Sodann ergriff der Präsident des Verwaltungs- rats der D. 3. Z. Mac Garrah das Wort, um in seinem Namen und im Namen der übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats für die Begrüßung zu danken. Er wies auf die Bedeutung Basels als Berkehrspunkt hin. und gab der Hoffnung Ausdruck, daß zwischen den Behörden der Stadt und der Bankleitung beste Beziehungen gedeihen mögen. Bundesrdt Motta betonte, daß die Schweiz stolz und glücklich sei, als Sih einer Bank gewählt worden zu sein, die in der Geschichte der Welt ihresgleichen nicht habe. Die Schweiz habe die Wahl zum Sitz der Bank nicht allein ihrer geographischen Lage in Europa zu verdanken, sondern insbesondere ihrer durch die Jahrhunderte hindurch gepflegten Neutralitätspolitik.
Bundesrat und Parlament seien mit dem Volk einig darin, daß in dem neugeschaffenen Institut ein wirksames Mittel für die Entwicklung der Iriedensbestrebungen zu erblicken sei und dah die Bank mit ihren Bestrebungen ein neues Moment für die Schaffung einer wirtschaftlichen Verständigung bedeute.
Als letzter Nedner sprach noch der Präsident des Direktoriums der schweizerischen Nationalbank, Professor Bachmann, der in seinen Ausführungen gewisse Befürchtungen, als ob die Bank eine gewisse Gefährdung für die schweizerische Währung bringen könnte, zerstreute. Sämtlichen Teilnehmern wurde zum Andenken an den Tag der Eröffnungssitzung der D. 3. Z. eine vom Kanton Bafel-Stadt gestiftete bronzene Gedenkmünze überreicht.
Die kommunistische Mordtat in Leipzig.
Leipzig, 22. April. (DTB.) Für die Ermittelung der Täter, die die beiden Polizeibeamten im Verlaufe der Kundgebung der kommunistischen Jugend in Leipzig getötet haben, haben die Staotsanwaltschnft und das Polizeipräsidium von Leipzig die Belohnungen von je 500 Mk., zusammen also 1000 Mk. unter Ausschluß des Rechtsweges ausgesetzt.
-Zu den Vorkommnissen teilt das Polizeipräsidium u. a. mit: Der Vorwurf, es sei während des kommunistischen 3ugendtages zu wenig Polizei ausgeboten und nicht scharf genug zugegrisfen worden, sei durchaus unbegründet. Das Polizeipräsidium habe sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Bereitschaften oufgeboten und zum Einsatz berei gestellt. Ferner hätte das Ministerium des 3nnern auf Ersuchen des Leipziger Polizeipräsidiums noch in zwei auswärtigen Standorten, nämlich Chemnitz und Zwickau, für Leipzig Kräfte bereitgehalten. Nach einmütiger Auffassung der leitenden Offiziere der Schutzpolizei hätten diese Kräfte vollkommen genügt. Es sei den Offizieren nicht einmal nötig erschienen, die auswärtigen Verstärkungen anzufordern.
3m Befinden des anschwerenRückgrat- verletzungen im Krankenhaus darnieder- liegenden Polizeioberwachtmeisters K o l be ist eine , Aenderung nicht eingetreten. Die Personalien des am Sonntag erschossenen Demonstranten konnten immer noch nicht festgestellt werden. Er hat einen Brustschuß erhalten, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Man nimmt an, daß es sich um einen auswärtigen Teilnehmer am Kommunistischen 3u- gendtag handelt.
Nach dem Sektionsbefund haben Polizeihauptmann Galle und Polizeioberwachtmeister Karte neben schweren Kopfverlehun- gen auch durch ein Dolchmesser Stiche in den Nücken erhalten, die den Tod herbeiführten.
Verhaftungen.
Berlin, 22. April. (CNB. Eigene Meldung.) Wie der Lokalanzeiger" aus Leipzig meldet, wurden dort heute morgen mehrere Personen fe st genommen. Gegen sieben Kommunisten ist Haftbefehl erlassen. Bel einem der Verhafteten wurde der Säbel des getöteten P o l i z e i h a u p t m a n n s gefunden.
^uf Veranlassung der Leipziger Polizei ist lv-ut ^Vorwärts" in Dessau der 3ugendkommu- nlst Gerhardt Weihner verhaftet worden, weil er in dringendem Verdacht steht, an den Leipziger Bluttaten beteiligt gewesen zu sein.
Dem gleichen Blatt zufolge wurden die Dresdener Teilnehmer an der kommunistischen Zugenddemonstration in Leipzig bei ihrer Rückkunft nach Dresden polizeilich, durchsucht. Ein Teil der Kommunisten hatte Dolche bei sich, die ihnen abgenommen wurden. 14 Personen wurden fe st genommen.
München, 22. April. (WTB.) Anläßlich der Zusammenstöße in Leipzig wurden die auf einem Lastkraftwagen zurückkehrenden Münchener Teilnehmer an dem 5. Reichsjugendtog des kommunistischen 3ugendverbandes heute früh V23 Ahr in Freimann vor München gestellt und zur Pollzeidirektion gebracht. Dort wurden 20 Fest- genommene einer Durchsuchung nach Waffen und einer eingehenden Vernehmung unterzogen. Bei einem Festgenommenen wurde ein Dolch und em blutbeflecktes Taschentuch gefunden. Er wird unter dem Verdacht der Teil- dem Aufruhr in Leipzig dem Amts- gericht München übergeben werden. Die übrigen Zatzrtteilnehmer wurden nach ihrem Verhör wie- oer entlassen. -Unter den Festgenommenen befan- ton ,'uh zwei Schüler dxr achten Volks- schulklasse Münchener Schulen, ferner zwei F o r t b i l d u n g s s ch ü l e r, sowie vier weitere Zugendliche. Em anderer Wagen mit Münchener -Teilnehmern war schon in Nürnberg gestellt und untersucht wordpn.
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist!
Auf Grund des Ar- ^^"?^.?^verfassung sind von ab bis auf weiteres alle Versamm- M o 9 c unter freiem Himmel k ®ta2)t5eblet Leipzig verboten Zu- ^rbot werden mit emer Geldstrafe bis 150 Reichsmark oder Haft £ l4 ^engeahndet, soweit nicht nach den Strafgesetzen höhere Strafen am Platze sind.
Interpellationen.
r Leipzig, 22.April. (WTB.) Wie wir erfahren volksparteiliche Abgeordnete Winkler iLeipzig) «m Zusammenhang mit den Ereignissen
während der Osterfeiertage in Leipzig eine A n - frage im Sächsischen Landtag an b t e Negierung gerichtet, .in der die Regierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse, durch die die Sicherheit und das Leben der Einwohnerschaft, vor allem aber auch der diensttuenden Polizeibeamten in Gefahr komme, unter allen Umständen zu unterbinden.
Auch General a. D. Kallen, der deutsch- nationale Landtagsabgeordnete für Leipzig, hat im Sächsischen Landtag wegen der Vorfälle interpelliert und in einer Kleinen Anfrage die Abberufung des sozialdemokratischen Leipziger Polizeipräsidenten F l e i ß n e r gefordert. Die Anordnungen Fleih- ners seien vollkommen unzulänglich und der Schuh für die Einwohnerschaft, wie auch die Sicherheit der Polizeibeamten im Straßendienst nicht genügend gewährleistet gewesen. 3m Stodtver- ordnetenkollegium hat ferner der Deutschnationale Börner gleichfalls die Entfernung Fleißners gefordert.
Das Urteil in dem Wormser Krawallprozeß.
WSN. D a r m st a d t, 22. April. 3n dem Prozeß wegen der Wormser LInruhen erfolgte heute vormittag — wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon kurz berichteten. D. Red. — die LI r t e i l s v e r k ü n d u n g. Freigesprochen wurden die Angeklagten Fries, Gräf, Rossi, Bernhard Wiehler, Haber- mehl und Zimmermann. Habermehls und Rossis Freisprechung erfolgte mangels Beweises. Der Antrag der Verteidigung, Rossi für unrecht erlittene Haft eine größere Entschädigung zu zahlen, wurde abgelehnt. Bernhard Wiehler ist
überführt, 20 bis 40 Leute zum Widerstand gegen die Polizei aufgehetzt zu haben, aber er mußte wegen mangelnder Zurechnungsfähigkeit freigesprochen werden. Verurteilt wurden der Angellagte preußischer Landtagsabgeordneter Oskar Müller wegen Aufforderung zu der verbotenen Marktversammlung und wegen Aufforderung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt zu insgesamt einem 3ahr drei Monaten Gefängnis, der Angeklagte Stadtverordneter Haas wegen Aufforderung zu der verbotenen Versammlung in einem Falle zu neun Monaten Gefäng- n i s. Die Angeklagten Beierbach, Fay und Lens wurden zu je sieben Monaten und Leinhaas zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie sich der Staatsgewalt widersetzten. Der Angeklagte Tarraschewski erhielt wegen öffentlicher Aufforderung zum Widerstand und Widersetzlichkeit gegen die Staatsgewalt insgesamt ein 3 a h r Gefängnis. Wegen Beteiligung an Zusammenrottung wurden verurteilt Dehoff zu sieben Monaten, Schneider zu sechs Monaten, Wilhelm Wiehler in Anbetracht seiner erheblichen Vorstrafen zu neun Monaten, 3eck und Myll zu sechs Monaten Gefängnis. Myll, der in der Haupt- verhandlung einen ruhigen Eindruck gemacht hatte, konnte nicht widerlegt werden, daß er feine Hände erhoben hatte, um sich zu schützen. Der Angeklagte Neubauer erhielt wegen einfachen Widerstandes drei Wochen Gefängnis; Beteiligung an Zusammenrottung war ihm nicht nachzuweisen. Das Verfahren gegen den 16jährigen Kayser wurde dem 3ugendgericht überwiesen. Allen Verurteilten wurde die Unter» suchungshaft angerechnet. Die Kosten des Ver- fahrens fallen teils der Staatskasse, teils den Angeklagten zur Last.
Die Zrandkalaflrophe in Columbus.
317 Todesopfer. — Oie Ltnteruchung ist eingeleiket.
(Kolumbus (Ohio), 23. April. (2DIB. Funk- spruch. Reuter.) Wie ergänzend gemeldet wird, befinden sich unter den Toten der Brandkatastrophe im hiesigen Zuchthaus mehr als 2 0 Mörder, die ZU lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt waren. Rach den letzten Feststellungen sind bei dem Brande 317 Personen ums Leben gekommen. 3n den Ruinen des vom Feuer zerstörten Zellenblocks flammte gestern früh abermals ein Brand auf, konnte jedoch alsbald gelöscht werden. Beinahe alle Opfer hatten lange Freiheitsstrafen zu verbüßen, größtenteils wegen Raubes oder Einbruchs. Die Strafanstalt war genau vor 100 Jahren erbaut worden. Während bereits eine Kommission des Staates Ohio hier eingetroffen ist, um festzu- stcllen, wie das Feuer entstanden ist, und warum die Gefangenen nicht rechtzeitig aus ihren Zellen gelassen wurden, haben sich die Vnndesbehörden in Washington angesichts der allgemeinen Entrüstung über die Katastrophe veranlaßt gesehen, ebenfalls eine Unlersuchungskom- mission an Ort und Stelle zu entsenden.
Zeugen erklären, anscheinend sei den Schließern des oberen Zellenblocks erst dann klar zum Bewußtsein gekommen, daß Gefahr für das Leben der Gefangenen bestand, als zahlreiche
Sträflinge vom Rauch erstickt in ihren Zellen zu- sammenbrachen. Ein Wärter, der sich angeblich geweigert haben soll, hilfeleistenden Sträflingen, als sie zu den Zellen in dem brennenden Gebäudeteil Vordringen wollten, die Zellenschlüfsel auszuhändigen, ist bereits vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Das Deffncn der Zellenturen durch die Schließer hat anscheinend erst begonnen, nach- dem die Feuerwehr in das Gebäude hereingelassen worden war. Die Feuerwehr ist übrigens auf dem Gefängnishof von einigen Sträflingen angegriffen worden, die versuchten, den von der Feuerwehr mitgeführten Betriebsstofstank in Brand zu setzen.
Ueber die Schreckensszenen beim Brande werden noch folgende Einzelheiten gemeldet.- Sträflinge rüsteten sich mit Seilen, Aexten und Hämmern aus und beteiligten sich heldenmütig an dem Rettungswerk inmitten des Flammenmeeres. Wie Augenzeugen berichten, warf beispielsweise ein strafgefangener Neger ein Seil in das Zellenfenster eines hilferufenden Sträflings, kletterte an dem Seil hin- auf und zertrümmerte die Eisentür. Eine der grauen- Haftesten Einzelphasen bei dem Brande war die, wie eine Gruppe von 60 Strafgefangenen des oberen Stockwerks schreiend in den Flammen Unikum, während die Wärter verzweifelte Befreiungs- versuche machten.
Schluß der Londoner Nollenkonserenz.
Schöne Worte zum Abschluß. — Eine neue Konferenz im Jahre 1935.
London, 22. April. (WTB.) 3m Gegensatz Sur Eröffnung der Konferenz vor drei Monaten, die im dichtesten Londoner Nebel erfolgte, strömte heute Heller Sonnenschein durch die Fenster des berühmten Queen-Anne-Salons im St. Farnes- Palast. Die Schlußsitzung der Flottenkon« ferenz machte einen sehr feierlichen Eindruck. Alle Delegierten erschienen im Gehrock und.int Zylmder. Als erster traf Maedonald ein Wohl zum ersten Male in ihrer Geschichte sahen die Staatsgemächer des St. 3ames-Palastes Vorkehrungen zur Aufnahme von Lichtbildern und Sprechfilmen.
Pünktlich um 10.30 ilfjr erhob sich
Macdonald.
Er verkündete, daß die nächste Flottenkonferenz im 3ahre 1935 stattfinden werde, außer, wenn besonders glückliche Ereignisse eintreten, die sie nicht notwendig machen. Er erklärte weiter: Die Delegationshäupter haben erwogen, welches der p a s s e n d st e Titel sein könnte, unter dem die Konferenz bekannt fein soll. 3ch mache den Vorschlag, daß sie bekannt sein soll unter dem Namen „Londoner Flottenkonferenz" und „Vertrag vom Fahre 1 930". Die Konferenz stimmte dem zu. Macdonald sagte weiter: Wir sind so weit gegangen, wie w i r augenblicklich gehen konnten, und wir sind zusammengekommen, um unsere Punkte, in denen wir Liebereinstimmung erzielt haben, zusammenzustellen und sie in einem Vertrag niederzulegen.
verglichen mit Washington ober Genf sind wir weit fortgeschritten, verglichen mit unseren Wünschen, sind wir noch im Rückstand.
Dies ist nur eine weitere Phase, und die Arbeit wird fortgesetzt werden müssen. Wir werden die Probleme in Angriff nehmen, die sich bisher nicht lösen liehen. Wir müssen uns jedoch zu dem Erreichten beglückwünschen, weil immer und immer wieder irgendein falsches Wort eine Lage hätte erzeugen können, die nicht leicht zu beschwichtigen ist. Wir trennen uns heute in einem Geiste aktiven Wohlwollens und wir wollen alle Mittel benutzen, um einen "Ä^ächtevertrag zur Wirklichkeit zu machen.
Nach Macdonald ergriff
Stimson
ba^ Wort, um u. a. zu erklären: Der Vertrag Ie0t unsere Flottenbeziehungen zu dem Driti- lcyen -Reich auf gerechter, dauerhafter Grundlage fest und stellt mit unseren japanischen Nachbarn Beziehurigen her, die eine wachsende Freund- fQaft mit diesem großen Lande, das wir als ^uhe und des Fortschritts in
Ä verbürgt. Erfreulicherweise
fcöen Frankreich und 3ta(ien ihre Verhandlungen
fort in der Hoffnung, ein Fünfmächteabkommen über die Einschränkung der Flottenrüstungen herzustellen.
Amerika glaubt, -baß bic Rüstungsbegrenzung durch gegenseitige Vereinbarung bie wirksamste Methobe ist, um bas Vertrauen ber Rationen auf ben gegenseitigen Friedenswillen zu stärken. Die Flottenbeschrankung ist ber beste Grab- messer bes Glaubens ber weit an bie Möglichkeit einer Regelung ber internationalen Fragen burch friebliche Mittel.
Hierauf erhob sich
Briand
zu seiner Rede. Er erklärte u. a.: „Als die französische Delegation die Einladung zur Teilnahme an der Konferenz annahm, verstand sie vollauf die Schwierigkeit des Versuches, der einen Schritt vorwärts zur Organisierung des Weltfriedens bedeutete. Die gesamte Politik Frankreichs ist eine unaufhörliche Anstrengung in Richtung auf dieses 3ieL Wegen dieses Llmstandes ist Frankreich zuerst gezwungen gewesen, die Bedingungen zu wiederholen, die erfüllt sein müssen, um eine Lösung solcher großen Probleme zu erzielen, wie die Organisation der internationalen Sicherheit." Briand erklärte weiter, Frankreich sei den Fdeen treu geblieben, die stets seine friedlichen Handlungen geleitet hätten, insbesondere denen der Verbindung der Arbeit der Konferenz und derjenigen der Genfer vorbereitenden Kommission, die von neuem den
Grundsatz der gegenseitigen Abhängigkeit der Rüstungen
hervortreten lasse. Trotz des zeitweiligen Rückschlages in Genf in der rationellen Organisation der Sicherheit und feiner schweren militärischen Verantwortlichkeiten in verschiedenen Ueberseegebieten t)abe Frankreich nicht gezögert, vor dem Abschluß einer allgemeinen Konvention seine Rüstungen soweit zu Derminbern, als es für vereinbar mit feiner eigenen Sicherheit und den Notwendigkeiten einer internationalen Verpflichtungen erachtete. Die französische Delegation habe ben eifrigen Wunsch gezeigt, mittels einer wirksamen Verbesserung der internationalen Sicherheit jede Möglichkeit einer vernünftigen Vereinbarung zur allgemeinen Ver- rmnberung ber Flottenrüstungen zu finden. Briand fuhr fort:
Wir sind auf zeitweilige Schwierigkeiten gesto- ßen, die uns nicht gestatteten, sofort eine so große Lösung zu erzielen, als wir vielleicht gewünscht hätten. Aber wenigstens haben wir loyal in ben Anstrengungen in Richtung einer teilweisen Regelung zusammengewirkt. die nicht unterschätzt werden darf.
Briand sprach fein tiefes Bedauern darüber aus. Laß der Dreimächtevertrag feine
größere Ausdehnung gefunden habe. Die fratw zösische Regierung werde jedoch alle Anstrengung gen unternehmen, um die letzten Schwierigkeiten zu überwinden. Sie könne nicht daran glauben, daß zwei große befreundete Nationen nicht in der Lage seien, ein freundschaftliches Abkommen zu treffen.
Oer italienische Delegierte Sirianni erklärte, die faszistische Auffassung deS Problems habe stets die Herabsetzung der Rüstungen auf den niedrigst möglichen Stand befürwortet.
Italien wolle nur rein defensive Rüstungen.
Ftalien sehe mit Vergnügen dem Augenblick entgegen, an dem die Verhandlungen mit dem befreundeten Nachbarland mit dem festen Willen zum Erfolg wieder ausgenommen werden, um zu einem bai Dreimächtepakt ergänzenden Abkommen zu führen.
Oie Unterzeichnung.
Llm 12.40 Llhr wurde der Vertrag von ben Delegierten unterzeichnet.
Anschlag ans den württembergischen Zustizminister.
Stuttgart, 22. April. (WTB.) Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der württembergische Ju- stlzminister Dr. Beyer le wurde heute zwischen 17 und 18 Uhr in feinem Arbeitszimmer von dem 45 Jahre alten verheirateten Händler Karl S t ä n g» (e r aus Stuttgart, den er wegen eines Gnadengesuches für die in der Strafanstalt befindliche Frau Stängler empfangen hatte, mit einem Stiletmeffer an gefallen und bei ber Abwehr an der linken Hand verletzt. Nach den bisherigen Feststellungen ist die Verletzung glücklicherweise nicht gefährlich. Der Minister wird sich aber voraussichtlich einige Zeit Schonung auferlegen müssen. Auch der zu Hilfe eilende Ministerialhausinspek- tor Hägele wurde an der Hand leicht verletzt. Der Täter konnte entFo nun e n. Die Polizei hat sofort die notwendigen Schritte zur Ergreifung des Täters eingeleitet.
Aus aller Welt.
"Graf Zeppelins" Rheinfahrt.
WSN. Bonn, 22. April. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" landete um 13.25 Llhr unter dem Fubel von Zehntaufenden von Zuschauern und dem Gesang des Deutschlandliede- auf dem Flugplatz Hangelar.
Nach etwa eindreiviertelstündigem Aufenthalt trat „Graf Zeppelin" die Rückfahrt an, überflog 15.45 Llhr Andernach, Neuwied und das Neuwiedcr Decken und steuerte dann in Richtung Koblenz weiter. Llm 4.10 Llhr berührte das Luftschiff das Dinger Loch, zog eine Schleife über der Stadt Dingen und nahm 4.15 Llhr Kurs auf ' Worms. Llm 5 Llhr wurde Dad Dürkheim überflogen, 5.10 Llhr Neustadt a. d. Haardt. Fn südlicher Richtung flog das Luftschiff die Haardt entlang auf Landau und erreichte 5.30 Llhr Karlsruhe. Llm 19.45 Llhr ist „Graf Zeppelin" nach seiner gut verlaufenen Rheinfahrt in Friedrichshafen glatt gelandet.
Schneebruch im Schwarzwald.
Karlsruhe, 22. April. Im nördlichen Schwarzwald sind Zehntausende von Fe st meter Baumbestand dem Schnee- bruch zum Opfer gefallen. Der Baumschaden wird nach Blättermeldungen auf mehrere Millionen Mark geschätzt. Die Höhenkurorte waren lange Zeit infolge Zerstörung der Drahtverbindung von ber llmmelt abgeschnitten.
Die älteste Frau Schwebens verbrannt.
Stockholm, 22.April. Bei dem Brande eines Bauernhofes in Jämtland in Schwe- den kam die Besitzerin, die 101Jahre alte Frau Maris Perfson, in den Flammen u m. Ihre 80jährige Tochter konnte sich retten. Die Verunglückte war die älteste Frau Schwedens.
Oie Wetterlage.
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/ Wettervoraussage.
Der hohe Druck hat über ganz Deutschland eine Beruhigung der Wetterlage verursacht. Die Besse- rlIIJ8.^ nu.r vorübergehend, denn die neue südwestliche Storung verursacht bereits Barorncterfall, und mit dem Drehen der Winde auf Süden setzt Temperaturanstieg ein. Die subtropische Warmluft, welche m Begleitung des neuen Fallgebietes weiter zur weiteren Erwärmung. Zxibet fmbet wieder Eintrübung statt. Das bereit» über betn Äanal und Frankreich liegende Regen- ^trb uns erneute Niederschläge bringen.
„ e 11 e r o orausfagc für Donnerstag: Warmer, Bewölkungszunahme ynb NiederfchlsA,
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