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Donnerstag, 24. April MO

180. Jahrgang

Nr. 95 Erstes Blatt

Erscheint täglich,auher Sonntags und feiertags.

Beilagen:

Die Illustrierte Gießener Familienblätter

Heimat im Bild Die Scholle monatsBeiugsprets:

2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- lcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt.

Zernsprechanlchltiffe unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnach« richten. Anzeiger Gießen, postfchelttonto: Kranftvrt am Main 11686.

GictzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drud und Verlag: vrLhl'sche Univerfilütt-Vuch- und §1e!ndruckerel K Lange in Sieben. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7.

Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr.

Thefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Bieben.

Berlin, 23. April. (OB.) 3n den letzten

Getreide und Futtergerste fei, fo heißt es in einigen Preffetommentaren, nicht gerechtfertigt und ent-

chers entstehen.

Nicht ganz so liegen die Dinge bei den ©teuer* gesehen. Die Erhöhung der Bier st euer mag immerhin eine Erhöhung deS Dierpreises im Ge­folge haben die Brauereien haben den Bier- Preis ab 1. Mai um den im Gesetz vorgesehenen Betrag von 3,85 Mark je Hektoliter erhöht eine Rückwirkung auf die allgemeine Wirtschafts­lage wird hieraus aber nicht hervorgehen. We­niger günstig wird sich die Besteuerung des Benzins und des Benzols auswirken. Hier wird abzuwarten bleiben, inwieweit es der In­dustrie gelingt, durch Organisation und weiteren Zusammenschluß die neuen Schwierigkeiten zu überwinden. Die Erhöhung der Hmsatzsteuer hat wohl vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus das meiste Bedenken hervorgernfcu. Sie trifft

der französischen Besatzungsbehörden die Scha­den im einzelnen festgestellt.

zweifellos in erster Linie die Betriebe allein und wird sich nur in wenigen Fällen auf den Derbraucher abwälzen lassen. Durch die Einfüh­rung der variablen Sätze nach der Eigenart des Lieferanten ist sogar erstmalig mit dem wichtigen Grundgedanken der Umsatzsteuer nämlich Der Abwälzbarkeit völlig gebrochen worden. Es wird kaum anzunehmen fein, daß der mit der erhöhten Umsatzsteuer belastete Einzelkaufmann eine bestimmte Ware teurer verkauft, als der niedriger belastete Detaillist nebenan. Somit wird das höher belastete Geschäftsunternehmen die Steuer selbst tragen. Daraus ergibt sich aber auch, dah sich aus der Umsatzsteuererhöhung keine allgemeine Preissteigerung entwickeln kann. Sie stellt sich aber als ein bei der gegenwärtigen Lage der Gesamtwirtschaft höchst unerwünschter und schädlicher Faktor in allen Bestrebungen heraus, die einem Konjunkturaufstieg dienen können.

Trotz alledem erwartet die Wirtschaft aus diesen neuen Steuern eine günstige Rück­wirkung für die Gesamtheit, nämlich einmal die Sanierung der Reich sfi- nanzen und die Ordnung des Reichs- Haushalts als erste Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaftspolitik und zvm

auch an einem auf dem Exerzierplatz selbst stehen­den Wirtshaus schwerer Schaden an- gerichtet. Die Fenster wurden zertrümmert, die Türen beschädigt, die Gesimse teilweise heraus- geriffen, im Innern Möbel und Geschirr be­schädigt. Diele Bewohner wurden an die Wand geschleudert, ohne dah jedoch jemand verletzt wurde. Schwer gelitten hat auch das D 0 r - werk des Gutes Grünhaus. Hier wurden mehrere Decken durchbrochen, die Fensterscheiben zertrümmert und Schaden an Möbeln und Ge­schirr angerichtet. Ein Knecht des Dorwerks, der sich auf Sem Heimweg befand, wurde durch die Explosion vom Pferd geworfen und blieb schwer verletzt liegen. In verschie­denen Orten der umliegenden Täler wurde Scha­den an Fensterscheiben und Schornsteinen an­gerichtet. In her Kirche von Ruwer fiel ein Teil des Verputzes von der Decke. Die Kom­mun ionskinder, die gerade vom Pfarrer unter­richtet wurden, verliehen, von Panik ergriffen, die Kirche fluchtartig.

Die Besatzung halle den deuischen Behörden von der beabsichtigten Sprengung keinerlei Mit­teilung gemacht, jo dah diese nicht in der Lage waren, irgendwelche Vorkehrungen zu treffen.

3n einem gewissen Umkreis um die Spreng- stelle waren allerdings einzelne Posten ausge­stellt, die die Leute von dem Betreten der Wege abhielten Auch die Domäne Avelsbach war nicht benachrichtigt worden. In eini­ger Entfernung war ein Posten ausgestellt, der die Leute mit der Warnung zurückhielt, drüben

r i d) 1 p r e i $, ebenso wie der Boggenrichl- preis in höhe von 230 Mark auf Grund eines Beschlusses der im vorigen Jahre eingesetzten Kom­mission zur Nachprüfung der auf dem Gebiete der Getreidewirtschaft notwendigen Mahnahmen feft- geseht wurde. Man Hal damals unter ausdrücklicher Zustimmung der Vertreter der Ver­braucher für Koggen 220 bis 240 Mark und für weizen 250 bis 270 Mark als angemessenen Preis festgesetzt. Später bei der Gesamtregelung hat man feststehende Durchschnittspreise für weizen und Kog­gen, und zwar für Koggen 230 und für Weizen

spreche auch nicht dem Beschluh des Keichstages, wonach ein Kichtpreis von 260 Mark für Weizen festgesetzt sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle aufmerksam gemacht, dah der Weizen-

iorgung bedroht wäre.

Reichshilfe für die bayerische Milchwirtschaft.

Zusage des Neichscruährungsministers Schiele.

lagen beschäftigte sich die Presse wieder stark mit den Agrarfragen. Die Erhöhung der Zölle für

anderen die hierdurch geschaffene Möglichkeit einer Senkung der direkten Steu­ern. Gerade diese letztere Seite der ganzen An- gelegenheit ist zu einer dringenden Frage für die deutsche Gesamtwirtschaft geworden. Erfolge, die hier erreicht werden, würden aber wieder gefährdet, wenn nicht auch in den von Erke­lenz angekündigten Sozial- und Lohnkämpfen ein Weg gesunden wird, der der Wirtschaft den ruhigen fortlaufenden Wiederaufstieg ermöglicht. Infolgedessen müssen auch alle jene Versuche zurückgewiesen werden, die ohne sachliche Be­gründung Kapital schlagen wollen aus der letzten Gesetzgebung für künftige politische Kämpfe.

Vor dem 1. Mai.

wachsest fordert em Temonstrationsverbot für das Reich.

Berlin, 24. April. (CAB. Eigene Meldung.) Die sächsische Regierung ist laut »Vor­wärts" anläßlich der kommunistischen Ausschrei­tungen in Leipzig an das R ei ch s i nne n mi- nisterium mit dem Ersuchen herangetreten, bei den Länderregierungen ein V er b 01 der Demonstrationen jum 1, Mai, soweit

Französische MMonssprengung in Trier.

Erheblicher Schaden an Wohngebäuden. - Oie deutschen Behörden vor der Sprengung von der rücksichtslosen Besatzung nicht verständigt.

Oer Geist der echten Krönt« kameradschast.

Eine Rede desReichsministersTreviranus.

Detmold, 24. April. 1WTB.) 3n einer vom hiesigen Arbeitsausschuß der Dolkskonser- vativen Vereinigung veranstalteten stark besuchten Versammlung sprach am Mittwochabend Reichsminister Treviranus über die politische Lage. Er führte u. a. aus. die Parteien hätten allmählich im deutschen Volk an An­sehen verloren. Eine Osterhofsnung sei ein­gezogen, und zwar nicht in die schlechtesten Kreise unseres Vaterlandes, die Hoffnung nämlich, dah eine Regierung da ist, die den Willen hat, die Verantwortung, die ihr gebührt, zu tragen, d.h. auch tatsächlich zu regieren.

Wer das mit habe ansehen müssen, wie in den vergangenen Monaten immer wieder gefeilscht wurde zwischen den Parteiführern, der habe Ver­ständnis für die Auffassung des Reichspräsiden­ten, dah nur noch mit einer fraktion-ungebunde­nen Regierung den immer weiter um sich greifen­den Rotständen der öffentlichen Kassen ein Ende gemacht werden könnte.Wir haben," so sagte etwa der Minister,in diesem neuen Kabinett einen starken Einschlag von Frontsoldaten, nicht weil wir glaubten, es besser zu verstehen als die anderen, sondern weil wir uns daS eine

WaskostenunsSrümlig-Schiele?

Von Or. Feuerbaum.

Oer neue Kurs der Agrarpolitik

Oie nächsten Maßnahmen der Reichsregierung.

Trier, 23.April. (ÖSK.) heute vormittag um I 11.45 Ahr wurde Trier plötzlich durch einen gewaltigen Schlag erschüttert. Die Häu­ser zitterten, die Fenster klirrten. Bald darauf wurde bekannt, dah die französische Besatzung auf dem Exerzierplatz Grüneberg eine Spren­gung von Munition vorgenommen habe. Auf der von der Spengstelle 250 Meter Luftlinie ent­fernt gelegenen staatlichen Domäne Avelsbach wurden durch den Luftdruck an drei Doppelhäusern die Dächer abgedeckt bzw. schwer beschädigt. 3m Innern der Gebäude wurden Stuck und verputz abgerissen, die Türen aus den Angeln geworfen und Fensterscheiben zertrümmert. Ein auf dem Dache mit Aus­besserungsarbeiten beschäftigter alter Mann wurde ins Innere des Hauses geschleudert, blieb aber un­verletzt. Auch sonst sind Personen nicht verletzt roor- den. Der Lustdruck war so stark, dah im Tal spie­lende Kinder von ihm umgeworfen wurden. Die Be- wohner der Domäne waren von der Sprengung vorher nicht in Kenntnis gesetzt worden.

Weitere Mitteilungen übet den rücksichtslosen Willkürakt der Besatzungsbehörde berichten fol­gendes: Die französische Besatzung hatte eine Anzahl Fässer mit Sprengstoff en, die aus Geschossen stammten, nach dem ehemaligen, von ihr beschlagnahmten deutschen Exerzierplatz ans dem Grüneberg fahren lassen, wo die Spreng­stoffe vernichtet werden sollten. Der komman­dierende Offizier lieh eine Grube graben und in diese die Sprengstoffe schütten.

Die Sprengung rih einen Trichter von vier bis fünf Meter Tiefe und 10 bis 12 Meter Durch- meffer am oberen Rande.

Die Explosion wurde viele Kilometer weit ge­hört, brachte die Häuser zum Jittern und die Fensterscheiben zum Klirren. Auher den sechs Häusern der staatlichen Domäne Avelsbach wurde

Ausführungen. Für sehr bemerkenswert erklärte der Rkichsminisler den Gedanken, die Morktoerhältnissc auf dem M ilch - und Ääf cmartt dadurch 3U regeln, dah eine gröherc Menge Weichkäse aus dem Markt genommen und eingelagert wird. Für den Fall, dah die Beteiligten eine solche Mahnahme durchführen, stellte er sinanzielle hilfedurch dasReich in Aussicht.

Die Landwirtschaft müsse sich bei den gegen­wärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen mehr als bisher die kooperativen Methoden zu eigen machen.

Staatsminister Dr. Fehr dankte dem Reichs- Minister für seine Ausführungen und wies noch be­sonders darauf hin, dah Maßnahmen zur Regelung des inneren Marktes organisch von uns entwachsen mußten, und daß die Reichshilfe hierbei nicht zu entbehren sei.

Die Bayerische Landwirtschaftskam- mer, die heute ihre konstituierende Sitzung abhielt und in der Geh. Rat Grieger wieder zum ersten Präsidenten gewählt wurde, befaßte sich gleichfalls mit der notleidenden bayerischen Milch­wirtschaft. Die Kammer billigte einstimmig eine Entschließung, in der die maßgebenden Stellen der Reichs- und Landesregierung abermals auf die schwere RotlagederbayerischenMilch- wirtschaft hingewiesen werden. Die Kammer fordert alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Ren­tabilität der Milcherzeugung wiederherzustellen.

sie unter freiem Himmel abgehaltey wer­den sollen, anzuregen. Im Reichsministerium des Innern besteht, dem gleichen Blatt zufolge, angesichts der Haltung der preußischen Re­gierung, die an ein derartiges Verbot nicht denkt, keine Reigung, dem Ansinnen der sächsischen Regierung zu entsprechen. Seine end­gültige Stellungnahme wird das Reichsministe­rium des Innern nach der Rückkehr des Reichs- innenministers Dr. Wirth nach Berlin be­kanntgeben.

Meine Maifeier im Leunawerk.

Merseburg, 23. April. (WTD.) Die Beleg­schaft des Leuna-Werkes hat es ab ge­lehnt, am 1. Maizu feiern. 44 Prozent der Belegschaft stimmten für, 46 Prozent gegen die Arbeitsruhe, 10 Prozent haben nicht abgeftimmi,

Oer (Stuttgarter Attentäter verhaftet.

Stuttgart, 23. April. sWTD.) Der Händ­ler Karl Staengle, der, wie gemeldet, gestern nachmittag einen tätlichen Angriff auf den württembergischen Iuftizminister Dr. B e h e r l e begangen hat, konnte heute nachmittag von der Kriminalpolizei in 11 Im a. D., wo er sich bei Bekannten aufhielt, verhaftet werden.

werde zweimal gesprengt. Rach der ersten Sprengung liefen die Bewohner der Domäne zu dem Posten und forderten ihn auf, den kom­mandierenden Offizier von dem entstandenen benachrichtigen, damit die zweite

München, 23. April. (WTB.) 3m bayerischen Landwirtschaftsministerium fand unter Leitung von Landwirtschaftsminister Dr. Fehr beule eine Aus­sprache von Vertretern derbayerischenMilch- wirtschaft mit dem vorübergehend in München weilenden Reichsernährungsminister Schiele statt. Nachdem Dr. Wittwer die Wünsche der baye- rischen Milchwirtschaft vorgetragen hatte, ergriff Reichsministcr Schiele das Wort zu eingehenden

Schaden zu . . .

Sprengung nicht vorgenommen werde. Dies ge­schah denn auch. Heute nachmittag haben be­reits Kommissionen der deutschen Behörden und

Heber diese Frage werden in der Öffentlich­keit zur Zeit viele Erörterungen angestellt. Die einen sehen in der Hmsatzsteuererhöhung den Anlaß zu einer bald beginnenden allgemeinen Preissteigerung, die anderen befürchten eine starke Belastung der allgemeinen Lebenshaltung durch die neuen Agrargesetze. Beide Ansichten entbehren der sachlichen Heberlegung. Sie wer­den in der Hauptsache genährt von Erörterun­gen, deren Hrfprung weniger in wirtschaft­lichen Erwägungen, als in politischen Beweggründen zu suchen ist. Am deutlichsten tritt dies zutage in einem Aufsatz des demo­kratischen Reichstagsabgeordneten Erkelenz im ..Düsseldorfer Stadtanzeiger" vom 17. April, in dem die ganze Frage auf die willkürliche Formel gebracht wird' ..Hmsatzsteuererhöhung und erhöhte Belastung durch die verfehlte Agrar­politik werden, das kann man mit Sicherheit vvraussehen, in der zweiten Hälfte des Jahres zu starken Lohnkämpfen führen."

Bei genauerer Heberprüfung der Frage er­gibt sich bald, wie unberechtigt die Behauptung sst, daß die neuen Agrargesetze eine Ver­teuerung der Lebenshaltung zur Folge haben werden. Erklärt doch schon ein anderes Mitglied der demokratischen Reichstagsfraktion, nämlich , o,- , -- e _ ... ... .

der bekannte Führer des Hansabundes, Dr. 260 Mark, festgesetzt. Aus diesen Durchschnittspreis Fischer, im ..Berliner Börsencourier":So hot man auch bei der letzten Beratung der Agrar- wenig die starken Abstürze der Preise, die die oor(agc im Reichstag wieder zurückgegrifsen. Man Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse in der Der- gcfag(i Hoß der Preis ein Durchschnittspreis sei, gangenbeit erlitten hat zu einer irgendwie m flbet ausdrücklich betont, dah er einen Durchschnitts- betracht kommenden Entlastung des Lebens- 3^ barffeUt, dah die M a r k l-

haltungsindexes geführt haben, so wenig hegt preis jur oas ganjc > 0 f bcn

ein unmittelbarer Zwang vor zu einer Steige- pre,se also, wenn sie 1 9 ... h

rung der Lebenshaltungskosten, wenn die Preise, Richtpreis gingen, auch vorübergehend u der den die die Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse fünf- Richtpreis ffeigen mühten, damit der Eharakter des tig bekommt, eine verhältnismäßig starke Auf- Durchschnittspreises gewahrt sei. wartsbewegung erfahren." Damit hat er Recht. 0effcrn sind ferner Nachrichten über die Er- Gerade der katastrophale Absturz der j,er E j n f u h r s che i n e in die Presse

markt^hatOja die Regierung veranlaßt. daÄ gelangt. Der Reichser nähr ungsmin ULer sogenannte G l e i t z 0 l l s y st e m einzuführen, habe im Kabinett in der 3rage der Emwhrscheme da- von dem Gedanken ausgeht. Öen Preis neue Forderungen gestellt. Auch hier wiro. unter alten Hmständen im Interesse des Erzeu- mir von zuständiger Stelle erfahren, Richt-ges gecs zu ftabilifieren, ihn aber auch, nachdem ml( falschen Kombinationen in Zusammenhang ge- dies Ziel erreicht, wiederum den Verhältnissen bta-( 3m übrigen ist die Beratung dieser Frage der Verbraucherschaft anzupassen Wenn sich begonnen worden, vollendete Tatsachen

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weisen, so ist doch durch die Festsetzung eines genze.tung oon beute behauptet wird, dadurch vie Iahresdurchschnittspreises für Roggen und Wer- Erhöhung der Einsuhrsche.ne eine neue schwere Be­sen der Verbraucherschaft die Gewähr gegeben, lastung der Reichskasse erfolgte, so ist daran zu daß eine übermäßige Belastung v e r - erinnern, dah ja in den Beratungen des Reichs- mieden wird. Beim Roggen insbesondere muß (aqsp|cnum9 Unb im Landwirtschaftsausschuh zur darauf hingewiesen werden daß der Preis sich $ gekommen ist. dah die E i n s u h r s ch e i n e

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auch eine ernste Gefahr für den Arbeitsmarkt, Beratung im Reichstag hat Reichsernahrungsmim- weil er zu einer Verschärfung der 2Ir- ffct schiele das ausdrücklich unterstrichen. Schiele bcitdlofigteit, vor allem des Ostens, füh- j« c5 übrigens selbst gewesen, der nach dem Kriege ren kann. Der Mehlzoll, der von der Hohe jfi bm Augenblick, als die Einfuhr so stark an-

be« Weizenzolls abhängig ist, ist ^übrigen so mu eine Gefahr für Deutschland ,u dil-

aber auch die Verbraucher vor übermäßiger De- schl Hal. Minister Schiele Hal erklärt, daß er lastung geschützt werden. Die Zölle für Vieh und diesem Experiment zum zweiten Male nicht zuruck-

Fleisch werden für die Preisgestaltung des schrecken würde, wenn dadurch die deutsche ver-

innerdeutschen Marktes kaum von erheblicher Be- beufung sein. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, das vorhandene Preisniveau gegenüber einem eintretenden starken Druck von außen her zu halten. Aehnlich liegen die Dinge auch bei den Zöllen für Futtermittel, da der Prozentsatz der in Deutschland verbrauchten ausländischen Futtermittel nur ein sehr geringer ist. Hinzu- kommt, dah ein großer Tell der letzten Zoll­erhöhungen, vor allem die Zölle für Hopfen, Weintrauben, Federvieh, Eier und Wein s i ch zunächst überhaupt kaum auswirken werden, well diese Zölle in Handelsverträgen anderen Ländern gegenüber gebunden oder her­abgesetzt sind und nicht abzusehen ist, wann die Freiheit für diese handelsvertraglichen Bindun­gen zu erreichen sein wird. Auch die Aufhebung der zollfreien Einfuhr von Gefrierfleisch wird kaum fühlbare Folgen für den minderbemittelten Verbraucher haben, weil das Reichskabinett aus­drücklich zugesichert hat, dah durch Abgabe bil­ligen Fleisches ein Ausgleich geschaffen werden soll. Zu Preiserhöhungen könnte vielleicht an einzelnen Grenzstellen die Zvllerhöhung für Milch führen. Das Gesetz vom 5. April 1930 gibt der Regierung jedoch ausdrücklich die Ermächtigung, für besondere Fälle Ausnahmen vom Frisch- milchzvll zu bewilligen. Von der agrar- gesetzgeberischen Seite her wird also kaum eine fühlbare Belastung der Lebenshaltung des Derbrau-