördehoff hin:

Ihre Frau hat" den Vertrag!"

Hnd ich beftehe auf meinen Vertrag!"

Hollmann zog eine Grimasse und zwang sich gleich wieder zur Freundlichkeit

Aber Herrschaften was seid ihr aufgeregt! Ree vertragt euch doch wieder. Sie waren doch bamit einverstanden mit der ganzen Be­setzung, Wördehoff. Ob die Darstellung nun so ist ober so die Persönlichkeit Ihrer Frau bürgt doch bafür, daß immerhin was Gescheites herauskommt. Tun Sie ihr den Gefallen, ändern Sie ein bißchen."

Wördehoff schüttelte den Äobf.

Hollmann wandte sich schleunigst an Dr. Ro­mer, als an eine neutrale Person, der ihm vielleicht in seinen Bemühungen, den Streit zu

schlichten, unterstützen konnte. Hnd ehe Wörde- Hofs noch von neuem zu Worte kommen konnte, fragte der Direktor:

Ra, Doktor, und Sie? Was ist Ihre Mei­nung?"

Wenn ich ganz ehrlich fein soll: Das Stück vertrüge in der Tat eine kleine Umarbeitung. So, wie es jetzt ist, wird es ein Erfolg von ein, zwei Wochen sein, aber kein Kassenstück. Trotz bester Darstellung. Ratürlich man kann sich ja irren. Aber als alter Theatermann hm der ich bin, muß ich gestehen: Die große Masse wird nicht das nötige Verständnis für den inneren Reich um desKönigreichs" auf­bringen. Es ist zu wenig Theater. Im besten Sinne natürlich. Ich rede selbstverständlich nur als Regisseur dep künstlerische Wert des Stückes soll unangetastet bleiben"

Dr. Römer sprach sehr vorsichtig. Hollmann merkte es. Rickte verständnisvoll und überlegte, in welcher Weise er nun die Gegensätze auf einer mittleren Linie zillammenführen könnte.

Da stand Wördehoff auf.

Es ist zwecklos, weiter über die Sache zu reden, Herr Hollmann. Ich bestehe darauf, bah die Rolle der Helge von einer anderen Schauspielerin gespielt wird."

Rorma Relson riß nervös an ihrer Hals­kette. Ihre Stimme zitterte vor Erregung.

Das gibt's nicht!"

Also ist dir deine Rolle mehr als mein Stück, Rorma?"

Pah es geht um die Erfüllung deiner Laune, nichts weiter, Hubert

Du meinst deiner Laune, Rorma", ant­wortete er ruhig.Also, Direktor entweder eine neue Darstellerin, oder bas Stück wirb nicht aufgeführt!"

Rorma Relson lachte wütend auf.

Wenn eine andere die Rolle spielt, bin ich die längste Zeit an Ihrer Bühne gewesen, Direk­tor. Außerdem gibt's einen Prozeß!"

Jetzt verlor auch Hollmann seine Ruhe. Sein Gesicht war rot vor innerer Erregung.

Da soll doch der Teufel Direktor fein! Rur weil der Dichter Wördehoff und seine verehrte Frau Gemahlin einander überdrüssig sind, wird hier über vertragliche Verpflichtungen gelacht! Hnerhört!"

Sie irren, Verehrter", sagte Wördehoff ge­lassen.Mir macht es bestimmt kein Vergnügen, Opposition zu treiben. Aber ich will nicht der Sklave meiner Frau fein. Als Künstler. Das war einmal! Hnb nun Schluß davon! Ich habe mein letztes Wort gesprochen."

Er verneigte sich leicht.

Hollmann sah ihn verblüfft an,

Ja Herrgott die Proben!"

Sie können ausgesetzt werden. Vielleicht ver­treibt die Zeit die Launen einer eitlen Künst­

lerin besser als eine sogenannte Aussprache. Warten wir ruhig ab.

Damit ging er hinaus.

Rorma Relson stieß zornig hervor:

Er ist eingebildeter als ich dachte! Hnerhört wie er mich behandelt. O er soll schon zur Besinnung kommen!"

Dr. Römer wiegte nachdenklich den Kopf hin und her und sagte lakonisch:

Was machen w r nun?"

Hollmann hatte die Fäuste fast bis zum Ell­bogen in die Tasche gebohrt und machte ein Ge­sicht, das wütend fein sollte und grotesk wirkte.

Das muh man sich nun bieten lassen! Es ist einfach also einfach ur - aüblich! Die Proben aussetzen! Haben Sie ge.ort, Doktor?"

Dcr zuckte die Achseln.

Es w rb nichts anderes übrigbleiben.

Lächerlich lächerlich"

Man muß eben abtoarten um mit Herrn Wördehoff zu sprechen. Ich habe das Gefühl, daß er nervös überreizt ist."

Ratürlich warf Rorma Relson ein und schnippte mit dem Finger.Ich bin schuldlos, Dirlltor."

Sie fand schon wieder ihr spöttisch leichtsin- niges Lachen.

Sei stverständlich" sagte Hollmann gedehnt. Sie hauen niemals Schuld. I wo! Ich verlasse mich auf Sie, daß Sie mit Ihrem Mann doch noch einig werden. Wär' ja schandbar, wenn das Stück Kreiz,ombenelement, ich darf gar nicht daran denken!1

Empfehle ich Ihnen auch", lächelte die Schau­spielerin.Kommen Sie morgen mit nach Karls- Horst? Ich habe famose Tips von dem Trainer Buchholtz. Sie können sich beteiligen."

Hollmann blickte sie halb wütend, halb ver­blüfft an.

Trainer Buchholtz? Hnb daran denken Sie jetzt?"

Aber Rorma Relson kannte ihren Direktor. Für Pferderennen hatte er eine Schwäche. Hnd wenn er gar gute Tips kriegen konnte, vergaß er alle Sorgen.

Ratürlich! Was soll man tun? Die Pro­ben sind ja vorläufig vorbei. Also abgemacht! Morgen, zwei Hhr, bei den Tribünen. Ich stelle Sie Buchyoltz vor. Sie können ihn auch gebrau­chen. Buchholtz macht ganz gern Rebengefchäfte."

Hollmann kannte den Trainer dem Ramen nach. Ein tüchtiger Sportsmann und Don Juan. Ah diese Relson! Wo sie all ihre Ver­ehrer sitzen hatte erfreulich.

Schön ich werde da sein, Frau Relson."

Die reichte ihm mit schöner, koketter Geste die Hand.

Adieu, Direktor. Hnb das fang sie mit lelle trällernder Stimme:O grolle nicht, mein Darling

Als sie draußen war, sagte Hollmann zu Dr. Römer, der sich eine neue Zigarette an steckte:

Diese Frau Rassetyp! Eigentlich hin­ein Wunder, daß der Wördehoff

Er zögerte. Aber Dr. Römer fuhr gelassen fort:

Richt schon früher gegen sie opponiert hat. Ra ja. Das Gespann stimmt eben nicht so recht."

Oberheffen.

Lanvkreis Gietzen.

X Allendorf a. d. Lahn, 23. Dez. Der hiesige Kirchengesangverein hielt seine dies­jährige Familien- unb Weihnachtsfeier ab. Ge­meinsame Advents- und Weihnachtslieder wech­selten mit Chorgesängen des 'Vereins und ent­sprechenden Gebichtvorträgen ab. Den Höhepunkt bildete das Weihnachtsspiel:Euch ist heute der Heiland geboren". Pfarrer Germer verstand es, durch eine launige Festansprache die Herzen der Zuhörer zu gewinnen.

U Grohen-Linden, 22. Dez. Der vor zwei Jahren hier gegründete Evangelische Frauen- verein, der eine starke Entwicklung verzeichnen konnte, hat jetzt die wöchentlichen Frauenstunden wieder ausgenommen, in denen neben ernstlicher Beratung über Hilfe in Notfällen auch heitere Unterhaltung gepflegt wird. Der Verein hielt außer­dem eine Weihnachtsfeier ab, in der eine Reihe von selbstgefertigten Bekleidungsstücken in einer Weihnachtsliste vereinigt wurden, die für die Kinderheilstätte Nieder-Ramstadt bestimmt ist. Auch der örtlichen Krankenhllfe wurden pratiifofg Gegen­stände übermittelt.

8 Alten-Buseck, 24. Dez. Am zweiten Weih­nachtsfeiertag feiert Juliane Seibert, eine der ältesten Dorseinwohnerinnen, in großer körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 8 5. Geburtstag. Ein ebenso hohes Aller als diese Jubilarin haben noch Altbürgermeister Körber und Frau Susanne Schreiner erreicht. Der älteste Dorfeinwohner Wilhelm Wagner zähll 86 Jahre und geht noch täglich seinem Beruf als Landwirt nach.

ED Lollar, 23. Dez. Der Reichsbahnassistent Karl Scheid, wohnhaft in Wißmar, kann am 27. Dezember auf eine 4 0jährige Dienstzeit beim Bahnhof Lollar zurückblicken.

t Treis a. Lda., 22. Dez. Hnfer in der Rächt zum 23. Rovember vom Sturm herunter­geworfenes Kirchendach ist jetzt wieder voll­ständig neu hergestellt. Den Dachstuhlli unb die Verschalung lieferte die Firma Balch. R u h n, Lollar, die Dachbeckerarbeiten die Firma Karl K r ö ck, Gießen, die Kandel fertigte Spengler meister Seibert, Allendorf a. ßba., die Maurerarbeiten besorgte Maurermeister Gotchard A m e n b , hier. Die Kosten belaufen sich auf an näh er ab 6300 Mark. Die hiesige Pfennigsparkasse hat üjre Inflations­gelder mit 20 Prozent aufgewertet und dies« Tage die Beträge ausgczahlt.

v ß o n b o r f, 23. Dez. Am Samstagabend führten Schüler des ErziehungshelmsBurg N o r d e ck" in der hiesigen Voltshalle von etwa 600 BesuchernDas Gotteskind" auf. Das Spiel wurde von allen Mitwirkenden vorzüglich dargcstellt und erntete bei den andächtig lauschenden Zuhörern großen Beifall.

Watzenborn, 23. Dez. Im Saale derÄrone- zu Steinberg veranstalteten unser Kirchenge- sangoerein und der Evang. Frauenver­ein die gemeinsame Weihnachtsfeier. Nach einem Prolog, einem Liede des Kirchengesangvereins und dem gemeinsamenStille Nacht, heil'ge Nacht" folgte die Weihnachtsansprache des Ortsgeifllichen, die das Recht, Ziel und die Aufgabe solcher Feier in dcr gegenwärtigen Zeit herausstellte. In den Rahmen der Veranstaltung fügten sich zwei wohl- gelungene Theaterausführungen ein. Der Kirchen- gefangoerein fang einige schöne Weihnachtschöre, Fräulein G o r r bot noch zwei Proben ernster- humoristischer Darstellung. Gemeinsam gesungene Lieder und ein Schlußwort des Geisllichen beendeten den Abend.

O Holzheim, 23. Dez. Von Donnerstag, 18., bis Sonntag, 21. Dezember, fanden im geräumigen Vereinshaus der evangelischen Gemeindemitalieder Evangelisationsoorträge von Missionar Walther aus Beuern statt. Nachmittags wurden Bibelstunden abgehalten. Der Missionar verstand es ausgezeichnet, die vielen Zuhörer mit seinen Vor­trägen zu fesseln. Die freiwilligen ansehnlichen Geld-

3.

Es war einige Tage nach dieserAussprache" im Direltionsbureau Hollmanns. Wördehoff halte seine Frau in dieser Zeit nur fluchtig zu Gesicht bekommen und belanglose, gleichgültige Redens­arten waren dann zwischen ihnen gewechselt wor­den. Ror.na Relson kam nicht mehr auf den Streitfall zurück und Wördehoff war dessen zu­frieden.

Gut so es gab ja auch vorläufig nichts mehr darüber zu reden

Die ettlen Maitage kamen.

Wördehoff saß in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Richt, daß er sich in besonders ar­beitslustiger Stimmung befunden hätte. Seine Phantasie schien ihn seit langem im Stich ge­lassen zu haben, und nervöse Hnruhe quälte ihn.

Es klopfte leise an bet Tür.

Ditte!"

Die Kammerzofe seiner Frau steckte das hübsche Gesicht durch die Spalte.

Herr Wördehoff, die Firmen Dönhoff und Syr.g fragen an, ob Sie die Rechnungen für die gnädige Frau vorlegen dürfen."

Dönhoff und Stzrig?"

Wördehofi hatte plötzlich eine krause Stirn. Dein Mund wurde schmal.

Ditte das ist doch das Schneideratelier meiner Frau und die Putzfirma hm? Aber warum stehen Sie so zwischen Tür und Angel?"

Die Zofe chlüpfte ins Zimm r. Ein ga z seines, vertrauliches Lächeln um die roten Lippen.

Ganz recht, Herr Wördehoff

Ra unb was geht mich das an?

Die gnädige Frau ist doch nicht im Hause. Hnb die beiden Damen warm schon zweimal hier neulich vor acht Tagen und ge­stern."

Wördehoff erhob sich straff.

Ah ich verstehe die Firmen haben her­geschickt ah so"

Heimllch krampfte sich seine Faust in der Tasche zusammen. Also Rorma kümmerte sich nicht um die Dezahlung. Ging ihr wieder ein­mal aus dem Wege. Das also überließ sie ihm! Wie schon so oft! Ihre Gage ja, wo blieb die eigentlich?

Richt zum erstenmal reizte ihn dieser Gedanke. Herrgott wo blieb das viele Geld?

(Fortsetzung folgt)