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Nr. H5 Zweites Blatt

Dienstag, 24. Zuni (950

Gießener Zlnzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Turnen, Gpori und Spiel.

Leichtathletische Bezirksme sterschasten von Heffen-Hannover in Giepen.

o Di* von der Spielvercinigung 180«' Gießen am Sonntag .zur Durchführung gebrachten Bezirksme, ft crjch asten waren ein voller Erfolg für die Sache der Leichtathletik Gute» Weller, gute Leistungen, gute Organisation, zahl­reiche Zuschauer, die begeistert den interessanten Stampf tu folgten, waren die markantestes Punkte der Veranstaltung Da der Lokalpatriotismu», durch die zahlreichen Siege der heimischen Leichtathleten, ebenfalls aus seine Kosten kam, mar wohl allen Beteiligten (Genüge getan. Um die einwandfreie Durchführung hat sich die Spielvereinigung 1900, mit ihrem guten Stab von Kampfrichtern, ein ganz besonderem 'Verdienst erworben War es doch keine Kleinigkeit die zahlreichen Wurfubungen - alle diese Konkurrenzen wurden best. und beidarmig zur Durchführung gebracht ordnungsgemäß unter Dach und Fach zu bringen. Nach den stundenlangen Dorkampsen wurden z. B. in den Entscheidung»- kämpfen der Wurfe nachmittags noch 120 Bersuche notwendig. Spitzenleistungen sind zwar gegenüber früheren Jahren nicht zu uerzeichnen, doch ist der Durchschnitt ganz ausgezeichnet Es zeigt sich also die von den '.Nercmen betriebene Breitenarbeit als burdfan» richtig Don den Einzclkämpsern verdienen besondere Erwähnung: Müller (Weilburg), Erd­mann (Marburg), Jung (Gießen), Franzke (Hersfetd) Aber auch von den bekannteren Athleten zeigten sich einige in bester Verfassung. Schaurig (Kassel), Gei st. Bepperlina und Hopfen» m rill er (1900), Petero (1900) und der Alt­meister Iunghenn konnten ihre Dieisterschasten unter starkem Beifall ernten. Besonders gefeiert wurde der Sieg der 4X1G).Meter Staffel der Spiel- Vereinigung ba man gerade in dieser Disziplin in den letzten Jahren wenig gutes gesehen hat.

Die neuen Meister heißen: lOO-Mcier-Lauf: Mriller ('Iveilburger FD), 200-Mcter-Lauf: Geist (1900 Gießen), 400-Nicier-La»>s: Schaurig (Hessen- Preußen, Kassel), 800-Meter-Laus: Bcpperling (1900 Gießen), 15>00 Meter Lauf: Petero I (1900 Gießen), 5000-TiclcrVau| Scheyhing (5)essen.Preußen, Kos- fei), NO-Metcr-Hurdenlauf: Hopfenmüller (1900 Gießen), 4X100 Metcr-Staffei Svielvereinigung 1900 Gießen, 4X4OO-Meter-Stasfel: Hessen Pretißen Kassel, 4X15O0-Meler-Stasfel: Hessen Preußen Kas­sel, lOXlOO-Metcr-Stassel: Akademischer Sportklub Marburg. >)ochsprung i^uchs-Wißemann (ASE. Marburg), "ZVeitsprung: Miilrlner (ASE. Marburg), Stabhochsprung: Jung (1900 Gießen), Kugelstoßen bestarmig tednifer (1900 Kichen), Kugelstoßen beid­armig: Gary (Athl Club Marburg), Diskuswersen bestarmig: Iunghenn (Hessen-Preußen Kassel), Dis­kuswerfen beibarndg: Iunghenn (Szeffen Preußen Kassel), Speerwerfen bestarmig: Schrader (AST. Marburg), Speerwerfen beidarinig: König (ASE. Marburg), Hammerwerfen: Franzte (Hefsen Hers- feld), Fünfkampf: Schnridt (Kurhessen Kassel).

Gesamtergebnis: 1. Spielvercinigung 1900 Gießen, 36 Punkte; 2 Hessen-Preußen Kassel, 31 P; 3. ÄSE Morbrirg. 29 P.; 4. Kurhessen Kassel, 21 P.; 5. DsB. Gießen, 12 Punkte.

Ginzel Ergebnisse: 100 - Meter- Laus. 1. Müller, Weilburger ST., 11,1. 2. Erdmann, ASE. Marburg. 11,2. 3 Mühl- ner, ASE. Marburg, 11,4. Müller tritt sehr schnell an und gewinnt knapp in guter Zeit.

200-Meter-La us : 1. Deist, 1900 Gie­ßen, 24,2. 2 Löwenbaum. He-Pre Kassel, 24,2. 3. Guyot, 1900 Gießen. 24.4. Deist verschosst sich einen kleinen 'Vorsprung und gewinnt nach prächtigem Kamps unternr Beifall der Zu­schauer

3. S. VachsKunst der Fuge".

3ur bevorstehenden Ausführung de» (Gießener .^onzcrtvcrctnd.

..Die Schande, eine# der kostbarsten Guter der Qtatiou schmählicher Vergessenheit Versalien zu lassen, ist nicht getilgt. Sie lastet seit eindreiviertel Jahrhunderten aus der deutschen Musik. Da# deutsche Volk soll sich in einer Zeit der Knech­tung, der inneren und äußeren Armut, auf seine großen welthistorischen Geister besinnen." Mit diesen Worten schließt der damol# (1923) 17 jährige Wolsgong Gräser seine Einsührung in 08 ad)#Aun ft der Fuge" ob und appel­liert damit an die gesamte Musikwelt, an ihre geistigen Führer, dem Werke do# ihm zukom­mende Recht zu geben und e# noch 175 Jahren endlich zu einer Uraufführung zu bringen.

Ist e# nicht eigenartig, daß ein so junger, früh­reifer Menfch zum Wegweiser und Wegbereiter wird, und alle, denen das Wohl und die ®eltunq der deutschen Musik am Herzen liegt, ihm bercit- willigst folgen? Vielleicht mochte c# daran liegen, daß dem jungen Gräser der Blick für da# Wesen de# Werke# nicht durch ein befangene# Lchulurteil getrübt war. vielleicht liegt auch seine hervor­ragende mathematische Begabung. ihm die großen inneren Zusammenhänge de# Werke#, die vielen Generationen verschlossen geblieben waren, ossen- har werden.

Versolgt man da# Schicksal de# Werke#, über dem der große Tbomaskantor dahinstarb. so scheint c# ständig vom Verhängnis verfolgt. Die Originalausgabe von 1750 hatte wenig Erfolg. Dine Aeuausgabc mit einem Vorwort Mar - pu r g # für die Leipziger Meße 1752 erreichte, daß bi# zum Jahre 1756 dreißig Exemplare diese# Werke# abgeseht wurden. Der geringe Er­folg lief) den Sohn Vach#. Philipp Emanuel die im Besitz der Familie befindlichen Kupsertaseln. auf denen da# Werk gestochen war. den Der- legem zu jedem annehmbaren Preise anbieten. Funszig Jahre später veranlaßt Han# Georg A ä g c 1 i eine Aeuausgabe der , Kunst der Fuge" und wiederum vierzig Jahre danach tritt Moritz $au |>t mann mit einer Abhandlung für da# Werk ein. Die Ausgabe der Vachgesellschast konnte ihm ebensowenig die Stellung sichern, wie auch da# Eintreten Hugo A i c m a n n # mit fei­nen geistvollen Analysen fast nur im engsten Kreise der Aachnrufiker Eingang fand. Aoch im Jahre 1889 konnte (Sari von Bruvck in seinen .Technischen und ästhetischen Analysen de# wohl­temperierten Klavier#" sich äußern, daß wir

Das 11. Feldbergfest.

Schöne Erfolge Gießener Vereine.

Sonderbericht desGießener Anzeigers".

°» Frankfurt a. M. 22 Juni Unter har- kr Beteiligung von rund 1500 Wettkämpfern fand heute auf dem Gipfel de# Fetdberge# da# 77. Feldbergfeft statt. Sehr gut vertreten war dabei auch der Turnaau Reffen, im Einzelkompf fowoht al# auch bei den Mann- fchaftswettbewerben. Aach Gieße n fielen drei Staffelsiege Die Monnfchaft de# Männer- turnnerein# Gießen (Heinz Aothermel, Erich Seipp, Otto Lindenftruth. Ludwig Mal- tomefiu#. Richard Becker > gewann den Schmu cif child unter 11 Bewerbern in l,017/jo Minuten. In der vierma.l-75-Meter-Pendel- flaffel für Turnerinnen um den Brunhil- d e n s ch i l d wurde unter 5 Bewerbern eben­falls der Gießener Männer turn ver­ein (Titti Efpoch. Eharlotte Amend, Erna Ali- Hau#. Elfe Bickelhaupt) erster Sieger in der guten Zeit von 423 l0 Sekunden. An dritter ©teile placierte sich im gleichen Kamps Turn­verein 1 8 4 6 Gießen (Slsriede Münnich. Via Philipp, Marie Koch. Jdel Hauck) mit 45'/,s, Sekunden Qlud) im Einzelkamps schnitten die Vereine von Dießen und andere heimische Vereine sehr gut ab.

Trotz de# schwierigen Gelände# wurden, be­günstigt durch do# tressliche Turnwetter, durch­weg rocht gute Leistungen erzielt, und die

Wetturner konnten mehrfach die Höchstpunktzahl mit lieberpunften wesentlich überschreiten. In einzelnen Hebungen wurden ausgesprochen vor­zügliche Spitzenleistungen erzielt. Im Kugel­stoßen erreichte I. Wblbert (5gl. Koblenz) die ganz hervorragende Weite von 13,20 Meter (33 Punkte). Im Weitfprung wurde die 6- Metergrenze (20 Punkte) mehrfach übersprun­gen Der Sprung von Otto Zeigner (Tgf. Ober­ursel) mit 6,90 (29 Punkte) verdient beson­dere Hervorhebung. Die 100 Meter wurden von mehreren Tunern in 12 Sekunden durch­laufen, bei der stark ansteigenden Laufbahn eine gute Leistung Im Völfungenkampf bewältig­ten Wagner (Frankfurt a M) und Pvntow (Fulda,) die Strecke sogar in 11,4 Sekunden Bei den Turnerinnen erreichte Schäfer (Tgf. Sachfenhaufen) 1,47 Meter int Hochfprung. Maisch (Tgde. Bornheim) nahezu 12 Meter im Kugelstoßen Aeu ausgenommen in den Desomt- rohmen de# Feste# war erstmalig das Kinder­turnen, da# unter Leitung von Kreiskindertum- wort Klenk (Bensheim) dem Aachmittag de# Feftfonntags eine frische Aote gab.

Ein Bericht über die Ergebnisse, insbe­sondere die Grsolge des Turngaues Reffen, folgt.

4 00 -Meter-Laus : 1. Schaurig. He-Pre Kassel, 52,9 2. Silber. Kurhessen Kassel. 53,0. 3. Aönik. ASE. Marburg, 53,8. Der Sieger läuft nicht au#.

800» Meter-Laus : 1. Bepperling. 1900 Gießen, 2,05,8. 2. Althoss. Kurhessen Kassel, 2,07. 3 Duchhardt. Alsfeld, 2,09. Der Kur- Hesse sieht lange, wie der Sieger au#. Der 1900er tritt auf der Zielgeraden, lebhaft ange­feuert, zum Endfpurt an und gewinnt über­leben

1 500-Meter-La us : 1. Peter# I., 1900 Gießen, 4,53. 2. Muller, VsB. Gießen. 4.59.2. Eine zahme Sache für Peters.

5000-Meter-Laus : 1. Scheyhing. He- Pre. Kassel, 16,40,8. 2. ^cbcrling, Wetzlarer SpV., 16,53,8. Die meisten Läufer geben we­gen der Hitze auf. Der Sieger zeigt eine gute Leistung.

1 1 O-Meter-Hürden: 1. Hopfenmüller. 1900 Gießen, 19,4. 2 Kleemann. He-Pre. Kassel. 19,8. 3. Zerndt, Wetzlarer SpV 21.6. Sobottka strauchelt an der ersten Hürde und gibt aus. Hopsenmüller strengt sich nicht an.

Hochsprung: 1. FuchS-Wisfemonn, ASE. Marburg. 1.76. 2. Eapellv. VsL Wetzlar. 1.76. 3. ©treib, ASE. Marburg. 1,65. Die beiden ersten zeigen gleichgute Leistungen: die Ent­scheidung fällt erst nach Stichkamps.

Weitsprung: 1. Mßhlner, ADE Mar­burg, 6,31. 2. Aausch. He'Pre Kassel. 6.11. 3. Sobottka. He-Pre. 5 98. Alle drei zeigen sehr gute Technik.

Stabhochsprung: 1. H. Jung. 1900 Gie­ßen, 3,10. 2 Longe. ASE. Marburg, 3,00. 3. Köhler, He-Pre. Kassel, 3,00. Durch stunden­lange Ausscheidungskämpse sind die Springer stark ermüdet und können ihre sonstigen Lei­stungen nicht erreichen.

Kugelstoßen, bestarmig: 1. Schäfer. 1900 Gießen. 12.99 Meter. 2 Mohl. DsB. Die- ßen, 12,64. 3. Schrader. ASE. Marburg. 12,13. Schäfer zeigt sich verbessert und wird bald an seine vorjährige Leistung anknüpsen. Mohl ent­täuschte.

Kugelstoßen, beidarmig: 1. Gary, Athl.Elub Marburg, 22,53. 2. Dörge. Kurhessen Kassel, 21,97. 3. Schäfer. 1900 Gießen. 21,93. Hier fehlte Schäfer etwas Training.

Diskuswerfen, b e ft a r in i g: 1. Iunghenn, HePre. Staffel, 36,99; 2. Schäfer, 1900 Gießen, 35.H1; 3. Gary, AthlEl Marburg, 35,72 Meter. Der ewig junge Spartfiiljrer läßt sich noch immer nicht schlagen. Schäfer auch hier verbessert.

Diskuswerfen, beidarmig: 1. Jung- Henn HePre., Stoffel, 60,04; 2. Schroder, ASE, Marburg, 56,96; 3. Koch, VfL Wetzlar, 56,28 Meter. Hier gewinnt Iunghenn überlegen.

Speerwerfen, beftarmlg: 1. Schroder, ASC. Marburg, 49,13; 2 Hovfenmüller, 1900 (Rie­hen, 46,90, 3. Silo», 1900 Gießen, 46,17 Meter. Der Sieger ist sehr veranlagt, Hopsenmüller zeigt die beste Technik. Kid» fehlt Training.

Speerwerfen, beidarmig: 1. König, ASE. Marburg, 73,57; 2. Dr. Schlotthouer, Frlsp lor, 72,05; 3 St lös, 1900 Gießen, 71,60 Meter Sllöo kann feine Leistung ständig steigern und enttäuscht nad) Der angenehmen Seite.

Hammerwerfen: 1. Franzke, Hessen Hers- seid, 37,50; 2. Gary, AthlEl. Marburg, 35,79; 3. Mohl, LlsB. Gießen, 35,21 Meter. Der junge Hersfelder ist eine deutsche Hoffnung; wunderbar, wie er dieses sd)wierige Gerät meistert.

Fünfkampf: 1. Schmidt, Sturhessen Kassel; 2. Sobottka, HePre. Kassel: 3. .Hoch, VfL. Wetzlar. Sobottka führt bi» zur letzten Hebung, dem 1500- Meter-Laus odjmibt zeigt sich als guter Mittel­streckler und gewinnt sicher.

4X100. Meter-Sias fei 1. 1900 Gießen, 45,8; 2. ASE Marburg, 45.9, 3 Kurhessen Kassel, 45 9 Sek Das spannendsteHennen de» Tage». Die Spielvereinigungsleute erzielten Im Vorkarnvl schon 46,2 Im Endlaus verunglückt der letzte Wechsel, doch kann der Schlußmann durd) sehr gute» Lausen den Sieg ficherstellen «Mannschaft: K ed)mab, Th. Hopsenmuller, N. Geist, E. Guyot)

4x400 -Meter-Stoffel l HePre. Kassel, 3:40,8; 2. ASE Marburg, 3 43,7 Min

4 X 1 5 0 0 - M e t e r - S l a f f e 1: 1. HePre Kos- fei. 18:11,8; 2 1900 Gießen, 18,42 Mio.

10X 100-TI et er -Staffel 1. ASE Mar­burg, 1:56,4. 2. 1900 Gießen, 1 59,2 Min

10X 100-Meter-Jgd.-Staffel: 1. 1900 Gießen, 2,04 Min DsB Gießen nicht angelreten.

Älte-Herren-Konkurrenzen: 1 Streb», Kurhessen Kassel, 12,8; 2 Nagel, DsB. Gießen, 13 Sek. Die Leistungen find recht gut.

Kugelstoßen: 1 ^ungbenn, HePre Kaffel, 11,98, 2. Kreb», Kurhefsen Kaffel, 7,78, 3 Nogel, BsB. Gießen, 7,31 Meter.

Dreikampf: 1. Streb», Sturhefsen Kaffel; 2. Nagel, DfB Gießen

(Gießener Gchwimmverein.

Der Gießener Schwimmverein beteiligte sich am letzten Sonntag am 3 l< m - R h et n ft r o m - Schwimmen in 'S d) i e r ft e i n und konnte dort gegen Frankfurt. Höchst. Darmstadt und Wiesbaden mit Arnold Zimmer den 1. Preis, Herbert den 2. Preis, und Schombert den 5. Preis er­ringen.

Handball im T. V. (^foßen Busect.

Io. Großen vufeck I Vorheim I 15:3 (6:2). Großen-Vuseck 1. 3gb. Dorheim 1 3gb. 8.0 (4:0).

Großen-Buseck hatte am vergangenen Sonntag Dorheim zu Gasl Die 1 Mannschaft konnte nach ständiger Ueberlegenl)cit die Gäste mit bem hohen Nesultat 15:3 nad) House schicken Ebenso konnte die Zugendmannschaft Dorheim» Jugend mit 8:0 dcw Nachsehen geben.

Handball in Outenhofen.

Iv. Aliendors (Lahn) Io. Dutenhofen 2:2 (1:1.

Die beiden Mannschaften trafen fick) am vergange­nen Sonntag zu einem ,treunbfd)afto|plel in Duten­hofen. Allendors, bas mit biefem Spiel zum zweiten- mal an ble Oessentlichkeit trat, bewies erneut, baß es in ber kurzen Zeit schon etwas gelernt hat Da» Spiel würbe auf beiben Seiten sehr fair mio- getragen. Da» heiße Wetter hatte aber auf da» Tempo einen nicht geringen Einfluß. Bei einer leid) ten körperlichen Ueberlegenheit von Allendors kam da» obige Refilltat zustande.

Kegelsport.

Am vergangenen Sonntag fand In Trohe die 3. Bundesfahrt de» Kegler bundes Labn - Buleckertal verbunden mit bem 25jährigen Stiftungsfest unb dir Bannerweihe des Kegelklub»Alle Neun" Trohe statt. Bereit» Sonntag früh 8 Uhr wurde mit bem 'Bun- deseinzelkegeln, an bem sich 225 Kegler beteiligten, begonnen. Hierbei wurden mit vier Äugeln schone Resultate erzielt. Auf einer Nebenbahn begann um dieselbe Zeit dos öffentliche Preiskeaeln. Auch hier war die Beteiligung sehr gut. Der Nachmittag brachte den F e st z u g. Der Vorsitzende Albrecht Schmidt begrüßte die Erschienenen. Frl. Anna Lich sprach einen Prolog, und das Banner wurde vom 'Borsitzenden dem Verein übergeben. Stelloer- sitz« nb« Karl K ö t b e r, Wie seck, hielt die Ansprache. Kegelklub (flut Holz, Alten- Buseck, übereid)lc dem Zubeiverein einen goldenen Fahnennagel. Nun begannen die Entscheidungen im Bundeoeinzelkegeln, und das Vereinskegeln

IN den späteren Stücken der Kunst der Fuge I Musik erhalten, die in Wahrheit keine Musik 1 mehr ist, sondern völlig in# Barbare, Abstruse und zu einer konirapunktischen Katzenmusik äuß­ertet." Am meisten hotte dem Ansehen de# Werke# wohl von jeher die Bezeichnung al« ein kontrapunktisches Schulwcrk geschadet Philipp Emanuel Bach betont in der oben erwähnten Ankündigung,man könne sich einen mündlichen Lehrmeister, der sich da# Geheimnis der Zuge erst teuer genug bezahlen lasset, ersparen." Selbst Hugo "Riemann urteilt noch ..Die Kunst der Fuge ist deshalb, als Ganze# betrachtet, kein eigent­liches Kunstiverk, sondern ein Dchulwerk."

Gelegentlich seine# Besuches in Berlin im Jahre 1747 hatte I L. Bach von Friedrich dem Großen ein Thema zum Improvisieren be­kommen. und nach seiner "Rückkehr nach Leipzig läßt er die kontrapunktische Durcharbeitung des Themas, dos ..Musikalische Ops er" er­stehen das er dem Preußenkönig widmete. Dieses konzentrierte kontrapunktische Schassen wurde nun zum Anstoß für die Kunst der Fuge, mit der Bach erweisen wollte und konnte, welch einer reich­haltigen Fülle von Möglichkeiten und Vielseitig­keit her Durchdringung und Ausschöpfung die kontrapunktische Kunst fähig war Man wird nicht sehlgehen. darum in diesem Werk die Zu- sammensafsung von Bach# persönlichem Stil zu erkennen. Io wird es als fein perfönlichstes, letzte# Bekenntnis, als fein musikalisches Testament gelten können Da Bach gesonnen war, gerade diesem so äußerst gestrafften, persönlichen Werk eine möglichst große Auswirkung xu geben, ließ er es sosort in Küpser stechen. Den Stich der ersten elf "Hummern konnte er noch überwachen Da# ganze Werk war bi# zur großen Lchlußlugc gediehen, da muß er fie mitten in ihrer Ent­wicklung abbrechcn; Krankheit entwindet ihm die Feder. Im Autograph findet sich ein Eintrag von der Hand Philipp Emanuel Boch# _ Lieber dieser Fuge, wo der Rome BACH im Kontra- Subjekt angebracht worden, ist der Verfasser gestorben." Wenige Tage vor seinem Tode hat der erblindete Meister den vierstimmig ausgcar- beiteten Shoral: »Vor deinem Thron tret' ich hiermit", seinem Schwiegersohn Altnikol in die Feder diktiert, ein letztes Zeugnts der Sr- qebuna und des liebe rwu n denhabens des Irdischen.

Al# Ganzes gesehen, kann man dieÄunft der Zuge" als ein gigantisch angelegtes Variations­werk über ein kurze# viertaktiges Thema an- lehen. Dieses Thema kann in seiner Gestaltung als ein Ausdruck höchster Vergeistigung, letzter Abstraktion, gewertet werden; in sich geschlossen,

Bachsche Orchester an lehnt So war es ein musi­kalischer Gedenktag von allererster Bedeutung, als im Juni 1927 ..Die Kunst der Fuge" ihre Klangwerdung in der Thomas-Kirche in Leipzig unter der geistigen Gei hing von Karl 0t raube erfuhr, sicherlich nicht dem 11. OHän 1829 nach­stehend. an dem der junge Fells Mendels­sohn Bachs Matthäus-Passlon in Berlin aus- führlc

Gräsers Einrichtung der Kunst der Fuge" Hält sich frei von persönlichen, eigenwilligen, verfäl­schenden Zusätzen Ein besondere# Verdienst von ipm ist es. daß er den organischen Zusammenhang der 19 einzelnen Sätze erkannt unb durch Um­gruppierung wiederhergestellt hat Die Aeihen- folge der Fugen 1 bis 11 war durch Bach selbst im Stich feftgelegt worden Schon im Berliner Autograph stnden sich abweichende Anordnun­gen, und fast ein jeder Herausgeber kommt zu anderen Gruppierungen.

Der erste Abschnitt umsaht vier einfache Fugen, von denen in der kommenden Ausführung die ersten drei erklingen werden Die ersten zwei geben das Thema in der originalen Form, die dritte verwende! das Thema in seiner Um­kehrung. Die zweite Gruppe stellt Thema und Um­kehrung in Gegenfugen gegenüber, wobei z^B. in Ar. 7 das Thema auch Tn rhythmischer Ver­größerung und Verkleinerung erscheint. In der dritten Gruppe sind Ar. 9 und 10 Doppelfugen. Ar. 11 ist eine Tripelfuge Aus der vierten Gruppe, den ftreng gearbeiteten kanonischen Fugen, werden wir Ar. 14 aus der Orgel hören. Daraus folgt eine Gruppe von Spiegelfugen, durch die kunstvolle Fügung des Seher# eine klangliche Wiedergabe des ganzen Stuckes in allen feinen Teilen in der Umkehrung, ber Spie­gelung. der einzelnen Tonlchritte ermöglichen. Das Ganze wird durch die leider unvollendete ^rohe Quadrupelsuge gekrönt: durch das -A-C-H-Ibema wird fie zum besonderen Symbol für den Schöpfer des Ganzen Die Fuge bricht ab, in hehrer Schlichtheit erklingt der (Sporal auf ber Orgel"Dor Deinen Thron tret' ich hie» mit" Der letzte Gedanke, ber uns von dem großen Meister übermittelt wurde

Wenn die führenden mufikalischen Kräfte Gie­ßen# für hiefe# Werk sich einsetzen, so muh da# ganz besonder# anerkannt werden, denn bisher hat sich nur in wenigen Orten eine Auf- sührung der . Kunst der Fuge" ermöglichen las­sen Es ist Psi ich), durch Hineinverfenken beim Hören inneren Anteil an dem Werke zu nehmen; benn die lichte Klarheit seines Ausbaues wird jedem musikalischen und seelischen Gewinn geben.

Dr H.

dennoch mit markanten melodischen Wendepunk­ten. in seiner Einsachheit ist e# mit starken, musikalischen Trieb- und Keimkrästen erfüllt. Es erscheint dem gegebenen Thema au# bemMusi­kalischen Opfer" pertoanbt; aber e# ist ihm an innerer Klarheit und scharfer Ausgeprägtheit überlegen. Aehnlich, wie in der Geifteswiffen- schast und Literatur ein Thema immer wieder von neuen Seiten beleuchtet und von neuen Blick­punkten her erschlossen werden kann und die im Thema gegebene Problematik immer klarer erhellt wird, so wird das streng gemeißelte, lapidare Thema ber .Kunst ber Fuge" im Verlause bes ganzen Werkes immer toicbcr von anberen Seiten betrachtet, in ber Fülle seiner in ihm rupenben Kräfte geweckt unb erschlossen fast unerlchöps- lich erscheint es in feiner gebärenben Kraft, fast unermeßlich die Zahl der aus ihm erwachsenden Anregungen

Ob der Titel deS Werkes »Die Kunst der Fuge" nnn Bach selbst herrührt, läßt l nicht mit Bestimmtheit sagen: er selber bezeichnet jeden einzelnen Sah nicht al# ,3uge", sondern als Contrapuytus, damit am treffendsten daraus hin- deutend, bah es ihm daraus ankam. im "Nahmen kontlapunktischer Beftrasstheil unb energischer gei­stiger Zucht ba# letzte Persönliche daraus zu fchöpsen. bem absoluten Thema burch bic Art seiner Verarbeitung persönliche Bedeutung zu verleihen.

In seiner llmfehrung. also im Spiegelbild sei­ner tonalen Fortschreitungen, ist c# ebenlo charak­teristisch wie auch in ber Mannigsaltigkeit ber Variierung Wo Bach mehrere Themen benötigt, erwachsen diele organisch aus bem Drundthema. ber Quadrupelsuge am Schluß verleiht er durch die Umsetzung ber Buchstaben feine# Hamen# hach in# Mufikalifch-Thematilche einen ganz be­sonderen persönlichen Zug.

Bach hatte für dieses persönliche Bekenntnis sich nicht an irgendwelche ausführenden Instru­mente qebunben Er hatte den Stich al# Partitur ausführen lassen. Vielleicht war das ein Grund dasur. daß man da# Werk nur als ein solches höchster kontra pünktlicher Abstraktion ansah und gar nicht an seine praktische Ausluhrung. an seine reale Umsetzung ins Klangliche, heran- trat Aber prägt sich nicht gerade darin der über­zeitliche Eharakter des Werkes aus. daß Bach ihm keine klangliche Bindung an irgendwelche vergängliche Art von Instrumenten gab, sondern jedem Musiker eine Ausführung ermöglichte, mit den seinem Zeitalter zur Verfügung stehenden klanglichen Mitteln. "Dielen Gesichtspunkt greift Gräser auf und gibt dem Derk eine klangliche i Wiedergabe, die sich an das bei uns übliche I