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Hr.94 Erstes Blatt '

180. Jahrgang

Mittwoch, 25. April 1950

Erschein, lSglich,anher Sonntags und Feiertags.

Beilagen:

Die Illustrierte

Viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle m»nats:Beiugsprel$:

2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern rnfalge höherer Gewalt.

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und Zteindruckerel IL Lange in Stehen. Schristleitvng und Seschästrftelle: Zchulfttahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 , mehr.

Ehefredakteur:

Dr. Frredr. Mich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbgriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.

Ein Franzose zum Generaldirektor der B.I.Z. gewählt.

Verletzung der Parität zum Nachteil Deutschlands bei der Leitung der Bank für internationale Zahlungen.

Oie führenden Manner der Delegationen.

Basel, 22. QtyriL (WTB.) Der tonftituic- tenben Sitzung deSDerwaltungsratcsder Dank für internationalen Zah­lungsausgleich ging eine Fühlungnahme unter den Selcgaionen der verschiedenen Län­der voraus. Die meisten Delegationen sind be­reit- am Ostermontag in Basel eingetroffen, so die deutsche Delegation unter Füh­rung des Präsidenten der Reichsbank Dr. Luther. Der Delegation gehören weiter an Dr. Start Melchior vom Bankhaus Warburg, Generaldirektor Dr. Beu sch und Kommerzien­rat Geheimrat Wilhelm F o ck e von der Reichs- dank Berlin. Die französische Delega­tion besteht auS dem Gouverneur der Dank von Frankreich Moreau, dem ersten stell- bertretenben Gouverneur bet Bank von Frankreich Moret, bem Präsibenten beS 6rd- dit Lyonnais, Baron Brincarb, bem Präsi­benten ber Suez-Kanalgesellschaft, sowie Direk- for Pierre Quesnay, bem Stanbibaten für den 'Posten des Generalbirektvrs. Die Ber­einigten Staaten finb vertreten durchWc. Gatrah, der in ber heutigen Sitzung zum Präsibenten bes Berwaltungsrates ernannt toirb, sowie Leo Fraser, ber Stellvertreter von Wc. Darrah sein, und voraussichtlich feinen Wohnsitz in Basel nehmen wirb. Die eng­lische Delegation besteht aus dem Gou­verneur ber Bank von England Wontagu 'Kor­man, Sir Charles Addis, bem englischen Finanzmann, ber bas Referat über bie Orga- nifationÄfragen in ber heutigen Gründungs- fitzung halten wirb, weiter H. Siepman von ber Dank von Englanb, der als Stellvertreter von Montagu Rorman zusammen mit v a n 3 e e - la n b (Belgien) bis jetzt bie Grünbungsaktion vorbereitet hat, sowie X P Fachiri, eben­falls von ber Bank von Englanb, und Colenutt, der früher englisches Mitglied der Reparations- kommission gewesen ist. Die belgische Dele­gation setzt sich aus Louis Franck, bem Gouverneur der Belgischen Rattonalbank, Emile F r a n c q u i und Paul van Zeeland, dem Direktor der Belgischen Rattonalbank zusam­men. Die japanische Delegation besteht aus vier Teilnehmern, nämlich Totsusaburo, Ta­naka, Soito und Eonada. Da Italien das Voung-Abkommen noch nicht ratifiziert hat, Iaht es sich heute nur offiziös vertreten. Der Gouverneur der italienischen Rationalbank Stringher ist vertreten durch Professor Dr. Al­berto Deneduce. Der italienischen Delegation gehören weiter an B. Azzolini und Mario Pennacchio aus Zürich.

Sie Wahl des Generaldirektors.

Basel, 22. April. (WTD.) Bach ber vor- bereitenben Fühlungnahme trat ber Berwal- l u n g 6 r a t ber Bank für internationale Zah­lungen wrz nach 11.30 ilfjr zu einer er ft en Sitzung zusammen, bie bis wenige Minuten tot 14 Uhr dauerte. Der Vizepräsident des Organisationskomitees, der englische Delegierte Sir Charles Addis, erstattete den Bericht über die bis jetzt vollzogenen Organisations­arbeiten, die so weit gediehen sind, daß bie Dank nunmehr ihre Tätigkeit auf­nehmen kann. Der Bericht wurde vom Der- loaltungsrat einstimmig genehmigt. Sodann er­folgte die einstimmige Wahl von Mac Darrah zum Präsidenten des Der- valtungsrats. Der Derwaltungsrat trat lobann in eine Aussprache über bie Wahl des Generaldirektors des neuen Insti­tuts ein, wobei

HeichSbankpräsident ör. Luther namens ber deutschen Vertretung folgende moti- vierte Erklärung ab gab:

Nachdem ber Präsident der neuen Bank, Herr Mac Garrah, einen Vorschlag für die Dahl bes Generalbirektors ber Bank gemacht hat, würbe es ber aufrichtige Dunfch ber beut- fchen Mitglieber des Verwaltungsrates fein, bem Vorschlag des präsibenten zu folgen, wir wün­schen alles für uns mögliche } u tun, um ben präsibenten In ber J ü f) - ruug ber Bant z u unterstützen, wir würben es auch begrüben, wenn ber General- öirettor einstimmig gewählt werben könnte. Ls hanbelt sich indessen für uns um bie grunb- sähliche Frage bes Charakters b er Dank, womit bie Stellung Deutschlands inner­halb ber Bank unlöslich oerbunben ist.

Auf bem Wege, ber zur Entstehung ber Bank geführt hat, ist ber Grundsatz ber Parität zwischen Deutschlanb als bem einzigen Schuldnerland und Frankreich als dem hauptsächlichen Gläubigerland zum deutlichen Ausdruck gekommen. Velden Ländern weisen ber Zoungplan unb bie Statuten ber Dank eine bevorzugte, aber gleichbe­rechtigte Stellung in ber Bank zu. Gerade auf diesem Grundsatz ber Parität hat

bas beutsche Volk in seiner bem Poungplan ;u- ftlmmenben Mehrheit bie Erwartung gegründet, bah bie neue Bank ein nuhbringenbes Instru­ment nicht nur ber Weltwirtschaft im allgemei­nen, fonbem namentlich auch ber Zusam­menarbeit zwischen Frankreich unb Deutsch- lanb sein würbe.

wir drei deutschen Mitglieder des Verwal­tungsrates geben unter keinen Umständen unsere Bemühungen auf, bie neue Bank in bem soeben genannten Sinne zu entwickeln. 3m Einklang mit ber Anschauung bes beutschen Volkes müssen wir jeboch unsere Auffasiung aussprechen bahin, bah bie Wahl bes Herrn Pierre Quesnay zum Generalbirektor dem vorerwähnten

Grundsatz ber Parität nicht entspre­chen würde, wir sehen uns daher zu unserem Bebauern aus ernsten unb grunbsählichen Erwägungen gezwungen, gegen bie Wahl bes Herrn Pierre Quesnay zum General­birektor zu stimmen."

Die Sitzung wurde dann nach kurzer Be­sprechung weiterer Organisationsfragen abge­brochen. Mm 15 Llhr wurde die Sitzung wie­der eröffnet. Kurz vor 16 Uhr wurde Direktor Q u e s n a y ins Sitzungszimmer des Berwal- tungsrates gerufen, wo ihm mitgeteilt wurde, dah er zum Generaldirektor ernannt sei. Die Wahl Quesnahs zum General­direktor erfolgte mit allen gegen eine Stimme.

Oben links: Mac Garrah (Amerika), der Pröfidenl der B.J. Z. Unten links: Lleon Fraser, der zweite amerikanische Vertreter, Kandidat für den Posten des Vize­präsidenten. In der Mitte: Das Savoy-Hotel in Basel, der vorläufige Sitz der V.J.Z. (Internationale Reparationsbank). Dbeji rechts: der deutsche Hauptvertreter Reichsbankpräsident Dr. Luther. Unten rechts: Pierre Quesnay (Frankreich) wurde zum Direktor der B. I. Z. gewählt.

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Gorgen der Weltbank.

Diese Zeilen wurden vor der Wahl des Generaldirektors der B. I. Z. geschrieben, haben aber jetzt nach der Wahl des Fran­zosen leider um fo größere Berechtigung D. Red

Die Verwaltungsratsmitglieder der Weltbank find gestern in Basel zu ihrer ersten Sitzung zusammengelreten. Gründen können sie die Bank noch nicht, weil immer noch die Ratifikation Englands und Italiens nicht oorliegt, die für die Tätigkeit des Institutes die Voraussetzung bildet. Aber sie können doch wenigstens die letzten Vorbe­reitungen treffen und den Start des Unternehmens anbahnen, damit späterhin keine Zeit mehr verloren geht. An Themata zur Aussprache fehlt es ihnen nicht. Da sind in erster Linie die Personalien. Daß die Amerikaner die Leitung des 23er- maltungsrats in die Hände bekommen, ist nachge­rade eine europäische Selbstverständlichkeit gewor­ben, schon um die Wallstreet an der weiteren Ent­wicklung zu interessieren. Aber um die Besetzung des Generaldirektorpostens geht ein har­ter Streit, bei dem leider Deutschland in die Per- teibigung gedrängt worden ist. Die Franzosen haben eine sehr geschickte Propaganda getrieben, um Herrn Quesnay an diesen Posten zu bringen, sie haben auch bie Mehrheit der Delegierten für sich, nur Deutschland hat Einspruch erhoben, nicht um der Person, sondern um ber Sache willen. Denn die Wahl des Generaldirektors kann für die ganze Richtung, in der sich bie Weltbank ent­wickelt. von ausschlaggebender Bedeu­tung fein, hat ein Franzose die Fäden in der Hand, dann ist es ganz selbstverständlich, daß er sich nicht weit genug von seiner Nationalität absor­bieren kann, um nicht diesen Riefenapparat f ü r Frankreich einzusetzen Das würde praktisch be­deuten, daß die Bank für internationale Zahlungen vom ersten Tage ab weiter nichts als eine R e - parationsbanf wird, daß sie also in ihrer Arbeitsart gegen Deutschland eingestellt wird. Unter französischer Leitung wird sie vornehmlich darauf achten, den letzten Pfennig aus Deutschland herauszupresscn. Sie würde deshalb der Absicht widersprechen, hier ein Institut zu schaffen, das im Interesse der Gläubiger und des Schuldnerstaates tätig sein soll. Wir können auch nicht sehen, daß es irgendeine Möglichkeit gibt, Deutschland Garan­tien auch auf personellem Gebiet gegen die Wahl eines Franzosen zu geben, wir fürchten, wenn Herr Quesnay wirklich das Rennen machen sollte, baß bann die neue Bank vom ersten Augenblick ab lahmgelegt wird. Sie würde es bann sehr viel schwieriger haben, die anderen Aufgaben zu lösen, die ihr obliegen. Schon die Auflegung der ersten Anleihe von dreihundert Millionen Dollar zeigt ja, daß der Enthusiasmus vom Haag verflogen ist, die Amerikaner Haden sich stark zurückge­zogen: Frankreich wird fast die Hälfte des ge­samten Betrages übernehmen müsien, wenn die An- le'che nicht ein Fehlschlag werden soll. Ungesichert ist

auch die Anleihe-Emission. Die Bank wird also starke Widerstände äu überwinden haben, wenn sie über­haupt zu Erfolgen kommen soll, und diese Wider­stände werden natürlich unter französischer Leitung noch größer sein.

//Informellen Charakter."

Basel, 22. April. (Eigene ERB.-Meldung.) Ucber das Ergebnis der heutigen Verhandlungen bes Verwaltungsrates der B. I Z. er­fährt bie Schweizerische Depeschenagentur aus Kreisen bes Verwaltungsrates noch folgenbes: heroortzehoben werben muß, baß es sich nicht um eine offizielle ober formelle Sitzung bes Verwaltungsrates handelte da die englische unb bie italienische Regierung ben ^oungplan noch nicht ratifiziert haben, fo daß also bie Zahl ber notwen­digen Ratifikationen nicht erbracht wurde. Die Richt- ratifizierung durch Italien dürfte Zusammenhängen mii ben in Paris schwedenben Derhanblungen be­züglich ber Ostreparationen. Die Beschlüsse, die der Verwaltungsrat heute faßte, haben alfo i n o r m e II e n Charakter, werben aber, wenn >ie genügende Zahl von Ratifikationen vorliegt, t e r ohne weitere Diskussion ge­nehmigt werben.

Auf Vorschlag von Sir Charles Abdis wurde Mac Garrah zum Präsidenten des Derwal- tungsrates unb zugleich zu dessen Vorsitzenden vor- geschlagen, welche Wahl auch einstimmig erfolgte, worauf Mac Garrah die Verhandlungen weiter- leitete. Zu Dizevorfitzenden wurden gewählt ein Vertreter Deutschlands, Dr. Melchior und ein Vertreter Englands, Sir Charles Addis. Es kann darauf hingewiefen werden, daß es sich beim Amt des Dizevorsitzenden um ein reines Ehren- a m t handelt, da ein Vizepräsident nur im Falle der Abwesenheit Mac Garrahs die Verhandlungen zu leiten hätte, auf den Geschäftsgang der Bank aber keinen größeren Einfluß hat, als ein anderes Mitglied des Verwaltungsrates.

Für die Leitung der Geschäfte und die Politik der Bank ist der verwaltungsratspräsident in erster Linie verantwortlich und hat das Redjt, durch alleinige Unterschrift die Bank zu enga­gieren.

In den übrigen Fällen sind doppelte Unter» schriften notwendig. Zum Generaldirektor oder präziser ausgedrückt zum Generalmanager wurde Pierre Quesnay mit allen gegen die Stimmen der deutschen Delegationsmitglieder gewählt. Wenn Deutschland den Posten eines Vize- Vorsitzenden angenommen hat, so betrachtet es dies nicht etwa als irgendeine Ent­schädigung für die Verletzung der Parität bei der Wahl des Generaldirektors, sondern die deutsche Delegation hat die Wahl an­genommen, um einem dringenden Wunsche Mac Garrahs Rechnung zu tragen.

Ein wichtiger Punkt, der vom Verwaltungsrat noch behandelt wurde, betraf die Frage der weiteren Zuziehung von Zentral­bau kenzur Aktienzeichnung außer den sieben Großbanken. Für diese Aktienzeichnung liegen aus verschiedenen Ländern Anmeldungen vor. Cs wurde beschlossen, die Riederländische Dank, die Schweizerische Rationalbank und die Schwedische Rotenbank zur Zeichnung einzuladen. Wie die Schweizerische Depeschenagentur in die­sem Zusammenhang erfährt, kann als sicher an­genommen werden, daß Professor Bachmann von der Rationalbank in der morgigen Sitzung des Berwaltungsrates der D. 3. Z. zum Mit­glied des Berwaltungsrates gewählt wird. Ob noch weitere Banken hinzugezogen werden, soll in der zweiten Sitzung des Berwaltungsrates beschlossen werden.

Was die Frage der Emittierung der Aktien betrifft, so werden Frankreich, Bel­gien, England und Italien die Aktien zur öffent­lichen Zeichnung auflegen, während Deutschland die Aktien für sich behalten toirb. Japan und die Bereinigten Staaten werden die Aktien ohne öffentliche Subskription auf ein Syndikat von Banken verteilen. Die Aktienverteilung der Bank wird so erfolgen, dah 16 000 Aktien von ber Bank übernommen werben unb baß sich bie amerikanische unb bie japanische Gruppe eben­falls je 16 000 Aktien zuteilen lassen. Die übrigen Gründungslänber werben ihre 16 000 Aktien dem Publikum zur Zeichnung vorlegen. Das Echo in der Berliner presse.

Berlin, 23. April. (TU. Funkspruch.) Die Wahl des Franzosen Quesnay zum Gene­raldirektor 6er B. 3. Z. toirb in Deutschland mit Erbitterung ausgenommen und als eine Brüskierung empfunden.

DieD. A. Z. bezeichnet den Auftakt der D. 3. Z. als unerfreulich. Die Amerikaner würden in hohem Maße die Verantwortung da­für übernehmen müssen, ob die zukünftige Ge­schäftsführung der Dank einseitig werde, oder nicht.

DieGermania" sagt, die erste Sitzung habe durch die Wahl Quesnays für Deutschland bereits eine schwere Enttäuschung ge­bracht. Dadurch habe das neue Institut sein An­sehen und seine Autorität in Deutschland zweifel­los nicht befestigt.

DieBörsen-Zeitung" schreibt, man könne nur mit Empörung und ®rbitte* r u n g von der Wahl Quesnays Kenntnis neh­men. Sie widerspreche nicht nur dem ganzen Sinn des Boungplans, der doch einewirtschaft­liche" und keine politische Reuregelung der Repa­rationsfrage bringen sollte, sie bedeute auch einen schweren Affront Deutschlands, über dessen gute Gründe man sich in Basel achsel­zuckend hinweggesetzt habe.

DerDörsen-Courier" bedauert diese Entscheidung, die man als ein ungünstiges Omen für die internationale Zusammenarbeit in der Dank ansehen müsse.

DieDeutsche Tageszeitung" sagt, die Wahl Quesnays bedeute einen Schlag nicht nut gegen Deutschland, sondern auch gegen alle die­jenigen, die in der zukünftigen Dank für Inter­nationale Zahlungen noch so etwas wie ein In­strument rein sachlicher und auf internationalen Ausgleich bedachter Reparationspolitik hätten er­blicken wollen.

Rach demT a g ist bie Wahl Quesnays nur ein Beweis dafür, baß bie Haager Abmachungen ein politisches Instrument seien und die Bank für den internationalen Zahlungsaus­gleich" nur ein kaufmännischer Ersatz für den Reparationsagenten sei, in dem bisher das deut­sche Bolk seinen Fronvogt sah. Aus Dr. Luthers Worten klinge sehr stark die Enttäuschung über diese neue Demaskierung der politischen Absichten unserer Tributgläubiger.

DieDeutsche Zeitung" sagt, Deutsch­land habe seine erste Riederlage bei der Tributbank erlitten.

DerVorwärts" meint, die Abstimmung des Berwaltungsrates zeige von neuem, daß Deutschland schon bei seinem bisherigen Wider­stand gegen den auch von den neutralen Staaten einstimmig gewünschten Generaldirektor Quesnay schlecht beraten gewesen sei.

Ein Festbankett als Gruß der Schweiz.

Hoffnungen und Wünsche der schweizer Regierung.

Basel, 23. April. (WTD. Funkspruch.) Aus Anlaß der ersten Sitzung des Verwaltungs­rats bet B. I. Z. veranstaltete ber Regie­rung s r a t bes Kantons Basel Stabt gestern abend ein offizielles Bankett. Unter ben Anwesenben bemerkte man Bundesrat Motta, den Präsidenten des Verwaltungsrats der B. I. Z. Mac Garrah, sowie sämtliche in Basel anwesenden Mitglieder des Verwaltungsrates, die Mitglieder der verschiedenen Delegationen des in Basel anwesenden Konsulatskorps usw. Aamens der Regierung des Kantons Basel-Stadt entbot Regierungspräsident Dr. X Brenner den Gruß der Baseler städtischen Behörden.