Einzelbild herunterladen

geschworen chatten, daß wir die Frontkame­radschaft auf die Volksgemeinschaft übertragen wollen.

wir wollen den anderen gellen lassen, ganz einerlei woher er kommt, und wir wollen nicht politische Auseinandersetzungen mit persönlicher Polemik verbinden. Wir glauben, daß dieser Geist einer echten Fronttameradschafl in unse­rem deutschen Volk sich durchsetzen muh, wenn wir überhaupt noch einmal gesunden sollen."

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen setzte sich der Minister mit den Vorwürfen ausein­ander, die ihm persönlich wegen seines Austritts aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion ge­macht worden sind, und rechtfertigte vor seinen hiesigen Wählern diesen Wechsel, der aber kein Wechsel in seiner konservativen Gesinnung sei. Der Minister betonte, dah nur durch festes Zusammenstehen aller Volkskreise ein Ausweg aus den ungeheuren Röten der Zeit möglich sei, und erklärte, es sei das be­sondere Ziel seiner politischen Freunde, die Ge­danken des Freiherrn vom Stein in das deutsche Volk hineinzupflanzen. Er schloß seine Rede unter starkem Beifall mit den Worten:Wir glauben an den Sieg unserer Arbeit, einzig und allein aus dem Glauben, weil wir mit Gott­fried Keller sagen: Wir trauen uns und andern etwas Tüchtiges zu!"

£)r. Eckener in England.

London, 23. April. (WTB.) Dr. Eckener ist heute nachmittag mit dem HapagdampferRe- liance" von Neuyork in Southampton eingetrofsen. Gr wurde vom stellvertretenden Bürgermeister von Southampton begrüht, sowie vom Master of Sempill, der Dr. Eckener im Ramen der Royal Aevomrutical Society und der ihr an­geschlossenen Flugunternehmungen willkommen hieß. 3n Beantwortung der Begrüßungs­ansprache des stellvertretenden Bürgermeisters von Southampton erklärte Dr. Eckener:Ich habe diesen Besuch schon seit langer Zeit ge­plant, da das britische Luftministerium mich ein­geladen hat, ihre Luftschiffe R100 und R101 zu besichtigen. Ich habe viel über sie gehört und bin sicher, daß es ausgezeichnete Fahrzeuge sind, die unter dem Befehl von Ma­jor Scott gutes leisten werden."

Dr. Eckener bleibt bis Freitag in Lon­don, wo er am Abend eintraf; er begibt sich hierauf nach Cardington, um bei den end­gültigen Vorkehrungen für den Empfang des Zeppelins" anwesend zu sein, mit dem er dann nach Deutschland zurückfahren will.

In einer Unterredung erklärte Eckener über seine D e r h a n d l u n g e n in Amerika u.a.: Die amerikanische Zeppelin-Corporation baut zwei Zeppeline für die amerikanische Flotte. Wir haben in Amerika eine Gesellschaft gegründet, deren Aufgabe das Studium aller Fragen ist, die mit der Luftfahrt über den Atlan­tischen Ozean zusammenhängen.

Ich bin bezüglich der Zukunft sehr optimistisch, wie ich glaube, bestehen große Möglichkeiten für eine Luftschiffverbindung zwischen Europa und Amerika; aber es müssen viele Fragen geklärt werden.

. Auch in England gibt es viele Persönlichkeiten, ' die an diesen Problemen Interesse nehmen, und t während meines Aufenthaltes hier werde ich mit ihnen alle Fragen der Entwicklung der Luftschiff­konstruktion und des Lufttransportes besprechen.

3eppehttbefud> in Kuba

Neuyork, 23. April. (WTB.) Nach einer Mel- düng der Associated Preß aus Havanna hat der deutsche Gesandte die kubanische Regierung um die Erlaubnis für die Landung desGraf Zeppelin" in der Nähe der Stadt Havanna ersucht. Die zuständige Behörde erklärte, die Er­laubnis werde erteilt werden. Das Kriegsamt hat seine Hilfeleistung in Aussicht gestellt und einen Landungsplatz, sowie Ergänzungsausrüstungen an­geboten, falls diese benötigt werden.

französische Manöver in Lothringen.

Paris, 23. April. (WTB.) DemMatin" wird aus R a n c y gemeldet, dah im Herbst die­ses Jahres Lothringen der Schauplatz gro­ßer Manöver sein werde. Diese Manöver würden zehn Tage dauern und in der Gegend zwischen Meurthe und Saar unter der Leitung des Militärgouverneurs von Straßburg Gene­ral DrLcard abgehalten werden. Aktive und Reservisten würden daran teilnehmen. Außer Infanterie-, Artillerie- und Kavallerie-Divisio­nen würden auch Tankwagenabteilungen und Luftgeschwader mitwirken. Außerdem werden in der Gegend von Metz unter dem Ober­befehl des Militärgouverneurs von Metz, Gene­ral Lacapelle, Manöver mit der beson­deren Aufgabe stattfinden, die Verteidigung die­ser Gegend durch Luftgcschwader zu studieren.

Blutige Kämpfe in Indien.

Militärisches Eingreifen in Peschawar.

Peschawar. 24. April. (WTB. Funkspruch. Reuter.) Amtlich wird gemeldet, dah hier bei schweren Ruhestörungen außer einem bri­tischen Soldaten ungefähr 12 Eingeborene getötet wurden. Zwölf weitere Ruhestörer be­finden sich verwundet im Krankenhaus. Am frühen Morgen wurde eine Anzahl politischer Agitatoren wegen verschiedenartiger vergehen verhaftet. Daraufhin wurden lnden Straßen Prote st - Versammlungen veranstaltet, die bald ein so ernstes Aussehen bekamen, daß Polizei und Truppen an Ort und Stelle gesandt wurden. Die Lage verschlimmerte sich derart, daß die Trup- pen das Feuer eröffnen muhten. Abends war die Ruhe wieder hergestellt. Der stellvertretende Polizeidirektor und ein Polizeiinspektor wurden ver- mundet, der letztere schwer.

Times" meldet zu den Unruhen in Peschawar: Zwei Panzerwagen wurden von einer Volks­menge angegriffen. Der eine wurde mit Benzin begossen und i n B r a n d g e st e ck t. Zwei von den Insassen sollen dabei den Tod in den Flammen ge­funden haben. An einer anderen Stelle der Stadt wurde ein Unteroffizier von seinem Motor­rade geworfen und mit einer Axt erschlagen. Britische Truppen und Gurkhas wurden beim Ein-

Oie Organisation der Weltbank.

Ein Deutscher als stellvertretender Generaldirektor.

Basel, 23. April. (WTB.) Die heutige Sitzung des Derwaltungsrates der D. I. Z. begann kurz vor 11 ilfjr und ging um 13.30 Ufjr zu Ende. Wie der Vertreter der Schweizerischen Depeschenagentur erfährt, geneh­migte der Verwaltungsrat drei Berichte: einen Bericht über die Besoldungsfrage, den Reichsbankpräsident Dr. Luther erstattete, einen weiteren von Mac Garrah erstatteten Be­richt Über die Fragen der inneren Or­ganisation und schließlich einen Bericht über die Frage der Emission der Aktien der D. I. Z. Berichterstatter über diese Frage war der Amerikaner Fraser.

Es wurde beschlossen, dieAktienderBank acht Tage nach der vollständigen Ratifikation des Voungplanes durch alle Staaten zu e m i t t ie r e n , und zwar zu pari. Weiter wurde beschlossen, mit der Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien ein gleiches trust agreement* abzu­schließen, wie dies bereits mit den sieben Grun- dermächten der B. I. Z. besteht, sobald die Ost­reparationsfragen in Paris erledigt sind.

In dem Bericht über die innere Organi­sation und zur Besoldungsfrage wurde festgestellt, daß gegenüber den Kosten zur Durchführung des Dawesplanes, die jährlich 1,5 Millionen Dollar betrugen, erhebliche Ersparnisse erzielt werden können. Der Reparationsagent: Parker Gilbert hatte in Berlin ein Bureau, das 130 Personen beschäftigte. Dazu kamen noch 50 Personen der Reparationskommission in Paris. Die Bank will ihre Tätigkeit nunmehr mit einem Personal von ungefähr 50 Leuten aufnehmen.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurden einige Wahlen vorgenommen, und zwar wurde

zum Vorsteher des eigentlichen Bankdeparle- ments und Stellvertreter des Generaldirektors der Deutsche Dr. huelse gewählt.

Zum Generalsekretär der Dank wurde der Italiener P i l o t t i ernannt. Die Abteilung für Emissions» und Investitionsfragen wurden dem Belgier Marcel van Zeel and übertragen; die Abteilung für die Beziehungen zwischen der B. I. Z. und den verschiedenen nationalen Emis­sionsbanken bleibt vorläufig unbesetzt und wird interimistisch von Generaldirektor Pierre Ques - nah verwaltet. Für die Abteilung Devisen- und Währungsfragen wurde ein Japaner bestellt.

Was die Frage der Unterschriftsberechtigung betrifft, so wurde diese dahin geregelt, daß Präsi­dent Mac Garrah und sein Stellvertreter Fraser allein unterschriftsberech­tigt sind, während alle übrigen Unterschriften durch Gegenzeichnung zu erfolgen haben.

Einen wichtigen Punkt der weiteren Beratun­gen bildete, wie die Schweizerische Depeschenagen­tur erfährt, die Doppelfrage der E m i s s t o n der Aktien der B. I. Z. und die Auf­legung der Obligationen, welch letztere die eigentliche Mobilisierung und Kommerziali­sierung der deutschen Reparationsschuld dar­stellt.

In gewissen Kreisen der B. I. Z<Leitung hegt man die leise Befürchtung, dah durch die starke Nachfrage nach den V. 3. Z.-Aktien das Inter­esse für die deutschen Obligationen, deren Mobi­lisierung speziell im 3ahre 1930 die Hauptauf­gabe der Bank sein wird, beeinträchtigt werden könnte.

Übereinstimmung herrschte jedoch an sich, dah vorher die Aktien begeben werden sollen, und zwar soll der Emissionspreis, ob nun die Aktien frei begeben werden oder ob sie von Syndikaten unter Umgehung der öffentlichen Zeichnung übernommen werden, so festgesetzt wor­den, daß die Emissionskosten gedeckt werden. Der Zinsfuß der Obligationen der Re­parationsanleihe, der bekanntlich auf sechs Prozent festgesetzt ist, dürfte angesichts der auf den Finanzmärkten herrschenden Sätze dazu angetan sein, eine relativ rasche Unterbringung der ersten Tranche der 300 Millionen Dollar Reparationsanleihe zu sichern.

Oie ^Ronaßruppicrung der Beamten.

Rach der Bereinigung der inneren Organi- sotionsfragen würde das Personal der Bank in vier Klassen zerfallen. Die erste Klasse wird gebildet vom Derwaltungspräsidenten Mac Garrah und dessen Stellvertreter F r a - s e r, die zweite Klasse seht sich zusammen aus dem General-Manager Pierre Q u e s n a y und dessen Stellvertreter Reichsbankdirektor H u e l f e. Dem General-Manager untersteht das General­

sekretariat, die Buchhaltung, sowie das noch nicht organisierte Departement der Beziehungen zu den verschiedenen Emissionsbanken. Unter dem General-Manager befindet sich gleichsam als dritte Klasse, der übrigens auch die Abteilungs­leiter angehören, Generalsekretär Pilotti, dem das Trustee-Departement unterstellt ist. Dieses Trustee-Departement behandelt sämtliche Repara­tionsfragen. Direktor H u e l s e untersteht das Departement der Kapitalsanlage, das insofern große Bedeutung hat, als die Bank rund 1000 Millionen Franken zu kassieren haben wird. In die vierte Klasse werden sämtliche übrigen An­gestellten der Bank eingereiht. Direktor Huelse ist überdies Vorsteher des Wechseldepartements und überwacht die Umwandlung von einer Va­luta in die andere.

Die Dauer der Amtsbefugnisse des General­direktors und der übrigen hohen Beamten wird später durch besondere Verträge festgesetzt. Die Wahl weiterer Mitglieder des Verwaltungsrates wird in einer späteren Sitzung erfolgen, sobald die in Frage kommenden Länder s ich am Aktien­kapital der Dank beteiligt haben. Bemerkenswert ist, daß in den Verhandlungen drei Verhand­lungssprachen, Deutsch, Französisch und Englisch, verwendet wurden.

In den Kreisen des Derwaltungsrates sieht man nach der ersten Tagung der weiteren Entwicklung des Unternehmens mit Vertrauen entgegen.

Das Pflaster auf die Wunde.

Berlin, 24. April. (TU. Funkspruch.) Die Wahl Wahl des Reichsbankdirektors Dr. Huelse zum vertretenden Generaldirektor der BIZ. wird von den Berliner Blättern als Tro st» ge schenk und als Geste der Versöhnung gewertet.

DieG e r m n n i a" sagt, der Derwaltungsrat der BIZ. habe diesen Posten offenbar aus taktischen Gründen geschaffen, ohne daß sich übersehen lasse, wie die tatsächlichen Machtbefugnisse dieses Stellver» treters umgrenzt seien und ob er wirklich mehr als eine bloße Repräsentationsfigur sei. Daß man für diesen Posten keinen der deutschen Direktoren, son­dern eine weniger bekannte Persönlichkeit auser- schen habe, deute darauf hin.

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt, die Wahl eines Deutschen zum stellvertretenden Ge­neraldirektor sei offenbar als Pflaster auf die Wunde gedacht, die durch die (Ernennung des Franzosen Duesnat) zum Generaldirektor aufgerissen worden sei. In Wirklichkeit werde auch dadurch natürlich kein Gegengewicht geschaffen und nichts wesentliches an der fehlenden Parität geändert.

DerBorfen-Courier" schreibt, so be­dauerlich es bleibe, daß gleich bei der ersten konstituierenden Sitzung der Dank ein Mehrheits­beschluß gegen die deutschen Stimmen zustande gekommen sei, so sei doch in der Ernennung des Reichsbankdirektors Huelse zum Stellvertreter des französischen Generaldirektors der Weltbank der gute Wille zu erblicken, einen gewissen Aus­gleich in der Geschäftsleitung herbeizuführen.

Rach der Auffassung derVos fisch en Zeitung" ist die Wahl Dr. Huelses zweifellos als versöhnliche Geste für Deutschland gedacht. Praktisch werde er allerdings nur in Ausnahme­fällen die Möglichkeit einer direkten Einwirkung auf die Dispositionen des Generaldirektors haben.

Dasberliner Tageblatt" meint, der lange Streit um die D. I. Z., der von Deutsch­land mit großer Zurückhaltung und einiger Selbst­überwindung geführt wurde, sei damit zu einem Ende gebracht, das versöhnlich wirke.

Huelses Werdegang.

Berlin, 23. April. (WTB.) Der in der heu­tigen Sitzung des Verwaltungsrats der B. I. Z. zum Stellvertreter der Generaldirektion gewählte Reichsbankdirektor Ernst Huelse, geboren 1681, steht seit 1906 im Dienste der Reichsbank. Rach längerer Tätigkeit im Provinzdienst kam er 1918 in die Statistische Abteilung der Reichs­bank. Er wurde 1925 von hier nach Hamburg versetzt als zweiter Vorstandsbeamter der Reichs­bankhauptstelle daselbst und 1926 nach Berlin an die Stelle eines Referenten beim Reichs­bankdirektorium zurückberufen. Gr hat hier ins­besondere die Reichsbank in der Beratungsstelle für Auslandkredite beim Reichsfinanzministerium vertreten, allgemeine kreditpolitische Fragen be­arbeitet und an der Pflege der Zusammenarbeit der Zentralnotenbanken größeren Anteil genom­men. In Baden-Baden und im Haag hat er an den vorbereitenden Verhandlungen für die B. I. Z. teUgenommen.

rucken in die Stabt mit Steinwürfen emp­fangen und hatten eine Anzahl verwundete. Es war notwendig, mit Maschinengewehren und Gewehren das Feuer zu eröffnen. Die Stadt ist jetzt ruhig. Britische Patrouillen ziehen durch die Straßen. Wegen der Vorgänge in Pescha­war wurde abends in den Straßen von Lahore ein patrouitlenbienft eingerichtet. Truppen sinb von Lahore in nörblicher Richtung adgesanbt worben.

Verhaftungen.

Bombay, 24. April. (WTB. Funkspruch.) Die ZeitungBombay Chronicle" meldet aus Ahmedabad, daß Gandhis Sekretär Mahadev Desai, der bei dem Auszug des Mahatma als stellvertretender Leiter des Semi­nars zurückgelassen worden war, zusammen m i t sechs Freiwilligen verhaf tet worden sei. Die Verhaftung erfolgte, als die sieben Per­sonen mit Säcken gesetzwidrig herge­stellten Salzes unterwegs waren.

Oie Mohammedaner gegen Gandhi.

Bombay, 24. April. (WTB. Funkspruch.) In einer großen Versammlung von Mohammedanern sprach der mohammedanische Führer Moham­med Ali, der bei dem ersten Feldzuge GH an dis dessen rechte Hand gewesen war, entschieden gegen Ghandisverzweifelten Ver­such. die Vorherrschaft der vom Kastengeist be­sessenen Hindus über die Mohammedaner zu sichern". Die (Berfammtung nahm eine Ent­schließung an, in der die Mohammedaner aufgefordert werden, sich der Bewegung des bürgerlichen Gehorsams nichtanzuschlicßen.

Zwölf Tote bei den Kämpfen in Chittagong.

Kalkutta, 23. April. (WTB.) Im Verlauf der gestrigen Kämpfe im Bezirk Chittagong touröen zwölf Aufständische getötet und zwei schwer verletzt. Das Militär hat keine Verluste zu beklagen. Vierzehn Verhaf­tungen wurden vorgenommen, der größte Teil der Angreifer entkam. Augenblicklich herrscht Ruhe in Chittagong.

llkiiergrundbahlmnglück m Paris.

100 Verletzte.

Paris, 23. April. (WTB.) Heute früh fuhr zwischen zwei Stationen ein Üntergrunb- dahnzug auf einen anderen auf, der hinter einer Kurve hielt und dessen Signallichler deshalb von dem Zugführer nicht rechtzeitig hatten bemerkt werden können. Drei Wagen wurden bei dem heftigen Anprall stark beschädigt. Die Zahl der verletzten beträgt fast 100, von denen 15 zwischen Leben und Tod schweben. Durch den Zu- sammenstoß, der sich in der Kurve eines Tunnels ereignete, wurden, wie spätere Feststellungen er­gaben, insbesondere die ersten beiden Wagen des fahrenden und die letzten beiden des hallenden Zuges betroffen, die fa st vo ll ft än d ig zer­trümmert wurden. Der Führer des fahrenden Zuges erklärte, daß er sehr wohl die Schlußlampe der vor ihm haltenden wagenrelhe gesehen habe, daß es ihm aber nicht mehr möglich gewesen sei. rechtzeitig zu bremsen. Der Zusammenstoß erfolgte

bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometer. 70 verletzte, die durch Glas- und Holzsplitter verwundet wurden oder Quetschungen erlitten haben, konnten nach der Anlegung von Rolverbänden in ihre Wohnungen e n t l a s s en werden. Der Pariser Polizeipräsident, sowie der Generaldirektor der Untergrundbahn und eine Reihe anderer amtlicher Persönlichkeiten begaben sich sofort nach Bekannt­werden der Katastrophe an die Unglücksstelle, wo sie gemeinsam mit dem Untersuchungsrichter die Tat- bestände aufnahmen. Der Grund des Unglücks scheint in dem Versagen der Lichtsignale zu liegen, da dem auffahrenden Zug auf der letzten Station freie Strecke gegeben worden war. Der Betrieb auf dem von den Unglück betroffenen Teil der Strecke konnte noch nicht wieder aufgenommen werden.

Aus oller Wels.

Raketenflng des Fliegers Espenlaub.

Am Sonntagabend hatte der Düsseldorfer Flie­ger Espenlaub in aller Stille mit einem schwanzlosen Pfeilflugzeug, in das zehn Raketen mit 300 Kilo Schubleistung eingebaut waren, einen ersten Startversuch unter­nommen. Infolge der starken Raketen hatte sich das Flugzeug aufgebäumt und es waren leichte Beschädigungen des Fahrgestells einge­treten. 11. a. brach das eine Rad. Am Diens­tagabend wurde ein erneuter Flugver- s u ch unternommen. Es waren diesmal anstatt zehn nur drei Raketen eingebaut. Es gelang dem Flieger, den Düsseldorfer Flugplatz Lohau­sen in seiner ganzen Fläche in einer Höhe vonl 20 Meter mit 150 Kilometer Geschwindigkeit zu umfliegen. Die nächsten Versuche sollen in We­se r m ü n d e stattfinden, wo mit Hilfe von zehn Raketen eine größere Höhe erreicht werden soll.

Großfeuer in einem unterfränkischen Dors.

Hof he im, 24. April. (WTB. Funkspruch.) Von einem Grohfeuer heim gesucht wurde gestern abend das rund 300 Einwohner zählende Pfarrdorf Äerbfclb Efei Hofheim in Unter- franken. Insgesamt wurden 6 Scheunen mit den dazu gehörigen Rebengebäuden ein Raub der Flammen. Das Feuer ist durch zwei sechs- bis achtjährige, in Kerbfeld zu Be­such weilende Kinder, die mit Streich­hölzern spielten, entstanden.

Riesiger Brand bei Lharleroi.

In den Dienstgebäuden der Eisenbahnverwal­tung in Marcinelle bei Charleroi brach am Mittwoch zwischen 9 und 9.30 Uhr nachts ein Brand aus, der rasch einen ganz außer­ordentlichen Umfang annahm. In kurzer Zeit war der ganze Gebäudekomplex in Flammen gehüllt. Rach zweistündigen Bemühungen gelang es der Feuerwehr, den Brand auf seinen Herd zu beschränken und die umliegenden Gebäude zu retten. Zahlreiche Pläne und Akten wurden zer­stört. Der, Schaden ist beträchtlich.

Masernepidemie in einer französischen Stadt.

Paris^ 24. April. (WTB. Funkspruch.) In Chambery herrscht feit drei Wochen eine M a fern epi dem i e, der bisher, wie derMa­tin" berichtet, 20 Kinder unter 5 Jahren zum Opfer gefallen sind.

Zum Brand des Zuchthauses in Lolumbus.

Columbus (Ohio), 23. April. (WTB.) Branddirektor Rice erklärte vor der Behörde, die sich mit der Untersuchung des Zucht­hausbrandes befaßt, daß nach seinem Da­fürhalten keiner von den 318 Sträflingen um­gekommen wäre, wenn die Zellen so­fort nach der Entdeckung des Feuers geöff­net und die Gefangenen befreit worden wären. Die Untersuchungsbehörde sucht festzustellen, ob es sich bei den Explosionen, die man nach Ausbruch des Feuers vernommen hat, tatsächlich um Explosionen handelt oder um Revolverschüsse.

Oie Wetterlage.

Z.Ö5

«?5-

am

~la Coruna

11 s l Lon

Mittv/och, 2 3. April 1930,7 aMS

(itMh

'W

=5

0 2 j

0510 *

PariFifan

©womenlos oneitv. ®naro oedccKt» wotttio. oedecki «ftegeiz

* Schnee ^Graupeln eMtbel KGe*Wer.(§)WlndstHle.K>-i sehr »eichte» Oyi massige» Südsüdwest Q, itormische» «ordnest Ole Pfene fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenaen Zah­len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte nut gleichet* eut etecresmveau umoerechneteo Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit im Westen wacht sich auch schon auf dem Kontinent bemerkbar. In der letzten Nacht kam es in unserem Bezirk bereits zu Nieder­schlägen. Im Bereich tiefen Druckes erhalten wir zunächst noch Zufuhr warmer Luft, so daß die Tem­peraturen noch ziemlich hohe Werte behalten. Wenn später die Winde mehr nach Westen umdrehen und kühle ozeanische Luft vordringt, wird geringer Tem­peraturrückgang einsetzen. Dabei wird der Himmel vielfach bewölkt sein, auch werden vereinzelt Nieder­schläge auftreten.

Witterungsaussichten für Samstag: Teils wolkig, teils heiter, geringer Temperaturrück­gang.

®.c 11 e rv o rherfage für Freitag: Meist wolkiges Wetter, zunächst noch warm, vereinzelt Niederschlage, später leichte Abkühlung.