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Nr. 221 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 22. September 1930

Ser Abschluß her§erbflmanö»er: Die Parade vor dem Reichspräsidenten.

Reichspräsident von Hindenburg (X); in Zivil Reichswehrminister (9 r o e n c r; auf dem Schimmel der Chef der Heeresleitung, Generaloberst o. H e y e.

Das Unrecht an Eupen-Malmedy.

Von Dr. Werner Wirths.

Am 20. September 1920 w ie s derVölker- B u n d 6 r a t den deutschen Einspruch, der sich auf die fragwürdige Durchführung der im Q3cr- faillcr Vertrage vorgesehenen Volksbefragung in Eupen-Malmedy bezog und noch einmal an Hund unwiderlegbaren Materials das Anrecht, das diesem deutschen Grenzgebiet zuteil geworden war, darleglc, z u r ü ck. Das Schicksal Eupen- Malmedys war damit vorläufig entschieden. Obschon die klägliche Komödie, die in den vor- angegangenen sechs Monaten mit der zugcstan- dencn Berechtigung der Bevölkerung,schriftlich den Wunsch auszudrücken, daß diese Gebiete ganz oder teilweise unter deutschen Souveränität verbleiben" offen zutage lag, obschon die belgische Militärdiktatur jede freie Meinungsäußerung verhindert und die Einzeichnung in die ausge­legten Listen durch Terror mannigfachster Art unmöglich gemacht hatte, obschon also die Volksbefragung gar nicht durchge­führt worden war, bestätigte der Völkerbund durch Zurückweisung des deutschen Pro'.estes die belgische Souveränität. 60 000 Menschen wurden um ihr Vaterland betrogen.

Seitdem sind zehn Jahre vergangen und in diesen zehn Jahren wurden die Grundlagen dieses Rechtsstreites endgültig geklärt. Selbst die belgische Propaganda wagt heute nicht mehr, offensichtliches Unrecht als Recht auszugeben. Da im Jahre 1920 die vorgesehene Abstimmung nicht ftattgesunden hat, besteht die Forderung Eupen-Malmedys aus Durchs ührung einer Volksbefragung in einem Rahmen, der die freie Willensäußerung des einzelnen nicht behindert, zu Recht. Und das belgischeRic- mals", das dieser Forderung entgcgengestellt wird, beschränkt seine Begründung aus dienun einmal vollzogene Tatsache" der Eingliederung Eupen-Malmedys in den belgischen Staat und ihre Testätigung durch den Fehlspruch des Völ­kerbundes. Das, was die Frage Eupen-Malmedys grundsätzlich von allen Fragen, welche dieReu­ordnung Europas" durch die Verträge von Ver­sailles, Trianon und St. Germain unterscheidet, ist also: daß an dieser Stelle ein Teil der Frie- densverträgc nicht erfüllt worden ist, daß diese Erfüllung aussteht, ja. daß diese Richt­

erfüllung vom belgischen Gcgnerpartner ernsthaft nicht mehr bestritten wird. Mehr noch: der belgische Staat degradierte, als er sich in den Verhandlungen von 1926 durch den Mund seiner Vertreter bereit erklärte. Eupen-Mauncdy gegen rund 240 Millionen Goldmark an das Reich zu verkaufen, die ganze Frage der Grenz- revision zu einem Finanzgeschäft für Belgien. Damit gab er zu, daß er als Staat an dem Besitz Eupen-Malmcdys nicht interessiert sei, und seitdem erübrigt sich auch jede Erörte­rung, ob Belgien durch eine Rückgabe der wider­rechtlich gewonnenen Gebiete an staatspolitischem Prestige verlieren toürbe. Dieses Prestige ist ver­loren und kann auch durch erneuteRiemals" nicht wicderhergestellt werden.

Rückgabe und damit Befriedung der belgisch- reichsd^utfchen Staatsgrenze scheiterten 1926 am Widerspruch Frankreichs. Trotzdem nichts ent­bindet Belgien und die Dertragsmächte von der Verpflichtung, zunächst einmal den Versailler Vertrag dort zu erfüllen, wo er nicht erfüllt wurde, also: eine «Volksbefragung in Eupen- Malmedy unter solchen Garantien durchzuführen, wie sie unter der Militärdiktatur des Barons Baltia nicht vorhanden war. Zwölf Jahre kämpft Eupen-Malmedy um sein Recht. Man mag diesen Kamps eine europäische, eine gesamtdeutsche oder eine innerpolitische Angelegenheit Belgien nen­nen ohne eine Entscheidung, die begangenes ilnrcdyt wiedergutmacht, bleibt der Trennungs­strich zwischen Deutschland und Belgien gezogen.

Wir kennzeichneten die Schwäche der belgischen Position und die Eigenartigkeit der Lage auf Grund der Verhandlungen von 1926, die nicht aus der Welt zu schaffen sind. Das mißtönende Echo, das aus einem Teile der altbelgischen Presse immer dann am lautesten herübertönt, wenn auf deutscher Seite die Tatsachen dar- gestellt werden, wie sie sind, zeigt uns, welche Schwierigkeiten dem Recht immer nc>ch entgegenstehen. Aber wird das Belgien von heute auch das Belgien von morgen fein? Der Glanz der Jahrhundertfeier konnte die inneren Schwierigkeiten dieses Rationalitätenstaates nicht verdecken, nicht verdecken, daß das Jahrhundert der wallonischen Vorherrschaft zu Ende geht.

und dieflämischeDewegung Kräfte bloh- legk, die in einem unabhängigen Gemeinwesen eher das Heil erblicken, als in einem Staate, der von Frankreich aus die Parolen bezog, ohne daß die Mehrheit seiner Bevölkerung damit einver­standen wäre. Das Geschrei der belgischen Chau­vinisten täuscht eine Macht vor, die einschrumpft und ein schlechtes Gewissen verrät.

Weil Deutschland mit dem belgischen Staate hr Frieden leben will, dient es, zur Lösung der Frage Eupen-Malmedys im Sinne der Selbst­bestimmung drängend, dem Recht. Die Lage des nachkriegszeitlichen Belgiens'schien das kluge vvr- kriegszeitliche Wort, der Wohlstand Belgiens sei mit dem Wohlstände Deutschlands verbunden, zuweilen zu widerlegen. Trügt der Schein nicht auch hier? Wäre es nicht auch für die gegen­wärtigen belgischen Machthaber eingehender ilcöcrlcgung werk, ob es sich im Falle Eupen- Malmedys wirklich lohnt, eine zwangsläufige

Entwicklung weiter zu sabotieren, ob es nicht belfer wäre, rechtzeitig ein Anrecht wiedor- gutzumachen. als auf einem rechtswidrigen Stand­punkt zu verharren, den auf die Dauer zu halten Belgien die Macht fehlt? Daß-sich der Völker­bund" 1920 zum Handlanger dieses Unrecht» machte, kann die Verantwortlichkeit des belgischen Staates nicht mildem.

Finnland vor den Wahlen.

Don unserem K. L. - Korrespondenten.

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Helsingfors, September 1930.

Die nach demKreuzzug" der Lappo- l e u t e neu gebildete finnländische Regierung bat am 1. und 2. Oktober die Feuerprobe von Reichstagswahlen zu bestehen. Das be­deutet selbstverständlich auch für Finnland, daß derzeit politische Eturmperiode herrscht. Aber so wild bewegt, wie es in dieser Zeit in Deutsch­land zugegangen ist, ist das Bild der finnlänbi- schen Wahlagitation nicht. Man hält Wahlver­sammlungen ab, in denen es ruhig und ohne jede Störung zugeht. Der Hauptkampf wird in der Presse geführt und - wie verwundend manche Aeußerungen des Blattes der einen Partei übet die Gegenpartei sein mögen, so fließt aus diesen Wunden doch kein Tropfen Blut. Raufereien im Wahlkampf sind ein völlig unbekannter Begriff.

Das gilt selbst für diese Wahlen, die doch im Zeichen der Ausrottung der gesetzlichen wie auch der heimlichen f o m m u n i ft i f d> e n Partei stehen. Der Kampf gegen bk kommu- nistischen Abgeordneten ist. nachdem die fominu- nistischen Mitglieder des Reichstags wegen Hoch­verrat angeklagt worden waren, nun auch in sämtliche Städte und Gemeinden hinein- getragen worden, die den Abgang der jeweiligen kommunistischen Deputierten verlangten. Teil­weise sind die Kommunisten selbst zurückgetreten, in einzelnen Ortschaften weigerten sie sich, dies zu tun, fanden Rückhalt bei den Sozialdemokraten und da ist es denn einmal auch zu einem be­waffneten Kampf gekommen. Die zwangsweise Abschiebung der Kommunisten durch die Lappo- leutc hat ihren Erfolg nicht verfehlt, und gewisse Streitigkeiten im bürgerlichen Lager über die Berechtigung der formalgesetzlich natürlich unbe­gründeten Zwangsmaßnahmen der Lappokeute treten jetzt im Wahlkampf zurück. Die Leitung

Landschaftsmatio aus dem Gebiet von Eupen und Malmedy.

S.

n-

Georg Kaiser:Mississippi".

Nraufsüßrung am Hessischen l'nnhcethcntir Darmstadt

1928 bedrohte der Mississippi New- Orleans. Die tatsächlichen Vorgänge ver­anlaßten die Erfindung dieses Schau­spiels."

Wer, außer Kaiser, würde darauf verfallen fein, aus dem einfachen Tatbestand einer drohenden Naturkatastrophe ein Schauspiel zu machen? Ein Drama schreiben, so hat er früher einmal formu­liert, heißt: einen Gedanken zu Ende denken. Das wird hier nicht allein in der logischen Folge eines Szenenablaufs verwirklich!, sondern zugleich darin, daß der (an sich: künstlerisch) belanglose Tatbestand ins Symbolische erhöht wird, daß seine zufällige und einmalige Erscheinung in eine Allgemeingültig- keit und eine innere Gesetzmäßigkeit einbezogen wird, welche seit uralten Zeiten die Welt regiert und anerkannt werden mußte.

So wird das mechanistisch bedingte und erklärbare Naturereignis geistig gedeutet als der Ausdruck des Kampfes um eine Idee: so wird die Katastrophen­meldung aus USA. die Grundfabel zu einer mo­dernen Legende. New-Orleans, die Weltstadt des Reichtums, des Handels, der Börse, deren Unter­gang den Erdball erschüttern würde, wird zum Babylon oder Gomorrha unserer Zeit, der durch wochenlange Regengüße wild angeschwollene Missis­sippi eine andere Sintflut ... oderder fließende Arm Gottes", der die Stadt des fündigen Reich­tums hinwegfpülen wird ...

So verstehen es die Farmer, die -oberhalb der Stadt abgesondert in einem kleinen Distrikt beiein- anderwohnen als eine Sekte, eine Art religiöser Kommunisten und Anarchisten, einehöllische Bru­derschaft" der freiwilligen Armut.

Sie befestigen einen Damm, damit die reißende Flut mit ungehemmter Gewalt über die Stadt dort unten hereknbreche. Die Stadt setzt sich zur Wehr: die Regierung will den Damm sprengen ... gerade im Distrikt der Farmer, weil deren Land das ärmste und wertloseste ist im ganzen Reich. Man will sie großzügig entschädigen, die armen Ansiedler. Aber die weigern sich, das Land zu verlassen, das sie geflissentlich verkommen ließen, ihrem Ideal der Besitzlosigkeit zu dienen. Sie verleugnen ihren Got-

tesglaubcn und pochen auf ihren Besitz, auf die er­erbte Scholle. Die Regierung begreift das: aber in New-Orleans stehen größere Werte auf dem Spiel. Die hartnäckige Bruderschaft treibtProduktions­sabotage" und will die Vernichtung der sündigen Stadt, des inöchtigen Staates. Der Anschlag wird verraten, die Bewohner mit Gewalt aus dem preis- gegebenen Landstrich entführt. Zwar flieht der geistige Führer der Bruderschaft, und fast gelingt es ihm, im äußersten Augenblick noch einmal die Dammsprengung zu verhindern: da wird er aber­mals entdeckt und fällt als Opfer feiner Idee, indes die schwer bedrohte Stadt vor derSintflut" verschont bleibt.

Man sieht: ein Stück mit Hintergründen, mit Beziehungen, mit Gedanken und Symbolen: solche Stücke sind meistens fürchterlich langweilig und un- brauchbar auf der Bühne. Kaisers Schauspiel aber ist ein glänzendes Theaterstück: knapp, prägnant, Dorroärtsgetriebcn mit lebendigem Impuls aus gegnerischen Kräften. Mit einem zweiten 21 ft der geradezu meisterhaft gebaut, als geistiger Mittel­punkt und steile Gipfelung ins Zentrum der Dramenfassade gerückt ist. Und mit der elementaren Spannung einer hinter den Worten, den Szenen und allen Gestalten drohend heranrauschenden Na­turkatastrophe. In den drei Akten steht kaum ein Wort zuviel: dennoch ist alles Wesentliche gesagt und geformt, was hier mitzufpielen hat.

Auch jene, bei Kaiser immer wiederkehrende me­taphysische Unterströmung in einer sehr realen Handlung ist hier eingefangen: die geheimnisvoll und unheimlich wirksame Verknüpfung entscheiden­der Vorgänge und entscheidender Personen. Sie wird erkennbar, wenn beim Dammbau der Opfer- tob eines jungen Menschen besten Mutter aus der bedrohten Stadt zurückführt zu dem Mann, den sie vor Zwölf Jahren verließ, weil sie sich nicht zur Sekte der Armen bekennen wollte. Und die dennoch bekehrt wird durch die überwältigende Kraft der Idee ... vom Haß zur Liebe zurück zu diesem wunder­lichen Apostel ... und zur freiwilligen Sühne für ihren Verrat, indem sie in der letzten Stunde bei ihrem wiedergefundenen Gemahl ausharrt ...

Der einzige Einwand gegen das Schauspiel richtet sich gegen die einzige Frauengestalt im Stück: sie steht, als eine Penthesilea der neuen Zeit und der neuen Welt, in einer zitternden Gefühlsspannung zwischen Haß und Liebe: sie steht in beiden Lagern zugleich, sie erlebt in sich den Kampf der wider­

strebenden Gewalten, und sie versteckt hinter der Zivilisationsgebärde der rationalistisch denkenden und handelnden Staatsbürgerin die seelische Er­schütterung und Wandlung des mütterlich liebenden Menschen. Aber diese Wandlung geschieht vom ersten zum dritten Akt zu schnell, zu überraschend, zu unvermittelt und ohne Uebcrgang, als daß man ihr bedingungslos z« folgen vermöchte ...

Noch manches wäre zu sagen über dieses Schau­spiel: nur anbeuten kann man, was es als Be­kenntnis seines Schöpfers beiträgt zur sozialen Frage, zum Problem Amerika, zur Beurteilung bes Krieges und der Staatsgewalt: wie es die Vor­gänge eingliedert in den ewigen Widerstreit zwischen Materie und Geist zwischen Herz und Ge­hirn, zwischen Gefühl und Geschäft: «ie bitter pessi­mistisch die Frage: aber wie tötet man eine Idce?" und die verzweifelte Erkenntnis, daß keine Auseinandersetzung, auch die geistigste nicht, ohne schmerzlichste Opfer zu erkaufen sei.

Die Ausführung (Generalintendant Ebert) war als Ganzes eine sehr respektable Leistung, der ent- scheidende Höhepunkt war der glänzend gespielte Mittelakt, der mit der erbitterten Auseinandersetzung der gegnerischen Gruppen, in der Verteilung von Maste und Einzelspielern, mit der dynamischen Steigerung und Zuspitzuna des Konfliktes den Zu­schauer innerlich angriff und eine großartige Theaterszene darftellte. Gut auch der erste Akt, etwas matter, abflauend und schleppend der dritte.

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Schauspielerisch die weitaus reifste Leistung bot Nürnberger, der den Staatskommissar Stirn» son mit hinreißender Lebendigkeit und Umriß­schärfe auf die Bühne stellte.

Daneben, aus dumpfer Menschenmasse wuchtig und gläubig sich aufrichtend, Noel Kehoe, der Führer der Farmer: Josef Keim. Die Doris Thompson gab Sibylle Schmitz, eine intelligente und rassige Schauspielerin mit klarer Stimme und gutem Profil, sie holte aus der sehr schwierigen Nolle das Möglichste heraus, ohne freilich die oben angedeuteten Einwände zu entkräften.

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Mit dem stürmisch beklatschten zweiten Akt war der äußere Erfolg der Uraufführung (die in Darm- stadt gleichzeitig mit sechzehn anderen deutschen Städten erfolgte) bereits entschieden.

Das Stück wird übrigens vielleicht auch im Gie­ßener Winterspielplan erscheinen. hth.

Gegen den Vogelmord im Süden.

Während in den nordischen Ländern Europas ein vernünftiger Vogelschutz feit langem durch­geführt ist und die für die Landwirtschaft nütz­lichen Tiere erhalten werden, herrscht in Spanien und Italien noch immer ein Massenmord von Vögeln. Dadurch werden unsere Bestrebungen in Frage gestellt, denn unsere heimischen Vögel fallen auf ihren Wanderzügen im Herbst und Frühjahr vielfach der Gier der Südländer zum Opfer. Diese Untugend, die auch ihren Garten- und Weinbau, ihre Landwirtschaft schädigt, liegt den Südländern im Blute und ist ihnen nur schwer abzugewöhnen. Darum wird von deutscher Seite immer dringlicher ein internatio­nales Vogelschuhgeseh gefordert, das wohl am ehesten mit Hilfe des Völkerbundes durchzusehen wäre. Dann müssen aber die Süd­länder erst für den Vogelschuhgedanken erzogen werden, und dazu machen jetzt die Regierungen Anstalten. Wie Finus in der Frankfurter Wochen­schriftDie Umschau" auf Grund von Mittei­lungen der deutschen Botschaften in Madrid und Rom berichtet, sind in beiden Ländern Gesetze zum Schuh der Vögel erlassen worden, wenn auch freilich der Schuh noch nicht in demselben Um­fange wie bei uns besteht. Die spanische Regie­rung hat 1929 weitgehende Bestimmungen ge­troffen, um alle nützlichen Tiere und Pflanzen zu schützen. Der Vogelfang wird verboten, die Herstellung und der Handel mit Fanggeräten unter Strafe gestellt. Diese Bestimmungen werden mit Strenge durchgeführt, und besonders ist der Verkauf von gebratenen oder sonstwie zubereiteten kleinen Vögeln in den Gasthäusern unterdrückt worden. Ebenso ist in Italien in den letzten Jahren ein gewisser Wandel eingetreten, indem die Regierung durch Gesetze und polizeiliche An­ordnungen den Vogelschutz fördert.

Hochschulnachrichten.

In der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig rft der nichtplcmmähige a. o. Professor Dr. med. vet. Ewald Berge vom 1. Oktober 1930 ab zum ordentlichen Pro­fessor der Veterinär-Chirurgie und Operations- lehre als Rachfolger des von den amtlichen Ver­pflichtungen entbundenen Geheimen Medizinal­rats Prof. Dr. O. Röder ernannt worden. Dr. Berge studierte in Dresden und Gießen, war Assistent in Dresden und Leipzig, erhielt 1925 die Lehrberechtigung für Veterinär-Chirurgie an der Leipziger Universität.