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Hessen-Kassel und Südwestdeuisch'and.

Ein Vorschlag des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Friedensburg läuft auf Teilung der Provinz Oberheffen zwischen Kassel und Frankfurt hinaus.

Neutralität verlieh unt> im Wahlkampf die Auf- ftellung besonderer Landvolklisten empfahl. Wenn auch mit der Wahl des Grafen Kalckreuth den Wünschen der Landbünde akti­vistischer Richtung wohl noch nicht in allen Punkten Genüge geschehen ist. so ist damit immerhin der entscheidende Schritt zur Entpoliti­sierung des Reichslandbundes getan.

Oie Landvolkpartei zur Wahl Kalckreuths.

Lchwere Verstimmung über die Zurnck- drangung des bäuerlichen Elements.

Berlin. 23. Oft. (TU.) Die Christlich» Nationale Dauern- und Landvolt­partei gibt zur Präsidentenwahl im Neichslandbund folgende Erklärung heraus. ..Die Präsidentenwahl ist das Ergebnis eines wohl vorbereiteten Dor st oh es östlicher deutschnationaler Kräfte. Die Wahl des Grafen Kalckreuth zum geschäftsführcnden Präsidenten bedeutet nicht Ent­politisierung, sondern Parteipolitisierung des Reichslandbundes. Da die Wahl trotz der bekannten Einstellung des bisherigen Präsidenten Hepp, der sein Amt zehn Jahre verwaltete, vorgenommen wurde, war seine Deseitigung durch dieselben K räfte, die auch Mini st er Schiele verdräng­ten. bewußt gewollt. Hepp war der Der- treter des bäuerlichen Elements im Präsidium des Reichslandbundes. Sein Ausscheiden aus dem Amte wird nicht ohne weitere Auswir­kung nicht nur in den süd- und südwestdeutschen Landbünden bleiben. Das gleichzeitig erfolgte Ausscheiden Hofers aus dem Dündesvor- stand deutet die Folgerungen bereits an. Die gerade von den jetzt zurückgedrängten Vertretern betriebene bäuerliche Aktivitätzur Stärkung des Reichslandbundes, um dessen Machtposition stän­dig zu steigern, ist einem einseitigen parteipoli­tischen Standpunkt östlicher Grohgrundbesitzerkreise geopfert worden."

Ausgleichsbemühungen.

Keine Spaltung im Reichslandbund.

Berlin, 23. Oft. (TU.) Die von der Christlich- Nationalen Bauern- und Landoolkpartei verbreitete Erklärung zur Präsidentenwahl im Reichslandbund hotte in Berliner politischen Kreisen den Eindruck erweckt, als ob eine Spaltung des Reichsland­bundes und die Gründung einer neuen Organisation mit Unterstützung der Landvolk­partei durch den Abg Hepp bevorstände. Wie die Telegraphen-Union" von bestunterrichteter Seite erfährt, scheint die Erklärung eine derartige Bedeu­tung nicht zu haben. Wie aus Kreisen des Bun­desvorstandes mitgeteilt wird, entsprechen die An­gaben der Erklärung über das Zustandekommen der Wahl des Grafen Kalckreuth nicht den Tat­sachen. Die außerordentlich starke Mehrheit für Graf Kalckreuth setzte sich aus Vertretern der verschie­denen Richtungen innerhalb des Landbundes zu- lammen. Auch führende Persönlichkeiten der Land­volkpartei und Vertreter süd- und südwestdeutscher Landbünde haben für Graf Kalckreuth gestimmt. Wenn Höfer aus einem persönlichen Treueverhäst- ms zu Hepp seinen Sitz im Bundesvorstand nie- Mt hat, so hat das noch keine organisatori- uswirkungen. 9m übrigen sind auch Bestre- düngen zur Ausgleichung Der persön­lichen Meinungsverschiedenheiten im Gange. Der Reichslandbund verzichtet daher zu­nächst seinerseits auf eine offizielle Stellungnahme, zumal man in unterrichteten Kreisen damit rechnet, daß die Landvolkpartei von sich aus offiziell in einer von der obigen von der Parteileitung amtlich nicht gebilligten Erklärung ihrer Pressestelle a b weichenden Form sich zu den Vorgängen äußern wird.

Noch keine Einigung im Ber­liner Metatlarbetterkonflikt.

Die Kommissionsverhandlungen vertagt.

Berlin, 23. Ott. (WTB.) 9n dem Lohnstreit in der Berliner Metallindustrie fanden am 23. Okto­ber im Reichsarbeitsministerium Nachverhand­lungen über den Antrag auf Verbindlichkeits­erklärungen des Schiedsspruches vom 10. Oktober 1930 statt. Die Verhandlungen zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. Schließlich wurden die Verhandlungen vertagt, sie sollen jedoch in Kürze fortgesetzt werden.

Die Verhandlungen gliederten sich in zwei Teile: zunächst fanden die eigentlichen Nachver­handlungen statt. Sie waren offenbar nur von verhältnismäßig kurzer Dauer; denn es zeigte sich schon gleich, daß eine Einigung über den Schiedsspruch nicht zu erzielen war. Der Vorsitzende des Metallarbeiterkartells gab noch ein­mal eine kurze Begründung dafür, daß die Ge­werkschaften den Schiedsspruch ab­lehnen. Nach ihrer Ansicht sei die Lohnsenkung nach der Wirtschaftslage nicht gerechtsertMt. Aus der anderen Seite verwies der Syndikus des Verbandes Berliner Metallindustrieller, Rechtsanwalt Stefan Oppenheimer, darauf, daß die Arbeitgeber­seite die Ve r b i n d l i ch k e i t s e r k l ä r u n g des Schiedsspruches beantragt habe, ob­gleich er nicht voll den Wünschen der Metallindu­striellen entspreche. Dabei bezog sich Rechtsanwalt Oppenheimer auf die Verfügung, die der Oberschlickster dem Schiedsspruch angefügt yat. Damit war fest- gestellt, daß eine Einigung auf diese Weise aussichts­los war.

Der Vorsitzende^ Ministerialdirigent Meves, machte nun den Versuch, die beiden Parteien doch noch in anderer Form zusammenzubringen. Es wurde deshalb eine Kommission aus je fünf Vertretern der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber gebildet. Es sind dies für die Arbeitnehmer: Ulrich, Eckert, Ortmann, Bredow und Tost, für die Arbeit- geber Dr. v. Siemens, Generaldirektor Kremmener, Ernst v. Borsig, der Geschäftsführer des Gesamt- verbandes deutscher Metallindustrieller Dr. Lotz und Rechtsanwalt Oppenheimer. Aber auch diese Ver­handlungen führten trotz mehrstündiger Dauer zu keinem Ergebnis, so daß man sie vertagen mußte. Formell liegt die Entscheidung nun beim Reichsarbeitsmini st er, der darüber be­finden muß, ob er nach dem Scheitern der Nachver­handlungen den Schiedsspruch für verbindlich er­klären will oder nicht. Der Leiter der Verhandlung wird ihm heute vormittag Vortrag halten. Ebenso werden die Parteien zunächst Stellung nehmen müssen. Davon dürste es abhängen, auf welche Weife die weitere» Verhandlungen geführt werden könne».

3m Rundfunk sprach Regierungspräsident Dr. Friedensburg über das ThemaHessen- Kassel und Südwestdeutschland". Der Regierungs­präsident führte u. a. aus: Das Rhein- Main-Gebiet mit dem Mittelpunkt Frank­furt a. M. gilt mit Recht als ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit einer baldigen und gründ­lichen Reichsreform. Hier liegt eines der wichtigsten deutschen Wirischafts- und Verkehrs- gebiete, mehr oder weniger einheitlich in seinem landschaftlichen Charakter, der Stammes­zugehörigkeit feiner Bewohner, seiner kulturellen Eigenart und seinem wirtschaftlichen Aufbau. 3n schroffem Gegensatz zu dieser inneren Einheit steht aber die verwaltungsmäßige Zer­rissenheit des Gebietes. Die Grenzen sind entstanden in den Zufälligkeiten und Willkürlich­keiten der mittelalterlichen und frühzeitlichen Ge­schichte der deutschen Territorialstaaten. Eine Reichsreform kann und darf vor den deutschen Dinnengrenzen selbst nicht halt machen. Für die Detrachtung des Rhein-Main-Problems ist von entscheidender Dedeutung, festzustellen, daß d i e zukünftigen Reichsländer nicht all­zu groß werden dürfen. Reichsländer von 13 Millionen Einwohnern hätten durchaus aus­reichende Größe. Die Neugliederung des Reichs kann und soll nicht erfolgen, weil einzelne Großstädte sich ihr eigenes Einfluß- gebiet mit einer verwaltungsmäßigen Einheit sichern wollen. Die Neugliederung soll die vor­handenen Spannungen der Städte unter sich und zwischen Stadt und Land verringern und aus- gleichen. Ein neues Reichsland mit Mittelpunkt und Hauptstadt Frankfurt durch Zusam­menfassung der preußischen Provinz Hes­sen-Nassau und des jetzigen Freistaates Hessen zu schaffen, ist unausführbar. Die Frage, was aus K u r h e s s e n mit der Hauptstadt Kassel werden soll, stellt ein sehr ernstes Problem dar. Kassel ist gewachsen als Residenz der kurhessischen Kurfürsten und da­mit als Derwaltungsmittelpunkt der kurhessi­schen Landschaft. Die ohnehin um ihre Existenz schwerringende Stadt würde zu einer toten kleinen Provinz st adt herabsinken, wenn sie nicht mehr die Hauptstadt ihres Gebietes, sondern eine auhenliegende Kreisstadt würde

Noch immer Ungewißheit.

Die Untersuchung noch ohne Ergebnis.

Berlin, 23. Off. (WTB.) wie verlautet, be­trägt die Zahl der Toten des Unglücks von Alsdorf bisher 2 5 5 einschließlich von 16 Bergleuten, die im Krankenhaus starben. 3m Krankenhaus liegen jetzt noch 92 verletzte. Die Zahl der Toten, die noch unterläge liegen, dürfte gering fein. Die Bergungsarbeiten gestalten sich in ihrem letzten Stadium äußerst mühsam, obwohl mit Anspannung aller Kräfte gearbeitet wird, um die letzten noch vermißten aus der Grube herauszuholen. Es ist begreiflich, daß die Gröhe des Unglücks und der langsame Fortschritt in der Beseitigung der letzten Hindernisse bei der draußen harrenden Menge Nervosität und Er­regung heroorruft. 3m benachbarten Aachen wehten heute in allen Straßen die Flaggen auf halbmast. Auch Alsdorf selbst gibt auf diese weise seiner Trauer Ausdruck, hin und wieder kommt ein wagen, mit Tannengrün geschmückt, mit Särgen durch das Bergtor. A m Verwaltungsge­bäude ist man eifrig damit beschäftigt, die Trüm­mer zu beseitigen, eine Arbeit, die noch Tage er­fordern wird. 3m Gewerkschastszimmer debattieren Werksangehörige über die Katastrophe. Auf der Dorfstraße hasten die Rettungsmannschaften zu neuer Arbeit.

An einem Schalter der Grube werden von den Angehörigen die noch Vermißten gemel­det. Zahlen schwirren durch die Lust. Kaum sind die 250 Opfer bestätigt, so wird schon von 270 ge­sprochen. Das erhöht die Unruhe. 3eder Angehörige möchte Gewißheit über die 5einigen haben, die doch vorläufig in vielen Fällen noch nicht zu erlangen ist. vormittags wurde den Angehörigen der Gruben­opfer der Zutritt zu den Leichenhallen gestattet. Aus den Straßen sieht man sehr viele weinende Frauen und Mädchen. Durch Anschlag wurde bekannt gemacht, daß die Leute der unter­irdischen Belegschaft von Anna II zum Teil wie­der beschäftigt werden können. Sie erhielten die Weisung, sich auf Grube Anna II vor Beginn der Schicht bei der Markenkontrolle zu meiden.

Der Unfallausschuh setzte heute seine Un­tersuchungen fort weitere von der Explosion erfaßte Sfeige-Revlere wurden befahren. Auch in diesen Re­vieren konnten UrsprungsherdederExplo- sion nicht festgestellt werden. Während gestern noch angenommen werden konnte, dah über Tage ei ne Benzin- oder Benzol- e x p l o s i o n als Ursache vermutet werden könnte,

Ein Protest der katholischen Verbände der Oiözese Mainz

WSN. Mainz, 23. Oft. Die katholischen Verbände der Diözese Mainz verösf ent- lichen folgenden Protest:In den letzten Wochen ist aus der nationalsozialistischen Presse eine Flut von mitunter sehr häßlichen Angriffen gegen unseren Hochwürdigsten Herrn Bischof dadingegangen. Einer Serie von Droh­briefen schwh sich ein Angriff von der Tribüne des Reichstages herab an. Es wird der Versuch gemacht, unter politischem Deckmantel eine Ent­zweiung zwischen dem katholischen Volk und seinem gottgesetzten Oberhirten herbeizuführen. Aber das katholische Volk kennt die Gründe und die Ziele dieser gegen seinen Bischof und dessen

Hessen-Kassel wird sich selbstverständlich damit abfinden müssen, dah im Fall einer Reichs­reform die nach geographischer Lage und. Sfammeigenart der Bevölkerung zum Rhein- Main-Gebiel gehörenden Teile südlich der Wasserscheide, also etwa die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zum Rhein-Main-Gebiel fallen. 3n Oberhessen würden die Kreise Lauterbach und Als­feld nördlich der Wasserscheide des Vogelbergs kaum als zum Rhein-Main-Gebiel zugehörig angesehen werden können und ihre natürliche Zugehörigkeit zu Hessen-Kassel finden. Allein durch diesen Umtausch würde eine sehr zweckmäßige und gesunde Abrundung der Gebietsteile er­reicht. Lin kleiner Zuwachs ist für Hessen-Kassel aus dem Nordteil des zu Nassau gehörigen

Kreises Biedenkopf zu erwarten.

Daß Hessen-Kassel im Falle einer Reichsreform nicht den als Exklave innerhalb der Provinz Hannover liegenden Kreis Grafschaft Schaum­burg mit der Hauptstadt Rinteln behalten kann, ist selbstverständlich. Umgekehrt können sich die modernen Wirtschafts- und Verkehrsbeziehungen Wohl kaum damit abfinden, daß ein Zipfel der Provinz Hannover bis in die Kasseler Vorstädte hinreicht. Der Landkreis Hannoversch- Münden, zum mindesten der größere südliche Teil davon, wäre in jeder Hinsicht selbstverständ­lich Aequivalent für die Umglieberung der Graf­schaft Schaumburg. Ein besonderes Problem stellt die ebenfalls zu Hefsen-Kasfel gehörige Exklave Herrschaft Schmalkalden dar. 3m wirt­schaftlichen und sozialen Interesse der notleiden­den Rhönbevölkerung wäre es erwünscht, wenn der Hauptteil der Rhön und das Werragebiet mit seinem zukünftigen Reichslande Hessen-Kassel zu vereinigen fein werden, zumal schon jetzt der Hauptsitz der im Werragebiet ansässigen In­dustrie Kassel ist. Ein Reichsland Hessen-Kassel in den angedeuteten Grenzen würde auch ohne allzu begehrlichen Uebergriff auf die Nachbar- Provinzen lebensfähig sein.

scheidet auf Grund des Ergebnisses der fortschreiten­den Aufräumungsarbeiten über Tage diese Annahme aus, weil alle Behälter unversehrt oor- gefunben wurden.

Ei» Gereiteter erzählt:

Alsdorf, 23. Okt. (TU.) Wohl am meisten von dem schweren Schicksalsschlag ist die Berg- mannssiedlung Kellersberg betroffen. Hier ist fast in jedem Haus ein Toter oder Verletzter zu beklagen, hier wohnt auch der Bergmann Josef Corr, den man mit zwei anderen noch lebend aus Dem Schacht herausgeholt hat. In seiner Woh- nung sind alle Verwandte um ihn geschart, um ihm Glück zu seiner Rettung zu wünschen. Aber nichts kann ein Lächeln auf seine Lippen zwingen. Der Bergmann erzählt von dem ilnglücf:Wir fuhren in den Schacht herab und waren ein Viertel nach sieben älhr an unserer Arbeitsstätte angelangt. Nach mir kamen noch viele andere Bergleute. Die letzten sagten schon, es s e i e t w a s passiert, aber wir hätten nichts davon ab- bekommen. Dann kam der Steiger Voß und sagte: Wenn die Preßluft wegbleibt, laßt alles stehen und liegen und macht, daß ihr fortkommt. Der Steiger wurde später im Hilfsschacht t o t aufgefunden. Dann rief uns ein Mann vom Transport zu, dah wir fortlaufen sollten. D i ck und schwer kamen die Rauchschwaden. Wir liefen zum Hilfsschacht. Dort steht ein Ma­terialmagazin, durch das man nach Anna l her­übergelangen kann. Aber die Tür, die uns Die Rettung hatte bringen können, war schon ver­schüttet. Alles war voller Qualm und Rauch. Da sind wir wieder zurückgelaufen. Wie viel Mann wir waren, weiß ich nicht. Am Hilfs­schacht lag schon einer; aber niemand kümmerte sich um ihn. Jeder hatte nur den einen Gedanken: Fort, fort! Dann kamen wir an eine alte Dahn, die vor fünf bis sechs Jahren ausgehauen worden war, und später toieSer zusammengestürzt ist. Es war noch soviel Raum vorhanden, dah man über die zusammengestürzten Steine in die alte Bahn hineinkriechen konnte. Das sollte unsere Rettung sein. Hier verliehen uns aber die Kräfte, und wir wurden bewußtlos. Ich war bewußtlos bis abends um neun ilfjr. Plötz­lich kam ein Kamerad und sagte:Jupp, gehst Du mit?" Ich wäre gern mitgegangen, aber ich konnte nicht, weil meine Kräfte vers ag- t e n. Oann ging zu allem Lieberfluß noch d i e Lampe aus. Ich lag bei vollem Bewußtsein die ganze Nacht hindurch im Dunkeln. Unendliche Stunden finiter kam ein Mann, der mir schließlich Hilfe brachte. Nachdem wir noch einige Schwierig­keiten zu überwinden hatten, sah ich endlich nach 31 Stunden das Licht des Tages wieder."

nächsten erprobten Mitarbeiter erfolgten Aktion. Es sind dieselben Worte und dieselben Motive, Die schon manches Unglüd über unsere Kirche und den inneren Frieden Deutschlands gebracht haben. Kämpfe früherer Zeiten haben uns nicht nur erfahren, sondern auch stark gemacht. Schon feit Jahrhunderten muß jener, der unerschrocken für die Wahrheit eintritt, Verfolgungen aller Art erleiden. Aber feit Jahrhunderten steht auch das katholische Volk mit besonderer Treue und hingebender Liebe zu jenen Führern der Kirche, die um ihrer Pflicht und um ihrer Wacht am Glauben willen mit Verfolgungen und Schmä­hungen überhäuft werden. Die unterzeichneten Verbände der Mainzer Diözese weisen Die auf unseren hochwürdigsten Herrn Bischof und seinen Generalvikar erfolgten Angriffe, die jedes kirch­liche Autoritätsgefühl vermissen lassen und der

Kirche gegenüber den Parteien eine Magdstellung zudiktieren, mit aller Entschiedenheit zurück und versichern dem bischöflichen Stuhl von Mainz Der aufrichtigsten Treue und Ergebenheit gerade in diesen Sturmtagen."

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Preußen.

Berlin, 24. Oft. (VDZ.) Zur Verminderung der Arbeitslosigkeit fordert die sozialdemo- kratische Fraktion im Preuß ischen Landtag eine Senkung der Arbeitszeit auf 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich, Verhinderung der Zulassung ausländischer Wan­derarbeiter in der Landwirtschaft und Ausdeh­nung der allgemeinen Schulpflicht bis zum 15. Lebensjähre. Wie Der Demokratische Zeitungs­dienst erfährt, beabsichtigt Die preuhi - sche Regierung, von sich aus zur Bekämp­fung Der Arbeitsnot wesentlich beizutragen. Hier­bei kommen eine Reihe von Maßnahmen in Frage, die sich u. a. auf die Verlängerung Der Schulpflicht, auf Die Kürzung Der Arbeitszeit, auf Die Einschränkung der Be­schäftigung ausländischer Arbeiter in Preußen und auf QH e [ i o r a-H aji 8 a r b e i- ten in der Landwirtschaft beziehen. Die Bekannt­gabe dieser Maßnahmen werde nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Kleine politische Nachrichten.

Zu dem Telegramm Arnold Rechbergs an Adolf Hitler über das Verständigungsangebot Gustave Herv 6s bemerkt derVolk. Beobach­ter", Adolf Hitler werde seine Antwort imVöl­kischen Beobachter" am Samstag, 25. Oktober, bekanntgeben.

Staatssekretär z. D. K e m p k e s hat die Stel­lung eines Leiters der Gesamtorganisation der Deutschen Volkspartei niedergelegt.

Der stellvertretende Berliner Stadtkäm­merer Dr. Lange hat Besprechungen mit Ver­tretern von Großbanken über Die Gewährung eines kurzfristigen Kredites im Be­trage von 25 Millionen Mark an die Stadt geführt.

Der Vorsitzende der chinesischen Nationalregie­rung, Marschall Ds^iangkaischek, ist zum Christentum übergetreten. Der älebertritt, der sich in aller Stille vollzog, ist ein Schlag gegen die Kommunisten, die im Jangtse-Tal Christenverfolgungen veranstalten. Dschiangkaischek ist durch die Taufe in die Me­thodistengemeinde ausgenommen worden.

Aus aller Welt.

Ferngespräch BangkokBerlinWashington.

Ende dieser Woche wird Der König von Siam in Der Lage sein, sich mit seinerGe­sandtschaft in Washington telephonisch zu unterhalten. Das Fernamt Berlin hat in diesen Tagen versuchsweise eine Gesprächsver-- bindung BangkokWashington hergestellt. Ob­wohl die beiden Städte mehr als 1 5 0 0 0 Kilometer auseinanderliegen, war Die Verständigung aber gut. Das Gespräch wird auf der von Transradio betriebenen Funllinie von Bangkok nach Berlin (rund 8600 Kilometer) drahtlos geführt, von Berlin nach London (rund 1000 Kilometer) durch Fernkabel, von London nach Neuyork (rund 5600 Kilometer) toie»

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Wettervoraussage.

Die Ausläufer des kräftigen Jslandtiefs Haden sich weit südlich ausgebreitet und erstrecken sich über ganz Deutschland. Das Regengebiet an Der Vorder­seite hat bereits in der letzten Nacht in unserem Be­zirk Niederschlagstätigkeit eingeleitet. Die nunmehr an der Rückseite zufließende, etwas kühlere, feuchte Ozeanluft wird das Wetter veränderlich und un­freundlich gestalten. Bei wechselnder Bewölkung treten des öfteren noch Regenschauer auf und die Temperaturen gehen etwas zurück. An der Westküste Irlands macht sich bereits das Herannahen einer neuen Störung bemerkbar, so daß für die nächsten Tage noch keine Besserung zu erkennen ist.

Aussichten für Samstag: Unbeftönbig, wechselnde Bewölkung, etwas kühler, noch Nieder­schläge.

Lufttemperaturen am 23. Oktober: mittags 10 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 24. Oktober: morgens 8,8 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum 7,8 Ärad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Oktober: abends 9,7 Grad; am 24. Oktober: morgens 8,6 Grad Celsius. Niederschlag 3,9 mm. Sonnenschein- Dauer eine Viertelstunde.

Die Bergungsarbeiten in Alsdorf.

255 Tote geborgen. Oie U fachen der Bergwerkelkatastrophe noch immer nicht geklärt. Am Samstagvormittag Beisetzung der Opfer.