Ein neues Filmverbot.
Der Nichard-Oswald-Film „1914, die Schüsse von Sarajevo".
Berlin, 23. Dez. (^RD.) Die Berliner Filmprüfstelle hat den Richard-Oswald-Film „1 9 1 4", „D i e Schüsse von Serajev o", v e r b o - t e n. Das Verbot ist ausgesprochen worden, weil die Filmprüfstelle nach Anhörung der Sachverständigen des Auswärtigen Amtes zu der Ansicht gelangte, das) der Film das Ansehen und die Stellung Deutschlands zu schädigen geeignet sei. Das Auswärtige Amt hatte zu der Verhandlung sechs Sachverständige entsandt, die chr Gutachten dahin abgaben, daß die im Film gegebene Darstellung der Kriegsschuldfrage lückenhaft und die Tendenz des Films geeignet sei, die Beziehungen Deutschlands zu anderen Staaten zu trüben. Zwei Mitglieder der Filmprüfstelle haben von sich aus Beschwerde bei der Filmoberprüfstelle gegen das Verbot eingelegt, so daß diese Instanz sich abermals mit dem Film zu beschäftigen haben wird.
Ein angeblicher Waffenfund in München.
München, 23. Dez. (CAD.) Die ^Münchener Po st", das sozialdemokratische Organ der bayerischen Landeshauptstadt, veröffentlicht eine Meldung, dotz Reichsbannerleute Äationalsozia- listen Waffen abgenommen und diese der Polizei übergeben haben. Die Mitteilung enthält keine Angaben, wann und wo von den Reichsbannerleuten diese Waffen den Tla» tionalsozialisten abgenommen wurden, behauptet aber, daß sich unter diesen Waffen schwere Maschinengewehre, gegürtete Munition in zwei Kisten mit mehreren hundert Schuh für Maschinengewehre, alle Ersatzteile, zwei Reserveläufe, ein Reservcschloh, Kühlkästen. Werkzeugkästen ufw. befinden. Das Blatt bringt zugleich Bilder der Waffen, die der Polizei übergeben worden sind.
Auf Erkundigung an zuständiger Stelle wird von der Polizeidirektion dazu folgendes mitgeteilt:
.Am 14. Dezember haben Angehörige des Reichsbanners unter unwahren Angaben die Söhne eines Werkmeisters in Sendling zur HerausgabeeinesMaschinen geweh- r e s samt Zubehör bestimmt, das auf einem dortigen Lagerplatz verwahrt wurde und das der Behörde gemeldet war. Das Maschinengewehr wurde in ein Walddickicht bei Baierbrunn gebracht und dort von einem der Täter vergraben. Die von diesetn Vorgang am 18. Dezember verständigte Polizei konnte bereits am 19. Dezember die Festnahme eines der Täter vornehmen. Auf Grund der eingelet- teten Erhebungen und des Geständnisses des Festgenommenen wurde obiger Sachverhalt fest- gestellt. Ayr 23 Dezember' sollte das MG. aus seinem Versteck von der Polizei geholt werden. Roch vorher jedoch wurde von dem Reichsbanner München das Maschineng« w hr mit Zubehör der Polizei übergeben mit dem Beifügen, das MG. sei bei Baierbrunn gefunden worden. Das vom Reichsbanner abgelieferte Maschinengewehr ist idmtisch mit dem von Reichsbannerleuten am 14. Dezember abends herausgelockten und bei Baierbrunn versteckten. Sämtliche Täter wurden ermittelt, Strafverfahren ist eingeleitet.“
Erhöhte Alarmbereitschaft
* der Berliner Polizei.
-Berlin, 23. Dez. (CNB.) Die Berliner Schutzpolizei ist am Weihnachtsheiligabend in erhöhter Alarmbereitschaft, weil von kommunistischer Seite aus „W eihnachtsspaziergänge" durch die Straften geplant sind. Da für Berlin noch immer das vom Polizeipräsidenten er lassene Demonstrationsoerbot besteht, wird die Schutzpolizei überall dort, wo es zu Ansammlungen oder Ausschreitungen kommen sollte, mit starken Kräften eingreifen, um Ruhestörungen zu vermeiden. An allen Brennpunkten der Stadt werden Abteilungen der Polizei stationiert, außerdem ist ein starker Streifendienst vorgesehen, der auch an den beiden Weihnachtsfeiertagen beibehalten wird.
Lohn- undGehaltsverhandlune en
Die Verhandlungen über den Abfchluft eines neuen Lohnabkommens für die rechtsrheinische Textilindustrie an Stelle des von den Arbeitgebern zum 31. D.zember gekündigten Abkommens sind ergebnislos verlaufen. Am 30. Dezember werden vor dem staatlichen Schlichter die Schlichtungsverhandlungen beginnen.
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Im Lohnkonflikt in der Hannoverschen Metallindustrie ist vereinbart worden, daft die Tarifmindest.ohne um 3Vr Prozent, die Löhne von Arbeitern, die Zulagen erhalten, um 5 Proz. gesenkt werden Bei den Akkordarb itern betragen die Kürzungen 7'/r Prozmt. Di.se Sätze treten mit Wiederaufnahme der Arbeit in Kraft. Die Einstellung von fremden Arbeitern ist bis zum 31. März nicht eher zulässig, bevor nicht die alten Arbeitskräfte wieder Beschäftigung gefunden haben.
Zwischen dem Arbeitgeberverband der E i s e n • und Stahlindustrie Aordwest und den Angestelitengewerkschaften haben Verhandlungen stattgefunden, bei denen den Vertretern der Angestellten eröffnet wurde, daß der bestehende Gehaltstarif zum 31. März 1931 zum Zwecke einer neuen Gehaltsreduzierung gekündigt Wird. Daher werden den Angestellten vorsorglich die Einze.aroeitsverträge zum 31. März 1931, und, soweit Kündigungsschutzfristen einzuhalten sind, zum 30. Juni 1931 aufgekündigt.
Die Schlichtungsverhandlungen für den ober» schlesischen Bergbau haben zu keiner Einigung geführt. Manteltarif und Zeitabkommen wurden bis 15. Januar 1931 ver- längert. Reue Verhandlungen sollen am 5. Januar stattfinden. Die Grubenbesitzer wollen einen Lohnabbau von 12 Prozent durchsetzen, außerdem die Spalte B und C des Tarifvertrages beseitigen, was für die betreffenden Arbeiter einen weiteren Lohnabbau von etwa 10 Prozent bedeuten würde. Ferner sollen die Prämienzulagen gestrichen werden. Die Bergarbeiter verlangten eine Verkürzung der Arbeitszeit auf sieben Stunden, durch die größere Teile der Entlassenen wieder Beschäftigung finden könnten.
Schwerer Nebel über London.
London, 23. Dez. (TU.) In den Montag-Abend- stunden verdichtete? sich der Nebel, der den ganzen Montag über London gelegen hatte, an vielen Stellen so stark, daft ernsteBerkehrsstörun- g e n eintraten. Es war der gelbe „Erbsen- n e b e I" der die Sicht auf etwa einen Meter ge-
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stattet, während der schwarze Nebel so dicht ist, daß man kaum die Hand vor den Augen sehen kann. In vielen Gegenden kam der Verkehr vollkommen zum Stillstand Die Kraftwagen mußten an den Rinnsteinen stehenbleiben. Häufig erstreckten sich die Reihen der „gestrandeten" Fahrzeuge auf mehrere tausend Meter. An anderen Stellen kamen die Verkehrsmittel nur ganz langsam unter Vorantritt des Führers oder mit Fackeln bewaffneter Polizisten vorwärts. Taufende von Personen, die in den Theatern waren,
mußten den, Nachhauseweg zu Fuß zurucklegen. Hierbei kam es ebenfalls zu Verkehrsstörungen, da die Menschenmenge sich immer mehr staute und sich kaum vorwärtsbewegen konnte. In einigen Theatern und Lichtspieltheatern an der Südseite der Themse muftten die Vorstellungen abgebrochen werden, da die Zuschauer die Bühne nicht mehr sehen konnten. Ferner gerieten in dem schweren Nebel einige elektrische Straßenbahnen in Brand. Sie hatten sich infolge des fortgesetzten Bremsens überhitzt und Feuer gefangen. Ein Wagen brannte zwei Stunden, da die Feuerwehr infolge des Nebels und der Verkehrsstörungen nicht sofort zur Stelle sein konnte. Feueralarm- signalen konnte häufig nur mit großer Verzögerung Folge geleistet werden, da die Feuerspritzen sich nur i m Fußgängertempo den Brandstellen nähern konnten. Der Eisenbahnverkehr funktionierte zwar, doch muftten mehrfach die elektrischen Züge auf der Strecke liegen bleiben. Die Fahrgäste waren zwungen, stundenlang zu warten, da man ihnen das Aussteigen verbot wegen der Gefahr, mit den Leitungsschienen in Berührung zu kommen und zu verunglücken.
Londoner Nebel auch in den Straßen Berlins.
Berlin, 23. Dez. (TU.) Auch in Berlin konnte man am Dienstagabend eine merkwürdige Naturerscheinung beobachten. Während in den vergangenen Nächten bei leidlichem Frost die Lust sternklar war, zeigten sich am Dienstagabend in den Straßen Berlins streckenweise so dichte Nebelschwaden, daß die Straßenbahnen sozusagen nur im Schritt vorwärts kamen und die Autos buchstäblich durch die Straßen krochen. Es war nicht möglich, auch nur die Umrisse der Häuser auf der anderen Straßenseite zu erkennen. Solche Nebelschwaden wurden hauptsächlich i m Norden Berlins und im Grünewald beobachtet. Neue Nebelerkrankungen im Maastal?
Brüssel, 24. Dez. (Tül.) Wad) Blättermeldungen sollen bei Lüttich ein Todesfall und mehrere Erkrankungen infolge Rebels festgestellt worden fern. Dr. Timbal, ein Leiter des belgischen Gesundheitsamtes, erklärt jedoch, daß die neuen Erkrankungen im Maastnl nach seiner Ansicht nicht auf den Rebel zurü zuführen seien. Die aufgeregte Bevölkerung übertreibe gewaltig. Ieder verdächtige Todesfall werde einfach dem Rebel zugeschrieben.
Aus öfter Wett.
Sdjiffsuntergang in der Ostsee.
He 1 singsors, 23. Dez. (TU.) Der finnische Dampfer „Diri" aus Helsingfors war vor dem Filsandleuchtturm bei Oesel gestrandet. Um das Schiff durch Ueberbordwerfen von Ladung flott zu machen, brachte ein Dergungsdampfer etwa 30 Leute aus Oesel an Bord, so daß sich einschließlich der aus 21 Männern und zwei Frauen bestehenden Besatzung etwa 50 Leute an Bord befanden. Run brach ein starkes Sturm los, so daß der Bergungsdampfer nicht mehr an das Schiff ftera’-tommen konnte. Mehrere Rettungsboote von dcr Filsandlotsenstation mußten wegen des Sturmes unverrichteter Sache zurückkehren. Alsdann gingen 14 Leute von der Besatzung der „Diri" in das Rettungsboot. Dieses kenterte aber, als es den Bergungsdampfer erreicht hatte und man gerade die Schiffskasse der „Diri" an Bord des Bergungsdampfers bringen wollte. Eine Frau und vier Männer ertranken. Die „Diri", war ein 3000 Tonnen großer Dampfer, der mit einer Koksladung vo n Danzig nach Herfi-n-gsfors unterwegs war. An Bord der gestrandeten „Diri" spielten sich grausige Szenen ab. Die von Kälte gepeinigte Mannschaft sprach eifrig dem Alkohol zu. ja es tarn trotz der großen Gefahr, in der sich die Mannschaft befand, an Bord des Dampfers zu einem Saufgelage, das schließlich zu einer Schlägerei führte, bei der Ä.n estländischer Bergungsmatrose erschlagen wurde. So hat die Katastrophe des Dampfers „Diri", der einstweilen aufgegeben werden mußte, im ganzen sechs Todesopfer gefordert.
wieder Opfer eines schrankenlosen Bahnübergangs.
Bei Eisleben wurde an einem ungeschützten Bahnübergang auf der Thondorser Landstraße ein Kraftwagen der Arbeiterfürsorge der Mansfeld AG. von einem Pers onenzug erfaßt und etwa 200 Meter mitgeschleift. Hierbei wurden zwei Personen getötet und eine schwer verletzt.
Beim Rodeln den Tod gefunden.
In Wartenberg (Reumark) gerieten beim Rodeln der achtjährige Sohn des DomänenbesitzerS Generalleutnant von Tresbow und eine gleichaltrige Spielgefährtin auf das dünne EiS des Schloßteiches uni) brachen ein. Die Mutter des Knaben versuchte die Kinder zu retten, erfaßte sie auch, brach dann aber ohnmächtig zusammen, so daß die Kinder, ehe Hilfe kam, ertranken.
Oie Wetterlage.
Steuervereinfachung und Landwirtschaft.
Ein preußischer Kommentar zur Notverordnung. - Keine Erhö ung der Grundsteuer.
Berlin, 23. Dez. (TU.) Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Preußischen Landwirtschaftsministerium geschrieben:
In landwirtschaftlichen Kreisen bestehen vielfach Irrtümer über die Tragweite der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930, soweit sie sich auf st e u e r l i ch e Vereinfachung bezieht. Es wird die Meinung verbreitet, daß die Notverordnung die.Landwirtschaft stärkeren Zu- ariffen der Länder und Gemeinden in bezug auf Erhöhungen der Grund st euer aussetzt. Diese Meinung ist unri chtig Nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf der Reichsregierung konnte allerdings damit gerechnet werden, daß der Einnahmeausfall, der Länder und Gemeinden aus dem Wegfall der landwirtschaftlichen Einkommensteuer bis zu 6000 Mark erwächst, im Wege einer Erhöhung der Grundsteuer in den Ländern und Gemeinden, wenn auch in bescheidenen Grenzen, erfolgen werde. Im Gegensatz hierzu schließt die Notverordnung Erhöhungen der Grundsteuer aus diesem Anlaß bis zum 31. März 1 9 3 4 j e d e n f a l l s aus. Die Notverordnung ent-, hält ebenfalls die Bestimmung, daß die Einkommensteuern für die ersten 6000 Reichsmark des Einkommens aus landwirtschaftlichem Vermögen wegfallen und durch die Grundsteuer zugleich als Einheitssteuer abgegolten werde, sie bestimmt aber
weiter folgendes: „Um zu verhindern, daß in den Ländern und Gemeinden die Grundsteuer im Hinblick auf den Ausfall erhöht wird, wird an die Länder im Rechnungsjahr 1932 aus Mitteln des Reichshaushalts je ein Betrag von 20 Millionen Reichsmark nach dem Verhältnis der Fläche verteilt. Wird die Grundsteuer im Hinblick auf den in Satz eins bezeichneten Ausfall erhöht, so wird der Anteil des Landes nicht ausgeschüttet. Für 1931 sieht die Notverordnung eine Ermächtigung des Reichsfinanzministers vor, diese Hilfe bereits für 1931 in Kraft zu setzen. In diesem Fall soll die Einkommensteuer für die nicht zu veranlagenden ersten 6000 Reichsmark des landwirtschaftlichen Einkommens durch die zum -15. September 1930 und 15. Februar 1931 zu leistenden Vorauszahlungen abgegolten sein. Den Ländern wird dann auch für 1931 aus Mitteln des Reichshaushaltes zur Abgeltung für die ihnen erwachsenen Verluste ein entsprechender Betrag zugewiesen." Der Landwirtschaft erwächst also aus der Notverordnung lediglich eine Steuererleichterung insofern, als sie bei landwirtschaftlichen Einkommen bis zu 6000 Mark in den Jahren 1932 und 1933 und gegebenenfalls auch im Jahre 1931 zurEin - kommen st euer nicht herangezogen wird. Eine Erhöhung der Grund st euer aus diesem Anlaß ist ausgeschlossen.
Die nationale Bewegung in Indien
Oer Vizekönig verteidigt
Kalkutta, 23. Dez. (Reuter.) Der von seinem Amt zurücktretende Dizekönig von Indien, Lord I r to i n, antwortete seinen Kritikern in einer Rede vor den europäischen Bereinigungen in Kalkutta, in der er ausführte: Die nationale Frage in Indien kann auf die Dauer durch die rücksichtslose Anwendung von Gewalt nicht gelöst werden. Wenn wir auch die Bewegung des bürgerlichen äln- gehorsams bekämpfen, die der Sache Indiens nur Schaden zufügt, so würden wir uns täuschen, wenn wir die aufrichtigen und machtvollen nationalen Gefühlsausbrüche unterschätzten, die jetzt in Indien so weit verbreitet sind. Wenn entschlossener Widerstand gegen den Terrorismus als Unterdrückung bezeichnet werden kann, dann hat sich die Regierung der Unterdrückung schuldig gemacht, wenn aber mit dem Wort Unterdrückung gemeint ist, daß die Regierung gewillt ist, die nationale Bewegung zu erdrosseln oder die verfassungsmäßige Entwicklung in Indien aufzuhalten, dann erkläre ich, daß eine solche Beschuldigung gegen die Regierung nicht erhoben werden fann. Lord Irwin fügte hinzu: Bei den künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und Indien muß Gleichberechtigung an bie Stelle der Unterordnung treten. Wenn sich beide Staaten entgegenkommen, so ist nicht einzusehen, warum eine Vereinbarung über unsere Kraft gehen sollte.
Nie indischen Frauen fordern Erweiterung des Wahlrechts.
London, 22. Dez. (TU.) Die Eintönigkeit der Verhandlungen der englifch-indifchen Konferenz über die Raffenfragen, Minderheiten-Probleme ufw. erfuhr am Montag eine Unterbrechung durch die Vernehmung der beiden weib- lichenAbgeordnetenvor dem Ausschuß für Wahlrecht. Mit Anmut trugen sie die
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seine indische Politik.
Wünsche der indischen Frauen nach einer tätigeren Anteilnahme am politischen Leben vor. Zwar hätten die Frauen in vielen Fallen schon ein theoretisches Wahlrecht, aber Praktisch sei ihnen die Ausüoung durch allerhand Bestimmungen unmöglich gemacht, wie zum Beispiel durch die Forderung des Nachweises eines gewissen Besitzes. Zur Zeit feien etwa sieben Millionen Wähler, das heißt nur drei v. H. derGesamtbevölkerung.wahlberech- t i g t. Der Simon-Bericht habe oorgeschlagen, die Zahl auf 10 v. H zu erhöhen. Die beiden Frauen aber forderten 25 v. H. Das Wahlrecht sieht ein indirektes Gruppenwahlsystem vor, wobei die Wähler durch Nachweis einer gs toi Jen Erziehung, durch Besitz und foaftige Kennzeichen Aum Wählen berechtigt werden sollen. Diese Son- berbeftimmungen sind im Hinblick auf die große Zahl der Analphabeten in Indien nach Ansicht der Sachverständigem notwendig.
Unterbrechung der indischen Konferenz.
L o n d o n, 24. Dez. (WTD. Funkspruch.) „Rews Chronicle" berichtet in sensationeller Aufmachung über ein angebliches Scheitern der Verhandlungen zwischen den Vertretern von Hindus und Mohammedanern bei der Konferenz am runden Tisch, nach anderen Blättern sind aber die Verhandlungen lediglich wegen der Feiertage abgebrochen worden. „Times" sagt: Die privaten Besprechungen nahmen am Montag eine sehr hoffnungsvolle Wendung und wurden gestern nachmittag fortgesetzt bis zu dem Augenblick, wo der Aga Khan, der die Feiertage in Paris zubringen möchte, abreisen mußte. Mit Rücksicht auf die Arbeiten der Konferenz wird Macdonald nicht nach seiner Heimat Schottland gehen, sondern die Feiertage in Che- quers verbringen.
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Durch das langsam weitere Dorgreifen der Rordmeerstörung wurde der hohe Druck abgeschwächt und mehr ostwärts verdrängt. Trotzdem ist es im ganzen Bereich wieder kälter geworden, so daß überall Frostwetter herrscht. Ramentlich in Mitteldeutschland war die Ausstrahlung besonders intensiv; überall trat stärkerer Frost auf, stellenweise bis zu minus 9 Grad. In unserem Bezirk wurden in der vergangenen Rächt die tiefsten Temperaturen in Bodennähe mit minus sv Grad gemessen, die niedrigsten Werte, welche bis jetzt in diesem Winter festgestellt werden konnten. Durch die Ausläufer des Tiels wird der Frpst wieder abgeschwächt und im Bereich der ozeanischen Luft besteht die Möglichkeit zu einzelnen Schneefällen. Die gegenioärtige Lu.tdruckvertei- lung mit ihrer weiteren ozeanischen Luftzufuhr läßt ferner erkennen, daß die Möglichkeit zu etwas milderem Wetter besteht.
Aussichten für Donnerstag: Abschwächung des Frostes, nebeliges und bewölktes Wetter mit vereinzelt leichten Schneefällen.
Witterungsausfichten für Freitag. Rur leichter Rachtfrost, nach vorübergehendem Aufklaren wieder meist bewölkt mit Niederschlags- Neigung.
Lufttemperaturen am 23. Dezember: mittags 2 Grad Celsius, abends —3,6 Grad; am 24 Dezember: morgens —5,9 Grad. Maximum 2,2 Grad, Minimum —7,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Dezember: abends 0,4 Grad; am 24. Dezember: morgens —0,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4i Stunden.
Amtliche rvintersporlnachrichten.
Doge ls berg, Hoherodskopf: Klar, — 8 Grad, 8 bis 10 Zen time.er Schnee, verharscht; Ski und Rodeln stellenweise möglich.
Rhön, Wasserkuppe: Klar, —9 Grad, 24 Zentimeter Schnee, verharscht; Ski und Rodeln gut.
Schwarzwald: Rebel, —8 Grad, 20 Zentimeter Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut
Alden, Garmisch-Partenkirchen: Dewvlkt, —4 Grad, 13 Zentimeter Pulverschnee: Vki und Rodeln gut


