MAGGI-SUPPEN
Nachdruck verboten
2 Fortsetzung
(Fortsetzung folgt.)
Oie Sünde
-er Senate Mercandin
Vornan von Fred Arttus.
schöpft, entleert, verglüht und preisgegeben. Der Kerl betäubt mich, dachte Griebenow. Kurz entschlossen warf er seine -Zigarette in die Onyx- schale.
„Sie sind müde?" sagte eine Stimme, die dem Anschein, nach aus weiter Ferne kam.
Griebenow bemühte sich zu lächeln. Anstatt dessen nickte er.
„Verzeihung ... ja."
„Aber, lieber Freund, das ist verständlich. Eine Reaktion der Verven, die in dieser Teufelsatmosphäre auch den Stärksten ankommt. Sie spielen seit drei Tagen scheinbar um Ihr Glück und Leben. Sie sind mir schon seit Montag an den Trente-et- quarante- und an den Roulettetischen ausgefallen Lind nun heute der Schlußakt im Park. Ra, schön. Wir sind gleich am Ende, und ich werde Sie in einer Viertelstunde schlafen schicken. Also das Finale. Aber vorher trinken Sie den Cliguot aus, mein Freund. Der Sekt belebt."
Griebenow ergriff sein Glas und erhob es an den Mund. Aber gleich daraus besann er sich und stellte es zurstck.
Der Fremde streckte beide Hände in die Taschen seines Anzugs. Er erhob sich. Etwas Llnbegreif- liches lag in der Luft. Heiße, zwingend starke Augen, die den Glanz von grünen Steinen zeigten, bohrten sich in die von Griebenow. Der Fremde beugte sich nach vorn. Er fixierte Griebenow, als ob er einen Irren vor sich habe, den der Vlick des Wärters bändigen müsse, und sagte dann unbeschreiblich milde. „Sie haben heute abend die Pistole auf mich richten wollen, Doktor Griebenow."
Griebenow versuchte sich in seinem Sessel auszurichten und den Arm zu heben. Es gelang ihm nicht. Er fühlte sich zerschlagen und zerbrochen wie in einem schweren Rausch. Er wollte diesen Schurken an der Kehle packen, um Hilfe rufen, Menschen holen. Irgend etwas. Schauder liefen über seinen Rücken. Schwindel ... eine. jähe Leere aller Blutgefäße ließen ihm im Sessel taumeln.
„Zusammenbruch der Verven. Denkbar, Immerhin — ein Angriff mit geladener Waffe ist bedenklich. Es gibt Zeugen, die den Tatbestand des Lieberfalls bekunden können. Die Pistole wird inzwischen wohl gefunden und beschlagnahmt worden sein. Ein Schuh fehlt. Wollen Sie behaupten, daß Sie diesen aus sich selbst abgegeben haben? Man schießt nicht ins Leere, wenn man mit der Absicht umgeht, sich zu töten. Sie haben heute Ihren letzten Franken verloren. Sie sind völlig mittellos. Alles spricht für einen Raubanfall. Zugegeben: ein Verzweiflungsakt. Der Teufel führte mich in Ihren Weg. Pech ... Glück ... Schicksal ... Immerhin, wir beide werden uns darüber auseinandersehen müssen. Es wird an Ihnen liegen, ob ich jetzt die Polizei in Kenntnis sehe ... ob ich Sie verhaften lasse. Oder ..."
Griebenow hob seine Faust, als wolle er den Schattenhaften vor sich niederschlagen. Eine Geste ohne Sinn.
Darm erhob er sich und — fühlte seinen Arm gepackt. Wie ein Schraubstock preßte sich die Faust des Fremden um das Handgelenk von Griebenow. Dieser bemühte sich, mit einem kurzen Ruck den Arm aus der Klammer zu reihen. Cs gelang ihm nicht. Eine Wut, die keine Grenzen kannte, pochte in den Schläfen. Er hob die linke Faust und zielte. Cs war ein fürchterlicher Stoß. Der Stoß traf ins Leere. Nunmehr schien es, daß ein Riesenhammer niedersause und ihm das Gehirn zermalme. Die Augenlider zuckten, krampften sich zusammen. Aus und nieder. Wie zwei Dolche bohrten sich die Augen seines Gegenübers in die seinen.--
Er hatte ein Empfinden, das ihn erfrieren ließ.
Der Mond erst fahl und glanzlos, war allmählich rein und kostbar wie Kristall geworden. Dein Licht von einem milchig filbematten Blau. Man sah im Park die Bäume ragen und den kurzgeschnittenen Rasen glänzen. Don dem Garten kam der Duft von Blumen ... von Rosen, Eukalyptus, Heliotrop ... von ewig schwankem Erdenglück.
„Sie Schurke", sagte Griebenow.
Die Faust, die seinen Arm gepackt hielt, löste sich. Iener. dem die Faust gehörte, lachte kurz und höhnisch auf. Er betrachtete gelassen das Gesicht Griebenows. Wie ein Mörder, dessen Opfer langsam stirbt. Eine jähe Röte färbte Stirn und Wangen Griebenows und ebbte ab.
Der Fremde war mit einem Schlage umgewandelt. Kalt ... gemessen ... tückisch.
„Lassen Sie die Flegeleien", sagte er. „Lind nun vorwärts marsch ! Oder soll ich Sie in Schuhhaft nehmen lassen?"
Griebenow hob seinen Kopf. Er sah den andern an, als sei er ein Gespenst, dann nickte er. Vor ihm stand der hochgewachsene Fremde aus dem Spielsaal und dem Restaurant Paris. Irgend etwas in den Augen und dem Wesen dieses Mannes zwang ihn. Lähmte seinen Willen.
Die große Vorhalle war schwach belebt. Ein paar Sperren lagen rauchend, Zeitung lesend in den tiefen Sesseln ausgestreckt. Die Musik klang matt gedämpft heran. Im Hintergründe stand der Page wartend an dem Fahrstuhl.
Wortlos schritt der hvchgewachsene Herr vor Griebenow. Dicht am Fahrstuhl trat er seitwärts und ließ Griebenow den Vortritt. Beide
Herren standen voreinander. Ein Ruck. Der i Fahrstuhl stieg. Griebenow griff glättend an den Knoten der Krawatte. Er hatte seinen Hut verloren. Sein Haar war ungeordnet. Wie sah er aus? Der Fahrstuhl hielt.
Ein paar Schritte zwischen Marmorwänden über plüschbelegte Gänge. Vorbei an goldbordierten, weißlackierten Flügeltüren. An einer hielt der Fremde. Oeffnete. Er ging voran.
„Bitte!" sagte er.
Ein kurzes Zögern. Dann betrat auch ©riebe« now das Zimmer. t
In einen großen Raum trat Griebenow. Die Wände waren dunkel übertäfelt. Riesige Pfeiler, die in den vier Ecken ragten, trugen die gewölbte Decke. Ein paar hohe Sesfel standen vor dem englischen Kamin. In einem meterhohen Leuchter brannten abgedämpste Kerzen.
Rechts und links aus diesem Zimmer führten Türen in die Schlaf- und Baderäume. Aus dem Raum zur Rechten klang ein leises Räuspern. Der Fremde ging an diese Tür und schloß sie ab
„Bitte . sagte er, auf einen Sessel zeigend. „Rehmen Sie doch Platz, mein Herr." Er legte Hut und Abendmantel achtlos auf den Diwan. Dann schritt er schnell an den Kamin zu Griebenow.
„Da fällt mir ein, Sie werden Hunger haben. ‘
„Olein.“
„Doch. Warten Sie."
Er machte ein paar Schritte nach der Tür. Er klingelte. Hierauf zog er einen zweiten Sessel zum Kamin. Beide Herren faßen. Zwischen ihnen stand ein Tisch mit Zigaretten. Ferner ein paar goldene Richtigkeiten -■ — der Beweis, daß eine Frau an diesem Tisch gesessen hatte.
Regungslos sah Griebenow. Unter seinen halb- geschlossenen Lidern schimmerte das Weiße.
„Müde?" fragte ihn der andere, seltsam lächelnd.
Griebenow sah auf. Als er dieses Lächeln fühlte, schüttelte er den Kopf.
Es klopfte. Ein Kellner kam. Der fremde Herr bestellte Sekt und Sandwiches. Dann zu Griebenow: „Run sind wir ungestört. Viemand hört uns. Rauchen Sie?"
Beider Auge lagen ineinander. Die des Fremden senkten sich in die Griebenows.
Er fühlte sich davon durchdrungen bis zum letzten Verv. Schwere Müdigkeit befiel ihn. Der Fremde nahm das Feuerzeug, setzte es in Brand und reichte es Griebenow hinüber.
„Wollten Sie im Park nach Spatzen schießen, junger Freund?"
Griebenow hielt seinen Kopf gesenkt. Ruhe ... dachte er, Gelassenheit ... Dieser Mann hat Augen wie ein Vampir. Sich nicht verblüffen lassen.
„Olein, ich wollte mir die Zähne putzen, und Sie haben mich gestört."
। „So ..." Der andere lachte. Cs war ein Lachen I I ohne Ton und Wärme. „Anscheinend sind Sie ।
wieder guter Laune, ilmfo besser. Darf ich also ein paar Fragen an Sie richten?"
»Ditte."
„Olame?“
„Sie vergessen, daß Sie Hausherrnpflichten haben, Herr ... Herr ...? Wie war doch ihr Olame ?“
„Wir reden ernst", sagte jener brüsk. „Der- stehen Sie! Lind Sie werden mir jetzt Ihren Olamen nennen. Also?“
'Griebenow sah auf. Wieder fing fein Blick sich in dem Dann der starken, harten Augen seines Gegenübers. Er wollte lächeln. Sein Lächeln wurde zur Grimasse. Er fühlte, daß sein Wille sich in Rebel löste.
„Ich heiße Griebenow."
„Doktorgrad? Welche Fukaltät? Titel? Halt! Nachher ..
In diesem Augenblick erklangen Schritte vor der Tür. Es klopfte. Der Kellner brachte Sekt in einem Silberkühler. Er stellte eine Platte Sandwiches auf den Tisch, füllte die geschliffenen Kelche und verschwand.
Der Fremde neigte sein Glas vor Griebenow.
^Ihre Zukunft.“
Dieser Hohn ist tödlich, dachte Griebenow und trank.
„Sie sind mir noch die Antwort auf die Fragen vorher schuldig."
CP ubcncto sann nach. Welche Fragen? Wieder flössen Ströme der Empfindung in ihm durcheinander. Er wollte sich mit allen Kräften gegen bjefe Art der Fragestellung wehren, und er wußte dennoch, daß er diesem Fremden jetzt fein Leben und fein Schicksal bis in alle Einzelheiten beichten würde.
„Ich war Offizier. Nach dem Kriege habe ich studiert. ONedizin."
„Staatsexamen? Wann?"
„Dor zwei Iahren.“
„Weiter."
„Ich wurde Assistenzarzt in dem Sanatorium ,Al Hahaf in Heluan. Ich geriet in Differenzen mit dem Oberarzt und ging ..." .
„Was für Differenzen? Beruflich?"
„Olein. Es war ein Ehrenhandel. Wegen einer Frau."
„Sir kommen also aus Aegypten?"
„Nicht direkt. Ich war inzwischen kurze Zeit in Nizza in der Nervenklinik Doktor Smys."
„Ach .. ."
„Dann erkrankte Doktor Smy plötzlich. Seine Klinik wurde aufgelöst."
„So, so ..." Der hvchgewachsene Fremde griff in die Importenkiste. Er knipste die Zigarrenspitze ab. Dann setzte er das Feuerzeug in Brand und 'tat einen tiefen Zug aus der Zigarre. Er stieß den Rauch in einer blauen Wolke zur Decke.
Eine Weile war es still.
Griebenow begann zu gähnen. Immer unheilvoller legte sich die bleischwere Müdigkeit auf feine Glieder. Er fühlte sich im ilebermafj er-
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Bekanntmachung.
Die Umlage zur Aufbringung der Kosten der Handwerkskammer für das Rechnungsjahr 1930 ist nunmehr festgesetzt worden. Mit Genehmigung des Herrn Ministers für Arbeit und Wirtschaft werden außer einem Stammbeitrag von 6 RM. für jeden Handwerksbetrieb - 24 Rpf. für je 100 RM. Steuerwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals erhoben. Die Zahlung der Umlage hat in vier Zielen zu geschehen, und zwar: l.Ziel sofort, 2. bis 4. Ziel jeweils bis zum Ende der Monate September und Dezember 1930 und März 1931. 4615C
Anforderungszettel werden den Umlagepflichtigen in Kürze zugeftellt.
Gießen, den 18. Juni 1930.
Der Oberbürgermeister: Dr. Keller.
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3385 Gewinne zusammen Mk.
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Statt Karten!
Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir hiermit herzlichst.
Karl Arend
und Zrau Marie, geb. Schmidt
Offenbach am Main (Waidstraße 152), Zuni 1930.
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sollte auch ein Roederherd sein.
gern praktisch vorführen.
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