Montag, 24. März 1950
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 70 Zweites Blatt
Oie Bedeutung der I.-G. Hapag-Lloyd
K
Hapag.
der
3
MiOh1
«je
3-
3
S
fall
—V—
wirkt
ö:
S
Icigie. (Es ist in einen, knappen Referat unmöglich.
zu den üblichen Zeiten geöffnet ist.
hth.
bte verschiedenen Probleme zu einer inneren Ein-
96 798 m
'S
‘y
55 = =
ÄtmZ //o/<y
"sS:
»<■
Die Tonnage und der Schlfsspark von Hapag und Lloyd
Doko 1 bringt neben anderm eine genrehafte ........, etwa im Stil von L. von
vr. Jakob Goldschmidt, Führer der Danatbank, die treibende Kraft des Zusammenschlusses Hapag-Lloyd.
1928 51 369 Mark betrugen, belaufen sich nunmehr, mit Einschluß der von der Generalversammlung genehmigten Zuschreibung, auf 63 907 Mark. Die Aufwertungsreserven von 41 500 Mark verminderten sich durch aufgewertete Spareinlagen um 22 736 Mark, so daß immerhin noch 18 764 Mark zur Aufwertung rückständiger Spareinlagen zur Verfügung stehen. Recht erfreulich war im Geschäftsjahr 1929 die Erhöhung der Spareinlagen, die- sich von 513 403 Mark im Jahre 1928 auf 681 205 Mark in 1929, also um 167 802 Mark steigerten. Der Reingewinn beziffert sich auf 46 873 Mark. Die Generalversammlung beschloß. 10 Prozent Dividende zu verteilen Die Summe der Stammanteile beträgt 325 878 Mark, die Haftsumme 532 800 Mark. Aus der Mitgliederbewegung ist zu erwähnen, daß die Bank am Ende des Geschäftsjahres 1929 die stattliche Zahl von 1159 Mitglieder zu verzeichnen hatte, die sich auf alle Berufsstände verteilen. Rach der Erstattung des Jahresberichts wurden noch einige Reuwahlen, die 'atzungsgemäh zu erfolgen hatten, vorgenommen.
Für 40000Mark Platin gestohlen.
WER. Frankfurt a. M.. 22. März. In der Rächt zum Donnerstag ist in dem Werk der Quarzglas G. m. b. H. Heraus im Stadtteil Griesheim aus einem Kassenschrant Platin im Werte von etwa 40 000 M k. gestohlen worden. Es handelt sich um 67 Platin- Austreiber, die zur Erweiterung von erhitzten Quarzglasröhren benutzt werden. Die einzelnen Platinstücke haben ein Gewicht von etwa 25 bis 40 Gramm. Die Frankfurter und die Höchster Polizei haben die Ermittlungen ausgenommen
n S
Oberhessischer Kunstverein.
Ausstellung Münchenc. ,tiünitkr6rcte 1930.
Die Münchener Künstler, deren Ausstellung am Sonntagvormittag im Overhessischen Sun ft- verein der Ocffentlichteit übergeben wurde, sind zu einer '-Bereinigung „M ündjener Künstler- kreis 1930" zusammengeschlossen. Es ist bei einer derartigen 'Bereinigung in heutiger Zeit schwer zu bestimmen ob sie lediglich aus wirtschaftlichen Erwägungen, ober daneben auch aus künftleriicher Notwendigkeit und innerem Zusammengehörigkeitsgefühl vollzogen wurde Die Manifestierung etwa eines Programms dürfte hier kaum beabsichtigt gewesen fein
Dagegen faßt eine gewisse Einheitlichkeit des Fünft torischen Niveaus die Gruppe der Aussteller zusammen, bte übrigens beliebig vergrößert ober oer- minbert werden könnte Man findet hier eine solide, nirgends betont moberne. im allgemeinen sehr gemäßigte, vielfach akabemisch roirfenbe Malerei, mit kaum erkennbaren Beziehungen zu irgendwelchen neueren Richtungen, und fast allenthalben ohne den Anschluß an die Tendenzen der jüngsten Malergeneration, die heute das Feld behauptet Die Jahreszahl im Namen der Gruppe ist jedenfalls kaum irgendwo als Stilmerkmal in Betracht zu ziehen.
Da insgesamt über 20 Maler ausgestellt haben, ist eine ausführliche Beschäftigung mit jedem einzelnen schon aus räumlichen Gründen nicht möglich. Es
5 2
iS ;3
Bank für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft in Friedberg.
-j- Friedberg (Hessen), 18. März. Die hiesige Dank für Handel. Gewerbe unö Landwirtschaft, G. m. b. H.. hielt jetzt ihre diesjährige G c n e r a l v e r s a m in l u n g ab. Aus dem Jahresbericht, der von dem Vorsitzenden Rotar O. Jökcl erstattet wurde, sei folgendes mitgeteilt: Von allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Röten, die das gesamte Bankgewerbe getroffen haben, ist die Genossen- schaftsdank kaum berührt worden, so daß sie eine ruhige und befriedigende Weiterentwicklung im verflossenen Geschäftsjahre zu verzeichnen hatte. Der Gesamtumfah stieg von 22 749 000 £1 ad im Jahre 1928 auf 25 233 000 Mark in .929. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 1 171 000 Mark aus 1 436 000 Mark. Die Mitgliederguthaben haben eine sehr beachtliche Steigerung von 238 387 Mark im Jahre 1928 aus 315 363 Mark im Berichtsjahre, also um 76 876 Mark, erfahren Die Gesamtreserven die im Jahre
Schiffe und Führer der Gesellschaften Oben die „'Bremen' und Geheimrat Stimming vom Norddeutschen Lloyd. Unten Geheimrat Cuno (Hapag), die „Hamburg" — aus der Ballin-Klasse der Hapag — und Geheimrat Heineken, der voraussichtlich Ehrenpräsident der vereinigten Gesellschaften werden wird.
•^.,-0 2- £ £ o „ 5
»0
Zakob Goldschmidt über das Abkommen
Der Geschäftsinhaber der Darmstädter und Ra- tionalbank, Jakob Goldschmidt, erklärte einem Mitarbeiter der „B. Z." über das Arbeitsabkommen zwischen Lloyd und Hapag u. a.: Durch die Arbeitsgemeinschaft der beiden Groh- reedereien erhält die gesamte deutsche Wirtschaft einen starken Impuls Die
6?
'2
A
Art des Derttages bietet die Gewähr dafür, dah die Eigenart und die Eigenheiten sowohl der beiden Schiffahrtsgesellschaften, wie auch der beiden Häfen Hamburg und Bremen in vollem Umfange aufrechterhalten bleiben, und bah trotzdem gewaltige Ersparnisse erzielt werden können. DaS Abkompren wird vor allem auch wertvolle Ersparnisse durch Schaffung eines scharf durchrationalisierten Gemeinschafts- Verkehrs bringen. Finanziell erfordert das neue Gemeinschaftsabkommen, wenigstens in Augenblick, keine besonderen Aufwendungen. So- wohl die Hapag wie auch der Lloyd haben aus ihren Amerikagefchäften noch erhebliche Freigabegelder zu erwarten, mit deren Eingang die Unternehmen in absehbarer Zeit rechnen. Die Mittel würden ausreichen, um die finanziellen Aufwendungen, die das jetzige Ge° meinfchaftsabkommen im Gefolge hat, zu decken Beide Grohreedereien gehen mit der Absicht um, in absehbarer Zeit ihre schwebenden Schulden zu konsolidieren. Das Gemeinschaftsabkommen schafft einen einheitlichen Bl o ck der deutschen Grohreedereien. Zwar bleiben nach außen hin beide Gesellschaften selbständig. Rach wie vor wird auf den Weltmeeren die Hausflagge der Hapag neben der des Lloyd wehen. Aber intern wird eine weitgehende Verbindung beider Reedereien durchgcsuhrt. Durch den gegenseitigen Austausch der Mitglieder des Vorstandes und Aussichtsrats wird eine so enge Verbindung hergestellt, dah man beinahe von einer Fusion sprechen kann.
Goethe-Bund
Vortragsabend Theodor Däubler.
Den vierten Dichterabend des Goethe-Bundes bestritt Theodor Däubler mit einem 'Bortrage über „Goethe und die Antike" sowie einer 'Bor-- lefung aus seinen Gedichten, lieber den Vortrag im Sinne einer Jnhaltswiedergabe zu berichten, ist eußerordenllich schwer, wenn nicht unmöglich so- »ohl wegen der Fülle, Weitläufigkeit und Prqble- natit des Stosses, als auch wegen der Anlage des Vertrages, der in seiner Wirkung vor allem dadurch »tschieden beeinträchtigt wurde, daß er beim ein- elnen Zuhörer zu viel vorausfetzte, und daß er eine 'Lire übersichtliche Gliederung leider vermissen ließ Heben prachtvoll plastischer, dichterisch gesehener und ermittelter Gestaltung standen Theorien, Exkurse iiid kullurphilojophisä>e Ausblicke, die, außer Däub- ler, wohl nur wenige Anwesende zur geistigen Ein- -cit haben verbinden können, zumal doch minder 'doethes als eben Bäubiers Verhältnis zur Antike in Mittelpunkt der Erörterungen stand
Die Grundtendenz des Vortrages war: zu zeigen, tL'ie andere wir heule die Antike sehen, als man das in der klassischen Zeil vermochte Däubler ging aus uem genialen Grundirrtum der Reiiaisjance in ihrer Auffassung von der Antike Diese Auffassung hat bis :n die klassische Zeil nachgewirkl Goethes Ansichten ivurden mit einigen Zitaten belegt, fein Urteil Dir durch Winckelmann beeinflußt, dem man wert- ucUe Erkenntnisse verdankte. Erst das 19. Jahrhundert setzte an die Stelle der blassen Götter ein neues — farbiges — Bild der Antike. (Und in Däudlers hymnisch-visionärer Schilderung der strahlenden Heiligtümer Griechenlands lag ein entschiedener Gewinn dieses Abends und der iinbezweifeldare Wert eines Vortrages.)
Es folgten Theorien des Dichters über die 'Befiel* Dung der Götterbilder, ein Exkurs über die ita-
heit zusammenzufügen, die schon im Vortrage nicht vorhanden war oder nicht spürbar wurde.) —
Nach der Pause las Däubler aus seinen Gedichten, zuerst, an den Vortrag anschließend ganz klassizistische, hymnische Anrufung in strenger Formbindung: „An Hölderlin", „An Goethe", .An Ana freon". Dann — der unmittelbarste und tiefste Eindruck dieses Abends — etliche Naturgedichte: „Die Buche", „Die Birke", „Winter" und „Dämmerung": hier wirkte der schöne, in sich ruhende Rhythmus und die einfnd)e, beseelte Stimmung großer und reiner Lyrik. Von den übrigen seien erwahni: „Ein Lauschender auf blauer Au" als lautjymdolische Spielerei und „Die Efeuranke", womit die Vorlesung ihren Ausklang fand.
Die zahlreiche Hörerschaft dankte mit starkem Bei-
Oie Schwerarbeit des Tänzers.
Der Lale glaubt, daß das moderne Tanzen wenig anstrengend Ist und in der Hauptsache in einem nicht zu schnellen Herumgehen auf dem Parkett besteht. Aber diese Anschauung ist grundfalsch, wie die umfassenden Untersuchungen eines finnischen Biologen, des Dr. Tigerstedt von der Universität Hetsingfors, gezeigt haben. Dieser Gelehrte hat festgestellt, dah beim schnellen Foxtrott oder gar bei jenen gewagten Tänzen. wie z. B. dem Eharleston, der Tänzer während eines mehrstündigen Ballabends denselben Kräfteaufwand hervorbringt wie beim Fällen von 10 Bäumen. Während eines einzigen Walzers wird eine Energiemenge vergeudet, die genügen wurde, um fünf Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Da muß man dock) wirklich die Kraftmengen bedauern, die auf diese Weise von den Tanzlustigen zwar zu ihrem Vergnügen, aber doch immerhin ohne jeden praktischen Ruhen hingegeben werden Wohl gemerkt: diese großen Anstrengungen müssen in der Hauptsache vom Manne aufgebracht werden. Ihm fällt ja im modernen Dallsaal die schwere Aufgabe des Führens zu, und er hat in der Leitung feiner Dame und in der Ueberwindung gewisser Widerstände. die sie darbietet, unvergleichlich mehr zu leisten als das zarte Geschlecht. Das ist aber nach Dr. Tigerstedt ungerecht und eine schlechte Verteilung der Arbeit. Der Wann ist ja noch immer der eigentliche Arbeiter im modernen Leben: er kommt nach des Tages Last und Müh'en schon ziemlich ermattet zum Tanz, und nun muh er sich noch zu einer solchen Schwerarbeit aufraffen. während den Frauen, die sich den Tag über nicht so sehr angestrengt haben, eine bedeutend leichtere Aufgabe zufällt. „Ich halte es für recht und billig," erklärt der Gelehrte, „daß in Zukunft beim Tanz die Frauen führen sollen und nicht die Männer". Welche schönen Aussichten winken also den Herren der Schöpfung, wenn sie in künftigen besseren Zeiten im Arm der Damen, von diesen fest und sicher gehalten, dahinschweben und. falls auch dann ihnen noch die Arbeit zu groß dünkt, vielleicht sogar ihre Arme um den Hals der Partnerin legen dürfenI
sollen deshalb hier einige Arbeiten notiert werden, die uns beim Rundgang durch die Ausstellung bemerkenswert erschienen, die Uebersicht erhebt natürlich auf Vollständigkeit keinen Anspruch
Von '21 r 11 findet man beispielsweise ein sympathisch vorgetragenes, stimmungsvolles Städtebild mit Flußlandschaft, „Blick. auf Burghausen" Deu- ringer zeigt ein gutes, korrekt und trocken gemaltes, großes Blumenstück „Hortensien" Von Schiedermeier sind u a neben einem sauber durchmodellierten Mädchenkopf eine Gruppe frecher und lustiger Federkarikaturen, z. T mit leichter 'Aquarelltönung, zu erwähnen
E y e r zeigt Badeszenen vom Starnberger See in einem merkwürdig altertümlichen Ton und in einer Malweise, die an gewisse Biedermeierlandschaften erinnert. Ein frisches Aquarellporträt von K v. 'M a r t e n s: miniaturhafte Freilicht-Aquarelle von Ebert
Puttengruppe ,
Zumbusch Verhältnismäßig fortschrittlich
(T
Pinkernelle mit kräftig kolorierten und sehr exakt gemalten 'Blumengruppen (Kakteen und Begonien) Wenig glücklich in der Palette erscheinen daneben die „Blauen Blumen" von Brandenburg der mit einer Landschaft „Parktor" vorteilhaftere Eindrücke hinterläßt
Eine recht tüchtige Leistung, in Haltung und Ton etwa an Bilder von Banger erinnernd, ist die „Schwäbische Bäuerin" von Angerer, der auch einen guten weiblichen Akt ausgestellt hat. Gur litt sei mit zwei Interieurs und dem malerisch hellen Marktplatz von Hall in Tirol erwähnt Wendelderger bringt ein apartes (Stilleben „Päonien".
Von Tyro 11 er ist die „Winterlandschaft" weniger überzeugend komponiert als die farbig viel klarer akzentuierte und im Bildganzen gestufte Gladiolengruppe Ein eigenartig getöntes (möglicherweise von Segantini beeinflußtes) Tierbild sieht man von Knorr Koe 11 e ist mit einem Männer- bildnis nicht schlecht vertreten
In den Vitrinen findet man außerdem Farbenholzschnitte von G u r 1 i 11, Graphiken von Knoll und T y r o 11 e r. Mit einer Reihe von Mappen wird das Gesamtbild der Ausstellung ergänzt, die
IgnSe: ,5° «0-9’ 'S M 2. ।
-
9 Cd
-Sv »e £ * i>-3*
-32.
n 2 2 ss2
, 3'it
I»3«
2
s „e
323 il® i?. sff
i cnische Auffassung der Frauen als politischer Sym- bele, Erörterungen über „Iphigenie", die Däubler für die bedeutendste Dichtung des Klassizismus hält. : üler das Helena-Problem und die Goethesche For- i mulierung dieser Gestalt, über die noch heute gül- : ti$e Farbenlehre des Olympiers und über den Unterschied zwischen deutscher und griechischer Mytho-
stiges »mit weitgehenden Sudventionsmahnahmen betrieben wurde, während die deutschen Reedereien ohne jede Subventionen arbeiten, hat den Schritt zur weitgehenden Interessengemeinschaft schließlich als den einzig richtigen und im Interesse der deutschen Schiffahrt liegenden erscheinen lassen. Daher find auch die lokalpatriotischen Interessen und sich aus ihnen ergebende Gegensätze zwischen Bremen und Hamburg zurückgestellt worden.
Dom schiffahrtspolitischen bzw. reedereipoliti- fchen Standpunkt gesehen ist das Zusammengehen der beiden S ch i s f a h r t s k o n ° zerne von allergrößter Bedeutung. Richt nur der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Gesellschaften, der zu einer Zersplitterung der Kräfte und zu unnötigen Unkosten geführt hat, wird dadurch beendet, sondern es wird, wenn jetzt alle Dienste unter einheitlicher Führung liegen, vor allem eine erhebliche Ersparnis eintreten können. Man wird eine gründliche R a t l o n a l i s i e r u n g sämtlicher Verkehrslinien vornehmen können und auf diese Weise zu einer rentablen Ausnutzung der Gefamttonnage beider Konzerne, die sich einschließlich der Tochtergesellschaften zusammen auf mehr als 2 Millionen Tonnen beläuft, kommen. Hcrvorzuheben ist auch die Tatsache, daß durch diese Aktion die Rollen, die der Rorddeutsche Lloyd in erster Linie auf dem Gebiete des Pasta- gierverkehrs, die Hapag auf dem Gebiete des Frachtverkehrs fpiclen, jetzt vereint werden. Die Konzentration der deutschen Schiffahrt durch das Zustandekommen eines weitgehenden Poolvertrages zwischen Hapag und Lloyd stellt somit einen für die deutsche Schiffahrt und die deutsche Wirtschaft günstigen Vorgang dar.
Bremen, 22. März. (WTD.) Zu den Rachrichten über eine Gemeinschaft Rord- deutscher Lloyd - Hapag gibt der Vorstand des Rorddeutschen Lloyd bekannt. In Übereinstimmung mit dem Vorstand der Hapag habe er zu erklären, daß bcih« Vorstände dieser Veröffentlichung fernständen. Eine Stellungnahme dazu verbiete sich aus geschäftlicher Korrektheit, solange sich die Aufsichtsräte beider Gesellschaften noch nicht mit d e n D o r l a g e n b e s chä s- t i g t hätten.
Wenn auch die Verwaltungen der Hamburg Amerika-Linie und desRorddeutschen 2Ioyd noch am Samstag bekanntgegeben ha )cn, daß sie den Rachrichten über den Abschlus )er vor kurzem wieder aufgenommenen V e r ländigungsverhandlungen fernstehcr. mb keinen Anlaß hätten, mit irgendwelchen Mil
5 2,
) a. so?
sh §
IW, MU
-sS.Sö'v A zv ythsffc?
itayS,-*„c®
-■=!w 2 5’°’
" A,
3 »-2.
andern Seite haben gerade die Gegensätze zwischen den beiden größten deutschen Reedereien, die sich infolge der äußersten Regsamkeit des Rorddeutschen Lloyd (Bau der „Europa" und der ^Bremen") gesteigert hatten, in erheblichem Maße dazu beigetragen, eine Verständigung herbeizuführen. Die Lage der deutschen Schiffahrt und die dauernde Verschärfung »der ausländischen Konkurrenz, die vom Auslande nach hem P'-in-iv des nationalen Pre-
’32
leilungen hernorzutreten, bevor sich nicht die Aufsichtsräte beider Gesellschaften mit den Ver- Handlungen befaßt hätten, so kann doch mit dem Zustandekommen der weitgehenden Interessengemeinschaftsver- Iräge zwischen den beiden größten deutschen tzchiffahrtskonzernen gerechnet werden. Diese Ak- lion, die nicht nur daraus hinausläuft, eine Poolung der Gewinnerträgn.sse im Verhältnis 1:1 aus dem Fracht- und Pasfagiergefchäft vor- urnehmen, sondern darüber hinaus eine Teilung (amtlicher Einnahmen durchzuführen, kommt prak- .ifch einer Vollfusion sehr nahe. Der Unter- chied ich nur der, daß beide Gesellschaften nach außen hin selbständig bestehen bleiben, was mit den Prestigegesichtspunkten in Zusammenhang steht, die gerade in der ©d)iff- laljrt eine große Rolle spielen und bisher gegen die Verständigung zwischen Hapag und Lloyd bei den Verhandlungen sich geltend gemacht hatten. Der Poolvertrag ist wohl das bedeutsamste tfreignis in der Geschichte der deutschen SHifs° fahrt in der Rachkriegszeit, vor allem deshalb, weil beide Teile auf die Vorteile, die sich bisher aus der Selbständigkeit beider Gesellschaften et= qeben haben, verzichten, um aus der neuen einheitlichen Basis ihre Schlagkraft in der internationalen Schiffahrt zu erhöhen.
Die Initiative zu dieser Verständigung und den schwierigen und langwierigen Besprechungen, die immer wieder dementiert worden sind, geht von Bankseite aus, bereits seinerzeit bei der llcbernahme der Deutsch - Austral - Kosmos- Gruppe durch die Hapag im Jahre 1926 hat sich her Wille des Bankkapitals durchgefetzt. Auf der
5 5® So, c
0 3 4
aTS 6 3 c -•
i a e 2
; » £:2'5 -AflO
5 S*
3
»c3D5vvtE
s 2.0^1 "61
pto C 2-JtS 3
< •< o G?
** S*1 * £r’ &
'2" e
-USA
ylfl C<S p.1.
S "S n
-L? ?ßi®: 2" 2 3- —■en,; Z ll.? 6^3 c 5',


